Weihnachten

***

„Frohe Weihnachten, meine Lieben!", sagte Mrs. Weasley und nahm jeden in den Arm.

„Frohe Weihnachten!", ertönte es von allen Seiten.

Mrs. Weasley verteilte die Geschenke. Wie jedes Jahr bekamen sie von Molly einen selbst gestrickten Pullover mit dem Anfangsbuchstaben ihrer Namen. Hermine liebte den Pullover. Zu den Winterzeiten war er immer sehr warm und mollig. Von Harry bekam sie ein Buch über die Lehren der Zauber und Flüche, von Ron eine neue Feder und von Ginny bekam sie einen Anhänger. Harry und Ron bekamen jeweils von Hermine eine neue Feder und von Ginny ein Päckchen Pralinen, aber Ginny wäre nicht Ginny, wenn sie nicht mit Harry zusammen wäre, deswegen bekam er noch einen großzügigen Kuss. Hermine lächelte ein wenig, als sie es sah.

„Ginny? Ich habe auch noch etwas für dich.", sagte Hermine und hielt ihr ein kleines Päckchen hin. Ginny nahm es und packte es aus. Eine kleine Schmuckschachtel kam zum Vorschein. Sie sah ihre Freundin an.

„Na los.", sagte Hermine.

Ginny öffnete es und ein kleines goldenes Herzmedallion, an einer goldenen Kette funkelte sie an.

„H – Hermine, dass kann ich nicht annehmen."

„Doch du kannst und du wirst. Ich möchte mich damit bei dir bedanken, dass du in den Tagen mir immer beigestanden hast und mich und Draco auch verteidigt hast. Und vergiss nicht die Nacht, in dem ich den Albtraum hatte."

„Danke."

„Komm her, Ginny.", sagte Harry. Er nahm ihr die Kette aus der Hand und legte ihr die Kette um den Hals.

„Es tut mir Leid, Jungs. Ich habe echt gesucht, aber nichts gefunden, was ich euch hätte schenken können, zumindest nichts, was ausdrückt, wie dankbar ich euch auch bin. Ich hätte euch ja schlecht so eine Kette schenken können. Deswegen möchte ich…Ginny verzeih mir bitte."

Sie ging auf Harry zu und gab ihm auf beiden Seiten ein Kuss auf die Wange, dasselbe machte sie bei Ron.

„Ich bin dir nicht böse."

„Kommt lasst uns essen.", sagte Mr. Weasley.

Alle setzten sich an den Tisch. Mit ein wenig Verspätung trafen noch Percy und Bill, die zwei anderen Brüder von Ron, auf.

„Sorry Dad, aber es ist echt ein super Wetter."

„Kein Problem. Kommt her und esst mit."

Es war ein fröhliches und ausgelassenes Weihnachtsfest. Hermine hatte alles, was passiert war vergessen. Sie quatschen, lachten und scherzten bis tief in die Nacht.

„Harry, wir haben noch ein Geschenk für dich.", sagte Mrs. Weasley und Fred nickte.

„Für mich?"

„Genau und willst du zuerst raten…", sagte Fred.

„…oder willst du direkt wissen was es ist?", beendete George, der Zwillingsbruder von Fred den Satz.

„Ich weiß nicht, kommt ganz drauf an."

Harry sah zu Hermine, dann Ron und schließlich Ginny. Alle drei wussten nicht, was gemeint war.

„Ich denke, ich will es sofort wissen."

Wie aufs Stichwort sprang ein schwarzer Hund durch die Tür. Harry sprang auf und viel dem Hund um den Hals.

„Sirius."

Der Hund kläffte und wedelte mit dem Schwanz, dann verwandelte er sich in einen, etwa vierzig Jahre alten, dünnen Mann mit Schulterlangen braunen Haaren. Er war circa einen Kopf größer als Harry.

„Wie geht es meinem Lieblinspatenkind?", fragte dieser.

„Ich bin dein einziges Patenkind."

