Huhu -wie verrückt winkt-
ich habe endlich ein neuse chap für euch, bei dem ich wieder die hilfe meiner wunderbaren beta snapeswife und der verehrten pikaf in anspruch nehmen durfte... ich danke euch beiden ganz doll
genauso wie euch, meine lieben kommi-schreiber... ihr lasst mein herz jedes mal höher schlagen, wenn ich lesen darf, was ihr von der geschichte haltet... ein fettes dankeschön an euch alle
knuddels
nerventod
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16. Das nächtliche Treffen
Snape saß in seinem Wohnzimmer in einem gemütlichen Sessel neben dem Kamin und hatte ein Buch auf seinem Schoß. Neben ihm auf einem kleinen Tisch standen ein Glas Rotwein und eine Flasche desselben, die bereits halb leer war. Seit er heute Nachmittag aus Dumbledores Büro verschwunden war, war er hier. Sogar das Abendessen hatte er hier eingenommen. Es war bereits weit nach 22.00 Uhr und Snape war dankbar, dass er heute keine Aufsicht hatte. Er brauchte seine Ruhe und die bekam er normalerweise bei einem guten Buch und einem Gläschen Rotwein.
Doch heute war sein Kopf einfach zu voll, als dass er sich auf das Buch hätte konzentrieren können. Resigniert ließ er es nun bereits zum zehnten Mal sinken. Sein Kopf war einfach zu voll. Heute war etwas passiert, was er weder verstehen, noch vergessen konnte. Als er vorhin mit Harry zusammen wieder aus der Erinnerung gekommen war und dessen traurige Augen gesehen hatte, hatte sich etwas in ihm geregt. Etwas, was er in dieser Intensität noch nie gespürt hatte, etwas, was einfach nicht sein durfte. Er hatte das unbändige Verlangen gehabt, diesen Jungen einfach in seine Arme zu ziehen und nie wieder los zu lassen.
Zuerst hatte er geglaubt, dass dies nur noch die Nachwirkungen der Erinnerung waren, da sie ja immerhin eine sehr emotionale Szene beobachtet hatten. Doch auch jetzt war das Verlangen nach dem Jungen da. Es war nun unmissverständlich klar. Er, Severus Snape, hatte Gefühle für den Gryffindor entwickelt. Ausgerechnet er, der sich solche Gefühle immer verboten hatte. Bisher war ihm das auch immer gelungen, aber vielleicht lag das ja wirklich daran, dass er nicht auf Frauen stand. Snape griff nach seinem Glas und leerte es in einem Zug, ehe er aufstand. Er durfte einfach nicht mehr darüber nachdenken. Er war ein erwachsener Mann, mehr als doppelt so alt wie Harry und er war zudem noch dessen Lehrer. Diese Gefühle waren einfach absurd.
Er erhob sich, um ins Bett zu gehen, als er plötzlich starke Schmerzen in seinem linken Unterarm verspürte. Ausgerechnet heute Abend rief ihn der Dunkle Lord zu sich. Verdammt! Snape eilte in sein Labor und holte dort einen Trank, der seine geistige Abwehr verstärken würde. Noch nie hatte er ihn gebraucht, aber heute empfand er es als sicherer. Dann holte er seinen Umhang und seine Maske aus seinem Schlafzimmer und war kurz darauf aus seinen Räumen und dem Schloss verschwunden. Er rannte beinahe zur Appariergrenze und kurz darauf fand er sich inmitten der Anhänger des Dunklen Lords wieder. Er brauchte seine ganze Kraft, sich zu konzentrieren.
Normalerweise würde jetzt Lucius Malfoy den leeren Platz neben ihm füllen, säße er nicht in Azkaban, und Snape hatte alle Mühe sich bei diesem Gedanken zusammenzureißen. Dieser Mann hatte ihn von Anfang an manipuliert und die Tatsache, dass er nun wusste, wie man mit ihm umgegangen wäre, wenn er sich damals gegen den Blonden entschieden hätte, brachte sein Blut in Wallung. Aber er durfte sich jetzt einfach nicht davon ablenken lassen. Der Dunkle Lord würde dies sicher bemerken und so schob er diese Gedanken weit von sich, als eben jener unter seinen Anhängern auftauchte.
