Das längste und letzte Kapitel von The forbidden Love. Ein Epilog kommt noch und dann ist diese Story beendet. Ich hoffe, es hat auch Spaß gemacht, The forbidden Love zu lesen und ich hoffe, dass ich euch bald mal bei meinen anderen FF`s sehe.

Viel Spaß beim letzten Chapter.

Eure Nessi


Angriff und Krieg

***

Mittlerweile hatte Hermine den Krankenflügel wieder verlassen. Casey und Spy waren geflogen und das Leben in Hogwarts und vor allem das Leben von Draco und Hermine ging wieder in seinem normalen Gang. Draco war froh Hermine wieder zu haben. Ihm störten die Blicke, die alle anderen ihnen zuwarfen überhaupt nicht. Im Schloss war es natürlich kein Geheimnis geblieben, was sich dort im Krankenflügel abgespielt hatte. Immer wieder bekam Hermine zuhören, wie froh sie sein könnte Draco zu haben. Natürlich hatte Hermine keine andere Antwort auf Lager als:

„Ich weiß!"

Jetzt wurde nicht nur Harry Potter gefeiert, nein, er musste sich den Platz teilen. Er musste sich den Platz, so ätzend wie er es auch fand, mit keinem anderen als Draco Malfoy teilen. Aber hey, was soll's? Schließlich hatte er Hermine gerettet.

„Was habe ich eigentlich alles verpasst?", fragte Hermine, als sie mit Draco an einem der langen Tische in der Großen Halle saß.

„Nichts außer einen vollkommen miesepetrigen Draco!", sagte Ginny lachend und setzte sich zu ihnen. Draco hatte sich in dieser Zeit so sehr verändert, dass er mitlachte und nickte. Hermine sah ihn an. Der blonde drückte ihr einen Kuss auf. Auch wenn sie geschlafen hatte, kam es ihr vor, als sei es Ewigkeiten her gewesen.

Ginny, Harry und Ron hatten ihr erzählt, wie Draco um sie gekämpft hatte. Mit leuchtenden Augen hatte sie daneben gesessen und zu gehört und hin und wieder die Hände vor dem Mund geschlagen. Draco war so richtig Handgreiflich geworden und das nur wegen ihr. Die anderen hatten Recht, sie konnte froh sein ihn zu haben und das war sie auch. Sie war mehr als froh. Hermine Granger war überglücklich.

Langsam ließ sie ihren Kopf auf seine Schulter sinken und fing an zu dösen. Hier fühlte sie sich sicher, als könnte ihr nichts passieren und sie wusste, dass es auch so war. Draco würde niemals zu lassen, dass ihr etwas geschah. Er nahm seinen Arm und schlang ihn um Hermines Hüfte. Hätte man ihm vor ungefähr einem Jahr gesagt, dass er mal so für eine Muggelgeborene und dann noch Hermine Granger empfinden würde, hätte er denjenigen wohl als verrückt bezeichnet.

Ginny sah dem Pärchen zu und ein kleines Lächeln umspielte ihr Gesicht. Hermine war schon so lange nicht mehr so glücklich gewesen und wenn es Draco war, es war der Rothaarigen egal. Sie war froh, dass er in dem Leben ihrer Freundin aufgetaucht war und sicher, dass er nicht so schnell verschwand.

„Ich glaube es immer noch nicht!", sagte Hermine plötzlich. Draco drehte seinen Kopf und sah hinunter auf seine Schulter, die immer noch von Hermine beansprucht wurde.

„Was verstehst du nicht?"

„Das ich so blöd sein konnte und nichts verstanden habe." Hermine setzte sich auf. „Da gab es so viele Zeichen und ich habe sie einfach übersehen." Für einen Moment sah sie Draco an. „Ich meine, welches elfjährige Mädchen interessiert sich für eine Beziehung zwischen sechzehnjährigen?"

Draco hob die Schultern. Er musste zugeben, dass Hermine wie fast immer Recht hatte. Aber nicht nur sie war blind gewesen, auch er.

„Die Hauptsache ist aber doch, dass die Beiden weg sind und dir nichts mehr passieren kann.", sagte Draco.

„Da wäre ich mir nicht so sicher."

„Ich passe auf dich auf. Versprochen!" Er stupste dem Mädchen mit dem Zeigefinger an die Nase und legte wieder seinen Arm um ihre Hüfte.

„Hmmmm." Sie legte wieder ihren Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen.

Die Tür flog auf. Obwohl es Mai war stürmte eiskalter Wind hinein. Hermines Haar flog nach hinten und Draco konnte nichts mehr erkennen. Zu stark war der Wind, der ihn daran hinderte die Augen komplett zu öffnen. Er hörte eine Stimme, eine ihm bekannte Stimme, aber zu wem gehörte sie? Es war kein Freund, aber auch kein Feind. Leise hörte er Hermine, Hagrid, sagen. Hagrid, genau! Aber was war los?

„Dumbledore Sir, sie sind auf dem Weg! Es ist wie beim letzten Mal! Der Sturm, die Kälte…!"

Hermine und Draco hatten verstanden. Die Gryffindor schmiegte sich an den Jungen neben ihr. Sie hatte Angst. Sie wusste, warum sie gekommen waren. Hatte es denn nie ein Ende? Sie drehte ihren Kopf zu Dumbledore, der nicht genau wusste, was zu tun war. Zum ersten Mal, in ihrer Zeit auf Hogwarts, sah sie Dumbledore ratlos. Draco sah den Blick seines Schulleiters ebenfalls. Er wusste, dass es seine Schuld war und er wusste, dass er etwas tun sollte, aber dafür brauchte er Hilfe. Hilfe von einem Mädchen, dass er nicht in Gefahr bringen wollte. Er nahm sie fest in den Arm.

