hi leute,

weiter geht es mit einem chap, dass sowohl mir, als auch meiner beta SnapesWife viel kummer bereitet hat... mir, weil ich ewig gebraucht habe, es fertig zu bekommen und meiner betali, weil ich, ich will mich mal vorsichtig ausdrücken, ein wenig konfus geschrieben habe und sie deswegen viel zu tun hatte...

danke für eure tollen kommis: mimaja, silbernewolfsfrau, Katharina CH, little Nightowl, Angie, burningangel84, Loria und Sin-Shira

knuddels

nerventod

oooooooooo

21. Freunde

Laut krachend fiel die Tür zum Büro des Tränkeprofessors von Hogwarts ins Schloss. Gerade eben war ihm etwas passiert, was noch nie in seiner ganzen Laufbahn als Lehrer geschehen war. Wahrscheinlich könnte er diesen Tag als einen der Schlimmsten in seinem Leben festhalten. Wütend schmiss er sich in seinen Stuhl hinter dem Schreibtisch und fegte dann mit einer Bewegung sämtliche, sich darauf befindende Papiere hinunter. Das würde er sich auf keinen Fall bieten lassen. Und das alles musste ausgerechnet heute passieren, wo der Tag gestern doch so katastrophal geendet hatte, als Potter ihn draußen im verbotenen Wald erwischt hatte.

Es war ja nicht nur so gewesen, dass er sich beweisen wollte, dass er auf Frauen und nicht auf Männer und schon gar nicht auf Potter stand, als er Emanuele bestellt hatte. Nein, nachdem er auf den Jungen getroffen war, war ihm gehörig die Lust vergangen, die er auch zuvor nur mäßig verspürt hatte. Diese Sache hatte ihm zwei Erkenntnisse eingebracht. Zum einen, dass er wohl doch eher seinem eigenen Geschlecht zugetan war, wenn er mal die Gefühle in Betracht zog, die er gehabt hatte, als sein jüngeres Ich mit Vin geschlafen hatte. Zum anderen, und es ärgerte ihn immens, dass er das zugeben musste, hatte er wohl wirklich Gefühle für Harry entwickelt. Der verletzte Ausdruck in den Augen des Jungen gestern Abend, hatte ihm einen Stich ins Herz versetzt. Beinahe hätte er sogar dem Impuls nachgegeben, ihm nachzulaufen, als Harry geflüchtet war. Beinahe!

Heute Morgen hatte er sich dafür am liebsten selbst verhext. Ausgerechnet Harry Potter, Sohn seines Erzfeindes in der Schule, Retter der Zaubererwelt und ein Gryffindor durch und durch, ging ihm nicht mehr aus dem Sinn. Vielleicht verlor er ja den Verstand. Wenn das nicht ein ernstes Anzeichen dafür war, was sonst. So hatte sich im Laufe des Tages seine Wut auf diesen Jungen und auf sich selbst immer weiter gesteigert. Sogar Dumbledore hatte er heute zum Mittagessen angefahren, was die ganze Große Halle hatte verstummen lassen.

Das darauf folgende Gespräch mit dem Direktor in dessen Büro war auch nicht gerade hilfreich gewesen, seine Laune zu heben. Dumbledore hatte versucht herauszufinden, was mit ihm los war, doch er hatte beharrlich geschwiegen, worauf der Direktor ihm schließlich eines seiner furchtbaren, gütigen Lächeln geschenkt hatte, eines dieser Lächeln, bei denen sich der alte Mann so sicher war, dass er mehr wüsste, als gut für ihn wäre. Die folgende Klasse, die bei ihm Unterricht hatte, war von seiner Laune so eingeschüchtert gewesen, dass vor Nervosität gleich zwei Schülern der Kessel explodiert war. Aber das sollte ja noch nicht das Schlimmste gewesen sein. Snapes Laune, als die Sechstklässer Slytherin/Gryffindor sein Klassenzimmer betraten, konnte gar nicht noch schlechter sein.

Sein Blick war durch den Kerker geglitten und schließlich bei Granger und Weasley angekommen, die ihn mit ihren Blicken durchbohrten. Harry war nirgends zu sehen gewesen, auch nicht, als der Unterricht begann. Hatte der etwa gedacht, dass er nicht hier erscheinen müsste?

„Granger, wo ist Potter?", hatte er das Mädchen angeknurrt.

„Er ist nicht hier, Sir", hatte diese mit einem Ton geantwortet, der seinem eigenen in nichts nachstand. Die ganze Klasse, sogar die Slytherins, hatte daraufhin die Luft angehalten. Zu Recht, wohlgemerkt. Diese kleine Gryffindor-Kuh hatte in einem Ton mit ihm gesprochen, den sich noch kein Schüler getraut hatte ihm gegenüber anzuschlagen.

