Casey Sasori
***
Harry, Ron und Hermine saßen in einem Abteil weiter hinten. Hermine kochte immer noch vor Wut.
„Das glaube ich einfach nicht, für wen hält der sich? Zuerst… und dann…!", fragte Hermine aufgebracht und warf die Arme in die Luft. „Glaubt der, der darf sich alles erlauben?"
Harry und Ron, die ihr gegen über saßen, nickten.
„Er ist ein Malfoy, Hermine.", klärte Ron sie auf und erntete dabei einen bösen Blick von ihr.
Hermine wusste wer Malfoy war. Schließlich hatte sie fast den ganzen Morgen an ihn gedacht, was sie ziemlich verwunderte. Sein Vater war ein Todesser, ein Anhänger von Lord Voldemort.
Die Wagontür schlug auf und eine kleine, etwas rundliche, Frau stand im Gang. Vor ihr ein großer Wagen mit Süßigkeiten. Harry kaufte für sich und den anderen Berti Botts Bohnen, Lakritzzauberstäbe und Schokofrösche.
Das Trio machte sich an die Arbeit, die Süßigkeiten zu verputzen, als sie von draußen ein Schreien hörten. Hermine sah erschrocken auf. Sie ging in den Gang um nach zu sehen, wer so geschrieen hatte und sah ein kleines Mädchen. Sie musste elf sein. Vor der kleinen stand, wer auch sonst, Draco Malfoy mit seinen Kumpanen und Pansy Parkinson, auch ein Slytherinmädchen. Hermine, die Vertrauensschülerin war, fühlte sich verpflichtet der kleinen zu Helfen.
„Hey Frettchen!", fauchte Hermine.
Draco hielt inne.
Nicht die schon wieder!
„Was willst du, Schlammblut!"
„Lass die Kleine in Ruhe, oder…"
„Oder was?", fragte Malfoy und drehte sich zu Hermine um.
„Oder ich jage dir einen Fluch auf den Hals!" Hermine stand da mit dem Zauberstab in der Hand und bereit loszulegen. Wie schon gesagt hatte sie nicht viel für ihn übrig und genau deshalb war es ihr eigentlich auch vollkommen egal, was mit ihm passierte. Der Junge sah abwechselnd zu Hermine und den Zauberstab. Würde sie sich wirklich trauen, ihm einen Fluch auf den Hals zu hetzten? Er wollte es gar nicht ausprobieren, denn eins wusste er über sie: Hermine war unberechenbar und hatte einiges auf dem Kasten. Er würde so was nie zugeben, aber er wusste, dass es stimmte. Genau gemerkt hatte er es, als sie ihm im dritten Schuljahr eine mit der blanken Faust verpasst hatte.
„Na was ist?", holte sie ihn aus den Gedanken. „Hast du eigentlich nichts Besseres zu tun, als hier rum zu stehen und dir zu überlegen, ob du jetzt der Kleinen was tust oder nicht?"
Draco knirschte mit den Zähnen und ging, murmelte aber noch etwas von, „Das wirst du bereuen!", und bog dann, mit seinen Freunden, um die nächste Ecke.
Das kleine Mädchen sah Hermine an und ging. Sie selber blieb noch einen Moment stehen und ging dann ebenfalls.
„Sag schon Herm, was wolltest du uns so dringend erzählen?", drängte Ron.
„Diese Nacht war ja dieser große Sturm und da konnte ich nicht schlafen. Grauenvoll wenn man eine Uhr im Zimmer hat und einen Kater… Na ja egal, auf jeden Fall ist einer bei mir vorbei geflogen."
„Was soll das heißen?", fragte Harry.
„Ich starrte an die Decke und sah plötzlich eine Person vorbei fliegen, also eigentlich nur der Schatten, was aber auch egal ist. Ich bin dann aufgestanden und zum Fenster gegangen und dann ist die Person wieder vorbei geflogen. Also auch nicht ganz nah… schon weiter weg… Ach, ihr wisst was ich meine."
„Konntest du erkennen ob Mann oder Frau?"
„Nein. Genauso wenig ob es Kind oder Erwachsener war. Gar nichts um ihn vielleicht zu identifizieren!"
„Schade!"
„Du hättest gerne etwas von Voldemort oder so gehört, nicht?"
„Aber nicht, wenn dir dabei etwas passiert wäre. Ich sitze im Moment nur auf heiße Kohlen.", sagte Harry.
Hermine musste bei dem Blick von Ron anfangen loszuprusten.
„Wie? Du sitzt doch gar nicht auf Kohle!", kam es erstaunt von Ron.