„Willkommen, meine Freunde", zischte Voldemort und schaute sich im Kreis seiner Anhänger um. Alle waren pünktlich erschienen, was er wohlwollend zur Kenntnis nahm. Snape hörte aufmerksam zu, als sein Meister wie üblich damit begann mit verschiedenen seiner Todessern zu sprechen, einige bestrafte, weil sie ihre Aufgaben nicht zu seiner Zufriedenheit erledigt hatten und anderen neue Aufträge erteilte. Nach einer halben Stunde war es vorbei und Snape wollte schon gehen, als er noch einmal angesprochen wurde. „Severus, Du bleibst", befahl der Dunkle Lord.
„Ich habe einen Auftrag für Dich, von dem niemand anderer erfahren darf", sagte er zu Snape, nachdem die anderen verschwunden waren. „Ich wünsche, dass Du mir eine Kopie des Schlüssels für das Verlies der Potters bei Gringotts besorgst. Darin befindet sich etwas, was ich benötige. Nur Du hast die Möglichkeit dazu, diesen Auftrag auszuführen. Du hast zwei Monate Zeit."
Snape wusste, dass es nur den Zorn Voldemorts heraufbeschwören würde, wenn er nach dem Grund für diesen Auftrag oder danach, wie er das anstellen sollte, fragen würde. Daher beschränkte er sich darauf, sich tief zu verbeugen. „Jawohl, Mein Lord", sagte er.
„Enttäusche mich nicht!" funkelte ihn der Dunkle Lord an. „Du kannst gehen."
Noch einmal verbeugte sich Snape, ehe er sich umdrehte und ging. Zurück in Hogwarts eilte er sofort zu Dumbledore und erstattete ihm Bericht. Der Direktor beschloss, dass Snape Mitte der nächsten Woche mit dem Jungen zu Gringotts gehen sollte, um in dem Verlies danach zu suchen, was Voldemort haben wollte, auch wenn beide nicht wussten, was es war. Dieser Auftrag schien äußerst wichtig zu sein und sie mussten herausfinden, warum das so war.
Gedankenverloren machte sich Snape danach wieder auf den Weg in seine Räume.
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Der nächste Morgen kam und damit war es auch wieder Zeit, sich in eine neue Erinnerung zu begeben. Snape war, wie immer, bereits in Dumbledores Büro, als Harry auftauchte. Als er den jungen Gryffindor sah, ging er hinüber zu seinem Platz und holte eine Phiole des Trankes aus seiner Robe, die er ihm reichte. Ein wahrer Blitz durchfuhr seinen Körper, als sie sich dabei berührten, doch er ließ sich nichts anmerken und tauchte wenig später mit Harry in die neue Erinnerung.
Es war früh am Morgen, als Vin und Severus gemeinsam die Große Halle betraten. Seit dem Zwischenfall mit den Rumtreibern waren zwei Wochen vergangen. Potter und seine Freunde ließen die beiden nun in Ruhe. Es gab keine Sticheleien mehr zwischen ihnen, um genau zu sein sprachen sie nicht mehr miteinander, sondern gingen sich so gut es ging aus dem Weg. Beide waren froh, dass dieses Schuljahr in einem Monat enden würde.
Sie setzen sich an das Ende des Gryffindor-Tisches und frühstückten gemeinsam. Heute durften die Schüler wieder einmal nach Hogsmeade und nachdem sie lange darüber nachgedacht hatten, hatten sie sich entschlossen, ebenfalls hinunter ins Dorf zu gehen. Severus hatte sich eigentlich einen gemütlichen Tag im Schloss machen wollen, wo doch schon mal alle Schüler ab der dritten Klasse hier verschwinden würden, doch Vin hatte solange gebettelt, doch mitzugehen dass er schließlich nachgegeben hatte.
