danke für die tollen kommis… ich hoffe, es gefällt euch auch weiterhin
ein extradankeschön an meine beta SnapesWife für ihr tolle Arbeit
knuddels
nerventod
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32. Hilf mir
Vin versagten die Beine; sie wollten ihn nicht mehr tragen. Das war alles zu viel! Vor seinen Augen verschwamm alles und wurde zu einem Wust von Farben. Übelkeit stieg in ihm auf und er hatte Schwierigkeiten zu atmen. Schweiß brach auf seiner Stirn aus, während aus der Wunde an seinem Bein die ganze Zeit weiter Blut austrat. Vin kniete vor dem toten Körper seiner Freundin, während sein Blick noch immer auf dem Kinderbettchen ruhte, in dem sein totes Patenkind lag. Sie waren tot. Sie waren alle tot. Eine ganze Familie ausgelöscht, wegen dem Wahn eines Mannes. Und all dies war ermöglicht worden von Peter!
Am liebsten wollte er aufspringen und sich auf ihn stürzen, ihn mit bloßen Händen umbringen, doch er schaffte es nicht, sich zu bewegen. Hinter ihm waren laute Stimmen zu hören, doch er konnte nicht verstehen, was sie sagten. Hatte Severus Sirius erzählt, dass Peter es gewesen war, der Voldemort hier her gebracht hatte? Schrie Sirus den kleineren Mann gerade an, oder versuchte er gerade das zu tun, zu dem Vin einfach nicht die Kraft fand? Peter sollte leiden!
Doch Vin wusste auch, dass er jetzt etwas tun musste. Voldemort war nicht nur hier hergekommen, weil James mit einer Muggelgeborenen verheiratet war und ein Kind mit ihr hatte, er war auch wegen des Brilax hier gewesen. Vielleicht war dies sogar der eigentliche Grund gewesen. Er musste ihn finden und an sich nehmen, damit dieser Mann ihn nie finden konnte und er wusste auch schon, wie er ihn finden konnte. Doch zuerst musste Sirius von hier verschwinden. Er durfte nichts wissen. Niemand durfte das wissen, so viel war in dieser Nacht klar geworden. Jeder der etwas wusste, war ein Risiko.
„Sev", flüsterte er schwach, doch leider war er über das Geschrei, das noch immer in dem Raum herrschte nicht zu hören. „Severus", sagte er noch einmal, diesmal lauter und tatsächlich verstummten die Stimmen und eine gespenstische Ruhe trat ein.
Vin hörte Schritte, die sich ihm näherten und dann kniete der Langhaarige neben ihm. „Was ist?", fragte er leise.
„Wir müssen die Auroren verständigen. Vielleicht könnte Sirius sie benachrichtigen. Peter sollte gefesselt werde, der Stupor wird nicht ewig halten", sagte Vin ohne ihn anzuschauen. Seine Augen lagen noch immer auf dem Kinderbettchen, während eine seiner Hände auf der Schulter seiner toten Freundin lag."Könntest du das bitte erledigen?"
„Natürlich", antwortete Severus und stand wieder auf, nur um ein paar Momente später wieder neben ihm zu knien. Behutsam umfasste er mit seinen Händen Vins Gesicht und drehte es sanft zu sich. „Die Auroren werden bald hier sein", sagte er. „Lass mich jetzt deine Wunde ansehen, du verlierst viel Blut.
„Nein, Sev", schüttelte Vin seinen Kopf. „Wir müssen erst noch etwas erledigen. Bring mich bitte hinunter ins Arbeitszimmer. Es ist wichtig."
„Wir sollten uns wirklich erst um die Wunde kümmern", entgegnete der Langhaarige ernst.
Vin schüttelte seinen Kopf. „Nein, wir müssen das gemacht haben, bevor die Auroren kommen. Bitte Severus."
Severus seufzte. „Kannst du gehen, wenn ich dich stütze?", fragte er.