„Hermine…" Der Wind unterdrückte ihm die Stimme. Fast musste er schreien. „Hermine, vertraust du mir?"

Das Mädchen sah ihn mit angsterfüllten Augen an. Sie sah in sein besorgtes Gesicht. In seine angsterfüllten Augen. Der Wind durchwühlte sein Haar und ließ seine Gesichtszüge entgleisen. So sah er erschreckend aus, doch sie wusste, dass der Schein meistens trog. Langsam, mit Tränen in den Augen, nickte sie und legte sich gegen seine Brust. Sie hörte sein Herz schlagen. Es schlug schon nicht mehr, es raste. Seine Brust bebte und seine Arme umfassten sie noch fester. Der Blonde beugte sich hinunter und küsste sie auf den Scheitel, dann flüsterte er in ihr Ohr:

„Dann komm! Dir wird nichts passieren, dass verspreche ich!" Er sprang auf, nahm Hermine an die Hand und rannte mit ihr raus. Sie konnten Geschreie hören. Rufe, dass sie dort bleiben sollten, doch ihre Beine trugen sie nach draußen. Auch wenn sie Angst hatten, wussten sie, dass sie das richtige taten.

Harry und Ron wollten hinterher, wurden aber von Lavender und Ginny aufgehalten. Dumbledore eilte zur Tür. Zwei seiner Schüler hatten sich in die größte Gefahr überhaupt gestürzt.

Harry und Ron riefen den Beiden immer noch hinterher. In Ginnys Augen standen die Tränen, während sie versuchte Harry festzuhalten.

Als Dumbledore die Halle verließ, konnte sich kein Schüler mehr halten. Alle rannten ihm hinterher. Sie wollten wissen, was dort draußen vor sich ging und helfen, wenn möglich. In allen Gesichtern konnte man Angst lesen. Die Lehrer, die auch mit hinaus gekommen waren, versuchten die Kinder zu beruhigen und sie fort zu halten. Weiter als an die Eingangstür durfte niemand. Die Einzigen, die sich zurück hielten, waren die Slytherins. Als Ruhe eingekehrt war, drehten sich die Professoren um.

Ihnen voraus stand der Schulleiter und draußen auf der Wiese, schutzlos, standen Hermine und Draco. Bereit, alles auf sich zu nehmen. Bereit, wenn es sein musste zu sterben. Der Slytherin hielt seine Freundin fest an sich gedrückt und wartete. Sie hatte einen Arm um seinen Körper geschlungen und starrte in den Himmel. Sie beide wusste, dass es bald kommen würde. Das die Konsequenzen, die sie eingegangen waren, bald kommen würden. Der Himmel verdunkelte sich nun in ein fast schwarz, obwohl Mittag war. Der Wind nahm noch einmal zu. Die Bäume des Waldes bogen sich zu allen Seiten.

Hermine hielt sich Krampfhaft an Draco fest. Sie spürte wie sich ihre Fingernägel in den Stoff seines Umhanges vergruben. Ihr Atem entwich als kleine Wolken ihrem Mund. Sie zitterte am ganzen Körper. Draco, der dies spürte, drehte sich zu ihr um. Er musste es noch einmal tun. Vielleicht war jetzt die letzte Gelegenheit dazu. Er hatte ihr versprochen, dass ihr nichts geschah, aber was aus ihm wurde, wusste er nicht. Vielleicht wurde er noch hier umgebracht. Vielleicht wurde er verschleppt.

Er wollte nicht daran denken. Ihm wurde kalt. Er beugte sich nach unten, vielleicht das letzte Mal. Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht, bevor er vielleicht, dass letzte mal seine auf ihr Lippen legte. Hermine überkam eine warme Welle, die sich in ihrem Körper ausbreitete. Ihre Arme legten sich wie automatisch um seinen Nacken. Sie wusste es. Sie wusste, dass sie es vielleicht nie wieder tun konnte. Draco zog sie näher zu sich. Der Kuss war leidenschaftlicher als je zuvor.

„Was machen die da?", fragte Parkinson erstaunt und wütend zu gleich.

„Man du Hornochse, sie nehmen abschied!", sagte Ginny. Zumindest vermutete sie es.

Hermine löste sich langsam von ihm, doch bevor sie die Augen öffnete, flüsterte sie:

„Das fühlt sich nach Abschied an, Draco!" Er sah sie an. Konnte nichts sagen. Wollte nichts sagen. Er wollte einfach den Moment genießen.

Plötzlich blitzte es auf. Hermine fuhr erschrocken in Dracos Armen zusammen. McGonagall drückte die Schüler allesamt ein wenig nach hinten.

Überall sah es aus wie schwarzer Nebel, der langsam vom Himmel kam und sich einen Weg auf die Erde bahnte. Es waren tausende von Nebelschwaden. Auf dem Boden angekommen verformten sie sich zu Figuren, zu Menschen mit silbernen Masken und schwarzen langen Kapuzenumhänge. Hermine und Draco wussten sehr gut, wen sie vor sich hatten. Zumindest zu welcher Art von Leuten sie gehörten.

Harry hielt den Atem an. Oh ja, erkannte diese Gestalten nur zu gut. Wenn sie seiner Freundin auch nur zu nahe kamen, konnte er für nichts mehr garantieren. Sie waren der halbe Grund, warum er jedes Jahr Angst hatte zu sterben. Sie waren der Grund, warum Cedric gestorben war. Er nahm Ginny wie Trance in den Arm. Er wusste, dass sie Angst hatte, denn auch sie kannte die Gestalten.

