Titel: What it's like
Autor: Ayu
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Draco Malfoy, Neville Longbottom, Harry Potter
Pairing: ---
Tabelle: 2
Thema: 07 – Behind blue eyes (Limp Bizkit)
Word Count: 2.413
Rating: PG-15
Disclaimer: Harry Potter gehört J. und wird auch nie mir gehören. Das Lied „Behind blue eyes" ist von Limp Bizkit und ich erhebe auf beides keinen Anspruch. Ich verdiene hiermit kein Geld!
Anmerkung: Ich hörte dieses Lied und ich sah die Szenen Bildlich vor mir OO Wie sie irgendwo in Hogwarts stehen und alles um sie herum viel schneller zu vergehen scheint.
Anmerkung die 2.: The little puppy was sick when she wrote it, so don't expect too much.

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Die Dunkelheit, die seit jeher den Kerker beherrschte genießend lief ein blonder junger Mann gedankenverloren durch die düsteren, verlassen Korridore. Wohin er ging kümmerte ihn nicht und auch die schon bedrückende Dunkelheit, die sich um ihn zu schließen schien als wollte sie ihn verschlingen fiel ihm nicht weiter auf, als er seine Gedanken wandern ließ und zum ersten Mal an diesem Tag nicht darauf bedacht war die Maske zu wahren, die er jeden Tag trug. In diesem Moment konnte er einfach nur er selbst sein ohne sich Gedanken zu machen, jemandem zu viel von sich zu zeigen oder jemanden zu enttäuschen. Niemand mochte es sich länger in den dunklen Kellergewölben aufzuhalten. nicht einmal die Slytherins, diese zogen sich lieber in ihren Gemeinschaftsraum zurück und ließen sich dort von der etwas weniger bedrohlichen Dunkelheit leiten, die sie trotz allem jeden Tag begleitete. Was würden seine Mitschüler und vor allem die anderen Slytherins wohl von ihm denken wenn sie wüssten, dass er nicht so war wie er vorgab zu sein, dass er es nicht einmal sein wollte? Das er die Dunkelheit so manches Mal wirklich verabscheute. Das er viel lieber mit Potter befreundet wäre, als sich sinnlos anzufeinden? Und vor allem, dass er niemals dem Dunklen Lord folgen wollte? Vermutlich würden sie es nicht verstehen. Er musste den kühlen, arroganten Jungen spielen, dabei wollte er doch einfach nur, dass ihn jemand so akzeptierte wie er eigentlich war und nicht nur wegen seinem Aussehen, seinem Geld oder seinem Familienstammbaum. Aber so etwas würde wohl niemals geschehen, denn was auch immer die Zukunft bringen mochte, seiner Meinung nach würde niemals irgendjemand unter seine Fassade sehen, da es niemanden interessierte was darunter verborgen war.

No one knows what it's like
To be the bad man
To be the sad man
Behind blue eyes

Seit seiner Geburt hatte man ihm beigebracht mit einer Maske zu leben, seine Gefühle zu verstecken und immer nur das zu tun, was ihm einen Vorteil verschaffen konnte. Hatten die anderen sich jemals gefragt, wie es sich anfühlte, wenn man für die eigenen Eltern im Endeffekt doch nichts Weiteres als ein Beweis dafür war, dass ihre Ehe ein „Erfolg" war? Dass sie ihn nur bekommen hatten, weil es ihre Pflicht war einen Erben für die reinblütige Familie zu produzieren? Sein Vater sah ihn meist doch nur als schwach an, da er es nicht schaffte immer und überall der Beste zu sein und achtete ihm dementsprechend mit Nichtachtung. Und seine Mutter? Er wusste, dass sie ihn liebte, doch offen zeigen konnte sie es ihm trotz allem nicht und so akzeptierte sie Lucius verhalten ihm gegenüber. Keiner der Beiden dachte darüber nach wie sehr es Draco verletzte, wenn sie ihm eindeutig zeigten, dass sie sich nicht für ihn interessierten. Und so musste er damit leben, dass es in seiner Familie keine Liebe gab und jeder auf sich alleine gestellt war, wenn er sicher sein wollte zu überleben. Und all die Lügen und Intrigen die sich durch sein Leben zogen wie ein Spinnennetz machten es ihm auch nicht einfacher, doch was er auch versuchte er konnte es einfach nicht schaffen alles hinter sich zu lassen, was sein bisheriges Leben ausgemacht hatte, egal wie sehr er es hasste.