Nach dem Frühstück machten sie sich zusammen mit den anderen Gryffindors auf den Weg. Severus fand es besser, nicht allein zu gehen und so liefen sie einfach hinter den anderen her ins Dorf. Dort angekommen, gingen sie zunächst in den ‚Honigtopf'. Im Gegensatz zu seinem Freund, liebte Vin Süßigkeiten und musste unbedingt seinen Vorrat wieder auffüllen. Severus schmunzelte als er die leuchtenden Augen seines Schatzes sah, der sichtlich Mühe hatte sich zu entscheiden was er kaufen sollte. Doch nach einer guten halben Stunde hatte er endlich alles was er brauchte und die beiden verließen den Laden wieder.
Den nächsten Halt machten sie in einer Buchhandlung, in der Severus unbedingt nach einem neuen Buch sehen wollte. Vin konnte es nicht lassen dem Langhaarigen sanft über den Hintern zu streicheln, als dieser gerade begierig in dem neuen Buch las. Auf den verblüfften Blick, der darauf folgte, zwinkerte er ihm nur frech zu. Severus schnappte sich seine Hand und bezahlte schnell das Buch, ehe er mit Vin das Geschäft verließ. Es lag in einer kleinen, dunklen Gasse und Severus zog seinen Freund einfach in eine kleine Nische neben dieser. Sofort presste er sich an ihn und nahm die Lippen den Kurzhaarigen in Beschlag. „Vielleicht hätten wir doch im Schloss bleiben sollen", grinste Vin, nachdem sie sich schwer atmend voneinander gelöst hatte.
„Meine Rede", erwiderte Severus, ehe er sich erneut den Lippen des anderen widmete.
Eine halbe Stunde später stürzten sie sich wieder in das Getümmel und besuchten noch die verschiedensten Geschäfte, ehe sie sich in den ‚Drei Besen' niederließen, um sich vor dem Heimweg noch ein Butterbier zu genehmigen. Vin setzte sich mit ihren Einkäufen an einen leeren Tisch, während Severus ihnen die Getränke holte. Gerade hatte der die Getränke in der Hand, als er plötzlich von Lucius angesprochen wurde. Vin konnte nicht verstehen was gesagt wurde, doch er konnte sehen wie Severus zornig sein Gesicht verzog und etwas erwiderte, ehe er den Blonden einfach stehen ließ und zu ihm kam.
„Was wollte er?" fragte Vin besorgt.
„Nur die üblichen Beleidigungen", erwiderte der Langhaarige kurz, doch Vin war sich nicht sicher ob dies stimmte, wusste aber auch, dass er auf weitere Fragen keine Antworten bekommen würde. Sie tranken still ihr Butterbier, ehe sie sich wieder auf dem Weg nach oben ins Schloss machten.
Als sie an diesem Abend ins Bett gingen, konnte Vin lange Zeit einfach nicht einschlafen. Severus hatte sich sehr ruhig verhalten seit er auf Lucius getroffen war und das machte ihm Sorgen. Er wurde durch ein Geräusch aufgeschreckt. Vorsichtig lugte er durch den Vorhang seines Bettes, nur um zu sehen, wie sich sein Freund aus dem Schlafsaal schlich. Schnell schlüpfte er aus seinem Bett, zog sich einen Umhang und Schuhe an und folgte ihm. Severus ging auf direktem Wege aus dem Schloss und hinein in den Verbotenen Wald. Vin folgte ihm mit einigem Abstand und musste erstaunt feststellen, dass Severus auf einer Lichtung einfach stehen geblieben war und auf etwas zu warten schien. Er versteckte sich hinter einem Strauch und wartete, was passieren würde.
Vin blieb beinahe das Herz stehen, als schließlich Malfoy auf der Lichtung auftauchte. Er wollte aufstehen und zu seinem Freund gehen, als er plötzlich von einem ‚Pertificus Totalus' getroffen wurde. Er konnte sich nicht mehr rühren und konnte nur sehen wie Severus, alarmiert durch das Geräusch in seine Richtung sah und dann wieder wütend zu dem Blonden vor ihm schaute, als Crabbe und Goyle aus jener Richtung auf ihn zukamen.
