Hi ihr lieben,

ich machs heute kurz, weil ich ein wenig down bin… danke für die kommis und an meine beta SnapesWife

knuddels

nerventod

oooooooooo

29. Brilax

Severus hatte sich von dem Besuch des Direktors bald erholt. Dieser Mann war doch einfach unglaublich! Er musste dringend mal mit Poppy reden. Vielleicht bekam Dumbledore von ihr ja irgendwelche Tränke, die seinen Verstand ein klein wenig vernebelten. Vielleicht sollte er es aber auch einfach sein lassen, denn immerhin wurde ihm auf diese Weise ermöglicht, Harry zu sehen.

Fast beunruhigte es Severus, dass er sich schon darauf freute, den schwarzhaarigen Gryffindor bald wieder zu sehen. Fast! Das einzige, was wirklich traurig an der Sache war, war die Tatsache, dass sie beide in Dumbledores Büro sein würden, wohlgemerkt mit Dumbledore.

Da Severus ein wenig früh dran war, wartete er kurzerhand auf einem der Gänge, auf dem auch bald Harry entlangkommen musste. Dass er damit extra noch eine Gruppe Ravenclaw Drittklässler erschreckte, war ein zusätzlicher Bonus. Die hatten sich so sehr erschreckt, ihren gefürchteten Zaubertränkeprofessor hier zu sehen, dass sie prompt einen anderen Weg eingeschlagen hatten, um zum Frühstück in die Große Halle zu kommen.

Kurz darauf erschien Harry in dem Gang und entgegen aller seiner Überzeugungen, machte Severus' Herz einen kleinen Hüpfer, als er den jungen Gryffindor sah. Schnell zog der Tränkemeister seinen Zauberstab und öffnete eines der hier gelegenen Klassenzimmer, in das er schnell hineinschlüpfte. Harry folgte ihm und nachdem Severus den Raum mit ein paar Zaubern gesichert hatte, zog er den Gryffindor in einen leidenschaftlichen Begrüßungskuss, der von Harry mit ebenso großer Leidenschaft erwidert wurde.

Nach einer kleinen Ewigkeit lösten die beiden sich voneinander. Severus konnte sich an seinem Gegenüber nicht satt sehen. Harry stand vor ihm und keuchte durch seinen leicht geöffneten Mund, seine Lippen waren rot und leicht geschwollen, es war ein berauschender Anblick. Harry ging es nicht anders. Noch immer konnte er kaum glauben, dass er tatsächlich mit Severus zusammen war, auch wenn der Mann vor ihm so anders war, als der Mann, den er durch die Erinnerungen kennen gelernt hatte.

Apropos, wo er gerade von den Erinnerungen sprach, sie mussten langsam los. „Wir sollten zu Professor Dumbledore.", sagte er deshalb.

„Ja, das sollten wir wohl…", entgegnete Severus.

Mit einem Schlenker seines Zauberstabes hob er die Zauber um den Raum wieder auf und machte sich gemeinsam mit Harry auf den Weg zum Büro des Direktors.

„Dumbledore wünscht, dass ich dich wieder in Okklumentik unterrichte.", sagte der Tränkemeister, während sie durch einen der Gänge schritten. „Er ist der Meinung, dass du dich wieder intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen sollst und wir uns deshalb dreimal die Woche treffen sollen."

„Professor McGonagall hat sich darüber beschwert, dass ich in dieser Woche jeden Abend bei dir Nachsitzen musste, nicht wahr?", fragte Harry frei heraus.

„In der Tat. Darf ich fragen, woher du davon weißt?", fragte Severus überrascht.

„Sie hat mich darauf angesprochen und von mir verlangt, dass ich mich dir gegenüber ordentlich benehme, damit ich dir keinen Grund für weitere Strafarbeiten gebe. Ich frage mich, wie sie darauf reagiert hätte, wenn ich ihr erzählt hätte, wie artig und nett ich mir dir gegenüber verhalte.", grinste Harry.

Der Blick, den der Zaubertränkeprofessor ihm daraufhin zuwarf, ließ das Grinsen nur noch breiter werden.

Weiter konnten sie sich nicht unterhalten, da sie an ihrem Ziel angekommen waren. Severus nannte das Passwort und sie ließen sich von der Steintreppe nach oben tragen. Bevor Harry an die Bürotür klopfen konnte, wurde er noch einmal von Severus zurückgehalten und in einen weiteren Kuss gezogen.

„Ich will eich beide ja nicht drängen, aber vielleicht solltet ihr hereinkommen, damit wir anfangen können.", wurden sie von Dumbledores Stimme unterbrochen, die damit jegliche romantische Stimmung tötete.

Resigniert löste sich Severus von Harry, welcher dann mit hochrotem Kopf und gesenktem Blick vor ihm das Büro betrat. Dumbledore zwinkerte den beiden von seinem gewohnten Platz aus zu. Harry und Severus nahmen ohne ein weiteres Wort ebenfalls ihre Plätze ein und nachdem Harry den Trank zu sich genommen und Severus' warme Hände ergriffen hatte, tauchten sie eine weitere Erinnerung ein.

