Kapitel 22 – Leb wohl, Tom Riddle
„Wir sind wieder daaaaa" rief Harry aus, als er den Schleier mit Hermine an der Hand durchschritten hatte und sofort fuhren alle Köpfe zu ihnen um.
„Aber wir sind nicht alleine da" setzte Hermine fort und im selben Moment begann der Torbogen zu leuchten und zwei silberne Nebel bildeten sich hinter Harry und Hermine.
Harry und Hermine traten beiseite und der Nebel verfestigte sich zu zwei allen bekannten Personen.
„Wotcha" erklang die Begrüßung und hallte durch die gespenstische Stille.
„Tonks? Remus?" fragte Molly mit großen Augen nach.
Bevor jedoch einer der beiden etwas sagen konnte, stürmten alle auf die beiden zu und umarmten sie. Bis auf Molly Weasley, diese zerquetschte Tonks beinahe.
„Wie kommt ihr hier her?" fragte Ginny aufgebracht.
„Besorgt noch vier Liegen, es gibt einiges zu erzählen" begann Harry, bevor er von Mrs. Granger unterbrochen wurde.
„Harry, Hermine, was sind das für Ringe an Eurer Hand?" fragte diese nach und nun richteten sich alle Blicke auf die Hände der Beiden.
„Auch das erzählen wir gleich" versuchte Hermine die aufkommenden Wogen zu glätten.
Und so berichteten Harry und Hermine abwechselnd von den Erlebnissen hinter dem Torbogen. Gelegentlich wurden ihre Ausführungen durch weitere Erkenntnisse von Remus oder Tonks ergänzt.
„Ihr seid was?" kreischt Ginny auf.
„Verheiratet" und sowohl Harry als auch Hermine bemühten sich um einen beiläufigen Tonfall.
„Und das ohne uns" schluchzte Hermines Mutter auf.
„Mum, es wird eine weiter Hochzeit geben. Aber wenn Du Harrys Augen gesehen hättest, die Freude seine Eltern bei seiner Hochzeit dabei haben zu können… - ich konnte seinen Wunsch nicht abschlagen."
„Ich versteh meine Kleine" entgegnete ihr Vater. „Aber was ist mit der anderen Hochzeit?"
„Das war der Vorschlag von Harry. Da ihr bei dieser magischen Hochzeit nicht dabei sein konntet, wollen wir noch mal mit Euch auf Muggleart Hochzeit feiern."
Die Augen von Hermines Eltern strahlten ob dieser Neuigkeit.
„Und wenn ihr nicht den Zauberer heraushängen lasst" fuhr Harry an die Anderen gewand fort „dann seid ihr alle dazu eingeladen."
Ginny kreischte und warf sich Hermine an den Hals während Ron und Neville Harry auf den Rücken klopften.
„Wo wird die Feier stattfinden?" fragten Hermines Eltern.
„Da vermutlich einige Gäste kommen werden, dachten wir an Potter Castle" beantwortete Hermine die Frage ihrer Eltern.
„Potter Castle?" fragte Mr. Weasley nach.
„Ja" bestätigte Harry. „Das habe ich von meinem Vater erfahren. Die Kobolde suchen momentan nach allen meinen Häusern und es wird wohl noch etwas dauern. Aber Potter Castle und ein weiteres Landhaus sind nicht mal den Kobolden in Gringotts bekannt. Potter Castle ist der Familiensitz der Pottes seit hunderten von Jahren. Die Burg liegt unter allen möglichen Zaubern, aber wir haben beschlossen, diese Anonymität aufzugeben und dort offen zu leben. Und wie kann man diese Burg besser ins Leben zurückbringen als mit einer Hochzeit."
„Aber dann kennt doch jeder die Burg" fragte Ron besorgt nach.
„Ja Ron" bestätigte Hermine „aber wir wollen ja nicht versteckt leben. Und sollte doch etwas Unvorhergesehenes passieren haben wir immer noch unser Landhaus."
