Autor:shine21

Disclaimer: Wie immer alles gehört Clamp und Rainer Kaufmann(oder besser dem Drehbuchautor )
Rating: Naja nichts besonderes. Das Thema an sich ist vielleicht nicht für Kinder geeignet. Aber hier sind ja alle alt genug dafür :-)

Kapitel 2

"Neue Freundschaft..." oder "Augen, die mir den Verstand rauben..."

Der Morgen graute und die ersten Sonnenstrahlen gaben sich zwischen den Wipfeln der Bäume zu erkennen.
Ein Jogger auf seiner morgendlichen Route blieb plötzlich stehen, als er etwas schwarzes auf dem Boden liegen sah. Er ging dorthin und bückte sich danach, es stellte sich heraus, dass es sich um eine schwarze Brieftasche handelte.
In einiger Entfernung sah er noch etwas auf der Wiese liegen, etwas größeres und längeres. Vorsichtig und mit einer leisen Vorahnung ging er dorthin. Seine Augen weiteten sich vor Entsetzen und er schlug seine Hand auf den Mund.

Kurze Zeit später war diese Stelle des Parks umzäunt von gelben Bändern und Polizisten, die den Tatort absicherten. Auch Schaulustige kamen und wollten einen Blick, desjenigen erhaschen, um den es dort zu gehen schien.

"Was kannst du über die Leiche sagen, Kigai?"

Der Angesprochene holte einen kleinen Notizblock aus seiner Jackentasche und begann.

"Nun, es handelt sich hier um Subaru Sumeragi, 17 Jahre alt. Ein Stricher, der bevorzugt im Shinjiku Viertel zu sehen war. Er wurde erwürgt, wahrscheinlich an Ort und Stelle. Es wird aber noch untersucht, ob der Mord woanders stattfand. Es war wahrscheinlich das Übliche. Irgendein Verrückter, dem die Sicherung durchgebrannt ist, oder es geht um Erpressung, es wurde eine Brieftasche gefunden und es wird angenommen, dass diese entweder vom Opfer entwendet oder vom Täter verloren wurde. Letzteres ist das Wahrscheinlichste, da die Brieftasche einige Meter vom Opfer gefunden wurde."

Der Inspektor ging zur Leiche sah sie sich an und ging wieder zu dem Polizisten.

"Gibt es einen Namen?"

"Ja, den haben wir. Seiishirou Shiro...verheiratet."

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"Mum, was ist denn vor unserem Haus los?", fragte Kamui seine Mutter, mit der er gerade vom Einkaufen kam.

Das Haus der Shiros wurde von Polizei, Presse und Schaulustigen belagert.
Kamui ging mit seiner Mutter zu einem Polizisten, der sich an seinem Auto neben dem Zaun des Hauses befand.

"Bitte, können Sie mir sagen, was hier los ist?"

Der Polizist winkte nur ab und wollte Mrs. Shiro hinter die Begrenzung führen. Diese blieb jedoch hartnäckig.

"Ich wohne hier. Ich und mein Sohn haben ein Recht zu erfahren was hier los ist!"

"Oh, Mrs. Shiro, nun das ist natürlich etwas ganz anderes. Bitte kommen Sie mit mir."

Im Inneren des Hauses, befanden sich vier Herren. Zwei von ihnen untersuchten das Haus, während die anderen zwei neben Mr. Shiro standen und ihn befragten. Diese zwei Personen hielten inne als sie Kamui und seine Mutter sahen.
Auch Mr. Shiro blickte mit einer unwissenden Miene auf seine Frau und seinen Sohn.

Der Polizist, der Kamui und seine Mutter hineinbrachte, ging zu dem etwas älteren Polizist, der neben Kamuis Vater stand und klärte ihn auf. Daraufhin verabschiedete er sich von den Anwesenden und ging wieder hinaus.

"Guten Tag, mein Name ist Hiwatari, Inspektor Hiwatari. Sie sind also Mrs. Shiro und das muss ihr Sohn sein. " Er deutete auf Kamui und fuhr fort.

"Ihr Mann steht in einem Mordfall, der gestern Nacht stattgefunden hatte unter dringendem Tatverdacht." Er stellte sich nun wieder vor Kamuis Vater.

"Besitzen Sie eine schwarze Brieftasche?" Als ein Nicken zurückkam, hielt er ihm eben diese vor.

"Handelt es sich bei dieser hier um ihre?"

Der Angesprochene sah auf die schwarze Brieftasche, die der Inspektor im entgegenhielt und nickte abermals.

"Ja, das ist meine Brieftasche, sie wurde mir gestern Abend gestohlen."

