Zeichen des Verrats
„Lo´rey! Hörst du mich? Ich habe es geschafft. Ich bin ab heute offiziell einer der Wissenschaftler dieses Hives! Ich…ich habe eine Uniform und ich kann heute schon anfangen!"
Der große Drohnenkrieger zuckte zusammen, sodass die metallene Panzerung an seiner Weste leicht schepperte. Er war im Schutze seiner Maske mal wieder eingeschlafen und die überschwängliche Stimme in seinem Geist hatte ihn unsanft aus seinen Träumen gerissen.
„Ah, mein kleiner Wraith! Es freut mich sehr für dich."
sendete der Soldat müde aber ernst gemeint zurück in Ma´thus Kopf. Er freute sich wirklich aus tiefstem Herzen für ihn, dennoch fühlte er im Inneren einen kleinen Stich. Er war ein wenig traurig darüber, dass seine Körperform ihn damals zur Drohne abgestempelt hatte. Er hatte nie eine Chance bekommen zu beweisen, dass er das Talent besaß, den Weg einzuschlagen den er sich für seine Zukunft gewünscht hätte. Schnell verflog der Gedanke allerdings wieder, der vor Ma´thus Geist absichtlich verborgen geblieben war. Stattdessen wurde sein Herz warm und er musste hinter der Maske grinsen, als ihm die Gedanken des blauäugigen Wraith dessen Freude nur so entgegensprudelten.
„Was tust du jetzt gerade?"
„Uns wurde eben Blut abgenommen. Daraus erstellen sie ein genaues DNA-Muster von mir und meinen Brüdern. Sie meinten, unser Muster wird später in die Scanner der Türen zu den wichtigen Bereichen des Schiffes eingespeichert. Ich denke auf diesem Weg komme ich später auch in die Labore"
Ma´thus Stimme war voller kindlicher Begeisterung und klang fast wieder wie die des Wraithlings, der er einmal gewesen war. Lo´rey verdrehte hinter der Maske die Augen.
So funktionierten also die verdammten Türen zu bestimmten Sektoren, die ihn nie eintreten ließen und die sich nur für die Höherrangigeren öffneten! Er war erneut mehr als dankbar dafür, dass er Ma´thu hatte, der ihm solche Dinge genauer erklärte. Und trotzdem kam er sich mal wieder unheimlich dumm vor, als er daran dachte.
Als sie sich einige Zeit unterhalten und für den Abend in Ma´thus Quartier verabredet hatten, begab sich der blauäugige Wraith genau dorthin, um seine Uniform anzulegen. Lo´rey aber gähnte fauchend und mit sich weitenden Gesichtsöffnungen hinter seiner Maske. Er stellte sich in der typischen Wächterhaltung mit dem geladenen Betäubungsgewehr in der linken Hand auf und schloss danach die Augen, um weiter zu schlafen.
Der junge Wraith mit den Opalaugen schlüpfte in seinem Zimmer angekommen in Windeseile aus seiner Lehrlingsuniform und das dunkle Leder glitt an ihm hinab wie laufendes Öl, bevor es zu Boden sank. Schnell bedeckte er die nun freiliegende, gleichmäßig milchweiße Haut seines Oberkörpers indem er seine neue Uniform anlegte. Vorsichtig befreite er sein langes Silberhaar aus dem neuen Kleidungsstück und trat vor den großen Spiegel, den er sich vor Kurzem in einer Ecke des Raumes aufgestellt hatte. Es war nun nichtmehr der Schüler, der ihm entgegensah sondern ein erwachsener Wraithforscher. Ein angesehenes Mitglied des Basisschiffes. Die nun langärmlige Uniform ließ seine Schultern breiter wirken, lag dafür an der Hüfte enger an und verlieh ihm eine stattlichere Figur als zuvor. Seine dunklen Hosen mit den schwarzen Schnallenstiefeln darunter blieben die alten. Ma´thu ertappte sich dabei, wie er mit hinter dem Rücken verschränkten Armen vor dem Spiegel posierte und sich überlegte, ob jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt war, sich allmählich einen Kinnbart wachsen zu lassen.
