Danke für die Reviews. Und hier das nächste Kapitel.
.
Kapitel 16 – Blut und Seele
Vom Tropfenden Kessel aus liefen Harry und Hermine direkt zur Zaubererbank.
„Hallo Griphook, ich hoffe es geht Ihnen gut. Wir würden gerne zu meinem Verlies" begrüßte Harry den Kobold.
„Danke der Nachfrage Harry. Bitte folgen Sie mir" entgegnete der Kobold freundlich.
Nach einer wilden Fahrt erreichten die drei das Verlies der Potters.
„Komm Hermine" und Harry griff nach ihrer Hand. „Jetzt kann ich Dir auch gleich meine Familie zeigen" strahlte er sie an und zog sie zu seinem Verlies.
„Harry …" rief Griphook den beiden nach, jedoch verschwanden Harry und Hermine in diesem Moment bereits durch die magische Tür ins Verlies.
Kaum waren die beiden im Verlies angekommen, als auch schon die Fackeln aufflammten und Hermine ein grandioses Licht- und Schattenspiel boten. „Wow" war das einzige, was sie herausbrachte.
Harry und Hermine wühlten über 3 Stunden bis sie die ihrer Meinung nach vielversprechensten Bücher ausgesucht hatten und wandten sich zum gehen.
Griphook erwartete die beiden an den Schienen und sah ziemlich bleich aus.
„Miss Granger, geht es ihnen gut?" erkundigte sich Griphook fast ängstlich.
„Ja Griphook, mir geht es immer gut wenn Harry dabei ist. Warum fragen Sie? Und bitte nennen Sie mich doch Hermine."
„Wie sie wünschen Hermine" entsprach Griphook ihrem Wunsch. „Den Rest besprechen wir am besten in meinem Büro."
Nach wenigen Minuten erreichten Harry und Hermine von Griphhok geführt das Büro. „Bitte" sagte Griphook und wies auf zwei bequeme Sessel.
„Warum haben sie sich so sorgenvoll nach meinem Befinden erkundigt, Griphook?" fragte Hermine.
„Weil sie das Verlies gar nicht hätten betreten dürfen können" eröffnete Griphook den überraschen Harry und Hermine.
„Sie müssen wissen" fuhr Griphook fort „das Verlies der Potters ist kein normales Verlies. Es ist ein Blut- und Seelen-Verlies. Das bedeutet, dass man dieses Verlies nur betreten kann, wenn man vom Blut oder der Seele her ein Potter ist. Nehmen wir ihre Eltern, Harry. James war ein Potter und konnte das Verlies ohne Probleme betreten. Lilly hingegen konnte das Verlies nicht betreten, selbst nach der Hochzeit wäre es ihr nicht möglich gewesen. Deswegen haben die beiden auch magisch geheiratet. Es ist vergleichbar mit einem unbrechbaren Schwur. Allerdings ist mir nicht bekannt, dass sie beiden sich gegenseitig den Schwur geleistet hätten."
Harry und Hermine schauten sich noch immer sprachlos an.
„Würden sie bitte beide ihrer rechte Hand auf diese Kugel legen?" bat Griphook die beiden.
„Keine Angst, diese Kugel dient dazu, eine magische Bindung zweier Zauberer festzustellen. Wenn die Kugel gar nichts macht, dann gibt es keine magische Bindung. Wenn die Kugel golden leuchtet, dann gibt es eine magische Bindung wie zwischen Vater und Sohn oder wie durch so einen Heiratsschwur. Und je intensiver das Leuchten umso stärker ist die Bindung."
Harry und Hermine legten ihre rechte Hand an auf die Kugel und Griphook murmelte etwas in seiner eigenen Sprache. Es dauerte einen kurzen Moment und sowohl Harry als auch Hermine spürten ein leichtes Kribbeln in ihren Händen. Im nächsten Moment begann die Kugel zu leuchten. Beim Anblick des goldenen Leuchtens strahlten Griphooks Augen auf, jedoch schloss er diese sofort, als die Kugel plötzlich in einem strahlenden Weiß erglühte, welches die Augen blendete. Vor Schreck ließen Harry und Hermine die Kugel los und das Leuchten erlosch.
Griphook saß hinter seinem Schreibtisch und schaute aus großen Augen auf Harry und Hermine.
„Unglaublich" und „uralte Magie" war das Einzige, was Harry und Hermine aus dem Gemurmel verstanden.