„Das nennst du also ‚alleine miteinander sprechen'" knurrte er Malfoy an.
„Aber, aber, Severus. Wer wird denn so kleinlich sein?" fragte Lucius amüsiert. „Man merkt schon, du bist kein Slytherin mehr, sonst hättest du nicht vergessen, dass man sich immer eine Hintertür einbauen muss. Immerhin hättest du hier mit Potter und seiner Bande auftauchen können. Deinen neuen Freunden..."
Vin konnte erkennen, dass Severus das überhaupt nicht gefiel, doch der Langhaarige straffte sich wieder. „Was ist nun? Was willst du?"
„Es geht um Deinen kleinen… Freund", antwortete Lucius. „Es wird Zeit dass Du einsiehst, dass er nicht gut für Dich ist. Bisher hat er Dir nur Schwierigkeiten gebracht. Ich möchte Dir die Chance geben wieder zu Deinen wahren Freunden zurückzukehren, Severus."
„Du verschwendest Deine Zeit", entgegnete Severus ruhig. „Ich werde gewiss nicht vergessen, was Du mir und vor allem ihm angetan hast."
Damit drehte er sich um und wollte schon gehen, als er durch die nächsten Worte aufgehalten wurde. „An deiner Stelle würde ich mir das noch mal überlegen. Wir wollen doch nicht, dass deinem kleinen Schwanzlutscher was passiert, oder?".
Severus fuhr herum. „Du wirst Deine dreckigen Finger von ihm lassen!" sagte er aufgebracht.
„Du bist gar nicht in der Position mir zu drohen, mein lieber Severus", erwiderte Lucius kühl. „Du bist ein dreckiger Verräter. Es ist eine Schande, dass Du je in Slytherin warst. Ohne mich und meinen Schutz hättest Du es nie in dieser Schule ausgehalten und die Tatsache, dass Du bis jetzt ein so ruhiges Leben in Gryffindor hattest, hast Du auch nur mir zu verdanken. Ohne mich hätten Dich die Slytherins schon längst fertig gemacht!"
„Ich brauche Deinen Schutz nicht!" spie Severus. „Ich kann allein auf mich aufpassen!"
„Vielleicht hast Du sogar Recht, aber trifft das auch auf Deinen Freund zu?" entgegnete Lucius nun scharf und trat ganz nah an den Schwarzhaarigen heran. „Wenn Du nicht tust, was ich verlange, wird er nie sicher sein. Du wirst nicht immer auf ihn aufpassen können. Du bist allein und ich habe ganz Slytherin hinter mir. Der Dunkle Lord braucht einen fähigen Zaubertränkebrauer wie Dich und ist bereit, Dein Studium zu finanzieren, wenn Du Dich ihm anschließt. Hallwood steht Dir nur im Weg und ich schwöre Dir, ich werde ihn bekommen. Ihr werdet keine ruhige Minute mehr haben. Wir werden Euch kriegen und dann werde ich Dich dabei zusehen lassen, wie ich ihn mir nehme und es gibt genug andere in Slytherin, die es mir nachtun werden, denn, und das muss ich Dir zugestehen, Du hast einen guten Geschmack."
„Hör auf, so von ihm zu reden!" schrie Severus außer sich. „Komm ihm einmal zu nahe und ich schwöre Dir, du wirst es bereuen!"
„Ich hätte Dich nie für so dumm gehalten", sagte nun Lucius verächtlich und nickte einem seiner Begleiter zu.
Severus fuhr herum, doch schon im nächsten Moment traf ihn die Faust von Goyle mitten ins Gesicht, so dass er einige Schritte zurücktaumelte. Kurz darauf ging er unter den Schlägen der beiden Bodyguards Malfoys zu Boden. Kein Laut verließ seine Lippen und er versuchte sich nach Leibeskräften zu wehren, doch gegen die beiden Gorillas hatte er keine Chance.