„Mäßigen Sie Ihren Ton mir gegenüber. Zehn Punkte Abzug für Gryffindor", hatte Snape daraufhin gefaucht. „Ich frage sie noch einmal, wo ist Potter?"

„Das würde ich Ihnen nicht einmal sagen, wenn sie mir für das ganze restliche Schuljahr Strafarbeiten geben würden", hatte das Miststück geantwortet. „Harry ist entschuldigt und zwar von Professor Dumbledore persönlich. Und ich weiß nicht, wo er im Moment ist. Ich passe nicht immer auf ihn auf, sonst könnte ich vielleicht verhindern, dass er Dinge zu sehen bekommt, die er nicht sehen sollte."

Das war ja wohl die Höhe gewesen. Die Kleine hatte Nerven, so etwas zu ihm zu sagen. Und was war Potter eigentlich eingefallen, herum zu erzählen, was er gestern Abend gesehen hatte? Eines war für ihn in diesem Moment klar gewesen. Wenn er Potter das nächste Mal sehen würde, könnte sich der Junge auf was gefasst machen. Aber erstmal musste er sich um Granger kümmern. Er war durch das Klassenzimmer gerauscht und hatte sich bedrohlich vor ihrem Tisch aufgebaut, eine Geste, die normalerweise dazu führte, dass der Schüler vor Angst zitterte, aber nicht so die Gryffindor. Die hatte ihn herausfordernd angeschaut und sich sogar noch ein wenig nach vorn gelehnt.

„Jetzt passen Sie mal auf, Sie kleine Klugscheißerin, ich bin hier der Lehrer und wenn ich Ihnen eine Frage stelle, erwarte ich von Ihnen eine ordentliche Antwort", hatte er sie bedrohlich angefunkelt.

„Wenn Sie mir eine Frage zum Unterricht stellen, tue ich das gerne", hatte Granger fest geantwortet.

„Strafarbeit bei Filch, einen Monat", war seine Antwort darauf gewesen. „Jetzt versuchen wir es noch einmal und ich hoffe, ihr mit auswendig gelernten Büchern voll gestopftes Gehirn versteht, dass ich von Ihnen eine Antwort erwarte und dass sie meine Position als Ihr Lehrer zu respektieren haben, sonst, und das schwöre ich Ihnen, mache ich Ihnen das Leben zur Hölle."

Mit dem, was daraufhin folgte, hatte er nicht gerechnet. Das Mädchen war aufgesprungen und hatte dabei ihren Stuhl umgeworfen. Wütend hatte sie ihn angefunkelt und ihre Hände in die Hüften gestemmt, ehe sie anfing in beinahe anzuschreien. „Sie wollen Respekt? Sie? Nachdem, was Sie getan haben? Sie trampeln immer auf den Gefühlen anderer Menschen herum. Es interessiert Sie nicht im Geringsten, ob sie die Menschen dabei kaputt machen. Für Sie sind nur Sie selbst wichtig."

Die ganze Klasse hielt den Atem an und schaute entsetzt zu der Gryffindor, die Snape noch immer hart anfunkelte. Der Tränkemeister drehte sich zu ihnen und knurrte: „Raus, alle!" Als keiner sich rührte reichte es ihm. „SOFORT RAUS HIER!", hatte er noch einmal gebrüllt und hastig wurden Taschen gepackt und kurz darauf waren nur noch er, Granger und Weasley in dem Klassenzimmer. „Brauchen Sie eine Extraeinladung, Weasley?", hatte er den Jungen daraufhin angefahren, doch der hatte ihn, wenn auch mit ängstlichem Blick, einfach geantwortet: „Ich werde Hermine hier nicht mit Ihnen allein lassen."

Spätesten jetzt hätte er selbst erkennen müssen, dass die Situation gewaltig aus dem Ruder lief, doch seine Wut ließ ihn handeln, ohne groß darüber nachzudenken. Wieder drehte er sich zu Granger. „Was fällt Ihnen eigentlich ein, sich mir gegenüber so ungebührlich zu benehmen?", fauchte er sie an.

„Was fällt Ihnen ein, Harry so zu behandeln, als wäre er ein Stück Dreck? Was ist nur mit Ihnen los? Haben Sie eigentlich eine Ahnung davon, wie viel Sorgen sich Harry wegen der ganzen Sache gemacht hat? Denken Sie, dass es für ihn leicht ist, mit seinen Gefühlen klar zu kommen? Harry hat nur auf sein Herz gehört. Sie als Lehrer sollten damit umgehen können, aber was tun Sie stattdessen? Sie trampeln auf ihm und seinen Gefühlen herum.