Vin schaute sich zufrieden in dem kleinen Garten ihres neuen Hauses um. Vor drei Monaten hatten Severus und er die Schule beendet und sich danach auf die Suche nach einem neuen Zuhause begeben. Nach über einem Monat Suche hatten sie diesen Schatz hier gefunden und sich daran gemacht, ihr neues Heim gemütliche einzurichten.

Nachdem sie diesen Grundstein ihrer Beziehung gelegt hatten, sollte heute nun der zweite Schritt folgen. In wenigen Augenblicken würde er den Bund mit Severus eingehen. Dumbledore persönlich hatte sich bereit erklärt, das Ritual für sie durchzuführen, ein Vorschlag von Lily, den Vin nur zu gern angenommen hatte. Severus war zu Anfang gar nicht davon begeistert gewesen, doch schließlich hatte er zugestimmt.

Nur wenige Menschen waren zu ihrer Bindung eingeladen worden, doch alle waren erschienen. Da beide keine Familie, oder in Severus' Fall relevanten Angehörigen mehr hatten, hatten sie nur ihre Freunde aus Hogwarts eingeladen. James, Lily, Sirius, Remus und Peter würden ihren Bund bezeugen und hatten sich zu diesem Zweck ihnen gegenüber, zu beiden Seiten Dumbledores aufgestellt.

Es war bereist später Nachmittag und nach der Hitze des Tages herrschte eine angenehme Temperatur. Severus nahm Vins Hände in seine, währen Dumbledore begann, die ersten Worte des uralten Bindungszaubers zu sprechen. Rote Bänder schlangen sich um ihre Hände, als Dumbledore diese mit seinem Zauberstab berührte. Severus lächelte Vin an, als er begann, gemeinsam mit Dumbledore die Beschwörung zu sprechen. Ein dunkelblaues Band schlang sich nun ebenfalls um ihre Hände.

Nun begann Vin selbst, die Beschwörung zu sprechen. Ein weiteres, diesmal weißes Band gesellte sich zu den anderen und verschwand mit ihnen zusammen, als Dumbledore die Beschwörung beendete und Vin und Severus sich küssten. Es war vollbracht, sie hatten sich gebunden.

Die Gäste gratulierten ihnen der Reihe nach, doch als Lily an der Reihe war, geschah etwas vollkommen Unerwartetes. Als seine Freundin ihn umarmte, verspürte Vin plötzlich ein Reißen hinter seinem Bauchnabel und ehe er es verhindern konnte, verschwand er aus dem Garten.

Recht unsanft landete er zusammen mit Lily in einem luxuriös eingerichteten Zimmer. Vin brauchte eine Weile, um sich zu orientieren, ehe er aufsprang und Lily anfunkelte.

Was soll das?", fragte er mühsam beherrscht.

Das ist eine Brautentführung", strahlte ihn Lily an.

Eine was?", fraget Vin mühsam beherrscht. Er hatte nicht die geringste Ahnung, von was die Rothaarige da sprach und überhaupt, er war doch keine Braut!

Eine Brautentführung. Das ist ein alter Muggelbrauch, in dem die Braut, in dem Fall du, nach der Trauung entführt wird und der Bräutigam sie aufspüren muss", erklärte Lily. „Severus muss fast durch ganz England reisen, um dich zu finden", fügte sie grinsend hinzu.

Und wo sind wir, wenn ich fragen darf?"

In Griechenland, in eurem Hotelzimmer für die Hochzeitsreise, die wir euch schenken möchten", antwortete Lily.

Ihr… ihr habt… Danke…!", stammelte Vin gerührt und umarmte seine Freundin. An so etwas hatten er und Severus gar nicht gedacht, mit der ganzen Arbeit, die sie mit dem Haus gehabt hatten.

Wie lange wird es dauern, bis er hier ist?", fragte er, nachdem er sich wieder gelöst hatte.

Er wird schon eine Weile brauchen, aber keine Angst, er wird schon rechtzeitig hier sein, damit ihr noch eure Hochzeitsnacht genießen könnt", grinste Lily.

Immer vorausgesetzt, dass Severus überhaupt Zeit hat mich zu finden, wenn man bedenkt, dass er im Moment wahrscheinlich James an die Gurgel geht", seufzte Vin.

Keine Bange, die Jungs sind auf alles vorbereitet", gluckste die Rothaarige.

Auch Vin konnte sich ein Schmunzeln nun nicht mehr verkneifen. „Ich denke, ich werde viel Spaß dabei haben, aus ihm herauszukitzeln, was er alles durchmachen musste", lächelte er. „Da wir ja nun etwas Zeit zum Tratschen haben, wie seht es bei dir und James aus?", fragte er weiter.