„Harry, Hermine, darf ich sie die Tage kontaktieren?" fragte Griphook nach.
Noch immer ziemlich sprachlos verließen Harry und Hermine Gringotts Richtung „Tropfender Kessel" um zurück ins Hexenhaus zu Hermines Eltern zu flohen.
Hermines Eltern merkten sofort, dass etwas passiert sein musste, aber keiner der beiden stellte eine Frage. Nach einem eher ruhigen Abendessen gingen Harry und Hermine früh schlafen.
Eine unruhige halbe Stunde später drehte sich Hermine im Bett herum und blickte direkt in ein paar grüne Augen.
„Du kannst auch nicht schlafen?" fragte Hermine.
„Genau wie Du" erwiderte Harry. „Morgen müssen wir nach Hogwarts" fuhr er fort.
„Warum dass?" wollte Hermine wissen. „Wir haben unsere Bücher noch nicht ein Mal überflogen."
„Mir geht es nicht um die Bücher" entgegnete Harry. „Mir geht es um die Stimmen."
„Die Du beim Betreten von Hogwarts gehört hast?" erkundigte sich Hermine.
„Genau" bestätigte Harry. „Ich habe Dir doch gesagt, dass die Stimmen oder besser gesagt das Flüstern leiser wurde. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das Flüstern nicht zufällig leiser wurde. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, dass das Flüstern auch wieder lauter wurde."
„Du meinst, dieses Flüstern wollte Dich in eine bestimmte Richtung lenken?" spekulierte Hermine.
„Genau daran dachte ich" bestätigte Harry.
„Grübeln bringt jetzt nichts. Unsere Theorie werden wir morgen überprüfen. Jetzt komm erst mal Deiner Pflicht nach und sei mein Kopfkissen" grinste Hermine und legte sich halb auf Harry.
„Wie könnte ich da widersprechen" nuschelte Harry und strich Hermine zärtlich durch ihr Haar.
Binnen weniger Minuten waren beide eingeschlafen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, bei welchem Hermine ihren Eltern erklärte, was gestern vorgefallen war, machten sich alle vier auf den Weg nach Hogsmead. Hermines Mutter hatte an diesem Ort einen Narren gefressen und wollte dieses Mal ausgiebig einkaufen gehen, während Harry und Hermine ins Schloss gingen.
„Was macht ihr denn hier?" wurden Harry und Hermine von Ginny begrüßt.
„Das könnten wir genauso fragen" entgegneten Harry und Hermine wie aus einem Mund.
„Ihr seid aber nicht Fred und George, oder?" grinste Ginny die beiden an.
„Na ich will doch hoffen, dass Du nicht Fred bist" ging Harry auf Ginnys Anspielung ein und lächelte Hermine an.
„Soll ich es Dir beweisen?" fragte Hermine in unschuldigstem Tom, bevor sie Harry ansprang und ihm abzuknutschen.
„Wenn ihr mit dem Vorspiel fertig seid, könnt ihr ja in die Große Halle kommen. Da sind auch die anderen" feixte Ginny.
Harry und Hermine fuhren auseinander und murmelten ein leises „'tschuldigung" zu Ginny, die das Lächeln nicht mehr aus ihrem Gesicht bekam.
Nachdem Harry Hogwarts betreten hatte hörte er wieder das Flüstern. Das Stechen im Kopf war zwar wieder da gewesen, aber da er dieses Mal darauf vorbereitet war, machte es ihm nichts mehr aus.
„Schaut mal wen ich vor dem Schloss beim Vorspiel erwischt habe" eröffnete Ginny Luna, Ron und Neville und genoss es sichtlich, ihre anderen Freunde ein wenig in Verlegenheit zu bringen.
Ron und Neville verschluckten sich am Kürbissaft während Luna nur müde lächelte.
„Ronald, wir haben gestern doch genau das Gleiche gemacht" sprach Luna in ihrer verträumten Art und Weise und ohne zu wissen, was ihre Aussage bewirken würde. Während Ron purpurrot anlief, kringelten sich die Anderen vor lachen am Boden.
Nachdem sich alle wieder beruhigt hatten, fragte Neville nach dem Grund für die Anwesenheit von Harry und Hermine. Harry erklärt in kurzem Worten vom ersten Besuch in Hogwarts, dem Flüstern und Hermines und seiner Theorie.
