Autor: shine21

Disclaimer: Wie immer

Rating: Drama...

INFO: Man kommt der Auflösung immer näher.
Kapitel 4/5

Kapitel 4

"Die schmerzende Wahrheit..."

"Aber ich liebe dich und das ist das Einzige, dessen ich mir je in meinem Leben sicher war..."

Diese Worte hallten noch in Fuumas Kopf wieder, als Seishiro plötzlich vor ihm stand, die beiden ausdrucklos musterte. Dann drehte er sich zu Kamui um und stellte sich gefährlich nah zu ihm. Sein Atem streifte Kamuis Nacken und dieser versteifte sich. Angst machte sich in ihm breit, jedoch nicht Angst um sich sondern um Fuuma.

"Ich..."

Kamui versuchte etwas zu sagen, sich vor dem Mann dem Fuuma 'gehörte' und der ihn jetzt anfällig musterte, zu rechtfertigen. Doch nichts vernünftiges verließ seinen Mund.

Seishiro bemerkte es und grinste verhöhnend, packte Kamui an der Schulter und drehte ihn abrupt und schmerzhaft ihn Richtung Tür.

"Verschwinde..und komme nicht wieder her! Verstanden...?", sagte er leise und bestimmend. Als Fuuma eingreifen wollte, ließ Seishiro von Kamui ab und stieß Fuuma gegen die Wand.

"Wir werden uns noch früh genug darüber unterhalten...", zischte er und hauchte Fuuma noch etwas in sein Ohr, was seine Augen für einen kurzen Moment in Entsetzen weiten ließ. Er nickte nur und schaute auf den Boden, wagte es nicht zu Kamui zu sehen. Dieser schaute noch ein letztes Mal zu Fuuma.

Er verspürte Reue und neben der aufkeimenden Angst auch Wut. Warum lässt sich Fuuma nur auf so etwas ein? Warum erscheint ihm alles so ausweglos? Es gibt einen Weg und vielleicht könnten sie beide ihn zusammen gehen...
Vielleicht...hoffentlich...

Damit verließ er das Apartment, spürte Seishiros wütende und eifersüchtige Blicke auf sich, spürte wie Fuuma ihm dennoch hinterhersah und etwas für ihn zu empfinden schien. Er hatte sich auf etwas eingelassen, das niemand vorhersehen konnte. Er wollte seinen Vater von dem Verdacht freisprechen, dass er diesen Stricher umgebracht hatte...wollte sich von diesem Verdacht lösen. Doch das Einzige was es bis jetzt gebracht hatte war, der Tod eines Freundes und der Zwiespalt in dem er und Fuuma sich nun befanden. Was hatte sein Eingreifen gebracht?

Als er wieder draußen war schaute er sehnsüchtig nach oben, sah das Licht in dem Apartment und wie das Fenster geschlossen wurde. Am Fenster stand eine Person und für einen kurzen Moment überkam Kamui ein unangenehmer Schauer. Seishiro sah zu Kamui herunter, sein Blick war eisig und verriet nichts gutes. Eines wurde Kamui klar. Sollte Seishiro die beiden ein weiteres Mal zusammen sehen, dann...

Er unterbrach seine Gedanken und entschloss sich dazu nach Hause zu gehen. Seine Mutter würde sicherlich Fragen stellen. Immerhin war er seit drei Tagen nicht daheim aber was sollte sie sagen?

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Wie zu erwarten, lag seine Mutter auf der Couch im Wohnzimmer und das Licht ging an als er zur Türe hereinkam. Diesmal wollte er sich nich einschleichen, diesmal scheute er die Konfrontation mit seiner Mutter nicht!
Sie stand auf, sah ihren Sohn besorgt an. Keine Anschuldigungen, keine lauten Worte...nur Schweigen und traurige Augen empfingen ihn.
Kamui ging langsam auf seine Mutter zu, wusste nicht was er ihr sagen sollte. Doch dies schien gar nicht nötig zu sein. Karen ging zu ihrem Sohn, breitete ihre Arme aus, umarmte ihn, legte ihren Kopf auf seine Schulter und weinte.

Kamui hatte alles erwartet. Schreie, Fragen, die sie ihm stellte...aber nicht, dass sie so weinen würde. Er drückte sie fest an sich und als sie sich beruhigt hatte, setzten sie sich auf die Couch, sahen sich eine Zeit lang nur an. Bis Karen ihrem Sohn endlich eine Frage stellte, die ihr lange auf der Seele lag.