Der Inspektor schüttelte nur ungläubig den Kopf.

"Halten sie denn immer noch an ihrer Aussage fest?"

"Ich halte daran fest. Ich habe gestern einen Jugendlichen im Auto mitgenommen, der zu Bahnhof wollte. Er muss mir die Brieftasche im Auto entwendet haben...mehr weiß ich auch nicht."

Inspektor Hiwatari holte zwei Beamte zu sich und wies sie an Mr. Shiro festzunehmen.

"Unter den uns neu vorliegenden Beweismitteln, habe ich leider keine andere Wahl. Seiishiro Shiro hiermit sind sie vorläufig festgenommen. Sie stehen unter dringenden Tatverdacht im Mordfall Subaru Sumeragi. Sie haben das Recht zu schweigen..."

Kamui hörte schon nicht mehr darauf, dass der Inspektor seinem Vater dessen Rechte aufzählte. Er sah nur noch wie die Tür aufgemacht wurde, seine Mutter hinter den Polizisten aufgelöst hinterher lief und er ihr folgte. Als sie draußen waren, standen dort schon Presse und Reporter, die ihn und seine Eltern mit Fragen überhäuften. Plötzlich erschien ein großer wohlbeleibter Mann, Mitte fünfzig neben seinem Vater. Unbehelligt von der Polizei, fasste er ihn an dessen Kragen.

"Sie haben meinen Sohn umgebracht.Hoffentlich kriegen sie was sie verdienen..."

Bevor noch etwas sagen konnte, rissen ihn die Beamten von Mr. Shiro weg. Dieser stieg in den Polizeiwagen ein und sah nochmal zu seiner Frau und seinem Sohn. Mrs. Shiro ging zu ihm ans Fenster und rief ihm noch etwas zu.

"Alles wird wieder gut, Seiishirou. Wir finden schon raus was los ist..."

Dann fuhr der Wagen los und Kamui stand mit seiner Mutter umringt von Presse und Reportern auf dem Rasen und sah ihm hinterher.

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In der Schule...

"Kamui! Hey Kumpel gehts dir gut?"

Kamui, der gerade mit Kotori auf dem Schulgelände ankam und sein Fahrrad abstellte, drehte sich um und schaute direkt in das besorgte Gesicht seines besten Freundes, Sorata.

"Ja mir gehts bestens. Mein Vater ist im Knast und meine Mutter denkt immer noch, dass alles wieder wie früher wird...aber im Großen und Ganzen ist alles Ok.", gab er sarkastisch zurück und ging an Kotori vorbei ins Schulgebäude.

"Sorry, für die bescheuerte Frage, hey es wird alles wieder gut."

/Das sagen alle.../

"Ist schon Ok. Ich bin nen bisschen gereizt..."

Als sie vor dem Klassenraum standen, sammelten sich davor schon eine Reihe Schüler an, an deren Spitze ein großgewachsener Junge in Kamuis Alter stand.

"Na Shiro, wir wussten ja schon immer. Es kommt sogar in den besten Familien vor..."

/Einfach ignorieren.../

"Dein Vater hat der Gesellschaft nur einen Gefallen getan, indem er diesen kleinen..."

Doch weiterreden konnte er nicht, da hatte ihm Kamui auch schon einen Kinnhacken verpasst. Beide Jungen gingen aufeinander los und eine Prügelei begann um sie herum sammelt sich Jugendliche, die ihnen ihre Begeisterung zuriefen. Bis ein Lehrer kam und Kamui von dem größeren Jungen wegzog.

Sie sahen sich weiterhin hasserfüllt an. Kotori ging zu Kamui und legte ihm eine Hand auf seine Schulter und versuchte ihn zu beruhigen.

"Kamui, beruhige dich...ignorier ihn einfach."

"Ja Kumpel, du solltest es einfach mal ruhig angehen lassen..."

Kamui sah die beiden nur mit Unverständnis an.

"Was wisst ihr schon..."

"Kamui, wir können nachher ja wieder zusammen nach Hause gehen. Na wie wär's?",
sagte Kotori und wollte ihn an der Hand nehmen.

Er schüttelte nur ausdruckslos den Kopf und ging an seinen Freunden vorbei in den Klassenraum.

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"Beeil dich Kamui und ein bisschen mehr Anteilnahme..."

/Sie kann froh sein, dass ich überhaupt mitgekommen bin.../

Kamuis Mutter blieb vor einem großen Gebäudekomplex stehen und wartete auf ihren Sohn, der kurz davor stehen blieb.

"Dein Vater braucht uns jetzt. Uns beide..."

Er erwiderte nichts darauf und ging vorbei an seiner Mutter in das Gebäude.