Ron war genauso Reinblütig wie Malfoy, aber nicht so arrogant. Er war im Gegenteil von Malfoy ein richtiger Schatz. Leider hatte es einen Nachteil, wenn man als einziger Vollblüter unter Leuten saß, die in der Muggelwelt lebten. Ron hatte manchmal gar keinen Schimmer von den Sachen, worüber Harry und Hermine redeten. Die beiden mussten ihm jetzt erklären, dass das was Harry gesagt hatte nur eine Redewendung bei den Muggeln war. Nachdem er es begriffen hatte, musste er selber über seine so genannte Dummheit lachen. Er hätte es sich ja denken können, was Harry damit gemeint hatte.
Der Rest der Zugfahrt, war angenehm. Harry, Ron und Hermine unterhielten sich jetzt, über den Sommer und über das neue Schuljahr. Sie waren jetzt im sechsten Jahr und das hieß, dass sie nur noch zwei Jahre auf der Schule hatten. Hogwarts war anders, als die anderen Schulen.
Hogwarts war die Schule für Hexerei und Zauberei. Hier lernten Kinder ab elf Jahren das Zaubern. Ihr Schulleiter, Albus Dumbledore, war der größte Zauberer seiner Zeit. Was den dreien aber wirklich dort gefiel, waren die ganzen Abenteuer, die sie hatten. Bis jetzt hatten sie jedes Jahr gegen Voldemort gekämpft.
Man sah es ihnen nicht an, aber insgeheim hofften sie, dass dieses Jahr auch wieder etwas Spannendes passieren würde.
Und es sollte auch so kommen, allerdings ein wenig anders, als sie es sich vorstellten…
***
Die Begrüßungsfeier war wie jedes Jahr. Es war immer wieder spannend mit anzusehen, wer in den jeweiligen Häusern Slytherin, Gryffindore, Hufflepuff oder Rawenclaw eingeteilt wurde.
Alle Kinder waren verteilt, bis auf ein kleines Mädchen. Hermine erkannte sie sofort. Es war das Mädchen, das im Zug von Malfoy geärgert worden war. Sie setzte sich aufrechter um das Mädchen genauer zu sehen. McGonagall stand neben einem kleinen Hocker, auf dem sich ein Filzhut befand. In ihrer Hand hielt sie eine lange Namensliste und rief: „Casey Sasori!"
Erst jetzt viel Hermine auf, dass sie langes glattes Haar hatte. Das Haar, das sie zu einem halben Pferdeschwanz gebunden hatte, hing ihr geschmeidig vom Kopf bis zur Mitte des Rückens hinunter. Ihr Gesicht war hübsch und zierlich. Casey ging zögernd auf McGonagall zu. Als sie den Hut aufgesetzt bekam, streckte Hermine den Kopf, um ja alles mitzubekommen. Der Hut überlegte eine Weile und fing dann an zu sprechen:
„Mmmmh…Wo stecke ich dich nur hin? Du scheinst wirklich Grips zu haben, oh ja!
Doch listig bist du auch." Der Hut hielt inne und rief: „GRYFFINDORE!"
In Gryffindore brach Jubel aus. Das Mädchen wurde von allen begrüßt. Sie setzte sich neben Hermine, die sie auch direkt erkannt hatte. Als sich alle beruhigt hatten, stand Albus Dumbledore auf und begann zu reden:
„Ich möchte allen neuen und natürlich auch alten Schülern und Schülerinnen zu einem neuen Jahr in Hogwarts begrüßen. Den alten Schülern ist es vielleicht schon aufgefallen, dass bei uns am Tisch, ein neues Gesicht sitzt."
Hermine drehte sich zum Lehrertisch und suchte ihn ab. Neben McGonagall fand sie tatsächlich ein neues Gesicht. Es war eine Frau in Mitte zwanzig. Sie hatte langes blondes Haar, das ihr an den Schultern hinunter hing, schöne Gesichtszüge und war sehr schlank. Alles im allen eigentlich eine sehr hübsche Frau.
„…und deshalb möchte ich euch bitten, der neuen Professorin, Mrs. Spy, das Leben hier an der Schule, nicht direkt an ihren ersten Tagen schwer zu machen. Ich danke für eure Aufmerksamkeit! Lasst das Fest beginnen!"
Dumbledore breitete die Arme aus und wie aufs Stichwort waren alle Tische mit den leckersten Speisen gedeckt. Den neuen Verschlug es die Sprache, während sich die alten Schüler einfach übers Essen her machten. Hermine sah zur Seite und erkannte, dass Casey nichts aß. Das Mädchen saß da, die Hände in ihrem Schoss gefaltet und den Blick gesenkt. Hermine sah sich dies eine Weile an und fragte schließlich:
„Hey, hast du denn gar keinen Hunger?"
