So, dies ist nun leider das Ende der Geschichte *traurig ist*. Ich danke allen, die es geschafft haben, mir über eine so lange Zeit die Treue zu halten. Ich weiß, dass es nicht einfach war, aber zeitlich bin ich einfach nur am rudern, alles in meinem Leben im Moment auf die Reihe zu bekommen. Danke für eure Unterstützung und die vielen lieben Reviews…
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54. Epilog
Langsam, ganz langsam kam Harry zu sich. Alles um ihn herum war hell. Das war das erste, was er wahrnahm. Eine kleine Stimme in seinem Kopf, die so ähnlich klang wie Severus, schnaubte und fragte ihn dann, was er denn erwartet hätte? Feuer und Schwefel? Harry musste beinahe Schmunzeln. Doch leider bemerkte er, als er sich ein klein wenig bewegte, dass ihm alles wehtat. Er hatte Schmerzen? Wie war das denn möglich? Sollte man im Himmel nicht schmerzfrei sein?
„Harry?", hörte er eine leise Stimme neben sich, ehe er spürte, wie jemand seine Hand ergriff. „Harry, bist du wach?"
Der Gryffindor brachte als Antwort nur ein schwaches Stöhnen zu Stande. Daraufhin fühlte er, wie seine Hand ein wenig fester gedrückt wurde, gefolgt von einem erleichterten „Merlin sei Dank!"
Harry glaubte, die Stimme zu erkennen, aber das konnte doch nicht sein? Oder doch? War das Severus? Er musste es einfach wissen. Mühsam versuchte er seine Augen zu öffnen, schloss sie aber sofort wieder, als er von dem hellen Licht der Krankenstation geblendet wurde.
„Warte einen Moment", sagte die Stimme, von der Harry dachte, dass sie zu Severus gehören würde. Einen Augenblick später wurde es dunkler und nun konnte er erneut versuchen, die Augen zu öffnen. Er bemerkte, wie die Hand, die seine ergriffen hatte, ihn losließ und bedauerte dies sofort. Doch schon im nächsten Moment spürte er, wie ihm jemand vorsichtig seine Brille aufsetzte und dann gleich wieder seine Hand ergriff. Harry blinzelte ein paar Mal, ehe er die Welt um sich herum endlich klar sehen konnte. Sein Herz machte beinahe augenblicklich einen Hüpfer, als er nun sah, dass es tatsächlich Severus war, der an seinem Bett saß und seine Hand hielt.
„Hast du Schmerzen?", fragte der Tränkemeister besorgt. Wenn Harry es gekonnt hätte, hätte er geschnaubt. Ob er Schmerzen hatte? Zum Teufel ja. Es gab nichts an seinem Körper, was ihm im Moment nicht wehtat. Da Harry sich nicht mal ansatzweise vorstellen konnte, mit dem Kopf zu nicken, zog er einfach eine Augenbraue nach oben, was Severus als Antwort genügte. Nur Augenblicke später wurde sein Kopf ein wenig angehoben und eine Phiole an seinen Mund gedrückt. Mühsam schaffte Harry es, deren Inhalt hinunterzuschlucken. Fast Augenblicklich ließ der Schmerz merklich nach, auch wenn er nicht ganz verschwand.
„Warte einen Augenblick, ich hole Madame Pomfrey", informierte ihn der Zaubertränkelehrer und war kurz darauf verschwunden. Nur kurze Zeit später kehrte er mit der Medihexe zurück, die sich sofort ans Werk machte, ihn gründlich zu untersuchen.
Harry sah dabei zu, wie sie ihren Zauberstab schwang und dann ab und zu ihren Kopf schüttelte. „Mister Potter", sagte sie dann, nachdem sie offensichtlich fertig war. „Ich hoffe, Ihnen ist bewusst, was für ein riesiges Glück Sie gehabt haben. Dass Sie jetzt hier liegen ist ein wahres Wunder. Ich weiß ehrlich nicht, wie Sie das jedes Mal fertig bringen." Gut, sie schimpfte mit ihm. Das bedeutete sicher, dass er wieder gesund werden würde. Ohne dass er es verhindern konnte, legte sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Die Medihexe rollte nur mit ihren Augen, doch dann lächelte auch sie. „Ein paar Tage Ruhe und Sie sind wieder so gut wie neu." Sie strich ihm noch einmal sanft die Haare von der Stirn und nickte dann Severus zu, bevor sie wieder in ihr Büro ging.
Harry schaute nun etwas unsicher zu Severus, der ihn durchdringend anschaute. „Nur um das klarzustellen", knurrte der ihn an. „Was du gemacht hast, war das absolut Dümmste, was du je getan hast und wir beide wissen, was das heißt. Wenn du sowas nochmal machst, bringe ich dich höchstpersönlich um. Ich kann nicht glauben, dass du einfach so mitten auf das Schlachtfeld marschierst und dich dem dunkelsten Zauberer aller Zeiten entgegenstellst. Ich bin gestern um mindestens zehn Jahre gealtert, als ich das mit ansehen musste, du dummer Gryffindor."
„Aber du liebst mich trotzdem", krächzte Harry schwach und lächelte leicht.
„Aber ich liebe dich trotzdem", wiederholte der Tränkemeister sanft und küsste Harry dann. „Das bedeutet aber nicht, dass ich dich nicht übers Knie legen werde, wenn du erst mal aus der Krankenstation raus bist", fügte er hinzu, nachdem er sich wieder von dem Schwarzhaarigen gelöst hatte.
