Nicht mehr Hermine
***
Am anderen Morgen saß Hermine mit Ginny am Frühstückstisch. Obwohl Donnerstag war hatten sie frei. Als Harry und Ron kamen stand Hermine auf.
„Hör mal Hermine, dass was wir gestern gesagt haben tut uns leid. Ich weiß, wir sollten Malfoy dankbar sein und das sind wir eigentlich auch…Es ist nur komisch euch beide zu sehen, damals wart ihr wie Katz und Maus. Außerdem ist er hier auf Hogwarts mein größter Feind und du bist meine beste Freundin…", sagte Harry.
„Ich will genau dasselbe sagen. Es tut mir leid.", schloss sich Ron an.
„Es ist schon in Ordnung, aber tut mir einen Gefallen und tut so etwas nie wieder."
„Was?"
„So stur sein und Draco so anmachen. Wenn er euch verletzt, wörtlich oder körperlich ist egal, dann schlagt zurück, aber bitte haltet so Waffenstillstand. Es ist schwer für mich, wenn jeder den anderen mies macht. Ich fühle mich dann sehr hin und her gerissen. Gebt Draco eine Chance, wie ich es getan habe und ihr werdet sehen, dass er nicht mehr so ist wie früher."
„Alles klar."
Die Drei sahen sich an. Hermine fing an zu lachen und viel Harry und Ron um den Hals.
„Okay, wer hat Hunger?", fragte Ron.
Sie setzten sich an den Tisch und begannen zu essen. Eine ausgelassene Stimmung regierte. Überall wurde gelacht und laut geredet.
Dumbledore, der Hermines Ausgelassenheit gesehen hatte, fragte McGonagall:
„Haben Sie Hermine davon schon Unterrichtet?"
„Nein Professor. Ich werde es aber sofort machen."
„Und Sie Severus?"
„Nein, ich auch nicht. Natürlich werde ich es sofort nachholen."
Beide Lehrer standen auf und gingen zu den jeweiligen Schülern.
„Miss Granger?"
Sofort herrschte stille am Tisch der Gryffindors. Alle Augen waren auf Hermine und McGonagall geheftet. Das Mädchen stand auf.
„Ja Professor?"
„Ich muss Ihnen mitteilen, dass die Nachhilfestunden von Mr. Malfoy, nun eine Andere übernehmen wird.", sagte McGonagall so leise, das es niemand außer Hermine und ihren Freunden mitbekam.
Darauf war Hermine nicht vorbereitet. Sie stand unter einem kleinen Schock. Sie hatte sich schon überlegt, was sie heute mit Draco machen würde und dann so etwas.
„Aber Professor, haben Sie nicht gesagt, dass keine andere in Frage käme?"
„Schon, aber wir haben eine gefunden, die genauso gut ist."
„Moment mal. Genauso gut wie Hermine? So eine haben wir hier nicht!", sagte Harry.
„Nun zumindest ist sie auch gut."
„Weiß Draco schon davon?", fragte Hermine verzweifelt.
„Er erfährt es gerade von Professor Snape."
„Aber warum tauschen Sie mich aus? Ist es nicht besser, Draco wird von dem besten Unterrichtet?"
„Eigentlich ja, aber wir haben Gründe, die uns zu diesem Entschluss zwingen."
„Wer ist wir?"
„Professor Dumbledore, Professor Snape und ich."
„Und was sind das für Gründe?"
„Du liebes bisschen, Miss Granger, Sie stellen Fragen."
„Das beantwortet meine Frage aber nicht."
„Ich kann Ihnen dazu keine Aussage geben."
„Aber finden Sie nicht, dass ich wenigstens ein Recht darauf habe, zu wissen warum?"
„Nein. Guten Tag."
McGonagall drehte sich um und wollte gerade gehen, als Hermine noch fragte:
„Professor, wer ist es denn, der mich ersetzt." Hermine musste aufpassen, dass ja kein anderer Schüler davon erfuhr.
„Miss Pancy Parkinson."
Mit diesen Worten ging McGonagall. Hermines Mund stand offen. Sie wurde gegen Pancy ausgetauscht? Sie war nicht nur ein bisschen besser, als Pancy, sondern hundertmal. Hermine blickte rüber zum Slytherintisch. Draco stand genauso wie sie dort und sah Professor Snape nach. Er drehte sich zu Hermine und sah sie fragend an. Diese hob die Schultern und setzte sich wieder an den Tisch. Die anderen hatten alles mitbekommen und sahen Hermine an.