"Warum...? Kamui, warum hast du mir nichts davon gesagt...?"

Kamui überlegte eine kurze Zeit.

"Ich muss es tun, Mum. Ich kann nicht mehr zurück...", erwiderte er ernst und bestimmend, legte seiner Mutter eine Hand auf die Schulter.

"Mir wird nichts passieren...mach dir keine Sorgen...", dann stand er auf und stieg die Treppe hinauf in sein Zimmer, als er die Stimme seiner Mutter hörte blieb er auf den Stufen stehen.

"Wie soll ich mir denn keine Sorgen machen! Du treibst dich alleine...irgendwo auf den Straßen rum und ich weiß nicht wo du bist. Dein Vater ist im Gefängnis und ich verliere langsam meine Hoffnung, dass der wahre Täter jemals gefasst wird. Ich will dich nicht auch noch verlieren..."

Kamui hörte ihr Schluchzen, jedoch lief er die Stufe nicht herunter sondern herauf zu seinem Zimmer, verschloss die Türe hinter sich und legte sich auf sein Bett, schloss die Augen.

/Ich kann nicht aufhören! Nicht jetzt...Ich stecke schon viel zu tief drin.../

Kamui zog sich seine Decke über, kuschelte sich in sein warmes Bett. Die drei Tage erschienen ihm viel zu lang und doch empfand er diese Umgebung, sein Zimmer, nicht mehr als so beruhigend wie die Jahre zuvor. Etwas war anders, ihm wurde alles viel klarer. Dinge, die ihm als alltäglich erschienen, bekamen an Bedeutung wurden wichtiger.

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Es vergingen einige Tage, an denen Kamui zu Hause blieb und wieder zur Schule ging. Seine Mutter verlangte es von ihm und es erschien ihr sicherer. Doch bereits am fünften Tag hielt es Kamui nicht mehr aus. Er kapselte sich von seinem Zuhause ab, schlich durch sein Fenster aus dem Haus und lief zur Shinjuku Meile. Vor dem Brunnen blieb er stehen und sah sich um, keiner war zu sehen. Wie immer tummelten sich einige der Stricher am Wegrand und Autos fuhren langsam und die Insassen schauten sich um. Von Kamuis Bekannten war jedoch nichts zu sehen. Deshalb entschloss er sich in die Bar zu Kouji zu gehen.

Als er eintrat kam ihm auch schon der Zigarettenqualm der Anwesenden entgegen. Wie zu erwarten tummelten sich auch hier die Stricher und Freier herum, tranken etwas oder verschwanden auf der Toilette.

Kamui ging zur Bar und setzte sich auf einen Hocker. Kouji sah ihn und kam sofort zu ihm.

"Na Kleiner...hab' dich ja lange nicht mehr gesehen...wo ist denn Fuuma?", fragte er Kamui und spie dabei Fuumas Namen mehr, als ihn auszusprechen.

In der Zeit als Fuuma und Kamui zusammen unterwegs waren kamen sie oft hierher. Kamui fiel dabei auch auf, dass Kouji Fuuma nicht gerade zu mögen schien. Die beiden waren wie Feuer und Eis. Kouji stellte Kamui eine Cola auf den Tresen und wartet auf dessen Antwort.

"Keine Ahnung...ich habe ihn seit einer Woche nicht mehr gesehen...", seufzte Kamui und nippte an seiner Cola. Kouji beugte sich etwas zu ihm und wuschelte seinem Gegenüber durch die Haare.

"Ich habe es dir schon einmal gesagt und ich sage es dir nochmal...Es ist gefährlich, wenn man sich mit Fuuma abgibt. Ich will nicht, dass dir was passiert, Kleiner."

"Na na...Kouji! Mischt du dich wieder in Angelegenheiten, die dich nichts angehen?"

Erschrocken drehte sich Kamui zu der hinter ihm stehenden Person um. Fuuma winkte ihn zu sich und setzte sich an einen der Tische. Die warnenden Blicke Kouji's ignorierend, stand er auf und ging auf Fuuma zu, setzte sich neben ihn. Beide schwiegen sich eine Weile an als Fuuma das Schweigen letztendlich brach.

"Wo warst du die ganze Woche über? Ich habe auf dich gewartet..."

"Ich habe nen neuen Ort ausprobiert...", erwiderte Kamui leise, wagte es nicht Fuuma in die Augen zu sehen.

"Du brauchst vor Seishiro keine Angst zu haben..ich.."

