danke für die tollen kommis euch alle knuddel
oooooooooo
36. Der Orden des Phönix
Severus erwachte am nächsten Morgen sehr früh. Er brauchte einen kurzen Moment, um sich an den gestrigen Abend zu erinnern, als er bemerkte, dass eine andere Person neben ihm lag. Als die Erinnerungen daraufhin zurückkamen, lächelte er. Eine kleine Stimme in ihm sagte, dass er falsch gehandelt und gegen jede Regel verstoßen hatte, als er mit einem Schüler geschlafen hatte, doch diese Stimme verstummte bald. Es war nicht irgendein Schüler gewesen, es war sein Harry. Wie sich das anhörte, ‚sein Harry'. Und doch stimmte es. Severus wusste, dass er alles tun würde, damit Harry für immer sein blieb und damit dem jungen Gryffindor nichts passierte.
Harry hatte sich fest an ihn gekuschelt und seinen Kopf auf die Brust des Zaubertränkemeisters gelegt. Es war ein wunderschönes Gefühl. Zärtlich strich Severus durch das strubbelige Haar des jungen Mannes, worauf dieser sich leicht bewegte, aber nicht aufwachte. Er dachte an gestern Nacht zurück. Die Gedanken, wie Harry sich gestern unter ihm bewegt hatte, ließen ihn erneut lächeln. Noch nie hatte er sich so erregt gefühlt und sich gleichzeitig doch so viel Zeit gelassen. Wenn er mit Frauen geschlafen hatte, war sein primäres Ziel immer seine Befriedigung gewesen und so war der Sex gestern eine vollkommen neue Erfahrung gewesen. Wie Harry sich unter ihm gewunden und gestöhnt hatte, war das Schönste gewesen, was er je erlebt hatte.
Wie Unrecht hatte er Harry doch all die Jahre getan, in denen er ihn mit dessen Vater verglichen und auch ihn für einen angeberischen Wichtigtuer gehalten hatte, der einen Rettungskomplex hatte und sich immer absichtlich in Schwierigkeiten brachte. Leicht schnaubte er. Was würden wohl James uns Lily jetzt von ihm denken, wenn sie wüssten, dass ihr Sohn sich auf eine Beziehung mit ihm eingelassen hatte? Nein, das war kein gutes Thema, um darüber nachzudenken. Der James, den er in seiner Jugend kennengelernt hatte, würde ihn wahrscheinlich kastrieren, ohne mit der Wimper zu zucken. James dagegen, so wie er ihn in den Erinnerungen kennengelernt hatte, würde es wahrscheinlich zum Wohle seines Sohnes akzeptieren. Es war absolut verwirrend, so auf ihn zurückzublicken. Sein über Jahre aufgebauter Hass auf diesen Menschen bröckelte gewaltig.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Harry sich neben ihm leicht bewegte und seinen Kopf nach kurzer Zeit so drehte, dass er Severus in die Augen schauen konnte. Severus verschlug es fast die Sprache, als der Gryffindor ihn anlächelte und all seine Gefühle, die er für den Tränkemeister hegte, in seinem Blick zu sehen waren.
„Guten Morgen", lächelte Severus und neigte sich zu ihm, um Harry einen Kuss zu geben, den dieser erwiderte. „Hast du gut geschlafen?", fragte er, nachdem sie sich gelöst hatten.
Harry nickte und rieb sich seine Augen, dann legte er seinen Kopf wieder auf Severus' Brust und begann mit seinem Zeigefinger kleine Krise auf dessen Bauch zu malen. „Wie geht es dir heute?", fragte dieser ihn.
„Sehr gut", seufzte Harry glücklich. „Nur mein Hintern tut ein wenig weh", fügte er nuschelnd hinzu.
„Bereust du etwa, was wir gestern getan haben?", fragte Severus ein wenig unsicher.