And no one knows
What it's like to be hated
To be fated to telling only lies

Was würde er noch haben, wenn er alles hinter sich lassen würde? Das fragte er sich immer wieder, als er in Richtung der Großen Halle ging um am Abendessen teil zu nehmen. Alles was er für seine Zukunft sah war ein dunkler Weg, ohne Hilfe und Zuversicht. Einen Weg von dem er selbst nicht einmal wusste, wohin er ihn bringen sollte. Nichts was ihm sagen konnte, was der nächste Morgen bringen würde und er konnte sich nicht entscheiden ob er das Risiko eingehen sollte. Sollte er den Schritt ins Ungewisse wagen um vielleicht endlich das zu finden, wonach er sein ganzes bisheriges Leben lang gesucht hatte? Gab es denn nichts oder niemandem der ihm diese Entscheidung abnehmen konnte? Ja, das gab es.
Draco wusste selbst nicht, wie er auf diese Antwort kam, als sein Kopf in die Höhe schoss und die vorbeigehenden Schüler mit einem durchdringenden Blick betrachtete, als wollte er sehen, wer ihm die Antwort geben konnte. Und endlich, endlich sah er sie. Ihre Blicke trafen sich sahen von einem zum anderen und die Welt schien sich mit einem Male nur um sie zu drehen. Der Weg erschien heller und Draco hatte fast das Gefühl zu spüren wie seine Hände genommen wurden und er einen Schritt nach vorne geführt wurde. Auch wenn es ihn stören sollte, wem er diese Erkenntnis zu verdanken hatte, auch wenn es ihn stören sollte mit wem er gehen würde, er kam nicht umher festzustellen, dass es ihm egal war. Zum ersten Mal seit vielen Jahren legte sich ein sanftes, glückliches Lächeln auf seine Lippen, als er die Beiden anderen Jungen betrachtete und sich sicher war, dass sein Leben sich nun zum besseren wenden würde.

But my dreams they aren't as empty
As my conscience seems to be
I have hours, only lonely
My love is vengeance
That's never free

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Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors war mir fröhlichem Lachen und den verschiedensten Stimmen gefüllt. Die warmen Farben der Wände und Möbel schienen nur noch zur allgemein guten Laune der Schüler beizutragen und somit war es schon fast verwunderlich, dass niemand der Anwesenden den jungen Mann beachtete, der etwas abseits der anderen in einem Sessel saß und nachdenklich ins Feuer starrte. Kein Ton hatte seine Lippen verlassen, seit er hier saß und nicht ein einziges Mal ließen seine Augen von dem Spiel der Flammen ab. Der braunhaarige Junge selbst kümmerte sich nicht darum, dass niemand in diesem Raum ihm Beachtung zu schenken schien. Im Gegenteil ihm war es beinahe recht, denn wenn sie ihn ansahen, so sahen sie doch nur seine Fehler, seine Schwächen. Niemals würde ihn jemand als Perfekt bezeichnen, denn dies war er nun einmal wahrlich nicht. Er wusste es, er bekam es schließlich oft genug zu lesen. Zu oft hatte seine Großmutter ihm bereits geschrieben, wie enttäuscht sie doch war und das er daran denken sollte seine Eltern stolz zu machen. Und das wollte er auch, doch gleichzeitig fragte er sich auch ob es wirklich das war wonach er strebte. Seine Eltern würden ihm niemals zeigen können, ob sie Stolz auf ihn waren oder nicht. Ewig würde er etwas nachjagen, was er einfach nicht bekommen konnte. War es da nicht besser sich auf etwas zu konzentrieren was hier vor ihm lag? Doch was sollte er nehmen? Manchmal wünschte er sich einfach nur jemand anderer zu sein. Egal wer. Jeder seiner Mitschüler bekam mehr Respekt entgegengebracht als er selbst. Lediglich mit Harry Potter würde er vielleicht nicht tauschen wollen. Denn egal wie oft dieser Junge auch Gutes tat und Lob und Ruhm auf sich zog so wurde er doch auch viel zu oft von anderen verstoßen und alleine gelassen. Nein, dass war nichts was er wollte. Auch wenn es weh tat er selbst zu sein und zu wissen, dass niemand hier ihn wirklich ernst nehmen konnte.

No one knows what its like
To feel these feelings
Like i do, and i blame you!

