hi meine lieben,
also, ich freue mich, dass euch die geschichte zu gefallen scheint (zumindest hoffe ich das, wenn ich auf die anzahl derer sehe, die mich in ihren favs oder alerts haben)… aber vielleicht könntet ihr ab und zu mal einen kleinen kommi hinterlassen? -liebschaut-
Mein Dank geht an: Silbernewolfsfrau und Katharina CH – danke für die kommis
knuddels
nerventod
p.s. danke an mein betali SnapesWife
oooooooooo
18. Die Bitte
Am Freitag ging Harry mit Ron und Hermine nach Hogsmeade. Nächste Woche war der Halloweenball und deshalb konnten die älteren Schüler in das Zaubererdorf gehen, um sich dort Kostüme zu kaufen. Hermine redete den ganzen Weg ununterbrochen auf Harry ein. Zwar interessierte ihn nicht, wie toll und interessant Runenkunde war, doch er hörte es sich geduldig an, während Ron nur seine Augen verdrehte. Doch das Mädchen störte das nicht. Sie redete weiter und weiter und hörte erst auf, als die drei vor einem kleinen Laden in Hogsmeade standen.
Wie jedes Jahr um diese Zeit verkaufte hier der Inhaber des Bekleidungsgeschäftes hier Kostüme aller Art. Harry begann zusammen mit seinen beiden Freunden das Geschäft zu durchstöbern, doch kein Kostüm gefiel ihm wirklich so sehr, dass er es sich kaufen wollte. Hermine hatte sich kurz entschlossen das Kostüm einer Meerjungfrau geschnappt und war in der Umkleidekabine verschwunden. Drei Minuten später kam sie wieder aus dieser heraus und präsentierte sich den Jungs.
„Und was denkt ihr?", fragte sie. „Ist vielleicht ein bisschen gewagt, oder?"
Harry schaute zu Ron, der einfach nur mit offenem Mund dastand und Hermine angaffte. Sie trug einen BH der aussah, wie zwei Muscheln und ihre Brust gut zur Geltung brachte. Große Schritte konnte sie mit dem grün-blauen Schwanz, den sie trug nicht machen und so trippelte sie zu einem Spiegel und schaute sich an. Ron schaffte es noch immer nicht, etwas zu sagen.
„Meinst Du nicht, dass das ein Kostüm ist, in dem Du ausschließlich sitzen kannst?", fragte Harry vorsichtig. „Immerhin ist das doch ein Ball und Du willst doch sicher nicht nur den anderen dabei zusehen, wie sie tanzen."
„Wenn wir gerade von dem Ball sprechen", schaffte Ron es, sich aus seiner Starre zu befreien, „würdest Du mich als meine Partnerin begleiten?"
Hermine wurde daraufhin knallrot und nickte leicht dem ebenso roten Ron zu, ehe sie so würdevoll es ging wieder in die Kabine trippelte.
„Boah, hast Du ihren Hintern in diesem Kostüm gesehen?", fragte der Rothaarige und schaute ihr verträumt hinterher. „Einfach gigantisch."
„Meine Kehrseite ist angemessen wohl proportioniert.", schimpfte Hermine aus der Umkleidkabine heraus.
„Emmm… so war das auch nicht gemeint.", entschuldigte sie Ron sofort. „Ich… ich meinte… also Dein Hintern… emmm."
„Was Ron versucht zu sagen ist, dass er Deinen Hintern mag.", gluckste Harry, was ihm einen vorwurfsvollen Blick von Ron und ein beschämtes „Oh!" von Hermine einbrachte.
Mit einem breiten Grinsen machte sich nun auch Harry wieder daran ein Kostüm zu suchen. Fast zwei Stunden waren sie dort, ehe sie alle etwas Passendes gefunden hatten. Hermine hatte sich für ein Feenkostüm entschieden. Ron würde als Drachenbändiger gehen und Harry hatte sich entschieden als Hades, den Herrscher der Unterwelt zu gehen. Voll bepackt machten sie noch einen kleinen Abstecher in die ‚Drei Besen', ehe sie wieder zum Schloss hinaufgingen, dort ihre Einkäufe in den Turm brachten und sich zum Abendessen aufmachten. Am Abend spielten sie gemeinsam Snape explodiert, ehe sie alle früh zu Bett gingen.