Hermine und Draco wurden umringt. Man hörte den Atem dieser Leute durch die Masken. Man hörte ihr stilles Lachen. Hermine konnte nicht anders als angewidert zu schauen. Ihr wurde übel. Und dann wieder ein Blitz. So hell, dass sie nichts mehr sahen. Hermine spürte, wie sie mit Gewalt aus Dracos Umarmung gerissen wurde. Draco merkte, wie man ihm Hermine entriss. Verzweifelt versuchte er nach ihr zu greifen, konnte sie aber nicht erreichen. Sie war verschwunden. Er hatte es kommen sehen. Tränen liefen ihm die Wange hinunter. Der Slytherin wehrte sich nicht. Wozu auch? Was sollte er noch ohne Hermine? Sollten sie doch mit ihm machen, was sie wollten. Er merkte, wie es um ihn herum wieder dunkler wurde, nahm es aber nicht wirklich zur Kenntnis. Er merkte, wie er langsam davon getragen wurde.

Ja macht nur. Bringt mich weg und tötet mich.

Er erschrak irgendwo aus der Ferne wurde sein Name geschrien. Sie rief nach ihm. Er hörte wie zittrig ihre Stimme war. Sie hatte Angst. Angst vor dem was geschah und geschehen würde. Noch mal wurde nach ihm geschrien. Er wollte zu ihr, sie in seine Arme nehmen und ihr sagen, dass alles wieder gut würde. Wieder hörte er seinen Namen. Er versuchte sich aus den Griffen der Gestalten zu befreien. Er trat, drehte und wandte sich, doch nichts half.

„Hermine! Hermine, es wird alles wieder gut!" Er schrie. Er schrie, wie er noch nie zuvor geschrien hatte.

„Halt den Mund, Verräter!", donnerte eine Stimme neben ihm.

„Ich werde erst dann meinen Mund halten, wenn ich will!", giftete Draco zurück.

„Sprich nicht so mit uns!"

„Wie denn sonst? Vielleicht so?" Draco hielt inne und spuckte der düsteren Gestalt ins Gesicht. Mehr auf die Maske, aber das war ihm egal. Sie hielt inne und Draco konnte Augen vor Zorn aufblitzen sehen. Nicht nur die Gestalt war zornig, auch Draco. Sie starrten beide böse an. Funken flogen.

„Du solltest ein wenig mehr Respekt haben, Junge.", sagte die Gestalt.

„Respekt vor was denn? Vor einer Hand voll Marionetten?" Draco lachte hohl auf.

Seine Ohren spitzten sich in Sekundenschnelle. Hermine rief erneut nach ihm. Er drehte sich so schnell um, dass die Gestalten ihn nicht mehr halten konnten. Er war frei. Er rannte. Rannte durch die Kälte, die sein Gesicht zu zerschneiden schien. Doch seine Beine trugen ihn. Trugen ihn zu ihr. Er rannte durch den Nebel, der vor ihm lag. Er versuchte so viel zu sehen, wie möglich. Plötzlich tauchte vor ihm ein verschwommenes Mädchen auf. Es lag am Boden und zitterte. Es weinte. Draco fiel neben ihr auf die Knie. Strich ihr über das Haar. Hielt ihre zittrige Hand. Langsam setzte sie sich auf. Hermine sah schlimm aus. Ihre Kleidung war bereits zerfetzt. Ihre Haut trug überall offene Wunden und Schnitte. Alle Farben waren aus ihrem Gesicht gewichen. Draco legte einen Arm um ihre Schulter und strich mit der anderen über ihren Arm. Seine Augen wanderten, suchten nach Voldemort. Er wusste, irgendwo musste er sein.

Ein scharfes Lachen durchbrach die Stille. Draco suchte und suchte konnte aber nichts entdecken. Seine Hand ergriff den Zauberstab. Hermine tat es ihm gleich. Langsam standen die Beiden auf. Sie stellten sich Rücken an Rücken. Hermine hatte eine Hand in Dracos verflochten. Sie spürte, wie er trotz der Kälte schwitzte. Ihr Atem ging schwer, sie war bereit für einen Angriff. Rote Augen schienen durch den Nebel. Hermines Herz machte einen kräftigen Schlag. Eine gespensterartige Gestalt trat durch den Nebel. Leichtfüßig ging sie über den kalten, nassen Boden. Sie war abgemagert, erinnerte an ein Skelett. Der komplette Körper schien nur mit einer Haut überzogen zu sein. Die Glatze gab dem Bild noch die Krone. Sie sah aus, wie ein lebendiger Toter. Hermine schluckte. Draco packte ihre Hand noch fester. Die Gestalt schlich Tonlos um ihnen herum. Hermine hatte das Gefühl, dass man ihr den Sauerstoff abnahm. Jeder Atemzug schmerzte.

„Bist du wirklich so naiv, Draco? Ich meine, hast du wirklich daran geglaubt, dass nichts mehr passieren wird? Das nichts passiert?", fragte die Stimme plötzlich. Sie klang schlangenartig und durchschnitt die Stille. „Hast du wirklich gedacht, dass ich zu lasse, dass ein Verräter in meinen Reihen sitzt?"

Draco sagte nichts. Voldemort machte vor ihm halt und sah ihn an. Der Junge versuchte seinen Blick stand zu halten, konnte aber nicht weiter in diese roten, hasserfüllten Augen sehen und schloss seine. Er atmete tief ein. Hermine streichelte ihm mit ihrem Daumen über die Hand. Voldemort ging an Draco vorbei und stellte sich vor Hermine. Er lächelte.

„Das Schlammblut…Dracos Schlammblut, nicht?" Er begutachtete sie sorgfältig und nickte. „Ich muss schon sagen, Draco, du hast einen guten Geschmack." Voldemort machte noch einen Schritt auf Hermine zu. Er griff nach ihrem Haar und spielte mit ihren Locken. Draco spürte an seinen Rücken, wie sie sich versteifte und schwer atmete. Er ließ die Augen geschlossen. Er wollte nicht sehen, was Voldemort gerade mit ihr machte. Wenn er es sehen würde, könnte er für nichts mehr garantieren. So hielt er nur ihre Hand.

