Titel: Ein letztes Mal
Autor: Ayu
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Harry Potter/Ginevra Weasley, Ronald Weasley, Hermione Granger
Tabelle: 1
Thema: #09 ~ Letzte Bahn (Silbermond)
Word Count: 1.341 (ohne Songtext)
Rating: PG
Disclaimer: Harry Potter gehört J. und wird auch nie mir gehören, ebenso wie das Lied „Letzte Bahn" von Silbermond ist und ich erhebe auf beides keinen Anspruch. Ich verdiene hiermit kein Geld!
Anmerkung: Ich mag dieses Pairing nicht oO''' Was zur Hölle hat mich geritten, als ich eine FF dazu geschrieben habe?!?

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Ich nehm die letzte Bahn die mich von hier noch zu dir fährt
Es ist ziemlich kalt hier unten niemand sonst noch hier
Ich denk noch drüber nach, wie ich es dir am besten sag
Das für dich ohne mich alles so viel besser wär

Seufzend blickte Harry auf das Haus vor sich. Er war sich nicht sicher, ob er hier sein sollte oder nicht, doch es gab etwas was er klären musste, ehe er sich auf seinen, vermutlich letzten, Weg machte. Er wusste, dass es nun an der Zeit war sich endgültig Voldemort entgegen zu stellen. Genau aus diesem Grund wollte er sie noch ein letztes Mal sehen. Ginevra „Ginny" Weasley, der er unbewusst sein Herz geschenkt hatte. Und auch wenn der schwarzhaarige Gryffindor wusste, dass er vielleicht nie wieder zurückkehren konnte wollte er noch ein letztes Mal sicher gehen, dass es ihr gut ging. Er konnte auf keinen Fall zulassen, dass ihr etwas zustoßen würde und auch wenn es vermutlich nicht in seiner Macht stehen würde, es vollends zu verhindern so wollte er doch sein bestes tun um den Dunklen Lord bald möglich zu besiegen und zu den Personen zurückzukehren die er liebte.

Denn Kopf schüttelnd um seine finsteren Gedanken zu vertreiben, legte Harry die letzten paar Schritte zurück, die ihn noch von der Tür des Fuchsbaus trennten, ehe er beinahe zögerlich klopfte. Er wusste, dass es nicht einfach sein würde ihnen klar zu machen, dass sie ihn diesen Weg gehen lassen mussten und so hatte er schon früh beschlossen einfach zu verschwinden anstatt diese Familie, die er irgendwie auch als seine eigene betrachtete, in Gefahr zu bringen. Molly und Arthur waren für ihm immer so etwas wie Eltern gewesen und auch die anderen Weasleys hatten einen besonderen Platz in seinem Herzen eingenommen. Natürlich war Ginny die jenige, die ihm sein Herz gestohlen hatte, doch jeder einzelne von ihnen war ihm wichtig.

So in Gedanken versunken bemerkte Harry fast nicht, wie die Tür aufging und er sofort von Mrs Weasley in eine Umarmung gezogen wurde.
„Harry! Geht es dir gut? Ist alles in Ordnung? Wie bist du hier her gekommen, dass ist doch viel zu gefährlich!" redete sie auch gleich auf ihn ein und die Sorge war ihr deutlich anzusehen. Ein sanftes Lächeln legte sich auf das Gesicht des Dunkelhaarigen, als er aufsah.
„Hallo, Mrs. Weasley" sagte er lediglich leise, die anderen Fragen bewusst erst einmal außer acht lassend, als er von ihr ins Haus geführt wurde und sofort von den anwesenden Weasleys und Hermione begrüßt wurde. Das Herz wurde ihm schwer, als er sich erneut klar machen musste, dass er sie zurücklassen würde wenn er sich auf den Weg machen würde, doch ein Blick zu Ron und Hermine machte ihm bewusst, dass er nicht vollkommen alleine sein würde. Er schenkte ihnen ein leichtes Lächeln, ehe sein Blick weiter zu Ginny glitt, die ihn stumm musterte. Es war wohl in diesem Moment, als ihnen beiden klar wurde, dass dies vielleicht das letzte Mal sein würde an dem sie sich sahen. Die Augen des rothaarigen Mädchen weiteten sich leicht und er konnte Furcht und Trauer in ihnen lesen. In diesem Moment hätte Harry am liebsten nichts anderes getan als sich bei ihr zu entschuldigen, doch er wusste, dass er das nicht tun könnte. Sie wusste nicht, dass er gehen würde, aber ihm war klar, dass sie bereits eine Vorahnung hatte.

Und wenn du nur wüsstest, dass das mein letzter Tag sein wird
Könntest du dann mit mir reden als wär's wie immer?

Kommst du mir nach, wenn ich jetzt von dir geh?
Denn ich bleib für immer und schreib dir mal von dort

Es dauerte nicht lange, bis Harry schließlich mit ihr zusammen draußen saß. Sie starrten beide in den Himmel und schwiegen schon eine ganze Weile, wobei der einzige Kontakt zwischen ihnen ihre verschränkten Finger waren. Sie hielten sich aneinander fest als wollten sie sich niemals wieder loslassen und doch wussten sie beide, dass es nicht möglich sein würde. Und so wollten sie einfach nur die Zweisamkeit genießen, die ihnen bald fehlen würde. Ihnen war nicht bewusst, wie lange sie nun schon hier saßen, als sie sich leicht lächelnd ansahen und Ginny beinahe zögerlich näher rückte und sich an ihn schmiegte.
„Ich habe Angst" flüsterte sie leise. „Ich will dich nicht verlieren"
Harrys Innerstes verkrampfte sich schmerzhaft bei diesen Worten, denn egal was er auch tun würde, der Ausgang des Kampfes würde immer ungewiss bleiben. Keiner von ihnen konnte sagen ob sie beide den Krieg überleben würde, so dass sie wieder zusammen finden würden.
„Ich weiß, ich habe auch Angst" erwiderte schließlich ebenso leise und zog sie etwas näher an sich. Auch wenn er sie am liebsten niemals wieder losgelassen hätte, so war es doch unmöglich. Sie sahen sich an und Verzweiflung hatte sich in ihre Blicke gelegt, doch auch ein Schimmer Hoffnung war immer deutlich zu erkennen. Lächelnd beugte Harry sich zu ihr und küsste sie sanft, ließ seine Gefühle in den Kuss fließen und wollte ihr somit die Sicherheit und Zuversicht geben, die sie für ihren eigenen Weg brauchen würde.

