ähm… kennt mich hier noch jemand??? Ich glaube, eine kleine Entschuldigung wird die lange Dauer, die ihr warten musstet, nicht wieder gut machen und deshalb versuche ich es auch gar nicht… Es muss einfach reichen, wenn ich sage, dass es einfach nicht anders ging… 2 – 3 kapitelchen werden noch kommen und dann ist diese Geschichte abgeschlossen… Ich verspreche hoch und heilig, dass ich euch nicht lange warten lassen werde…

viel spaß beim lesen trotzdem allen, die sich noch an diese geschichte erinnern und sie zuende lesen wollen… ich drück euch ganz, ganz dolle

lg Nerventod


52. Der Pakt

Die Gruppe um Dumbledore trat hinaus auf das Gelände der Schule und alles was sie erwartete war eine gespenstige Ruhe. Für die Jahreszeit war es erstaunlich warm, doch es war zu bezweifeln, dass es irgendeinem der Anwesenden auffallen würde, wäre es anders gewesen. Die Anspannung, die die etwa 70 Mann starke Gruppe erfasst hatte, war beinahe greifbar. Dumbledores Blick glitt ruhig, doch aufmerksam zum Rande des Verbotenen Waldes, aus dem sich die Todesser näherten.

Auch Severus' Blick glitt zum verbotenen Wald, ehe er unruhig über die Gründe Hogwarts' und dann wieder zu der Gruppe glitt, die sich hier vor den Toren der Schule versammelt hatten. Er schnaubte innerlich. Wie sollte eine Gruppe, die zur Hälfte aus Lehrern und Ordensmitgliedern und zur anderen Hälfte aus Schülern bestand, gegen eine Arme des Dunklen Lords bestehen, die mehr als doppelt so groß war? Wie hatte Dumbledore es überhaupt zulassen können, dass die Schüler sich an diesem Kampf beteiligten? Zwar wusste Severus, dass sie sicher mit der Hilfe des Ministeriums rechnen konnten, sobald es mitbekommen würde, was hier vor sich ging, jedoch blieb die Frage, ob sie lange genug stand halten konnten, bis die Auroren hier eintreffen würden. Kingsley hatte mit ein paar seiner Kollegen gesprochen, denen er vertrauen konnte, doch insgesamt hatten sie es nicht gewagt, das Ministerium zu kontaktieren, da keiner mit Bestimmtheit wusste, in welchen Positionen sich die Spione Voldemorts befanden.

Und dann war da noch die Sorge um Harry, den er nicht hatte entdecken können. Severus wusste, dass er anders hätte reagieren müssen, damit der junge Mann keine solche Kurzschlussreaktion haben würde, doch er hatte einfach nicht aus seiner Haut gekonnt. Verzweifelt hatte er versucht, den Gryffindor zu beschützen, doch der hatte das alles mit einer einzigen Dummheit zunichte gemacht. Nein, es war keine Dummheit. Es war typisch Harry, versuchte er sich in sein Gedächtnis zurückzurufen. Er wusste, dass der Schwarzhaarige das Richtige getan hatte, denn so war Dumbledore jedenfalls vorbeireitet. Sicher aber hätte er eine andere Möglichkeit gefunden, den Direktor zu warnen, eine die nicht einschloss, dass sie plötzlich von mehreren Todessern angegriffen wurden und nur gerade eben flüchten konnten.

Wo war der dumme Gryffindor nur? Severus' Blick glitt zu Weasley und Granger, die mit besorgten Gesichtern ebenfalls die Umgebung musterten. Er wusste nicht, ob er es sich selbst verzeihen konnte, wenn Harry heute etwas passieren würde. Er bemerkte, wie der Blick des Direktors auf ihm ruhte und als er zu ihm hinsah, bemerkte er die Traurigkeit, die auch Dumbledore im Gesicht zu stehen schien. Sofort verhärteten sich die Züge des Tränkemeisters wieder, doch die Sorge um Harry blieb.

Dumbledore wandte sich zu den Anwesenden. „Wir werden uns in drei Gruppen aufteilen", sagte er dann. „Severus, Minerva und ich werden die Gruppen anführen. Bleibt so gut es geht zusammen und versucht euch gegenseitig Deckung zu geben. Es wird hoffentlich nicht lange dauern, bis die Auroren hier eintreffen werden, aber solange müssen wir stand halten. Bitte gebt alle auf euch und die anderen acht. Tut nichts Unüberlegtes, sondern versucht die Todesser in Schach zu halten, bis die Auroren hier eintreffen. Wir werden hier vor der Schule in Position gehen."