„Nun, ich muss dich enttäuschen, aber es wird nie ein Happy End für euch geben.", sagte die Schlangenstimme plötzlich. Voldemort beugte sich zu Hermines Ohr vor. „Du darfst es dir aussuchen…Soll ich ihn sofort umbringen oder erst foltern und dann…"

„Expelliarmus!"

Draco drehte sich blitzartig um. Ein paar Meter weiter lag Voldemort vor ihm auf dem Boden. Hermine hatte ihn tatsächlich angegriffen. Das Mädchen, immer noch nicht bewusst, was sie getan hatte, stand mit offenem Mund neben Draco. Draco sah das gefährliche aufblitzen in Voldemorts Augen. Hermine war zu weit gegangen.

„Verdammt, wie kommst du auf die Idee-"

„Ich weiß es nicht, ok?! Es war besser als ihm eine Antwort zu geben!"

„Nichts ist besser, als ihm eine Antwort zu geben!"

„Ok, was hättest du denn lieber gewollt? Wärst du lieber sofort gestorben oder hättest du dich davor lieber foltern lassen? Ich warte!"

„Hermine…"

„Draco, pass auf!" Sie packte ihn am Umhang und zog ihn mit sich. Sie wusste nicht wohin sie rannte. Sie wusste nur, dass sie weg wollte, weg von diesem Ort, von diesen Leuten. Ihre Beine trugen sie zurück zum Schloss. Sie sah die Menge dort stehen. Sie sah Harry und Ron, die bereit waren zu kämpfen. Sie hörte, wie Draco hinter ihr Flüche und Zauber losschickte. Hermine hielt ruckartig an. Voldemort war vor ihr appariert. Mit Zorn funkelnden Augen ging er auf Hermine zu. Mit einer leichten Handbewegung von ihm, flog Draco zur Seite. Das Mädchen schrie auf, wurde aber von Voldemort abgelenkt. Er packte Hermine am Hals und lachte. Lachte so laut, dass es jeder hören konnte. Hermine liefen die Tränen hinunter. Sie versuchte die kalten Hände von ihrem Hals zu entfernen. Hob jeden knochigen Finger einzeln hoch. Doch Voldemort war einfach zu stark. Die Kälte der Finger ging auf Hermine über. Sie fing an zu weinen. Sie wollte nicht mehr. Sie konnte Draco nirgendwo ausfindig machen. Hermine sah zu Harry. Der Junge konnte trotz aus dieser Entfernung sehen, wie ihre Augen nach Hilfe bettelten. Er ging vor zu Dumbledore, gab ihm ein Zeichen. Der alte Mann wusste, dass sie helfen mussten und nickte. Harry schaute rüber zu Ron. Der Rothaarige hatte verstanden und sah zu seiner Schwester, die nach Luna Lovegood sah. Dreizehn Schüler versammelten sich hinter Harry.

„Lange schon nicht mehr gesehen, nicht?!", sagte Harry mit lauter und kräftiger Stimme. Voldemort erkannte diese Stimme sofort und ließ das Mädchen los. Hermine sank auf den Boden und rang nach Luft.

„Harry Potter!", sagte die Stimme gespielt erstaunt.

„Voldemort?!"

Beide Augenpaare verengten sich zu schlitzen. Funken sprühten. Die Anspannung zwischen den Beiden war zum zerreißen. Jeder wartete auf einen Angriff des anderen. Voldemort fing anzuschreien, was Harry nicht aus der Ruhe brachte. Er wurde immer bedrohlicher. Die Lehrer und andere Schüler schlugen sich die Hände vor dem Mund. Dumbledore trat zu Harry, der Ron ein Zeichen gab, zu ihm vorzutreten.

„Ron such Draco, der muss hier irgendwo sein und dann kümmere dich um Hermine.", flüsterte Harry so leise, dass Ron sich anstrengen musste, alles zu verstehen. Mit einem Nicken verschwand der Rothaarige wieder in den zwölf anderen Schülern und machte sich dann auf die Suche nach Draco.

„Albus Dumbledore! Wie lange habe ich auf diesen einen Augenblick gewartet!", sagte Voldemort. Schon wieder tauchten überall diese Nebelschwaden auf. Sie versammelten sich in einem Kreis. Harrys Augen tanzten zwischen Voldemort und den Todessern hin und her. Er gab den anderen hinter seinem Rücken ein Zeichen, dass sie die Todesser in Schach halten sollten.

„Harry Potter, es scheint mir als wäre es erst gestern gewesen, wo ich deine Eltern umbrachte. Oh ja, die Schreie höre ich immer noch." Harry blieb ruhig. Er wusste, dass Voldemort wollte, dass er den ersten Schritt machte. „Und dann kamst du…Fünfzehn Jahre hast du mich um meinen Sieg gebracht. Doch heute werde ich gewinnen. Wenn ich mich nicht ganz täusche, hat Bellatrix doch deinen Onkel umgebracht, nicht? Du hast niemandem mehr Harry. Nur noch dich selbst und wer wird dann um dich trauern?"

„Ich!" Hermine hatte ihre Stimme wieder. Sie klang entschlossener als je zuvor.

„Ein Schlammblut, Harry, mehr nicht?! Avada Kedavra!"

„Expelliarmus!"

