Kapitel 1 Vollständig, Weiterführung des vorherigen Kapitels, das nur zu 25 Prozent on war;-D

Info: Besser nochmal die voerherigen 25 Prozent lesen;-)

Rating: Death, Drama, Romance

Malia: Toll, dass du die FF so gut findest;-) Ich habe schon gedacht, dass sie keiner liest..jaja kann manchmal sehr depremierend sein...aber Dank dir und deinen Freundinnen, weiß ich, dass sie jemand liest:-P

PrinzessMalfoy: Danke. Machst mich ja regelrecht verlegen:-) Coolen Namen hast du (mag Draco XD)

SamantaCrown: Ist mal was neues von mir...habe es sonst auch nicht so mit Engeln;-) Aber Yui hats mir angetan, ganz zu schweigen von Achaia ;-P

Hoffe es gefällt euch :-)


Kapitel 1 (die restlichen 75 Prozent)

Wieder in Etemenaki, schlich sich Yui auf die große Wiese. Es war hier schon ein ganzer Tag vergangen obwohl er nur fast zwei Stunden in der Menschenwelt verbracht hatte, das war das einzige Problem. Er konnte nicht länger in der Menschenwelt bleiben, da seine Abwesenheit sonst auffallen würde. Yui lief zu der großen Eiche und lehnte sich an deren Stamm, dachte über den jungen Mann nach, der ihn zuerst angerempelt und letztendlich geholfen hatte. Er sah nicht schlecht aus, nein sogar sehr gut aber etwas an ihm war merkwürdig. Seine Aura war dunkel, nicht die eines Menschen...doch er machte auf ihn nicht den Anschein eines mordlustigen Dämonen, auch wenn er die Männer sehr übel zugerichtet hatte.

Plötzlich hob Yui seinen Kopf, er hatte ein Geräusch gehört. Er sah auf und direkt in zwei leuchtend eisblaue/silberne Augen. Achaia hatte ihn gesucht und endlich gefunden. Etwas sauer auf seinen Schützling, hob er Yui hoch und erwartete Aufklärung darüber warum sich Yui hier in Etemenaki befindet und nicht bei sich Zuhause.

,,Ich habe Gabriel gebeten mich hier hoch zu bringen...mir war langweilig und da dachte ich..."

Er stoppte und sah Achaia traurig an.

,,Es tut mir leid, Chaia." Sagte er leise.

Achaia seufzte und hob Yui auf seine Arme.

,,Komm wir gehen nach Hause...ich verspreche dir, dich nach Etemenaki zu bringen, wenn du es willst, doch lasse mich nicht mehr in Unwissenheit über deinen Standort..."

Sagte er und strich über Yui's Wange, sah ihn besorgt an. Dann spreizte er seine Flügel und erhob sich mit Yui in die Lüfte, flog zu ihrem Haus, landete, ließ Yui wieder herunter.

,,Ich verspreche es! Wollen wir wieder zusammen baden?" fragte Yui ihn in freudiger Erwartung. Achaia's Gesicht zierte ein leichter Rotschimmer und er schüttelte den Kopf.

,,Yui! Du bist schon 140 Jahre alt, du kommst in ein Alter, bei dem es sich nicht mehr ziemt zusammen zu baden...also!"

,,Schade ich habe mich schon darauf gefreut. Dann gehe ich halt alleine baden..." sagte Yui enttäuscht und ging in das Haus. Achaia folgte ihm nachdenklich.

-Du musst langsam erwachsen werden Yui. Ich kann in dir schon lange nicht mehr das kleine Kind sehen, das du mal warst...-

Traurig setzte er sich auf einen Sessel und schloss die Augen, hörte das Rauschen des Wassers im Bad und Yui's Schritte.

Erschöpft von dem Tag, zog er sich um und legte sich in das Bett, zog sich die Decke über und schloss seine Augen. Eine Minuten später zupfte jemand an der Bettdecke. Yui stand in seinem Hemd und Hose neben dem Bett.

,,Aber ich darf doch noch bei dir schlafen, oder Chaia?" fragte er ihn schüchtern.

