Hallo,
wie immer möchte ich mich an dieser stelle für eure lieben kommis bedanken... es freut mich, das ihr die geschichte mögt, denn im moment ist sie mein baby...
euch alle mal umknuddel...
nerventod
oooooooooo
8. Verzweiflung
Harry lag in seinem Bett im Gryffindor-Schlafsaal. Es war Sonntagmorgen und er hatte die ganze Nacht kein Auge zugetan. Immer wieder hatte er die Bilder der letzten Erinnerung gesehen, als er die Augen geschlossen hatte. Normalerweise sollte er schon längst auf dem Weg zum Frühstück sein, um nachher pünktlich im Büro des Direktors zu erscheinen. Aber er konnte einfach nicht. Er wollte nicht noch mehr sehen.
Gestern, als Snape ihn draußen am See gefunden hatte, war er dem Mann so dankbar, dass er ihn einfach in den Arm genommen hatte. Snape hatte ihn einfach festhalten und ihm immer wieder beruhigend über den Rücken gestrichen. Harry hatte sich so wohl und geborgen gefühlt in der Umarmung, auch wenn es ihm am Anfang sehr schwer gefallen war, diese Berührung zuzulassen. Er hatte sich so furchtbar gefüllt, als er gespürt hatte, die Malfoy ihn… nein, Vin angefasst hatte, ohne dass es möglich gewesen war, sich zu wehren. Die Hilflosigkeit und Demütigung die er in dieser Situation gefühlt hatte, war einfach zu viel gewesen.
Er schaute zur Uhr. In dreißig Minuten sollte er wieder bei Dumbledore sein. Sollte er aufstehen? Sollte er sich wirklich einer neuen Erinnerung aussetzen, die vielleicht noch schlimmer war? Was wäre, wenn Lucius sein Vorhaben diesmal zu Ende führen könnte? Er wollte es nicht wissen. Viel zu schrecklich war die Vorstellung. Er hatte Angst davor, wieder so etwas Furchtbares ertragen zu müssen. Aber was war mit diesen Erinnerungen? Woher kamen sie? Und warum war es so, dass er sie erlebte, wogegen Snape sie offensichtlich nur betrachtete?
Harry war so unendlich müde, doch er hatte Angst davor, erneut die Augen zu schließen. Es blieb ihm nur eine Möglichkeit. Leise, um die anderen Jungen in seinem Schlafsaal nicht zu wecken, zog er sich schnell an und machte sich auf dem Weg zur Krankenstation. Dort bat er Madam Pomfrey um einen Traumlostrank, nachdem er ihr erklärt hatte, dass er die ganze Nacht nicht geschlafen hatte. Zum Glück hatte die Medihexe nicht weiter nachgefragt, warum er nicht hatte schlafen können, sondern ihm nach einer kurzen Untersuchung den Trank gegeben. Harry war darüber froh gewesen. Nie hätte er es geschafft, ihr zu erklären, warum er nicht schlafen konnte.
Kurz von neun war er wieder in seinem Schlafsaal und obwohl er wusste, dass er jetzt eigentlich bei Dumbledore und Snape sein sollte, legte er sich ins Bett und nahm den Trank. Es war ihm egal, dass die beiden Männer auf ihn warteten. Kurz darauf fiel er endlich in einen traumlosen Schlaf.
oooooooooo
Snape stand mit ausdrucksloser Miene an dem Fenster in Dumbledores Büro und schaute auf die Ländereien Hogwarts. Es war nun schon fast halb zehn und Harry war noch nicht aufgetaucht. Er war sich sicher, dass der Junge nicht mehr auftauchen würde. Er konnte es verstehen. Als er Harry gestern, nachdem er beinahe über eine Stunde bei ihm am See gewesen war, in seinen Turm geschickt hatte, war er wieder zu Dumbledore begangen, um ihm zu erzählen, was sie gesehen hatten. Der alte Mann war bestürzt darüber, besonders über die Tatsache, dass Harry diese Erinnerungen erlebte.
Sie hatten lange darüber gesprochen, ob sie weitermachen sollten, doch Dumbledore war der Meinung, dass es wichtig wäre, herauszufinden wie diese Erinnerungen weitergingen. Er war sich sicher, dass sie irgendwann erfahren würden, warum Harry und er sie überhaupt sehen konnten. Und Snape hatte ihm Recht geben müssen, auch wenn es sich nicht sicher war, ob es für Harry gut wäre, die Sache weiter zu verfolgen. Der Junge war ziemlich mitgenommen gewesen von der letzten Erinnerung, was absolut verständlich gewesen ist. Snape fragte sich, warum Harry nicht erwähnt hatte, dass er die Erinnerungen selbst erlebte. Er war davon ausgegangen, dass Harry es so wie er selbst es erleben würde.
