Kapitel 4: Flucht

Chulak: 3 Wochen später

„Wach auf Tok'ra!" Harrys Augen flogen auf, als Schmerzen durch seinen Körper schossen. Ein Jaffa nahm ein metallisches Objekt weg von ihm. Es war ein Folterwerkzeug. Seine Augen schweiften benommen zu dem Mann in Gold.

„Du wirst nichts von uns erfahren. Diese 3 Wochen sollten dir das gezeigt haben, Apophis!", spie Kel'ac dem selbsternannten Gott entgegen.

„Ich bin daran nicht mehr interessiert, nur noch an deinem Tod. Dann kannst du endlich dieser Frau Gesellschaft leisten. Ich bin mir sicher, dass du sie vermisst hast!", sagte Apophis, während er boshaft lachte.

„Du hast gesagt, dass sie lebt!", schrie Harry auf. Nur die Geheimnisse, die er bewahrte und der Gedanke Lia zu retten, ließen ihn die drei Wochen Folter aushalten.

„Närrischer Junge!", lachte Apophis. „Ich habe gelogen. Es ist schade, dass ich nicht die Zeit habe, dich persönlich zu töten. Ich wünsche mir wirklich, dass es langsam und schmerzhaft für dich sein wird, aber vielleicht werden sie dich auch nur zu den anderen Gefangen werfen. Vielleicht wird dich dann einer der anderen Goa'uld erledigen."

Harry starrte den anderen nur wütend an, selbst als dieser den Raum verließ. Der Jaffa schlug Harry wieder mit dem Folterstab und Harry ließ den Schmerz ihn überwältigen, während die Welt um ihn herum verschwamm. Er bemerkte einen anderen Jaffa, der den Raum betrat und wurde an den Armen gepackt. Danach wurde er durch den Palast geschliffen und kurz bevor er das Bewusstsein komplett verlor, bekam er noch mit, wie er in einem Raum voller Leute gestoßen wurde.

2 Stunden später

Harry erwachte durch ein sanftes Schlagen auf seinen Wangen. Seine Hände waren mit Ketten an die Wand eines großen Raumes, in dem sich fast 50 Leute befanden, gefesselt. Zwei Jaffa bewachten den Raum hinter zwei großen Gittertoren.

„Bist du in Ordnung?", fragte ihn ein Junge, der wahrscheinlich um die zwölf Jahre alt war. Kel'ac bemerkte den merkwürdigen Akzent in seiner Stimme. Englisch war offensichtlich nicht seine Muttersprache.

Harry nickte dem Jungen nur zu, danach wurde er von einem brutalen Hustenanfall geschüttelt, während er versuchte gegen die Ketten anzukämpfen und loszukommen.

„Ruhig, Kind!", sagte eine Frau mit sanfter Stimme zu ihm, dazu strich sie ihm beruhigend über die Wange. Er beruhigte sich sofort. „Wie ist dein Name?"

„Kel'ac", antwortete Harry ihr, den Namen benutzend, der weniger auffällig nach Erde klang, obwohl er bezweifelte, dass es jemand bemerken würde.

„Mein Name ist Sha're. Das ist Skaara", stellte sie sich und den Jungen vor. „Wir wurden beide vor zwei Tagen von Abydos entführt. Du warst in ziemlich schlechter Verfassung als sie dich hergebracht haben. Von wo haben sie dich entführt?"

„Das haben sie nicht." Harry musste abbrechen, da ihn ein weiterer Hustenanfall schüttelte. „Ich spionierte hier die Jaffa aus und wurde vor drei Wochen erwischt. Lia…"

Er brach ab, als er über Lia und ihre Mission nachdachte.

„Wer ist Lia?", fragte Skaara.

„Eine Freundin. Haben sie jemanden hier her gebracht, der das gleiche wie ich trug?" Er hatte noch immer seine Kampfkleidung an, obwohl sie ziemlich mitgenommen und schmutzig war.