Achaia lächelte ihn liebevoll an, zog die Decke weg und ließ Yui ins Bett kommen. Dieser kuschelte sich an Achaia's warmen Körper. Achaia nahm die Decke, deckte sich und Yui zu, legte einen Arm um seinen kleinen Körper.

-Darauf werde ich wohl nie verzichten können...mein Kleiner Engel.-dachte er und wartete bis Yui eingeschlafen war, dann schloss auch er seine Augen und schlief ein.


Im Reich der Dämonen...

,,Shin! Wo hast du dich wieder herumgetrieben?"

Eine dunkle, eindringliche Stimme erklang. Sie kam von einem Mann, der auf einer Art Throns saß. Sein langes schwarzes Haar fiel ihm über seine breiten Schultern. Der Angesprochene ging auf ihn zu und blieb direkt vor ihm stehen.

,,Vater ich habe mich etwas mit diesen unwürdigen Kreaturen beschäftigt..." sagte er gelangweilt, wollte weg von diesem Ort, der ihm doch so trist und nichtssagend erschien.

,,Shin du bist mein Sohn. Es ziemt sich nicht für einen Dämonenprinzen, dass er sich bei Menschen aufhält, auch wenn du sie töten solltest."

Gelangweilt winkte Shin ab, seine Gedanken drehten sich momentan um etwas anderes, um jemand anderen. Er hatte jetzt einfach keine Lust sich mit seinem Vater wegen solcher Lappalien zu streiten.

,,Ok! Vater...bald trete ich deine Nachfolge an aber bis dahin lass' mir meine Freiheiten..." war das Letzte was er dazu sagte und verließ die Halle in der er sich gerade befand. Das Grummeln des Dämonenlords überhörte er einfach, die Zusprüche der Diener umging er und auch die schönen Augen der Sklavinnen ließ er unbedacht.

Als er in seinem Gemach ankam, schloss er die Türe hinter sich, zog sich etwas leichteres an und ließ sich auf sein Bett fallen, dachte nach.

Wer ist dieser Junge? Wer kann ihm nur so derart den Kopf verdrehen, so dass sämtliche Gedanken über diesen einen gehen. Das Merkwürdigste jedoch war, dass der Junge kein Mensch sein konnte...kein Mensch! Doch was dann? Ein Engel, nein dafür hatte er eine zu hohe Anziehungskraft auf ihn...ein Dämon? Dann müsste er ihn kennen...er würde schon noch herausfinden wer oder was er war, soviel war sicher. Seine leuchtend amethystfarbenen Augen, so schön und ausdrucksstark. Seine süßes unschuldiges Gesicht. Ein Entschluss wurde in dieser Nacht von Shin gefasst. Er würde diesen Jungen, Yui, bekommen! Koste es was es wolle. Sei er ein Engel oder ein Dämon, nichts und niemand würde ihn aufhalten können.


Doch diese Begegnung blieb nicht unbemerkt. Jemand hatte seine Späher ausgeschickt um Yui zu beobachten, so blieb also auch nicht unbeobachtet, was sich in der Menschenwelt zwischen Yui und Shin abspielte. Die beiden mochten sich unbekannt sein doch waren sie es nicht der Person, die sie beobachten ließ. In ihrem Gemach, lag diese noch wach, dachte über den weiteren Verlauf ihres Planes nach.

Der Auserwählte sollte fallen und wenn sie dafür die Gefühle des Seraphim ausnutzen müsste. Der Dämonenprinz und der Auserwählte hatten mit ihrer Begegnung ihr Schicksal bereits besiegelt. Schon seit Yui ihr das erste Mal begegnete, seine leuchtenden Augen Adam Kadamon faszinierten, er sämtliche Erzengel auf seine Seite zog, fasste sie diesen Plan. Yui würde sich ihr nicht in den Weg stellen.

Ein Lachen durchbrach die Stille, ein durchdringendes und dunkles Lachen. Das Licht wurde gelöscht, nichts war mehr zu hören, Etemenaki blieb still.

Adam Kadamon saß auf seinen Thron, dachte nach. Etwas schien sich anzubahnen, doch kümmern konnte er sich nicht darum. Rheas sollte diese Aufgabe bekommen.