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Mitten in der Nacht wachte Harry auf. Er machte sich Gedanken darüber, was er wohl als nächstes sehen würde, wenn er wieder mit Snape zusammen eine dieser Erinnerungen sehen würde. Er versuchte wieder einzuschlafen, doch irgendwie wollte ihm das nicht gelingen. Seufzend stand er auf und ging hinunter in den Gemeinschaftsraum. Überrascht musste er feststellen, dass auch Hermine dort war, die in einem Buch las. „Was machst Du hier?", fragte Harry sie.
„Ich konnte nicht schlafen und dann lese ich immer ein wenig vor dem Kamin", antwortete die Gryffindor. „Was ist mit Dir, konntest Du auch nicht mehr schlafen?"
„Nein, ich bin zu aufgeregt wegen morgen", sagte Harry und setzte sich zu ihr auf die Couch. „Ich weiß nicht, was wir diesmal sehen werden, ob es etwas Schlimmes oder etwas Schönes ist."
„Ich kann verstehen, dass das seltsam sein muss", erwiderte Hermine. „Aber es ist noch etwas anderes, nicht wahr? Ich meine, Deine Veränderung in den letzten Wochen hängt doch sicherlich mit diesen Erinnerungen zusammen."
„Nicht ganz. Es ist vielmehr die Person, mit der ich sie erlebe", antwortete Harry ehrlich.
„Was ist mit Snape? Behandelt er Dich schlecht? Aber das kann er doch nicht! Dumbledore ist doch da, oder nicht? Du hast doch erzählt, dass er die ganze Zeit dabei ist.", plapperte Hermine ohne Luft zu holen.
„Nein, Hermine. Snape behandelt mich nicht schlecht. Im Gegenteil, ihm ist es zu verdanken, dass ich… dass ich wieder… Du weißt schon", sagte Harry.
„Wie meinst Du das?", fragte Hermine.
„Also weißt Du, Vin und Severus sind zusammen", erklärte der Schwarzhaarige.
„Snape ist schwul?", fragte das Mädchen verblüfft.
„Nein… ja… ich meine nein… Es ist nicht so einfach. In den Erinnerungen ist er mit Vin zusammen. Und Vin liebt ihn wirklich über alles und… ach Hermine, ich weiß nicht wie ich es sagen soll", sagte Harry verzweifelt.
„Ich glaube, ich verstehe, was Du mir sagen willst. Du meinst, dass Du diese Gefühle spürst, wenn Du in den Erinnerungen bist, nicht wahr?", lächelte Hermine nachsichtig.
„Nicht nur dort", gab Harry nun kleinlaut zu.
„Das… Du meinst… oh, Harry…", sagte Hermine und legte eine Hand auf Harrys Schulter. „Bist Du Dir sicher?"
„Ja, das bin ich", wisperte er leise. „Was soll ich denn jetzt tun?"
„Ich weiß es nicht Harry", antwortete Hermine. „Vielleicht solltest Du erst einmal abwarten. Vielleicht liegt es ja wirklich nur an den Erinnerungen. Du kannst es nicht wirklich sicher wissen. Aber warum ausgerechnet er?"
„Hermine, ich habe ja nicht einmal geahnt, dass ich auf Männer stehe, aber… er ist so anders… nicht nur, wenn ich ihn und Vin zusammen sehe, sondern auch hier… Er kann ganz anders sein, als wir ihn kennen", sagte Harry resigniert.
Hermine zog ihn in eine Umarmung und hielt ihn einfach nur fest. Beruhigend streichelte sie ihm über den Rücken. „Sei vorsichtig, Harry. Du kannst immer mit mir reden, ja?", flüsterte sie leise in sein Ohr.
„Danke", wisperte er zurück.
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Harry war ziemlich müde. Er war erst wieder ins Bett gegangen, als es bereits dämmerte. Er hatte die ganze Zeit bei Hermine gesessen und nachgedacht, während sie beim Lesen ihres Buches eingeschlafen war. Seine Augen waren schwer und er hatte eigentlich überhaupt keine Lust jetzt zu Dumbledore zu gehen, doch er setzte seinen Weg fort und erreichte bald den Wasserspeier, der ihn nach der Nennung des Passwortes nach oben ließ. Und wieder tauchte er mit Snape in eine Erinnerung, nicht wissend, was er als nächstes zu sehen bekommen würde.
Vin wurde wach, als ihn etwas an der Nase kitzelte. Müde öffnete er die Augen und sah direkt über sich Severus, dessen Haare sein Gesicht berührten. Er lächelte leicht. „Guten Morgen.", flüsterte er.
„Zeit aufzustehen", sagte Severus und küsste seine Nasenspitze.
