Wieder Hogsmeade

***

„Wo gehen wir hin?", fragte Draco.

„Willst du direkt in die Drei Besen oder erst später?", fragte Hermine und sah ihn abwartend an.

„Kommt ganz darauf an, was du sonst vorhast.", antwortete er mit einem Lächeln.

„Wieso ich? Was möchtest du denn machen?"

„Hmm…Ich bin mir nicht sicher."

„Wie wäre es mit dem Honigtopf oder Zonkos Scherzartikelladen?"

„Nicht schlecht."

„Dann los!", sagte sie.

Hermine und Draco machten sich erst auf den Weg zum Honigtopf. Dort kauften sie sich ein paar Lakritzzauberstäbe und gingen weiter Richtung Scherzartikelladen.

Im Geschäft sahen sie sich ausgiebig um.

„Draco, wie sehe ich aus?"

„Was soll das denn jetzt?"

„Beantworte einfach meine Frage."

Er drehte sich um und schrie auf. Vor ihm stand eine alte, kleine Hexe. Ihr Gesicht war grün mit einer riesigen Nase, auf der es von Warzen nur so wimmelte. Wie schon gesagt war sie sehr klein, ungefähr ein Meter fünfzig und hatte einen für ihre Größe großen Buckel. Die Haare waren weiß und zu einem Dutt zusammen geknotet. Die Klamotten waren abgetragen und altmodisch. Irgendwie sah sie aus, wie sich ein Muggel eine Hexe vorstellte. Hässlich.

„Gefalle ich dir?", fragte Hermine.

„Erwartest du eine ehrliche Antwort?", konterte Draco.

„Ja."

„Dann nein. Du siehst…unheimlich und unheimlich alt aus."

Bei dieser Satzzusammenstellung musste Hermine anfangen zu lachen. Unheimlich und unheimlich alt. Das konnte nur Draco einfallen.

„Hör auf zu lachen, weißt du wie schlimm das aussieht?!", sagte er empört.

„Nein."

Draco musste bei diesem Anblick auch anfangen los zu prusten. Blöd nur, dass in diesem Moment Harry, Ginny und Ron den Laden betraten.

„Was denn, Malfoy, triffst du dich mit alten Frauen?!", spottete Ron.

Schlagartig hörten die beiden auf zu lachen. Harry, Ron und Ginny erkannten nicht, dass diese alte Frau Hermine war. Wie auch?

„Das geht euch gar nichts an!", schlug Malfoy zurück.

„Hat bei Pansy nicht geklappt, nicht?", sagte Ginny.

„Was wollt ihr damit sagen?" fragte Draco.

„Die hat dich doch eiskalt verlassen.", klärte Ginny ihn auf.

„Was? Die hat mich nicht verlassen!"

„Komm schon, die ganze Schule redet davon. Draco Malfoy der Slytherinprinz verlassen von Pansy Parkinson."

„Glaubt doch, was ihr wollt. Auf jeden Fall hat Pansy mich nicht verlassen.", zischte er.

„Malfoy…du kannst echt nicht einstecken, nicht?"

Hermine konnte einfach nicht glauben wie fies ihre Freunde waren. Ja klar, sie hatte damals Malfoy mit beleidigt, aber nie in so einem Verhältnis. Auf so eine Idee wäre sie nie gekommen.

„Und Hermine hat dich auch durchschaut!"

„Wie kommt ihr denn darauf?", fragte Draco, verwirrt, was die Drei meinten.

„Wir haben dich auch durchschaut. Zu erst die zwei male in der Bibliothek und dann das in McGonagalls Unterricht.", erklärte Harry.

Hermine hatte es satt. Aber was sollte sie tun, sie konnte nicht sprechen, weil sie sofort auffliegen würde. Schnell verstellte sie ihre Stimme und sagte:

„Draco, davon hast du mir noch gar nichts erzählt. Und was euch angeht, woher wollt ihr wissen, was in dem Mädchen vor sich geht?", den letzten Satz sagte sie in einem ganz wütenden Tonfall.

„Hermine ist unsere beste Freundin, seit fünf Jahren und…", fing Harry an und wurde jäh unterbrochen.

„Und da meint ihr alles über sie wissen zu müssen?", fragte Hermine.

„Ja, Nein, Ja…"

„Was denn jetzt?"