„Ich weiß, aber selbst wenn ich mehrer hätte, wärst du mein Lieblingspatenkind und du hast meine Frage noch nicht beantwortetet. Also?"

„Super und jetzt noch besser."

„Das hört man gerne."

„Aber wie…?"

„Arthur hat mich hier her gebracht."

Harry drehte sich mit einem Lachen zu Mr. Weasley um.

„Danke, Mr. Weasley."

Sirius ließ sich auch von Hermine, Ron und Ginny und all den anderen begrüßen.

Mit Sirius wurde das Fest noch ausgelassener. Er hatte Witze auf Lager und wusste wirklich, wie man einem zum Lachen brachte.

Irgendwann viel Hermine todmüde ins Bett. Zeit sich umzuziehen hatte sich nicht mehr. Sie schlief sofort ein.

Der Mond stand schon weit oben am Himmel und über dem Fuchsbau, dem Zuhause von Ron, hatte sich eine idyllische Stille ausgebreitet.

***

„Was soll das heißen Draco wird die Schule verlassen, Lucius."

Im Malfoy Manor hatte sich dagegen dicke Luft ausgebreitet. Lucius stritt sich mit seiner Frau Narzissa.

„Wieso soll er die Schule verlassen. Du hast mir doch einen Patronus geschickt, um mir zu sagen, dass er die Prüfung bestanden hat."

„Hat er auch."

„Und was ist dann das Problem?"

„Dein Sohn ist mit einem Schlammblut befreundet."

„WAS?"

„Du hast richtig gehört."

„Draco!... DRACO!"

Ein wenig verschlafen öffnete Draco die Tür zum Wohnzimmer.

„Was schreist du denn so?"

„Bist du mit einem Schlammblut befreundet?"

Mit einem male war Draco hellwach. Er riss di Augen auf und hob seinen Kopf gerade, der ihm bis gerade noch schlaff, wegen der Müdigkeit, hinunter hing.

„Sie heißt Hermine Granger."

„Auch noch eine Sie? Draco, was tust du uns an?"

„Das geht euch doch gar nichts an, mit wem ich befreundet bin oder nicht."

„Nein, aber in wen du dich verliebst."

„Das auch nicht."

„Soll das heißen…"

„Nein. Sie hat mir geholfen durch die Prüfung zu kommen, indem sie mir alle Zauber beigebracht und mir Mut gemacht hat!", schrie Draco.

„Sie ist ihm regelrecht um den Hals gefallen.", sagte sein Vater.

„Da kann ich ja wohl nichts für."

„Du hast es genossen."

„Was?"

„Du hast richtig gehört. Wenn du es nicht gewollt hättest, hättest du sie wegstoßen können."

„Ich habe echt keinen Bock, mich mit euch über so etwas zu streiten. Du musst ja alles versauen, Dad."

„Was soll das heißen?"

„Gerade als ich mich anfing wohl zu fühlen in Hogwarts, reißt du mich daraus und…was ist mit Hermine…"

„Du denkst jetzt an das Mädchen?"

„Ja. Ich denke daran, wie es ihr wohl gegangen sein muss, als ich da einfach weg bin und sie erfahren hat, dass ich nicht mehr wieder komme und alles um sonst war."

„Ich sag dir mal was mein Sohn.", fing Narzissa in einem netten Ton an, „Es ist ein Mädchen, in mindestens einem Monat, hat sie dich schon wieder vergessen."

„Woher willst du das wissen."

„Ich bin eine Frau."

„Ja, aber nicht Hermine. Ich geh wieder ins Bett."

„Draco…"

„Nein, ich will nichts mehr hören."

Draco drehte sich um und stieg die Treppe wieder hinauf.

„Glaubst du, er mag sie?", fragte Lucius seine Frau.

„Nein, dass glaube ich nicht…"

„Gut…"

„Ich glaube er hat sich verliebt."

„WAS?!"

„Du hast mich schon gehört."

„Aber das geht doch nicht."