Neville bewunderte Harry so manches Mal, wie er trotz all der Tiefschläge in seinem Leben immer wieder aufstand und tat was er für richtig hielt, während er selbst an so manchen Tagen einfach nicht mehr weiter kam und sich fragte ob irgendjemand den Schmerz verstehen konnte den er fühlte, wenn er vor seinen Eltern stand und versuchte mit ihnen zu reden, obwohl er wusste, dass er niemals eine Antwort erhalten würde, dass sie ihn niemals in ihre Arme schließen würden, dass sie nicht einmal wussten wer er war. Es tat weh und es gab nichts was er dagegen tun konnte. Stattdessen versuchte er alles um seiner Großmutter eine Hilfe zu sein, ihr alles Recht zu machen und ihr zu beweisen, dass er durchaus der Sohn seiner Eltern war. Wie schwer es auch sein mochte, einmal in seinem Leben wollte er von ihr gelobt werden. Immer und immer wieder hatte er sich über die Jahre gefragt, wieso man ihn nicht einfach akzeptieren konnte. Sicher, er war nicht der Begabteste Schüler und er war sicher auch nicht der klügste oder schönste unter ihnen, doch war es wirklich immer nur das was zählte? Wollte denn niemand mehr in das Innerste einer Person schauen um zu sehen was unter der körperlichen Hülle lag? War es nicht die Schönheit der Seele die sie zusammen führen sollte? Scheinbar nicht. Vielleicht war es aber auch nur der Schmerz, den die Welt so mit sich brachte, der sie abgestumpft hatte, weswegen so viele sich hinter Illusionen verbargen und das was wirklich zählte schon lange nicht mehr sahen.

No one bites back as hard
On their anger
None of my pain and woe
Can show through

Erst als die anderen Schüler zum Abendessen aufbrachen ließ Neville von seinen trüben Gedanken ab und erhob sich seufzend. So sehr er es manchmal auch verabscheute unter all diesen fröhlichen Schülern zu sein, die doch meist einfach nichts verstanden, so war es trotz allem besser beim Essen zu erscheinen. Zumal er an diesem Tag sowieso noch nicht sonderlich viel zu sich genommen hatte und sicher nicht hungrig ins Bett gehen wollte. Dementsprechend reihte er sich in die Massen ein, die zur Großen Halle wanderten. Immer noch hallte ihr fröhliches Lachen durch die Gänge und er versuchte sein Möglichstes es einfach zu ignorieren. Nichts dergleichen wollte er mehr hören und so war er umso erstaunter, als er mit einem mal ein entferntes, leises Schluchzen vernahm, dass immer lauter zu werden schien je näher sie ihrem Ziel kamen. Er konnte eine Dunkelheit fühlen, die ausbreitete und doch so anders war als alles was er bisher gefühlt hatte. Verwundert sah er sich um, bis er sie schließlich entdeckte. Die beiden Personen die ihm ähnlicher waren, als er es bisher zu hoffen gewagt hatte und auch wenn sie drei ein Unterschied wie Tag und Nacht waren, so gehörten sie doch irgendwie zueinander. Sie würden sich helfen aus ihrem Käfig auszubrechen, dessen war er sich sicher, als er ihnen in die Augen sah und sich ein Lächeln auf seinem Gesicht bildete. Ja, gemeinsam würden sie frei sein.

But my dreams they aren't as empty
As my conscience seems to be
I have hours, only lonely
My love is vengeance
That's never free

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Der leere Klassenraum war staubig, überall stapelten sich Stühle und Tische und es war eindeutig, dass dieser Raum schon seit sehr langer Zeit nicht mehr benutzt wurde. Die Dunkelheit sie sich durch die Hereinbrechende Nacht im Zimmer verteilt hatte ließ es fast gespenstisch wirken. Einzig die Person, die nun schon seit mehreren Stunden beinahe regungslos am Fenster saß und hinausstarrte, schien das nicht zu stören. Das Zimmer war kalt und ungemütlich, doch das interessierte den dunkelhaarigen Gryffindor nicht, als er seine Beine näher an sich zog und seinen Blick über die Ländereien Hogwarts gleiten ließ. Nur noch ein paar Tage und er würde zurück müssen. Zurück zu den Dursleys und erneut mehreren Wochen der Misshandlung über sich ergehen lassen. Wie viele hier dachten, dass er außerhalb von Hogwarts ein behütetes, fröhliches Leben hatte? Das er alles bekam, was er wollte. Geliebt und geachtet wurde? Egal wie viele es waren, sie würden niemals verstehen wie es ihm wirklich ging. Niemals würden sie sehen was wirklich hinter der Fassade lag. Sie würden wohl niemals wissen wie es war, wenn man jeden Tag aufs Neue als abnormal und unnütz bezeichnet wurde, lediglich als Bürde angesehen und zu nichts anderem Fähig als die Dienste einer Hauselfe zu übernehmen. Nein, dass würden sie niemals sehen. Und sie würden auch nicht sehen wie oft er am Liebsten alles hinter sich gelassen hätte, sich fallen lassen wollte und endlich seinen Frieden finden wollte. Wie oft hatte er sich schon absolut hilflos gefühlt und war sich sicher gewesen, dass er nicht mehr weiter gehen konnte? Viel zu oft. Aber trotz allem kämpfte er für sie. Kämpfte einen Kampf von dem er sich nicht einmal sicher war, ob er ihn überhaupt jemals gewinnen können würde. Aber immerhin war es seine Bestimmung, das war zumindest das was man ihm seit er in Hogwarts war immer wieder sagte. Er hatte also keine Wahl, oder?