Als er den Jungen im Arm gehalten hatte, hatte er eine unbändige Wut auf Lucius in sich aufsteigen gefühlt. Es machte ihn wütend, dass Lucius den Jungen so verletzt hatte. Ihm war klar, dass es nicht wirklich passiert war, und doch konnte er den Hass, den er in diesem Moment gefühlt hatte, nicht verleugnen. Snape kämpfte noch immer mit sich. Alles war so verwirrend. Dumbledore hatte Recht, wenn er sagte, dass eine Manipulation ihre Gedächtnisse nicht infrage kam. Viel zu viele Menschen hätten von diesem Zauber betroffen sein müssen und das war unmöglich.
In der vergangenen Woche hatte sich Dumbledore mit dem Ministerium in Verbindung gesetzt und nach Informationen über die Familie Hallwood gefragt. Erstaunlicherweise gab es tatsächlich dieses Ehepaar, das damals in Griechenland gelebt hatte, und die in ihrer Tätigkeit als Auroren getötet worden waren, doch sie hatten nie einen Sohn gehabt, der Vin hieß. Genau genommen hatten sie gar keine Kinder gehabt. Das machte die ganze Sache noch viel merkwürdiger.
Dumbledore seufzte. So wie es aussah, würde Harry hier heute nicht mehr auftauchen. Was sollte er tun? Zu ihm gehen? Ihn überreden, eine weitere Erinnerung zu erleben? Er konnte ihn nicht zwingen, wollte es auch nicht. Harry müsste es freiwillig tun.
"Ich denke nicht, dass Harry noch kommen wird.", sagte der Direktor Hogwarts schließlich.
"Ich kann ihm das nicht verdenken.", erwiderte Snape nachdenklich. "Das gestern war einfach zu viel. Ich weiß nicht, ob Potter das verkraftet. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, wie es sein musste, dass durchzumachen."
"Was sollen wir jetzt tun?", fragte Dumbledore.
"Wir sollten ihn erst einmal zur Ruhe kommen lassen. Vielleicht wäre es das Beste, wenn wir den Jungen zu Madam Pomfrey schicken. Ich denke, dass er jetzt psychische Behandlung braucht. Potter ist zwar stark, aber dies ist für einen Jungen seines Alters zu viel.", erwiderte der Tränkemeister.
Dumbledore nickte. Es tat ihm leid, dass Harry dies durchmachen musste und doch mussten sie ist irgendwie schaffen, dass er weitermachte. Es gab einen Grund, warum Harry diese Erinnerungen hatte und vielleicht war es von entscheidender Bedeutung, dass sie herausfanden, was dieser Grund war. Ein Zufall konnte es einfach nicht sein.
"Ich werde Madam Pomfrey bitten, sich mit Harry zu unterhalten. Wir können nur hoffen, dass er es schafft, darüber hinwegzukommen, damit wir weitermachen können.", sagte Dumbledore.
Snape nickte. Nach einer Weile löste er sich endlich von seiner Starre und verließ dann, nachdem er sich von dem Direktor verabschiedet hatte das Büro.
oooooooooo
Den ganzen Sonntag über hatten sie Harry nicht zu Gesicht bekommen. Dumbledore hatte mit Madam Pomfrey gesprochen und ihr erklärt, was los war. Von ihr hatte er erfahren, dass Harry am Morgen auf der Krankenstation gewesen war, um sich von ihr einen Traumlostrank geben zu lassen. Sie hatten also Recht gehabt. Der Junge kam mit dem Erlebten nicht klar und die Krankenschwester versprach, sich um Harry zu kümmern, sollte sie die Gelegenheit dazu bekommen.
Auch Montag früh erschien Harry nicht zum Frühstück. Besorgt sah Dumbledore zu seinen Freunden, Ron und Hermine, doch Harry war nirgends zu sehen. Da es für Harry allerdings nicht ungewöhnlich war, nicht zum Frühstück zu erscheinen, beließ er es dabei. Er würde mit allen Lehren reden, damit diese ein Auge auf den Jungen werfen wurden. Sollte er nicht zum Unterricht erscheinen, müsste er eben selbst in den Gryffindor-Turm gehen und nach ihm sehen.