Die meisten der Anwesenden nickten ruhig mit verbissenen Gesichtern. Severus konnte innerlich nur schnauben. Das war er? Das war der Plan, mit dem Dumbledore versuchen wollte die Schule gegen die herannahenden Todesser zu verteidigen? Wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte der Tränkemeister schallend gelacht.

Es überraschte ihn, als Hermine und Ron sich zu der Gruppe gesellten, die von ihm selbst angeführt wurde. Seinem fragenden Blick begegneten beide nur mit starren Gesichtern. Es konnte ihn nur recht sein. Wenn er Harry finden würde, würden diese beiden bestimmt dafür sorgen, dass er in Sicherheit gebracht wurde. Erneut schnaubte er. Sicher würde er Harry nicht entdecken, ehe es schon zu spät war. Severus wusste, dass Harry sicherstellen würde, dass er unentdeckt blieb, bis er dem Dunklen Lord gegenüberstand. Er musste also dasselbe versuchen. Nur wie sollte er das anstellen? Wie, ohne die Gruppe, die von ihm angeführten wurde, in noch größere Gefahr zu bringen, als sie ohnehin schon war?

Die Gruppen um ihn, Minerva und Dumbledore verteilten sich in nicht allzu großen Abstand vor dem Schloss und gingen in Stellung. Die Anspannung war allen anzusehen, genauso wie ihre Angst, doch auch ihre Entschlossenheit. Es war gespenstisch ruhig. Die Augen aller waren auf den Verbotenen Wald gerichtet. Severus konnte hören, wie in nicht allzu großer Entfernung Äste knackten, ein Anzeichen dafür, dass die Todesser jeden Moment vor ihnen stehen würden. Noch einmal huschten seine Augen umher und suchten nach Harry, doch von dem Gryffindor gab es keine Spur.

Plötzlich trat die erste, dunkel gehüllte Gestalt aus dem Wald und Severus umfasste seinen Zauberstab fester. Eine silberne Maske verhüllte das Gesicht des Fremden, so dass der Tränkemeister nicht erkennen konnte, ob er überrascht war, sie hier anzutreffen. Doch das war unwichtig, denn im nächsten Moment traten zwei weitere Gestalten aus dem Wald hervor, gefolgt von weiteren. Mehr und mehr Todesser traten aus dem Wald und verharrten dort, bis die Armee des Dunklen Lords komplett vor ihnen stand. Etwa fünfzig Meter trennten die Gegner, doch noch standen alle still und nahmen die Situation in sich auf. Severus konnte aus den Augenwinkeln erkennen wie einige Zauberstäbe der Schüler merklich zitterten. Wurde ihnen erst jetzt wirklich bewusst, auf was sie sich eingelassen hatten?

Er konzentrierte sich wieder auf die Angreifer vor ihm und bemerkte, wie die Gruppe sich fast unmerklich teilte, als eine weitere Gestalt aus dem Wald trat. Beinahe schon majestätisch trat der Dunkle Lord aus der Gruppe der Todesser hervor. Sein schlangenartiges Gesicht war zu einem höhnischen Grinsen verzogen, während er die Gruppe, die sich zur Verteidigung des Schlosses zusammengefunden hatte musterte. Severus sah zu, wie er schließlich die Augen schloss, seinen Kopf ein wenig nach oben neigte und einen tiefen Atemzug nahm, als würde er einen Geruch wahrnehmen, den keiner von ihnen riechen konnte. Das Lächeln auf seinem Gesicht wurde noch breiter und nahm einen beinahe schon diabolischen Ausdruck an. Severus kannte diesen Gesichtsausdruck. Irgendetwas war hier, was den Dunklen Lord zutiefst zufrieden stellte und mit einem flauen Gefühl im Magen, gestand er sich ein, dass er wusste, was oder besser gesagt, wer dieses Gefühl heraufbeschworen hatte.

Severus beobachtete, wie der Dunkle Lord ein paar Schritte weiter nach vorne ging und dann erneut stehen blieb. Sein Herz raste nun, in Erwartung, was als nächstes passieren würde. Die Augen Voldemorts glitten über die Reihen vor ihm und Severus musste schlucken als sein Blick bei ihm hielt. Die ganze Situation kam ihm irgendwie surreal vor. Irgendetwas stimmte nicht. Der Dunkle Lord war sich seiner Sache zu sicher. Severus hätte nie gedacht, dass sie sich alle hier so schweigend gegenüberstehen würden. Er hatte damit gerechnet, dass es sofort zum Kampf kommen würde, doch niemals mit einer solchen Situation.