Unzählige Räume und Beamte später, kamen sie in einen Raum indem Kamuis Vater unter der Aufsicht zweier Polizisten saß und auf sie wartete.
Er stand auf und begrüßte seine Familie.

"Karen, schön das du gekommen bist. Kamui du..."

Kamui stellte sich demonstrativ von seinem Vater weg und sah ihn nur kalt an. Sein Vater sah ihn nur irritiert an und wandte sich wieder seiner Frau zu.

"Ist alles in Ordnung bei euch?"

Sie lächelte ihn an und nahm seine Hände in ihre.

"Mach die um uns keine Sorgen...du kommst hier wieder raus. Bitte erzähle mir was passiert ist...Seiishirou."

Er neigte seinen Kopf und hielt ihre Hände fest umschlossen.

"Es war nichts besonderes. Ich kam von der Arbeit und fuhr gerade nach Hause als ich einen Jungen am Wegrand sah, der eine Mitfahrgelegenheit suchte. Ich nahm ihn mit und fragte ihn wo er hin wolle. Er sagte, dass er zum Bahnhof müsse...so nahm alles seinen Lauf. Ich habe ihn am Bahnhof abgesetzt und bin nach Hause gefahren. Als ich da war fiel mir auf, dass meine Brieftasche weg war. Er hat sie mir wohl geklaut, als wir im Auto waren. Am nächsten Tag wollte ich eine Anzeige machen. Mehr war da nicht. Karen du musst mir glauben."

Seine Frau sah ihn an und nickte.

"Natürlich glaube ich dir. Was hättest du auch sonst von ihm gewollt. Wir schaffen das schon. Es wird sich alles zu Guten wenden." Sie sah ihren Sohn an.

Kamui jedoch drohte fast zu platzen. Er sah seinen Vater wütend an.

"Ihr habt doch keine Ahnung. In einer solchen Gegend einen Jugendlichen mitzunehmen...bedeutet weit mehr als nur..."

Er hielt inne, riss die Tür auf und stürmte ohne ein weiteres Wort zu sagen nach draußen.

Am späten Abend im Shinjiku Viertel...

"Hey Kleiner, bist'e neu hier? Ich hab' dich noch nie hier gesehen..."

Kamui schreckte hoch und schaute in das Gesicht eines Jungen, der ihn neugierig musterte. Gerade als er etwas darauf erwidern wollte, stellte sich ein anderer etwas älterer Junge zwischen die beiden.

"Shin, lass ihn in Ruhe und kümmere dich um deine Freier..."

Ein großer, älterer Junge stand vor ihm und musterte Kamui eindringlich.

"Hey du musst aufpassen...das is' nicht gerade ein freundliches Pflaster. Wie alt bist du denn? Mein Name ist übrigens Josh"

"Ähem mein Name ist Kamui...ich bin sechzehn...und erst seit kurzem in Tokio. Ich weiß nicht..."

Der Junge sah ihn nur ernst an.

"Mhmm, du siehst gut aus und bist jung...wenn du deinen Arsch nicht unter Wert verkaufen willst, solltest du zum Rattennest, dort sind die besten Kunden..."

Als er Kamuis verwunderten Gesichtsausdruck sah lachte er.

"Der Platz heißt so, weil die Freier dort wie die Ratten sind, in genauso großer Anzahl. Du gehst über die Brücke und dann rechts...dann siehst du sie schon."

Er klopfte ihm freundschaftlich auf die Schultern und machte sich wieder an seine Arbeit.

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Kamui machte wie im gesagt wurde und ging über die große Brücke. An deren Ende sah er schon, das was den Namen diese Teils des Shinjiku Viertels ausmachte. Überall waren ältere Männer, die auf ein Erlebnis mit den jungen Strichern aus waren. Einige schienen sich schon zu kennen und häufiger dort zu sein. Sie standen dort und unterhielten sich angeregt miteinander.

Er ging auf einen der Stricher zu, der sich gerade eine Zigarette geschnorrt hatte. Dieser sah gut aus, kurze braune Haare und leuchtend grüne Augen.
Jedoch fiel Kamui auf, dass er sehr unruhig und hibbelig wirkte...
Als er genauer hinsah erkannte er einen glasigen Ausdruck in dessen Augen.

"Hallo mein Name ist Kamui. Ich..."

Er konnte sich nicht zuende vorstellen, da hatte ihm der Junge schon das Wort abgeschnitten.

"Hast'e mal Feuer?"

Kamui schüttelte irritiert den Kopf.

"Auch gut. Is' sowieso ungesund. Kamui was? Na..."

Der Junge ging um ihn herum und schaute sich Kamui an.