Grün traf auf rot. Der Zauber und der Fluch hatten eine gewaltige Kraft. Sie war stärker als bei irgendeinem anderen Zauberer. Nun griffen die Todesser ein. Die Armee, die Harry aufgestellt hatte, begann nun auch zu kämpfen. Dumbledore sah, dass er helfen musste, wusste aber zum allerersten Mal nicht wie. Er konnte nicht einfach zwischen Harry und Voldemort eingreifen. Außerdem war Harry der Einzige, der Voldemort besiegen konnte.

Alle Professoren und Schüler, ausgenommen den Slytherins, standen auf den Ländereien und kämpften. Voldemort ließ Harry aus dem Blick und attackierte Dumbledore. Der alte Mann war natürlich darauf bedacht und schützte sich mit einem exzellenten Zauber. Mit einem Schwenker seines Zauberstabs, drückte Dumbledore Harry zur Seite. Das Duell zwischen Voldemort und Dumbledore entfachte von neuen. Es raubte Harry alle Gedanken. Es war als ob weiß auf schwarz treffen würde. Nacht auf Tag.

Hermine drehte sich um, sie hatte genug gesehen und außerdem, wo war Draco? Sie lief in die Richtung, wo er hingefallen war. Er war nicht da. Panik stieg erneut in ihr hoch. Hermine versuchte verzweifelt irgendein Zeichen auszumachen, wo sich Draco gerade aufhielt. Doch außer Nebel und bunte Blitze konnte sie nichts entdecken. Sie lief alles ab. Schrie nach ihm. Doch er blieb wie vom Erdboden verschluckt. Mitten im Schlachtfeld brach sie zusammen. Es war einfach alles zu viel. Sie hörte, wie Flüche an ihr vorbei Schossen, spürte, wie man sie ins Visier nahm und doch machte sie keine Anstalten aufzustehen und zu rennen oder sich wenigstens zu wehren. Sie blieb dort sitzen, die Hände auf dem Boden abgestützt. Ihre Locken vielen ihr wild ins Gesicht. Vor ihr erkannte sie nur die kalte, nasse Wiese und ihre Haare. Sie hörte Schreie. Wollte sie verdrängen. Wollte einfach nicht zuhören. Und trotzdem bahnten sich all diese Dinge einen Weg zu ihr, in ihr Innerstes. Sie hob den Kopf. Verschwommen machte sie eine Bank wahr. Erinnerungen drohten sie zu ertränken. Erinnerungen, wie sie dort mit Draco auf der Bank gesessen hatte. Wie sie mit ihm diesen Hügel hinunter rollte. Sie hörte sein Lachen.

Einen lauten Schrei entfuhr ihr, bevor sich eine Hand auf ihren Mund legte. Sofort wurde ihr bewusst, dass es keiner dieser Todesser und auch nicht Voldemort selbst war. Sie sah zur Seite und blickte, ja obwohl Angst herrschte, in strahlend blaue Augen. Mit einem Finger vor dem Mund deutete er ihr still zu bleiben. Flüche flogen um sie herum und trafen sie nicht. Der Junge griff nach ihrer Hand und stand auf. Hermine ließ sich führen. Sie gingen in Richtung vieler Bäume und Sträucher und verschwanden kurz darauf.

„Da bist du ja!"

„Wir brauchen einen Plan, also?"

„Wieso schaut ihr alle mich an?", fragte Hermine ziemlich erstaunt und wütend zu gleich.

Vor ihr saß die komplette DA, abgesehen von Harry, und wartete.

„Du bist doch hier die Freundin von Harry und Draco!"

„Was?" Hermine sah wütend in die Runde. „Alles klar, ich habe verstanden!" Sie drehte sich um und wurde von einer kräftigen Hand festgehalten.

„Hermine…Wir beide brauchen einen Plan."

„Ok." Hermine hatte ihre Meinung geändert. Draco hatte Recht. Nicht die anderen, sondern sie brauchten einen Plan. „Harry und Dumbledore sind mit Voldemort…" Unter diesem Namen zuckten viele zusammen. Draco konnte dabei nur mit den Augen rollen.

„Hey entschuldige mal, dass wir nicht mit diesem Namen aufgewachsen sind!", sagte Ron gehässig.

„Was willst du damit sagen, Wiesel?", konterte Draco. Für einen kurzen Augenblick starrten sie einander an.

„Draco, Ron, dass bringt nichts. Also, Harry und Dumbledore halten Voldemort in Schach. Die anderen Professoren stehen auf dem Feld und kümmern sich mit ein paar anderen Schülern um die Todesser und die eigentliche Zielscheibe sind Draco und ich.", fasste Hermine zusammen.

„Und wie sollen wir vorgehen?"

„Man braucht keinen Plan. Ich meine, man kann einen machen, aber bei Voldemort bringt das nicht gerade viel. Die meisten Todesser und er selber beherrschen Oklumentik."

„Oklu…was?", fragte Padma.

„Oklumentik, verdammt. Das heißt, sie können deine Gedanken lesen und kontrollieren!", sagte Draco, während er sich im Schneidersitz auf den Boden setzte.

„Eigentlich kann man nur angreifen!", sagte Hermine und setzte sich neben Draco.

„Nur angreifen? Hermine, es geht hier um mehr als Schach oder so!", sagte Zacharias Smith, ein Huffelpuff.

„Ja, dass weiß ich, aber wenn man nicht angreift und sich nur versteckt, verliert man am Ende. Ich habe das was ihr hier gerade seht, schon par mal durchgemacht und nie hatten wir einen richtigen Plan!"

„Was sollen wir tun?", fragte George.

„Wir folgen dir, bis in den Tod!", sagte Fred.

„Ihr macht gar nichts, ich werde es alleine tun!"

„Was meinst du damit?" Die Weasleys und die anderen sahen besorgt zu Hermine.