„Es tut mir leid, aber sie haben niemanden, der dasselbe anhatte wie du, hierher gebracht, seitdem wir hier sind", sagte Skaara traurig und beobachtete ihn, als eine Träne, aufgrund der Neuigkeiten, seine Wange hinunterlief.

„Sie haben sie getötet?" Er stellte diese Frage an niemand Bestimmten und sie wussten es.

Dieser unangenehme Moment hielt nicht lange an. Die großen Tore öffneten sich und eine Gruppe Jaffa marschierte herein. Im Raum herrschte sofort Stille und ihm fiel jetzt erst, als alle anderen in die Ecken zurückwichen, auf, dass er der Einzige war, der an die Wand gekettet war.

Die Schlangenwachen brachten drei Leute herein. Sie trugen grüne Kleidung mit einer schwarzen Kampfweste. Sie waren alle unbewaffnet.

„O'Neil!", schrie Skaara, nachdem die Wachen wieder gegangen waren und die Türen geschlossen hatten. Er lief zur Vorderseite des Raumes, die noch immer frei von Leuten war.

„Daniel!" murmelte Sha're erfreut und folgte Skaara mit gemäßigten Schritten. Harry sackte in sich zusammen und überließ es den Ketten, die in seine Handgelenke schnitten, ihn zu halten.

Auf der anderen Seite des Raumes unterhielten sich die drei Neuankömmlinge angeregt mit Skaara und Sha're und redeten über die Leute in diesem Raum.

Sie hatten einige Zeit getratscht, da kamen die Schlangenwachen wieder zurück. Dieses Mal mit Apophis höchstpersönlich. Harry zuckte extrem stark zusammen, beruhigte sich aber schnell wieder. Die Schlangenkrieger begannen die Gefangenen in zwei Gruppen aufzuteilen. Niemand kam ihm zu nahe und er war froh darüber. Er glaubte nicht, dass er noch mehr Folter aushalten würde.

Er beobachtete Apophis müde, als dieser durch den Raum stolzierte. Er sah wie Apophis' Erster Primus etwas zu dem Mann sagte, den Skaara O'Neil genannt hatte, aber er konnte den Inhalt nicht verstehen. Die relative Stille wurde gebrochen, als Apophis Sha're aus der Menge auswählte, zwei Diener sie schnappten und sie, unter Protestrufen von Daniel und Skaara, weg brachten.

Die Schlangenwachen und Apophis verließen den Raum wieder und Daniel wäre ihnen nachgelaufen, hätte O'Neil ihn nicht an den Armen festgehalten.

Skaara begann wieder zu reden, aber Harry verstand nicht, was er sagte, da Schmerzen sein Rückgrat hinauf jagten, die ihn wieder brutal husten ließen, was ihn veranlasste, Blut zu spucken, das auf den Boden tropfte.

„O'Neil, du musst ihm helfen!", hörte er Skaara sagen. Er schaffte es, den Husten wieder etwas zu beruhigen und sah auf, nur um die Frau vor ihm stehen zu sehen, die mit Daniel und O'Neil gekommen war, während sie an seinen Handschellen arbeitete.

„Carter?", fragte O'Neil, „Können sie die entfernen?"

„Ja, Sir", antwortete sie, ohne ihn anzusehen. „Sie haben mir nicht mein Werkzeug abgenommen, als sie uns alles andere weggenommen haben." Sein rechter Arm war plötzlich frei und er fiel, nur um plötzlich herumgerissen zu werden, da die andere Handschelle seinen Fall abrupt abfing. „Sorry", murmelte sie, bevor sie die andere öffnete. O'Neil fing ihn diesmal auf und er wurde, mit dem Rücken an der Wand lehnend, zu Boden gesetzt.

Carter fühlten seinen Puls und massierte vorsichtig seine Handgelenke, hörte dann auf seinen keuchenden Atem und drehte sich zu O'Neil. „Wir müssen ihn sofort zu einem Arzt bringen."