„Du siehst doch, dass es geht.", sagte Narzissa, während sie es sich auf dem Sofa, vor einem Kamin, bequem machte.

„Und wie kriegen wir ihn dazu, sich zu entlieben?"

„Entlieben?", fragte Narzissa mit einem Lachen und sah ihren Mann an. Dieser sah ernst zurück und Narzissa merkte, dass es wohl kein Scherz war.

„Dazu kann man keinen Zwingen. Selbst wenn du versuchst, ihn irgendwie von diesem Mädchen…"

„Es ist ein Schlammblut!"

„Das spielt keine Rolle. Wenn du versuchst ihn von ihr fern zu halten, wird das auch nichts bringen."

„Ach nein? Wieso weißt du das denn?"

„Erstens ich bin eine Mutter, ich weiß vieles über mein Kind und zweitens ist er zur Hälfte wie du."

„Und das heißt?"

„Ich weiß noch, wie du dich damals immer zu mir geschlichen hast…"

„Ist ja gut. Und was machen wir jetzt?"

„Abwarten."

„Und?"

„Und sehen, was die Zeit bringt."

„Ich hasse es."

„Du armer, komm her." Sie ging auf ihren Mann zu, hielt mit beiden Händen seinen Kopf fest und küsste ihn kurz.

„Jetzt gehe ich aber auch ins Bett. Ich will mir nicht weiter den Kopf zerbrechen."

„Ja, gut."

So verbreitete sich auch im Malfoy Manor eine idyllische Ruhe aus.

***

„Casey, komm her.", zischte eine Stimme. Alle Köpfe wandten sich zu dem Mädchen. Mit zitternden Beinen stand Casey auf und ging, langsam, zu ihrem Lord. Vor ihm kniete sie nieder und wartete. Stille lag in der Luft. Alle waren gespannt darauf, was Casey dem Lord zu berichten hatte. Ihre Eltern sahen sich an und in ihren Gesichtern stand pure Panik.

„Casey, meine Liebe, was kannste du mir berichten? Haben wir den Verräter?"

„My Lord, ich sage es nur ungern, aber nein. Ich habe alles versucht, aber nichts. Ich bin direkt in das Haus der Gryffindors gekommen und habe das vertrauen des Schlammbluts gewonnen, doch eine Beziehung mit einem Slytherin besteht nicht. Alle Slytherins habe ich so oft es ging belauscht, aber auch dort, war nichts. Wenn du wünscht werde ich es nach den Ferien, noch einmal versuchen!"

„Tu das! Du darfst gehen."

Casey tat schnell, was der Lord von ihr wollte und setzte sich wieder neben ihrer Mutter.

„Wir müssen das Schlammblut erwischen. Hört ihr? Wir müssen es einfangen!", Voldemort sagte dies als sei das Schlammblut nichts als ein Tier. Ein gefährliches Tier.

„Sasoris kümmert euch darum!"

***

„Draco, ich habe mir das noch mal genau überlegt.", fing Lucius beim Frühstück an. Draco verdrehte die Augen, er wollte wirklich nicht mehr darüber reden und was sein Vater wollte, wusste er eh schon. Er sah genervt zu seiner Mutter, die ihm andeutete seinen Vater zuzuhören.

„Ich denke, es wäre wirklich besser, wenn du nach Durmstrang gehst."

„WAS!?", schrieen Draco und seine Mutter wie aus einem Munde.

„Das haben wir nicht so abgemacht, Lucius."

„Ich weiß, aber es ist das Beste für ihn."

„Durmstrang liegt in Bulgarien und…"

„…und woher wollt ihr wissen, was das Richtige für mich ist."

„Wir sind deine Eltern.", sagte Narzissa.

„Ach sag bloß."

„Sei nicht so frech zu deiner Mutter, Draco Malfoy."