„Ich werde mich Voldemort stellen. Ich bin es, die er will…"

„Ja, und wenn du nicht mehr bist, wird er Draco verfolgern und direkt darauf Harry und…" Ginny brach ab. Es wäre wie eine riesige Kettenreaktion, die nie aufhören würde. „Wir müssen Voldemort erledigen. Ein für alle mal!"

Hermine sprang auf. In ihren Augen blitze es. Sie hatte sich entschieden. Sie würde mit Hilfe der anderen Voldemort stürzen. Draco stand auf. Er wusste, was das Mädchen wieder dachte.

„Alles klar, wer kommt mit?", schrie er. Alle Fäuste flogen in die Luft. Sie waren Kampfbereit.

„Äh…Draco? Sag mal, sind deine Eltern nicht dabei?", fragte George vorsichtig.

„Nein, die hätten mich zuerst gesucht!"

„Und wo sind sie dann? Ich dachte, die Todesser stehen Voldemort alle zur Verfügung!"

„Ja, dass tun sie eigentlich auch und nein, dass interessiert hier nicht! Es zählt nur, was hier und jetzt ist. Meint ihr, ich will nicht, dass es vorbei ist?" Alle sahen ihn stumm an. Sie wussten nicht mehr, wie sie ihn einschätzen sollten und sagten am besten gar nichts mehr. Draco drehte sich zu Hermine um. So, wie sie jetzt aussah, hatte er sie noch nie gesehen und trotzdem lächelte sie. Langsam knöpfte sie ihren Umhang auf und ließ ihn über ihre Schulter gleiten. Der Junge vor ihr starrte sie an und sie wusste, dass er keine Idee hatte, was oder wofür sie es tat.

„Guck nicht so, ich kann in diesem langen Teil nicht kämpfen. Wir sollten alle die Umhänge ausziehen. Ich weiß es ist kalt, aber so kann man sich besser bewegen. Um Voldemort schlagen zu können, müssen wir vor allem eins beherrschen: Schnelligkeit und Ausdauer!"

Alle taten wie es Hermine sagte und staunten nicht schlecht, als auch Draco seinen Umhang ablag. Er meinte es also ernst. Er wollte sich tatsächlich gegen seine Familie stellen.

„Ok, wir müssen zu Harry. Passt auf dem Feld auf, dass euch kein Todesser sieht! Also los!", sagte Hermine. Die komplette Armee marschierte an ihr vorbei. Gerade als sich Draco in Gang setzten wollte, hielt Hermine ihn zurück.

„Willst du das wirklich, Draco? Es ist deine Familie!", fragte sie mit sanfter Stimme.

Für einen Moment schloss der Junge seine Augen. Er dachte nach, dann nickte er.

„Meinem Vater ist es egal, was mit mir passiert, der hat mich schon enterbt und meine Mutter…Nein, ich werde mit dir auf der Seite von Harry kämpfen!"

„Ok. Dann los!" Diesmal lag es an Draco Hermine festzuhalten.

„Ich will nicht, dass dir etwas passiert!"

„Mit wird nichts passieren!"

Draco drückte ihr einen Kuss auf die Lippen und verließ dann zusammen mit Hermine das Versteck. Es schien, als ob sie eine andere Welt betreten würden. Überall flogen Flüche und Zauber durch die Gegend und hier und da viel einer bewusstlos oder tot um.

„Avada Kedavra!"

„Expelliarmus!", schrie Hermine. Sie hatte schnell reagiert und nun traf grün auf rot. Es kostete alle Kraft, gegen diesen Todesfluch anzukämpfen. Draco baute eine Schutzmauer auf und zog Hermine hinein. So schnell sie konnten, liefen sie Richtung Schloss. Dumbledore und Voldemort lieferten sich immer noch eine große Schlacht. Gerade schickte Voldemort einen großen Feuerballen auf Dumbledore, der sofort reagierte und eine Flut Wasser auf seinen Gegner schickte. Das Wasser schien nur Voldemort zu treffen. Für eine Zeit ging er in der Flut unter bis sie schließlich verschwand. Die schlangenhafte Gestalt breitete ihre Arme aus und riss im Umkreis von drei Metern alle Bäume aus, die in rasender Geschwindigkeit auf den Schulleiter zuflogen. Mit einem Schwenker des Zauberstabs baute er eine riesige Schutzmauer auf, die noch alle anderen hinter ihm schützen. Als die Bäume die Mauer berührten, zerfielen sie zu Staub. Voldemort begann grässlich zu Schreien. Hermine hielt sich die Ohren zu und viel auf die Knie. Draco schütze sich ebenfalls, brach jedoch nicht zusammen. Er wusste, was Voldemort vorhatte und deutete Hermine wieder aufzustehen.

Ein roter Lichtblitz. Eine weit entferntes Schreien von Hermine, obwohl sie ganz nah war, und immer noch dieses grässliche schreien Voldemorts. Vor ihm verschwamm alles. Er konnte die Welt nur noch verschwommen wahrnehmen, merkte, wie ihn zwei warme, vertraute Hände auffingen, bis schließlich alles verschwand.

Überall war es still. Voldemort begutachtete die leblose Person und ein Lächeln umspielte seine Lippen. Die DA hatte sich hinter Harry versammelt, der geschockt über diesen Anblick war und seine Hände zu Fäusten ballte. McGonagall hatte die Hand auf den Mund gepresst. Snape sah aus, als würde er gleich explodieren und Dumbledore stand dort und rührte sich nicht. Eine unerklärbare Wut stieg in Harry auf. Wie konnte ein Mensch nur so ruhig bleiben? Damals als Cedric starb, hatte Dumbledore versucht Harry von ihm loszureißen. Hatte ihm gesagt, dass es nichts bringen würde, er sei tot, aber kein einziges Mal hatte Dumbledore eine Träne vergossen. Ständig blieb er ruhig. Wieso verlor er nicht einmal die Beherrschung? Er spürte, wie ihm einer in den Arm kniff. Ginny hielt sich an ihm fest und weinte. Voldemorts Anhänger versammelt sich ebenfalls alle mit einem Lachen. Die Angreiferin ließ den Zauberstab mit einem zufriedenen Ausdruck sinken. Und Hermine…Hermine saß auf dem Boden, der leblose Körper ihres Freundes im Arm. Sie strich ihm übers Haar und die Tränen rollten ohne Unterbrechungen. Wieder ein Lachen.