Irgendetwas schien mit Yui zu passieren und dass könnte das Schicksal aller besiegeln.

Nachdenklich schloss er seine Augen, sah eine Vision, eine Vision der Zukunft, die noch nicht als solche feststand. Eine Träne entwich seinen Augen, ein Gefühl zierte sein sonst ausdrucksloses erhabenes Gesicht. Was sah er, was sah er, dass ihn zu solch einer Emotion befähigte?

-Soll er wirklich so sein, dass mein liebstes Kind den Tod findet? Durch wen? Warum war Achaia nicht bei ihm?-

Seine Vision war bruchstückhaft, er konnte nur eine Szene deutlich sehen. Yui's Tod durch jemanden, dessen Gesicht er nicht erkennen konnte. Eine weitere Person war zu sehen auch sie war ihm unkenntlich. Was sollte er nur tun, obwohl er, Adam Kadamon, der Mächtigste in Etemenaki war, beschlich ihn ein Gefühl der Ratlosigkeit. Der Kampf mit den Dämonen zerrte bereits an seinen Kräften und nun kam die Sorge um Yui noch hinzu...

Er dachte noch lange Zeit darüber nach, kam jedoch zu keinem präzisen Entschluss.


-INFO Ich mache jetzt einen Sprung! Die Begegnung mit Shin und Yui wird dann später in Rückblenden erzählt. Also nicht wundern-

Die Tage und Wochen vergingen. Yui schlich sich ab und zu wieder in die Menschenwelt, doch aus einem ihn unkenntlichen Grund verstärkte Adam Kadamon seinen Schutz. Achaia war fast rund um die Uhr bei ihm, sollte dies mal nicht der Fall sein, dann waren die Erzengel bei ihm. So kam es auch, dass er nur sehr selten die Gelegenheit fand sich abzuseilen, meist konnte er nur für wenige Minuten dort bleiben, doch nahm er diese Heimlichkeiten in Kauf. Denn eines war in dieser Zeit, die verging geschehen. Er hatte sich in den jungen Mann, Shin, verliebt. Bei ihrer Begegnung nach dem Vorfall und bei den wenigen anderen, die nur für kurze Zeit zustande kamen, ergriff Shin die Initiative, zeigte ihm seine Gefühle, legte sie Yui dar. Natürlich hatte er Zweifel, nicht zuletzt wegen Achaia, doch er musste sich seiner eigenen Gefühle eingestehen, dass er sich in Shin verliebt hatte, seit ihrer ersten Begegnung. Irgendwann würde er Achaia die Wahrheit erzählen und dieser würde es verstehen, sicherlich. Doch in seinem Inneren wusste Yui, dass diese Vorstellung mehr einer Art Wunschtraum glich, Probleme kämen auf Shin und ihn zu, soviel war sicher.

Außerdem gab es noch ein Problem, mit dem Achaia wohl nicht auskommen würde. Shin war oder vielmehr ist ein Dämon, dass sagte dieser ihm in ihrer ersten gemeinsamen Nacht, er nahm ihn mit in die Dämonenwelt, in sein 'Zuhause'. Yui's Identität wurde auch offenbart, dass dieser wohl halb Engel/Dämon war.

Ihre Liebe sollte ab diesem Zeitpunkt auf eine harte Probe gestellt werden. Ein Schatten legte sich über ihre junge und doch starke Liebe. Eines Tages bemerkte Achaia, als er früher als sonst nach Hause kam, dass Yui nicht da war. Er suchte in Etemenaki nach ihm und bekam leichte Panik als er ihn auch dort nicht finden konnte. Auch Gabriel und die anderen konnten ihm nicht helfen, versicherten ihm aber nach Yui zu suchen. Als letzte Möglichkeit ersuchte er Adam Kadamons Rat, doch dieser war nicht anwesend. Rheas übernahm dessen Vertretung und kam auf Achaia zu, fragte ihn mit gespielten Interesse.

,,Seraphim, was ist dein Begehr? Ist etwas geschehen was die Anwesenheit, des Adam Kadamon beansprucht."

