Kapitel 15 – Der Spiegel Nehergeb

„Wünsche wohl geruht zu haben, zukünftige Mr. und Mrs. Potter" begrüßte Mr. Granger seine Tochter und Harry am Mittagstisch. Das Frühstück wurde auf Grund der Länge der vergangenen Party ausgelassen.

Harry und Hermine wurden leicht rot woraufhin Mr. Granger einen Klaps von seiner Frau bekam.

„Lass sie doch" murmelte sie ihm zu und Harry und Hermine setzten sich grinsend an den Tisch.

„Was habt ihr heute vor?" fragte Mr. Granger die beiden.

„Kinderwagen anschauen" kam es trocken von Harry woraufhin Mr. Granger seinen Kaffe über seinen Teller spuckte und Mrs. Granger die Gabel klirrend aus der Hand fiel.

Hermine und Harry grinsten sich an bevor Hermine sich mit einem „Yes! 1:1!" an ihre Eltern wand.

„Ihr beide …" begann Mr. Granger, dessen Stimme sich nicht zwischen Erleichterung doch noch nicht Großvater zu werden und Ärger auf dem Leim gegangen zu sein entscheiden konnte. Mrs. Granger schüttelte nur noch lachend ihren Kopf.

„Was habt ihr denn nun wirklich vor?" fragte Mrs. Granger nach.

„Wir wollen uns mit Ron und Neville treffen um noch mal unter uns über das Thema Hogwarts zu reden" begann Hermine.

„Und dann wollten wir Prof. McGonagall fragen, ob sie bezüglich Fawkes Auftritt schon erste Neuigkeiten hat" vollendete Harry.

„Meinst Du es war zuviel?" fragte Harry vorsichtig nach, als er und Hermine zurück in ihr Zimmer gingen.

„Nein, meine Eltern sind manchmal echte Kindsköpfe und jetzt wo wir zu zweit sind, kann ich es ihnen endlich mal so richtig heimzahlen" grinste Hermine Harry an.

Nachdem sie noch ein paar Sachen zusammen gepackt hatten, flohten Harry und Hermine zu den Weasleys.

„Na, endlich ausgeschlafen?" wurden sie von Ginny begrüßt „Ron, Luna und Neville sind schon im Garten."

"Hallo ihr Beiden" wurden Harry und Hermine von den anderen begrüßt. "Bereit für ein paar Entscheidungen?"

Sie setzten sich ins Gras und begannen über ihre Gedanken zu sprechen. Nach nicht mal einer halben Stunde war man sich einig, zurück nach Hogwarts zu gehen. Neville als Assistent von Prof. Sprout und Harry, Hermine und Ron um ihr letztes Jahr nachzuholen. Und so verbrachte man die restliche Zeit über alles Mögliche zu reden.

"Bleibt ihr zum Abendessen hier?" erklang die fragende Stimme von Mrs. Weasly aus der Küche des Fuchsbaus.

"Ach kommt, bleibt doch noch ein paar Minuten" versuchten nun auch Ginny und Ron ihre Freunde zu überreden.

"Ja, alle bleiben" antwortete Ginny ihrer Mutter, bevor sich jemand äußern konnte. "Na, wenn ihr so lange braucht muss doch jemand entscheiden. Und nun lasst uns schwimmen gehen. Dort hinten gibt es einen schönen See."

Nach einem lustigen Tag am See kehrten alle ziemlich hungrig in den Fuchsbau zurück. Lachend fielen sie in die Stühle und Ron schaute schon ganz unruhig in Richtung des Ofens.

"Es gibt gleich Essen" schmunzelte seine Mutter "aber wir warten noch auf einen Gast."

"Wer kommt denn noch" fragte Ginny als auch schon Geräusche aus dem Kamin zu vernehmen waren und Prof. McGonagall heraustrat.

"Professor" wurde sie von allen begrüßt.

"Ah, die Rasselbande ist ja auch schon da. Hallo zusammen. Hallo Molly, hallo Arthur" grüßte sie zurück.