Draco stand auf, aber bevor er ging sagte er:

„Ich kann nur noch mal das sagen, was ich gestern gesagt habe. Ich wollte immer da raus und da meintet ihr, es wäre nicht so schlimm dort und jetzt wo ich mich eingelebt habe, kommt ihr und wollt auf einmal, dass ich gehe. Da merkt man, dass ihr nicht die leiseste Ahnung davon habt, was das Beste für mich ist."

„Da war dieses Schlammblut aber noch nicht!", schrie Lucius hinter Draco, der bei dem Wort Schlammblut stehen blieb, her.

„Hermine gibt es schon die ganze Zeit!", nahm er Hermine in Schutz und Schlug dann die Tür zu. Narzissa und ihr Mann zuckten heftig zusammen.

„Ich kann nicht glauben, dass du es ohne meine Erlaubnis tust.", sagte Narzissa später aufgebracht zu Lucius.

„Du würdest deine Erlaubnis nie dazu geben, also muss ich selber handeln."

„Du kennst das Mädchen noch nicht mal."

„Oh doch, ich bin ihr mal über dem Weg gelaufen."

„Was? Davon hast du mir gestern nichts gesagt."

„Draco war im zweiten Schuljahr und zusammen mit mir bei Flourish & Blotts. Als wir soweit alle Bücher zusammen hatten, tauchten dieser Potter und seine Weasley Freunde auf, mit im Schlepptau Hermine Granger. Schlammblut. Die hat ein Mundwerk, glaub es mir. Vor dem dunklen Lord keinen Respekt."

„Nun…nicht alle haben Respekt vor ihm."

„Draco sollte sich nicht mit einem Abgeben, der dem dunklen Lord schon oft die Stirn geboten hat."

„Ich weiß, aber…"

„Weißt du, was das für Konsequenzen hat?", fragte Lucius und beugt sich, zu seiner Frau. Von draußen hörte er ein Geräusch, sofort schnellte sein Kopf zur Tür und er rief:

„Impertubatio!"

Die Tür leuchtete kurz auf und verdunkelte sich wieder. Draco der vor der Tür stand fluchte, was man drinnen nicht mehr hören konnte. Er drehte sich um und rannte in sein Zimmer. Vor Wut trat er beim herein gehen, eine Kommode um. Bücher die darauf lagen, vielen, wie eine Lampe, die zerbrach, hinunter. Ihm war es egal.

Draco marschierte weiter zu seinem Bett und ließ sich dort hinauf fallen. Lange starrte er an die Decke, bis ihm einfiel, was sein Vater gesagt hatte. Weißt du, was das für Konsequenzen hat? Was meinte sein Vater damit? Was sollte es denn schon für Konsequenzen geben? Er stand auf uns schaute aus einem großen Fenster, was fast bis zu Boden ging. Kurz unter dem Fenster war eine große und breite Fensterbank mit Kissen. Er setzte sich und starrte weiter ins leere.

Draußen war alles weiß. Alles war von Schnee verdeckt. Über dem Fenster von außen hing am Dach ein riesiger Eiszapfen. Es war fast Silvester und…Genau, was sollt er tun? Er würde nichts lieber tun, als an Silvester wieder zurück zur Schule zu gehen, aber gegen seinen Vater kam er nicht an.

Wenn seine Mutter es schon nicht schaffte, was sollte er selber denn dann schon bezwecken? Sein Vater war ein Dickkopf und kein freundliches Gemüt. Was Hermine neu bei Draco kennen gelernt hatte, war die Seite von seiner Mutter. All die Jahre, hatte Draco sich, wie sein Vater benommen und von jetzt auf gleich, wurde er gemocht. Zwar nicht von allen, aber schon von einigen. Harry und Ron hatten wohl auch nicht mehr so ein großes Dorn im Auge, wenn sie ihn sahen.