„Ja eigentlich schon.", sagte Ginny und nickte heftig.

„Tja, vielleicht wisst ihr doch noch nicht viel über sie."

„Woher wollen Sie das denn wissen?", sagte Ron und verschränkte die Arme.

„Draco hat mir von diesem Mädchen erzählt."

„Also hast du es doch versucht, Malfoy!"

„Was? Nein!", entrüstete sich dieser.

„Das habe ich nie gesagt. Draco hat mir erzählt, dass sie eine recht gute Hexe ist und ihm Nachhilfe gibt."

„Was? Sie gibt ihm Nachhilfe?"

Hermine biss sich auf die Lippe. In ihrer übermut hatte sie sich und Draco verraten. Sie suchte seinen Blick, der verständnisvoll war.

„Wegen diesem Frettchen hat sie gerade Nachsitzen!", sagte Ron.

„Wegen ihm hat sie kein Nachsitzen.", sagte Hermine wieder mit ihrer normalen Stimme.

Harry, Ginny und Ron sahen sich um. Wo kam die Stimme von Hermine plötzlich her?

Die alte Hexe packte in ihr Gesicht und zog eine Maske ab. In Sekunden schnelle war sie wieder Hermine.

„Hermine!", sagten alle Drei fassungslos.

„Ja. Ich kann es nicht glauben!", sagte diese und stemmte ihre Hände in die Hüften.

„Was? Das du eine alte Omi warst?", fragte Ron.

„Nein. Wie blöd ihr seid!"

„Was soll das denn heißen?"

„Ihr habt euch oft über gewisse Personen geärgert, aber im Grunde seid ihr nicht anders.". erklärte sie.

„Du willst doch nicht etwa sagen, dass…"

„Oh doch. Ihr seid genauso. Ich muss hier weg."

Hermine warf die Maske auf das nächste Regal und stürzte aus dem Laden. Wieso waren ihre Freunde nur so gemein? Ihr tat es weh.

Im Laden stand Draco immer noch den anderen gegenüber.

„Du hast es gewusst nicht? Die ganze Zeit!", sagte Ginny.

„Natürlich."

„Du bist so ein Blödmann, Malfoy."

„Ich habe doch nichts gemacht, hättet ihr mich in Ruhe gelassen, wäre das alles nicht passiert. Ich muss hier auch raus!"

„Ja, hau nur ab!", schrie Harry hinter her.

Draco rannte genauso wie Hermine vor ihm aus dem Laden. Warum hatte er sich nur darauf eingelassen mit Hermine nach Hogsmeade zu gehen? Er hatte doch gleich gewusst, dass so etwas wieder passieren würde. Aber er war Hermine dankbar dafür, dass sie ihm so geholfen hatte. Draco blieb im laufen stehen. Hermine! Wo war sie? Sein erster Gedanke war die Drei Besen. Er sprintete los und hielt erst vor dem Pub. Durch das Fenster erkannte er, dass Hermine nicht da war. Wo konnte sie sonst noch sein? Er lief durch halb Hogsmeade, konnte sie aber nicht finden. Irgendwann kam er zum Schluss, dass Hermine wohl wieder nach Hogwarts gelaufen war. Langsam machte er sich auch auf dem Weg zurück zu seiner Schule. Die Sonne ging schon unter, als er Hogwarts erreichte. Ginny kam mit einem glühend roten Kopf auf ihn zu gelaufen. Draco verdrehte die Augen.

Nicht die schon wieder.

„Was willst du!", schrie er ihr entgegen.

Komplett außer Atem sagte sie:

„Hermine…Hermine ist nicht da!"

„Was soll das heißen Hermine ist nicht da?"

„Bist du so blöd oder tust du nur so?"

„Ist das ein Trick, dass ich noch mal zurück rennen soll und sie suchen soll?"

„Nein wirklich nicht. Hör zu, vergess bitte einen Moment, was heute Nachmittag vorgefallen ist. Hermine ist meine beste Freundin und ich habe im Moment echt Angst, dass ihr etwas zu gestoßen ist."

„Was ist mit Potter und Weasley, können die nicht suchen?"

„Die suchen schon alle Geheimgänge und sonst was ab, was sie hier in Hogwarts kennen.