„Ein eigenes Schloss" murmelte Ron.
„Harry, Voldemort kommt. Er hat diese Welt schneller gefunden als gedacht. Ihr habt noch etwa 20 Minuten. Wir werden das Tor von unserer Seite aus ebenfalls überlasten" erklang eine tiefe Stimme aus dem Torbogen.
„War das Granamir?" vermutete Luna.
„Ja, das ging aber jetzt ziemlich schnell" bestätigten Harry und Hermine und im selben Moment erschienen Fawkes. Zur Überraschung aller verbeugte sich Fawkes vor Nathan bevor beide ein Phönoxlied anstimmten.
„Jetzt sind alle da" sprach Harry in die Runde. „Hermine und ich stehen für die alten Magier, Remus steht für die von uns fälschlicherweise als dunkle Kreaturen bezeichnete Wesen, Tonks steht für die weißen magischen Wesen, Fawkes und Nathan stehen als Phönixe für zeitlose Wesen und ihr alle steht für die Zauberer der heutigen Zeit. Wir stellen uns jetzt jeweils als Gruppe in einem Pentagramm um den Torbogen auf. Hermine und ich stehen dabei frontal vor dem Torbogen. Remus und Tonks stehen dabei rechts und links von uns bzw. dem Torbogen. Ihr steht hinter dem Torbogen" signalisierte er den beiden Phönixen und der Gruppe von Zauberen und Hexen. Lediglich Hermines Eltern blieben bei den Liegen stehen und verfolgten besorgt das Geschehen.
„Was müssen wir tun?" fragte Mr. Weasley nach.
„Ihr müsst uns nur unterstützen mit euren Gedanken, mit euren Gefühlen und mit eurer Magie. Den Rest machen wir" erklärte Hermine.
Zehn Minuten später begann der Torbogen zu leuchten und eine Gestalt begann sichtbar zu werden. Gut erkennbar waren zwei rote Augen während der Rest noch in einer Art Nebel lag.
„Es geht los" rief Harry den Anderen zu.
Er blickte Hermine an und nickte. Beide reckten ihre Ringe nach oben in Richtung der Spitze des Torbogens und begannen in einer unbekannten Sprache zu murmeln.
„Agu mees Tara, sono ura Tehlo" erklang es leise aber bestimmt in der Halle.
Die Ringe begannen rot zu glühen und verbanden sich mit einem goldenen Leuchten. Das Leuchten breitet sich binnen Sekunden aus und umfasste alle um den Torbogen stehenden Gruppen. Nachdem der goldene Kreis geschlossen wurde richtete sich das rote Leuchten der Ringe auf den Torbogen und dieser begann ebenfalls im gleichen Rot zu leuchten.
„Masa sina tequa! Isi respo lee!" sprach Harry mit ruhiger Stimme und das rote Leuchten verstärkte sich. Der Torbogen begann zu zittern und die Konturen begannen zu verschwimmen.
„Leb wohl, Tom Riddle" rief Harry. Voldemort schien wie festgefroren und begann zu schreien.
Nach einer weiteren kappen Minute begann der Torogen zu flackern und verschwand mit einem gigantischen Funkenregen. Voldemort schrie ein letztes Mal gellend auf bevor seine Nebelgestalt mit dem Torbogen verschwand. Das goldene Leuchten der Gruppen erlosch genauso wie das rote Leuchten der Ringe und sowohl Harry als auch Hermine sanken stöhnend zu Boden.
Remus stürzte zu Harry und Tonks zu Hermine und beide nahmen die Erschöpften in die Arme.
„Alles OK" murmelte Hermine schwach.
„Wir sind OK, nur ziemlich erschöpft" stimmte Harry leise zu.
Remus und Tonks trugen die beiden zu den Liegen und noch bevor sie sie hinlegten, waren beide eingeschlafen.