,,Yui ist verschwunden! Ich wollte Adam Kadamon's Rat in dieser Sache einholen.." erwiderte Achaia bestimmend und ging auf Abstand. Etwas an Rheas behagte ihm nicht, seine ganze Art schien ihm heuchlerisch und falsch zu sein.

,,Ich könnte euch vielleicht helfen...auch mir liegt natürlich Yui's Wohl am Herzen. Kommt mit mir..." sagte Rheas, drehte sich um und lief auf eine große Tür zu. Das Grinsen, welches sich auf seinen Lippen bildete blieb unbemerkt.

Als sie in den Raum eintraten, musste sich Achaia erst an die Dunkelheit, die darin herrschte gewöhnen. Eine Kerze wurde angezündet und erhellte den Raum, schwach aber man konnte nun wenigstens etwas erkennen. Eine kleine Kugel stand in der Mitte auf einem runden hölzernen Tisch, sie leuchtete auf als Rheas sie berührte. Er schaute auf und winkte Achaia zu sich.

,,Komm' her...schaue in diese Kugel und du wirst sehen wo sich dein Schützling gerade befindet."

Achaia ging zu ihm, machte ein fragendes Gesicht.

,,Dies ist Dämonenmagie! Wie kommst du zu soetwas?" fragte Achaia, schaute dennoch hinein, seine Sorge überwiegte.

,,Das soll nicht dein Problem sein, Seraphim. Nun was siehst du?"

Achaia wurde mit einem Male blass, was er dort in dieser Kugel sah ließ ihn sprachlos werden. Yui! Yui war in der Menschenwelt, bei ihm war ein anderer, fremder Mann und diese befanden sich gerade in einer innigen Umarmung. Ein Kuss wurde ausgetauscht, zärtliche Berührungen vergeben. Achaia merkte wie er langsam wütend wurde, sein Gesicht einen sehr dunklen rot Ton bekam. Er stemmte seine Arme auf den Tisch und sah mit vor Zorn geweiteten Augen auf die Szene, die sich immer noch in der Kugel vor ihm bot. Plötzlich stieß er sich von der Tischkante ab, lief hinaus. Draußen ging er schnellen Schrittes zu einem der Tore, spreizte seine Flügel, flog herab in die Menschenwelt.

,,Nun kommt in Gang was ich die ganze Zeit sorgfältig plante..." murmelte Rheas leise und setzte sich mit einem sehr befriedigenden Ausdruck in seinem Gesicht auf einen Sessel, lehnte sich nach hinten und schloss seine Augen.

-Endlich! Sein Tod ist näher als zu Anfang gedacht...-


In der Menschenwelt

,,Shin ich muss gehen...die anderen machen sich bestimmt schon Sorgen..." versuchte Yui Shin klarzumachen, doch er wurde jedes Mal in einen neuen Kuss seines Gegenübers gezogen. Shin wollte ihn nicht loslassen, hielt ihn fest umklammert, drückte ihn gegen seinen Körper.

,,Ich will nicht, dass du gehst...wir können doch zu mir..." nuschelte Shin, während er sein Gesicht in dessen Haare vergrub.

,,Hmm..du riechst nach Vanille und Erdbeer..."

Plötzlich stieß Yui Shin von sich, schaute sich panisch um. Er fühlte eine ihm sehr bekannte Aura und diese kam immer näher.

-Nein! Er kann und darf es nicht sein...nicht hier und jetzt!-dachte Yui und schaute sich weiter um, dann erkannte er in der Ferne einen Schatten, einen sehr großen.

,,Shin! Du musst hier weg...da vorne.." versuchte er Shin zu warnen, doch dieser schüttelte nur den Kopf, legte ihm einen Finger auf den Mund, unterbrach so sein Reden.

,,Nein, es ist besser, wenn er es jetzt erfährt. Ich werde dieses Versteckspiels langsam müde, Yui." Erwiderte er ruhig und stellte sich beschützend vor ihn.

Achaia kam näher, war schon bei den beiden angelangt und blieb vor Shin stehen, immer noch wütend.

,,Yui! Komm mit mir..."sagte er ruhig und dennoch bestimmend.

Shin hielt Yui davon ab zu ihm zu gehen indem er ihn hinter sich schob.