Draco ich weiß, dass es schon spät ist, aber bitte, ich habe echt Panik."

„Und das ist wirklich kein Trick?"

„Nein wirklich nicht!"

„Gut. Geh zu Harry und Ron. Ich laufe noch mal runter. Oder nein. Geh in den Turm, von da aus könnt ihr doch zum Dorf schauen. Haltet nach roten Funken Ausschau. Wenn rote Funken aufsteigen brauche ich Hilfe, wenn es grüne sind, ist alles in Ordnung, ok?"

„Ok. Danke!"

Draco nickte und rannte los. Seine Beine trugen ihn schneller als je zuvor. War Hermine wirklich etwas zu gestoßen oder wollte sie ihm und den anderen einen Schrecken einjagen? Aber das sah ihr nicht ähnlich. Verdammt.

Er lief auf dem Weg ins Dorf an vielen Schülern vorbei.

„Hey Draco, die Sonne geht unter. Wir müssen ins Schloss!"

„Hast du Hermine gesehen?"

Jeder schüttelte den Kopf. Draco stampfte mit dem Fuß auf und rannte weiter. Er lief an den Drei Besen vorbei und kam in eine abgelegene Gegend. Er trug mittlerweile eine Kapuze, weil es angefangen hatte zu regnen. Hier befand sich der Eberkopf. Auch ein Pub, der von den Schülern allerdings nicht so gemocht wurde. Ob sich Hermine hier verstecken würde? Draco hatte Panik nach zuschauen, wenn er sie hier nicht finden würde, wo war sie dann? Er war die Hauptstraße entlang gelaufen. Hermine hätte ihm entgegen kommen müssen, wenn sie zurückgegangen wäre. Die Fenster waren so staubig, dass man nichts mehr dadurch sehen konnte. Er ging zur Tür und öffnete sie. In einer dunklen Ecke saß tatsächlich Hermine. Ihm viel ein Stein vom Herzen. Auch wenn Hermine und er schon mal oder häufiger Differenzen hatten, hatte er sie als Freundin gewonnen und wollte sie so schnell auch nicht als Freundin verlieren.

Er stürmte auf Hermine zu und packte sie an der Schulter. Das Mädchen zuckte stark zusammen und zitterte.

„Hermine?" Draco ging um sie rum. Hermine war blass und hatte geweint.

„Hermine, was ist passiert?"

„Draco, schnell lauf. Lauf zu Harry und sag…"

„Wo soll er hin laufen?", sagte eine Stimme, die Draco nicht bekannt war.

Er schaute von Hermine weg auf einen Schrank von Mann. Draco hielt den Atem an. Es war der Typ, der Hermine schon mal so blöd angemacht hatte.

„Habe ich Ihnen nicht gesagt, Sie sollen dieses Mädchen in Ruhe lassen?", sagte Draco.

„Du glaubst doch nicht, dass ich auf das höre, was ein Minderjähriger mir sagt, oder?"

„Hören Sie, lassen Sie das Mädchen gehen. Sie hat es wirklich nicht verdient so behandelt zu werden. Sehen Sie sie doch nur mal an!"

„Hab ich doch. Was soll ich denn da sehen?"

„Eigentlich ist sie ein ganz hübsches Mädchen. Sehen Sie mal wie verschreckt sie aussieht!", sagte Draco wütend und machte eine Geste zu Hermines Gesicht.

„Und du glaubst, dass das meine Schuld ist?"

„Natürlich. Gerade eben war noch alles in Ordnung!"

„Das glaubst du. Sie kam mir heulend entgegen gelaufen und da habe ich gedacht, ich sollte ihr mal Helfen."

„Sie haben sie aber nicht mehr gehen lassen, nicht? Wir machen uns alle wahnsinnige Sorgen um dieses Mädchen. Ihre beste Freundin stand fast weinend vor mir, weil sie sie nicht finden konnte."

Hermine traten Tränen in die Augen. Sie war hin und her gerissen von Ginny, Harry, Ron und Draco. Das sie sich alle solche Sorgen um sie machten, obwohl sie heute Nachmittag einen Streit hatten. Die anderen drei hatten sich mit Draco verbündet um sie zu finden. Und jetzt stand Draco hier vor dem Typ und hielt ihm eine Predigt.

„Ich bitte Sie, lassen Sie das Mädchen gehen.", sagte Draco.