„Wieder wach?" vernahm Harry eine Stimme wie aus weiter Ferne.
„Hermine?" fragte Harry leise nach.
„Die liegt im Bett neben Dir und scheint auch gerade zu sich zu kommen. Ihr liegt im Krankenflügel von Hogwarts" hörte Harry wieder die Stimme, welche er nun Madame Pomfrey zuordnen konnte.
„Harry?" hörte er Hermine stöhnen.
„Ich bin hier" antwortete Harry und steckte seinen Arm aus. Instinktiv streckte auch Hermine ihren Arm aus und ihre Hände berührten sich.
„Noch nicht mal eine Minute wach und schon wieder Händchen halten" erklang die spöttische Stimme von Ginny aus dem Hintergrund.
Langsam öffneten Harry und Hermine ihre Augen und gewöhnten sich an die Helligkeit.
„Wie lange sind wir schon hier?" fragte Harry nach.
„Heute ist der dritte Tag" erklärte ihm Madame Pomfrey.
„Ich hab das Gefühl mir tut alles weh" stöhnte Hermine erneut auf beim Versuch sich aufzurichten.
„Kein Wunder" bestätigte Madame Pomfrey. „Sie beide waren magisch ausgelaugt wie ich es bisher noch nicht gesehen habe. Und diese drei Tage brauchte allein schon die Magie um sich zu regenerieren. Bis sie sich wieder normal fühlen werden wohl noch zwei oder drei Tage vergehen.
„Sei meinen also, wir sollten uns wieder hinlegen?" fragte Harry eine überraschte Madame Pomfrey.
„Mr. Potter will freiwillig liegen bleiben" grübelte Madame Pomfrey vor sich hin um überrascht aufzuschreien als Hermine langsam aus ihrem Bett schwebte und neben Harry in seinem Bett liegen blieb.
„So kann ich das akzeptieren" nuschelte Hermine in Harrys Hals und kurze Zeit später waren beide wieder eingeschlafen.
Kopfschüttelnd verließen die Anderen den Krankenflügel.
Am nächsten Morgen wachten Hermine und Harry aneinandergekuschelt auf und lächelten sich an.
„So ihr beiden, wie geht es Euch" fraget Madame Pomfrey nach.
„Ganz gut würde ich sagen" grinste Harry.
„Madame Pomfrey, könnten sie mich bitte testen?" fragte Hermine vorsichtig nach und Harrys lächeln geriet etwas in Wanken.
„Worauf soll ich Dich denn testen meine Liebe?" fragte Madame Pomfrey nach.
„Ob in etwa elf Jahren ein neuer Potter in Hogwarts sein wird" nuschelte Harry vor sich hin und Madame Pomfreys Augen weideten sich.
„Haben Sie denn nicht ihre Tränke genommen?" fragte Madame Pomfrey bestürzt nach.
„Doch" bestätigte Hermine unruhig, erzählte dann aber von der Vermutung der Anderen bezüglich ihrer starken Magie auf die Wirksamkeit der Tränke.
Madame Pomfrey schwang ihren Zauberstab über Hermines Bauch und murmelte ein paar Zaubersprüche.
„Sie werden noch keine Eltern" offenbarte Madam Pomfrey und sowohl Hermine als auch Harry stießen die Luft aus, die sie unwillkürlich angehalten hatten. „Aber die Vermutung bezüglich der Zaubertränke kann durchaus zutreffend sein. Bis wir eine Möglichkeit gefunden haben den Trank entsprechend anzupassen, sollten sie sich damit mal beschäftigen" und Madame Pomfrey beschwor eine Packung Kondome herauf und lies diese grinsend zwischen Harry und Hermine fallen.
Nachdem Madame Pomfrey ihre Routinechecks bei Harry und Hermine absolviert hatte, wurden auch schon die Türen des Krankenflügels aufgestoßen und Tonks und Remus mit Ted auf dem Arm kamen herein.