In deinem Zimmer brennt noch Licht, scheinbar siehst du noch fern
Denkst du an mich, wenn's jetzt klingelst und hoffst das ich es bin
Ich bin gar nicht hier um zu sagen wie Leid's mir tut
Denn ich hätt's nicht verdient, dass du mir verzeihst

Der Tag verging viel zu schnell wie Harry fand und auch wenn er und Ginny sich nie länger als ein paar Minuten voneinander hatten lösen können, vermisste er sie doch jetzt schon. Sie saß zwar beim Abendessen direkt neben ihm und er genoss ihre Gesellschaft mehr denn je, doch ein Blick in die Gesichter von Ron und Hermione hatte ihnen allen drei klar gemacht, dass sie noch heute Abend das Haus wieder verlassen würden um sich auf ihre Reise zu begeben den Dunklen Lord ein für alle mal zu besiegen und wieder Frieden in die Zaubererwelt zu bringen. Harry wusste, dass dieser Krieg wohl viele Opfer fordern würde, doch was er tun konnte würde er tun um die zu schützen die er liebte. Und auch wenn es seine Aufgabe war Voldemort zu besiegen, so würde doch ein Teil von ihm immer bei denen sein, die er zurücklassen musste. Und auch wenn es schmerzte sich von ihnen trennen zu müssen, so versuchte er doch zu lächeln und ihnen das Gefühl zu geben, dass alles in Ordnung sei. Er hoffte nur, dass Ginny ihm verzeihen würde, dass er ging ohne ihr etwas zu sagen, doch er wusste, dass sie nicht hier bleiben würde wenn sie es wüsste. Und was auch immer geschehen würde, er konnte sie auf keinen Fall mit sich nehmen und sie noch größeren Gefahren aussetzen, als sie das ohnehin schon war.

Und alles was jetzt ist wird nie mehr so sein wie es war
Und deshalb muss ich schnell vergessen wie es ist, wenn du mich küsst

Kommst du mir nach, wenn ich jetzt von dir geh?
Denn ich bleib für immer und schreib dir mal von dort

Die Nacht hatte sich schon lange über den Fuchsbau gelegt, als sie ihre Sachen zusammen packten und lautlos durch das dunkle Haus schlichen. Alle Anwesenden waren bereits zu Bett gegangen und schienen fest zu schlafen. Die drei beteten innerlich, dass es auch wirklich so war, denn niemand durfte merken was sie vor hatten. Sie taten das für ihre Familie, für die Personen die ihnen wichtig waren.

Nur als sie an Ginnys Zimmer vorbei schlichten, lächelte Hermione Harry zu, und deutete ihm an sich zu verabschieden, während sie mit Ron schon einmal nach draußen ging und auf ihn warten würde, ehe sie schlussendlich verschwanden. Ein dankbares Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des Jungen aus, ehe er in das Zimmer seiner Freundin schlüpfte und sie einen Moment einfach nur still betrachtete, wie sie dort auf ihrem Bett lag und friedlich schlief. Er beneidete sie fast, dass sie den Schlaf der Unschuldigen träumen konnte, trotz dem was sie bereits gesehen hatte. Doch er wusste, dass auch sie zeitweise von Albträumen heimgesucht wurde und er betete jede Nacht, dass sie nichts sehen musste, was sie an den Krieg erinnerte.
Vorsichtig um sie nicht zu wecken, ging er näher zu dem Bett hin und beugte sich zu ihr herunter um ihr einen Kuss auf die Lippen zu hauchen. Es würde ihre letzte Berührung für eine lange Zeit, vielleicht für immer werden, doch daran wollte er jetzt nicht denken.
„Bitte glaub daran, dass wir uns wieder sehen werden. Ich liebe dich, Ginny" flüsterte er leise gegen ihre Lippen, ehe er sich dran machte, dass Zimmer ebenso lautlos zu verlassen wie er es betreten hatte.

Mit schnellen Schritten und immer darauf bedacht bloß keinen Lärm zu machen verließ er das Haus und lief zu den Schatten seiner beiden besten Freunde zu. Gemeinsam drehten sie sich noch ein letztes Mal zum Fuchsbau zurück, wissend das hier in diesem Moment ein neuer Abschnitt für sie begann, ein Weg der sie mitten ins Herz des Bösen führen würde. Entschlossenheit lag in ihrem Blick und ihnen war bewusst, dass es nun kein zurück mehr gab, als sie in der Dunkelheit der Nacht verschwanden.

Alles was jetzt ist wird nie mehr so sein wie es war
Deshalb muss ich schnell vergessen wie es ist, wenn man mich küsst

Kommst du mir nach, wenn ich jetzt von dir geh?
Denn ich bleib für immer und schreib dir mal von dort
Kommst du… Kommst du mir nach?
Denn ich bleib… ich bleib für immer