,,Nein! Er bleibt bei mir...Wir lie.." Shin wurde von Achaia unterbrochen als dieser ihn am Kragen zu sich zog.

,,Er kommt mit mir! Und wage es nicht zu behaupten, dass er dich liebt...ich erkenne deine Aura! Du bist Shin, der Sohn des Dämonenlords. Verschwinde und ich lasse Gnade mit dir walten..." zischte Achaia und seine sonst freundlichen und warmen Augen, glühten vor Zorn und Wut, er war bereit Shin hier und jetzt zu töten, das wurde auch Yui klar.

,,Ich bleibe dabei. Er bleibt hier bei mir oder..."doch diesmal unterbrach ihn nicht Achaia, nein Yui kam hinter seinem Rücken hervor und stellte sich nun beschützend zwischen Achaia und Shin.

,,Ich werde mit dir kommen Chaia..." er drehte sich ein letztes Mal zu Shin um.

,,Es ist besser so, Shin. Er ist stärker als du...und ich will nicht, dass dir etwas geschieht, dazu liebe ich dich viel zu sehr. Das ist nun mein Problem nicht deines. " Sagte er liebevoll und gab ihn einen innigen Kuss, ging dann auf Achaia zu und senkte seinen Kopf. Achaia sah ihn immer noch wütend an, doch diesmal glänzten seine Augen nicht vor Wut, nein in ihnen konnte man nur eines sehen, Enttäuschung. Er schlug Yui mit seiner flachen Hand auf die Wange, dieser hielt sie sich und legte seinen Kopf auf die Brust des Seraphims.

,,Lass uns gehen Chaia...das bedarf einer langen Erklärung." Er seufzte und kleine Tränen bahnten sich ihren Weg über seine Wangen, fielen auf den Boden. Yui schaute noch ein letztes Mal zu Shin, der nur ratlos an seinem Platz stand und verfolgte wie Achaia Yui auf seine Arme nahm und mit ihm verschwand.

-Du wirst ihn mir nicht wegnehmen Seraphim...-

Wieder bildete sich dieser Nebel und Shin war verschwunden. Bereit sich einen Plan auszudenken um Yui zu sich zu holen verschwand er in seinem Gemach.


Wieder in der Welt der Engel, beachtete Achaia Yui nicht und lief ins Haus, setzte sich auf einen Stuhl und wartete demonstrativ darauf, dass Yui ihm das alles erklärte.

Als Yui hereinkam und Achaia auf dem Stuhl sah, senkte er wieder seinen Kopf, ging zu ihm und kniete sich vor ihn, legte seine Hände auf dessen Knie.

,,Chaia...ich weiß nicht wie ich es sagen soll. Shin und ich...wir lie..."

,,Nein sage es nicht! Es kann nicht sein. Ein Engel kann sich nicht in einen Dämon verlieben..." schrie er und unterbrach Yui. Dieser stand auf, ließ seine Jacke auf dem Boden fallen und breitete seine Flügel aus.

,,Schau die das an, Chaia. Ich bin erst 140 Jahre alt und habe doch schon Flügel, schau dir ihre Farbe an...eine ist schwarz, die andere weiß. Was hat das wohl zu bedeuten?" stellte Yui ihm die Frage, auf die es nur eine Antwort gab, das wussten beide.

,,Genau. Ich bin weder Engel noch Dämon...ich bin irgendeine Abart dazwischen..." Yui fing an zu schluchzen.

,,Shin hat mich akzeptiert...hat mir seine Liebe gestanden. Chaia, ich liebe ihn und keiner kann mich davon abhalten, auch nicht, wenn du oder die anderen mich von ihm trennt!" fuhr er fest fort, wischte sich die Tränen weg.

Achaia stand auf, stellte sich vor Yui und beugte sich zu ihm herunter, hob dessen Kinn an.

Weiche Lippen trafen auf Yui's und er stand wie erstarrt da, ließ sich auf eine Umarmung seines Mentors, seines Beschützers und seines besten Freundes ein. Als Achaia den Kuss löste, ließ er Yui los, sah ihn nur traurig an.

,,Du wirst ihn nie wieder sehen. Sollte es dennoch der Fall sein und ich euch beide erwische, dann werde ich ihn töten...Verstanden?" sagte er, stellte sich an die Tür.

