Titel: Gonna make it alright
Autor: Ayu
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Harry Potter, Neville Longbottom
Tabelle: 1
Thema: #05 ~ Someday (Nickelback)
Word Count: 1.024 (Ohne Songtext)
Rating: PG-13
Disclaimer: Harry Potter gehört J. und wird auch nie mir gehören, ebenso wie das Lied „Someday" von Nickelback ist und ich erhebe auf beides keinen Anspruch. Ich verdiene hiermit kein Geld!
Anmerkung: Meine zweite Geschichte mit Neville und Harry zu dieser Tabelle oO Irgendwie liebe ich die Beiden mittlerweile im Doppelpack xD Ach ja und ich geh natürlich mal wieder nicht nach den Büchern *summ*

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How the hell did we wind up like this
Why weren't we able
To see the signs that we missed
And try to turn the tables

Der Sommer nach Sirius Tod war Harrys Ansicht nach der Schlimmste von allen gewesen. Wenn er ehrlich war, wollte er an alles denken nur nicht an Sirius, Cedric und die Dursleys. Allerdings gab es in den Ferien nichts was ihn hatte ablenken können und so betete er innerlich, dass wenigstens das Schuljahr eine Wendung bringen würde. Es war einfach nicht mehr auszuhalten, wie er fand. Am Liebsten hätte er alles einfach hingeschmissen und hätte Voldemort selbst gesucht, wohl wissend das er kaum gewinnen konnte, doch wenn er Bellatrix vorher beseitigt bekam war ihm das egal. Oh wie sehr er diese Frau verabscheute. Aber er wollte jetzt nicht über sie nachdenken und er wollte auch nicht im Selbsthass versinken, denn egal was die anderen ihm sagten es war seine Schuld, dass Sirius tot war. Hätte er nicht darauf bestanden ins Ministerium zu reisen, weil er glaubte das eben jener dort gefoltert wurde, wären sie auch nicht von Todessern angegriffen worden. Wären sie nicht von Todessern angegriffen worden hätte der Orden nicht kommen müssen um sie da raus zu holen. Wäre der Orden nicht gekommen, wäre Sirius nicht im Ministerium gewesen und hätte auch nicht durch das Tor fallen können. Und so war es egal wie er es wendete und drehte doch im Endeffekt seine Schuld.

Seufzend lehnte Harry seinen Kopf gegen das kühle Glas, sein Blick auf die vorbeiziehende Landschaft gerichtet, ohne das er wirklich etwas sah. Das rege Treiben um ihn herum versuchte er so gut es ging zu ignorieren, einzig Nevilles stummer, irgendwie kalkulierender Blick war ihm nur allzu sehr bewusst. Der schwarzhaarige Junge hatte bereits mehrmals zu seinem Mitschüler gesehen und ihn genervt angefunkelt, als wollte er ihm zeigen, dass er ihn einfach in Ruhe lassen sollte, doch Neville schien einfach nicht darauf hören zu wollen. Im Grunde wusste Harry, dass er nicht wütend auf ihn sein sollte, in seiner momentanen Gefühlslage war es jedoch unendlich schwer rational zu bleiben und die Dinge zu analysieren, ehe man handelte.

Dinge analysieren, ehe man handelte. Ja, dass war genau das was Harry hätte tun sollen. Aber egal wie oft er sich auf Vorwürfe machte, Sirius würde nicht wieder zurück kehren. Diese Erkenntnis half trotz allem nicht die Schmerzen in seiner Brust zu lindern. Tränen sammelten sich immer noch zu oft in seinen Augen und verlangten nach ihrer Freiheit um seinem Schmerz Ausdruck zu verleihen, doch Harry wollte es nicht zulassen. Und so konnte er nichts weiter tun als zu hoffen, dass der Schmerz irgendwann verblassen würde und vielleicht, ja vielleicht konnte er dann endlich vergessen.

