hi ihr lieben,

spät kommt das neue chap, aber es kommt… hach, heute muss ich euch einfach mal an meine brust drücken und euch ganz dolle knuddeln, weil ihr mir immer so schön brav kommis hinterlasst… ihr seid die besten

danke an meine beta SnapesWife, die wie immer wundervolle arbeit geleistet hat…

knuddels nerventod

p.s. ach, eh ich es vergesse… erinnerungen soll jetzt ins russische übersetzt werden… ist das nicht wahnsinn -wie ein gummiball auf- und abhüpf-… einfach unfassbar

oooooooooo

44. Flucht

Mit der ersten Erkenntnis, dass Harry endlich aus seinem Zustand erwacht war, was ihn freute, kam auch sofort die Sorge. Wo war er hin? Severus eilte schnellen Schrittes zum Bett und legte seine Hände auf die Stelle, an der der Gryffindor gelegen hatte. Sie war kalt. Das musste also bedeuten, dass Harry schon seit einer Weile wach war. Severus verfluchte sich innerlich. Er hätte hier sein sollen, bei ihm. Fieberhaft überlegte er, wohin der junge Mann verschwunden sein konnte.

Er wirbelte herum und rauschte aus seinen Räumen. Seine Schritte trugen ihn, so schnell sie es vermochten, nach draußen auf die Gründe Hogwarts' und in Richtung des Sees. Severus war sich sicher, den Schwarzhaarigen dort finden zu können. Seine Gedanken rasten. Was sollte er ihm sagen? Wie wäre Harrys Zustand? Severus war kein besonders feinfühliger Mann, das wusste er. Was, wenn er nicht die richtigen Worte finden würde? Was, wenn das, was er sagte, alles nur noch schlimmer machen würde.

Schnell verdrängte er die Zweifel aus seinen Gedanken. Irgendwie hatte er es bisher immer geschafft, bei Harry die richtigen Worte zu finden. Der Gryffindor schaffte es irgendwie, dass er dazu in der Lage war, seine Gefühle zuzulassen und sie auch zu äußern. Der Gedanken daran, das zu verlieren, jagte einen Schauer über seinen Rücken.

Der Stein, der solange als Rückzugsgebiet für Harry gedient hatte, kam langsam in Sicht, doch von dem schwarzhaarigen Gryffindor war nichts zu sehen. Vielleicht saß Harry dahinter. Noch einmal beschleunigte Severus seine Schritte und war innerhalb von wenigen Augenblicken bei dem Stein. Nichts. Harry war nicht hier. Verzweifelt sah er sich um. Das Gras um den Stein herum, war nicht plattgedrückt. Harry war also auch nicht hier gewesen. Was nun? Severus hoffte, dass Harry keine Dummheiten gemacht hatte.

Er rannte beinahe, als er sich wieder auf den Weg in das Schloss machte. So schnell er konnte, durchquerte er die Eingangshalle und machte sich auf den Weg zum Gryffindorturm. Vielleicht war Harry in seinen Schlafsaal gegangen, nachdem er bemerkt hatte, dass er allein in den Räumen des Tränkemeisters war.

„Oh, guten Morgen, Professor Snape", begrüßte ihn die Fette Dame, die den Eingang der Gryffindors bewachte. Severus hatte keine Zeit für irgendwelche Plaudereien und nannte das Passwort, das allen Lehrern Zutritt zu den verschiedenen Gemeinschaftsräumen der Schüler gab. Das Portrait schwang beiseite, nicht ohne dass Severus vorher noch hören konnte, wie die Fette Dame ‚unhöflicher Griesgram' schimpfte. Es konnte ihn in diesem Moment nicht weniger interessieren, was sie von ihm dachte. Er eilte die Stufen zu Harrys Schlafsaal hoch und trat ohne zu klopfen ein. Wieder nichts. Harry war auch nicht hier. Alle Betten waren verlassen.

Kopfschmerzen begannen sich langsam zu bilden und Severus fasste sich kurz an die Nasenwurzel, um gegen den Schmerz zu atmen und sich zu beruhigen. Es brachte jedoch nichts. Die Sorgen um den Gryffindor wurden immer größer. Wo sollte er noch suchen? Vielleicht hatte Harry seine Räume ja gar nicht verlassen? Vielleicht war er nur im Badezimmer gewesen und wartete ungeduldig, dass Severus endlich zu ihm zurückkehren würde?