Doch Harry erschien zum Unterricht. Begleitet von den mitleidigen Blicken seiner Freunde setzte er sich und verfolgte den Unterricht still, wie immer. Er sprach nun gar nicht mehr, selbst dann nicht wenn er von den Lehrern angesprochen wurde. Als McGonagall zu Mittagessen, zu dem Harry ebenfalls nicht erschienen darüber mit Dumbledore sprach, hörte auch Snape aufmerksam zu. Und auch er machte sich nun ebenfalls Sorgen.
Als Harry dann auch nicht zum Abendessen erschien, machte sich nun Dumbledore auf den Weg in den Gryffindor-Turm um nach ihm zu sehen. Snape war extra nach draußen gegangen, um wie üblich den Jungen dazu zu bringen zum Essen hinein zukommen, doch traf er Harry dort nicht an. Wahrscheinlich hatte er diesen Ort absichtlich gemieden, damit ihn sein Professor nicht finden konnte. Doch Dumbledore traf Harry auch nicht oben an. Wo war der Junge? Zusammen mit Snape begab er sich nun auf die Suche nach ihm, doch Harry blieb verschwunden.
Von Ron und Hermine erfuhr Dumbledore am nächsten Tag, dass Harry auch am Abend nicht in Gemeinschaftsraum aufgetaucht war. Nun wurde die Sache wirklich ernst. Sie mussten den Jungen finden. Hermine hatte schließlich die Idee, auf der Karte des Rumtreibers nachzusehen, ob Harry sich überhaupt noch im Schloss aufhielt. Die beiden Professoren schauten nicht schlecht, als Hermine ihnen keine halbe Stunde später die Karte präsentierte, auf der ganz Hogwarts und dessen Bewohner abgebildet waren. Doch ehe sie etwas dazu sagen konnten, hatte Ron bereits seinen Freund gefunden. Harry befand sich im Raum der Wünsche.
Dumbledore schickte seine beiden Schüler in den Unterricht, mit dem Versprechen, dass er sich um Harry kümmern werde. Da auch Snape in den Unterricht musste, überließ er es dem Direktor sich um den Jungen zu kümmern.
Als er zu Mittagessen die große Halle betrat, ging sein Blick zunächst hinüber zum Gryffindor-Tisch, doch er konnte Harry dort nirgends entdecken. Mit fragendem Blick setzte er sich. "Was ist mit Potter?", fragte er den Direktor.
"Ich weiß es nicht.", seufzte der alte Mann. "Ich schaffe es einfach nicht, in den Raum zu gelangen. Er bleibt für mich verborgen. Wenn Harry dort nicht freiwillig rauskommt, weiß ich nicht, was wir tun sollen."
Snape konnte die Sorge in Dumbledores Stimme hören. "Was sollen wir jetzt tun?", fragte der schwarzhaarige Tränkemeister.
"Wir können nur abwarten.", erwiderte Dumbledore. Ich habe vorhin Dobby beauftragt, Harry etwas zu Essen zu bringen. Als Hauself ist es ihm möglich hinein zu gelangen, auch wenn er unglücklicherweise nicht die Tür für uns öffnen kann."
Nach Unterrichtsschluss begab sich Snape hinauf in Dumbledores Büro, um zu erfahren, ob es Neuigkeiten gebe. Doch der Direktor konnte ihm leider nichts Neues erzählen. Für eine Weile saßen beide schweigend da, ehe sie ein leises ‚plopp' aus ihren Gedanken riss. Dobby verneigte sich tief vor den beiden anwesenden. "Guten Abend, Professor Dumbledore, Sir. Guten Abend, Professor Snape, Sir.", sagte er.
"Was gibt es, Dobby?", fragte der Direktor
"Professor Dumbledore, Sir, Dobby hat gemacht, worum Professor Dumbledore ihn gebeten hat. Dobby hat Harry Potter zu Essen gebracht, aber als Dobby vorhin das leere Geschirr abholen wollte, war noch das ganze Essen da. Dobby hat versucht Harry Potter zu überreden, etwas zu essen, aber Harry Potter hat nicht auf Dobby reagiert.", piepste der Hauself traurig.
"Wie geht es ihm?", fragte Snape.