„Was denken die sich eigentlich?", fragte Ginny.
„Du bist tausendmal besser als diese Parkinson!", sagte Ron.
„Wenn du willst spreche ich mal mit Dumbledore.", sagte Harry.
„Danke Harry, aber lass mal."
„Ich könnte aber versuchen herauszufinden, warum."
„Das ist meine Sache. Ich bin euch echt dankbar, aber lasst mal gut sein."
Hermines gute Laune war verflogen, genauso das der anderen. Stille herrschte in der Großen Halle. Nur das Geklimper von den Messern und Löffeln war zu hören.
Draco wartete vor der Halle auf Hermine. Als sie raus kam, packte er sie am Arm und zog sie zu sich. Harry, Ron und Ginny blieben auch stehen.
„Hast du was gesagt?", fragte Draco.
„Ich? Was soll ich denn gesagt haben?"
„Woher wissen die denn dann…"
„Was sollen die wissen, Draco. Du sprichst echt in rätseln."
„Na, dass was du getan hast, als wir gestern zurückkamen."
„Die wissen davon?", fragte Hermine perplex und schaute sich um.
„McGonagall hat dir also nichts gesagt?!"
„Nicht in diesem Zusammenhang. Und das ist der einzige Grund?"
„Nein. Es gibt noch weitere, aber Snape wollte mir nicht weiter Auskünfte geben.", erklärte der Blonde niedergeschlagen.
„Bist du sicher, dass du nichts gesagt hast?"
„Nein, ich habe nichts gesagt."
„Redest du im Schlaf?"
„Was? Nein!", wehrte er wütend ab.
„Aber irgendwie müssen sie es erfahren haben."
„Aber wie?"
Harry, Ron und Ginny sahen sich an. Wovon sprachen die Beiden? Was hatte Hermine getan? Was wussten die Lehrer?
Pancy kam auf Hermine und Draco zu.
„Sorry, Schlammblut, aber Draco gehört jetzt mir."
„Was?", sagten Hermine und Draco wie aus einem Munde. Pancy ging nicht drauf ein und sagte:
„Komm Draco, wir haben noch viel zu tun."
Draco verabschiedete sich von Hermine und wurde von Pancy mitgezogen.
Hermine sah ihm nach, als plötzlich eine Stimme sagte:
„Es tut weh, nicht?"
Sie suchte und schaute nach unten. Casey stand wieder da. Wie schaffte sie es immer aufzutauchen, wenn es um Draco ging, oder zumindest fast immer?
„Was tut weh?"
„Ihn mit einer anderen zu sehen."
„Was? Er ist ein Freund nichts weiter. Es tut mir ja auch nicht weh, wenn ich Harry mit Ginny sehe."
„Bist du sicher, dass er nur ein Freund ist?"
„Mach dich nicht lächerlich, Casey, und halt dich aus meinem Leben raus, dass geht dich gar nichts an.", zischte Hermine wütend.
„Aber Harry, Ron und Ginny dürfen es."
„Sicher, sie sind meine besten Freunde, wenn sie nicht wären… dann wüsste ich auch nicht und ich mische mich ja auch immer in ihr Leben ein."
„Aber…"
„Nein Casey, lass mich in Ruhe, ich kann dich nicht mehr hören. Normalerweise bin ich nicht so, aber du hängst an mir wie eine Klette und behauptest immer etwas von mir und Draco, was nicht stimmt. Ich sag dir jetzt mal eins und ich hoffe, dass du es dir merkst.
Draco und ich passen genauso wenig zusammen wie Harry und Voldemort, schwarz und weiß, oder Tag und Nacht. Lasst uns gehen."
Die vier ließen Casey dort stehen und gingen zu Hagrid.
Als Hagrid die Tür öffnete fiel sein Blick sofort auf Hermine.
„Hermine, ich wusste gar nicht, dass du noch lebst."
Er umarmte sie und Hermine hatte das Gefühl, dass ihr alle Knochen brachen.
„Kommt rein."
Die vier nahmen an einem runden Tisch in Hagrids kleiner Hütte platz. Er servierte ihnen Tee und Riesenplätzchen.
„Nun sag mal Hermine, wie ist der Unterricht mit Malfoy so?"
Natürlich wusste Hagrid bescheid. Harry hatte ihm bestimmt alles erzählt.
Harry und Ginny versuchten noch mit Handzeichen, Hagrid zu verstehen zu geben, dass das keine gute Idee ist, doch der Riese hielt sich nicht davon ab. Trotzdem merkte er bald, dass es ein Fehler war. Hermine wandte sich von ihm ab und schaute auf ihre Hände im Schoß.