Nachdem die beiden Wissenschaftler allen Sieben die Blutproben entnommen hatten, hatten sie sich in einem Labor daran gemacht, daraus die DNA-Muster für die Türscanner zu erstellen. Als einer der Beiden die letzte Blutprobe unter dem Mikroskop betrachtet hatte, schüttelte er verwirrt den Kopf und seine gelben Augen weiteten sich. Erneut sah er durch die Linse. Es war nicht möglich! Das durfte nicht möglich sein! Ein Blick zu seinem „Zwilling" genügte und dieser beugte sich nun über das Mikroskop, nur um kurze Zeit später ebenso verwirrt dreinzuschauen wie sein Kollege. Seine grünliche Hand griff zu dem kleinen Ständer neben ihm auf dem Labortisch, um die Karnüle mit der seltsamen Blutprobe genauer zu betrachten. Langsam drehten seine klauenbesetzten Finger den kleinen Behälter mit dem schwärzlichen Blut, bis das Ettikett zu sehen war, auf dem der Name des Spenders stand.
Kleiner Schatten…
Lo´rey stand noch einige Zeit später bewegungslos und nur auf sein bodenlanges Betäubungsgewehr gestützt am Eingang zum Westflügel und war in einen traumreichen Schlaf versunken, als sich die Membrantür mit den dunkeln Nerven darin mit einem „Wushhhh" nach oben zog.
Das Geräusch weckte den Drohnenkrieger sofort und er fuhr blitzartig in seine gerade Haltung zurück, damit keiner sein unerlaubtes Schlummern bemerken würde. Einer der Kommandanten, groß gewachsen und mit wild zerzaustem Haar, sauste mit wutentbranntem Gesichtsausruck durch den nun offenen Eingang, gefolgt von einem Drohnenkrieger.
Sein Kopf fuhr zu Lo´rey und mit einem gezischten „Wir haben einen Notfall. Mitkommen!"
befahl er der Drohne, ihn zu begleiten. Ein Notfall? Wurden sie angegriffen? Lo´rey würde es wohl noch früh genug erfahren. Er stellt sich auf die linke Seite des Kommandanten, die noch frei war, und folgte dessen eiligem Schritt durch die dunklen Korridore. Doch als der hochrangige Wraith einen gewissen Weg eingeschlagen hatte und vor einer Tür zu einem Wohnraum den Befehl gab, stehen zu bleiben, wurde es unserem Krieger innerlich eiskalt – sie standen genau vor Ma´thus Quartier! Verzweifelt versuchte er, seinen jungen Wraith vorzuwarnen und sendete ihm einen schnellen Gedanken.
„Ma´thu! Es tut mir leid ich…"
weiter kam er allerdings nicht, da der Befehlshaber seine Hand über den Türscanner gleiten ließ und sich die Tür ruckartig öffnete. Mit demselben, wütenden Gesichtsausdruck, trat er ein und beide Drohnen folgten ihm. Seine giftigen Augen hefteten sich auf Ma´thu, der auf seiner Schlafstätte saß und den eintretenden Trupp erschrocken anstarrte. Er hatte sich kurz hingelegt und darauf gewartet, dass man ihn zur weiteren Ausbildung rufen würde, doch nun das! Warum war der Kommandant so sauer? Hatte er etwas Falsches getan? Was wollte ihm Lo´rey sagen, von dem er deutlich spüren konnte, dass er eine der beiden Drohnen hinter dem hochrangigen Wraith war?
Der Kommandant fackelte nicht lange.
„Die Königin möchte dich sehen." zischte er in Ma´thus Richtung und mit einem Rucken seines Kopfes in dessen Richtung befahl er seinen Wächtern hinter ihm: „Bringt ihn fort!"
Die blau leuchtenden Augen des jungen Wissenschaftlers weiteten sich.
„Was ist mein Vergehen? Ich habe nichts getan!"
Keine Antwort.
„Lo´rey! Was geht hier vor?"
drang es in den Geist des Kriegers.
Er aber wusste es selbst nicht. Er war innerlich wie taub vor Schreck und wusste einen Moment nicht, was er tun sollte. Dann aber atmete er tief durch. Als sein Drohnenbruder Ma´thus rechten Arm schmerzhaft auf den Rücken drehte sodass dieser einen gequälten Laut von sich gab, stellte sich auch Lo´rey neben den blauäugigen Wraith und packte ihn an seinem anderen Arm, wenn auch nicht mit allzu viel Gewalt.