„Auch wenn wir nur etwa zwanzig Jahre haben, so können wir doch unseren Ted aufwachsen sehen" strahlte Tonks, die genau wie Remus feuchte Augen hatte.
„Es tut uns leid, dass nicht alle zurückkehren konnten" begann Remus schuldbewusst.
„Ist schon OK Remus" unterbrach ihn Harry. „Die Situation war wie sie war und wir haben das Beste daraus gemacht. Und wenn ich bedenke dass meine Eltern bei meiner Hochzeit waren, dann habe ich schon mehr bekommen als ich je zu träumen gewagt hätte."
„Na, willst Du Deinen Patenonkel und Deine Patentante mal besuchen?" fragte Tonks und setzte Ted auf das Bett zwischen die beiden.
„Das braucht er aber erst in ein paar Jahren zu sehn" grinste Remus als er die Packung Kondome vom Bett und aus Teds Händen nahm.
„Und, bist Du…?" fragte Tonks vorsichtig an.
„Nein, ich bin nicht schwanger" versicherte Hermine.
„Du meinst noch nicht" spottete Remus wofür er sich einen Rippenstoß von Tonks einfing.
„Remus hat gar nicht so unrecht" gab ihm Harry Recht und Tonks schaute ihn aus großen Augen an. „In unserem letzten Jahr hier in Hogwarts wäre es vielleicht nicht so passend, aber anschließend hätte ich nichts gegen ein kleines Mädchen mit Wuschelkopf einzuwenden."
Hermine strahlte Harry an und küsste ihn dankbar.
„Ein Junge mit nicht zu bändigenden Haaren wäre ein dazu passendes Brüderchen, findet ihr nicht auch" und Hermine grinste Tonks und Remus an.
„Habt ihr eigentlich schon über die Mugglehochzeit nachgedacht?" fragte Remus. „Wenn ihr in Hogwarts seid könnten wir die Feier mit den Grangers und den Weasleys gemeinsam vorbereiten und ihr hättet keinen Stress damit."
„Das Angebot nehmen wir gerne an" freute sich Hermine, „aber über einen Termin haben wir uns noch keine Gedanken gemacht."
„Wie wäre es denn in den Weihnachtsferien? Da ist schulfrei und alle könnten kommen. Und bis dahin habe die Haushelfen das Schloss in besten Zustand versetzt" schlug Prof. McGonagall vor, die soeben den Krankenflügel betreten hatte.
„Hauselfen" fuhr Hermine auf.
„Keine Angst Hermine" beruhigte sie Prof. McGonagall. „Die Potters waren bekannt dafür, die Hauselfen gut zu behandeln und ihnen mehr Rechte zu geben als andere Familien es taten. Ich wage zu behaupten, dass es den Hauselfen sehr gut geht und dass sie sich freuen, wenn sie beide dort einziehen und dass sie gerne für sie beide arbeiten möchten."
„Ihr wollt wirklich in einer Burg wohnen?" fragte Mrs. Granger nach. „Ist das nicht viel zu groß?"
„Nicht wenn sie sich ranhalten" murmelte Remus und erntete dafür mehr als einen bösen Blick.
„Vielleicht entscheiden wir uns auch noch um und nehmen das Landhaus" meinte Harry. „Auch darüber wollten wir noch mal in Ruhe miteinander reden."
„Komm Ted, Tante Hermine und Onkel Harry müssen wieder schlafen gehen" grinste Remus die beiden an als er Madame Pomfrey mit dem Schlaftrank kommen sah und griff sich seinen Sohn.
„Morgen zum Frühstück dürfen die beiden in die Große Halle" versprach Madame Pomfrey den Anwesenden bevor sie diese aus dem Krankenflügel scheuchte und Harry und Hermine den Schlaftrunk gab.
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Agu mees Tara, sono ura Tehlo = Macht der Ahnen, ich rufe Euch.