Erneut wirbelte er herum und eilte die Stufen zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors hinunter. Er durchquerte ihn und öffnete das Portrait so heftig, dass es gegen die Wand schlug. Das Schimpfen der Fetten Dame verfolgte ihn, als er wieder hinunter in die Kerker eilte. Trotz der Abkürzungen, die er benutzte, dauerte es knapp zehn Minuten, ehe er wieder seine Räume erreichte. Er war ein wenig außer Atem, doch das störte ihn nicht im Geringsten. So schnell seine Beine ihn trugen eilte er erneut ins Schlafzimmer, doch Harry war noch immer nicht hier. Er durchquerte den Raum und klopfte an die Tür zum Badezimmer. Nachdem er keine Antwort erhielt, öffnete er die Tür und schaute hinein. Von Harry keine Spur.

Severus atmete tief durch und versuchte, die langsam aufsteigende Panik zu bekämpfen. Er hatte keine Ahnung, wo er noch suchen sollte, doch er würde das ganze Schloss absuchen, sollte es nötig sein. So sehr ihm der Gedanke auch missfiel, er würde wohl zu Dumbledore gehen müssen. Der alte Mann wusste alles, was in diesem Schloss vor sich ging. Vielleicht konnte er ihm sagen, wo er Harry suchen sollte. So schnell er konnte, machte er sich auf den Weg zu dem Direktor.

„Severus? Was kann ich für dich tun?", fragte der ihn, als er ohne anzuklopfen in dessen Büro stürmte.

„Ich suche Harry. Er ist verschwunden", erklärte Severus schnell. „Ich wollte dich fragen, ob du weißt, wo er ist." Der Blick, mit dem Dumbledore ihn daraufhin betrachtete, ließ ihn sofort erkennen, dass er wusste, wo Harry war. Zum ersten Mal konnte Severus so etwas wie Traurigkeit und Verlegenheit in den sonst so funkelnden Augen des Mannes erkennen und er fragte sich, was Dumbledore getan hatte, das seine Augen so aussehen ließ. „Wo ist er?", knurrte er.

„Harry kam hier herein, kurz nachdem du gegangen warst", erklärte Dumbledore. „Er hat dich gesucht und vermutet, dass du hier sein könntest. Ihr müsst euch irgendwie verpasst haben."

„Wo ist er dann hin?", fragte Severus eisig.

„Er ist nicht wieder weggegangen", antwortete Dumbledore. „Er wollte wissen, was geschehen ist, warum wir ihm nicht helfen konnten. Ich habe ihm erklärt, was passiert ist. Ich habe ihm von Mister Hallwoods Erscheinen erzählt."

„DU HAST WAS?", brüllte Severus nun, unfähig sich zu beherrschen. „Albus, ich schwöre dir, dass ich dich umbringen würde, wenn es jetzt nichts Wichtigeres zu tun gäbe. Harry hatte durch das erlebte einen Schock. Was er jetzt braucht, ist Ruhe, um all das verarbeiten zu können und du hast nichts Besseres zu tun, als ihn mit diesen Informationen vollzustopfen?" Erst dann kam ihm in den Sinn, was Dumbledore eigentlich gesagt hatte. „Wie meinst du das überhaupt, er ist nicht weggegangen? Ich kann ihn nirgends sehen."

„Er wollte wissen, was genau passiert ist und ich habe es für vernünftig erachtet, es ihn sehen zu lassen", sagte Dumbledore.

Hier war der Punkt erreicht, an dem Severus endgültig die Nase voll hatte. Er packte das Erste, was ihm in die Finger kam und warf es wütend gegen die nächste Wand. Die Portraits der ehemaligen Schulleiter waren sofort hellwach. Severus hörte, wie einige von ihnen begannen zu schimpfen, doch nichts konnte ihn im Moment weniger Interessieren, als das. Seine Augen funkelten Dumbledore an. Er trat an den Schreibtisch heran, legte seine Hände darauf ab und beugte sich weit vor, so dass sein Gesicht nur wenige Zentimeter von dem des Direktors entfern war.

„An genau dieser Stelle ist Schluss, Albus", knurrte er außer sich. „Das war der letzte Stein, der das Fass zum überlaufen bringt. Es wird Zeit, dass du dich daran erinnerst, dass deine erste Priorität als Leiter dieser Schule darin liegt, deine Schüler zu beschützen. Was du getan hast, war unverantwortlich und ich werde nicht länger dulden, dass du Harry so behandelst. Er ist einer deiner Schüler, Albus. Du scheinst das vergessen zu haben. Du bist Harry verpflichtet, ihn hier so gut es geht von allen Gefahren fernzuhalten. Er ist noch nicht volljährig und er ist noch lange kein Mitglied des Ordens und du wirst aufhören, ihn so zu behandeln. Er ist ein Schüler, Albus, nicht mehr und nicht weniger."

