hallihallo,

ich hab nicht viel zeit, weil ich zur arbeit muss… ich danke euch für die kommis und wünsche euch viel spaß und spannung mit dem neuen chap

ein fettes dankeschön auch an meine beta SnapesWife

knuddels

nerventod

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33. Hogsmeade

Es war ein fürchterlicher Tag heute, ein Tag, den man am liebsten gar nicht erst nach draußen gehen sollte. Die Temperaturen waren eisig und es herrschte ein wilder Schneesturm, der diesen Dezembertag noch trostloser machte, als er ohnehin schon gewesen wäre. Harry saß mit Ron und Hermine in den Drei Besen´ und genehmigte sich ein Butterbier. Heute war Sonntag und eigentlich hatte er vor drei Stunden in Dumbledores Büro erscheinen sollen, aber das war ihm herzlich egal.

Harry hatte eine furchbare Woche hinter sich gehabt. Am vergangenen Sonntag in Severus' Armen zu liegen, während er schlief war einfach wunderbar beruhigend gewesen und hatte ihm die damals so dringend benötigte Ruhe gegeben, doch dafür war das Aufwachen umso schlimmer gewesen. Als Harry die Wärme, die Severus' Körper ihm gespendet hatte, verlassen hatte, war alles wieder auf ihn eingestürzt. Der schwarzhaarige Gryffindor wusste einfach nicht was er denken sollte.

So hatte er sich zurückgezogen. Er ging zum Unterricht und danach wieder in seinen Schlafsaal, wo er den Rest des Tages verbracht hatte. Er war nur selten zum Essen erschienen und auch zu den Okklumentik-Stunden mit Severus war er nicht gegangen. Der Tränkemeister schien zu wissen, dass er diese Zeit für sich jetzt einfach brachte, denn er ließ ihn deswegen in Ruhe, auch wenn Harry seine besorgten Augen auf sich ruhen fühlen konnte, wenn der Zaubertränkelehrer mit ihm im gleichen Raum war. Severus hatte sogar nach einer Unterrichtsstunde versucht, ihn zum Reden zu bringen, doch Harry hatte nichts gesagt und so hatte ihn der Langhaarige schließlich gehen lassen.

Natürlich hatten Ron und Hermine seine Veränderung bemerkt und ebenfalls versucht, mit ihm zu reden, doch auch ihnen gegenüber hatte er dicht gemacht. Wie konnte er ihnen etwas erklären, mit dem er selbst noch nicht einmal klar kam? Als Harry sich den beiden heute früh angeschlossen hatte, als sie nach Hogsmeade gehen wollten, hatten sie sich zwar gewundert, aber keine Fragen gestellt und ihn einfach in ihre Mitte genommen, als sie sich auf den Weg gemacht hatten. Nächsten Freitag würden die Weihnachtsferien beginnen und so sollte den Schülern noch die Möglichkeit gegeben werden, in dem kleinen Zaubererdorf nach den Geschenken für ihre Lieben zu suchen.

Ron und Hermine hatten, nachdem sie den Weg in das Dorf hinter sich gebracht hatten, entschieden, dass sie sich erst einmal aufwärmen sollten und Harry in die ‚Drei Besen'geschleift. Die beiden beratschlagten gerade, wo sie denn nun hingehen wollten und kamen zu dem Entschluss, sich aufzuteilen. Da es so kalt war, wollten sie ihre Einkäufe möglichst schnell hinter sich bringen und so würde Hermine zunächst in den örtlichen Bücherladen gehen, während Ron Harry mit in den Honigtopf´nehmen würde. Harry war es gleich. Alles war ihm lieber, als jetzt oben im Schloss bei Dumbledore und Severus zu sein.

Gesagt, getan. Als die drei Jugendlichen ihr Butterbier ausgetrunken hatten, eilten sie in verschiedene Richtungen davon. In zwanzig Minuten würden sie sich wieder treffen und den Rest ihrer Shoppingtour erledigen. Harry zog den Umhang fester um seinen Körper, um sich gegen die beißende Kälte zu schützen, doch sein dünner Umhang bot nur wenig Schutz. Er hatte heute Morgen nach dem erstbesten gegriffen, den er hatte finden können, was er jetzt ein wenig bedauerte. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt, sich etwas in dem Süßigkeitenladen zu kaufen, doch als er sich in dem Geschäft so umsah, entschied er sich, dass ein kleiner Vorrat nicht schaden könnte und kaufte sich ein paar Schokofrösche, Lakritzstangen und einer große Packung Berti Botts Bohnen in sämtlichen Geschmacksrichtungen´ und verstaute sie in seiner Tasche.