„Wer seid ihr? Warum seid ihr hier?", fragte Harry.

„Colonel Jack O'Neil", sagte er und deutete dabei auf sich selbst. „Das ist Doktor Daniel Jackson und Captain Samantha Carter. Wir kommen von einem Planeten namens Erde, von der anderen Seite der Galaxie." Harry war überrascht. Er hatte nicht gewusst, dass die Erde ein Stargate hatte, ganz davon zu schweigen, dass sie es benutzten.

„Ich bin Kel'ac von den Melatai", sagte er unter husten. Nun da er es etwas bequemer hatte, konnte er fühlen, wie Kel'ac die Schäden heilte und die Schmerzen schwächer wurden.

„Colonel, er muss untersucht werden", sagte Carter.

„In ein paar Stunden ist alles wieder in Ordnung", sagte Harry und fuhr fort, als sie ihn komisch ansahen. „Meine Rasse heilt schneller als viele andere."

„Aber du hast gesagt, dass du drei Wochen lang gefoltert wurdest!", rief Skaara überrascht.

„Oh mein Gott!" keuchte Carter, bevor sie ihn erneut untersuchte.

Harry schlug ihre Hände weg und versuchte aufzustehen, wurde aber von beiden, Jackson und O'Neil, wieder zu Boden gedrückt.

„Ihr versteht es nicht! Sie haben meine Freundin, Lia, getötet und haben diese Leute gefangen genommen, um die besten herauszusuchen, damit sie Wirte werden. Ich kann nicht hier rumsitzen und das zu lassen. Nicht wenn ich versuchen kann, es zu verhindern", erklärte Harry.

„Du bist erst acht Jahre!", rief Carter. „Was glaubst du, ausrichten zu können?"

„Wisst ihr, ich bin nicht hilflos!", sagte Harry so ruhig wie möglich. Er wusste, er sollte es ihnen nicht verübeln, dass sie ihn für einen normalen achtjährigen Jungen hielten, aber es ärgerte ihn trotzdem.

Ihr Argument wurde von Schlangenwachen unterbrochen, die den Raum betraten. Harry war sofort auf den Füßen und hinter der Menge. Er bemerkte dunkel, dass niemand der anderen bemerkt hatte, dass er aus ihrer Mitte verschwunden war. Sie beobachteten wahrscheinlich das Gefolge, das gerade eintrat. Er spürte einen Schlag, als er die Frau an Apophis' Seite erkannte. Es war Sha're und er biss die Zähne vor Wut zusammen. Er konnte Jackson und Skaara sehen, die versuchten an den Wachen vorbei und zu ihr zu kommen.

Goa'ulds begannen durch den Raum zu gehen und suchten währenddessen Leute heraus und nahmen sie mit. Er sah einige wütend an, als diese kleine Kinder auswählten und wegbrachten, aber er wusste, dass sie ihn nicht bemerken würden.

Ein Handgemenge zog seine Aufmerksamkeit zur anderen Seite des Raumes und er bemerkte, dass er den gesamten Raum zwischen sich und die anderen gebracht hatte. Vielleicht, weil er wusste, dass sie auf sich aufpassen konnten. Aber es bedeutete auch, dass er hilflos zusehen musste, wie Skaara von zwei Dienern ergriffen und aus dem Raum gebracht wurde.

„Tötet den Rest!", rief Apophis, während er den Raum verließ. Sofort begannen die Leute in Panik zu schreien und liefen auf die andere Seite des Raumes. Die Goa'ulds verließen den Raum so schnell wie möglich und ließen die zehn Jaffa und einen weiteren Jaffa, der wahrscheinlich der Erste Primus war, zurück.

