Titel: One more step
Autor: Ayu
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Harry, Neville
Tabelle: 2
Thema: 04 – Easier to Run (Linkin Park)
Word Count: bisher 1.582
Rating: PG-15
Disclaimer: Harry Potter gehört J. und wird auch nie mir gehören. Das Lied „Easier to Run" ist von Linkin Park und ich erhebe auf beides keinen Anspruch. Ich verdiene hiermit kein Geld!
Anmerkung: Man kann es als AU ansehen oder auch nicht, wie man möchte. *g* Und ich hoffe mein Schreibstil ist nicht zu seltsam^^' Ich weiß auch nicht, was mich angetrieben hat. Die Fanfic ist übrigens durch das „Prison Break Anthem" inspiriert worden oo'
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Dunkelheit umhüllte die Stadt und niemand wollte zu so später Stunde noch auf der Straße sein. Jedem war bewusst, dass es sein Tod sein konnte wenn man erwischt wurde. Doch eine einsame Figur schlenderte trotz allem durch die Gassen. Ohne Angst und Hektik, als könne nichts ihm etwas anhaben blieb Harry für einen Moment stehen und ließ seinen Blick über die Häuser wanderten. Diese schlafende Stadt wirkte so friedlich und doch kauerte sie sich immer mehr zusammen aus Angst vor dem was das Schicksal wohl für sie geplant hatte. Verstand sie denn nicht, dass sie sich aufrichten musste und der Gefahr direkt ins Auge blicken musste, um sie zu bekämpfen? Vermutlich nicht. Denn je näher die Dunkelheit kam, der Kampf, der Krieg, umso tiefer schien sie sich in sich selbst zu verkriechen. Wofür sollten sie also kämpfen, wenn diese schlafende Schönheit es nicht einmal wollte. Aber Harry wusste, dass es falsch war so zu denken. Sie mussten etwas tun, mussten versuchen den Krieg zu verhindern. Und wenn sie dies nicht schaffen sollten, so mussten sie kämpfen und dafür sorgen, dass sie wieder frei sein konnten. Niemand von ihnen wollte in Unterdrückung und Angst leben. Sie wollten frei sein, ihr Leben in ihren eigenen Händen halten ohne Angst bei einem falschen Schritt nur noch ein Name auf einem Stein zu sein. Aber es war schwer, so schwer.
Kopfschüttelnd machte er sich auf den Weg in Richtung Themse, hinunter zum Ufer. Auch wenn der Schwarzhaarige wusste, dass er zurück zu den Anderen gehen sollte und mit ihnen weiter Vorbereitungen für die bevorstehende Schlacht treffen sollte, so konnte er es doch nicht. Heute war einer der Tage an dem es alles einfach ein bisschen zu viel war. Die Erwartung in ihren Augen, wenn sie zu ihm aufsahen und sich sicher waren, dass er sie alle retten würde. Dass er es sein würde, der den Entscheidenden Zug in dieser Schlacht ausführen würde, der sie entweder in die Freiheit oder mitten in ihr Verderben führen würde. Doch was auch immer er entscheiden würde, sie waren bereit ihm zu folgen, wohin auch immer sie ihr Weg tragen mochte. Und auch wenn Harry es ihnen niemals sagen würde, so störte es ihn doch. Die Last, die sie ihm aufbürdeten war so manches Mal einfach zu viel und er wollte nichts sehnlicher als unter ihr zusammen zu brechen. Die Dämonen, die ihn Tag und Nacht verfolgten, ihm keine Ruhe ließen, würden die Oberhand gewinnen und dann wären sie alleine. So viel hatte er schon verloren in diesem Kampf, was sollte er denn noch alles Opfern? Heute wollte er sich einfach nur der schlafenden Schönheit anschließen und sich in und mit ihr verstecken. Heute war er des Kämpfens müde.