Ron brauchte ein paar Minuten länger, um sich zu entscheiden, was er kaufen wollte, und so kamen sie fünf Minuten zu spät zum Treffpunkt, was ihnen einen finsteren Blick einer ziemlich durchgefrorenen Hermine einbrachte. Das sie letztendlich nichts dazu sagte, war wohl der Tatsache zu verdanken, dass sie Rücksicht auf Harry nahm. Sie machten sich auf in verschiedene Geschäfte, um die Geschenke für ihre Familien zu kaufen. Harry trabte ihnen einfach hinterher.

Zwei Stunden später hatten sie auch dies erledigt. Hermine schlug vor, dass jeder nun noch eine Stunde Zeit hätte, damit sie ihre gegenseitigen Geschenke besorgen konnten. Sie würden sich dann wieder in den Drei Besen´ treffen, um noch eine Kleinigkeit zu essen, bevor sie wieder zum Schloss gehen würden. Harry entschloss sich dazu, zunächst in den örtlichen Bücherladen zu gehen. Sicher konnte er dort ein passendes Geschenk für Hermine und vielleicht auch für Severus finden.

Kurz darauf betrat er das entsprechende Geschäft und begann durch die Regalreihen zu gehen. Hier und da nahm er ein Buch heraus und schaute es sich an, ob es vielleicht etwas Passendes wäre, stellte es dann aber zurück. Er bemerkte nicht, wie auf einmal eine Person hinter ihn trat. Er konnte nicht reagieren, als sich plötzlich starke Arme um ihn schlangen und er mit einem ‚Plopp' aus dem Laden verschwand.

Harry tauchte in einem Wald wieder auf und sofort lösten sich die Arme um ihn herum und er fiel zu Boden. Schnell wollte er nach seinem Zauberstab greifen, doch es war schon zu spät. Eine weitere Person hatte ihn ihm mit einem Schwung ihres Zauberstabes abgenommen. „Gut gemacht, Sohn", erklang eine kalte Stimme und Harry sah zu, wie sich ein Slytherin-Siebtklässler, den er nur vom Sehen her kannte, leicht verbeugte, ehe er mit einem erneuten ‚Plopp' verschwand.

Harry sah, wie weitere Männer auf der Lichtung erschienen. Schließlich wurde er von einem der fünf Männer wieder auf die Beine gezerrt. Harrys Herz rutschte ihm in den Magen. Was sollte er nur tun? Panik nahm von ihm Besitz und er versuchte von dem eisigen Griff, der ihn festhielt, loszukommen. Das nächste was er spürte war ein scharfer Schmerz auf seiner Wange. Der Mann hatte ihn geschlagen und erschrocken hielt Harry still.

„Du wirst dich wie ein lieber, guter Junge benehmen und uns ohne Widerstand folgen, ist das klar?", blaffte der Mann ihn an. „Wir haben kein Problem damit, dir wehzutun. Du bist ein Geschenk für unseren Meister und es wird ihm egal sein, in welchem Zustand du bei ihm ankommst, solange du noch lebst."

Harry erschauderte unwillkürlich und sah den nächsten Schlag, den er erhielt, nicht kommen, der ihn wieder zu Boden schickte. „Nur als kleiner Vorgeschmack, was dich erwartet, wenn du nicht ein artiger, kleiner Junge bist", höhnte der Mann, ehe er Harry wieder auf die Beine zog. „Hier entlang", sagte er, ehe er losschritt. Einer der anderen Männer schubste Harry an, dass dieser ihm folgte. Harry sah keine andere Möglichkeit, als zu tun, was von ihm verlangt wurde. Zwei der Männer liefen neben ihm, während zwei weitere hinter ihm gingen.

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Hermine und Ron standen nun seit einer guten halben Stunde vor den Drei Besen´und warteten darauf, dass Harry langsam auftauchte. Es wurde bereits dunkel und beide begannen sich Sorgen zu machen. Wo war ihr Freund?

„Wir suchen ihn", beschloss Hermine schließlich nervös. „Du gehst dort entlang, ich hier lang. Wir treffen uns in einer Viertelstunde wieder hier."

Ron nickte und beide machten sich auf die Suche. Beide fragten Mitschüler, die sie unterwegs trafen, ob sie Harry gesehen hätten, doch keiner konnte ihnen etwas sagen. Als sie sich wieder trafen und ihn nicht gefunden hatten, wussten sie, dass etwas nicht stimmte. Harry war die ganze Woche komisch gewesen. War er weggelaufen? Egal was war, sie mussten zum Direktor.