„Lass diese Leute gehen!" Harry musste zugeben, dass er von den drei, die von seiner Heimatwelt kamen, beeindruckt war. Sie hatten sich zwischen die Jaffa und die Gefangenen gestellt. Drei gegen elf. O'Neil schrie den Ersten Primus an und der Jaffa drehte sich herum, und während dieser Bewegung öffnete sich sein Helm, so dass er O'Neil ungehindert ansehen konnte. „Hilf mir diese Leute zu befreien!"

„Das haben schon viele gesagt", sagte er zurück und ging weiter auf O'Neil zu, während er seine Stabwaffe aktivierte. Die anderen Jaffa taten es ihm gleich. „Aber du bist der Erste, dem ich es glaube."

Harry konnte nicht anders, als geschockt zu sein. Die Jaffa schienen ebenfalls geschockt zu sein, da sie sich nicht rührten als der Erste Primus herum schwang und einen von ihnen tötete, bevor er O'Neil die Stabwaffe zuwarf und vortrat, um die Waffe des gefallenen Jaffa an sich zu nehmen. Ein Kampf brach aus. Jackson und Carter versuchten die Gefangen abzuschirmen, während O'Neil und der Jaffa-Anführer versuchten, die anderen Angreifer zu töten.

'Lass sie das im Moment machen. Hilf ihnen nur, wenn es notwendig wird. Du hast einige ernst zu nehmende Verletzungen und ich weiß nicht, wie lange ich dich noch aufrecht halten kann. Wir müssen uns einmal richtig erholen, bevor ich versuchen kann, dich zu heilen.' Harry mochte es nicht, aber er wusste, dass Kel'ac Recht hatte.

Nach ein paar Sekunden waren nur noch drei Jaffa übrig, aber die zwei Schüsse, die in ihre Richtung flogen, verfehlten ihre Ziele komplett. Ihr Gegenfeuer war sehr knapp und es war für Harry offensichtlich, dass die Jaffa eine bessere Verteidigungsposition hatten. Er entschied sich, etwas zu unternehmen. Er befand sich auf der anderen Seite der Jaffa und von O'Neil und ihren Anführer, also bewegte er sich vorwärts und nahm ein Messer von einem der gefallenen Jaffa. Er schlich sich an den nächsten heran und stach das Messer in den Zwischenraum der Rüstung des Jaffa's.

O'Neil schien für eine Sekunde vor Schock zu erstarren, als einer seiner Gegner plötzlich zu Boden fiel, tot, noch bevor sie wussten, was passierte. Harry wurde zu einem huschenden Schatten um hinter einen der anderen zu kommen und stach das Messer in den Nacken des Jaffa's, während der Erste Primus den letzten mit einem orangenen Energieblitz, tötete. Harry trat von dem Körper weg und Jack lief an ihm vorbei, wobei er auf die zwei Jaffa feuerte, die hinter den Türen alles beobachtet hatten.

Harry nahm sich ein weiteres Messer und steckte es in die Messerscheide. Es passte nicht ganz, aber es würde reichen. Er schnippte mit seiner Schuhspitze eine Stabwaffe hoch und gab ihr für eine Sekunde einen Dreh, um ihr Gewicht zu testen. Es war an einem Ende ein bisschen schwerer, aber es würde reichen.

'So, jetzt einen Ausgang finden.'

'Was ist mit der Fernsteuerung, die das Schiff aktiviert. Es sollte noch immer dort sein, wo wir es zurückgelassen hatten', schlug Kel'ac vor.

Harrys Arm griff nach seinem Handgelenk. „Verdammt!", schrie er und überraschte die drei Erdlinge.

„Was ist los, Kel'ac?", fragte O'Neil.

„Ich bekomme keinen Zugang zu meinem Schiff, weil mir Apophis meine Fernsteuerung abgenommen hat", erklärte Harry genervt.

„Dein Schiff?", fragte Carter neugierig. „Welche Klasse ist es?"