„Ich denke, ja", antwortete Vin und ließ sich von Severus aufhelfen. „Wie müssen uns beeilen", fügte er hinzu, als sie langsam aus dem Zimmer gingen. Die Schmerzen, die er verspürte, waren unerträglich, doch er biss die Zähne zusammen und ging, auf Severus gestützt weiter. Der nahm ihn kurzerhand hoch, als sie an der Treppe angekommen waren, und trug ihn behutsam nach unten. Vin war dankbar dafür, denn er bezweifelte ehrlich, dass er es hinunter geschafft hätte. Erst im Arbeitszimmer ließ Severus ihn auf einem der komfortablen Stühle hinunter.
„Was willst du hier?", fragte er.
„Bitte vertrau mir und tu einfach, was ich dir sage", bat Vin. „Wir müssen den Brilax hier weg bringen, damit er nicht in falsche Hände gerät. Ich weiß wo er ist. Ich habe James und Lily dazu gebracht, ihn sicher zu verwahren." Severus schaute Vin überrascht an, nickte aber. „Siehst du das Bild dort an der Wand von der Hochzeit der Beiden?" Severus nickte. „Das Passwort ist ‚smaragdgrüne Augen'.", sagte Vin weiter. „Dort ist eine kleine Truhe versteckt. Bitte bring sie mir."
Severus tat, um was er gebeten wurde und kam kurz darauf mit der besagten Truhe zurück. Vin nahm sie entgegen und stellte sie auf seinen Schoß, ehe er seinen Zauberstab hob und den Zauber sprach, der notwendig war, um die Truhe zu öffnen. Darin war eine kleinere Truhe versteckt, die Vin ebenfalls mit einem Zauber öffnete. Und dann hatte er ihn in der Hand. Den Stein, den Voldemort so dringend gewollt hatte und eines war ihm klar Nun war er der Beschützer des Steines.
Zitternd lösten sich Harrys Hände von denen von Severus. Er war schweißnass und ihm war schlecht. Seine Eltern tot zu sehen war einfach grausam gewesen. Er hatte immer die Hoffnung gehabt, dass sie in dieser anderen Realität nicht sterben mussten, doch nun hatte er ihre toten Körper gesehen und so furchtbar das auch war, so beherrschte seine Gedanken im Moment etwas anderes. Er war gestorben. Er hatte den Angriff von Voldemort nicht überlebt. Das warf alles über den Haufen, was Dumbledore ihm davon berichtet hatte. Hatte der nicht immer gesagt, dass es die Liebe seiner Mutter gewesen war, die den Todesfluch hatte von ihm abprallen lassen?
Er sollte eigentlich tot sein, gestorben bei dem Angriff auf seine Familie. Warum also war das hier anders gelaufen? Er sollte eigentlich tot sein. Es war dieser Satz, der im Moment seine Gedanken beherrschte. Er sollte eigentlich tot sein. Entfernt konnte er die Stimmen von Dumbledore und Severus hören, die sich leise unterhielten. Beide klangen besorgt, doch das war im Moment egal.
„Ich sollte gar nicht hier sein", wisperte er plötzlich, was die beiden Männer zum Verstummen brachte.
„Harry, sag so etwas nicht", sagte Severus und ergriff wieder seine Hand.
Der Gryffindor schaute ihn mit leerem Blick an und einzelne Tränen begannen in seine Augen zu treten. „Aber es ist wahr; ich sollte damals sterben, verstehst du das nicht? Es war nicht vorgesehen, dass ich überlebe. ICH SOLLTE TOT SEIN!"
Der plötzliche Ausbruch ließ die beiden anderen Männer zusammenzucken. Die Wut und Verzweiflung in Harrys Stimme schnürte ihnen die Luft ab.
„Harry--", begann Dumbledore, wurde aber von dem einfach unterbrochen.