"Harry Potter ist sehr traurig und ganz blass, Professor Snape, Sir. Dobby hat versucht Harry Potter aufzuheitern, aber es hat nicht funktioniert. Harry Potter sitzt nur da und sagt nichts.", antwortete Dobby.
"Das ist ja lächerlich.", sagte Snape nur aufgebracht. "Ich werde den Jungen jetzt da raus holen."
Mit diesen Worten stürmte er aus dem Büro und ließ einen verdutzten Dumbledore zurück der hoffte, dass sein Professor mehr Erfolg haben würde als er. Er bedankte sich bei Dobby, worauf der Hauself wieder verschwand. Er hoffte wirklich inständig, dass Snape es schaffen konnte, zur Harry zu gelangen.
Snape kam beim Raum der Wünsche an, nachdem er zwei Ravenclaws, die seiner Meinung nach viel zu laut schwatzend durch die Gänge gelaufen waren, angefahren hatte. Wie sollte er nur in den Raum kommen, wenn selbst Dumbledore es nicht geschafft hatte? Er versuchte es ein paar Mal, schafft er es aber nicht, dass die Tür erschien, um ihn einzulassen. Er war wütend. Wütend darauf, dass der Junge sich versteckte und er nun wie ein Idiot in diesem Gang auf und ab lief, um zu ihm zu kommen. Und außerdem war er wütend auf sich. Wieso hatte er Harry einfach gehen lassen? Wieso hatte er, der Meister, wenn es darum ging, den Gefühlszustand anderer Menschen mit einem Blick zu beurteilen, so versagt? Warum hatte er nicht gesehen, dass es ihm so schlecht ging? War er wirklich so blind gewesen?
Und doch… ja, dass musste er zugeben… Und doch überwog im Moment die Sorge. Harry hatte jetzt seit zwei Tagen nichts mehr gegessen und das, obwohl er eh schon zu dünn war. Er musste einfach in diesen Raum kommen, denn vielleicht schaffte es Potter bald nicht mehr allein hinaus. Er würde hier auf keinen Fall weggehen, ehe er Potter nicht da raus geholt hätte. Wieso zeigte sich diese verdammte Tür nicht? Snape ging mittlerweile beinahe verzweifelt vor der leeren Wand auf und ab und in dem Moment, als er seine Wut vergaß und er nichts anderes spürte, als den verzweifelten Wunsch irgendwie zu dem Gryffindor zu kommen, erschien die Tür. Verblüfft schaute er sie an, ehe sein Gesichtsausdruck zu einem entschlossenen wechselte.
Vorsichtig, um Harry nicht zu erschrecken, zog Snape die Tür auf und erstarrte. Er hatte schon Geschichten von diesem Raum gehört, der sich den Wünschen desjenigen anpasste, der ihn hervorrief. Gerüchten zufolge sollte er sogar ein ganzes Quidditch-Feld beherbergen können. Doch das, was er hier fand, war bedrückend. Er stand vor einer kleinen Kammer, die vielleicht gerade mal 2,50 Meter mal einen Meter groß war. Vorne, wo die Tür war, war der Raum am höchsten, doch nach rechts hin, führte aus der oberen linken Ecke eine schräge Wand hinunter, so dass es aussah, als würde sich dieser kleine Raum unter einer Treppe befinden. Auf dem Boden lag eine alte Matratze und genau darauf, in die Ecke gedrückt, kauerte Harry.
Alle guten Vorsätze, den Jungen anzuschreien und ihn so wieder zur Vernunft zu bringen wurden durch den Anblick dieses kleinen Häufchens Mensch, zunichte gemacht. Snape betrat vorsichtig den Raum und setzte sich, nachdem er die Tür geschlossen hatte, langsam neben Harry. Dieser beobachtete seinen Lehrer dabei mit ausdruckslosem Gesicht.
"Was ist das hier für ein Ort?", fragte der Tränkemeister. Diese Frage schien ihm geeignet, um ein Gespräch mit Harry zu beginnen.
Der antwortete erst nach einer Weile. „Mein Zimmer.", wisperte er.
Ungeachtet der Tatsache, dass ihn diese Auskunft erschreckte, fragte Snape weiter. "Wieso haben Sie sich diesen Ort gewünscht?"
