Titel: No Fear
Autor: Ayu
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Harry, Fred, George
Pairing: ---
Tabelle: 2
Thema: 01 – Fighter (Christina Aguilera)
Word Count: 1.156 (ohne Songtext)
Rating: PG-13
Disclaimer: Harry Potter gehört J. und wird auch nie mir gehören, ebenso wie das Lied „Fighter" von Christina Aguilera ist und ich erhebe auf beides keinen Anspruch. Ich verdiene hiermit kein Geld!
Anmerkung: Für alle die Buch 7 gelesen haben: I'm in denial!! Und deshalb bezieh ich mich auch nicht wirklich auf das Buch.

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Manchmal, ja manchmal war es Harry einfach unmöglich diese Welt noch weiter zu verstehen. Wieso sahen die Menschen nur nicht die Schönheit die vor ihnen lag? All die Schätze, die sich im Verborgenen befanden? Wieso mussten sie immer nach etwas streben, was vielen Wesen von jeher nur geschadet hatte?
Gier ist das Instrument der Macht. Das streben nach etwas um alles für sich beanspruchen zu können. Wie sinnlos dieses Unterfangen doch war. Denn wann immer man auch danach streben mochte, war einem denn nicht klar, dass jeder Plan auf Widerstand stoßen würde? Vielleicht lag es in der Natur der Menschen, aber der Schwarzhaarige kam nicht umher sich zu wundern ob sie die Konsequenzen nicht sahen. Neid und Gier forderten nach Macht, Macht fordert Gehorsam, zu viel Gehorsam erweckt Unwille, Unwille lässt den Neid und die Gier selbst die Macht zu besitzen wachsen. Ein ewiger Zirkel. Aber welches Ziel verfolgte er eigentlich? Die Macht kümmerte ihn nicht. Er wollte sie nicht einmal. Die Bürde zu tragen die Revolution anführen zu müssen war bei Weitem mehr als er jemals gewollt hatte. Nein, die Macht durften die Personen behalten, die Politik und Demokratie ihr Eigen nannten. Irgendwann würden sie auch wieder Fehler machen und das Schauspiel von vorne beginnen lassen, doch nun war es ihr Stück. Ein Stück voller Verlust und Trauer, Schmerz und Hass. Ein Drama, wie man es selten gesehen hatte. Und nur sie alleine konnten das Ende schreiben, nirgends gab es jemanden der neben ihnen stehen würde und ihnen Anweisungen gab. Wer hier einen falschen Schritt tat starb und konnte das Schicksal Tausender beeinflussen. Und es gab keine Möglichkeit die Szene noch einmal zu spielen um den Fehler rückgängig zu machen. So war das Spiel, grausam und hart. Doch sie würden ihre Rolle spielen, die Hoffnung niemals aufgebend das Richtige zu tun.

In die Stille lauschend ließ Harry sich von dem Geräusch von Atmung und ruhigen Herzschlägen tragen, als wären sie sein Schlaflied. Doch selbst dieses würde ihn heute Nacht nicht zum schlafen bringen. Seit die DA sich hier in diesem kalten, kahlen Unterschlupf im Herzen Hogwarts eingefunden hatte, hatte niemand von ihnen wirklich zur Ruhe kommen können. Die Bewegung zweier Körper neben ihm ließ den Schwarzhaarigen aus seinen Gedanken fahren und sich kampfbereit umsehen. Er wusste, dass hier eigentlich keine Gefahr drohte. Er wusste, dass er den hier Anwesenden vertrauen konnte. Er hatte Jahre mit ihren gelernt, gearbeitet, gelacht und auch wenn das nicht immer etwas zu heißen vermochte, so war er sich doch sicher. Das besorgte Gesicht, das sich gleich zweifach vor ihm widerspiegelte waren ihm Beweis genug.