Draco seufzte. Er wusste was zu tun war, auch wenn seine Eltern es ihm verbaten, würde er nach Hogwarts gehen, nur für diesen Abend. Für nur ein Dankeschön, wollte er Hermine noch einmal sehen, dazu war es beim letzten mal, nicht mehr gekommen. Sie hatte ihm so sehr geholfen und ihm so viel versprochen, was sie auch eingehalten hatte und dafür wollte sich Draco bei ihr bedanken und zu mindest ein Versprechen auch Wahr machen. Er stellte einen Fuß auf die Fenster Bank und legte sich gegen die Wand. Für einen Moment schloss er die Augen. Es klopfte an seiner Tür und man wartete auf ein „Herein".

Stattdessen rief er: „Nein."

„Draco, mein Lieber."

„Hau ab!"

Die Tür wurde trotz allem aufgemacht und seine Mutter betrat den Raum. Zielsicher warf Draco ein Kissen von der Bank zu seiner Mutter und traf sie, auch wenn nicht gewollt, im Gesicht. Ihm kümmerte es auch nicht weiter und hoffte, dass sie bald gehen würde. Er wollte alleine sehen, schnallte es denn keiner?

„Hör mal, Draco."

„Nein."

Seine Mutter versuchte sich, neben seinem Bein, auf die Fensterbank zu setzten, doch Draco war schon wieder schneller. Jetzt hatte er beide Beine auf der Bank liegen. Seine Mutter sah ihn irritiert an, setzte sich aber dann auf sein Bett.

„Ich will, dass du weißt, dass das nicht meine Entscheidung war."

„Und was spielt das für eine Rolle? Du wirst trotzdem zu ihm halten und mich dort rausreißen."

„Wir wollen dich nirgendwo rausreißen."

„Das tut ihr aber!"

„Draco,…"

„Hör endlich auf!", Draco wurde rot vor Zorn und schrie seine Mutter an. „Ich kann es nicht mehr hören. Ok, dann geh ich eben, aber hör auf so zu tun, als ob nichts wäre. Ohne sie hätte ich die Schule so oder so verlassen müssen, aber sie hat mit mir gearbeitet, weil sie es nicht wollte. Und wenn du jetzt nichts dagegen hast, wäre ich gern allein."

Narzissa saß sprachlos auf dem Bett. Sie starrte ihren Sohn an, der ihren Blick, schnell atmend, erwiderte. Dracos Vater kam, von den Geschreien angelockt, zur Tür herein. Erst sah er zu seiner Gattin und danach zu seinem, schwer atmenden, Sohn.

„Was schreist du denn deine Mutter so an?"

Dracos Kopf drehte sich langsam zu seinem Vater. Einen Moment sah er ihn an und blickte dann wieder aus dem Fenster.

„Bist du taub? Ich habe dich was gefragt."

Bei dem Ton fuhr Narzissa zusammen. Draco schloss die Augen und atmete tief durch. Er hoffte, dass das alles nur ein Albtraum war, dass er bald in Hogwarts wieder aufwachen würde. Lucius ging auf Draco zu und holte mit der Hand aus. Bevor er aber zu schlagen konnte, hielt Narzissa ihn davon ab. Widerwillig ging Lucius mit seiner Frau hinaus und schloss die Tür.

„Du hättest deinen Sohn fast geschlagen."

„Er hat auch nicht anders verdient. Draco muss lernen, dass er nicht so mit uns sprechen kann."

„Ich bin ihm nicht böse."

„Was?"

„Diesen Charakter hat er von dir und außerdem würde ich auch so ausflippen."

„Was meinst du damit?"

„Wenn man mich einfach so mir nichts dir nichts aus meinem Umfeld reißen würde."

„Wie reißen ihm doch nicht aus seinem Umfeld.", Lucius breitete die Arme aus. „Das hier, ist sein Umfeld."

„Nein, es ist Hogwarts. Er ist dort öfter als hier und im Moment auch glücklich dort."

„Fängst du schon wieder damit an?"

„Ich möchte, dass du es endlich verstehst."

„Was soll ich verstehen."

„Deinem Sohn kommt es nicht auf das können oder auf die Reine des Blutes an, sondern auf das, was wirklich zählt."