Panik, Angst und Wut ergriffen Vin, der nur stumm daliegen konnte und zusehen musste, wie die beiden immer weiter auf Severus einschlugen. Er wollte verzweifelt aus dem Zauber entkommen, der ihn hier gefangen hielt. Er wollte seinem Freund helfen, die Angreifer in die Flucht schlagen, doch er war hilflos und musste zusehen, wie sie ihm immer weiter wehtaten. Er konnte sehen, dass oberhalb der Augenbraue Severus' eine Platzwunde entstanden war, die unaufhörlich blutete. Es tat ihm so unendlich weh nicht helfen zu können, sondern dazu gezwungen zu sein sich das alles anzusehen.
Plötzlich hörte er nicht weit entfernt von sich ein Geräusch. Keine fünf Meter von ihm entfernt kauerte ein großer schwarzer Hund, der ebenso die Szene beobachtete. Vin wunderte sich, dass der Hund so gespannt die Szene zu beobachten schien. Seine Augen weiteten sich, als auf einmal neben dem schwarzen Hund ein stolzer Hirsch erschien. Der schwarze Hund blickte zu ihm auf und beinahe kam es Vin so vor, als würden sie sich über irgendwas verständigen.
„Das reicht", sagte plötzlich Lucius und Vins Augen fuhren wieder zu ihm. Severus lag auf dem Boden und rührte sich nicht. Lucius trat zu ihm und schaute hinunter auf die blutende Gestalt. „Denkst Du wirklich, ich mache nur Spaß, Severus?" fragte er verächtlich. „Glaubst Du wirklich, dass Du Dich einfach von mir abwenden kannst, nach allem, was ich für Dich getan habe? Und wofür? Für dieses kleine Nichts, dass Du Deinen Freund nennst? Wo ist er denn, wenn Du Hilfe brauchst? Er kann Dich nicht beschützen! Glaubst Du also wirklich, dass Du ihn beschützen kannst? Das ist Deine letzte Chance, Severus. Werd ihn los und komm zu Deinesgleichen zurück."
„Niemals", keuchte Severus.
Lucius beugte sich zu ihm hinab. „Dann werde ich Dir zeigen, was wir mit Leuten wie Dir und ihm machen!" spie er. „Vielleicht wird es Dir sogar gefallen. Immerhin magst Du es doch, wenn Dich jemand fickt. Du wirst uns dreien sehr viel Spaß bereiten."
Auf ein neuerliches Nicken von Lucius zogen Crabbe und Goyle den Langhaarigen nach oben. Vin wollte Schreien, doch er konnte einfach nicht. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete er, wie einer der beiden begann, sich an Severus' Hose zu schaffen zu machen, doch fast im gleichen Moment wurde einer von einem roten Blitz getroffen und viel um. Gleich darauf folgte ihm der andere und riss Severus mit sich. Vin wusste nicht woher sie kamen, doch plötzlich waren Potter und Black da und stürmten auf die kleine Lichtung. Sie schafften es nach einem kurzen Kampf auch Lucius außer Gefecht zu setzen. Vin war den beiden so unendlich dankbar, dass sie seinem Freund geholfen hatten und Tränen der Erleichterung begannen aus seinen Augen zu kullern. Nur verschwommen konnte er sehen, wie Potter Severus half aufzustehen, auch wenn Severus sich nicht gerne von Potter anfassen ließ. Beide standen sich schweigend gegenüber, peinlich berührt. Sirius Black hielt währenddessen die drei Schufte im Auge und seinen Zauberstab auf sie gerichtet.
„Wir sollten Dich auf die Krankenstation bringen", sagte Potter.
„Nein", entgegnete Severus. „Madam Pomfrey würde nur Dumbledore davon unterrichten und das kann ich nicht gebrauchen. Ihr werdet niemandem etwas sagen, hört ihr, auch Vin nicht."
„Meinst Du nicht, dass es ihm auffallen wird, sobald er Dich ansieht?" fragte Black vorsichtig.
Severus schüttelte den Kopf.
„Ich habe einige Tränke aus dem Tränkelabor mitgehen lassen. Man wird morgen nichts mehr sehen."