No one knows what its like
To be mistreated, to be defeated
Behind blue eyes

Doch manchmal fragte Harry sich wirklich wieso er überhaupt noch tat was sie von ihm verlangten. Zu oft war er verraten und verlassen worden. Seine Verwandten hatten ihn immer gehasst, Todesser und die die es werden wollten trachteten nach seinem Leben und die die er angeblich schützen sollte, für die er kämpfen sollte egal ob er wollte oder nicht, wandten sich von ihm ab wann immer er nicht perfekt zu sein schien. Und dann? Irgendwann kamen sie zurück, offensichtlich schlauer, doch selbst in diesen Momenten drehten sie alles, so dass es doch wieder seine Schuld sein musste. Niemals kam eine ehrliche Entschuldigung über ihre Lippen. Niemals zeigten sie ihm, dass er nichts Falsches getan hatte. Stattdessen betrogen und belogen sie ihn ständig und er konnte doch nichts tun, als alles still über sich ergehen zu lassen. Niemandem auf dieser Welt konnte man trauen, dem war Harry sich sicher. Irgendwann wurde man immer betrogen und auch wenn einem versichert wurde, dass Freunde immer für ihn da sein würden war es doch im Endeffekt nicht wirklich so. Die Welt war kalt und grausam und trotz allem kämpfte er für die Freiheit unwissender, konnte sie nicht einfach im Stich lassen. Er konnte nicht wie Tom enden. Tom, der genau wie er gesehen hatte wie grausam die Welt sein konnte und sich eben jene Grausamkeit angeeignet hatte um sie weiter in der Welt zu verbreiten. Aber er, Harry, würde niemals sich dieser Kälte und Grausamkeit hingeben, denn er verabscheute sie mehr als alles andere. Immerhin war es das was sein Leben zerstörte.

No one knows how to say
That they're sorry and don't worry
I'm not telling lies

Seufzend befreite er sich aus seiner zusammengekauerten Position und verließ den Raum. Es war Zeit zum Abendessen in die Große Halle zu gehen. Und auch wenn er die falschen Lächeln und Worte nicht ertragen konnte, so wusste er doch, dass er nicht umher kommen würde zu erscheinen wenn er sich nicht weiteren Fragen unterziehen wollte. Also machte er sich widerwillig und weiter seinen Gedanken nachhängend zur Großen Halle. Doch irgendwie war etwas anders. Die Stimmen der Schüler die zum Abendessen eilten waren laut wie immer, doch mitten unter ihnen schien es ihm als würde er ruhige, ja fast verzweifelte Stimmen vernehmen. Verwirrt blinzelnd trat er aus dem Korridor hinaus in die Vorhalle und mit einem Mal schien alles still zu stehen. Auch wenn immer noch andere Schüler fröhlich schwatzend an ihm vorbeirauschten und durch die großen Doppeltüren in den Saal verschwanden bemerkte er sie kaum. Sein Blick haftete einfach an den beiden Jungen, die ihm plötzlich ins Auge gestochen waren. Verwundert blickte er von dem blonden zu dem braunhaarigen Jungen und wieder zurück und es war offensichtlich, dass es ihnen nicht anders erging. Er sah die Lächeln, die sich auf den Gesichtern der anderen Jungen bildeten und spürte wie sich seine Mundwinkel ebenfalls nach oben zogen. Und mit einem Mal schien alles klar. Sie hatten sich gesucht, sie hatten sich gefunden. Sie wussten, wie es sich anfühlte. Sie waren gleich.

But my dreams they aren't as empty
As my conscience seems to be
I have hours, only lonely
My love is vengeance
That's never free