Vin seufzte und wand sich dann unter dem anderen Jungen, um aus dem Bett zu kommen. Die letzte Woche war einfach nur schlimm gewesen. Die Prüfungen hatten ihn sehr mitgenommen. Sie hatten jede freie Minute in der Bibliothek verbracht und dort oft bis spät abends den Stoff wiederholt. Das hatte zwar den Vorteil, dass Vin sich sicher war wirklich gut abgeschnitten zu haben, aber leider auch den Nachteil, dass er mittlerweile wirklich erschöpft war. Severus hatte ihn weiterhin jeden Morgen geweckt, um mit ihm joggen zu gehen und Vin wusste, dass es wenig Zweck haben würde, sich zu wehren. So war er immer tapfer aufgestanden und mit ihm nach draußen gegangen.
Sie zogen sich an und gingen hinaus. Der bevorstehende Sommer zeigte sich bereits von seiner besten Seite. Alles grünte und blühte und Vin sog gierig die frische Luft ein. Sie begannen wie immer still nebeneinander her zu rennen. Es war eine wundervolle Ruhe, in der Vin immer Zeit hatte, seinen Gedanken nachzuhängen. Es war schon erstaunlich, wie sich die letzten Wochen entwickelt hatten. Seit der Sache im Verbotenen Wald hatte sich das Verhältnis der beiden zu den Gryffindors Stück für Stück verändert. Die Rumtreiber hatten es irgendwie geschafft, dass er und Severus nicht mehr so abschätzend von den anderen Gryffindors angeschaut wurden.
Vor zwei Wochen hatte Vin sogar ein sehr nettes Gespräch mit Sirius geführt. Severus hatte das Ganze aus einer Ecke des Gemeinschaftsraumes misstrauisch beobachtet, doch Vin hatte es genossen und aus diesem Grund hatte er wohl nichts getan, um es zu unterbinden. Vin liebte Severus wirklich sehr, doch er war es nicht gewohnt, nur eine Bezugsperson zu haben. Er wollte sich auch mit anderen Leuten unterhalten. Das war etwas, was ihm schon in Slytherin gefehlt hatte. Zu Anfang war er von dem Gespräch selbst überrascht gewesen. Sirius hatte ihn einfach geradeheraus gefragt, warum er sich ausgerechnet Severus als Freund ausgesucht hatte und dadurch wäre er beinahe an die Decke gegangen, doch als er ihm erklärte, wie liebevoll der Langhaarige sein konnte, hatte Sirius nur wissend genickt. Daraufhin war Vin knallrot geworden.
Da es also in Ordnung zu sein schien, dass er mit Severus zusammen war, hatte er an dem gleichen Abend einen mutigen Vorstoß gewagt und sich einfach zu seinem Schatz ins Bett gelegt, um ein wenig mit ihm zu kuscheln. Das hatte ihm zwar zu Anfang böse Blicke seitens seines Freundes eingebracht, doch schließlich hatte er Vins flehendem Blick nachgegeben und einfach die Vorhänge um sein Bett zugezogen. Dankbarerweise hatten James und die anderen am nächsten Tag keine dummen Bemerkungen gemacht und so schien es für sie in Ordnung zu sein, wenn die beiden ehemaligen Slytherins im selben Bett schliefen.
Wie jeden Tag hielten sie an ihrem Stein am See an. „Severus, setz Dich bitte einen Moment", bat Vin.
„Warum?", fragte der verblüfft.
„Weil ich mit Dir reden will", erklärte der Kurzhaarige.
Severus zog leicht eine Augenbraue nach oben, setzte sich aber auf den Stein. Vin nahm neben ihm Platz und ergriff seine Hand. „Also ich habe eine Frage, die ich Dir schon seit ein paar Tagen stellen will", begann er. „Ich habe nicht vergessen, wie Du mir nach den Weihnachtsferien erzählt hast, wie es Dir in Deinem Zuhause ergeht. Ich… ich will nicht, dass Du dorthin zurückgehst, über die Ferien. Ich möchte, dass Du mit zu mir kommst und die Ferien bei mir verbringst. Du bist immerhin schon volljährig, also kann es Dir auch keiner verbieten. Ich habe bereits mit meinen Großeltern gesprochen und sie würden sich freuen, Dich kennen zu lernen."
„Ich soll die Ferien bei Dir verbringen?", fragte Severus unsicher.