Beschämt senkte Dumbledore den Kopf. War er wirklich zu weit gegangen? Was hatte er nur getan? Severus hatte vollkommen Recht. Harry war noch ein Kind, ein altes Kind, was viel erwachsener war, als alle seine Freunde, aber dennoch ein Kind. Als Schulleiter von Hogwarts hatte er geschworen, die Schüler mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu beschützen. Doch nun? Es stimmte, wenn Severus sagte, dass er vergessen zu haben schien, dass Harry noch immer ein Schüler war. Hatte ihn der Kampf gegen Voldemort so blind gemacht, dass er nicht bemerkt hatte, wie viel er auf die Schultern des schmächtigen Jungen lud? Was war nur mit ihm los, dass er das nicht bemerkt hatte? Ja, Harry hatte schon viele gefährliche Situationen erlebt und sich tapfer gegen seine Gegner behauptet, aber er war trotzdem noch ein Schüler.

Severus sah zufrieden zu, wie Dumbledore die Erkenntnis zu treffen schien. Ein gehässiges Grinsen legte sich auf seine Lippen, doch schon im nächsten Moment wurde ihm klar, was er da gerade tat. Dumbledore war im Moment unwichtig. Es war Harry, um den er sich jetzt kümmern musste. Er richtete sich auf und schaute sich in dem Büro um. Es dauerte nicht lange, dass zu finden, was er suchte. Das Denkarium stand auf einem kleinen Tisch beim Kamin, wo er und Harry in den letzten Monaten soviel in den Erinnerungen gesehen hatten. Schnellen Schrittes ging er hinüber und beugte sich über die Schale. Im nächsten Moment schon fiel er kopfüber in sie hinein und landete Augenblicke später sicher neben Harry.

Sein noch immer wütender Blick verschwand sofort, als er Harry sah. Der Gryffindor stand zitternd vor seinem eigenen eingefrorenen Abbild und beobachtete dessen schmerzverzerrtes Gesicht. Seine Aufmerksamkeit schien nur darauf zu liegen, während er das Gespräch, das zwischen Severus, Dumbledore und Vin ablief nicht zu beachten schien. Severus ignorierte es ebenso und ging hinüber zu dem Schwarzhaarigen. Er wusste nicht, was er tun sollte. Dass Dumbledore Harry allein in das Denkarium hatte gehen lassen, war noch unentschuldbarere, als die Tatsache dass er es überhaupt nach nur so kurzer Zeit gestattet hatte. Unschlüssig legte er eine Hand auf Harrys Schulter, was diesen herumfahren ließ.

Wenn Severus jetzt erwartet hatte, dass Harry ihm schluchzend um den Hals fallen würde, so wurde er enttäuscht. Harrys Augen waren rot und sein Gesicht tränenverschmiert. Er schaute Severus mit einer Mischung aus Unsicherheit und Traurigkeit an. Beide brachten kein Wort hervor und Severus' Magen verkrampfte sich schmerzhaft, als er Harry so vor sich stehen sah. Der Gryffindor wirkte verloren und allein.

„Wo warst du?", wisperte Harry schließlich. „Ich bin aufgewacht und du warst nicht da."

Severus wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Es gab keine Entschuldigung dafür, dass er nicht da gewesen war, als Harry aufgewacht war, selbst wenn er in diesem Moment bei Dumbledore gewesen war und gedacht hatte, dass der Traumlosschlaftrank noch eine Weile wirken würde. Er hätte ihn nicht allein lassen dürfen, das wusste er. Einem Impuls folgend zog er Harry einfach an sich und legte seine starken Arme beschützend um ihn. Harry reagierte zuerst nicht, doch schließlich legten sich seine Arme um den Körper des Tränkemeisters und drückten ihn ebenso fest an sich. Die Tränen, die für einen kurzen Moment gestoppt hatten, flossen nun wieder unaufhörlich die Wangen des jungen Mannes hinab und durchnässten Severus' Robe, doch das war ihm egal.

„Es tut mir so Leid, Harry, dass ich nicht da war und dir nicht helfen konnte", sagte er mit belegter Stimme.

„Es hat so wehgetan", schluchzte Harry.

Severus Umarmung verstärkte sich noch. „Ich weiß", sagte er. „Aber jetzt ist es vorbei. Wir müssen uns keine weiteren Erinnerungen ansehen, hörst du?"