"Siehst sehr gut aus...hast bestimmt viel zu tun. Ich bin Dadrian. Wie alt biste eigentlich?"

"I...Ich bin 16 und neu hier..."

Dadrian ging auf Kamui zu und klopfte ihn auf die Schultern.

"Oh, ein Neuling also..."

"Sag mal kennst du einen Su..."

Gerade als er weitersprechen wollte ging Dadrian zu einem älteren Herren und schien Kamui vergessen zu haben. Er drehte sich dennoch nochmal zu Kamui um und winkte.

"Wir sehen uns, Kleiner..."

Dann war er auch schon mit dem Mann in einer der Seitenstraße verschwunden.

Kamui entschied sich, dass es wohl das Beste wäre morgen wieder hierher zu kommen. In Dadrian sah er eine reelle Chance etwas über Subaru Sumeragi herauszufinden und somit etwas über dessen Tod. Er machte sich auf den Rückweg, beachtete nicht die Männer die ihm neugierige Blicke zuwarfen und auch nicht die Jungen, die ihm eifersüchtig hinterher sahen.

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Der nächste Abend und neue Bekanntschaften...

Wieder ging Kamui, wie schon am Vorabend die Brücke entlang, bog rechts ab und fand sich auf dem Platz, den man im Volksmund nur 'das Rattennest' kannte.
Er schaute sich um und fand den nach dem er suchte, Dadrian. Dieser stand etwas wacklig neben einer Litfasssäule und stützte sich neben dieser ab. Kamui ging auf ihn zu und setzte zu einer Begrüßung an.

"Hallo..."

Dadrian schaute desinteressiert auf.

"Was willste? Wer biste eigentlich...?"

Verwundert zog Kamui seine Hand wieder zurück, die er ihm als Begrüßung entgegen gestreckt hatte.

"Hmm...ich bin Kamui. Der Neue...von gestern?"

Dadrian stieß sich von der Litfasssäule ab und ging zu ihm. Sah sich Kamui richtig an, lachte und knuffte ihn in die Seite.

"Ach ja, Kamui! Der süße Schönling. Seit wann biste denn in der Gegend?"

"Ich bin erst seit einer Woche in Tokio...und da ich von dem Mord gehört habe..."

Dadrians Miene wurde schlagartig ernster.

"Ach ja, der arme Subaru. Hat's wohl nen bisschen übertrieben. Da hat ihm sein schönes Gesicht auch nicht mehr helfen können. Is' ne gefährliche Arbeit..."

Er nahm Kamui bei der Hand und zog ihn die Straße entlang zu einer Bar.

"Komm' ich führ' dich nen bisschen rum."

Sie gingen in die Bar hinein und setzten sich auf zwei Barhocker.
Kamui sah sich um und erkannte hier dieselbe Situation, wie auf der Straße. Lauter Männer und Stricher, die sich entweder unterhielten oder auf die Toilette verschwanden.

"Hey Dadrian, wen hast du denn da hübsches aufgegabelt?"

Ein großgewachsener Junge, etwa 18 Jahre alt, mit blonden mittellangen Haaren und grüngrauen Augen, stand hinter dem Tresen und grinste Kamui an.

"Oh, das ist Kamui. Er ist neu hier. Ich führe ihn nen bisschen rum und pass' auf ihn auf..."

Dadrian stand auf und stellte Kamui den Jungen übertrieben vor.

"Kamui, das ist der äußerst beliebte, gutaussehende und charmante Kouji Nakamura. "

Kouji haute Dadrian sanft mit einer Hand auf den Hinterkopf.

"Trottel..."

Dann wandte er sich wieder Kamui zu.

"Du musst aufpassen...alleine würde ich nirgends hingehen, das kann ein böses Erwachen geben..."

"So wie bei diesem Subaru?"

Bei dem Erwähnen dieses Namens veränderte sich der Blick Kouji's kurzzeitig in einen aus Sehnsucht und Trauer. Dann wurde ernst und schlug mit der flachen Hand auf den Tresen.

"Woher kennst du ihn?"

Kamui winkte nur ab und sah ihn unschuldig und etwas verängstigt an.

"Ich habe davon in der Zeitung gelesen...außerdem denke ich man sollte darüber bescheid wissen...sonst ist man bald der Nächste."

Kouji beruhigte sich und wurde traurig.

"Ich weiß, diese Irren. Er hat es nicht verdient so zu sterben...", sagte er nachdenklich und stützte sich auf den Tresen.

"Hast du ihn gekannt?"

Kouji schaute auf und nickte.

