hallo alle zusammen…

ich komme gerade von arbeit, schaue neugierig, wie ich bin in meinen postkasten und sehe, oha, mein chap ist zurück… also stell ich es gleich mal rein, damit ihr es auch lesen könnt -stolz nick-

ich wünsche euch viel spaß beim lesen und bedanke mich bei allen kommischreibern und natürlich auch den schwarzlesern…

danke auch an mein wundervolle beta SnapesWife -knutsch-

knuddels

nerventod

oooooooooo

39. In der Winkelgasse

Als Harry am nächsten Morgen die Große Halle betrat, wurde er von Dumbledore mit einem freundlichen Lächeln und einem Glitzern in seinen Augen begrüßt, die ihn sofort erröten ließen. Es schien ihm so, als wüsste der Direktor von Hogwarts, was die beiden gestern Abend getan hatten und schnell nickte er ihm zur Begrüßung zu, ehe er mit gesenktem Haupt zum Tisch ging und sich niederließ. Es war ihm heute Morgen schon peinlich gewesen, als seine Geschenke sich nicht wie üblich im Gemeinschaftsraum der Gryffindors, sondern in Severus' Räumen befunden hatten. Er trug seinen neuen Weasley-Pullover, den Molly ihm geschickt hatte, auf dem vorne ein Besen zu sehen war.

Severus erschien erst zum Frühstück, als Harry bereits mit seinem Essen fertig war und der Gryffindor bemerkte, dass Dumbledore wohl auch ihm einen wissenden Blick zugeworfen hatte, da er sich mit einem mürrischen Gesichtsausdruck einfach setzte und den Direktor nicht einmal begrüßte. Harry fragte sich wirklich, was Dumbledore zu so etwas trieb. Warum hatte er sie beide so in Verlegenheit bringen müssen? Oder bildete er sich das alles nur ein? Nein, wenn er sich Severus' Gesicht ansah, wusste er, dass er es sich nicht nur einbildete.

Da der Tränkemeister erst begann zu frühstücken, sich Dumbledore aber bereits erhob, entschied sich Harry dazu, mit ihm zu dessen Büro zu gehen und dort auf Severus zu warten. Gemeinsam mit Dumbledore schritt er durch die Gänge Hogwarts auf dem Weg zu dem Büro des Direktors. Der Wasserspeier sprang beiseite, als die beiden Männer sich näherten und schon bald saßen sie an ihren Plätzen vor dem Kamin und warteten darauf, dass auch der Dritte im Bunde erscheinen würde.

„Ich nehme an, du hattest einen schönen Weihnachtsabend?", fragte Dumbledore beiläufig.

Harry brachte alle Kraft auf, um nicht erneut zu erröten, aber es gelang ihm nicht. Rot wie eine Tomate senkte er den Kopf und nickte leicht. So bekam er nicht mit, wie Dumbledores Augen freudig aufblitzten und er sich mit einem wissenden Lächeln eine Tasse Tee heraufbeschwor. Harry fand den Fußboden auf einmal unglaublich interessant.

„Das freut mich", hörte er auf einmal den Direktor sagen. Überrascht schaute Harry zu ihm. „Ich meine, ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil du wegen dieser ganzen Sache nicht mit zu Ron und seiner Familie fahren konntest. Aber es freut mich natürlich, dass du gestern nicht allein sein musstest. Wie habt ihr denn den Abend verbracht?"

Ja Himmel-Herrschaftszeiten noch einmal, was sollte denn jetzt diese Frage? Das machte dieser Mann doch mit Absicht! Was sollte er Dumbledore denn darauf antworten? Wir haben unsere Gefühle miteinander geteilt und danach miteinander geschlafen, wobei ich diesmal nicht derjenige gewesen bin, der unten gelegen hat? Kurz dachte Harry wirklich daran, nur um Dumbledores Gesicht dabei zu sehen, doch das ging natürlich nicht. Aber verdient hatte er es eindeutig. Merlin sei Dank wurde ihm die Antwort auf die Frage erspart.

„Die Art, wie Harry und ich unseren Weihnachtsabend verbracht haben, geht dich nichts an", ertönte die scharfe Stimme von Severus von der Tür aus. Harry atmete hörbar erleichtert aus, wofür er einen finsteren Blick des Tränkemeisters erhielt und zu seiner Schande die rote Farbe, die gerade aus seinem Gesicht weichen wollte, neue Höhen erreichte.

Harry wagte es nicht, auch nur einen der beiden Männer anzuschauen, als er die Phiole mit dem Tank in seine Hand nahm und dessen Inhalt hinunterschluckte, nur um danach ein weiteres Mal die Hände des Tränkemeisters zu ergreifen.