„Es ist ein Shadow-Klasse Aufklärungsschiff. Es befindet sich seit drei Wochen unter einem Tarnmantel", erklärte er, obwohl er wusste, dass sie nicht wussten, was eine Shadow-Klasse war. „Die Jaffa haben mir alles genommen, was von Wert war, obwohl ich bezweifle, dass sie klug genug sind, um zu wissen, wie man es benutzt."

Er starrte den Ersten Primus, von dem er wusste, dass er Teal'c hieß, da er es Jack gesagt hatte, wütend an. „Er hat uns gerade geholfen zu entkommen", betonte Jackson und versuchte, die Spannung in der Luft etwas zu zerstreuen.

„Wahr, lasst mich nur eine Frage stellen: Wusstest du, dass ich die letzten drei Wochen, jeden Tag gefoltert wurde, selbst wenn Apophis es nicht befohlen hatte?", fragte er. Teal'c nickte nur geschlagen, wissend was kommen würde. „Und befehligst du nicht all die Jaffa hier?"

Harry drehte sich um und ging weg.

O'Neil schwang seine Stabwaffe herum, zielte auf die Wand und schoss ein Loch hinein, um eine Öffnung für die Flucht zu schaffen. Jackson duckte sich, trat hinaus und rief den anderen Gefangenen zu, ihnen zu folgen. Harry blieb stehen, erlaubte es so allen anderen den Raum zu verlassen und sah dann zu Teal'c. Er wusste, dass er hart zu dem Jaffa gewesen war. Der war als Sklave geboren worden, ein Leben lang dazu erzogen und gezwungen in Knechtschaft zu leben, aber es gab noch viel böses Blut zwischen den Tok'ra und den Jaffa und es war nicht leicht, einfach so einem zu trauen. Nicht, dass Teal'c wusste, dass er ein Tok'ra war.

„Es tut mir leid, Teal'c. Es waren nur ein paar harte Wochen", sagte Harry mit echter Reue in der Stimme.

„Ich muss mich auch entschuldigen, Kel'ac. Apophis wählt seine Folterknechte selbst aus. Ich konnte nichts tun und mir des Erfolges sicher sein. Ich hoffe, dass dir das noch hilft." Harry fing fast an hysterisch zu lachen, als der Jaffa ihm seine Gelenkssteuerung gab. Ein Gerät, das ihm nicht nur erlaubte das Schiff zu kontrollieren, sondern auch als Kommunikationsgerät diente und es konnte noch ein paar andere Dinge.

„Danke", sagte Harry ehrlich.

„Kommt schon, ihr zwei!", rief O'Neil durch das Loch in der Wand. „Wir müssen los!"

Harry zog eine Augenbraue hoch. Es war Teal'c, der sprach. „Ich kann nirgends hin."

„Wenn das so ist, kannst du bei mir wohnen!", antwortete O'Neil.

Sie liefen aus der Zelle raus, gerade als die Türen anfingen, sich zu öffnen. Sie waren ein gutes Stück hinter den anderen, aber holten sie bald ein. Sie hatten sie gerade eingeholt, als die Gruppe langsamer wurde, um wieder zu Atem zu kommen. Harry fühlte sich plötzlich krank und begann auf der Stelle zu schwanken. Jackson stützte ihn, als seine Knie weich wurden.

‚Wir brauchen eine Rast, Harry. Ich werde nicht fähig sein, uns noch länger aufrecht zu halten, ohne zu übernehmen und wenn ich das mache, wird Teal'c mich spüren. Ich bezweifle, dass die Menschen der Erde die Tok'ra getroffen haben und sie werden es nicht gut aufnehmen', sprach Kel'ac.

„Du wirst immer schwächer, Kel'ac", erwähnte Jackson. Harry nickte nur.

„Das wird schon, Doktor Jackson. Ich werde euch noch zum Tor bringen und dann zu meinem Schiff gehen, um mich auszuruhen", flüsterte Harry zurück. Während er sprach, gab er Befehle in seine Gelenkssteuerung ein. Das Gerät gab ein Piepen von sich, um anzuzeigen, dass die Maschinen hochfuhren.