„Und was bekomme ich dafür?"

„Ein gutes Gewissen. Ich weiß, dass sich das nach nicht so viel anhört, aber es ist wirklich Gold wert und dieses Mädchen ist es auch für ihre Freunde."

„Na gut. Hau ab, Kleine, bevor ich es mir anders überlege.", sagte der Mann und wedelte mit der Hand zur Tür.

Hermine stand auf, rannte und rannte. Sie wollte nur noch fort von diesem Ort. So eine Panik hatte sie noch nie gehabt. Ihr war kalt und das Herz schlug ihr bis zum Hals. Am Ende des Dorfes blieb sie stehen. Jetzt erst sah sie sich nach Draco um. Dieser kam gerade um die Ecke gelaufen und machte neben Hermine, keuchend nach Luft, halt.

„So habe ich dich noch nie rennen sehen…Pericullum!", schrie er und hielt seinen Zauberstab in den Himmel.

Aus Dracos Zauberstab sprühten grüne Funken.

***

Ginny stand, wie vereinbart, am Fenster und atmete auf, als sie die grünen Funken sah. Schnell sagte sie Ron und Harry bescheid, denen auch ein Stein vom Herz viel.

***

„Wofür waren denn jetzt die Funken?", fragte Hermine.

„Ich habe Ginny versprochen grüne Funken los zu schicken, wenn mit dir alles in Ordnung ist."

„Und wenn ich nicht in Ordnung gewesen wäre?"

„Hätten sie nie etwas davon erfahren.", sagte Draco und auf seinem Gesicht machte sich ein breites Lächeln breit. Dann lachte er auf und schüttelte den Kopf. „Nein, quatsch. Es wären dann rote Funken gewesen!"

„Ach so."

„Können wir weiter?"

„Ja klar."

Die beiden machten sich auf den Weg zum Schloss.

„Sag mal, Hermine, wie bist du ihm eigentlich in die Arme gelaufen?"

„Ich bin ihm nicht in die Arme gelaufen, nur entgegen. Ich wusste nicht wohin und da wollte ich auf dich warten und dann kam er…Er sagte, er wolle mich auf ein Glas Butterbier einladen, damit es mir wieder besser geht…"

„Und du bist mitgegangen?", fragte Draco perplex.

„Nein, natürlich nicht. Ich sagte, dass ich auf jemandem warten müsste, doch er wollte nicht zu hören und hat mich am Arm gepackt und mich mitgeschliffen. Ich wollte mich wehren, aber ich kam nicht an meinem Zauberstab…Oh Gott, der Zauberstab! Ich habe meinen Zauberstab da vergessen!", sagte Hermine panisch und suchte ihre Taschen ab, in der Hoffnung ihn doch noch zu finden.

„Beruhig dich wieder. Bevor ich dir hinter her bin, habe ich ihm nach irgendetwas gefragt, was du vielleicht vergessen hättest und er gab mir den!"

Draco hielt Hermine ihren Zauberstab entgegen. Sie packte nach ihm und steckte ihn ein. Ihr Blick blieb gesenkt.

„Hey, Herm, alles in Ordnung?"

„Nein…"

„Was ist denn?"

„Es ist…Ich habe dich gerade eben dort stehen lassen und dann riskierst du es und legst dich mit diesem Mann an, für mich. Sogar Harry, Ron und Ginny, die eigentlich sauer auf mich sein sollen, machen sich Sorgen um mich. Bis vor ein paar Monaten hast du mich gehasst und jetzt stehst du hier und hast schon das zweite Mal dein Leben für mich riskiert…"

„Es war nicht schlimm, ich wäre auch durch gegangen und Harry, Ron und Ginny lieben dich. Auch wenn ihr mal Streit habt, wird doch eh wieder alles gut. Eure Freundschaft ist was Besonderes. Ihr geht durch dick und dünn, durch schwere und gute Zeiten. Und ich habe mich verändert, genauso wie du…Du hast mich bis vor ein paar Monaten auch noch gehasst und jetzt Hilfst du mir eine Prüfung zu bestehen.", erklärte er und legte ihr einen Arm um die Schulter.

„Ja. Du hast Recht. Draco?"

„Ja."