Beinahe schon fasziniert sah er zu, wie der Dunkle Lord langsam, sehr langsam den Arm hob, in dessen Hand er seinen Zauberstab hielt, bis dieser genau auf ihn zeigte. Die Situation schien immer merkwürdiger. Severus war so von dem Augenblick gefangen, dass er nicht wusste, ob er überhaupt aus dem Weg springen konnte, wenn der Dunkle Lord nun einen Fluch auf ihn abfeuern würde. Einige Sekunden passierte gar nichts, bis der Arm des Dunklen Lords plötzlich und unvermittelt nach rechts schwenkte und er einen Zauber sprach. Ein roter Strahl sirrte durch die Luft, wurde aber nur etwa zwanzig Meter von ihm entfernt in eine andere Richtung abgelenkt, als er auf eine unsichtbare Barriere trat.

„Hast du geglaubt, ich würde nicht merken, dass du hier bist?", höhnte der Dunkle Lord in dieselbe Richtung. Er hob seine linke Hand und tippte mit einem langen, spinnenartigen Finger gegen seine Stirn. „Ich spüre, dass du hier bist."

Severus schlug das Herz bis zum Hals, als er beobachtete, wie wie aus dem Nichts plötzlich Harry an der Stelle stand, an dem der Fluch gerade abgelenkt worden war. Sein Tarnumhang, den er gerade abgestreift hatte, lag achtlos hinter ihm. Er konnte hören, wie Hermine unmittelbar neben ihm aufkeuchte. Dann war wieder alles ruhig.

Todesser, Schüler, Lehrer und Mitglieder des Ordens schauten alle zu den beiden Kontrahenten. Alle wussten, dass das Duell der beiden das Einzige sein würde, was an diesem Tage zählen würde. Die Hoffnung der Zaubererwelt gegen den Dunklen Lord. Wer gewinnen würde, konnte Severus nicht sagen, doch alles in ihm schrie danach, dass er losrennen und sich zwischen den Dunklen Lord und Harry werfen sollte.

Aber alles, was er im Moment tun konnte, war dabei zuzusehen, wie Harry seinen Zauberstab, den er bis gerade eben noch auf den Dunklen Lord gerichtet hatte, sinken ließ. Alles in ihm schrie jetzt danach, sich zwischen ihn und das unweigerliche Schicksal zu stellen, das jetzt nur folgen konnte. Doch er war wie erstarrt und konnte sich nicht rühren. Und eine Stimme tief in ihm erinnerte ihn daran, dass er dies vielleicht hätte verhindern können, wäre er nicht so stur und unnachgiebig gewesen. Er bemerkte, wie eine Hand sich tröstend auf seine Schulter legte und auch, wenn er vermutete, dass diese Hand Granger gehörte, konnte er dennoch nicht seinen Blick von dem Bild vor ihm abwenden und nachsehen, ob er mit seiner Vermutung richtig lag. Er wusste, dass sie es nur gut meinte, doch das war ihm im Moment herzlich egal. Er war verantwortlich. Nur er allein.

Er sah dabei zu, wie das hässliche Grinsen auf Voldemorts Gesicht noch breiter wurde. „Denkst du, du kannst verhindern, dass ich all deine kleinen Freunde töte, nur weil du hier auftauchst", spie er und lachte laut auf. „Du bist für mich nicht mehr als ein kleines Insekt, das ich zu Staub zertreten werde. Und danach werde ich dasselbe mit all den anderen hier machen."

„Keiner von ihnen wird heute sterben", hörte Severus Harry ungerührt antworten. Das Herz schlug ihm jetzt bis zum Hals. Er war sich beinahe sicher, dass jeder hier es hören konnte.

Erneut lachte der Dunkle Lord laut auf. Warum nur nutzte Harry diese Ablenkung nicht, um zu handeln? „Was bringt dich, auf die absurde Idee, dass ich sie verschone, wenn ich erst einmal mit dir fertig bin?", drang Voldemorts Stimme an sein Ohr.

„Du bringst mich auf diese Idee. Wir werden uns duellieren, hier und jetzt, nur wir beide. Es wird keine Einmischung von deinen Männern geben und genauso wenig werden Dumbledore und die anderen ihre Zauberstäbe gegen dich erheben", antwortete Harry. „So kannst du deinen Todessern beweisen, dass du mich schlagen kannst."

Severus wusste, dass Harry Voldemort mit dieser Aussage an einer empfindlichen Stelle getroffen hatte und genau das konnte man ihm auch ansehen. Das Gesicht des Dunklen Lords verfinsterte sich. „Ich brauche ihnen gar nichts zu beweisen", zischte er. „Sie wissen, wozu ich fähig bin."