Ein schwaches Lächeln auf sein Gesicht zaubernd hoffte er die Zwillinge damit beruhigen zu können. Als sie sich jedoch an seine Seite setzten und ihn weiterhin von der Seite her besorgt musterten, war ihm klar das er es wohl nie schaffen würde sich vor ihnen zu verstecken.
„Harry…" begann der Zwilling rechts von ihm – Fred wie er annahm, aber auch nach all der Zeit war er sich nie vollkommen sicher. „Du solltest auch etwas schlafen. Die letzten Tage waren stressig genug und du weißt, dass es nicht besser werden wird. Wir brauchen dich frisch und voller Elan. Woran sollen sie denn sonst noch glauben?"
Ja woran, dass war eine wirklich gute Frage. Aber der Schwarzhaarige hatte sie sich schon zu oft gestellt und keine Antwort gefunden, als dass er sie sich nun ein weiteres Mal stellen wollte.
„Hör mal…" fing nun auch George an. „Wenn wir versprechen hier, direkt neben dir, zu bleiben und aufzupassen… Wenn wir versprechen, dass wir nicht zulassen, dass etwas passiert… Würdest du dann ein wenig schlafen?"
Einen Moment lang konnte er nicht antworten, also schloss er kurz die Augen und dachte darüber nach. Die Wärme die von den Beiden ausging umhüllte ihn wie eine Decke und das Feuer in ihren Augen machte ihm klar, dass sie bis zum bitteren Ende kämpfen würden. Also lächelte er die Beiden an – war es wirklich das erste wahre Lächeln seit Tagen? – und nickte zustimmend.
„Ich werde es versuchen"
Es war kein Versprechen, sein Geist war viel zu wach, doch er würde versuchen sich von ihnen in einen sanften Schlaf lullen zu lassen, der ihm die Erholung brachte, nach der sein Körper sich sehnte. Und ehe er sich versah war er auch schon ins Land der Träume angedriftet.

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Der nächste Morgen kam viel zu früh und Harry musste zugeben, dass er überrascht war sich immer noch zwischen Fred und George zu befinden. Die Beiden mussten irgendwann jeweils einen Arm um ihn gelegt haben und grinsten ihn nun von oben herab frech an.
„Sieh mal wer auch noch munter wird" lachten sie gutmütig und für einen Moment wollte Harry glauben, dass es so wie früher war. Das sie frei und unbeschwert durch den Tag gehen konnten ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen, was hinter der nächsten Ecke alles lauern konnte und ob sie diesen einen Tag überlegten. Doch die Realität hatte die Angewohnheit Träume immer dann zu stören, wenn sie gerade schön wurden. Sich ausgiebig streckend und den Zwillingen ein dankbares Lächeln zuwerfend erhob der Schwarzhaarige sich also und blickte einen Moment in die Runde. So wie es aussah wurden schon seit einer Weile wieder Vorbereitungen getroffen ihren Plan für den heutigen Tag durchzusetzen. So wie jeden Tag. Sie gingen vielleicht nur kleine Schritte, aber ihnen allen war klar, dass sie es schaffen konnten.

Die entschlossenen Gesichter seiner Mitstreiter betrachtend konnte Harry nicht anders als leise zu lachen.
„Wisst ihr, ich hatte gerade den seltsamsten Gedanken" ließ er die Zwillinge leise wissen, welche ihn mit einer Mischung aus Amüsement und Verwirrung betrachteten. „Eigentlich müssten wir Voldemort fast danken."
Ah, da war er. Der Jetzt-Hast-Du-Völlig-Den-Verstand-Verloren-Blick. Aber nein, dass hatte er nicht. Und er würde sich lieber selbst die Zunge abschneiden, ehe er sich bei dem Wesen bedankte, dem er einen Großteil seines beschwerlichen Weges verdankte. „Er hat uns zu dem gemacht was wir sind. Wir hassen ihn, ja. Wir verabscheuen ihn mehr als alles andere, ja. Und niemand von uns würde sich jemals dazu bewegen jemandem wie ihm zu danken, ja. Aber es ist eine Tatsache, dass er uns zu dem gemacht hat was wir sind. Wegen ihm kämpfen wir jeden Tag ein bisschen härter. Wegen ihm lernen wir alle ein bisschen schneller. Wegen ihm haben wir gelernt Dinge zu ertragen, die niemand ertragen sollte. Wegen ihm sind wir zu den Menschen geworden, die wir heute sind. Und er macht uns stärker. Er tut es nicht, weil er es will. Er will uns vernichten. Aber wisst ihr… Ich glaube es ist an der Zeit ihm zu zeigen, wie gut sein Training doch funktioniert hat."
Das Grinsen auf seinem Gesicht war immer breiter geworden und im Laufe seiner kleinen Rede hatte sich das gleiche Grinsen auch auf ihre Gesichter geschlichen. Ein Blick in ihre Augen genügte um das Feuer zu sehen. Und mit einem Mal war es ihm klar. Es war Zeit. Heute würden sie es schaffen.

After all of the fights and the lies
Yes you wanted to harm me but that won't work anymore
Uh, no more, oh no, it's over
'Cause if it wasn't for all of your torture
I wouldn't know how to be this way now, and never back down
So I wanna say thank you

'Cause it makes me that much stronger
Makes me work a little bit harder
Makes me that much wiser
So thanks for making me a fighter
Made me learn a little bit faster
Made my skin a little bit thicker
It makes me that much smarter
So thanks for making me a fighter