Hermine blieb stehen und warf ihre Arme um ihn. Sie standen vor der großen Eichentür zu Hogwarts.

„Danke, Draco, noch einmal. Wenn du nicht gewesen wärst, säße ich immer noch da unten."

„Miss Granger, Mr. Malfoy, können sie mir sagen, wo Sie zu so einer späten Stunde noch herkommen?"

Hermine sah auf ihre Uhr. Sie hatten wirklich schon einundzwanzig Uhr.

Sie sahen sich an und sagten:

„Nein, Professor McGonagall."

Egal was sie gesagt hätten, McGonagall hätte ihnen eh nicht geglaubt.

„Jeder sucht von Ihnen schnurstracks seine Schlafsäle auf. Sie haben einen Monat Ausgehverbot.

„Was?"

„Ja genau und desto länger Sie hier stehen, desto länger bekommen Sie Ausgehverbot."

Draco und Hermine machten, dass sie rein kamen. Bevor Draco allerdings die Treppen zu den Kerkern aufsuchen konnte, hielt Hermine ihm am Arm zu rück.

„Danke noch mal und gute Nacht."

Sie beugte sich auf Zehenspitzen vor und küsste ihn auf die Wange. Dann machte sie, dass sie so schnell wie möglich verschwand. Draco sah ihr nach und ging dann ebenfalls.

McGonagall, die alles gesehen hatte, stand wie vom Donner gerührt da. Alles war schief gegangen.

***

Die Bürotür schlug auf und eine aufgebrachte Hexe stürmte hinein.

„Es ist zu spät!" McGonagall blieb kurz vor dem Tisch von Dumbledore, der verwirrt aufsah, stehen.

„Was ist zu spät, Minerva?"

„Wir haben versagt."

„Ich kann dir nicht ganz folgen.", sagte Dumbledore verwirrt.

„Miss Granger und Mr. Malfoy.", kam es knapp als Antwort.

„Du meinst sie sind…"

„Ich weiß es nicht, aber ich meine ja und wenn es nicht so ist, wird es bald so sein."

„Das dürfen wir nicht zu lassen."

Dumbledore stand auf und drehte sich zu einem Portrait.

„Schicken Sie Severus bitte sofort zu mir."

„Jawohl!", kam es als Antwort, aus dem Rahmen, und der Mann dort drin verschwand.

Es dauerte keine zehn Minuten, da stand Snape im Büro.

„Sie wollten mich sprechen?!"

„Ja genau. Ich weiß zwar nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, aber ein Junge aus Ihrem Haus baut gerade eine Beziehung zu einem Mädchen auf." , erklärte der Bärtige und blitze seinen Kollegen und langjährigen Freund an.

„Und was ist daran so außergewöhnlich?" Snape stand vollkommen ungerührt im Raum. Das Dumbledore ihn für so etwas dringend reden musste, konnte er irgendwie nicht verstehen.

„Das Mädchen von dem ich rede, ist Ihnen sehr gut bekannt. Es ist Miss Granger! Und der Junge ist Mr. Malfoy!"

So etwas hatte Snape nicht erwartet. Er stand genau, wie McGonagall vor ihm, wie vom Donner getroffen da.

Mr. Malfoy und Miss Granger? Das dürfte nicht sein. Er schüttelte den Kopf und glaubte, sich verhört zu haben.

„Miss…Miss Granger und Mr. Malfoy?"

„Ja, leider. Die beiden hängen oft zusammen und ich habe sie gesehen, als Miss Granger ihn küsste.", sagte McGonagall und ließ ihren Kopf hängen.

„Wie bitte?" Dumbledore und Snape rissen die Augen auf.

„Davon haben Sie uns noch gar nichts gesagt. Dann ist es schon weiter fortgeschritten, als ich befürchtet habe."

„Wir müssen etwas dagegen tun!", sagte Snape.

„Minerva, Miss Granger darf Draco keine Nachhilfe mehr erteilen.", sagte Dumbledore ernst.

„Aber das geht doch nicht. Mr. Malfoy hat sich seitdem sehr verbessert."

„Das spielt jetzt keine Rolle. Wer ist, außer einer Gryffindore, noch gut?", fragte der Schulleiter und blickte seine Kollegen an.

„Miss Parkinson.", sagte Snape.

„Miss Bones.", schlug McGonagall vor.