"Und, habt ihr eine Entscheidung getroffen? Molly hat mir gesagt, dass ihr euch zusammensetzten wolltet" fragte Prof. McGonagall.

"Ja, wir kommen alle wieder zurück nach Hogwarts" bestätige jeder ihren gemeinsamen Entschluss.

"Ach Ron, das ist eine gute Entscheidung" sagte Molly und drückte ihren Sohn an sich.

Als alle mit dem Essen fertig waren raschelte es erneut im Kamin und Prof. Flitwick steckte seinen Kopf heraus "Minerva, wir haben die Übersetzung fertig. Komm bitte umgehend zurück nach Hogwarts." Schon war der Kopf wieder verschwunden.

"Übersetzung? Was für eine Übersetzung?" fragte Mrs. Weasley nach.

"Als wir auf der Feier bei Molly und Arthur waren, hat Prof. Trelawney seltsame singende Geräusche gehört" begann Prof. McGonagall. „Sie verließ ihr Zimmer und begab sich auf die Suche nach dem Geräusch. Dabei traf sie auf Mr. Filch und Mrs. Norris, die es ebenfalls gehört hatten. Nach nicht ein mal zwei Minuten hörte das singende Geräusch auf und es gab einen lauten Knall wie splitterndes Glas. Die beiden suchten weiter und fanden in einem kleinen nicht genutzten Klassenzimmer die Ursache der Geräusche. Es war der Spiegel Nehergeb - und das Glas lag quer im Raum verstreut. Nachdem sich die beiden von der Überraschung erholt hatten, entdeckten sie seltsame Zeichen auf dem Holz, welches das Spiegelglas normalerweise bedeckte. Und nun scheinen Sie eine Übersetzung gefunden zu haben."

„Dann auf nach Hogwarts!" drängte Harry, wurde jedoch von Prof. McGonagall ausgebremst.

„Nicht so schnell! Wie wäre es, wenn wir uns alle morgen zum Mittagessen in der Großen Halle treffen. Bis dahin haben wir vielleicht schon erste Erklärungen."

Harry wollte noch etwas erwidern, Hermines Hand auf seinem Unterarm bewog ihn jedoch dazu, den Mund wieder zu schließen.

Am nächsten Morgen flohten die Lovegoods, Longbottems und Weasleys direkt nach Hogwarts, während Harry mit Hermine und ihren Eltern nach Hogsmead flohten. Ihre Eltern wollten gerne eine Stadt nur mit magischen Bewohnern sehen und wurden nicht enttäuscht. Der Scherzladen war ihnen zwar nicht geheuer, aber der Kaffee bei Madame Rosmerta schmeckte beiden ausgesprochen gut. Nach dem späten Kaffee in Hogsmead schlenderten die Vier noch etwas durch die Straßen und anschließend nach Hogwarts. Hand in Hand erreichten Harry und Hermine sowie ihre Eltern den Eingang und betraten das Schloss. In dem Moment als Hermine die Schwelle überschritten hatte spürte sie ein Ziehen an ihrem Arm und sah entsetzt auf Harry, der mit einen Stöhnen in die Knie gegangen war.

„Harry!" schrie Hermine aufgebracht und auch ihre Eltern sahen besorgt drein.

„Alles wieder OK" murmelte Harry, der sich wieder aufrichtete und nach Hermines Hand griff „Lasst uns weitergehen."

„Das glaubst Du doch selber nicht" sagte Hermine und hielt Harry am Arm fest. „Ich will erst wissen, was hier los ist! Du hast mir versprochen, dass es nie mehr Geheimnisse zwischen uns geben wird!"

„Du hast ja Recht, mein Schatz" besänftigte Harry seine Zukünftige. „In dem Moment als ich Hogwarts betreten habe, habe ich einen Stich im Kopf gespürt. Und nein, es war nicht meine Narbe."

„Aber das ist noch nicht alles?" fragte Hermine im Bewusstsein Recht zu haben nach.