„Ach wirklich", zog Harry eine Augenbraue nach oben. Verdammt, wann würde er endlich damit aufhören, ihn zu reizen.

Statt des furchtbar wütenden Aufschreis, den der Tränkemeister erwartet hatte, lächelte der Dunkle Lord plötzlich wieder. „Und wie soll das verhindern, dass all deine kleinen Freunde sterben?", fragte er beinahe süffisant.

„Wir schließen einen Pakt", erwiderte Harry. „Wenn ich gewinne, werden deine Anhänger ihre Zauberstäbe senken und sich widerstandslos festnehmen lassen. Wenn du gewinnst werden Dumbledore und die anderen dasselbe tun."

Es war beinahe unfassbar, wie ruhig es nach diesem Vorschlag auf den Gründen Hogwarts' wurde. Man hätte ohne Probleme eine Stecknadel fallen hören können, so still war es. Alle schienen gemeinschaftlich den Atem angehaltem zu haben. Severus wurde schwindelig. Wenn dieser Pakt geschlossen wurde, hatte er so oder so verloren. Harry würde sterben, egal was passierte. Entweder der Dunkle Lord würde ihn töten, oder sie müssten die Kraft in ihm aktivieren und er würde das nicht überleben.

Machtlos sah er dabei zu, wie der Dunkle Lord auf den Jungen – nein, auf den Mann, den er liebte zuschritt und seine Hand ausstreckte. Es kam ihm vor, als würde alles in Zeitlupe ablaufen, als auch Harry seine Hand ausstreckte. Blendend weißes Licht umschloss sie alle, als ihre Hände sich berührten. Jetzt hatten sie alle keine Möglichkeit mehr, irgendetwas zu tun. Ihre Anführer, und ja, in diesem Moment war Harry eindeutig der Anführer der weißen Seite, hatten ihre Schicksale besiegelt und sie mit ihrem Pakt magisch gebunden. Severus riss seinen Blick endlich von der Szene vor ihm. Er blickte hilfesuchend zu Dumbledore, doch auch dieser schien von diesem Geschehen absolut überrascht worden zu sein, denn auch er schaute geschockt zu Harry, der seine Hand nun wieder von der Voldemorts löste.

„Bereit, Potter?", fragte der Dunkle Lord, nun wieder mit seinem hässlichen Grinsen. „Ich will großzügig sein, du kannst dich noch kurz von deinen kleinen Freunden verabschieden. Du hast zwei Minuten, dann werden wir es endlich beenden."

Harry schaute sich kurz um. Sein Blick traf die Gruppe um Severus, Hermine und Ron. Er lächelte seinen Freunden kurz traurig zu, ehe sein Blick den des Tränkemeisters einfing. Es kam ihm so vor, als würde Harry ihn ewig anschauen und er hatte das Bedürfnis, laut aufzuschreien, doch bald riss sich Harrys Blick von ihm los und er bewegte sich auf Dumbledore zu.

Erst, als er fast bei diesem war, riss sich Severus aus seiner Starre und sprintete hinüber zu dem Direktor. Fast gleichzeitig kamen sie bei ihm an und den Tränkemeister kümmerte es nicht, dass alle hören konnten, wie er Harry anschrie: „DU IDIOT, DU DÄMLICHER IDIOT. WIE KONNTEST DU DAS TUN?" Er packte Harry an den Armen und schüttelte ihn heftig. Dieser hatte die Augen weit aufgerissen und riss sich kurzerhand von dem Tränkemeister los.

„Es ist der einzige Weg", antwortete er ein wenig außer Atem. „Ihr werdet alle überleben und für mich zählt nur das. Ich weiß, dass du das für eine Dummheit hältst, aber ich habe bereits zu viel in diesem Krieg verloren, so viele Menschen, die mir wichtig waren und zuletzt d…" Harry atmete tief durch. Severus wusste, was er nicht geschafft hatte zu sagen. „Meine Freunde werden überleben, dafür werde ich sorgen. Und auch wenn es dich nicht mehr kümmert, ist es mir trotzdem wichtig, dass auch DU überlebst."

Severus konnte nichts sagen. Die Intensität, mit der Harry gesprochen hatte, hatte ihm die Luft zum atmen genommen.

„Harry, ich…", meldete sich Dumbledore, doch er schien den Satz nicht beenden zu können.

Harry straffte sich und schaute zu ihm. „Sie wissen, was Sie zu tun haben, wenn dieser Krieg heute zu unseren Gunsten beendet werden soll", sagte er entschlossen. Noch einmal schaute er Severus in die Augen, dann drehte er sich um und ging. Zurück zu Voldemort.