"Subaru? Ja ich habe ihn gekannt. Wir waren Freunde"

"Wenn nicht sogar mehr...", fügte er flüsternd hinzu.

Dadrian, der zuvor bei einem Kunden war und diesem 'Gesellschaft' geleistet hatte, kam wieder und nahm Kamuis Arm.

"Komm' wir gehen wieder. Ich hab' noch was dringendes zu erledigen...", damit verabschiedeten sie sich von Kouji und verließen die Bar.

Draußen angekommen sahen sie gerade noch wie ein älterer Mann vielleicht Ende zwanzig oder Anfang dreißig lautstark mit jemandem sprach.

"Merk' dir eines ganz gut ich kann zwei Dinge auf den Tod nicht ausstehen. 1.Wenn man unpünktlich ist und 2. Wenn man meinem Süßen ohne meine Erlaubnis anmacht...Verstanden? Du hast soeben gegen das Zweite verstoßen..."

Er nahm ihn am Kragen und schmiss ihn in eine Ecke, dann wandte er sich einem anderen Jungen zu, der in der neben Kamui stand. Dieser hatte ihn gerade bemerkt und drehte sich um. Kamui wusste einen Moment lang nicht wie ihm geschah. Die Blicke der beiden trafen sich nur kurz, dennoch intensiv.

"Fuuma! Komm' endlich..."

/Fuuma.../

Er war sehr groß, etwa genauso groß wie der, der ihn gerufen hatte. Sein schwarzes Haar fiel ihm teilweise in sein Gesicht, seine rotbraunen Augen sahen Kamui einen Moment lang überrascht und liebevoll an, bevor er ohne etwas zu sagen an ihm vorbei zu seinem 'Freund' ging.

/Was für wunderschöne Augen/

Kamui sah ihm hinterher. Der Mann von vorhin, zog Fuuma zu sich und küsste ihn, danach schubste er ihn in das Auto. Dadrian sah das wachsende Interesse Kamui's an Fuuma und nahm ihn beiseite.

"Das ist Seishiro Sakurazuka. Er ist der mächtigste hier im Shinjiku Viertel. Der Junge eben war Fuuma Monou, er ist sozusagen sein 'Besitz'. Halte dich lieber von ihm fern...", damit ging er direkt auf Seishiro zu und blieb vor ihm stehen.

Überaus freundlich und mit einem flehenden Unterton fragte er ihn.

"Seishiro schön dich wieder zu sehen..."

Er drehte sich zu Dadrian um und sah ihn zunächst desinteressiert an.

"Was?"

"Ich wollte dich nur fragen ob du nicht vielleicht nen Job für mich hättest...ich bräuchte etwas Geld und da dachte ich..."

Seishiro ging zu ihm und legte ihm einen Arm um seine Schultern und streichelte über seine Wangen.

"Dadrian, Dadrian. Ich habe tatsächlich einen Job für dich. Komme morgen um 19 Uhr zu mir."

Dadrian bedankte sich überschwänglich und wollte gerade zu Kamui zurückgehen als ihm Seishiro etwas entgegenrief.

"Und denk' dran sei pünktlich!"

Als Seishiro weg war schnaufte Dadrian tief aus, zündete sich eine Zigarette an und lehnte sich zurück.

"Puh, nochmal gut gegangen..."

/Seishiro also.../

"Hey Kamui du grübelst zuviel. Ich muss jetzt gehen...Wir sehen uns morgen."

"Aber ich muss doch noch..."

"Morgen. Bin zu geschafft.", sagte Dadrian und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter bevor er die Straße hochlief und Kamui hinter sich ließ.

/Morgen.../

/Vater was hattest du nur in so einer Gegend zu suchen.../

Kamui fuhr nach Hause und schlich durch das offene Fenster in sein Zimmer, zog sich aus und legte sich in sein Bett.

/Fuuma Monou...Warum kommen mir diese Augen nicht mehr aus dem Sinn? Diese wunderschönen Augen. Mist was denke ich. Ich habe doch Kotori und ich liebe sie...Oder/

Diese Gedanken waren die Letzten in dieser Nacht, denn Kamui schloss seine Augen und eine wohltuende Dunkelheit kam über ihn. Eine Dunkelheit, die ihn für einen kurzen Zeitraum all seine Sorgen vergessen ließ...ohne jedoch zu wissen, dass er bereits in etwas hineingeraten war aus dem er so schnell nicht mehr herauskommen sollte...

TBC

Wie hat's euch gefallen? Kommis nicht vergessen )
Achja im nächsten Kapitel hat unser süßer kleiner Kamui eine nicht so nette Begegnung.
Was will man denn auch erwarten, wenn man sich als Stricher ausgibt :-P