„Lo´rey?"
„Ma´thu es tut mir leid. Ich möchte das nicht tun. Aber vorerst muss ich gehorchen. Wir wissen nicht einmal, was dir vorgeworfen wird."
Da hatte der Drohnenkrieger Recht, dass wusste Ma´thu. Sie wussten nicht, was ihm vorgeworfen wurde. Und würde Lo´rey sich jetzt auflehnen, würde auch er abgeführt werden und dies machte es nur noch schlimmer, da er selbst dann niemanden mehr hatte, der im Hintergrund im Stande war, für ihn seine Fäden zu ziehen. Langsam senkte er seinen Blick und ergab sich seinem Schicksal, als er den Kommandanten unfreiwillig in Richtung der Gemächer der Königin begleitete. Die Wraith, die ihnen im dunklen, nebligen Korridor entgegen kamen, blieben mit ihren gelben Blicken neugierig an ihnen kleben und legten den Kopf schräg.
„So… das ist er also."
zischte die Königin, nachdem der kleine Trupp den Thronsaal erreicht hatte. Ma´thu, der von Lo´reys Drohnenbruder an der Schulter auf die Knie gezwungen wurde, hatte sich nie zu träumen gewagt, den Thronsaal mal von innen zu sehen – und schon gar nicht wegen solch einem Grund! Groß war er, mit einem mächtigen Thron, der aus dunkelgrauem Stahl bestand und dessen Lehne oben abgerundet war. Der Saal war dunkel wie der Rest des Schiffes. Nur ein kleines, weißes Licht schien von oben herab und hinterließ im Gesicht der Königin gespenstische Schatten, aus der ihre Schlangenaugen hervorfunkelten wie zwei gelbe Kristalle. Sie stand direkt vor dem knienden Ma´thu, der es kaum wagte, sie anzusehen. Genau so hatte sie vor wenigen Tagen vor ihm gestanden. Eine grazile Schönheit, die allerdings mächtiger und gefährlicher war als alle Wraith des ganzen Schiffes zusammen. Ihr weißes Haar war anders geflochten als die Tage zuvor und sie trug dasselbe Gewand, wenn auch diesmal aus hellgrauem Leder. Auch der Ausdruck ihres Gesichtes hatte sich verändert:
Sie verzog zwar nicht das Gesicht zu einer wütenden Grimasse wie die des Kommanders, dennoch konnte man an ihren Augen ablesen, dass sie großen Zorn verspürte. Die feinen Adern in ihrer weißgrünen Gesichtshaut schienen noch dunkler als sonst.
Die Königin trat jetzt noch näher an Ma´thu heran, sodass er das raschelnde Leder ihres Kleides genau vor seinen Augen hatte.
„Ich kümmere mich um ihn!"
herrschte sie die Drohne und Lo´rey neben ihr an und beide verzogen sich rechts und links vor die Innenseite des großen Eingangstores. Nun stand nur noch der Kommandant neben Ma´thu und blickte mit deutlicher Zornesfalte auf der Stirn auf ihn herab. Der Wraith mit den Opalaugen hatte zwar nicht die Absicht gehabt, sich von seinen Knien zu erheben, aber es wäre ihm auch so unmöglich gewesen. Er spürte deutlich, wie der mächtige Geist der Königin dem seinen befahl, sich nicht zu rühren und er konnte sich dem nicht widersetzen.
Der große Drohnenkrieger bebte unter seiner Rüstung und der grauen Maske. Was würde geschehen? Was hatte der blauäugige Wraith getan? Und was noch viel schlimmer war, war die Hilflosigkeit, die er in sich spürte. Er sah sich um. Im Thronsaal waren außer ihm und seinem Bruder noch weitere 6 Drohnen, die jeweils in Dreiergruppen rechts und links an den Wänden Wache hielten. Zusammen mit der Königin und dem Kommandanten sah er für Ma´thu und sich keinerlei Chance, aus dieser Situation lebend herauszukommen. Er hatte es schon öfters gesagt: Was mit seinem Leben geschah, war ihm egal. Würde die Königin seinen „kleinen" Wraith zu irgendetwas für schuldig bekennen und Anstalten machen, sich an ihm zu nähren bis er sterben würde, würde auch er seine Vernunft vergessen und eingreifen.