Casey sah auf und schüttelte den Kopf.
„Was hast du denn dann?", fragte Hermine besorgt. Auch jetzt machte das neue Gryffindoremädchen keine Anstalten etwas zu sagen und zeigte so nur mit einem Finger geradeaus. Hermine folgte der „Wegbeschreibung" mit ihrem Blick und sah, am anderen Ende der Halle, in eiskalte blaue Augen. Jetzt wurde ihr alles klar. Casey hatte immer noch Angst vor ihm. Übel nehmen konnte sie es ihr auch gar nicht, denn wenn man Draco Malfoy nicht kannte, hatte man wirklich einen Grund Angst zu haben. Malfoys Augen verformten sich zu schlitzen und funkelten Hermine böse an. Er dachte nur eins: RACHE!
„Hör mal, vor dem brauchst du keine Angst zu haben. Wenn er dir was tut, kommst du sofort zu mir, Okay?" Hermine versuchte Casey zu beruhigen. Das andere Mädchen nickte nur.
Langsam fragte sich Hermine ob sie überhaupt sprechen konnte. Dann schüttelte sie den Kopf. Nein, dass konnte nicht sein, schließlich hatte Casey ja auch im Zug geschrieen. Ob Malfoy ihr was getan hatte? Sie schielte noch einmal rüber zu Malfoy, der immer wieder lachend, zu Casey rüber sah. Irgendetwas stimmte doch so gar nicht.
Ron der neben ihr saß, fragte plötzlich:
„Was ist eigentlich mit Malfoy los, der glotzt dich ständig an?"
Hermine sah ihn verwirrt an.
„Wie er glotzt mich an? Ich dachte, er sieht zu Casey!"
„Das sieht für mich nicht so aus, kann mich aber auch irren!"
Ron zuckte mit den Schultern und widmete sich wieder seinem Essen. Hermine die immer noch verwirrt aussah, sah noch ein weiteres Mal zu den Slytherins. Wieder traf ihr Blick mit dem von Malfoy zusammen. Auf seinem Gesicht malte sich ein lächeln und seine Lippen formten tonlos das Wort Schlammblut. Hermine wusste, ohne, das sie es hörte, was er meinte. Malfoy erntete einen bösen Blick von Hermine und beide wandten sich ab.
Im Gryffindoreturm ging es chaotisch zu. Jeder suchte seinen Schlafsaal, wo schon die jeweiligen Koffer untergebracht wurden waren. Hier und da sprachen manche miteinander, was sie im Sommer so erlebt hatten, aber im Großen und Ganzen liefen alle im Turm hin und her. Als sich alle soweit organisiert hatten, wurde es ruhiger. Die meisten gingen jetzt zu Bett, da sie am nächsten Morgen schon Unterricht hatten. Am Ende blieben nur noch die drei Freunde und das kleine Mädchen zurück. Harry, Ron und Hermine setzten sich auf das große Sofa und beobachteten Casey. Doch diese wollte, wie schon beim Abendessen, nichts sagen. Hatte Draco vielleicht doch…? Hermine stand auf und kniete sich vor Casey.
„Hey Casey, warum sagst du mir nicht einfach, was geschehen ist?", fragte Hermine.
Casey sah sie an und versuchte zu lächeln.
„Warum fangen wir nicht mal ganz vorne an? Ich bin Hermine Granger und Vertrauensschülerin von Gryffindore. Die beiden Jungs, auf dem Sofa, sind Ronald Weasley, auch Vertrauensschüler und Harry Potter. Die beiden sind meine besten Freunde."
Casey sah erstaunt zu Harry. Sie machte den Mund auf, klappte ihn aber doch wieder zu und begann zu weinen. Bei Hermine dämmerte es. Sie nahm die Kleine in den Arm und ihre Freunde konnten sehen, wie ihre Augen aufblitzten. Dies war nicht das Aufblitzen, wenn sie sich freute, sondern mehr das Aufblitzen, das sagte, ich bin sauer und das war Hermine auch. Malfoy konnte etwas erleben.
„Ähm… Hermine? Was ist denn jetzt?", fragte Ron zögernd.
„Na was schon? Malfoy hat ihr die Stimme genommen! Habt ihr das nicht gesehen?"
„Nein, wie denn?" Harry und Ron schüttelten die Köpfe.
„Casey wollte dir doch gerade eben etwas sagen, oder? Und dabei kam kein Ton raus! Er muss sie im Zug verzaubert haben, bevor ich gekommen bin! Stimmt das, Casey?"