Und denken Sie nicht, ich wäre blind. Ich habe sehr wohl mitbekommen, dass Sie es waren, der ihn aus seinem Loch wieder herausgeholt hat. Sie haben ihn unterstützt und ich weiß auch, dass wir es nicht zu einem unerheblichen Teil diesem Snape in den Erinnerungen und Ihnen zu verdanken hatten, dass Harry sich wieder geöffnet und wieder am Leben teilgenommen hat. Dafür war ich Ihnen sehr dankbar. Sagen Sie also nicht, dass er Ihnen egal wäre! Und was ist jetzt? Sie stoßen Harry einfach auf die schlimmste Art von sich, die ich mir denken kann und das nur, weil Sie nicht mit ihren eigenen Gefühlen zu Recht kommen."

Weiter war Granger nicht gekommen, denn in diesem Moment hatte er sie einfach bei den Schultern gepackt, um sie gegen eine Wand zu drücken. Doch seine Wut hatte dafür gesorgt, dass er die Kontrolle verlor und Granger hart gegen die Steinwand hinter sich knallte. Er konnte den dumpfen Aufschlag ihres Kopfes an der Wand hören, doch im Moment war ihm das einfach egal. Die Angst, die er in diesem Moment in ihren Augen sehen konnte, war eine Genugtuung für ihn gewesen, genauso wie der Schmerz, den er in ihrem Gesicht erkennen konnte, als er mit seinem starken Griff ihre Schulter festhielt. Im nächsten Moment schon wurde er von einem Zauber quer durch den Raum geworfen. Es war wieder typisch für Weasley einfach zu handeln, ohne nachzudenken, denn auch Granger war durch den Raum geschleudert worden.

Als sie beide sich wieder aufgerappelt hatten, hatte er erneut dem wütend funkelnden Gesicht Grangers entgegengeblickt. „Sie mieser Bastard", hatte sie ihn angefaucht. „Wagen Sie es nicht noch einmal, mich anzupacken. Das ist wieder so typisch für Sie gewesen. Wenn jemand Ihnen offen die Meinung sagt, schlagen Sie einfach um sich und kümmern sich nicht um die Folgen. Und dabei sind ihre Worte nicht weniger verletzend, als das, was sie gerade getan haben. Harry hat Ihnen vertraut, trotz der letzte fünf Jahre, in denen Sie ihn niemals freundlich behandelt haben. Er hat Ihnen soweit vertraut, dass er Ihnen offen seine Gefühle gezeigt hat. Und Sie haben dieses Vertrauen mit Füßen getreten. Hätte nicht eine einfache Zurückweisung genügt? Mussten Sie ihm so wehtun?

Ich bin froh und dankbar, dass Harry heute nicht in Ihrem Unterricht war. Es geht ihm auch so schon schlecht genug. Wir haben gestern eine halbe Ewigkeit gebraucht, um ihn wieder zu beruhigen und seit heute Morgen spricht er wieder kein Wort. Er sitzt einfach nur da und starrt vor sich hin. Harry ist mit seiner Kraft am Ende und Sie haben ihn dorthin gebracht. Wenn ich ein Mann wäre, hätte ich Ihnen schon längst eine runter gehauen."

Snape hatte nicht gewusst, was er darauf sagen sollte. Er war wirklich sprachlos gewesen. So hatte ihm noch nie jemand die Leviten gelesen und dann war das auch noch eine Schülerin gewesen.

Er hatte allerdings auch nicht mehr antworten müssen, da genau in diesem Moment die Tür zum Zaubertränkeklassenzimmer aufging und Dumbledore hinein getreten war. Mit ernstem Gesicht hatte er ihn angeschaut und ihn dann, als wäre er ein kleiner Junge, in sein Büro geschickt, wohin er gleich folgen wollte. Und nun saß er in seinem eigenen Büro und wartete darauf, dass der Direktor erschien, der sich erst einmal mit Granger und Weasley unterhalten hatte wollen, ehe er zu ihm kam. Was war nur mit ihm los? Er hatte noch nie derart seine Kontrolle verloren.

Es klopfte an der Tür zu seinem Büro und kurz darauf trat Dumbledore ein. Er sah Snape durchdringend an. „Was genau ist passiert, Severus", fragte er ernst.

„Granger wird Dir das doch wohl berichtet haben", schnaubte der Schwarzhaarige.