„Sag Daniel zu mir. Von einem Achtjährigen Doktor genannt zu werden, klingt komisch", sagte Jackson, oder eher Daniel.

„Weiter geht's!", rief O'Neil. Die Gruppe begann wieder sich in Bewegung zu setzen. Jackson half Harry beim Gehen. Harry musste blinzeln, da sie plötzlich auf einer Lichtung nahe des Tores standen, richtete sich aber plötzlich auf, um auf seine Gelenkssteuerung zu schauen, als diese zweimal drängend piepte. Er las die Nachricht.

„Colonel, Captain, Daniel, Teal'c!", rief er und die Gerufenen drehten sich um, um ihn anzusehen, außer Jackson, der ihn sonst hätte fallen lassen müssen, wenn er sich umgedreht hätte. „Fünf Todesgleiter nähern sich uns von Westen!"

Sie fragten nicht, wie er das wissen konnte, aber sie begannen sofort die Leute in den Wald zu schicken, in die relative Sicherheit. Es war nicht zu früh, denn schon konnten sie das Heulen der Maschinen hören. Harry sah ungeduldig auf sein Handgelenk. „Verdammt!" Daniel sah ihn komisch an. Nicht zum ersten Mal, aber er schien es abzuschütteln.

„Was?", fragte Daniel.

„Geht in Deckung!", schrie Harry. „Mein Schiff braucht noch 30 Sekunden, um hier her zu kommen." Die beiden sprangen, um in Deckung zu gehen, als Explosionen die Lichtung erschütterten. Teal'c, Harry und O'Neil begannen mit ihren Stabwaffen zu feuern. Harrys Schüsse verfehlten die ersten paar Male ihr Ziel, aber sobald er sich daran gewöhnt hatte, traf er fast jedesmal, aber die Waffen machten einfach nicht genug Schaden.

Er duckte sich, als eine Explosion in seiner Nähe hochging. Er warf seine Waffe zu dem Air Force Captain, als das Schiff, auf welches Teal'c und O'Neil gefeuert hatten, die Kontrolle verlor, da ein Energieblitz durch eine der Maschinen gegangen war.

Harry sprang auf und brachte sine Hände zusammen, hielt sie in einer Wölbung und konzentrierte sich auf seine Magie, zog sie zu seiner hohlen Hand und je mehr er seine Hände auseinander zog, umso mehr sammelte sich. Ein Gleiter flog über seinen Kopf und er warf ihm den Energieball entgegen. Die Magie traf die Mitte des Schiffes und zerriss es in einer gewaltigen Welle heißer Luft.

„Wow!", murmelte Daniel. Ein weiterer Gleiter flog langsam über sie, um anzugreifen und ein rauchiger Streifen schoss von einem der Hügelspitzen hervor, änderte seinen Kurs leicht, traf den Gleiter und verwandelte ihn in einen Feuerball.

Harry richtete sich auf, als Jack etwas zu zwei Männern auf der Spitze des Hügels schrie. „Zwei weitere nähern sich!", rief Teal'c zu Jack. Sie drehten sich alle herum, nur um zu sehen, dass zwei weitere Gleiter schnell näher kamen.

„Lasst sie!", sagte Harry ruhig, als seine Gelenkssteuerung einmal piepste. Er warf einen Blick drauf, selbst als die Gruppe ihm komische Blicke zuwarf. Er drückte ein paar Knöpfe und plötzlich erschien zu ihrer Rechten ein anderes Schiff. Es zog hoch, drehte nach rechts und vier Lichtkugeln schossen von dem Schiff weg und trafen die zwei übrigen Gleiter.

„Wahoo!", rief O'Neil kindisch. „Ist das deines?"

„Ist es", antworte Harry mit einem Grinsen, als er seinem Schiff den Befehl gab, sich wieder zu tarnen. „Ihr solltet verschwinden, bevor sie noch mehr schicken."