Something has been taken
From deep inside of me
A secret I've kept locked away
No one can ever see
Wounds so deep they never show
They never go away
Like moving pictures in my head
For years and years they've played
Das Glitzern der verschiedenen Lichter auf der Wasseroberfläche hatte immer einen beruhigenden Effekt auf ihn gehabt. Sie hatten ihm das Gefühl von Geborgenheit gegeben. Alles wirkte so friedlich, als könne nichts ihr Leben trüben, doch heute erschienen sie ihm fast wie verlorene Seelen, wie sie dort auf dem stummen Wasser schwankten, verschwammen. Es war bedrückend ihnen in ihrem einsamen Tanz zuzusehen, als würden sie selbst Kämpfen, ohne Richtung und ohne Ziel. In diesem Moment wünschte der Schwarzhaarige sich nichts anderes als einfach seinen Blick abwenden zu können, das Bild aus seinem Kopf zu verbannen, welches ihn so sehr an seine eigene Situation erinnerte. Doch er konnte nicht, es zog ihn magisch an, ließ ihn nicht gehen. Vielleicht war es ein Zeichen, vielleicht wollte es ihm zeigen, dass er seinen Weg finden musste. Doch was war mit der Schuld die er bereits in sich trug? Mit all seinen Fehlern und Schwächen? Würden sie jemals verschwinden? Er konnte nicht daran glauben und die Angst, was die Anderen wohl wirklich von ihm dachten ließ sein Herz schmerzen. Konnten sie ihm seine Fehler verzeihen, wenn er es selbst nicht konnte? Wie konnten sie ihn noch als ihren Retter ansehen, wenn er mit unbedachten Aktionen unschuldige Leben gefordert hatte? Menschen in den Tod geschickt hatte, die er liebte?
Ein Schauer lief über seinen Rücken und eher unbewusst zog Harry seine Beine näher an sich, machte sich immer kleiner. Die Erinnerungen schmerzten immer noch, doch es gab einfach nichts was er dagegen tun konnte. Und auch wenn er sich unsicher fühlte, so wusste er doch, dass er weiter kämpfen würde. So lange, bis die Gefahr gebannt war oder aber sein Leben ein jähes Ende gefunden hatte. Die Zweifel die er in seinem Inneren trug blieben jedoch. Er kam nicht umher sich zu fragen wie er anderen Halt geben konnte, wenn er doch selbst fiel.
If I could change I would
Take back the pain I would
Retrace every wrong move that I made I would
If I could take all the shame to the grave I would
„Hier hast du dich also verkrochen" riss eine leise Stimme ihn aus seiner Starre. Verwirrt löste er sich aus seiner eigenen Umklammerung und blickte hinter sich. Es dauerte einen Augenblick ehe er die Person erkannte, die ihn da gerade angesprochen hatte.
„Neville…"
Es war nur ein leises Flüstern und er selbst war erschrocken, als er hörte wie schwach und brüchig seine Stimme in diesem Moment klang, doch der andere Junge schien davon keinerlei Notiz zu nehmen. Stattdessen setzte er sich einfach mit einem leichten Lächeln neben ihn und ließ seinen Blick ebenfalls auf das dunkle Wasser fallen.
„Es ist einsam, oder?" fragte er plötzlich, was ihm nur einen fragenden Blick von Harry einbrachte.
„Es ist einsam, dort wo du bist, oder?" fragte der Braunhaarige noch mal und sah seinen Freund ernst an. So viele Emotionen schienen in seinen Augen herum zu schwirren, dass es Harry unmöglich war sie alle zu erfassen, doch er war sich sicher weder Verachtung noch Mitleid in ihnen lesen zu können.
Eine Weile herrschte erneut Schweigen zwischen ihnen in der Harry darüber nachdachte, was er auf diese Frage antworten sollte. Es gab viele Möglichkeiten, wovon die Wahrheit ihm die Einzig angemessene zu sein schien. Also nickte er ergeben und wartete ab, welche Reaktion er von Neville zu erwarten hatte.
„Darf ich dich besuchen?"
In jeder anderen Situation hätte Harry wohl über die Absurdität ihres Gespräches gelacht, doch das hier war kein Spiel, dass hier war ernster als so mancher es sich vielleicht vorstellen konnte.
„Es ist kein schöner Ort, bist du sicher, dass du dort hin möchtest?"
