Autor: shine21
Disclaimer: Wie immer
Rating: Romance, Drama, Depri
INFO: Das ist das letzte Kapitel. Es folgt noch ein Epilog
Kapitel 5/5
"Konfrontation mit der Realität"
Kamui schaute sich die Person auf dem Foto genau an, dann drehte er sich zu Kouji um und fragte ihn aufgeregt.
„Hast du ein Telefonbuch...bitte...?"
Kouji nickte und zeigte auf das Telefon, welches sich an der Wand befand.
Daneben lag ein dickes großes Telefonbuch. Kamui nahm es und blätterte so lange um, bis er die gewünschte Adresse hatte, an der Tür blieb er stehen und rief Kouji noch etwas zu.
„Ruf die Polizei an und sag ihnen, wohin ich gegangen bin. Sie sollen schnellst möglich da sein!"
Doch Kouji schüttelte den Kopf. Kamui wollte nicht glauben was er gerade sah, warum verweigerte er ihm seine Hilfe?
"!Warum, Kouji?"
Kouji kam auf ihn zu, immer noch kopfschüttelnd.
„Ich kann nicht, wenn die Polizei erfährt wer ihnen den Tipp gegeben hat, dann finden sie auch schnell heraus wer ich wirklich bin und dann muss ich wieder..."
Er verstummte und sah entschuldigend zu Kamui. Dieser lächelte nur und legte eine Hand auf dessen Schulter.
„Ich verstehe dich. Doch du musst auch mich verstehen. Ich gehe dorthin, es liegt nun an dir mir zu helfen oder nicht. Es kann gefährlich werden und ich weiß nicht, ob ich heil da raus komme..."
Kamui drehte sich um und verließ sie Bar, ließ Kouji nachdenklich zurück.
Draußen schaute er sich um und entschloss sich dazu den Bus zu nehmen, lief zu der etwa zwei Minuten entfernten Haltestelle.
Entfernt nahm er wahr wie Fuuma, der mit Seishirou auf dem Platz stand, ihn enttäuscht aber auch verwirrt ansah. Er rannte an ihm vorbei, blieb stehen und sah ihn an. Auf seinen Lippen formten sich Worte, die jedoch unausgesprochen blieben, dann verschwand er.
Fuuma wurde nachdenklich. Warum ist er so plötzlich weg gerannt? Warum hatte er diese Worte unausgesprochen gelassen, die selbst wenn sie ausgesprochen werden würden ihre Wirkung nicht verfehlt hätten? Ein Schauer überkam ihn, eine Gefühl der Angst um Kamui, die, die Enttäuschung vergessen ließ. Er lief zu der Bar und sah wie Kouji gerade telefonierte, hörte dessen Zweifel in der Stimme und die Sorge.
„Er ist dorthin gegangen. Er weiß wer der Mörder von Subaru Sumeragi ist..."
Fuuma horchte bei dem Letztgesagtem auf, näherte sich Kouji, der mittlerweile den Hörer wieder aufgelegt hatte und ihn nun abwertend ansah.
„Was willst du hier?"
Fuumas Geduld hatte ein Ende, er fasste Kouji am Kragen und stieß ihn gegen die Wand.
„Was ich hier will? Wo ist Kamui hin gegangen? Los spuck es aus!", zischte er und sein Blick wurde bedrohlich, verriet nichts Gutes.
Kouji senkte seinen Kopf und seufzte.
„Er weiß wer der Mörder von Subaru ist und ist dorthin.. allein. Die Adresse
hat er im Telefonbuch markiert."
Fuuma ließ ihn los und nahm das Telefonbuch, sah sich die markierte Stelle an und rannte raus. Neben Seishirou blieb er stehen, dieser fasste ihn am Arm und zog ihn rücksichtslos zu sich.
„Wo warst du? Du weißt doch ganz genau, dass ich dich in meiner Nähe haben will."
Fuuma lächelte gequält und nickte.
„Ja, es tut mir leid. Könnte ich mich schon mal ins Auto setzen...?"
Seishirou gab seine Zustimmung und widmete sich wieder seinem Geschäftspartner, ließ Fuuma für einen kurzen Augenblick aus den Augen. Diesen Augenblick nutzte
Fuuma, setzte sich ins Auto und drehte den Autoschlüssel um. Die wütenden Rufe von Seishirou ignorierend, fuhr er los, mit einem genauen Ziel vor Augen.