Fuuma wollte Kamuis Hand in seine legen, als diese ihm entzogen wurde.

"Ich habe keine Angst vor Seishiro...ich habe Angst 'um' dich. Das ist doch der deutlichste Beweis."

Kamui deutete auf Fuumas rechtes Auge. Schon etwas verblasst aber von nahem durchaus erkennbar, war es an einigen Stellen noch etwas grün und angeschwollen. Kamui wollte sich gar nicht ausdenken, zu was Seishiro noch fähig gewesen war.

Fuuma rückte näher an Kamui heran, nahm seine Hand, ließ nicht zu, dass er sie ihm wieder entzog.

"Das habe ich selbst zu verantworten und besser mir als dir...Außerdem habe ich nicht lange Zeit, Seishiro wartet draußen und ich konnte nur unter einen Vorwand hierher."

Fuuma stoppte und sah Kamui tief in die Augen. Ein tiefes rotbraun traf auf ein leuchtendes braun.

"Ich habe über deine Worte nachgedacht...", doch bevor er seinen Satz beenden konnte wurde Fuuma unsanft von Kamui weggerissen und stand Kouji gegenüber.

"Du solltest jetzt besser gehen! Ich will keinen Ärger mit Seishiro und der liegt in der Luft, wenn du weiterhin hier herumlungerst.", zischte Kouji und zeigte auf die Tür.

"Arschloch...", flüsterte Fuuma und stand auf.

Widerwillig aber dennoch nicht auf Streit aus, ging Fuuma zur Tür schaute entschuldigend zu Kamui, dann verließ er die Bar.

Einige Minuten später und über das vor kurzem Geschehene nachdenkend, wollte Kamui die Bar verlassen. Er ging zu Kouji um sich zu verabschieden. Plötzlich sprang die Türe auf, ein paar Polizisten kamen hinein und führten Kontrollen durch. Mit einem Male herrschte ein solches Durcheinander, das Kamui nicht mehr wusste wohin er sollte, da um ihn herum alles voller Menschen war. Er merkte noch wie ihn jemand am Arm zu sich zog und er sich in einer Kammer befand. Die Tür wurde verschlossen, sein Retter offenbarte sich ihm.
Kouji drückte Kamui an die Wand und legte ihm seine Hand auf den Mund, hinderte ihn so am Sprechen. Er selbst flüsterte Kamui etwas zu.

"Ruhig! Die Bullen sind gleich wieder weg..."

Dicht einander warteten sie bis die Polizei wieder fort ging. Kouji löste sich langsam von Kamui und sah auf den Kleineren herunter.

"Danke...ohne dich hätte ich ganz schöne Probleme gehabt!", seufzte Kamui und ging zur Tür. Kouji dachte einen Moment nach und entschloss sich etwas zu tun, dass er sich schon seit langem vorgenommen hatte. Er zog Kamui wieder zu sich, pinnte den überraschten Jungen an die Wand...

"Ich mag dich sehr gerne, Kamui. Schon sehr lange...", und beugte sich zu dessen Gesicht herunter, küsste ihn.

Regungslos und überrascht ließ Kamui es erst geschehen. Als er realisierte was soeben geschah, stieß er Kouji von sich, wischte sich über seine Lippen.

"Aha, so ist das also. Von Wildfremden lasst ihr euch vögeln aber wenn es dann mal darum geht es nicht für Geld zu tun, dann kommen euch Zweifel. Ihr seid doch alle gleich!", wütend wandte er sich von Kamui ab, stieß mit seiner Faust gegen einen Stapel alter Zeitungen, die auf eine Kiste fielen. Kamui ging auf Kouji zu und legte seine Hand auf dessen Schulter.

"Ich verstehe...du wurdest schoneinmal enttäuscht..von Subaru nicht wahr? Ich...ich kann deine Gefühle nicht erwidern. Für mich gibt es schon jemanden...", sagte Kamui leise, flüsterte fast.

Kouji schug Kamuis Hand weg.

"Du weißt gar nichts! Du willst Fuuma? Fuuma ist dein Verderben! Seishiro wird dich oder ihn eher umbringen als das ihr beide zusammen kommen könntet. Keine Ahnung hast du."

Kouji schaut nach unten, entdeckte ein Bild, einer Zeitung. Auf den zweiten Blick erkannte er jemanden auf dem Foto. Jemand ihm bekanntes. Sein Gesicht zierte einen Ausdruck von Unverständnis als er die Zeitung in seine Hand nahm und sie direkt vor Kamuis Gesicht hielt.