Niemand wollte an einem Ort sein in dem du das Gefühl hast keinen Boden unter den Füßen zu haben und immerzu zu fallen, an dem dich Stimmen aus der Vergangenheit in den Wahnsinn trieben, bis du bereit warst ihnen alles zu glauben. Niemand wollte an einen Ort an dem es keinen Ausgang gab, der einen beten lässt man könne die Zeit anhalten nur um niemals wieder irgendwo hin zu müssen, mehr sehen zu müssen. Warum also sollte Neville wirklich zu ihm kommen wollen? Harry wusste nicht, ob er wollte, dass sein Freund in die Abgründe seiner Seele blickte und sah wie Zerstört er eigentlich war. Er würde erkennen können, dass er ihnen keine Hilfe mehr sein konnte. Wenn er sich selbst nicht einmal zusammen halten konnte, wie sollte er es dann bei ihnen schaffen?
„So lange du da bist…" erwiderte der braunhaarige Junge schließlich und ein Lächeln lag auf seinem Gesicht. „Ich weiß, dass es kalt und dunkel ist, dass du fällst. Aber du brauchst keine Angst mehr zu haben, ich werde da sein und dich auffangen. Egal was kommt, Harry. Du musst dich nicht alleine da durch kämpfen. Wenn du müde bist, werde ich die Schulter sein an der du dich anlehnen kannst, während du ein wenig schläfst."
Einen kurzen Augenblick blickten sie sich einfach nur an, ehe sich auch ein schwaches Lächeln auf sein Gesicht legte.
„Es wird ein langer, steiniger Weg sein, Neville"
„Ja, und zu zweit kommt man doch viel leichter durch. Wir werden uns einen Weg suchen und wir werden weitermachen wie bisher. Du musst nur lernen wieder an dich zu glauben."
Nickend ließ der Schwarzhaarige sich zur Seite sinken, bis er schließlich in Nevilles Armen lag. Dieser grinste ihn nur frech an und wuschelte ihm durch die Haare.
„Gemeinsam können wir alles schaffen. Du und ich. Und die anderen brauchen dich an ihrer Seite um ihren Mut zu finden. Und während du sie stützt, stützen wir beide uns gegenseitig. Ich habe dir damals, als es anfing, schon gesagt, dass ich dich nicht alleine lassen werde und ich werde mich an mein Wort halten."
Zum ersten Mal seit langem schien der Körper des Schwarzhaarigen sich zu entspannen und ein dankbarer Ausdruck lag auf seinem Gesicht. „Danke"
Sometimes I remember
The darkness of my past
Bringing back these memories
I wish I didn't have
Sometimes I think of letting go
And never looking back
And never moving forward so
There would never bee a past
Es würde nicht einfacher werden. Sie hatten noch einen langen Weg vor sich und keiner konnte sagen wohin er sie tragen würde. Seine Ängste und Zweifel würden vielleicht niemals verschwinden, doch egal wie lange er auch den Anderen etwas vorspielen musste, so wusste er doch, dass er nicht mehr alleine war. Jemand stand ein seiner Seite, hielt, führte und unterstützte ihn. Gemeinsam würden sie es schaffen. Und auch wenn die Schatten um sie immer größer wurden und die schlafende Schönheit in der sie lebten sich immer kleiner zu machen schien, sie würden Seite an Seite ihren Weg beschreiten, bis sie den Rausch von Freiheit wieder in ihren Adern pulsieren fühlten. Bis sie wieder das Gefühl hatten fliegen zu können. Die Ketten würden gesprengt werden, auch wenn noch niemand sagen konnte, wie lange es wohl dauern würde.
Seinen Blick wieder zu auf das schwarze Wasser vor ihnen lenkend beobachtete er die Lichter, die ihr beruhigendes, freies Spiel wieder aufgenommen hatten und schwerelos über das Wasser tanzten. Lebendig und frei, als würden sie über die Dunkelheit lachen die sie umgab, ließen sie sich von ihr treiben, wissend das sie sie niemals verschlingen konnte.