/Hoffentlich ist ihm nichts passiert.../
/Hier muss es sein!/
Kamui kam keuchend vor einer Garage zu stehen, er ging hinein und schaute sich um, lehnte sich kurz an die Wand. Dann sah er nach vorne. Im Schatten stand jemand und wollte gerade in sein Auto einsteigen. Eine stämmige, mittelgroße Person. Diese Person sah nun zu Kamui, kam auf ihn zu.
„Hallo? Wer ist da? Das ist Privatbesitz..."
Kamui ging einige Schritte nach vorn.
„Mein Name ist Kamui. Kamui Shirou..."
Das Gesicht des Mannes vor ihm wurde blass, das Scheinwerferlicht seines Autos machte es Kamui erkenntlich. Er kam aus seinem Auto, ging direkt auf ihn zu.
„Was willst du?"
„Subaru...Sie waren an dem Abend im Park, oder?"
Direkt vor Kamui blieb er stehen, sein Atem ging schnell und nun wurde dessen Gesicht von den Scheinwerfern im Hintergrund in schwarz gehalten.
„Was redest du da für einen Schwachsinn! Ich weiß nicht wovon du redest."
Kamui atmete tief durch.
„Ich habe Beweise...Zeugen, warum hatten Sie...?", doch Kamui konnte nicht mehr zu Ende reden, da umfassten zwei Hände seinen Hals und er fand sich rücklings auf dem Boden liegend wieder.
„Du hast doch keine Ahnung...keiner versteht das!"
Nun erkannte man das Gesicht seines Gegenübers. Die Augen waren weit aufgerissen, vor Zorn, Verzweiflung und doch sah Kamui auch etwas anderes...Reue.
"Mr. Sumeragi, bitte...ich..."
"Ich musste es tun...es musste sein. Er sollte nicht sich nicht mehr verkaufen...sollte nicht mehr..."
Der ältere Mann klang verzweifelt, ließ jedoch trotzdem nicht ab von Kamui, hielt ihn weiterhin fest. Er musste ihn umbringen. Es erschien ihm so als gäbe es keine andere Lösung. An dem Abend, nachdem sein Sohn aus dem Auto von Kamuis Vater ausstieg, lockte er ihn unter einem Vorwand in den Park, wollte noch mit ihm reden doch als das nicht zu wirken schien erschlug er ihn von hinten. Erschlug seinen eigenen Sohn, den er über alles liebte und doch nicht dazu fähig war zu ihm zu stehen.
Der Griff um Kamuis Hals verstärkte sich. Mit letzter Kraft versuchte er dem anderen noch etwas zu sagen.
„Sie können...keinen...Unschuldigen dafür büßen lassen...mein...Vater..."
Für einen kurzen Moment sah Mr. Sumeragi in Kamui seinen Sohn, seine schwarzen Haare, dessen leuchtend grüne Augen. Er lockerte seinen Griff und strich dem Jungen über die Wange. Als er jedoch durch ein anfahrendes Auto wieder in die Realität zurück geholt wurde, sah er zu Kamui und festigte seinen Griff wieder, ließ dessen Wehren unbeachtet.
Jemand stieg aus dem Auto und rannte zu den beiden, da das Gitter vor der Garage war musste er davor stehen bleiben.
„Kamui. Lassen sie ihn los! Sie bringen ihn ja um…"
Fuuma sah entsetzt auf die Szene, die sich vor ihm bot. Mit aller Kraft versuchte er einen Arm durch das Gitter zu bekommen, Kamui irgendwie zu erreichen. Als Sirenen erklangen und Fuuma hinter sich schaute erkannte er drei Polizeiwagen, die schon anhielten.
Mr. Sumeragi gab kampflos auf, ließ Kamui los, der röchelnd auf dem Boden lag.
Das Gitter wurde hoch gefahren und Fuuma rannte zu Kamui, legte dessen Kopf auf seine Beine, strich ihm über die Stirn.
„ Was machst du denn für Sachen? Das war viel zu gefährlich...du hättest tot sein können...", besorgt schaute er ihn an, in seinen Augen erkannte man Traurigkeit und Sorge.
Kamui legte eine Hand auf Fuumas Wange, streichelte darüber.
„Ich habe gedacht, dass du mich hasst...mich nicht mehr sehen willst. Was sollte ich denn tun? Mein Vater...er wäre sonst verurteilt worden..."