„Was… was ist denn?"
Hermine antwortete nicht. Hagrid sah zu Harry, der ihm mit einem Blick zu verstehen gab, dass er es Hagrid später erklärt. Der Riese war damit zufrieden und wechselte das Thema.
„Was macht die Schule denn so?"
„Och, ganz normal.", sagte Ron und biss sich an einem der Kekse fast die Zähne aus.
„Wie habt ihr denn geschlafen? Hermine sieht müde aus."
Jetzt versuchte Ginny ihm zu erklären, dass er so etwas nicht ansprechen sollte, doch Hagrid achtete schon wieder nicht darauf.
Hermine atmete schwer ein. Mit nur diesem einen Satz, kamen all die schlimmen Erinnerungen des letzten Tages und der letzten Nacht wieder hoch. Sie fühlte sich hier fehl am Platz. Hagrid musste ständig aufpassen was er sagte und was er fragen oder sagen dürfte, wusste er auch nicht.
„Hagrid, ich denke ich geh besser."
„Was aber wieso? Hör mal, falls ich gerade was Falsches gesagt habe…"
„Nein hast du nicht. Es hat nichts mit dir zu tun, sondern mit mir. Die anderen können ja noch hier bleiben, aber ich geh mal besser an die frische Luft. Der Tee war lecker, danke."
Hermine stand auf und ging, durch die große hölzerne Tür.
„Hab ich wirklich nichts Falsches gesagt?", fragte Hagrid die anderen.
„Nein eigentlich nicht. Hermine hat nur sehr viel durchgemacht in den letzten Tagen.", erklärte Ginny.
„So was denn?"
„Sie wurde gegen Pancy für die Nachhilfe ausgetauscht und wurde gestern so zu sagen entführt.", erklärte Harry.
„Und noch dazu hatte sie gestern Nacht einen Albtraum. Der war wirklich heftig. Sie ist schreiend und schweißgebadet aufgewacht und gezittert hat sie auch noch.", fügte Ginny hinzu.
„Ach du je. Das arme Mädchen. Deswegen ist sie auch im Moment nicht so gut zu sprechen."
„Ja genau."
„Soll ich mal mit Dumbledore reden?"
„Nein, lass mal. Sie wollte nicht, dass das irgendjemand tut. Ich denke sie muss da alleine durch.", sagte Harry.
„Sagt mal, wenn sie entführt wurde, wer hat sie dann gerettet?"
„Draco Malfoy. Und von dem hat sie auch geträumt.", sagte Ginny.
„Bestimmt wollte er sie küssen und sie ist dann schreiend in Panik abgehauen.", scherzte Ron.
„Nein, dass war nicht so. Sie hat von gestern geträumt. Von Anfang bis Ende, nur das das Ende ziemlich anders ausgegangen ist, als wie in Wirklichkeit. Der Typ hat sie und Draco nicht gehen lassen und schließlich hat er Draco umgebracht."
„Wow."
„Zum Glück sind die Ferien bald da. Da kann sie sich mal richtig ausruhen.", sagte Hagrid. Die anderen drei nickten.
Draußen war es schon kälter. Man merkte, dass es auf den Herbst und schließlich auf den Winter zuging. Hermine hatte ihren Mantel eng zusammen gezogen und ging am schwarzen See und einer großen Eiche vorbei. Sie wusste nicht genau wo sie hin ging, sie vertraute einfach ihren Füßen. Hermine wollte nachdenken. Schon wieder.
Ein starker Windstoß kam und sie musste kurz stehen bleiben. Hermine ging und ging. Schließlich stand sie auf dem Quidditchfeld. Zuerst schlug sie die Richtung zum Gryffindorezuschauerturm ein, dann aber blieb sie stehen. Wie viele Gryffindors hatten hier ihre heimlichen Dates?! Sie wollte wie gesagt alleine sein, also ging sie zum Zuschauerturm der Slytherins. Sie stieg ihn hinauf und setzte sich auf die forderste Bank.
Mit beiden Händen stützte sie sich auf die hinterste und legte sich zurück. Sie schloss ihre Augen und der Wind blies ihr durchs Gesicht. Lange saß sie so. Ihre Sorgen hatte sie vergessen. Sie atmete die frische Luft ein und ließ sich vom Wind durch das Haar fegen.
„Wie lange willst du hier noch so sitzen?"
Hermine verlor das Gleichgewicht und fiel zwischen die beiden Bänke. Eine Hand streckte sich ihr entgegen, die sie sofort ergriff.