„Ich habe ihm gesagt, es wird nicht gut gehen!" Hermine sah zur Seite. Casey stand dort, immer noch mit dem Zauberstab in der Hand. Hermine konnte es nicht glauben. Casey hatte ihn umgebracht? Casey? Wie verkorkst musste die schon sein, um so etwas fertig zubringen? Langsam legte Hermine Draco auf den Boden und stand auf. Die komplette Wut, die sich in ihr seid Anfang des Schuljahres angestaut hatte, brodelte auf. Sie konnte merken, wie sie rot vor Zorn wurde. Ihre Augen verengten sich. Ihre Hand ballte sich zu einer Faust, während die andere unbemerkt zu ihrer Hosentasche wanderte und ihren Zauberstab umklammerte. Noch einmal musterte sie Casey, die immer noch lachte.

Na warte, dass Lachen wird dir gleich vergehen. Für immer!

Blitzartig zog Hermine den Zauberstab aus der Hosentasche und rief, bevor irgendeiner einschreiten konnte:

„Avada Kedavra!" Es ging zu schnell. Casey konnte sich nicht mehr wehren, so traf der Fluch sein Ziel. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht wurde ernst und steif, bevor sie leblos zusammenbrach. Durch ein Schreien einer Frau, realisierte Hermine was sie getan hatte. Vor ihr lag Casey tot am Boden. Sie, Hermine Granger, eine Gryffindor, hatte einen Menschen umgebracht. Hermine viel neben Draco auf ihre Knie. Sie sah zwischen ihn und Casey hin und her. Man hatte sie gerade damit verletzt, dass man Draco umgebracht hatte und ohne nachzudenken tat sie genau dasselbe. Im Grunde genommen war sie nicht anders. Voldemort konnte sie direkt mitnehmen.

„Na warte, du… du…", schrie eine Frau hysterisch. Hermine sah auf. Spy kam mit erhobenem Zauberstab auf sie zu.

„Du hast meine Tochter umgebracht, wertloses Schlammblut!"

Schlammblut? Hat die das nicht gecheckt? Na warte…

„Ihre Tochter war nichts anderes. Sie hat auch einen umgelegt und da warst du natürlich stolz!" Hermine achtete nicht auf vornehme Anreden. Wieso auch? Sie hatte keinen Respekt vor dieser Frau. Vor niemandem, von dieser Sorte. Und Angst hatte sie eigentlich überhaupt nicht. Das Einzige, was sie empfand war Wut.

„Ihr tut immer nur das, was man euch sagt. Im Grunde genommen seid ihr nichts anderes, als Marionetten. Ohne nachzudenken nehmt ihr Menschen das Leben, nur weil man es euch sagt. Kapiert ihr nicht wie albern das ist? Ihr schreibt euch gegenseitig vor, mit wem ihr befreundet sein dürft und nicht! Du hast doch in Wahrheit nur Angst vor ihm!" Beim letzten Satz deutet Hermine auf Voldemort.

„Sei nicht so frech und zeige nicht mit dem Finger auf den Dunklen Lord!"

„Schon wieder einen Punkt! Dunkler LORD! Also wenn sie mich fragen, kann jeder ein Lord sein, abgesehen von dieser Gestalt dort hinten!" Hermine nahm kein Blatt mehr vor den Mund. Harry schloss die Augen. Er wusste was geschah, wenn man so über Voldemort redete. Dumbledore verschränkte die Arme. Harry konnte es nicht fassen.

Hallo, vor Ihnen ist schon ein Schüler umgebracht worden und gleich wird wieder eine Schülerin sterben. Siehst du das nicht? Soll ich dir vielleicht noch Leuchtreklamen aufhängen? Hermine stirbt gleich! Mach was, ansonsten greife ich selber ein!

Harry wurde immer wütender.

„Hast du noch einen Wunsch?", fragte Spy.

„Ja, geben sie mir Draco wieder!", sagte Hermine hysterisch. Harry wollte vorlaufen, doch Dumbledore hielt ihn zurück.

Spinnt der? Ich werde nicht zusehen wie Hermine stirbt. Nein, diesmal werde ich dafür Sorgen, dass meine Freunde überleben!

„Professor!", sagte Harry wütend.

„Harry, halt dich zurück.", sagte Dumbledore immer noch in einem ruhigen Ton.

„Professor, ich kann doch nicht zusehen, wie Hermine in ihr Verderben schlittert!"

„Das wirst du auch nicht! Vertrau mir!"

Ihnen vertrauen? Ich vertraue Ihnen schon sechs Jahre und trotzdem hat sich nichts verändert! Ich habe Ihnen vertraut, als ich am Trimagischen Turnier teilgenommen habe und stand letztendlich vor Voldemort!

Trotz allem hielt sich Harry zurück. Er konnte nicht anders. Ginny legte ihre Stirn gegen seine Schulter. Sie spürte, dass bald etwas passieren würde.

Spy lachte. Wie konnte ein Mensch nur so dumm sein? Sie richtete ihren Zauberstab auf Hermine, die still auf dem Boden saß und Spy fixierte.

„Deine letzte Minute hat geschlagen, Schlammblut!"