Harry nickte an seiner Brust, konnte sich aber nicht beruhigen. Er zitterte noch immer heftig. „Dumbledore hat gesagt, dass ihr alles erfahren habt, was ihr wissen musstet", murmelte er.

„Ja", antwortete Severus, ehe er sich löste und Harrys Gesicht mit seinen beiden Händen ergriff. „Aber es ist unwichtig, was wir erfahren haben."

„Wieso?", fragte Harry.

„Ihr Plan hat nur bedingt funktioniert, Harry. Der Dunkle Lord hätte damals vernichtet werden sollen", antwortete Severus ehrlich. Er wollte Harry nicht anlügen. Genauso wenig wollte er ihm die Wahrheit sagen, doch hier ging es um den Schwarzhaarigen und Severus wusste, dass er ihm nichts vorenthalten durfte. Er hätte mit der Wahrheit noch warten wollen, aber Dumbledore hatte dies hier angefangen und Severus musste es nun beenden.

Harry musste das auch gespürt haben, denn er schaute Severus nun ernst an. „Was willst du mir nicht sagen?", fragte er ruhig.

„Die Macht des Brilax' ist in dir, Harry. Mit dem Zauberspruch könnten wir die Macht freisetzen und wenn du Glück hast, kannst du diese Macht lange genug kontrollieren, um den Dunklen Lord zu vernichten", sagte er, ehe er tief Luft holte, um auch noch den Rest zu erzählen. „Allerdings ist die Macht zu groß, als dass du sie lange kontrollieren könntest. Wenn sie endgültig losbricht, wird dein Körper das nicht verkraften."

„Ich muss also sterben, wenn ichVoldemort vernichten will?", fragte Harry und erneut konnte Severus Tränen in seinen Augen sehen.

„Das wird nicht passieren, Harry. Ich lasse nicht zu, dass es soweit kommt, hast du verstanden", erwiderte der Tränkemeister fest. „Vin und dieser andere Severus hatten ihre Chance, doch es hat nicht funktioniert. Wir müssen einen anderen Weg finden, um Voldemort zu vernichten und das werden wir auch. Der Orden wird einen Weg finden, ohne dass du dich opfern musst."

„Aber die Prophezeiung…", entgegnete Harry schwach.

„Die Prophezeiung ist unwichtig und du solltest auch nicht mehr darüber nachdenken. Du musst einfach darauf vertrauen, dass die anderen einen Weg finden werden. Es gibt einen anderen, da bin ich mir sicher", sagte Severus.

Er beobachtete Harry genau und konnte in dessen Gesicht Zweifel und Resignation erkennen. Er hatte Recht gehabt. Würden sie Harry darum bitten, sich zu opfern, würde er es tun. Er konnte diesen Entschluss bereits jetzt in dem Gesicht des Gryffindors erkennen. Erneut zog er ihn in eine feste Umarmung. „Ich will dich nicht verlieren", flüsterte er Harry ins Ohr, ehe er sich von ihm löste und einen leichten Kuss auf dessen Lippen setzte.

Sie bemerkten nicht, wie alles um sie herum plötzlich schwarz wurde und sie auf einmal wieder im Büro des Direktors standen. Erst als Dumbledore sich räusperte, lösten sie sich voneinander und erkannten, dass sie aus dem Denkarium zurück waren. Sie lösten sich schnell von einander und noch bevor Dumbledore oder Harry etwas sagen konnten, hatte Severus bereits seinen Zauberstab gezogen, ihn auf den Direktor gerichtet und ihn mit einem Stupor außer Gefacht gesetzt.

Entsetzt schaute Harry Severus an. „Was tust du da?", fragte er geschockt.

„Vertraust du mir, Harry?", fragte Severus im Gegenzug. Als Harry daraufhin nickte, packte er einen Arm des Schwarzhaarigen und zog ihn aus dem Büro. Wie betäubt ließ der Gryffindor sich von ihm, in Richtung seines Gemeinschaftsraumes, mitziehen. Dort beobachtete Harry, wie Severus seine Sachen in seinen Koffer zauberte, diesen schloss und ihn dann verkleinerte, bevor er ihn in eine Tasche seiner Robe steckte. Nachdem er sie beide in seine Privaträume geführt und dort bei einem Teil seiner Sachen das gleiche getan hatte, zog Severus Harry mit nach draußen auf die Schlossgründe. Sie eilten bis zur Appariergrenze, wo Severus seine Arme erneut um Harry legte und sie beide mit einem ‚Plopp' verschwanden.