„Das glaubst du doch wirklich nicht. Er ist ein Junge und kein Mädchen."

„Trotzdem."

„Und trotzdem bleibe ich bei meiner Entscheidung. Draco wird nicht mehr zurückgehen. Ich habe ihn bereits abgemeldet und auf Durmstrang angemeldet, wo er auch angenommen wurden."

„Wann?"

„Die Anmeldung habe ich noch vor Dracos Prüfung los geschickt und abgemeldet habe ich ihn vor Weihnachten."

Narzissa sah ihn sprachlos an. Wer war dieser Mann? Sie hatte Tränen in den Augen, wie konnte ihr Mann sie nur so hintergehen. Sie starrten sich beide lange an. Plötzlich hörten sie einen Knall. Lucius wirbelte herum und öffnete dir Tür. Draco hatte mit beiden Fäusten auf die Wand eingeschlagen. Sein Vater kassierte von ihm einen zornigen Blick. Draco hatte wohl alles mitbekommen.

„Hau ab. Hau bloß ab!"

Lucius wusste nicht wie ihm geschah. Draco schlug immer wieder, mit der flachen Hand, auf die Brust von seinem Vater und versuchte ihn, aus seinem Zimmer zu bekommen. Mr. Malfoy packte die Hände seines Sohnes und schlug zu. Dracos kopf schnellte zur Seite. Seine Rechte Wange war Feuerrot. Draco starrte seinen Vater an. Der Ausdruck in seinen Augen hatte sich verändert. Er war nicht mehr zornig, sondern ängstlich und hilflos. Draco ging immer weiter ein Stück zurück. Irgendwann saß er auf seinem Bett. Sein Vater machte sich keine große Anstrengungen um sich zu Entschuldigen. Als er gerade die Tür zu ziehen wollte lief Narzissa auf Draco zu. Sie kniete sich vor ihm hin und besah sich seine Wange.

„Lucius, ich denke, du solltest dieses Zimmer verlassen."

Ihr Mann tat wie geheißen und verließ das Zimmer. Draco riss sich von seiner Mutter los und ging wieder zum Fenster. Es hatte angefangen zu schneien. Die Flocken tanzten im Wind und Draco hoffte, dass sie ihm Glück bringen. In seinen Augen standen die Tränen. Hier. Was war das „Hier"? Jahrelang hatte er geglaubt hier zu Hause zu sein. Hier in diesem kalten Anwesen. Die Wände, Böden und Decken waren alle aus kaltem Stein. Nur selten brannte ein Feuer. In der Winterzeit war es meist ziemlich kalt und dunkel. Der Garten… Wenn man so etwas überhaupt Garten nennen konnte, war von wilden Bäumen und Sträuchern, an beiden Seiten, zu gewachsen. Ein schmaler Weg führte zum Eingang, der böses Ausstrahlte. Das komplette Anwesen ragte über all den anderen Häusern heraus. Von allen sah es am dunkelsten und Unbelebtesten aus. Draco war hier aufgewachsen und kannte sonst nichts anderes. Sechzehn Jahre wohnte er schon hier in der Dunkelheit und Kälte.

Er spürte wie man ihm eine Hand auf die Schulter legte. Hätte er die sechzehn Jahre ohne sie ausgehalten? Ja, egal was war, sie war immer für ihn da gewesen und hatte ihn in Schutz genommen. Eine plötzliche Wärme überkam Draco. Hätte er hier ohne diese Wärme leben können?

Er drehte sich um und sah in das weiße, aber doch hübsche Gesicht, seiner Mutter. Lange sah er sie an, ohne auch nur ein Wort zu sagen und doch wusste sie, was ihn beschäftigte. Mitfühlend schüttelte sie den Kopf und legte die arme um ihren Sohn.

Draco mochte es. Nie, war er seinem Vater so nahe gewesen wie ihr. Nie, hatte sein Vater ihm, auch nur ein Stückchen Zuwendung gezeigt.

