Kapitel 4
Er sah sich selbst: Eingesperrt, verzweifelt, schreiend…
Dunkelheit umgab ihn, die das Gefühl der Panik in ihm noch verstärkte. Er musste hier rauskommen… irgendwie…
Warum half ihm denn niemand?
Sam schreckte hoch. Einige Sekunden lang war er komplett orientierungslos. Nicht wissend, wo er war, blickte er sich erschrocken um, fürchtend, er könnte zurückfallen in seinen Traum.
Dean saß nach wie vor neben ihm am Steuer. Da es immer noch stockfinster war, konnte er nicht lange geschlafen haben. Langsam beruhigte sich sein Herzschlag und seine Atmung wurde langsamer, doch noch immer bedeckte ein leichter Schweißfilm seine Haut.
Dean warf ihm einen Blick zu.
„Alles in Ordnung?" Sorge schwang in seiner Stimme mit, Mitgefühl, Liebe…
„Jaaah, alles okay." Sam versuchte, möglichst lässig zu klingen, obwohl er sich noch immer zittrig fühlte.
„Wo willst du eigentlich hin? Hat hier irgendwo in der Gegend ein Heim für ungeliebte Verwandte aufgemacht?"
„Sam …"
„Vergiß es."
Sams Satz hatte lustig klingen sollen, aber stattdessen waren bittere und anklagende Worte aus seinem Mund gekommen. Sam biß sich auf die Unterlippe und sah wieder zum Fenster hinaus.
Dean schwieg einige Sekunden und räusperte sich dann leise.
„Wir sind in fünf Minuten da und nein, Sam, kein Heim …"
Sam erkannte das Ziel ihrer Fahrt etwa zwei Minuten später. Kurz schloß er die Augen.
Bobby… Dean fuhr zu Bobby… Wollten sie jetzt zu zweit auf ihm rumhacken, auf ihn einreden? Nein, darauf würde er sich nicht einlassen!
Er tat das Richtige und wenn Dean und Bobby zu engstirnig waren, um das einzusehen, würden sich ihre Wege eben trennen. Auch wenn es Sam all seine Kraft kosten würde, das durchzustehen, er würde es schaffen!
Dean bog in die schmale Auffahrt zu Bobbys Schrottplatz ein und hielt wenige Sekunden später vor dem so gut vertrauten Haus.
Dean zögerte keinen Moment und war schon aus dem Impala ausgestiegen, bevor Sam auch nur den Mund aufmachen konnte, um etwas zu sagen.
Sam seufzte tief und folgte dann seinem Bruder ins Haus des väterlichen Freundes. Er schloß die Tür hinter sich und ging in die Küche, in der er die beiden vermutete. Tatsächlich saß Bobby am Küchentisch.
„Hallo Sam." Anspannung schwang in Bobbys Stimme mit und einen kurzen Moment fragte sich Sam, warum dies so war und wo Dean so schnell hingegangen war.
Dann fühlte er mehr, als dass er es hörte, eine Bewegung hinter ihm und alles wurde schwarz.