Harry musste sich eingestehen, dass er diese Drohung eher erregend fand, als das er sich davor fürchtete, doch das würde er vorerst hübsch für sich behalten. Außerdem war er plötzlich viel zu müde, um sich weiter darüber Gedanken zu machen. Er gähnte leise und schaute dann entschuldigend zu Severus. „Schlaf ein wenig, Harry", sagte der und strich mit seiner Hand zärtlich über das schwarze Haar des Gryffindors.
„Nein, ich muss erst noch wissen, wie… ich meine, warum lebe ich noch?", fragte Harry heißer.
„Dumbledore", erwiderte Severus mit einem Lächeln. „Er war wohl doch nicht so tatenlos, wie ich gedacht habe. Er hat einen Zauber entwickelt, der bewirkt hat, dass die Macht des Brilax nicht nur bei dir bleibt und dich so zerstört. Stattdessen hat der die Kraft durch den Zauber geteilt. Alle die da waren sind jetzt beinahe so mächtig wie du. Als wir bemerkt haben, was Dumbledore da tut, hat jeder mitgeholfen. Die meisten kommen gut mit ihrer neuen Kraft zurecht."
Gerade hatte er das gesagt, als er lauter Knall die Mauern von Hogwarts erschütterte. Harry war sofort alarmiert, doch Severus schüttelte nur entnervt den Kopf und atmete tief durch. „Weasley", schnaufte er nur. Auf Harrys fragenden Blick erklärte er weiter. „Das geht schon den ganzen Vormittag so. Weasley hat vorhin schon eine Mauer zum Einsturz gebracht und den halben Haustisch der Gryffindors weggesprengt, weil er einfach noch nicht mit seiner neuen Kraft umgehen kann. Dabei hat er genaue Anweisung erhalten, solange nicht zu zaubern, bis wir die Möglichkeit haben, ihn und die anderen zu trainieren."
Harry musste schmunzeln, als auch schon die Tür zur Krankenstation aufflog und Ron hereinkam, der Hermine stützte, deren Gesicht schmerzverzerrt war und die stark humpelte. „Madame Pomfrey", rief er die Medihexe, die auch sofort aus ihrem Büro kam.
„Was ist denn nun schon wieder passiert?", schimpfte sie.
„Ron wollte ein Buch, das mir heruntergefallen ist, wieder zu mir schweben lassen", antwortete Hermine vorwurfsvoll. „Und das, obwohl Professor Dumbledore ihm ausdrücklich verboten hat, zu zaubern."
„Ich hab's halt vergessen", verteidigte sich Ron, ein wenig rötlich um die Nase.
„Wie kann man so etwas vergessen, Ronald", keifte Hermine mit noch immer vor Schmerz verzerrtem Gesicht. Ehe sie noch weiter schimpfen konnte, ging aber Madame Pomfrey dazwischen und deutet Ron an, Hermine zu einem der Betten zu bringen.
Ron drehte sich mit Hermine vorsichtig zu einem der Betten und hätte das Mädchen beinahe fallen lassen, als er erkannte, dass nicht nur Severus, sondern auch Harry das gesamte Schauspiel beobachtet hatten. „Harry!", rief er erfreut.
„Weasley", schnappte Severus. „Wenn Sie noch einmal zaubern, ohne wieder die ausdrückliche Erlaubnis dazu bekommen zu haben, werden Sie solange Strafarbeiten bekommen, dass sie sie noch mit ihren Kindern zusammen ableisten können, haben Sie mich verstanden?"
„Aber… aber…", stammelte Ron, während Hermine ihn unsanft in die Seite stupste.
„Wenn du mich nicht augenblicklich zu einem Bett bringst, Ronald Weasley, werde ich mal sehen, was meine Zauberkraft bei dir so anstellen kann", fauchte sie.
Harry musste unwillkürlich lächeln. Er liebte seine Freunde.
Ron brachte Hermine aber nun endlich zu einem Bett, wo sich das Mädchen mit einem Seufzen hinlegte. Während die Medihexe sich dann um sie kümmerte, kam der Rotschopf zu Harry und Severus hinüber. „Mann, Harry, du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt", sagte er dann.
„Das habe ich heute schon mal gehört", erwiderte Harry mit noch immer heißerer Stimme.
„Ich bin froh, dass du wieder okay bist", sagte der Rotschopf dann.
„Danke, Ron. Ich freue mich auch, dass es dir gut geht, auch wenn die arme Hermine deinetwegen so leiden muss."
Ron schaute sich ein wenig unsicher um, beugte sich dann aber ein wenig zu seinem Freund und flüsterte so laut, dass alle es hören konnten: „Du kannst doch sicher verhindern, dass dein Freund mich so quält, oder?"
Harry konnte nun nicht anders. Er musste lachen. Der Blick von Severus, als Ron ihn als Harrys „Freund" bezeichnet hatte, war einfach nur göttlich. Tatsächlich hatte der die Nase gerümpft, etwas, was der Gryffindor bei diesem noch nie gesehen hatte. Schlagartig jedoch verschwand das Lächeln auf Harrys Gesicht, als ihm wieder einfiel, dass Severus vor der Schlacht kein Wort mehr mit ihm geredet hatte. Etwas unsicher schaute er den Tränkemeister an, der seinen Stimmungswechsel wohl richtig zu deuten schien.
„Oh bitte, als hätte ich nicht bereits gesagt, dass ich dich liebe", schnaubte der und verdrehte die Augen. „Weasley, verschwinden Sie!", knurrte er dann, ehe er sich zu Harry hinunter beugte und ihm einen leichten Kuss gab. Ron wurde zugegebenermaßen ein wenig grün um die Nase, während die beiden Damen in Raum nur ein verzücktes Seufzen von sich gaben.
Harry hätte vor Glück platzen können. Alles war gut.
ENDE