„Ich habe nichts gehört!", sagte Hermine zickig und betonte das alles noch, in dem sie beide Augenbrauen hochzog.

„Avada Kedavra!" Ein helles Licht. Ein erneutes Schreien und ein dumpfer Aufschlag. Harry und alle anderen sahen weg, nur Dumbledore sah wie gebannt auf Hermine. Keiner der Todesser wagte zu sprechen. Der stämmige Mann aus den Drei Besen lief nach vorne zu Spy. Nahm sie hoch, tätschelte ihr an der Wange, doch sie blieb stumm auf dem Boden liegen. Der Mann sah auf. Immer noch herrschte dieses helle, weiße Licht.

Langsam öffnete Hermine die Augen und fand sich in ein strahlendes blau wieder. Draco hatte die Augen aufgeschlagen und hielt seinen Zauberstab umklammert.

„Draco…" Er zwinkerte ihr zu und hielt seinen Zeigefinger, der anderen Hand, vor seinen Mund.

Voldemort hielt sich schützend eine Hand vor das Gesicht. Noch nie hatte er so etwas gesehen. Dieses Licht strahlte eine ungeheure Wärme aus. Draco trat hinaus. Er schien stark zu sein, als wäre nie etwas geschehen.

„Ich habe die Nase voll von dir und deinen Möchtegern Freunden. Ihr habt genug getan!"

„Oh, oh Draco, wenn das deine Eltern hören!"

„Sollen sie doch! Ja, mein Vater ist mir egal. Der hat genauso wie du genug getan. Ihr beide habt mein Leben versaut und ich werde nicht zulassen, dass es weiterhin so geschieht. Zum ersten Mal habe ich selber entschieden und ich bin glücklicher als je zuvor!"

Langsam hob Draco den Zauberstab.

„Das wirst du nicht wagen, Malfoy!", drohte Voldemort mit einer zerreißenden Stimme.

„Und was ist wenn doch? Dann bin ich dich endlich los!"

„Dein Mut wird dich irgendwann noch umbringen, dass schwör ich dir!"

„Avada Kedavra!"

Voldemort war schnell, viel zu schnell. Gerade als der Fluch Dracos Zauberstab verlassen hatte, disapparierte Voldemort. Der Fluch traf ins Leere. Todesser sahen sich erschrocken an, bevor jeder einzelne von ihnen ebenfall verschwand. Nur einer war übrig geblieben. Der Typ aus den Drei Besen.

„Ich sage dir Mädchen, du wirst es bereuen. Ich werde meine Tochter und meine Frau rächen."

„Ihre Frau?", wiederholte Hermine. Draco hatte ihr anscheinend nicht alles erzählt.

„Oh ja, Spy war meine Frau und Casey meine Tochter. Spy heißt genauso wie Casey und ich Sasori! Sie musste nur einen Namen haben, um sich gut genug zu tarnen. Was auch funktioniert hat, bis ihr beide anfingt, immer neugieriger zu werden! Ich werde meine Familie rechen und euch umbringen!"

Dann war auch er verschwunden. Harry stand dort mit offenem Mund und sah Dumbledore von der Seite her aus an.

Hat er gewusst, dass Draco noch lebt? Hat er gewusst, wie es kommen würde?

„Weißt du Harry, der Fluch, den Draco abbekommen hatte, traf ihn in der Mitte vom Rücken und nicht in Herz - oder Kopfrichtung. Er war nur für eine Zeitlang bewusstlos!", sagte Dumbledore als hätte er Harrys Gedanken gelesen. Harry nickte und sah wieder zu Hermine. Draco ließ sich gerade vor ihr auf die Knie fallen und legte eine Hand auf ihre Schulter.

„Alles in Ordnung?"

„Alles in Ordnung? Du fragst mich ob alles in Ordnung ist? Draco Malfoy, ich…Ich bin schockiert! Wie kannst du es wagen mich zu fragen ob alles in Ordnung ist, wenn du derjenige warst, der tot war?"

Draco schüttelte lachend den Kopf. „Ich weiß nicht, ob ich tot war. Zumindest lebe ich ja noch, aber ja, ich wage es und frage. Also?"

„Jetzt wo du wieder da bist, Harry und all die anderen überlebt haben, Casey tot und Voldemort verschwunden ist, kann ich nur sagen, dass es mir noch nie besser ging. Vielleicht sage ich das jedes Schuljahrs Ende, aber es ist so! Und bei dir? Wie geht es dir?"

„Ganz gut! Ich weiß nicht was passiert ist, aber bin froh, dass es passierte."

„Ich habe echt gedacht, ich hätte dich verloren!"

„Aber das hast du nicht und ich habe dir auch versprochen, dass dir nichts passieren wird!"

„Du denkst in diesen Situationen an mich?"

„Mehr oder weniger. Mein erster Gedanke war, ich muss mal dringend und mein zweiter war, man siehst du schlimm aus!", sagte er lachend. Hermine schlug ihn mit der Faust gegen die Schulter.

„Ich glaub es einfach nicht, Malfoy!"

„Das ist doch etwas ganz natürliches!"

„Dein erster Gedanke, Ich muss mal?" Beide mussten lachen.

„Hermine, glaubst du wirklich, ich habe auch nur eine Sekunde daran gedacht?", fragte Draco ernst. Das Mädchen hörte auf zu lachen und sah ihn an. Hatte sie es wirklich geglaubt?

„Hermine, mein erster Gedanke war, dass du in Gefahr bist. Ich hatte Spy gesehen, wie sie mit dem Zauberstab vor dir stand. Ich habe nur noch gewartet!"

„Also, doch ich?"

Draco nickte ernst. Hermines Augen glänzten und ein leichtes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, die sofort von Dracos eingenommen wurden.