Narzissa gab ihrem Sohn einen sanften Kuss auf die Wange und verließ das Zimmer.

Draco sah sich um. Er blickte auf den Boden. Drei Päckchen, mit schönen Geschenken, lagen dort und alle nur von seiner Mutter. Was bekam er von seinem Vater? Einen Aufenthalt in Durmstrang. Dracos Hand ballte sich zu einer Faust. Sein Vater war ein Mistkerl. Ein großer Mistkerl. Langsam setzte sich Draco auf sein Bett und legte sich zurück. Er versuchte sich zu entspannen und dabei tauchten die Bilder, von Hermine, auf. Wie sie dort auf der Bank gesessen und sich versucht hatte zu entspannen. Draco lächelte. Viel lieber wäre er jetzt bei ihr, als hier.

***

„Hey Hermine, was starrst du denn so aus dem Fenster?"

„Ich finde es lustig, den Schneeflocken auf ihrem Weg zuzuschauen."

„Ach so."

„Schau mal, wie lustig die tanzen."

„Du siehst ganz verändert aus."

„Wie meinst du das?", fragte Hermine und drehte sich zu Ginny.

„Noch vor ein paar Wochen, hast du dir über vieles Gedanken gemacht und bist oft zusammengebrochen."

„Ich weiß, die Ferien haben mir gut getan, nur schade, dass wir bald wieder müssen."

„So ist das eben. Lust auf eine Schneeballschlacht?"

„Oh ja!"

„Hat da jemand etwas von einer Schneeballschlacht gesagt?", fragte Fred und George wie aus einem Munde, was bei denen auch nicht selten vorkam. Neben den beiden standen noch Harry und Ron.

„Das ist doch perfekt. Drei Gruppen und immer zwei.", sagte Hermine.

„Spitzen Idee und du bist meine Partnerin.", gab Ginny zurück. Sie hackte sich ein und ließ Harry stehen. Ron klopfte ihn auf die Schulter und sagte beim herausgehen:

„Weiber, man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie."

Für diese Bemerkung hatte Ron schon zwei Schneebälle im Gesicht. Harry konnte sich ein Lachen, bei diesem Anblick, nicht verkneifen.

„Was lachst du denn so? Ich bin in deinem Team, also Räche mich."

Gesagt getan und Ginny hatte einen Schneeball am Kopf und Hermine einem am Arm.

Fred fing an eine Mauer zu bauen, währen George Munition formte. Harry bekam so einen dicken Ball von Ginny ab, dass er das Gleichgewicht verlor und fiel. Die Angreiferin ging lachend auf ihn zu und kniete sich neben ihn.

„Was lachst du denn so?"

„Das sah zu komisch aus. Komm her, ich helfe dir wieder auf."

„Ich hab schon gedacht, du hast vergessen wer ich bin."

„Quatsch. Ich muss mal mit meiner besten Freundin spaß haben."

Ginny hielt ihm ihre Hand hin, die Harry sofort ergriff. Als er aufgestanden war, hielt er Ginny noch für einen Moment fest und küsste sie. Das Mädchen erwiderte den Kuss. Ron streckte die Zunge heraus, Hermine hielt inne und seufzte und Fred und George sagten, mit einem fiesen Lachen:

„Wie süß! Leider müssen wir aber dieses Bild zerstören."

Sie holten aus und trafen zielsicher die Gesichter von Harry und Ginny. Die beiden gingen erschrocken auseinander und sahen sich zu ihren Angreifern um. In Sekunden schnelle, hatten Ginny und Harry einen Ball und bewarfen die Zwillinge. Der Krieg begann von neuem.

Es war ein großes und lautes Gelächter, was Mr. Und Mrs. Weasley anlockte. Sie sahen aus dem Fenster und beobachteten die Kinder. Hermine und Harry waren zwar nicht ihre Kinder, dennoch waren sie ein Teil ihrer Familie. Die beiden, waren jedes Jahr zu Besuch da und die Weasley Eltern hatten die beiden auch schon ins Herz geschlossen.