„Ja, bitte geh nicht zurück zu Deinem Vater. Ich will nicht, dass er Dir wieder wehtut. Niemand soll Dir jemals wieder wehtun."
„Ich komme mit meinem Vater schon klar", sagte Severus fest und Vin konnte an seinem Gesicht nicht erkennen, was in ihm vorging.
„Das haben die Weihnachtsferien ja eindrucksvoll bewiesen", schnaubte Vin. „Warum kannst Du nicht einfach sagen, dass Du mit zu mir kommst?"
Und dann geschah etwas, womit der Kurzhaarige überhaupt nicht gerechnet hatte. Severus stand einfach auf und ging ohne ein weiteres Wort. Vin war so überrascht, dass er ihm nur verwirrt hinterher schauen konnte und sich erst wieder regte, als sein Freund im Schloss verschwand.
Als er oben im Schlafsaal angekommen war, kam Severus gerade aus der Dusche und ignorierte ihn einfach. Vin wollte hier vor den Augen der anderen keinen Streit anfangen und so schwieg er einfach, auch wenn es ihm schwer fiel. Still schnappte er sich seine Sachen und ging dann ebenfalls duschen. Als er danach wieder in den Schlafsaal kam, war Severus schon weg. Resigniert seufzte er und begann seine Schultasche für den vorletzten Schultag zusammenzupacken, ehe er hinunter in die Große Halle ging und sich an den Gryffindortisch setzte. Severus war nicht hier, aber das hatte er auch nicht erwartet.
Den ganzen Tag über wurde er von ihm ignoriert. Als er sich am Abend traurig auf den Weg zum Abendessen machte, wurde er plötzlich in eine Nische gezerrt. Erschrocken keuchte er auf, doch als er Severus erkannte, beruhigte er sich wieder. „Es tut mir Leid", sagten beide gleichzeitig. Vin wurde in eine feste Umarmung gezogen, die er mit ganzer Kraft erwiderte.
„Es muss Dir nichts Leid tun", flüsterte Severus. „Es war allein meine Schuld. Ich weiß auch nicht, warum ich immer so reagiere, wenn mir jemand etwas Gutes tun will. Ich hatte einfach nur das Gefühl, dass Du mich für zu schwach hältst um mit meinem Vater fertig zu werden und…"
„Das ist Unsinn, Severus. Ich weiß, dass Du nicht schwach bist. Es ist einfach so, wie ich gesagt habe, ich will nicht, dass er Dir wehtut. Bitte, verbring die Ferien bei mir und meinen Großeltern", wisperte Vin.
„In Ordnung", sagte Severus, worauf Vin die Umarmung noch verstärkte.
„Ich liebe Dich", sagte er. „Wenn noch mal so was ist, rede bitte mit mir. Der Tag war die Hölle."
„Das werde ich", versprach der Langhaarige. „Ich liebe Dich auch."
Harry kam aus der Erinnerung zurück und schaute Snape an. Dessen Körper so nah an seinem eigenen zu spüren, auch wenn nicht er es war, den Severus umarmte, war einfach wunderschön. Er errötete leicht bei dem Gedanken und schaute zur Seite. Draußen war es schon dunkel und Harry spürte, wie ihm der mangelnde Schlaf von letzter Nacht zu schaffen machte und trotzdem konnte er nur an eins denken. Severus würde in dieser Welt, die sie durch die Erinnerungen kennen lernten, in seinen letzten Sommerferien nicht bei seinem Vater sein, den Sommerferien, von denen Snape ihm erzählt hatte, dass sie der Auslöser waren, warum er sich letztendlich doch entschied ein Todesser zu werden. Er hatte nicht geglaubt, dass dieser andere Snape, den er kennen lernen durfte, ein Todesser werden würde, doch jetzt war er sich absolut sicher und das freute ihn.
Er gähnte herzhaft. „Harry, ich denke, Du solltest in Deinen Schlafsaal gehen", sagte daraufhin Dumbledore. „Du siehst so aus, als bräuchtest Du ganz dringend Schlaf. Warte kurz einen Moment." Er rief eine Hauselfe herbei und sagte ihr, dass sie Harry ein paar belegte Brote und Kürbissaft bringen sollte. Diese verneigte sich tief und verschwand sofort, um den Auftrag auszuführen. Harry traute sich nicht noch einmal zu Snape zu sehen, als er sich verabschiedete und das Büro verließ. Er brauchte jetzt dringend Schlaf und wollte nicht, dass ein Blick Snapes ihn daran hindern könnte, diesen zu bekommen.