,,Ich werde den anderen nichts davon sagen, werde auf dein Wort vertrauen." Als Yui nickte ging er hinaus, schloss die Türe hinter sich, ließ Yui allein.

Yui ging in das Bad, stellte sich unter die Dusche, drehte das Wasser auf und ließ es auf sich prasseln, angezogen ließ er sich an den kalten Kacheln herab, zog seine Beine an den Körper.

-Wieso? Wieso musste es nur so weit kommen...Shin...Chaia...-


Yui wurde immer trübsinniger, nichts war mehr von seiner glücklichen und unbeschwerten Art zu sehen. Er zog sich zurück, Achaia verbot ihm das Haus zu verlassen, nicht mal mehr nach Etemenaki durfte er ohne ständige Begleitung. Gabriel, Uriel und die anderen fragten ihn, doch er schwieg. Was sollten sie schon dagegen tun? Er hatte Achaia enttäuscht, hatte all die Jahre nicht bemerkt, wie dieser zu ihm stand.

Yui sehnte sich nach Shin, nach seiner sanften, dunklen Stimme, seinen wunderschönen dunklen Augen, die ihn immer so liebevoll ansahen. Als die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit kam, perlten vereinzelt Tränen seine Wange hinunter.

-Ich muss damit aufhören...ich weine viel zu viel...-

Yui schaute hinaus, aus dem Fenster und sah einen Schatten vorbeihuschen. Er lief zum Fenster, öffnete es und beugte sich heraus. Plötzlich fiel er nach hinten, wurde gerade noch von jemanden am Arm zurück gezogen, der sich mittlerweile im Haus befand.

,,Shin! Was machst du hier? Du musst hier weg...wenn Chaia dich findet..."dann sah er ihn sich genauer an und grinste.

,,Wie siehst du denn aus? Überall ist Dreck..." Er wischte Shin mit seiner Hand über die Wange um ihn sauber zu machen. Dieser nahm seine Hand und küsste sie.

,,Ich wollte, musste dich wieder sehen..."erwiderte er zwischen all den Küssen, die er mittlerweile auf Yui's Gesicht verteilte.

,,Wie bist du hierher gekommen? Dämonen dürfen nicht hierher! Achaia wird dich töten, wenn er dich entdeckt..."sagte Yui traurig, löste sich von Shin.

,,Ich habe gelauscht. Diese Trottel von niederen Engeln haben davon gesprochen, dass heute eine wichtige Besprechung sei...und infolgedessen wären alle höheren Engel und somit auch der Seraphim bei Adam Kadamon. Also habe ich mich nen bisschen schmutzig gemacht, einen alten Umhang umgeworfen und bin hier hergekommen...ich brauche nicht durch Tore zu gehen um zu dir zu kommen..." Shin beugte sich zu Yui herunter, zog ihn zu sich, umarmte ihn und wollte ihn am liebsten nicht mehr loslassen.

Seinen Kopf auf Shin's Brust gebettet, versuchte Yui ihn zur Vernunft zu bringen.

,,Du musst gehen! Ich weiß nicht wann Chaia wieder kommt..."

,,Komme mit mir!" sagte Shin plötzlich, schaute Yui tief und entschlossen in die Augen.

,,Was? Nein, dass kann ich Chaia nicht antun...außerdem wird er uns finden und was dann?" Yui stand nun vor Shin und sah ihn verzweifelt an.

,,Wenn wir erst in der Dämonenwelt sind ist meine Macht stärker...viel stärker. Ich wäre diesem Seraphim ebenbürtig."

,,Nein! Ich bleibe hier. Ich will nicht, dass ihr wegen mir kämpft oder euch tötet..." Er schüttelte heftig den Kopf, ging einen Schritt zurück, öffnete die Tür und deutete ihm somit das Haus zu verlassen.