Der Frühstückstisch war reichhaltig gedeckt worden und Vin saß dort und wartete auf die beiden Männer in seinem Leben, die er am meisten liebte. Severus war heute dran gewesen, den kleinen Neville zu wecken, zu waschen und ihn anzuziehen. Als sie vor über zwei Jahren den kleinen adoptiert hatten, hatte er nicht gedacht, dass es einmal so sein würde, wie es jetzt war. Severus hatte sich nie als einen Vater gesehen und hatte auch nie geglaubt, dabei einen guten Job machen zu können, doch wie sich herausgestellt hatte, war er ein perfekter Vater für den Jungen.

Es hatte beinahe zwei Monate gedauert, bis sie Neville ihren Sohn nennen konnten. Dumbledore war damals eine große Hilfe gewesen, als es um die Adoption des kleinen Jungen gegangen war. Er hatte sich überaus erfreut gezeigt, als Severus und Vin damals zu ihm gekommen waren und hatte den beiden gerne eine Wohnung in Hogwarts zur Verfügung gestellt, damit sie hier wohnen und Severus unterrichten konnte. Der schwer angeschlagene Orden hatte sich nur langsam erholt, doch mittlerweile kämpften viele an ihrer Seite gegen den Dunklen Lord.

Viele Male hatten sie es geschafft, sich ihm entgegenzustellen und seine Pläne zu durchkreuzen, was ihn und Severus allerdings auch zu einem Ziel für Angriffe machte. Doch hier in Hogwarts waren sie sicher. Noch! Es war immer klarer geworden, dass mit Voldemorts Macht auch dessen Einfluss im Ministerium wuchs und allmählich wurde auch versucht, auf die Zaubererschule Einfluss zu nehmen. Bisher hatte Albus jede Einmischung des Ministeriums verhindern können, doch wer wusste schon wie lange das noch anhielt.

Vin selbst blieb in Hogwarts auch nicht untätig. So sehr es ihm auch gefiel, sich um Neville zu kümmern, so war es doch recht schnell klar geworden, dass er nicht nur das machen wollte. Er hatte nach einer Weile begonnen, auf der Krankenstation oder in der Bibliothek auszuhelfen, wenn Severus Zeit hatte, sich um den Kleinen zu kümmern. Auch andere Lehrer kümmerten sich regelmäßig um Neville, wobei er sich am liebsten bei McGonagall aufhielt, was wohl daran lag, dass er es absolut faszinierend fand, wenn sich die Frau in eine Katze verwandelte.

Vin wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Severus mit Neville auf dem Arm das Zimmer betrat. Er mochte es, wenn Severus an Tagen wie diesen mit ihnen gemeinsam frühstückte, da er als Lehrer zumeist zum Essen in die Große Halle musste. Neville wurde an den Tisch gesetzt und Severus lud ihm etwas von dem Essen auf seinen Teller, ehe er Vin einen Kuss auf die Wange gab und sich nun ebenfalls setzte.

Ich werde pünktlich um zwei da sein, damit ich mich um Neville kümmern kann", sagte Severus. „Das heißt, ich werde pünktlich sein, wenn diese Hohlköpfe nicht wieder meinen Klassenraum in die Luft jagen. McLimpsten kommt heute wieder aus St.Mungos zurück und Merlin weiß, dass er es fast jedes Mal schafft, seinen Kessel zum Schmelzen zu bringen."

Vin schmunzelte. Wenn Severus von Michael McLimpsten erzählte, konnte er immer schon eine Ader an der Stirn des Langhaarigen wütend pulsieren sehen. Wenn es je einen Schüler gegeben hatte, den man definitiv von Zaubertränken freistellen sollte, dann war es Michael. Der Junge besaß absolut kein Talent und war eine wirkliche Gefahr auf diesem Gebiet. Als es vor zwei Wochen zu dem Unfall gekommen war, infolge dessen der Junge nach St.Mungos musste, hatte Severus es nur knapp geschafft, sich und die anderen Schüler zu schützen.

Du musst dich nicht beeilen", antwortete Vin noch immer schmunzelnd. „Neville und ich werden heute nach dem Mittagessen in die Winkelgasse gehen. Wir müssen dort eine Kleinigkeit abholen."

Severus zog fragend eine Augenbraue nach oben, worauf Vin gluckste. „Schau mich nicht so an. Ich habe etwas zu deinem Geburtstag morgen bestellt und das will ich nachher abholen gehen", sagte er.