Sehr gut", strahlte Lily. „Er hat mir vor zwei Wochen einen Antrag gemacht und wir wollen noch vor Jahresende heiraten."

Das ist ja wunderbar", freute sich Vin für sie.

Ja, nicht wahr? Er ist zwar immer noch manchmal wie ein kleines Kind, aber genau das macht seinen Charme aus. Er hat mir das hier geschenkt, als er mich gefragt hat", sagte sie und zog eine Kette unter ihrer Bluse hervor, der einen Stein als Anhänger hatte, den er noch nie gesehen hatte.

Fasziniert betrachtete Vin den blutroten Stein, der leicht zu pulsieren schien.

Es ist ein uraltes Familienerbstück, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. James sagt, dass es ein Brilax ist", erklärte Lily.

Davon habe ich gelesen", erwiderte Vin verblüfft. „Aber in einem Buch hieß es, dass es keine solchen Steine mehr gebe. Weiß du eigentlich, was für einen Schatz du da um den Hals trägst?"

Lily schüttelte den Kopf.

Ein Brilax ist ein unglaublich mächtiger Stein. Sie stammen aus dem alten Ägypten. Wenn damals ein mächtiger Zauberer starb, hat er seine Zauberkraft kurz vor seinem Tod in einen solchen Stein übertragen. Es gab einen Zauber, mit dem der ausgewählte Schüler des Meisters diese Zauberkraft auf sich übertragen konnte.

Dadurch sind im Laufe der Zeit so mächtige Zauberer entstanden, dass ihnen niemand etwas anhaben konnte. Irgendwann kam es dann zum Krieg zwischen diesen Zauberern. Tausende von Menschen kamen dabei ums Leben. Der Krieg dauerte über einhundert Jahre und als er schließlich beendet wurde, entschlossen sich die übrigen Brilax-Zauberer, die Mach, die sie innehatten, nicht weiterzugeben und haben die Steine zerstört. Offenbar hat sich aber ein Zauberer nicht daran gehalten, sondern seine Zauberkraft in diesem Stein eingeschlossen, den du nun um den Hals trägst."

Lily schaute ihn mit aufgerissenen Augen an. Vin war sich sicher, dass sie in diesem Augenblick erkannte, was für einen Schatz sie trug und wie gefährlich dieser Schatz war, wenn er in die falschen Hände geriet.

Dumbledore sah Severus und Harry interessiert an, als wieder Leben in diese kam. Severus ließ Harrys Hände los und starrte den Gryffindor mit aufgerissenen Augen an.

„Denkst du dasselbe, was ich denke?", fragte Harry.

„Ich denke, ja. Geh sofort in deinen Turm und hol den Schlüssel zu deinem Verließ. Wir treffen uns dann in der Eingangshalle und werden sofort aufbrechen", erwiderte Severus.

Harry verlor keine Zeit und rannte aus dem Büro.

Dumbledore öffnete gerade seinen Mund, um etwas zu sagen, als Severus eben dies verhinderte, indem er selbst sprach. „Albus, ich glaube, wir wissen jetzt, was der Dunkle Lord aus Harrys Verließ haben will." Auf den fragenden Blick des Direktors fügte er hinzu: „James hat Lily zur Verlobung eine Kette geschenkt, deren Anhänger ein Brilax war."

Jegliche Farbe wich aus Dumbledores Gesicht.

„Wir müssen ihn hier her holen und zerstören!", sagte er, nachdem er sich wieder halbwegs gefangen hatte. „Wenn Voldemort hinter dem Brilax her ist, wird er sicher auch den Zauber kennen, mit dem er an die eingeschlossenen Zauberkräfte kommt."

„Wir können doch etwas so wertvolles nicht einfach zerstören!", entrüstete sich Severus. „Vielleicht ist er der Schlüssel dazu, den Dunklen Lord endgültig zu besiegen."

„Severus, wir wissen nichts über den Zauber, der notwendig ist. Es würde eine Menge Arbeit erfordern, ihn zu suchen und selbst dann können wir nicht sicher sein, dass wir ihn finden können. Solange besteht auch die Gefahr, dass Voldemort den Brilax in die Hände bekommt und dann sind wir alle verloren. Das Risiko ist zu groß. Wir müssen den Stein vernichten."

Geschlagen senkte Severus seinen Kopf. Ja, Dumbledore hatte Recht und er wusste das.

„Ich werde alles zur Zerstörung vorbereiten.", sagte er, während er zu seinem Schreibtisch ging und ein Blatt Pergament aus seiner Schublade zog. Er berührte es mit seinem Zauberstab und reichte es danach dem Tränkemeister.

„Wenn ihr den Stein habt, aktiviere den Potschlüssel. Er wird euch sofort wieder hier her in mein Büro bringen", sagte er.

Severus nickte und machte sich daran, das Büro zu verlassen.

„Seid vorsichtig!", mahnte Dumbledore noch, ehe er zusah, wie Severus das Büro verließ.