„Nein", sagte Harry entrüstet und schaute wieder zu dem Slytherin. „Das war das Schönste, was ich je erlebt habe." Severus musste Schmunzeln, als der Gryffindor bei diesen Worten errötete. „Hat… Hat es dir denn gefallen? Ich meine, du hast doch noch nie mit einem Mann…" Peinlich berührt versteckte Harry sein Gesicht an Severus' Brust.
„Es war perfekt", lächelte Severus und fuhr mit seinem Zeigefinger unter das Kinn des jungen Mannes, um ihn sanft dazu zu zwingen, ihn anzusehen. „Ich möchte es nie wieder anders", sagte er, was Harry zwar lächeln, aber noch mehr erröten ließ. Noch einmal beugte sich Severus zu ihm, um in zu küssen, ehe er aufstand. „Wir sollten frühstücken", sagte er, während er sich seine Hose anzog.
oooooooooo
Sie hatten den Sonntag gemeinsam in Severus' Räumen verbracht, ehe Harry am Abend in seinen Gemeinschaftsraum zurückkehrte, wo er sofort in eine stürmische Umarmung von Hermine gezogen wurde. Er berichtete ihr und Ron, was am Vortag genau passiert war und wie Severus ihn gerettet hatte.
Er bekam Severus in der folgenden Woche kaum zu sehen, da Hermine und Ron ihm nicht von der Seite weichen wollten, so dass er beinahe froh war, als seine Freunde am Freitag das Schloss verließen, um zu ihren Familien nach Hause zu fahren und dort die Ferien zu verbringen. Ron hatte Harry in den Fuchsbau eingeladen, doch Harry hatte ihm erklärt, warum er im Schloss bleiben müsse. Nachdem er seine Freunde am Morgen verabschiedet hatte, machte er sich auf direktem Weg zu Severus.
Severus zog ihn zu sich in die Räume und küsste ihn leidenschaftlich. Nachdem sie sich voneinander gelöst hatte, begaben sie sich gemeinsam zu Dumbledores Büro, da sie schon heute beginnen würden, die weiteren Erinnerungen anzusehen. Dumbledore lächelte ihnen zu, als sie sein Büro betraten und deutete ihnen zu ihren üblichen Plätzen, wo Harry und Severus schon kurz darauf gemeinsam in eine Erinnerung eintauchten.
Vin lag in einem Bett im St.Mungos. Er war seit beinahe einer Woche hier und wollte nichts anderes, als wieder hier raus. Sein Bein war schlimmer verletzt gewesen, als er bemerkt hatte und verweigerte jede Heilmethode, die die Ärzte versuchten. Es musste natürlich heilen, ohne Magie und dieser Prozess zog sich in die Länge. Severus war in den ersten Tagen bei ihm geblieben, doch schließlich hatte Vin darauf bestanden, dass er zu seinem Studium zurückkehrte, was er auch widerwillig getan hatte.
Trotzdem war der Langhaarige noch zu jeder freien Minute bei Vin und kümmerte sich um ihn. Heute war Samstag und in zwei Tagen sollte Vin endlich entlassen werden. Er hasste es, hier zu sein, doch dass Severus da war, munterte ihn auf. Der Zustand seines Beines besserte sich stetig, doch es würde noch eine ganze Weile dauern, bis er wieder ganz hergestellt war.
„Möchtest du noch etwas essen?", fragte Severus gerade, als jemand an die Tür zu Vins Krankenzimmer klopfte. Der Langhaarige stand auf, um nachzusehen, wer davor stand und schaute überrascht in das lächelnde Gesicht von Albus Dumbledore.
„Guten Tag, Mister Snape", begrüßte ihn der alte Mann, ehe er in das Zimmer trat und an Severus vorbei auf Vin zuging. „Wie geht es Ihnen, Mister Hallwood?", fragte er.
„Gut,danke der Nachfrage, Professor Dumbledore", antwortete Vin höflich. „Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?"
„Nun, zuerst wollte ich mich nach Ihrem Befinden erkunden. Da wir das aber bereits erledigt haben, möchte ich mit Ihnen und Mister Snape über etwas Wichtiges sprechen", antwortete Dumbledore. „Haben Sie ein paar Momente Zeit?"