Mir gefällt die Idee nicht, dass du allein dorthin gehst", erwiderte Severus besorgt. „Wir lassen die Schüler nicht ohne Grund nicht mehr aus dem Schloss. Kannst du es dir nicht schicken lassen?"

Ach, was soll uns denn schon groß passieren? Es ist mitten am Tag und der Spaziergang wird uns gut tun, nicht wahr, Neville? Außerdem wollte mir der Verkäufer es nicht schicken, da es zu wertvoll ist", wischte Vin die Bedenken mit einem Handbewegung fort. „Ich habe lange gesucht, bis ich das passende Geschenk für sich gefunden habe und ich bin schon sehr gespannt, was du dazu sagen wirst."

Severus' Bedenken waren ihm noch immer deutlich aufs Gesicht geschrieben, doch er wusste, dass er den Kurzhaarigen nicht davon abhalten konnte, wenn er sich erst einmal etwas vorgenommen hatte. „Ich könnte Dumbledore bitten, meinen Nachmittagsunterricht zu übernehmen und mit euch mitkommen", schlug er daher vor.

Sei nicht albern. Wie soll ich denn heimlich dein Geschenk kaufen, wenn du neben mir stehst? Ich werde schon auf Neville und mich aufpassen und jetzt ist Schluss mit der Diskussion." Vin biss genüsslich von seinem Brot ab, während er Severus herausfordernd anschaute.

Nimm aber den Portschlüssel mit, damit du im Notfall schnell von dort fort kommst", seufzte Severus, sich geschlagen gebend.

Vin lächelte grinste nun von einem Ohr zum anderen und zog den Portschlüssel, der aus einem großen, weißen Taschentuch bestand aus seiner Robe. „Ich hab ihn schon eingesteckt und nun hör auf dir Sorgen zu machen, Schatz", sagte er, ehe er sich weiter seinem Frühstück widmete.

Der Vormittag verlief recht ereignislos. Vin hatte mit Neville gespielt und ihm nach dem Mittagessen eine Stunde schlafen lassen, ehe er sich mit ihm auf den Weg nach Hogsmeade machte. Sie flohten von dort aus nach London und schon bald hatte er Severus' Geschenk in den Händen. Da sie beide noch genug Zeit hatten, ging er mit Neville noch ein Eis essen, als gerade, als sie die Bestellung erhielten, ein Schatten auf ihren Tisch fiel. Vin schaute nach oben und erstarrte, als er erkannte, wer zu ihnen an den Tisch gekommen war.

Sieh einer an", schnarrte Lucius Malfoy. „Hallwood, es ist ein Freude, dich wiederzusehen. Was bringt dich an einem solch wundervollen Tag nach London?"

Verschwinde, Malfoy", knurrte Vin ruhiger, als er sich im Moment fühlte.

Kein Grund so unhöflich zu sein. Ich begrüße doch nur einen alten Schulfreund", entgegnete Lucius kühl und setzte sich einfach zu ihnen an den Tisch. „Und wen haben wir hier?", fragte der Blonde nun an Neville gewandt.

Ich heiße Neville", antwortete der mit einem strahlenden Lächeln.

Hallo Neville, du bist aber groß geworden. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, warst du erst zwei. Es freut mich, dich wiederzusehen", sagte Lucius überheblich.

Vins Hand glitt langsam in seinen Umhang, um seinen Zauberstab zu ziehen, doch Lucius lächelte ihn nur kalt an. „An deiner Stelle würde ich das lassen. Mein Zauberstab zeigt direkt auf den Jungen und ich würde nicht zögern, ihn zu gebrauchen. Habe ich mich klar ausgedrückt?", schnarrte Lucius der Blonde bedrohlich.

Die Hand glitt wieder aus der Robe, währen Vins Gedanken kreisten. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Severus hatte Recht gehabt. Es war zu gefährlich für ihn, allein hier her gekommen zu sein. Jemand musste Malfoy benachrichtigt haben, dass er hier war. Verdammt. Was hatte der Blonde nun vor? „Was willst du?", fragte er mit zusammengebissenen Zähnen, während er ihn mit festem Blick fixierte.

Lucius ging gar nicht auf diese Frage ein, sondern griff nach der Tüte, in der Severus' Geschenk lag. Er holte es heraus und betrachtete es einen kurzen Moment. „Sehr interessant. Ich vermute, dass dieses Buch für Severus ist. Ein Geschenk für seinen Geburtstag?", fragte er kalt. Vin erwiderte nichts darauf. „Es ist schon interessant, nicht wahr? Dass so ein seltenes Buch gerade dann auftaucht, wenn Severus Geburtstag hat. Zufälle gibt es!", lächelte er.