Das kleine Mädchen nickte und brach wieder in Tränen aus. Ihr Gesicht vergrub sie in ihren Händen.
„Ihr beide bleibt bei ihr. Ich muss mal ganz schnell wohin." Hermine ließ Casey los und spurtete schon aus dem Gemeinschaftsraum. Das Nachtruhe war und keine Schüler mehr in den Gängen geduldet wurden, war ihr egal. Draco Malfoy hatte einen ihrer Schützlinge angegriffen und sollte jetzt dafür büßen.
„Keiner legt sich ungestraft mit meinen Schützlingen an!", murmelte Hermine vor sich hin, als sie die Treppe, die zu den Kerkern führte, hinunter rannte. Erst vor einem Portrait hielt sie ruckartig an. Sie wusste, dass sich dort hinter der Gemeinschafsraum der Slytherins befand. Aber wie sollte sie dort hinein kommen? Sie zuckte mit den Schultern und fing an, gegen das Portrait zu schlagen.
„Macht auf!", schrie sie wütend. Dass kein Lehrer raus kam, wunderte sie allerdings.
Die Tür schwang auf und Hermine schlug aus versehen mit der Faust gegen eine Brust. Sie sah hoch und erkannte Malfoy, der sie verwirrt ansah. Sie funkelte ihn an und bevor er sich versah, zerrte ihn Hermine raus.
„Wer glaubst du, bin ich?", fragte sie leise.
„Hermine Granger, Gryffindore und geborene Schlammblüterin?!", sagte Draco schlicht und gemein zugleich. Hermine, die die Antwort erwartet hatte, stemmte die Hände in die Hüfte und fragte:
„Warum hast du das getan?"
Malfoy konnte ihr nicht ganz folgen.
„Was habe ich getan?"
„Stell dich nicht dumm!"
„Ich weiß nicht, wovon du redest!"
Hermine kochte vor Zorn. Konnte er sich nicht denken, was war?
„Casey Sasori, sagt dir das etwas?"
Draco kratzte sich am Kopf. Jetzt erst erkannte Hermine, dass er schon geschlafen haben musste. Er stand tatsächlich im Morgenmantel und Hausschuhen vor ihr. Sein Haar stand in alle Richtungen und sein Gesicht schien verschlafen. Plötzlich hob Draco den Finger und sagte langsam:
„Ach… Die Kleine mit den schwarzen Haaren?"
„Bravo, hast du es endlich kapiert?"
„Nein, ich weiß nicht, was ich mit ihr zu tun habe."
Jetzt explodierte Hermine. Sie holte mit ihrer rechten Hand aus und verpasste Malfoy eine Ohrfeige.
„Aua, spinnst du?"
Hermine hatte es geschafft. Er kochte auch. Beide schrieen sich an.
„Du hast Casey die Stimme genommen!"
„Hab ich nicht!"
„Lügner?"
„Ich lüge nicht!"
„Und schon wieder!"
„Verdammt, was willst du?"
„Die Wahrheit!"
„Die habe ich dir doch schon gesagt!"
„Malfoy…!"
„Granger?"
„Sag es mir oder ich jage dir den nächst besten Fluch auf den Hals, der mir gerade einfällt."
Draco wusste nicht, was er sagen sollte. Das was er sagen konnte, hatte er schon gesagt. Was hatte er mit dieser Casey zu tun? Er hatte ihr nichts getan. Egal was er sagen oder tun würde, Hermine würde ihm nicht glauben und noch eine Ohrfeige oder etwas anderes konnte er nicht gebrauchen, denn bei Hermine wusste man, wie gesagt, nie, was sie ausbrütete. Sie stand da, Feuerrot im Gesicht und wartete und auf eine Erklärung. Immer noch dachte Malfoy nach.
„Das muss ja ganz schön heftig gewesen sein, wenn du so lange für eine Erklärung nötig hast!"
Hermine holte ihn aus seinen Gedanken und Malfoy sagte unüberlegt:
„Hör mal Schlammblut, ich muss vor dir keine Rechenschaft ablegen! Entweder du glaubst mir oder nicht."
Seine Stimme löste bei Hermine eine Gänsehaut aus. Noch nie hatte sie seine Stimme so kalt und düster klingen hören wie gerade. Trotzdem ließ sie sich nicht verwirren und rief:
„Stupor!"
Hermine stand mit gezücktem Zauberstab vor Draco, der gerade steif nach hinten viel. Er hatte sie unterschätzt. Sie kniete sich neben ihm und hielt den Zauberstab an seinem Hals.