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Harry versuchte unterdessen mit den Männern, die ihn umgaben, Schritt zu halten und gleichzeitig nach einer Möglichkeit zu suchen, wie er entkommen konnte. Er schaute sich immer wieder um, auch wenn ihm das bisher zwei weitere Schläge gegeben hatte, genauso wie drei weitere, weil er nicht schnell genug lief.

Seine Sachen waren von dem Schnee mittlerweile ganz nass und die Kälte war mittlerweile so schlimm, dass er bereits am ganzen Körper zitterte. Zu allem Überfluss rächte sich jetzt auch noch, dass er in der letzten Woche so wenig gegessen hatte, denn er schaffte kaum noch das Tempo, was diese Männer vorgaben, mitzuhalten. Immer öfter stolperte er und konnte sich nur mit Mühe noch abfangen und weitergehen.

Ein erneuter Schlag, diesmal in seine Rippe, weil er wieder zu langsam geworden war. Harry hörte ein übelkeiterregendes Knacken, ehe der Schmerz in seiner Seite beinahe unerträglich wurde und er erschrocken aufkeuchte. Die Männer trieben ihn immer weiter und Harry hatte noch immer keine Möglichkeit gefunden zu entkommen. Was sollte er nur tun? Verdammt.

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Severus saß in seinem Wohnzimmer vor dem Kamin und las ein Buch. Heute Morgen war er im Büro des Direktors gewesen und hatte dort gemeinsam mit Dumbledore auf Harry gewartet, der aber nicht aufgetaucht war. Zunächst war er besorgt gewesen, doch allmählich war er wütend geworden und aus dem Büro gestürmt. Was zum Teufel wollte dieser Junge? Hatte er nicht alles getan, was er konnte, um ihm zu helfen und ihm zu versichern, dass er froh war, dass er den Angriff damals überlebt hatte? Sah Harry nicht, dass er nicht zu mehr imstande war?

Eines war auf jeden Fall klar. Wenn er den Jungen das nächste Mal sehen würde, würde er ihm klar machen, dass er aufhören sollte, sich selbst zu bemitleiden. Das Leben war nicht fair, das wusste er und das sollte auch Harry endlich einsehen. Er sollte aufstehen und sich dem stellen, was es für ihn bereithielt und nicht bei der kleinsten Kleinigkeit davonrennen. Ja, er liebte diesen schwarzhaarigen Gryffindor, aber er musste wirklich ein ernstes Wort mit ihm reden.

Jetzt spielten sich in seinem Kopf immer und immer wieder die Worte ab, die er ihm sagen wollte. Frustriert legte er das Buch beiseite, er konnte sich ohnehin nicht darauf konzentrieren. Er hoffte nur, dass Harry zum Abendessen auftauchen würde, damit er ihn danach abfangen und mit ihm reden konnte. Er würde es in etwa einer halben Stunde wissen.

Severus zuckte plötzlich zusammen und griff an seinen Unterarm. Der Dunkle Lord rief seine Anhänger. Was war los, dass er sie um diese Zeit zusammenrief? Der Tränkemeister wusste es nicht, doch er konnte auch nicht lange darüber nachdenken. Sein Gespräch mit Harry musste warten. Er eilte in sein Schlafzimmer, um seine Todessekutte und seine Maske zu holen. Er musste sich beeilen.

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Dumbledore saß in seinem Büro, als der Kamin grün aufflammte. Überrascht sah er auf und genau in das, wie üblich, ausdruckslose Gesicht seines Zaubertränkeprofessors.

„Albus, er ruft mich", informierte der ihn kurz.

„Um diese Zeit?", fragte Dumbledore besorgt. „Sei vorsichtig, Severus. Ich werde dich hier erwarten."

Severus nickte und schon war sein Kopf aus den grünen Flammen verschwunden. Dumbledore schaute ihm besorgt hinterher, wurde aber aus seinen Gedanken gerissen, als die Tür zu seinem Büro aufgerissen wurde und zwei aufgeregte Schüler hineingestürmt kamen. Er sah in Ron Weasleys und Hermine Grangers Gesicht, die sofort aufgeregt anfingen zu sprechen. Dumbledore versuchte sein Bestes, zu verstehen, was sie ihm zu sagen hatten, doch es war alles viel zu durcheinander. Er gebot den beiden mit einem Handbewegung Einhalt.

„Wenn Sie so durcheinander reden, kann ich Sie nicht verstehen. Miss Granger, würden Sie mir bitte sagen, was es so dringendes gibt?", bat er das braunhaarige Mädchen.

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Severus apparierte in die Nähe der Lichtung, auf der das Treffen der Todesser stattfinden würde, und lief die letzten Schritte. Zwei weitere Todesser schlossen sich ihm an, ehe sie ihren Platz in dem Kreis einnahmen. Severus bemerkte sofort, dass zwei der Plätze frei waren, als auch schon Voldemort auftauchte. Er schaute sich in dem Kreis seiner Anhänger um, ehe er sich zu voller Größe vor ihnen aufbaute.