Eiskalte Schauer liefen Vin den Rücken hinunter. Schon wieder eine Falle von Malfoy? Schon wieder hatte er es geschafft ihn auszutricksen? Das durfte doch nicht wahr sein. Vins Gedanken arbeiteten auf Hochtouren. Er musste Neville von hier fortbringen, so schnell er konnte.

Es ist schon komisch", brachte Lucius Vins Aufmerksamkeit wieder zu sein. „Du bist hier her gekommen, um ein Geschenk für Severus zu holen und ich, für ein Geschenk für meinen Meister. Und nun sehe ich, dass es sogar zwei Geschenke sind. Heute muss mein Glückstag sein." Plötzlich verschwand das Lächeln von Lucius Gesicht. „Genug der Nettigkeiten. Ihr werdet jetzt mit mir kommen und das ohne Aufsehen zu erregen. Ich habe kein Problem damit, dem Jungen wehzutun. Habe ich mich verständlich ausgedrückt?"

Vin schaute entsetzt zwischen Lucius und Neville hin und her und nickte dann geschlagen. Er wusste nicht, wie er aus der Situation entkommen sollte. Auch wenn er sie im Moment nicht sah, so war er sich doch sicher, dass Lucius nicht allein hier war und weiter Männer auftauch würde, wenn er sich den Weg freikämpfte wollte. Er musste Neville beschützen, das hatte oberste Priorität.

Lass mich Neville noch das Gesicht sauber machen", sagte er mit einem Nicken und griff in seiner Tasche nach dem Taschentuch. Er beugte sich nach vorn, um Neville das Gesicht abwischen zu können, doch im nächsten Moment wurde es ihm aus der Hand gerissen. Vin sah Lucius mit großen Augen an. „Ich denke, der Junge ist selbst in der Lage, sich sein Gesicht damit abzuwischen", sagte Lucius kühl und reichte Neville das Taschentuch.

Der nahm es entgegen und Vin atmete erleichtert auf, als er laut ‚Harry' sagte und der Portschlüssel aktiviert wurde, der Neville augenblicklich nach Hogwarts brachte. Vin nutzte die kurze Überraschung von Lucius um seinen Zauberstab zu ziehen und hatte den Blonden schon im nächsten Moment mit einem Stupor zu Boden geschickt, als ihn auch schon ein Fluch traf und ihn bewegungslos zu Boden gehen ließ. Er konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie jemand zu ihm und Lucius kam und den Blonden nach einem gemurmelten Enervate wieder auf die Beine half.

Das er mit seiner Vermutung Recht gehabt hatte, dass Lucius wohl nicht alleine hier wäre, tröstete ihn kaum und er hoffte, dass einer der Passanten ihm zu Hilfe kommen würde, doch wie es schien, versuchten alle nur schnell das Weite zu suchen. Lucius trat in sein Blickfeld und sah wütend hinunter zu ihm. „Das wird dir noch Leid tun", zischte er bedrohlich, ehe er etwas aus seinem Umhang zog und sich dann zu ihm hinunterbeugte. Kurz darauf spürte Vin das bekannte ziehen hinter seinem Bauchnabel, als er zusammen mit Malfoy aus der Winkelgasse verschwand.

Harry löste sich von Severus und das erste, was er hörte war, wie sein Magen laut knurrte. Er schaute leicht entschuldigend zu Severus, der ihn mit einem durchdringenden Blick ansah. Fragend sah er den Tränkemeister nun an. „Vielleicht solltest du etwas essen gehen", schlug Severus vor. „Ich werde Albus berichten, was wir gesehen haben."

Harry nickte kurz und stand auf. Es war ihm klar, dass das kein Vorschlag gewesen war und so verließ er langsam das Büro. Er hatte das Gefühl, dass es einen Grund gab, warum Severus mit Dumbledore allein sein wollte und er hatte nun ganz sicher nicht vor, in die Küche zu gehen, um etwas zu essen. Stattdessen blieb er einfach vor der Bürotür stehen und lauschte, was die beiden Männer zu besprechen hatten.

„Was ist los?", hörte er Dumbledore dann auch nach kurzer Pause fragen. Auch ihm schien klar zu sein, dass Severus etwas Wichtiges zu sagen hatte.

Harry hörte, wie Severus mit knappen Worten von dem berichtete, was sie gesehen hatten. „Was beunruhigt dich daran?", hörte er den Direktor fragen, nachdem Severus zu Ende erzählt hatte.