Harry lächelte gequält. "Weil das der Ort ist, an dem mich meine Verwandten immer in Ruhe gelassen haben. Hierhin habe ich mich zurückgezogen, wenn Dudley mich mal wieder mit seinen Freunden verprügelt hat, oder nachdem ich von meiner Tante oder meinem Onkel angeschrieen wurde. Es war zehn Jahre lang mein Reich, mein Zuhause, sozusagen."
Für kurze Zeit saßen sie einfach schweigend beieinander. "Mister Potter, Sie müssen wieder hier heraus kommen. Viele machen sich ihretwegen Sorgen. Ich weiß, dass das, was wir gesehen haben nicht einfach war, aber Sie müssen sich immer wieder sagen, dass nicht Sie es waren, dem das widerfahren ist."
"Ich weiß. Aber… aber ich habe es gefühlt. Ich habe seine Hilflosigkeit und seine Angst gefühlt. Und dabei habe ich mir geschworen, mich nie wieder so fühlen zu müssen."
"Wie meinen Sie das?", fragte Snape.
"Als ich… als ich klein war, hat manchmal ein Freund der Dursleys auf Dudley und mich aufgepasst, wenn mein Onkel und meine Tante mal Abends ausgehen wollten.", sagte Harry ohne jegliche Emotion. "Ich habe dann immer in Dudleys zweitem Zimmer schlafen müssen, damit er nicht mitbekam, dass mein Zimmer, dies hier war. An dem einen Abend kam Onkel Doug zu mir ins Zimmer und hat sich an mein Bett gesetzt. Und er hat gesagt, dass er mich sehr lieb hat und dass ich ihn doch sicher auch sehr lieb hätte. Und dann… dann hat er seine Hose geöffnet und eine meiner Hände auf sein Glied gelegt und mir dann gezeigt, wie ich es streicheln sollte. Ich fand es einfach nur widerlich und habe mich dafür geschämt, dass ich ihm nicht gesagt habe, dass er das lassen soll. Von da an, kam Onkel Doug immer zu mir, wenn er auf uns aufpassen sollte. Ich war schwach. Ich habe das einfach mit mir machen lassen, ohne mich zu wehren."
Snape war ehrlich bestürzt. "Es war nicht Ihre Schuld, Mister Potter. Weder die Sache mit dieser Person, noch die Sache mit Lucius. Sie waren damals ein Kind. Sie haben keinen Grund, sich zu schämen.", sagte Snape ruhig. "Als Kind hat man ein Recht darauf, dass man die Finger von einem lässt. Was sie erlebt haben war schrecklich und ich kann mir vorstellen, wie Ihnen diese letzte Erinnerung deshalb noch mehr zugesetzt hat. Ich möchte Ihnen raten, zu Madame Pomfrey zu gehen und mit ihr darüber zu sprechen. Würden Sie das bitte tun? Sie dürfen sich nicht verstecken und es wird Zeit, diesen Raum wieder zu verlassen."
"Was ist mit den Sitzungen mit Ihnen und Professor Dumbledore?", fragte Harry.
"Das ist allein Ihre Entscheidung. Sie werden am meisten davon beeinflusst. Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass das, was wir zuletzt gesehen haben, das Schlimmste war, was wir zu Gesicht bekommen. Ich kann Ihnen nur versichern, dass ich für Sie da sein werde, wenn sie sich entschließen sollten weiter zu machen."
Harry sagte nichts dazu, sondern nickte nur leicht. „So, Mister Potter. Sind Sie nun bereit, hier zu verschwinden? Und ich möchte Ihnen raten, es sich gut zu überlegen. Ich werde Sie hier nicht zurücklassen, auch wenn das heißt, dass man in ein paar hundert Jahren einmal unsere Skelette hier finden wird.", sagte Snape und erhob sich.
Harry konnte nicht anders, doch die Vorstellung brachte ihn zu einem leichten Schmunzeln. Er ergriff die Hand, die Snape ihm anbot und ließ sich von ihm hochziehen. Sein durch Nahrungsmangel geschwächter Körper konnte allerdings mit dieser schnellen Bewegung nichts anfangen, so dass er beinahe zusammenbrach, hätte Snape ihn nicht gehalten. Der Tränkemeister überlegte nicht lange, sondern nahm den Gryffindor auf seine Arme und ging mit ihm durch die Tür. Da das Abendessen bereits seit einer Stunde aus war, nahm er Harry einfach mit hinunter in seine Räume. Der Junge würde jetzt etwas essen, so wahr er Severus Snape hieß.