„Nein" bestätigte Harry ihr. „Ich hörte ein Flüstern und auch jetzt habe ich das Gefühl, als würden sich Unsichtbare flüsternd unterhalten. Allerdings wird es immer weniger."

Hermine schaute ihn etwas nachdenklich an, gab sich aber damit zufrieden.

„Da seit ihr ja endlich" wurden die vier auch schon von Ron empfangen.

„Ach Ron, Du kannst doch nicht schon wieder Hunger haben" stichelte Ginny.

Nach einem gemeinsamen Essen führte Prof. McGonagall die kleine Gruppe durch die Gänge von Hogwarts, in denen das Leben nur so wimmelte. Zauberer und Hauselfen taten alles, um Hogwarts zum Schuljahresbeginn wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen.

„Hier in diesem Raum steht der Spiegel." Mit diesen Worten öffnete Prof. McGonagall die Tür und gab den Blick in das Klassenzimmer frei. Es war ein kleiner Raum, ein paar Tische und Stühle standen in einer Ecke. In der anderen Ecke stand der Spiegel Nehergeb, oder besser, das Holzgestell, da das Spiegelglas im Raum verstreut lag. Lediglich ein kleiner Weg zum Spiegel war gefegt worden.

"Nun da alle es gesehen haben, können wir den Raum sauber machen" und mit einem Schnippen des Zauberstabes ließ Prof. McGonagall die Scherben verschwinden.

"So, jetzt können wir uns die Schrift anschauen" und alle folgten ihr.

Als sie näher traten sahen sie feine rote Linien, die sich zu Symbolen vereinten.

"Es sieht fast so aus wie … hmm … aber das sind doch keine alten Runen" fragte Hermine nach.

"Nein" erklang die Stimme von Prof. Vector, die unbemerkt zur Gruppe gestoßen war "das hier ist so etwas wie der Vorgänger der uns bekannten alten Runen. Also noch um einiges älter."

"Und wie lautet nun die Übersetzung?" fragte Hermine nach.

"Es war schon etwas schwierig zu übersetzen, da die Sprach für uns heutzutage ungewöhnlich klingt, aber die mehr oder wenig wörtliche Übersetzung lautet:

Die neue Welt ist hoffentlich bereit

für die Erben der Liebenden der Zeit.

Es gilt Herz und Verstand zu finden

und beides für immer und ewig zu binden

Zwei Zauberer mit diesen beiden Gaben

die Macht zu geben was zu unrecht ward ge

Die Zeit der Wünsche ist vorbei

mein Geheimnis nun ich leg frei

Deinen Wunsch ich kann Dir geben

mein Bruder Dir wird alles nehmen

Die Macht der Ahnen ist erwacht

doch nur zu nutzen mit Bedacht

Wenn wer die Kraft kann nicht lenken

ewig Dunkelheit sich wird senken

Der Einsatz sei das eigne Leben

de

der Rest ist leider nicht mehr zu entziffern. Ich bedauere."

Die Anwesenden standen stumm da und ließen die Übersetzung auf sich wirken. Jeder hing seinen Gedanken nach und versuchte sich einen Reim darauf zu machen.

„Das bedeutet, wir müssen mehr Informationen zum Spiegel, seinem Bruder und den alten Zeichen finden" legte Harry die nächsten Schritte fest.

„Professor" wandte sich Harry an die beiden Lehrer. „Könnten sie mit den anderen Professoren hier in Hogwarts suchen, dann können Ginny, Luna, Ron und Neville im Grimmauldplatz suchen während ich mit Hermine mein Verlies durchsuche."

„Was willst Du denn in deinem Verlies?" fragte Ron verwundert.

„Was glaubst Du denn, wo ich die Buchgeschenke her hatte?" antwortete Harry kopfschüttelnd aber lachend.

Nach und nach verließen alle den Raum um ihren Nachforschungen nachzugehen.

„Mum, wir sehen uns zum Abendessen wieder" war das letzte, was Hermines Eltern von ihrer Tochter hörten, bevor diese mit Harry in den Tropfenden Kessel flohte.