„Ja, das hat sie, aber ich möchte, dass Du es mir erzählst, denn ich möchte es verstehen", erwiderte der Direktor ruhig. „Du hast eine Schülerin angegriffen, Severus. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll und ich weiß erst recht nicht, wie ich darauf reagieren soll. Deshalb ist es wichtig, dass ich die Geschichte auch aus Deiner Sicht höre."

„Es gibt keine Entschuldigung für das, was ich getan habe", erwiderte Snape. „Ich habe in diesem Klassenzimmer meine Kontrolle verloren."

„Ja, ich weiß. Und genau das beunruhigt mich. Genauso wie mich beunruhigt, dass Harry beinahe apathisch oben im Krankenflügel liegt. Ich vermute, dass beides miteinander zu tun hat und ich muss wissen, was los ist", drängte Dumbledore.

„Bei allem Respekt, Albus, aber ich bin nicht der Meinung, dass es Dich etwas angeht", schnappte Snape.

„Ich fürchte, da irrst Du Dich", erwiderte der alte Mann mit fester Stimme. Wenn Du derart die Kontrolle über Dich verlierst und dies jeder Zeit wieder passiere kann, weil etwas zwischen Harry und Dir Dich derart in Rage versetzt hast, ist es meine Pflicht als Direktor dieser Schule, der Sache auf den Grund zu gehen."

„Ich versichere Dir, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird", sagte der Tränkemeister.

„Und normalerweise würde ich Dir das auch ohne zu zögern glauben", sagte Dumbledore traurig. „Aber dieses Mal kann ich das leider nicht. Sag mir also bitte, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege und diese ganze Sache etwas mit Harry zu tun hat."

Alles in Snape sträubte sich dagegen, zu antworten, aber er war es diesem Mann einfach schuldig, es zu tun. Dumbledore hatte ihm damals eine zweite Chance gegeben und ihn unterstützt wo er konnte. Resigniert seufzend sagte er: „Ja."

Und dann brach alles aus ihm heraus. Er erzählte ihm von seiner Verwirrung wegen der letzten Erinnerung, davon wie er versucht hatte, dass alles in seinen Kopf zu bekommen, wie er an dem gleichen Abend Harry getroffen hatte und wie ihn der Junge einfach geküsst hatte. Und er erzählte Dumbledore auch von ihrer Begegnung im Wald und wie es schließlich zu der Auseinandersetzung mit Granger gekommen war. Danach herrschte für einige Minuten Stille in dem Raum. Dumbledore ging nachdenklich auf und ab, während er abwesend die verschiedenen Gläser mit eingelegten Zaubertrankzutaten betrachtete.

„Gut, ich möchte, dass Du weißt, dass ich jetzt nicht als Direktor dieser Schule zu Dir spreche, sondern als Freund", sagte er schließlich. „Wie Du mit Harry umgegangen bist, ist unentschuldbar. Ich weiß, dass es Dir nicht leicht fällt, Gefühle zuzulassen und ich bin mir sicher, dass Dich diese ganze Situation durcheinander bringt, aber hast Du auch nur ansatzweise eine Vorstellung, wie es dem Jungen jetzt geht? Ich war vorhin bei ihm, bevor Mister Finnigan und Mister Thomas mich aufgesucht und mir berichtet haben, was in Deinem Klassenzimmer vor sich ging. Ich muss sagen, dass ich äußerst bestürzt war und nun zu wissen, warum Du so gehandelt hat ist noch viel bestürzender.

Ich weiß, dass Harry einer Deiner Schüler ist und dass er außerdem noch nicht einmal volljährig ist, aber ich muss auch gestehen, dass ich nicht weiß, ob diese Erinnerungen etwas damit zu tun haben, wie Ihr nun für einander empfindet. Als Dein Freund möchte ich Dir den Rat geben, dem nachzugehen. Versuche Dir wirklich darüber klar zu werden, ob die Gefühle, die Du vorhin erwähnt hast, wirklich echt sind. Und wenn sie das sind, dann solltest Du mit Harry darüber reden. Allerdings will ich Dir auch sagen, dass ich als Direktor dieser Schule nichts darüber wissen will und deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Gefühle unter Kontrolle bringst. Trotzdem biete ich Dir an, zu mir zu kommen, wenn es irgendetwas gibt, über das Du reden willst."

Snape nickte nur auf Dumbledores Worte, der den Mann daraufhin allein lassen wollte, nicht ohne vorher aber noch einmal an der Tür halt zu machen und sich umzudrehen. „Im Übrigen würde ich es begrüßen, wenn Du Dich bei Miss Granger für Dein Verhalten ihr gegenüber entschuldigen würdest." Snape schaute ihm nach, wie er daraufhin das Büro verließ. Dieser alte Mann überraschte ihn doch immer wieder.