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I wish you'd unclench your fists
And unpack your suitcase
Lately there's been too much of this
Dont think its too late

Neville wusste wirklich nicht, wie lange er den anderen Jungen nun schon beobachtete, oder wieso er der Einzige zu sein schien der den Schmerz in Harrys Augen sah, aber es kümmerte ihn auch nicht mehr. Das Einzige was für ihn momentan zählte war eine Möglichkeit zu finden, den Schwarzhaarigen wieder zum Lachen zu bringen. Und er meinte sicher nicht das gezwungene, falsche Lachen, was er jeden Tag auf dessen Gesicht zu sehen bekam. Nein ein richtiges Lachen. Genauso wie er sich wünschte einmal bei ihm zu sein und sichergehen zu können, dass die Tränen endlich fließen konnten. Egal wie Harry es sah, er musste seinen Schmerz freien Lauf lassen, denn je länger er ihn in sich anstaute umso schlimmer würde es werden, dessen war Neville sich sicher.

Sich unsicher durch die braunen Haare fahrend lehnte er sich in dem Sessel zurück, den er im Gemeinschaftsraum unter beschlag genommen hatte und ließ seine Gedanken wandern. Er versuchte nun schon seit Tagen mit Harry zu sprechen, aber egal was er auch versuchte er schaffte es immer ihm irgendwie aus dem Weg zu gehen. Überhaupt schien er momentan den Gedanken an längere Gespräche nicht sonderlich zu mögen, da es nicht nur ihm sondern auch Ron und Hermione nicht anders ging. Langsam aber sicher begann Neville sich wirklich ernsthafte Gedanken um Harry zu machen. Er wollte ihm so gerne helfen, immerhin waren sie doch Freunde, oder etwa nicht?

So wie Harry sich in der letzten Zeit verhalten hatte konnte man sich dem nicht so ganz sicher sein, wenn Neville dann jedoch einen Blick in seine Augen erhaschte und sah das sie voller Schmerz und Trauer waren verflog seine Wut auf den anderen Jungen beinahe genauso schnell wie sie gekommen war. Es war offensichtlich, dass Harry Hilfe brauchte und Neville beschloss nicht eher zu ruhen, ehe er es geschafft hatte einen Teil seiner Sorgen von ihm zu nehmen.

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Nothin's wrong
just as long as
you know that someday I will

Someday, somehow
gonna make it allright but not right now
I know you're wondering when
(You're the only one who knows that)
Someday, somehow
gonna make it allright but not right now
I know you're wondering when
(You're the only one who knows that)

Und so begann Neville Harry noch genauer zu beobachten als er es ohnehin schon tat. Als er dann eines Abends endlich den Mut gefasst hatten, dem Schwarzhaarigen zu folgen wo auch immer er hin verschwinden wollte, war er überrascht zu sehen, wie dieser es sich in einem offensichtlich nicht mehr genutzten Raum halbwegs bequem machte und seine Beine eng an sich zog, ehe er seine Arme um diese schlang. Alles in allem wirkte der sonst scheinbar so starke Gryffindor verloren und hilflos. Neville spürte wie sein Herz sich bei diesem Anblick verkrampfte. Seine Augen nicht abwenden könnend und einen Moment lang überlegend, was er tun sollte, ging er schließlich auf den anderen Jungen zu, kniete sich neben ihn und nahm ihn einfach in den Arm. Zwar versteifte Harry sich im ersten Moment und sah ihn verständnislos an, doch Neville lächelte lediglich und strich ihm leicht durch die Haare.
„Es ist ok, Harry." flüsterte er leise und begann ihn hin und her zu wiegen. „Es ist ok zu weinen"

Als hätten seine Worte den Damm gebrochen ließ ein Zittern durch Harrys Körper und Tränen bildeten sich in seinen Augen. Beschämt den Kopf senkend versuchte er sich aus der Umarmung zu befreien, wobei er von dem Braunhaarigen erfolgreich gestoppt wurde.
„Es ist ok" sprach Neville noch einmal und sah ihn mit festem Blick an. „Irgendwann werde ich dafür sorgen, dass in deiner Welt alles wieder in Ordnung kommt."
Es war ein Versprechen und Neville schwor sich, dass er es verfüllen würde. Er würde eine fröhliche, bessere Welt um Harry aufbauen die ihm helfen sollte sich all der Dunkelheit zu stellen, die sich ihm auf seinem Weg entgegen stellte. Und er würde an seiner Seite sein, komme was wolle.