Hermine war glücklich. So gelacht hatte sich schon lange nicht mehr und hier zu sein, bei den Weasleys mit Ginny, Harry, Ron und all den anderen, war alles was sie wollte.

Doch der Tag der Abreise kam immer näher. Sie fingen an ihre Koffer zu packen und sich von jedem zu verabschieden, der nicht mit nach Hogwarts kam.

***

Der Zug pfiff. Letzter Aufruf für all die, die noch nicht im Zug saßen. Die Schüler verabschiedeten sich von ihren Eltern und stiegen ein. Hermine ging den ganzen Zug entlang. Es waren zwar hier und da noch Abteile frei, aber sie wollte etwas wissen. Als sie im letzten Wagon ankamen, waren die Abteilungen voll mit Slytherins. Hermine warf flüchtig einen Blick hinein und sah bald das, was sie befürchtet hatte, nämlich gar nichts. Sie drehte sich mit den anderen um und setzten sich in ein Abteil, in der Mitte des Zuges.

„Du hast ihn gesucht, nicht?", fragte Ginny.

Hermine sah auf. Ginny saß gegenüber von ihr, neben Harry.

„Wie kommst du denn darauf?"

„Du weißt, dass am Ende nur Slytherins sitzen und du hast den ganzen Zug abgelaufen."

„Ich…"

„Du musst mir nichts erklären. Ich weiß, warum."

Hermine hatte Ginny in den Ferien alles Haargenau, über die Nachhilfestunden, Hogsmeade und dem Versprechen, erklärt.

„Was weißt du?", fragte Ron und riss Hermine aus ihren Gedanken. Sie sah zur Seite und dann zu Ginny.

„Gar nichts Ron. Ein Geheimnis unter Freundinnen."

„Aber Harry erfährt es, nicht?", sagte Ron grimmig.

„Nein, der auch nicht. Vielleicht, wenn die Zeit dazu kommt, wo er es wissen muss."

„Wird es auch eine Zeit geben, wo ich es wissen muss?"

„Ich weiß es nicht Ron. Es wird dieselbe Zeit sein wie die von Harry, aber ich weiß nicht, ob die überhaupt jemals kommt.", sagte Hermine ein wenig betrübt.

„Sie wird kommen, Hermine. Da bin ich mir sicher."

„Woher weißt du das?"

„Ich hatte Zeit dazu, mir ein Bild zu machen und ich würde sagen, dass das Bild viel verspricht." Ginny sprach extra für Ron und Harry in rätseln, doch Hermine verstand.

„Bist du sicher?"

„Ja klar."

„Welches Bild?", fragte Ron.

„Wenn die Zeit gekommen ist, Bruderherz."

Ron legte sich beleidigt, mit beiden Armen verschränkt, gegen die Rückwand.

„Was glaubt ihr, wird heute Abend passieren?", fragte er, nach einer Zeit.

Heute Abend war Silvesterabend und Ron war wie immer neugierig.

„Ich weiß es nicht.", sagte Ginny.

„Keine Ahnung. So etwas hatten wir ja noch nie. Ach und Ginny?", sagte Harry.

Seine Freundin drehte sich zu ihm um und sah ihn abwartend an. Harry beugte sich bis zu ihrem Ohr vor und flüsterte:

„Willst du mit mir auf die Party gehen?"

Ginny lächelte und gab ihm einen Kuss. Der Harry, als „ja" deutete.

Alle drei sahen zu Hermine und die sagte:

„Ich weiß es auch nicht. Ich lasse mich überraschen." Dabei sah sie Ginny, hoffend, an.

Hermines Freundin lächelte aufmunternd und beide Jungs starrten wieder mal ganz schön in die Röhre.

„Ich sag ja, Weiber!", sagte Ron.

Dabei erntete er einen bösen Blick von den beiden Mädchen.