„Zwei meiner Wissenschaftler haben mir zugetragen, dass im Bezug auf dich etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Du weißt sicher worum es geht. Noch ist Zeit zu gestehen."
rasselte ihre Vipernstimme. Obwohl ihre „Hauptstimme" emotionslos blieb, spiegelte sich in ihren dunkleren Untertönen deutlich der Zorn wieder.
„I…ich habe nichts zu gestehen, meine Königin."
Ihr tödlicher Blick blieb an ihm haften, während er den seinen auf den Boden zu ihren Füßen sinken ließ. Die drei kürzeren Strähnen hingen ihm vor der Stirn hinab und versteckten sein Gesicht vor der Herrscherin.
„So. Stur bis zum Ende. Du gestehst also nicht, dass du mit den Menschen aus Atlantis unter einer Decke steckst, Spion?"
zischte sie und Ma´thu wurde starr vor Schreck. Menschen aus Atlantis? Er hatte nochnie etwas von ihnen gehört! Oder waren es diejenigen, die damals die Wächterkönigin getötet hatten? Waren sie damit gemeint? Der blauäugige Wraith war innerlich wie eingefroren.
„Ich stecke unter niemandes Decke. Ich bin auch kein Spion. Ich verstehe nicht, wie ihr darauf kommt, meine Königin…"
„Das Ergebnis deiner DNA-Analyse!"
fuhr sie ihm dazwischen, und die Töne ihrer Stimme überschlugen sich.
„Es wurde festgestellt, dass du zu einem zu großen Teil menschlich bist! Ein solch hoher Prozentsatz ist bei einem Wraith unmöglich!"
Lo´rey zuckte unter seiner Rüstung zusammen und ebenso Ma´thu. Die Hand der Königin fuhr langsam zu seinem Gesicht herab, ihre Haut berührte ihn wie pures Eis an seiner Wange und zwang sein Gesicht nach oben. Sie sah ihm nun direkt in die Augen und er konnte nicht dagegen ankämpfen, obgleich es ihm sehr unangenehm war und ihm Angst machte. Er musste sie ansehen. Sie zwang ihn dazu!
„Ich hätte es gleich wissen müssen. Kein Wraith hat solche Augen! Sie haben eine menschliche Farbe! Es widert mich an. Ich habe unmöglich ein Kind das zur Hälfte nichts weiter ist als ein Nutztier! Ich weiß nicht wie die Menschen es geschafft haben, einen Hybriden wie dich hier auf mein Schiff zu schmuggeln, aber so werden sie nie an unsere Geheimnisse gelangen. Ich lasse nicht zu, dass du zu ihnen zurückkehrst um ihnen alles zu berichten was hier geschieht!"
Ma´thu hatte das Gefühl, das seine sowieso schon weiße Haut noch bleicher wurde. Er wusste beim besten Willen nicht, wovon sie sprach! Er war wie jeder andere aus IHREN Eiern geschlüpft. Er kannte keine Menschen aus Atlantis, hatte keinen Kontakt zu ihnen und wusste nichtmal, wie dieses „Atlantis" aussehen sollte geschweige denn, dass er dahin zurückkehren würde!
„Meine Königin, ich schwöre, dass ich keiner von ihnen bin! Ich habe nicht vor, dieses Schiff zu verlassen um euch zu verraten!"
seine Stimme zitterte und in Lo´rey heulte ein tiefer Schmerz auf. Das konnte nicht wahr sein! Es war ihm egal, ob Ma´thu zu solch großem Teil ein Mensch war, aber er war kein Verräter!
„Schweig!"
stoppte die Königin den jungen Wraith der vor ihr kniete und starrte ihm weiter unverfroren ins Gesicht, ihre nadelspitzen Zähne bleckend. Als sie die Angst in Ma´thu spüren konnte, sprach sie weiter:
„Keine Sorge. Ich werde dich nicht töten."
Ihre Augen weiteten sich böse.