„Professor Dumbledore, ich möchte keineswegs unhöflich sein, aber Vin braucht Ruhe", warf Severus ein.
„Es ist schon gut, Severus", sagte Vin. „Geht es um Lily, James und Harry?", fragte er traurig. Die Trauer um den Verlust seiner besten Freundin, deren Mann und seinesPatensohnes, brachte ihn fast um den Verstand. Er hatte hier keine Zeit, diese Sache angemessen zu verarbeiten und wollte auch Severus seine Verzweiflung in dieser Sache nicht zeigen, damit er sich nicht noch mehr Sorgen machte.
„Um ehrlich zu sein, ja", erwiderte Dumbledore ehrlich. „Ich bin hier, um Sie um etwas zu bitten."
Vin überlegte, was Dumbledore von ihnen wollen konnte. Seit seinem Schulabschluss hatte er den Direktor nur noch ein einziges Mal gesehen und das war bei der Geburt des kleinen Harry. Der kleine süße Junge mit den grünen Augen und den Ansätzen von James' wildem Haar, hatte alle in seinen Bann gezogen. Der Gedanke an sein Patenkind ließ ihn schmerzhaft die Augen schließen. Er atmete ein paar Mal tief durch und schaute Dumbledore an. „Um was geht es genau?", fragte er dann und beobachtete aus den Augenwinkeln, wie Severus sich neben sein Bett setzte.
„Zunächst einmal möchte ich Sie bitten, dass alles, was ich Ihnen beiden erzähle, diesen Raum nicht verlässt", sagte Dumbledore, ehe er seinen Zauberstab zog und ein paar Zauber auf das Zimmer legte, damit niemand ihr Gespräch verfolgen konnte. Severus und Vin nickten langsam, worauf Dumbledore fortfuhr. „Lily und James waren beide Mitglieder einer Vereinigung von Zauberern und Hexen, die gegen Voldemort und seine Todesser kämpfen. Diese Vereinigung nennt sich der Phönixorden und wurde von mir gegründet. Wir können immer neue Mitglieder für unsere Seite gebrauchen, die uns in dem Kampf gegen Voldemort unterstützen."
„Sie wollen, dass wir diesem Orden beitreten und für Sie kämpfen?", fragte Severus stirnrunzelnd.
„Nein, Sie sollen nicht für mich kämpfen, Mister Snape. Sie sollen für die Freiheit der Zaubererwelt kämpfen. Viel zu viele Menschen haben Angst und verhalten sich ruhig, aus Angst vor Übergriffen. Das Ministerium versucht der Sache Herr zu werden, aber leider können sie nicht überall sein und ist durch die Bürokratie gehemmt. Wir greifen ein, wo wir können und unterstützen die Opfer. Wir sind nicht viele, aber alle sind mit Herz dabei. Wenn ich offen sein darf, Sie beide wären absolut perfekt für den Orden. Eintalentierter Zaubertränkemeister, auch wenn Sie die Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben, Mister Snape, und ein ausgebildeter Auror könnten sehr hilfreich sein. Wir brauchen Sie beide in dem Kampf gegen Voldemort."
„Ich würde alles tun, um diesem Bastard den Gar auszumachen", knurrte Vin entschlossen. „Ich kann nicht für Severus reden, aber ich bin auf jeden Fall dabei."
„Ich denke nicht, dass du so schnell zusagen solltest", ging Severus sofort dazwischen. „Professor Dumbledore, Sie können sicher sein, das wir gründlich darüber nachdenken werden. Sollten wir zu einem Entschluss kommen, werde wir uns bei Ihnen melden."
„Das ist eine sehr weise Entscheidung, Mister Snape. Denken Sie in Ruhe darüber nach, Sie beide", entgegnete Dumbledore ruhig und stand dann auf. „Ich werde Sie jetzt allein lassen. Ruhen Sie sich aus, Mister Hallwood. Ich wünsche Ihnen beiden noch einen schönen Tag."