„Wir nehmen Miss Parkinson. Sie ist in seinem Haus.", schlussfolgerte Dumbledore.

„Unterrichten Sie bitte die beiden Mädchen und den Jungen davon."

„Natürlich."

Snape und McGonagall verließen den Raum.

***

Hermine betrat den Gemeinschaftsraum und Ginny fiel ihr sofort um den Hals.

„Mein Gott, ich habe mir solche Sorgen gemacht."

„Es ist nichts passiert." Hermine lächelte und ging zum Sofa, auf dem Harry und Ron saßen.

„Doch, irgendetwas ist passiert.", sagte Harry.

„Mir ist aber nichts zugestoßen."

„Dürfen wir denn fragen, was passiert ist?", fragte Ron.

„Ja."

Ginny setzte sich neben Harry und Hermine ließ sich auf dem Sessel gegenüber nieder. Sie erzählte mit fiebrigen Wangen von dem Mann und von Draco, wie er sie gerettet hatte. Als sie endete, waren alle drei Münder ihr gegenüber offen.

„Wenn Draco nicht gewesen wäre, wäre ich jetzt vielleicht nicht hier.", sagte sie.

„Er hat dir also wirklich das Leben gerettet.", sagte Ginny.

„So kann man es sagen. Ich weiß zwar nicht, was der Mann wirklich mit mir vorhatte, aber ja, so kann man es sagen."

„Echt klasse Typ."

„Wer?"

„Na Draco!"

„Ach so.", sagte Hermine mit einem lächeln.

„Das meinst du doch jetzt nicht ernst, oder, Ginny?", fragte Harry.

„Doch! Auch wenn ihr ihn nicht mögt, müsst ihr zugeben, dass er echt etwas klasses gemacht hat. Er hat unsere beste Freundin gerettet!"

„Trotz allem finde ich ihn nicht klasse.", sagte Ron. „Ich meine, er ist ein Malfoy."

Hermine funkelte Ron böse an. Wie konnte ein Mensch nur so naiv sein?

„Na und, deswegen muss er doch noch lange nicht so sein wie sein Vater.", sagte Hermine.

„Oh doch. Er hat doch immer damit geprahlt, dass er bald Todesser wird."

„Man kann sich auch ändern.", half Ginny ihrer Freundin.

„Aber Malfoy kann so etwas nicht."

„Ron!", sagte Hermine und stand auf. „Ron du bist unmöglich."

Sie drehte allen den Rücken zu und ging ins Bett.

„Was habe ich denn jetzt falsches gesagt?", fragte er.

„Sag mal bist du so doof oder tust du nur so?", fragte seine Schwester.

„Hermine ist echt froh, dass sie dort rausgeholt wurden ist und wenn es Draco war. Sie wird ihm dafür immer dankbar sein."

„Doch nicht immer. In einer Woche, aller höchstens einen Monat, ist das schon vergessen.", sagte Ron besserwisserisch.

„Nein. So etwas prägt sich dir ein."

„Woher willst du das eigentlich wissen?"

„Das glaube ich ja jetzt nicht. Muss ich dich an die Kammer des Schreckens erinnern? Ich bin Harry immer noch vom ganzen Herzen dankbar. Wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich jetzt tot."

Harry sah Ginny an und fragte:

„Stimmt das?"

„Natürlich stimmt das."

„Aber das ist schon so lange her und es war selbstverständlich."

„Egal wie lange es her ist, so etwas vergisst man nicht und es war nicht selbstverständlich. Schau mal wie viele Leute es gibt, denen es gar nicht interessiert was mit anderen passiert, nimm Lockhard zum Beispiel."

„Der Typ? Mit dem kannst du gar keinen vergleichen!"

„Aber es ist so."

„Okay, aber Harry hat sein Leben für dich riskiert. Draco hat das aber nicht gemacht.", sagte Ron.

„Du willst es nicht verstehen, oder? Er hat Hermine da raus geholt und deswegen ist sie ihm schon so dankbar und außerdem kannst du nicht wissen, was der Mann noch alles hätte tun können. Wir kennen ihn nicht, aber Hermine hatte echt Panik und das hat schon etwas zu heißen."

Ron öffnete den Mund, für ein weiteres Argument, doch Ginny sah ihn scharf an und er schloss ihn wieder.