„NEIN! Ich will nichts hören!", fuhr er ihn an. „Severus und ich wissen beide, dass es wahr ist. Die Liebe meiner Mutter hat mich damals nicht beschützt. Es war irgendetwas anderes, etwas, was mit Vin und Severus zu tun hat. Diese beiden müssen irgendetwas getan haben, was alles verändert hat. Es war ihnen offensichtlich egal, was sie dadurch bewirken. Ich meine, ich lebe, aber zu welchem Preis? Severus' ist ein Todesser geworden, etwas, was in der anderen Realität nicht geschehen ist; dort war er glücklich mit Vin, der hier nicht einmal existiert. Sirius hat dreizehn Jahre in Azkaban verbracht und als er endlich wieder frei war, musste er sich verstecken und ist jetzt tot. Und wofür das alles? Wir wissen ja noch nicht einmal, was sie damit bezweckt haben."
„Ist das nicht offensichtlich, Harry?", fragte Dumbledore ruhig. „Denk darüber nach. Der Fluch ist damals von dir ab- und auf Voldemort zurückgeprallt, wodurch er beinahe gestorben wäre."
Harry schaute ihn entgeistert an, ehe er wütend aufsprang. „Na wunderbar", fauchte er, als er einfach so aus dem Büro stapfte und die Tür hinter sich zuwarf. Zurück ließ er zwei entgeistert schauende Männer.
„Albus, kannst du nicht überlegen, was du sagst?", fuhr Severus Dumbledore auf einmal an. „Wieso hast du ihm nicht gleich gesagt, dass man ihn zu einer Waffe machen wollte? Das ist doch das, für was er sich, dank der Prophezeiung, sowieso schon hält."
„Denkst du nicht, er wollte die Wahrheit wissen?", fragte Dumbledore.
„Du kennst die Wahrheit doch gar nicht! Merlin nochmal, er hat gerade seinen eigenen Tod und den seiner Eltern gesehen!", sagte Severus aufgebracht. „Ich hätte dir wirklich mehr Taktgefühl zugetraut. Ich gehe ihn jetzt suchen und werde mit ihm reden." Auch Severus warf die Tür hinter sich zu, als er das Büro verließ.
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Severus ging unruhig in seinem Büro auf und ab. Er hatte Harry trotz intensivster Suche heute Nachmittag nicht finden können. Zum Abendessen war der junge Gryffindor nicht erschienen. Er war sogar auf den Ländereien gewesen, doch auch da hatte er den Jungen nicht gefunden. Der Zaubertränkeprofessor überlegte, was tun sollte und entschied sich noch einmal auf den Ländereien und vor allem am See nach Harry zu suchen. Er ging in seine Räume hinüber, um sich einen wärmeren Umhang zu holen und machte sich dann auf, den Jungen zu suchen. Er schlug die Tür hinter sich zu und rauschte davon, als er plötzlich über etwas stolperte. Verwirrt blickte er zurück, doch er konnte nichts sehen, über was er hätte stolpern können.
Was war das? Ein Streich? Wer würde es wagen, ihm einen Streich zu spielen und einen getarnten Str… Moment mal, getarnt? Severus runzelte die Stirn und näherte sich der Stelle, wo er gestolpert war. Langsam kniete er sich hin und griff mit der Hand ins Leere, bis er etwas fühlte; weichen Stoff. Behutsam zog er an ihm, bis Harrys Kopf darunter erschien, der ihn mit roten, verquollenen Augen traurig anschaute. Ohne zu überlegen nahm er den Gryffindor auf seine Arme und trug ihn in seine Räume und dort zu der Couch. Zusammen mit ihm setzte er sich; Harry fest an sich gedrückt auf seinem Schoß.
Den ganzen Nachmittag, als er auf der Suche nach Harry gewesen war, hatte er sich die Worte zurechtgelegt, die er ihm sagen wollte, doch nun war nichts mehr davon da und es war auch nicht wichtig. Das Einzige, was im Moment für ihn zählte, war die Tatsache, dass Harry wieder da war. Er drückte ihn ein wenig fester an sich, während er ihm beruhigend über den Rücken strich. Harry weinte nicht, er saß einfach da und ließ sich festhalten. Er genoss die Wärme und die Liebe, die Severus ihm anbot.