„Meine lieben Freunde, heute ist ein großer Tag. Ich habe euch hier her gerufen, weil fünf eurer Mitstreiter mir ein Geschenk gebracht haben. Ihr dürft heute das Ende des angeblichen Retters der Zaubererwelt miterleben", zischte er und deute mit seiner Hand zu seiner Linken, wo sich sofort der Kreis der Todesser teilte.

Severus stockte der Atem, als er sah, wie die beiden fehlenden Todesser mit Harry in ihrer Mitte den Kreis betraten. Der Gryffindor sah furchtbar aus. Er war leichenblass, so dass seine Narbe besonders hervorstach, genauso wie sein zugeschwollenes Auge und seine linke Wange. Sein Magen verkrampfte sich, als sie Harry zu Boden stießen, was diesen schmerzhaft aufstöhnen und sich seine linke Seite halten ließ.

„Seht ihn euch an, den großen Harry Potter", höhnte Voldemort, was die Todesser um Severus herum verächtlich Lachen ließ. Ihm blieb keine andere Wahl, auch er lachte, doch seine Augen waren fest auf Harry gerichtet, der die Augen geschlossen hatte und versuchte, gegen die Schmerzen zu atmen.

Severus überlegte fieberhaft, was er jetzt tun konnte. Er hatte mit allem gerechnet, mit Strafe, weil er keine neuen Informationen hatte, oder weil er noch immer nicht den Schlüssel zu Harrys Verlies in Gringotts hatte, aber was er jetzt tun sollte, wusste er einfach nicht. Wie sollte er es schaffen, Harry von hier weg zu bekommen? Es blieb ihn keine weitere Zeit darüber nachzudenken, da Voldemort erneut sprach.

„Robertson, komm nach vorn", befahl er. Der angesprochene Todesser kam nach vorn und verbeugte sich tief. „Es war dein Sohn, der unserer Sache geholfen hat?"

„Jawohl, mein Lord", antwortete Robertson mit einer erneuten Verbeugung.

„Ich bin mit ihm sehr zufrieden. Allerdings mag ich es nicht, wenn ihr ohne meine Anweisung vorgeht", sagte Voldemort. „Crucio."

Robertson fiel unter dem Fluch auf seine Knie, doch Severus konnte kein Mitleid mit ihm haben. Robertson und sein Sohn waren also für das hier verantwortlich? Das würden sie noch bereuen. Sein Blick fiel wieder auf Harry, der mit schmerzverzerrtem Gesicht seine Narbe festhielt.

Voldemort hob den Fluch wieder auf und brachte damit Severus' Aufmerksamkeit zurück zu sich. Robertson erhob sich wieder. „Lass dir das eine Lehre sein", zischte der Dunkle Lord ihm entgegen.

„Jawohl, mein Lord", sagte Robertson erneut und verbeugte sich.

„Trotzdem möchte ich deine Leistung anerkennen. Du darfst den ersten Fluch auf den Jungen sprechen. Fang an!", befahl Voldemort.

Robertson verbeugte sich erneut, ehe er sich mit funkelndem Blick zu Harry umdrehte. Er lächelte, als er seinen Zauberstab hob. „Crucio", hisste er und im nächsten Moment drangen Harrys Schreie an Severus' Ohr, die ihm durch Mark und Bein gingen.

Robertson hielt den Fluch für eine gute Minute aufrecht, ehe er ihn aufhob und Harrys Schreie erstarben. Er keuchte heftig und starrte den Todesser wutentbrannt an. Voldemort lachte kalt, ehe er rief: „Lestrange, jetzt du. Wir werden dem Kleinen die Widerspenstigkeit schon austreiben."

Ein weiterer Fluch traf Harry und wieder waren seine Schreie auf der Lichtung zu hören. Harry hatte auch nach dem vierten Cruciatus seinen Kampfgeist nicht verloren und Snape hörte die Worte, auf die er gewartet hatte. Harry schaute auf, als Voldemort Severus nach vorne rief. Er war noch immer am Boden, als der Tränkemeister sich vor ihm aufbaute und seinen Zauberstab auf Harry richtete. Der Gryffindor wendete seinen Blick ab. Er wollte Severus nicht zusehen, wenn der ihn verfluchen würde. Severus' Blick war ausdruckslos, als er noch einmal einen Blick in die Runde warf, sich dann blitzschnell auf Harry warf. Nur kurz hörte er den wütenden Aufschrei Voldemorts, ehe er mit Harry verschwand.