Fuuma lächelte, beugte sich zu ihm hinunter. Den Rummel um sich herum schienen die beiden bereits vergessen zu haben.
„Ich hasse dich nicht! Jedoch kann das mit uns nichts werden und das weißt du auch. Aber eines will ich, dass du weißt. Ich liebe dich...auch, wenn ich dich nie wieder sehen werde."
Fuuma gab ihm einen innigen Kuss, stand auf und ließ einen Sanitäter, der schon neben den beiden aufgetaucht war, den Vortritt. Stellte sich etwas abseits und beobachtete wie sie Kamui auf eine Trage in den Krankenwagen brachten, zur Untersuchung.
Mr. Sumeragi wurde abgeführt sah ein letztes Mal zu Kamui, schickte ihm entschuldigende Blicke.
Fuuma stieg in das Auto und machte sich auf den Weg zurück zu Seishirou, stellte sich dem was dort auf ihn warten würde. Garantiert nichts Gutes. Er seufzte und dachte an Kamui, wie sehr er es sich doch wünschte alles rückgängig zu machen, ihn nie getroffen zu haben. Dann würde ihm jetzt nicht sein Herz weh tun bei dem Gedanken in nie wieder zu sehen...
Die Tage vergehen und nichts ist mehr wie es mal war.
„Kamui?"
Kotoris besorgte Stimme holte Kamui wieder zurück in die Realität. Er saß auf der Wiese, an einen Baum gelehnt und dachte nach, dachte an Fuuma.
Nachdem Kotori und Sorata von seinen Nachforschungen erfuhren, begannen sie auch zu verstehen warum dieser so merkwürdig gehandelt und sich verändert hatte. Sie entschuldigten sich bei ihm...suchten dessen Nähe. Wollten, dass er wieder derselbe unbeschwerte und glückliche Junge wird, der er früher einmal war. Doch beiden war klar, dass nichts mehr so sein würde wie früher. Die Wunden, welche Kamui zugefügt wurden...würden niemals heilen.
Auch Kotori wurde klar, dass Kamui sie nicht mehr als 'seine' Freundin sah, sondern vielmehr nur als 'gute' Freundin. Es schmerzte sie zwar, dennoch akzeptierte sie Kamuis Wahl, denn sie liebte ihn einfach zu sehr, als dass sie ihn jetzt alleine lassen könnte. Sorata indes musste erst einige Zeit darüber nachdenken. Ihm erschien es einfach zu unglaublich, dass sich sein bester Freund in dieser kurzen Zeit um ganze 180 Grad gewendet hatte und einen anderen Jungen liebte.
So etwas kann doch nicht einfach so geschehen! Und doch blieb ihm nichts anderes übrig als es Kotori gleich zu tun. Er kannte Kamui zu lange um ihm deswegen gleich die Freundschaft zu kündigen. So kam es, dass die beiden, an einem sonnigen Sommertag, ihren besten Freund suchten und ihn nachdenklich an einer großen Eiche, im Park, lehnend vorfanden. Sorata setzte sich neben ihn.
„Du solltest dir keine Gedanken mehr über ihn machen...vergiss ihn einfach oderstelle dich ihm endlich!"
Kamui schaute ausdruckslos zu ihm, dann, als hätte er das Gesagte eben erst registriert, wandelte sich sein Blick und wurde wütend, traurig...enttäuscht.
„Du verstehst gar nichts! Nichts! Keiner weiß wie ich mich fühle. Ich werde ihn niemals vergessen..."
Tränen begannen sich ihren Weg über sein Gesicht zu bahnen und wurden von seinem Ärmel darin aufgehalten, mit dem er sich über sein Gesicht wischte. Kotori kam auf ihn zu und kniete sich vor ihm hin.
„Ich verstehe es! Du liebst ihn...mehr als alles andere und kannst nicht mit ihm zusammen sein. Du gibst allen die Schuld daran...ihm, uns und dir selbst. Es zerfrisst dich von innen und du weißt nicht was du tun sollst. Soll ich es dir sagen?", sagte sie traurig und strich ihm sanft über die Wange. Ein Nicken von Kamui ließ sie ihm die Antwort geben.