„Das wird dein Körper selbst für dich tun!"
Und plötzlich, wie ein heranbrausender Tornado, wirbelte der Kommandant an der Seite des Blauäugigen herum. Von der Seite konnte Ma´thu nur noch ein kurzes Aufblitzen von etwas metallischem in seiner Hand erkennen. Es ging alles so schnell, dass Lo´rey, der nur den Rücken des Kommandanten und seines kleinen Wraith im Augen gehabt hatte, nicht schnell genug gesehen hatte, was dort vor sich ging. Nun, da er es bemerkte, war er starr vor Schreck, als bestünden seine Knochen aus eiskaltem Stahl. „Ich bin Schuld…das ist alles meine Schuld!" hämmerte es ihm schmerzvoll durch seinen Schädel.
Der Kommandant grinste wölfisch, als er den langen Säbel langsam zu seiner Seite senkte. Ma´thu war so geschockt, dass er zuerst gar nicht merkte, was geschehen war und auch kaum Schmerz verspürte, der ihm hätte aufzeigen können, was der Wraithkommandant ihm angetan hatte. Dann aber blieben seine Blicke an der blutverschmierten Klinge haften. Mit einem Horror in sich traute er sich langsam, an sich selbst herabzusehen. Und dann merkte er, was geschehen war! An der Stelle, wo sonst seine rechte Hand saß, war nun nur noch ein blutiger Stumpf, der ironischerweise bereits wieder zu heilen anfing. Seine Hand lag mit dem Nährorgan nach oben in einer Blutlache auf dem schwarzen Stahlboden und zuckte und krampfte mit den Fingern, als hätte sie ein Eigenleben. Der Kehle des jungen Wraith entfuhr ein entsetzlicher, fast tierischer Schrei, der noch weit in die Tiefen des Schiffes hallte. Rasende Angst, Anspannung und Hoffnungslosigkeit machte sich in seiner Seele breit. Die Königin hatte ihn nicht getötet, dennoch bedeutete dies seinen Tod. Er würde unweigerlich verhungern. Es gab keinen Ausweg mehr für ihn!
Alle Muskeln von Lo´rey waren angespannt und zum Angriff bereit. Die Königin hatte Ma´thu zum Tode verurteilt und am liebsten wollte er sie dafür zahlen lassen, sie mit ins Grab nehmen, sie, die Königin, der er seit Jahrzehnten treu ergeben gewesen war! Noch als er sich den günstigsten Zeitpunkt für seinen selbstmörderischen Angriff aussuchte, sah er die Königin um seinen Ma´thu herumschlendern und sah, wie sie mit ihren hohen Absätzen die zuckende Hand zertrat. Sie grinste bösartig mit spitzer Zahnreihe.
„Weißt du, es wäre leicht dich zu töten. Aber es ist um Einiges wirkungsvoller Verräter für ihre Taten leiden zu lassen! Sie haben sich ausgesucht, einen Wraithhybriden als Spion einzusetzen. Was für sie ein Vorteil war, damit wir den Verrat nicht erkennen, ist für dich nun ein Nachteil! Denn du sollst nun an der größten Schwäche der Wraith zugrunde gehen… den Schmerzen des Hungers! Du wirst keine Möglichkeit haben, mit deinen Leuten Kontakt aufzunehmen. Dein Quartier wird soeben durchsucht. Du wirst dich im Schiff unter Bewachung weiterhin frei bewegen dürfen. Als Verräter unter den Augen deiner Brüder und solange, bis die Natur ihren Beitrag leistet und du an deinem Hunger krepierst!"
Es war untypisch für einen Wraith, aber hinter der Maske traten der großen Drohne die Tränen in die Augen. Langsam entspannten sich seine Muskeln wieder. Nein. Er würde nicht angreifen. Auch wenn es in diesem Moment wie Verrat an seinem geliebten Ma´thu aussah, der in Gedanken immer wieder panisch nach ihm rief, was seiner Seele Schmerzen bereitete. Er musste verdeckt bleiben, dies wurde ihm nun umso mehr bewusst. Er wusste noch nicht genau wie, aber er würde Ma´thu irgendwie aus seiner Lage heraushelfen, koste es, was es wolle!