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Etwa zwei Stunden später wachte Severus, noch immer mit Harry auf dem Schoß, auf. Er war nach einer Weile eingeschlafen; auch für ihn war der Tag anstrengend gewesen. Erst jetzt fiel Severus auf, was ihn geweckt hatte. Leichte Küsse wanderten seinen Hals entlang und entlockten ihm ein leichtes Stöhnen. Harrys Kopf fuhr daraufhin hoch und er schaute den Tränkemeister mit seinen unglaublich smaragdgrünen Augen an. Der Blick mit dem der Gryffindor ihn bedachte ging ihm durch und durch und er musste schlucken, als Harry seine Lippen auf die seinen senkte und nach kurzer Zeit mit seiner Zunge um Einlass bat.
Severus öffnete seinen Mund und erwiderte den scheuen Kuss. Er dachte im Moment nicht daran, was heute geschehen war, alles was im Moment zählte, waren diese unglaublich zarten Lippen. Die Intensität des Kusses steigerte sich langsam, während Severus mit seiner Hand durch Harrys Haar strich und seine andere Hand dessen Seite entlangfuhr.
Der Tränkemeister war so von dem Kuss gefangen, dass er nicht bemerkte, wie Harry langsam die Knöpfe seiner Robe und seines Hemdes öffnete. Erst als die Hand des Gryffindor über seine nackte Brust fuhr realisierte er, was Harry tat und er unterbrach den Kuss.
„Harry… nicht", sagte er sanft.
„Bitte, Severus, ich will es. Ich möchte dich spüren. Zeig mir, dass ich lebendig bin", flehte Harry und legte erneut seine Lippen auf die des Langhaarigen.
Sacht schob ihn Severus von sich. „Ich denke wirklich nicht, dass das eine gute Idee ist", sagte er sanft.
Harrys Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig und er funkelte den anderen Mann wütend an. „Wenn du mich nicht willst, dann sag es doch gleich! Warum bist du überhaupt mit mir zusammen?", fauchte er und wollte wütend aufspringen, doch Severus hielt ihn zurück.
„Das habe ich nicht gesagt und du kannst mir auch glauben, dass ich mir nichts mehr wünsche, als mit dir zu schlafen", sagte der Tränkemeister.
„Da tu es bitte. Was hält dich davon ab?", fragte Harry.
„Es wäre nicht richtig. Es wäre dein erstes Mal und ich möchte, dass es etwas Besonderes für dich wird. Du solltest es nicht nur wegen dem tun, was heute passiert ist", erklärte Severus ruhig.
„Es wäre nicht mein erstes Mal. Schließlich habe ich es schon einige Male in den Erinnerungen erlebt", entgegnete Harry.
„Das kannst du nicht miteinander vergleichen. Auch wenn du es miterlebt hast, waren es doch nicht deine Gefühle und Empfindungen, verstehst du? Wenn wir jetzt miteinander schlafen würden, würdest du es bereuen und ich möchte nicht, dass du mit solchen Gefühlen auf dein erstes Mal zurückschaust. Es sollte etwas besonderes, wunderbares sein und das würde ich dir wegnehmen, wenn wir deinem Verlangen jetzt nachgeben", sagte der Langhaarige.
Verlegen senkte Harry seinen Blick, doch Severus legte sofort einen Finger unter sein Kinn und zwang ihn so wieder, ihn anzusehen. „Harry, glaub mir, ich liebe dich und was auch immer die ganze Sache mit den Erinnerungen bedeutet, ich bin froh, dass du damals nicht gestorben bist. Du bist etwas ganz Besonderes und wenn du mir nicht glaubst, dann frag dich mal, ob ich jeden einfach so auf meinem Schoß sitzen lassen würde."
Harry konnte nicht anders und lächelte schwach, ehe er sich wieder an den anderen Mann kuschelte, der ihn erneut mit seinen starken Armen umschlang. Er war sich immer noch nicht sicher, wie er mit allem, was er heute herausgefunden hatte, umgehen sollte, aber er hatte Severus und das war im Moment alles, was zählte.