„Werden wir dich wiedersehen?", fragte Daniel, während das Schiff vor ihnen landete, welches nur dann bemerkbar war, als Harry die Rampe öffnete.

„Wahrscheinlich", sagte Harry und betrat nebenbei das Schiff. „Eine Frage noch: Habt ihr etwas mit Ra's Tod zu tun?"

„Das waren wir, ja", sagte O'Neil bescheiden.

„Dann sind die Melatai in eurer Schuld. Wir hielten seine Streitkräfte nur mit viel Mühe zurück, aber jetzt haben wir eine Chance alles wieder aufzubauen. Wir werden euch vielleicht besuchen, wenn wir ein Schiff übrig haben", sagte Harry.

„Warum benutzt ihr nicht ein Stargate?", fragte Carter neugierig.
„Es gibt im Melatai-System keine Stargates. Wir verwenden Schiffe, um uns fortzubewegen", erklärte Harry. „Aber ihr müsst gehen. Ich werde euch so gut es geht Deckung geben."

Es wurde nichts weiter beredet, als Hörner durch den Wald schallten und Harry schloss die Rampe hinter sich. Er berührte seine Fernsteuerung und das Schiff zitterte leicht, als es abhob.

Harry sprang in den Kontrollsitz und ergriff die zwei Kontrollsticks, die seine Steuerung waren. Das Schiff reagierte auf seine Berührung und katapultierte sich in die Luft. Harry kreiste über dem Areal, während er seinen Blick auf die Sensoren gerichtet hatte, die eine Gruppe von Flüchtlingen und die näherkommenden Patrouillen der Jaffa, zeigte.

Harry sah auf den Sensoren, dass das Team der Erde das Tor erreicht hatte, nur um von allen Seiten eingekreist zu werden. Harry brachte das Schiff zwischen die fliehenden Leute und die größte Gruppe der näherkommenden Jaffa. Er deaktivierte die Tarnung und aktivierte die Schilde des Schiffes, um die Shadow und die Flüchtlinge zu schützen.

Energie begann sofort gegen die Schilde zu regnen und die normalerweise durchsichtigen Schilde leuchteten weiß, wo immer sie getroffen wurden. Er richtete das Frontgeschütz auf die Angreifer und begann dieses abzufeuern. Nach einer Weile drehte er das Schiff, um eine Attacke abzuwehren, die einige Kämpfer der Erde, die er nicht kannte, überwältigt hatten.

Er beobachtete wie der Letzte der Flüchtlinge, die nicht schossen, durch das Tor verschwand, bevor die Erdenbewohner ihm folgten.

Er öffnete eine Funkfrequenz, welche die Kommunikationsausrüstung erst gestern aufgezeichnet hatte. Es hatte offensichtlich etwas mit der Erde zu tun und er gab dem Schiff den Befehl, sie nachzuahmen.

„Erde, hier spricht …" Er brach ab und überlegte, wie er sich nennen sollte, aber beließ es schließlich bei etwas einfachem. „Die Shadow. Ich hoffe, ihr seid in Ordnung?"

Es gab eine kurze Pause, ehe etwas zurückkam. „Hier spricht Colonel O'Neil." Der Grund für die Pause war wahrscheinlich dieser, dass er sich einen Funk geschnappt hatte.

„Danke Kel'ac. Wir hoffen, dass wir dich bald wiedersehen werden!"

„Ihr habt mich ebenfalls gerettet und dafür bin ich dankbar. Ihr werdet mich zweifellos wieder sehen. Lebt wohl!" Er beendete die Übertragung und zog brutal hoch, als sich das Tor schloss.

Ü/N: Das nächste Kapitel wird voraussichtlich in den nächsten 3 bis 4 Wochen kommen. Hatte zwischenzeitlich mit meiner Sehnenscheidenentzündung zu kämpfen und noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Das heißt das Kapitel ist leider etwas liegen geblieben.
Bis zum nächsten Mal!