„Akzeptiere es wie ich es akzeptiere aber gehe zu ihm und sage ihm was du fühlst. Lasse nichts unausgesprochen und wenn du ihn wirklich liebst dann warte auf ihn…", sie hielt kurz inne und stockte, dachte darüber nach ob es wirklich so gut wäre ihm jetzt in solch einer Sache Ratschläge zu geben.
„...denn irgendwann wird er den Mut finden zu dir zu kommen."
Kamui sah Kotori mit großen Augen an und glaubte nicht was er da gerade hörte. Sie versuchte doch tatsächlich ihm neue Hoffnung zu geben und zu ermuntern mit Fuuma zu reden...Kotori, die ihn anscheinend genauso liebte wie er Fuuma. Er schenkte ihr ein Lächeln, umarmte sie und stand auf, wandte sich an seine beiden besten Freunde und machte das Victory Zeichen.
„Ihr habt recht! Ich gebe nicht auf. Niemals. Ich rede mit ihm und werde warten! Irgendwann wird er zu mir kommen..."
Dann rannte er aus dem Park und verschwand. Kotori und Sorata sahen ihm erleichtert hinterher. Nun hatte er einige seiner Geister endlich vertreiben können...
Kamui rannte keineswegs ziellos umher. Nein, er hatte ein genaues Ziel vor Augen und diesem kam er immer näher.
Er erinnerte sich plötzlich an den Tag an dem sein Vater aus der U-Haft entlassen wurde. Wie seine Mutter freudenstrahlend und erleichtert auf ihn zugerannt kam und ihren Mann nach langer Zeit wieder umarmen konnte. Man sah ihr die Erschöpfung regelrecht an. Auch an seinem Vater hatte diese Zeit im Gefängnis seine Spuren hinterlassen. Es soll nie wieder so werden wie früher, da waren sich alles einig aber einem Neubeginn sollte nun nichts mehr im Wege stehen.
Als er daran dachte seufzte Kamui und schüttelte den Kopf. Er machte sich einfach zu viele Gedanken... zu viele Gedanken, deren Lösung in seiner Hand lagen. Ein paar Straßen und Gassen weiter kam er auch schon dort an wo er hin wollte. Auf die belebte Hauptstraße.
Jetzt, am frühen Abend, tummelte sich dort eine Menge Freier. Dort hoffte er auch Fuuma zu finden und er fand ihn auch recht schnell, an eine Säule gelehnt.
Kamui schluckte, fasste sich neuen Mut und lief direkt auf ihn zu. Jedoch nicht ohne sich genau nach Seishirou umzusehen, den er zum Glück nicht ausmachen
konnte.
Vor Fuuma blieb er stehen, brachte aber kein einziges Wort heraus. Als dieser seinen Kopf hob und sah wer vor ihm stand, erstarrte sein Blick kurzeitig. Sie schwiegen sich ein paar Minuten einfach nur an als Kamui sich dazu entschloss, das Schweigen zu brechen.
„I...ich...wie geht es dir, Fuuma?", sagte Kamui während er scheu auf den Boden schaute, es nicht wagte den Blickkontakt zu Fuuma zu halten.
„Du hast hier nichts verloren. Verschwinde!", erwiderte Fuuma schroff, doch seine Stimme zitterte dabei und seine Augen wurden traurig. Kamui sah hoch zu ihm, sah sich seinen Gegenüber das erste Mal näher an...eindringlicher. Plötzlich lagen seine Hände auf Fuumas Wange.
„Was hat er mit dir gemacht?", er strich sanfte Linien über Fuumas, blaue Wange, seine grün umrandeten Augen, dessen grün jedoch schon fast verblasst war, hinunter zu seinem Arm, der einen ebenso grün/blauen Fleck zierte. Es sah einfach nur schrecklich aus!
Fuuma schüttelte den Kopf, doch bevor er etwas darauf erwidern konnte wurde Kamui von ihm gerissen. Dieser sah nun on die Augen eines sehr wütenden Seishirou Sakurazuka, der anscheinend nicht gerade erfreut über dessen Anwesenheit war.
„Du weißt wohl immer noch nicht wann es genug ist! Ich habe dich davor gewarnt ihm jemals wieder nahe zu kommen!"
Er packte ihn an den Schultern, zog ihn zu sich hoch und schmiss ihn an die Wand. Bevor er jedoch 'näher' auf Kamui eingehen konnte stellte sich Fuuma
dazwischen. Seine Augen funkelten böse und seine Worte kamen zischend heraus...nun war keine Spur der Unterlegenheit oder Angst zu sehen, die ihn
vorher immer kennzeichneten.