„Entweder du sagst mir jetzt was passiert ist, oder ich lasse dich hier liegen!"
Draco verdrehte die Augen.
Kapiert dieses Schlammblut gar nichts oder tut die nur so?
„Ich kann dir nicht mehr sagen, wie gerade eben auch!"
„Dann bleibst du hier liegen."
„Das kannst du nicht machen!"
„Und ob ich kann. Wirst schon sehen!"
„Wegen dieser kleinen Göre…"
Hermine drückte ihm den Zauberstab in den Hals und ihre Augen blitzten auf.
Draco schloss seine. Er konnte sie nicht weiter ansehen. Sie widerte ihn an. Wenn er sich nur bewegen könnte, würde er nach seinen Zauberstab greifen und sie verfluchen.
„Malfoy…?", sagte Hermine grinsend. Sie genoss es, ihn so vor ihr liegen zu sehen.
Draco hörte sie, sagte jedoch nichts.
„Malfoy!", fauchte Hermine und stieß ihm dabei so hart den Zauberstab in den Hals, dass Draco vor Schmerz aufstöhnte.
„H – Hermine glaub mir, ich habe Casey nichts getan!"
Seine Stimme klang verzweifelnd und bittend. Auch das hatte sie noch nie bei ihm erlebt und dann sprach er sie auch noch mit Vornamen an.
Er öffnete seine Augen und blickte in die Kastanienbraunen.
Hermine ließ ihn los und stand auf.
Schnell murmelte sie den Gegenfluch und verschwand, ohne auch noch irgendwas zu sagen. Draco stand auf und blickte in die Richtung, in der Hermine gerade verschwunden war. Sofort schnellte seine Hand zum Hals.
Sie ist brillant,… aber gruselig!
Natürlich würde das Draco nie zu geben.
***
Harry und Ron saßen mit Casey vor dem Kamin, als Hermine den Gemeinschaftsraum wieder betrat. Alle drei schauten neugierig zu ihr hin. Hermine stellte sich vor Casey und zückte den Zauberstab. Das kleine Mädchen zuckte erschreckt zusammen und sah Hermine ängstlich an.
„Casey, sag was!"
Das kleine Mädchen schüttelte den Kopf. Sie öffnete den Mund und schloss ihn wieder.
„Aber Hermine, hast du nicht gesagt, dass sie verzaubert wäre?", fragte Ron.
„Haltet euch daraus! Casey!", sagte Hermine mit einem zornigen Unterton.
Hoffentlich hat er nicht Recht. Hoffentlich hat er nicht Recht! …
„Rictusempra!", rief Hermine.
Casey fing augenblicklich lauthals an zu lachen.
Hermine sank Kopfschüttelnd auf die Knie. Draco hatte Recht und sie hatte ihn so behandelt. Okay, er war auch nicht immer ohne, aber so was hätte er auch bei ihr nicht gemacht.
„Finite Incantatem!", sagte Hermine und Casey hörte auf zu lachen.
Schlagartig fuhr Caseys Hand zu ihrem Mund und erschrocken blickte sie in die Runde.
„Wie kannst du nur? Ich habe dir vertraut!", sagte Hermine mit zittriger Stimme.
„Und nicht nur du Herm, auch wir.", sagte Harry.
„Man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ihr habt ja gerade gesehen, wie man sich irren kann."
„Was sollte das?", fragte Hermine.
„Ich wollte meine Vertrauensschülerin testen. Ich wollte wissen, ob ihr drei wirklich so gut seid, wie man es sagt!"
„Was soll das heißen?", fragte Harry.
„Aber, aber Harry. Du müsstest es doch am besten wissen, oder?"
Mit diesem Satz stand Casey auf und ging, blieb jedoch am Treppenabsatz noch einmal stehen und sagte: „Nichts, aber gar nichts ist, wie es scheint!"
„Wie bitte?", meldete sich jetzt auch Ron.
„Nehmt Hermine zum Beispiel. Gute Nacht!"
Damit drehte sich die kleine um und ging in den Schlafsaal.
Hermine viel mit zittrigen Beinen auf den Sessel.
„Hermine?"
„Ich weiß nicht, was sie meint."
„Nichts ist, wie es scheint.", wiederholte Harry.
„Du musst es am Besten wissen.", meinte Ron.„Verdammt. Ja, ich weiß es, aber trotzdem verstehe ich nicht, was sie meint. Wie kommt sie darauf?"
Hermine und Ron schüttelten ahnungslos mit dem Kopf.
Sie standen vor einem Rätsel, dass sie nicht so schnell knacken würden.