„Aber Dumbledore sollte es wissen!" beharrte Potter.
„Merlin noch mal, ich sagte doch schon, dass ich nicht möchte, dass er es erfährt!" fuhr ihn der ehemalige Slytherin an. „Wir Slytherins lösen unsere Probleme nicht, indem wir zu Papi rennen! Das geht weder Dumbledore, noch Professor McGonagall etwas an!"
„Aber du bist kein Slytherin mehr", sagte Black und hatte damit leider Recht.
„Ich weiß!" zischte Severus, von diesem Aspekt genervt.
„Vielleicht solltest Du darüber noch einmal nachdenken. Dumbledore könnte ihn der Schule verweisen und Du und Vin hättet Eure Ruhe vor ihm", erwiderte Potter. „Man, Snape! Malfoy hat Recht. Du wirst nicht immer auf ihn aufpassen können! Und anscheinend plant Malfoy schon einen Angriff auf ihn."
„Ich weiß.", seufzte Severus und setzte sich resigniert auf einen alten Baumstamm. Kurz zögerte er, ehe er sich überwand und fragte. „Könntet Ihr nicht auf ihn aufpassen, wenn Malfoy in der Nähe ist? Vin ist nicht schwach, aber Malfoy hätte ihn schon einmal fast…" Er brach ab.
Die Potter und Black tauschten einen entsetzten Blick. „Wir werden unser Möglichstes tun", versicherte Potter. „Hör mal, Schniefel… ich meine Severus. Ich… es tut mir Leid, was ich das letzte Mal gesagt habe. Ich meine… ich wusste ja nicht, dass…"
„Du solltest Dich nicht bei mir entschuldigen, sondern bei Vin", sagte Severus müde.
„Moment mal. Wo ist er eigentlich?" fragte nun Black.
„Wie meinst Du das?" fragte Severus entsetzt. „Er muss doch oben im Schlafsaal sein."
„Nein. Wir sind ihm gefolgt, als er Dir hinterher ist. Aber wir haben ihn hier im Verbotenen Wald verloren."
Sofort sprang der langhaarige auf, schwankte aber sofort darauf. Potter stützte ihn kurz, ehe er ihn wieder los ließ.
Schleunigst machten sich alle drei auf und schon kurz darauf tauchte Blacks Gesicht vor Vin auf. „Er ist hier!" rief er und drehte sich wieder zu dem Kurzhaarigen. Er zog seinen Zauberstab und endlich konnte Vin sich wieder bewegen.
Sofort war Severus da und kniete sich zu ihm. „Was machst Du hier?" fragte er besorgt.
„Das sollte ich wohl eher Dich fragen!" funkelte Vin ihn böse an. „Wie konntest Du Dich nur darauf einlassen, Dich hier um diese Zeit mit Lucius zu treffen? Das hätte verdammt noch mal ins Auge gehen können, du Idiot! Ich hatte so Angst um dich, weil ich hier gefangen war und dir nicht helfen konnte! Schau dir nur dein Gesicht an." Er machte Anstalten Severus' Wunden zu berühren doch im nächsten Moment zog er Severus in seine Arme und drückte ihn so fest er konnte an sich. „Mach das nie wieder", flüsterte er dem verdutzten Langhaarigen zu.
Als er sich schließlich wieder von seinem Freund löste, stand er auf und half auch ihm wieder auf die Beine. Langsam drehte er sich zu den beiden Gryffindors. Er ignorierte Severus' ungläubigen Blick, als er die beiden einfach ebenso umarmte. „Danke für Eure Hilfe.", sagte er, ehe er sich wieder von ihnen löste und sich dann wieder zu Severus wand, um mit ihm zurück zum Schloss zu gehen. Die beiden anderen folgten ihnen.
Oben im Schlafsaal holte er die Phiolen und verabreichte sie seinem Freund, ehe er sich einfach zu ihm legte. Severus zog ihn in seine Arme und kurz darauf waren beide erschöpft eingeschlafen.