"Was hat das zu bedeuten Kamui?"

Eine simple Frage, doch als Kamui merkte auf was für eine Antwort Koujis Frage zielte, wusste er nicht was er darauf erwidern sollte. Sollte wirklich alles zu Ende sein, er war so weit gekommen nur um jetzt an so etwas zu scheitern? Er hatte keine andere Wahl er musste Kouji die Wahrheit sagen, etwas anderes würde nur Missverständnisse hervor rufen.

"Mein Name ist Kamui Shiro. Das sind meine Eltern und mein Vater ist im Gefängnis als Tatverdächtiger im Mordfall Sumeragi. Ich bin hier um den wahren Täter zu finden..."

Er sagte es in einem Zug. Kouji sah in nur mit einer Spur aus Enttäuschung und Ratlosigkeit an. Dann wanderte dessen Blick in Richtung Tür. Diese stand mittlerweile offen und eine Person lehnte sich an die Wand. Als Kamui sich umdrehte und erkannte wer dort stand und alles mit gehört hatte, wurde er blass. Ihm wurde kalt und alles schien für ihn einen kurzen Moment lang still zu stehen. Rotbraune Augen sahen ihn emotionslos an, fast kalt war ihr Blick, Enttäuschung und Traurigkeit übernahm ihren Platz und für einen kurzen Augenblick war es so als ob Kamui Tränen darin sehen konnte, doch keine einzige Träne kam.

"Die wahre Liebe also. Du kümmerst dich darum wie es mir geht...es interessiert dich? Ich hätte nie gedacht, dass ich mal auf so etwas reinfallen würde..."

Fuuma wandte sich von Kamui ab, verließ die Bar. Kamui stand bewegungslos, starr auf der Stelle, sagte nichts, ihm war es so als würde ihm die Luft abgeschnürt. Alles vorbei! Innerhalb weniger Minuten war alles vorbei! Kouji ging auf Kamui zu und drückte ihm den Zeitungsartikel in die Hand.

"Du solltest gehen, Kamui"

Kamui schaute auf den Artikel in seiner Hand. Sein Vater war darauf abgebildet und seine Mutter. Es war der Tag gewesen als sein Vater von der Polizei abgeführt wurde. Ein fremder Mann, der sich später als Subarus Vater herausstellte, kam aus der Meute der Menschen und griff seinen Vater an. Kouji beugte sich zu Kamui und deutete auf dessen Vater.

"Das ist dein Vater?"

Kamui nickte und zeigte auf seine Mutter.

"Und das ist meine Mum. Sie macht eine schwere Zeit durch..."

Plötzlich schien es so als ob Kouji etwas oder jemanden auf dem Bild entdeckt hatte.

"Hey, dieser Typ kommt mir bekannt vor...der war öfter hier und hat nach Subaru gefragt. Am Abend seines Todes hat dieser Typ mit Subaru geredet. Kurz bevor er..."

Kouji stockte und nun war er es, der verlegen wegschaute.

"Kurz bevor er was? Kouji...vielleicht ist es der Mörder...sag schon", drängelte Kamui und alles was in den letzten Minuten geschehen war schien vergessen zu sein.

"Na ja...Subaru hatte immer einen Trick wie er Freier abzocken konnte. Er stieg an dem Abend zu deinem Vater in den Wagen und klaute ihm die Brieftasche...am Bahnhof ließ er ihn wieder raus..."

"Also hatte Subaru noch gelebt als mein Vater wegfuhr?", hakte Kamui aufgeregt nach.

"Ja...er hatte mir davon erzählt. Dein Vater hätte Gewissensbisse gekriegt und ihn dann am Bahnhof wieder rausgelassen...sein Portemonnaie hat Subaru behalten."

/Dann kann es Dad nicht gewesen sein! Er war es nicht/

Als Kouji jedoch auf den Mann zeigte, mit dem er Subaru das letzte Mal gesehen hatte war er sprachlos.

/Das kann doch gar nicht sein/

TBC

So bin fertig für heute XD Tut mir leid für den Cliffhanger aber es ist nur noch ein Teil hin...da darf man das. Und weiß schon jemand wer der Mörder ist? Also ich wusste es schon als ich mich an die ersten Ausschnitte des Filmes erinnerte. Aber ihr habt ja keine Ausschnitte XDHoffe es hat euch gefallen.

Reviews? O.o