„Fass ihn nicht an! Lass mir fünf Minuten und das alles hat ein Ende aber wenn du ihn jetzt anfassen solltest, schwöre ich dir bringe ich dich um!"
Schulterzuckend stimmte Seishirou dem zu, warf Kamui tödliche Blicke zu und verschwand. Fuuma bückte sich zu Kamui und half diesem auf, strich ihm durch
dessen Haare. Dann beugte er sich hinunter und sah ihm tief in die Augen.
„Das alles muss ein Ende haben! Du weißt wie sehr ich dich liebe. Deswegen musst du dich von mir fern halten. So kann ich dich beschützen, wenn du jedoch
bei mir bleiben würdest, wärst du Frischfleisch für Seishirou. Ich liebe dich viel zu sehr, als dass ich so etwas riskieren könnte...würde.", damit legte
er seine Lippen verlangend auf die Kamuis, gab diesem ein letztes Mal eine leidenschaftlichen Kuss und löste sich dann von ihm, entfernte sich.
Das Einzige, was Kamui in dieser Situation tun konnte war ihn gehen zu lassen.
Doch nicht ohne etwas zu sagen...ihm etwas zuzurufen. Ihm war es egal, ob es alle hören würden. Ob es Seishirou hören würde, alles was zählte war, dass Fuuma ihn hörte.
„Ich werde warten. Egal wie lange es dauern wird! Verstehst du? Ich gebe nicht auf. Ich gebe nie auf. Ich werde dich wissen lassen wo du mich finden wirst!", weinend winkte er ihm zu, wartete, dass er sich zu ihm umdrehte.
Nach einiger, kurzer Zeit, die ihm jedoch wie Stunden vorkamen, drehte sich Fuuma um, grinste und hob die Hand hoch, winkte zurück. Dann stieg er in das Auto eines Freiers ein, dieses fuhr davon und Kamui blieb zurück.
Kamui ließ auf seinem Rückweg alle unbeachtet. Stricher, Prostituierte, Freier, Zuhälter und auch Seishirou, der zu ihm sah. Doch er hatte keine Angst vor ihm, nein im Gegenteil, er fürchtete sich nicht mehr vor ihm. Jetzt da er wusste, dass Fuuma auf seiner Seite stand und dies nicht zulassen würde.
Auf seinem Nachhauseweg erinnerte er sich an Dadrian. An dessen warme, freundliche Art und dessen zu schnellen und mysteriösen Tod. Doch im Nachhinein erschien es ihm nicht mehr als mysteriös. Viel mehr empfand er es als dessen einzigen Weg aus diesem Elend, aus dieser Zwickmühle, in der dieser sich befand, zu fliehen. Hätte er Dadrian früher kennen gelernt, hätte er dessen Gefühle viel früher gedeutet, vielleicht wäre alles anders gekommen.
Doch es würde nichts nützen darüber nachzudenken. Was vergangen war, war vergangen und könnte nicht rückgängig gemacht werden. So etwas passiert jeden Tag aufs Neue und es schmerzte ihn daran zu denken, dass es ihn früher kalt gelassen hatte. Dass ihm seine heile Welt ausgereicht hatte und er blind gegenüber der Wirklichkeit gewesen war.
Kamui kam Zuhause an und blieb stehen, schaute sich das Haus genau an. Er stand an dem Zaun an dem er vor einiger Zeit noch mit Kotori gestanden hatte und mit ihr ihre gemeinsame Zukunft plante. Es kam ihm nun so fern vor...so unglaublich.
Ein neues Kapitel brach für ihn an, neue Sichtweisen offenbarten sich. Die Zeit, die er mit den Menschen vom Shinjiku Viertel verbringen durfte, die für ihn Freunde, die große Liebe wurden, würde er niemals vergessen. So viel war sicher...
Er ging hinein, schloss die Türe hinter sich.
Warten kann einem endlos erscheinen. Endlos wie die Schwärze der Nacht. Doch auch die Schwärze der Nacht wird von den ersten Strahlen des Morgens verdrängt und so hat auch Kamui einen Grund zu warten...
„Ich werde auf dich warten! Denn ich gebe niemals auf..."
The End
Es wird noch einen Epilog geben ;)