„Du musst mir nicht immer zu den Füßen liegen."
„Du hast echt einen klassen Humor, Malfoy."
„Was machst du hier?", fragte er und setzte sich auf die Bank, neben Hermine.
„Nachdenken."
„Das sah aber nicht danach aus."
„Ich weiß. Ich hatte es vor, doch dann…"
„Dann was?"
„Ich weiß nicht. Ich konnte mich zum ersten mal, mal wieder richtig entspannen und habe alles um mich herum vergessen."
„Das habe ich gesehen."
„Wie lange standest du eigentlich hier?"
„Lange noch bevor du kamst."
„Aber hast du keine Nachhilfe?"
„Doch…"
„Und warum bist du dann nicht da? Ich sag dir hättest du das bei mir gemacht, dann…"
„Ich wäre bei dir gar nicht auf die Idee gekommen."
„Und warum bist du dann hier?"
„Pancy kann gar nichts. Ich weiß nicht wie McGonagall und Snape auf die Idee gekommen sind, dass sie dir das Wasser reichen kann."
„Nein. McGonagall wusste, dass sie es nicht kann, meinte aber, dass sie auch nicht schlecht ist."
„Nicht schlecht? Die ist grauenvoll."
„Wieso denn?"
„Die beherrscht keinen Zauber. Okay, ich auch nicht, aber ich gebe ja auch keine Nachhilfe, sondern bekomme welche."
„Du bist nicht grauenvoll in Sachen Zaubern. Wenn du willst, dann kannst du. Kann es sein, dass du einfach nicht willst?"
„Nein, wirklich nicht. Ich will ja, wegen meinen Vater, aber sie kann mir nichts erklären."
„In wie fern?"
„Die sagt mir den Zauber, macht ihn mir vor, wobei bei ihr auch alles schief geht und meint dann ich soll es nachmachen. Ich meine, dann muss ich doch gar nicht da hin gehen, wenn ich eh nichts lerne…"
„Du musst Snape davon unterrichten."
„Der glaubt mir eh nicht."
„Aber einfach dazusitzen und nichts tun bringt auch nichts."
„Ich will meine fabelhafte Lehrerin wieder!"
Hermine sah ihn geschmeichelt an und sagte:
„Wir können darüber aber nicht entscheiden."
„Ich weiß."
„Bitte geh wieder zurück zu Pancy und versuch dein Bestes."
„Ich werde da nicht wieder hin zurückgehen."
„Wieso nicht? Verheimlichst du mir noch etwas?"
„Nein, wie kommst du denn darauf?!"
„Draco?!"
Hermine sah ihn mit einem durchdringenden Blick an. Draco versuchte dessen stand zu halten, versagte aber regelrecht.
„Pancy versucht mich wieder zu bekommen."
„Was?" Hermine konnte sich ein Lachen nur schwer verkneifen.
„Ich sag nur wie es ist. Ich habe ja damals Schluss gemacht"
„Und?"
„Wie und?"
„Na wie sieht es mit dir aus?"
„Mit mir? Hermine! Überhaupt nicht."
„Dann sag es ihr."
„Und wie?"
„Du machst den Mund auf und zu und machst dabei verschiedene Töne, die einzelne Wörter ergeben."
„Du hast auch einen klasse Humor, echt."
„Danke!"
„Aber jetzt mal im ernst…"
„Wenn sie es noch mal versucht, dann sag es ihr einfach klipp und klar, dass sie das hinterlassen soll und du kein Interesse hast."
„Und du meinst das klappt?"
„Natürlich."
„Okay. Dann werde ich wieder zurück in die Höhle des Löwen gehen."
Hermine sah ihn streng an. Das Maskottchen der Gryffindors war ein Löwe.
„Ich meinte natürlich in das Versteck der Schlange."
„Gut rausgeredet."
„Drück mir die Daumen."
„Mach ich."
Draco stieg vom Turm hinunter und machte sich auf den Weg zu Pancy. Hermine sah ihm von oben noch nach. Draco, fand sie, war wirklich klasse. Das er damals schon nicht sein wahres Gesicht gezeigt hat.
Er ist schon süß. So mit seiner unbeholfenen Art und seinem Humor. Man kann ihm vertrauen und das finde ich auch gut so.
Plötzlich kamen all die Sorgen wieder hoch, die sie vor einer Stunde und in den letzten paar Tagen hatte. Sie versuchte sich wieder zu entspannen doch es funktionierte nicht mehr. Also stieg auch sie von Turm hinunter und ging noch mal zu Hagrid. Harry, Ron und Ginny waren noch dort. Der nette Riese ließ sie eintreten.