Die Schwarzhaarigen schaute zu, wie ihr ehemaliger Direktor die Zauber aufhob und das Zimmer verließ. Severus zog seinen Zauberstab und legte die Zauber erneut auf den Raum, ehe er sich wieder zu Vin drehte und ihn durchdringend musterte.
„Was ist?", fragte Vin, der nicht verstand, warum sein Freund ihn so ansah.
„Du fragst mich, was los ist?", stellte Severus mit hochgezogener Augenbraue die Gegenfrage. „Du kannst dich doch nicht einfach so einer Organisation anschließen, von der wir absolut nichts wissen, nur weil Dumbledore sagt, sie kämpft gegen Voldemort."
„Ich weiß, dass dir der Tod von Lily, James und Harry sehr nahe geht, aber ich halte es nicht für richtig, dass du dich in einen Kampf begeben willst, der nicht deiner ist", sagte der Langhaarige eindringlich.
„Harry war mein Patensohn und Lily und James waren unsere Freunde. Sie wurden von diesem Monster umgebracht – das ist mein Kampf. Und abgesehen davon, Severus, ist es unser aller Kampf. Wenn alle Zauberer und Hexen in Großbritannien aufstehen und sich diesem Wahnsinnigen entgegenstellen würden, hätte er keine Chance. Wir bekommen hier eine Möglichkeit aktiv etwas zu tun und ich will diese Chance wahrnehmen. Dieser Mann strebt nach der absoluten Macht. Warum sonst hat er den Brilax gewollt? Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der ich Angst haben muss und das können wir nur verhindern, wenn wir jetzt etwas tun, verstehst du das nicht?"
„Wir haben diesen Stein, Vin. Was glaubst du wird passieren, wenn er es irgendwann herausfinden sollte Wir sollten uns möglichst bedeckt und im Hintergrund halten und nicht noch zusätzlich auf uns aufmerksam machen", erwiderte Severus. „Versteh mich nicht falsch, ich verstehe durchaus, was du gesagt hast und warum du es tun willst, aber ich denke wirklich nicht, dass es eine kluge Entscheidung ist, wenn wir offen gegen ihn kämpfen."
„Ich habe nicht gesagt, dass ich von dir verlange, meiner Entscheidung zu folgen. Wenn du nicht mit in diesem Orden kämpfen willst, musst du es nicht, aber ich will es tun", sagte Vin entschlossen. „Dumbledore hat Recht. Das Ministerium behindert sich selbst bei dem Kampf gegen Voldemort. Wie oft habe ich dir schon erzählt, dass ich die Art, wie es die Dinge angeht nicht verstehen kann. Dumbledore bietet hier eine Möglichkeit sofort zu helfen. Er ist ein guter Mann, einer, der sicher weiß, wie man am besten gegen Voldemort ankommen kann."
„Du solltest das alles aber nicht nur wegen Lily, James und Harry tun", entgegnete Severus.
„Das tue ich auch nicht. Ich gebe zu, dass sie ein maßgeblicher Grund sind, aber es gibt noch weitere", sagte der Kurzhaarige. „Mein Eltern, zum Beispiel. Sie waren auch Auroren und mussten viel zu früh sterben, genauso wie meine Großeltern. Ich will nicht noch mehr Menschen verlieren. Ich will dich nicht verlieren. Deshalb will ich alles tun, was ich kann."
„Du willst Dumbledore also sagen, dass wir uns seinem Orden anschließen werden?", fragte Severus seufzend.
„Was meinst du mit ‚wir'? Ich denke, du willst das nicht", fragte Vin verwundert.
„Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich dich das allein machen lasse und mich gemütlich zurücklehne, während du dich in Gefahr begibst. Wenn du das machen willst, bin ich dabei, schließlich muss ich ja auf dich aufpassen", sagte er und drückte einen Kuss auf die Nasenspitze des Kurzhaarigen, woraufhin Vin ihn dankbar anlächelte. Ja, es war gefährlich, aber er wollte es trotzdem tun und er war froh, dass Severus ihn dabei unterstützen würde.