Harry und Hermine machten sich auf den Weg, während ihre Freunde weiterhin Bücher wälzten. Harry holte die Karte der Rumtreiber heraus und aktivierte diese. Mit Hermine an der Hand lief er durch die Gänge von Hogwarts, immer dem Flüstern nach. Je näher er den Gryffindorturm kam, umso lauter wurde das Flüstern. Nachdem beide durch das Portrait gestiegen waren, wurde das Flüstern fast schon zu einer Stimme. Harry näherte sich langsam einen Wandbild, welches Godric Gryffindor darstellte. Das Flüstern wurde immer lauter und eindringlicher. Harry streckte die Hand aus um das Bild zu berühren. Im nächsten Moment gab es eine Leuchterscheinung und Hermine stand allein im Gemeinschaftsraum.
„Harry!" schrie Hermine verzweifelt, bis sie in ihrem Kopf eine leise Stimme hörte „Hab keine Angst um den Erben."
Hermine stürmte aus dem Gemeinschaftsraum um den Anderen mitzuteilen, was gerade eben passiert war und um Prof. McGonagall um Rat zu fragen.
Harry blinzelte kurz und schaute sich nach Hermine um. Aber er war allein. Er stand an einem See über den leichte Nebelschwaden zogen.
„Wo, zum Merlin, bin ich denn hier gelandet" murmelte er.
Er hörte ein leises Lachen und drehte sich um. Aus dem Nebel schälte sich ein alter kleiner Zauberer, der Harry mit offenem und freundlichem Gesicht anschaute.
„Wer bist Du?" fragte Harry, worauf er wiederum ein Lachen erntete.
„Du hast es doch schon gesagt" spöttelte der fremde Zauberer.
Harry stutze etwas, bis ihm ein Licht aufging. „Merlin?" fragte er vorsichtig.
„Richtig mein Junge" bestätigte er die Frage.
„Und wo ist Hermine?" fragte Harry mit besorgter Stimme.
„Sorge Dich nicht um Deine Seelenpartnerin" beschwichtigte Merlin. „Aber wenn Du möchtest, dann sage ihr doch, wo Du bist und dass es Dir gut geht" schlug Merlin vor.
„Wie das denn?" fragte Harry überrascht und neugierig.
„Na über euer Seelenband" gluckste Merlin.
„Seelenband?" fragte Harry nach.
„Oh, ich sehe. Ich muss Dir wohl so einiges erklären. Ihr modernen Zauberer habt wirklich viel vergessen, aber das Wichtigste zuerst. Denke nicht mit deinem Kopf an Hermine, sondern fühle sie über Dein Herz. Wenn die Verbindung hergestellt ist, könnt ihr reden als würdet ihr nebeneinander stehen" erklärte Merlin.
Harry schloss die Augen und dachte an Hermine.
„Mit dem Herzen" ermahnte ihn Merlin.
Harry brummte seine Zustimmung und dachte nicht mehr an Hermine sondern gab sich dem Gefühl hin, welches er jedes Mal empfand, wenn sie zusammen waren. Nach kurzer Zeit spürte er einen leichten Widerstand. Als er gegen den Widerstand drückte, hörte er ein leises „Harry?" in seinen Gedanken.
„Hermine?" dachte Harry zurück.
„Ja!" antwortete Hermine und Harry konnte ihre Freude spüren.
„Hermine, mir geht es gut. Mach Dir keine Gedanken. Ich erkläre Dir alles später. Ich liebe Dich" und Harry legte in seinem letzten Satz alle Gefühle.
„Ich liebe Dich und ich vertraue Dir" vernahm er von Hermine.
Kurz darauf trennte Harry die Verbindung.
„Nun?" lächelte Merlin ihn an.
„Es … es war unglaublich" schwärmte Harry.
„Über euer Seelenband könnt ihr immer und überall miteinander reden. Nichts und niemand kann euch trennen" erläuterte Merlin.
„Was hat es mit diesem Seelenband denn auf sich?" wandte sich Harry an Merlin.
„Ich muss Dir dazu so manches erklären und gehe einfach mal davon aus, dass Du etwas Zeit hast. Obwohl, Zeit spielt hier keine große Rolle" während Merlin wissend lächelte.
„Warum spielt Zeit hier keine Rolle? Wo bin ich überhaupt?" fragte Harry skeptisch nach.
„Avalon" war das einzige Wort, welches Merlin daraufhin sagte.