„Hermine!"
„Was schreit ihr denn so?"
„Wir haben gedacht, dass du nicht mehr kommst. Das dir das alles zu viel geworden ist."
„Ich hatte auch zuerst keine Lust mehr zu kommen, nichts gegen euch und auch nicht gegen dir Hagrid. Es ist mir wirklich zu viel geworden. Aber wisst ihr was?"
Die anderen Schüttelten den Kopf.
„Das mit der Nachhilfe ist halb so schlimm und das, was in Hogsmeade passiert ist, ist vorbei. Ich sollte mir keine Gedanken mehr darüber machen."
„Wow. Das war aber jetzt echt mal eine spitze Einsicht."
„Danke, Ronald.", gab Hermine lachend zurück.
„Und du meinst du schaffst es?", fragte Ginny besorgt.
„Ich weiß nicht, aber ich hab ja euch, wenn alles schief geht. Ich kann mich doch auf euch verlassen, oder?"
„Ja klar."
„Dann ist ja gut."
Plötzlich klopfte es an der Tür. Alle waren neugierig, wer das hätte sein können. Hagrid öffnete die Tür und…
„Wo ist Granger?" Pancy Parkinson stand vor Hagrid. Der Halbriesen wusste nicht, wie ihm geschah und sah verdutzt in ein sehr wütenden Gesicht. Pancy wartete aber nicht lange und drückte sich an Hagrid vorbei in seine Hütte. Sofort erblickte sie Hermine und ging auf sie los.
„Du… du verlogenes Stück…"
Hermine konnte sich gerade noch hinter Harry und Ron am Tisch verstecken. Hagrid hielt die wütende Slytherin am Kragen zurück.
„Miss Parkinson, darf ich Sie fragen, was hier los ist?"
„Nein. Ich will dieses Schlammblut einfach nur in die Finger bekommen."
„Was ist denn los, Pancy?", fragte Hermine in einem normalen Ton.
„Du weißt genau was los ist. Draco hat mir alles erzählt."
„Was hat er dir… Oh mein Gott."
„Oh ja. Wenn ich dich in die Finger bekomme, kannst du was erleben, Granger."
Pancy riss sich von Hagrid los und stürmte, mit erhobener Nase, davon. Hermine konnte nicht wissen, dass Pancy im Stillen noch was da zu gefügt hatte.
Alle Augen waren auf Hermine gerichtet. Diese stand wie versteinert da.
„Hermine…?"
„Ich muss schnell wohin."
Sie packte ihren Mantel, den sie kurz zu vor abgenommen hatte, und stürmte ebenfalls davon. Sie lief ins Schloss, wo sie Draco direkt begegnete.
„Malfoy!"
Dieser wurde, im Anblick von Hermines Wut, weiß wie Kreide. Sie stürmte auf ihn zu und drängte ihn an die Wand. Ihren Zauberstab hielt sie schon bereit.
„Sag mal tickst du noch ganz sauber?", fragte Hermine mit einer sehr hohen Stimme.
„Was habe ich denn getan?"
„Wie konntest du ihr das sagen?"
„Sie hat es dir gesagt?"
„Ja und ob. Sie hat mich angegriffen wie ein Basilisk."
„Warum bist du denn deswegen so sauer."
„Du kapierst gar nichts, Draco, absolut gar nichts. Deswegen werde ich meine Zeit auch nicht mehr mit dir verschwenden."
Sie gab ihm einen Schlag gegen die Brust und verzog sich. Diesmal ging sie aber zum Gryffindoreturm. Sie holte ihr Rezept vom Veritaserum und begann zu lernen. Am anderen Tag hatte sie Zaubertränke und musste den Trank bis dahin können.
Sie brauchte nicht lange, bis sie den Trank in- und auswendig konnte. Entspannt lehnte sie sich zurück. Ihr ging es gut. Warum? Das spielte keine Rolle. Sie fühlte sich immer müder und gähnte. Ihre Augenlider fielen zu und sie schlief auf der Couch ein. Das schlafende Mädchen merkte nicht einmal, wie drei tuschelnde Personen durch das Portrait und Richtung Schlafsälen gingen. Noch einmal drehten die drei sich um. Im kompletten Turm herrschte eine pure Stille. Nur das Geräusch von Hermines gleichmäßigem Atem war zu hören.
In dieser Nacht schlief Hermine tief und fest, ohne einen Albtraum.