„Mich beunruhigt nicht, was wir gesehen haben, sondern was wir sehen werden", antwortete Severus. „Vin ist von Malfoy entführt worden und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in der nächsten Erinnerung zu sehen bekommen, was in der Gefangenschaft passiert ist. Harry erlebt alles mit, wenn er die Erinnerungen sieht und wir haben keine Ahnung, was genau geschehen wird. Wir können nur davon ausgehen, dass es nicht sehr angenehm wird. Ich will nicht, dass Harry das durchmachen muss."

„Severus, wir können nicht sicher sein, was in der nächsten Erinnerung zu sehen sein wird. Wir müssen wissen war passiert ist. Harry ist stark und das weißt du", entgegnete Dumbledore.

„Das weiß ich", entgegnete Severus aufgebracht. „Aber du scheinst nicht zu verstehen. Ich habe gesehen, wie Malfoys Opfer ausgesehen haben, wenn er sich mit ihnen beschäftigt hat. Selbst wenn sich die körperlichen Schäden bei Harry nicht zeigen werden, wird er jede eventuelle Verletzung spüren können, als wäre sie ihm zugefügt worden. Du kannst nicht von ihm verlangen, dass er sich dem aussetzt."

„Kannst du ihm nicht vielleicht vorher einen Schmerztrank geben?", fragte Dumbledore ruhig.

„Natürlich kann ich das, aber was soll das bringen?", schnaubte Severus. „Ein Schmerztrank ist dafür da, Schmerzen deines Körpers zu lindern. Es wäre aber nicht Harrys Körper, dem hier Schmerzen zugefügt werden. Er erlebt es nur mit seinem Geist. Der Trank wäre nutzlos."

Was dann folgte war Stille. Harry lauschte angespannt, doch kein Wort drang mehr an sein Ohr. Beide Männer schienen nachzudenken und zu schweigen. Als Harry schon glaubte, dass sie nichts mehr sagen würden, hörte er, wie Dumbledore erneut sprach. „Wir sind beide hervorragende Legilementiker, Severus. Wenn es wirklich so kommen sollte, wie du es vorhersiehst, könnten wir versuchen, Harry von Vin zu lösen, damit er sich die Erinnerungen, wie du, nur als Zuschauer ansehen kann."

„Wie soll das funktionieren?", fragte Severus und Harry glaubte Resignation in den Worten hören zu können.

„Wir haben beide starke Gefühle für Harry. Du liebst ihn, für mich ist er wie ein Enkelsohn. Wenn ich bemerke, dass ihr unruhig werdet, kann ich in deinen Geist eindringen und wir können es beide schaffen, ihn mit zu uns auf die Zuschauerseite zu bringen. Dafür ist es allerdings erforderlich, dass du dich dann nicht gegen mein Eindringen wehrst", erklärte Dumbledore.

„Was, wenn es nicht funktioniert? Soll Harry dann alles erdulden, damit wir erfahren, was diese beiden gemacht haben?", fragte Severus.

„Ich könnte im Notfall eure Verbindung trennen, indem ich euch trenne", sagte Dumbledore.

„Das würde bedeuten, dass Harry wieder ihm Koma läge", erwiderte Severus knapp.

„Dann wäre das wohl keine Option" hörten beide Männer eine Stimme von der Tür aus. Harry hatte sich entschlossen, das Büro erneut zu betreten. Immerhin unterhielten sich die beiden Männer über ihn. „Wir wissen alle, dass es wichtig ist, zu wissen, was sie mit mir gemacht haben, dass ich Voldemorts Fluch überlebt habe. Ich werde es schon aushalten, sollten wir das zu sehen bekommen, was du befürchtest."

„Harry, du hast keine Ahnung, wie schlimm er werden könnte", fuhr ihn Severus an. Seine Sorge um ihn war nun offen zu sehen.

„Ich habe dank meiner Narbe schon oft mit angesehen, was Voldemort und seine Anhänger mit ihren Opfern machen. Ich weiß, auf was ich mich einlasse", entgegnete Harry fest.

„Es zu sehen und es zu erleben sind zwei unterschiedliche Dinge", schnappte Severus.

„Ich weiß das. Und ich wäre glücklich, wenn es klappen würde und ich die Erinnerungen nur noch betrachten und nicht mehr erleben müsste, wenn es wirklich so kommt, wie du glaubst, aber das hier ist wichtig und wenn es notwendig wird, werde ich es schon durchstehen. Wenn du danach für mich da bist, wird alles gut."

„Ich werde heute Nacht noch etwas recherchieren. Vielleicht kann ich noch etwas finden, was uns helfen wird", sagte Dumbledore in die darauffolgende Stille. „Geht jetzt etwas essen", fügte er hinzu und sah dabei zu, wie die beiden den Raum verließen.