Shin seufzte laut auf, ging leise auf Yui zu, stand hinter ihm. Er schüttelte den Kopf, nahm Yui's Arm und zog ihn wieder zu sich. Doch diesmal nicht um Zärtlichkeiten auszutauschen, nein diesmal legte er ihm eine Hand auf den Mund, sprach etwas in einer für Yui fremden Sprache. Yui riss seine Augen auf, wollte etwas sagen, doch er kam nicht mehr dazu, fiel regungslos in Shin's Arme. Dieser hob ihn hoch, ein dunkler Nebel entstand, schwarze Federn wirbelten herum und schon waren Shin und Yui darin verschwunden.


Stunden später, es war bereits dunkel und ruhig. Achaia kam nach Hause, sah die offene Tür, stürmte hinein, schaute sich um und erblasste als er niemanden darin sah, nur schwarze Feder, die auf dem Boden verteilt lagen. Er hob eine von ihnen auf, zerriss sie wütend. Nun war klar wo sich Yui aufhalten müsste. Dieser Dämon hatte es doch tatsächlich gewagt in das Reich der Engel, in sein Haus einzudringen und Yui mitzunehmen.

-So leicht lasse ich ihn mir nicht wegnehmen!-

Achaia lief schnellen Schrittes zu dem großen Portal, welches nur ein paar Meter entfernt stand, wandte sich an die Wächter.

,,Ihr lasst keinen hier durch! Niemanden, habt ihr mich verstanden?" befahl er ihnen. Sie nickten nur unterwürfig und wagten es nicht ihn anzusehen. Dann passierte er ohne ihre Antwort abzuwarten durch das Portal und fand sich in der Dämonenwelt wieder. Mit einem genauen Ziel vor Augen, ließen er die Dämonen unbeachtet, die ihn argwöhnisch ansahen und sich doch dazu entschieden ihn besser nicht anzugreifen.


Yui öffnete langsam seine Augen, schaute sich um. Was er wahrnehmen konnte, war eine samtene schwarze Decke, die um seinen Körper lag und ein weiche warme Matratze unter sich. Er befand sich auf einem Bett! Auf Shin's Bett um genau zu sein. Das Zimmer in dem er sich befand war in dunklen Blautönen gehalten, Kerzenlicht flackerte und erhellte alles. Yui stand auf, legte die Decke neben sich, ging zur Tür. Im selben Moment in dem er die Tür öffnen wollte, legten sich zwei Arme um ihn und zogen ihn zu sich.

,,Willst du etwa wieder gehen? Jetzt da ich dich endlich wieder bei mir habe...?"fragte Shin neckisch und verteilet kleine Küsse auf Yui's Nacken. Dieser drehte sich zu ihm um und sah ihn missmutig in die Augen.

,,Du hast mich einfach hierher gebracht! Bist du wahnsinnig? Chaia wird herkommen und dann fangen die Probleme erst an..." seufzte Yui, schlug mit seinen Händen auf Shin's Brust.

,,Du bist doch ein hoffnungsloser Idiot!"

Shin schob ihn etwas von sich, sah ihn sicher an.

,,Mir ist eines in der Zeit klar geworden, die ich ohne dich verbracht habe...Das ich nicht ohne dich leben kann..."Er stand am Fenster und schaute nachdenklich hinaus, wartete auf Yui's Reaktion.

,,Gehen wir raus? Ich will sehen, wie die Nacht in der Dämonenwelt ist..."fragte Yui leise, wollte das Thema wechseln.

Plötzlich erstarrte Shin und schaute nur auf einen Punkt, den er draußen entdeckt hatte.

Er nahm Yui und drückte ihn auf das Bett.

,,Du bleibst hier! Ich habe noch etwas zu erledigen...warte auf mich. Gehe auf keinen Fall nach draußen!" befahl er ihm, seine Augen funkelten und seine Stimme verdunkelte sich.

Yui nickte nur verwirrt, als Shin auch schon zur Türe verschwunden war.

-Was ist nur auf einmal los?-


,,Seraphim!" Shin stand vor Achaia und breitete seine schwarzen Flügel aus, gefährlich blitzten seine spitzen Eckzähne auf.

,,Wo ist Yui?" fragte Achaia ihn kalt, näherte sich ihm und schaut ihn ausdruckslos an.

,,In Sicherheit! Gehen wir woanders hin...wo es etwas ruhiger ist." Shin erhob sich, Achaia tat es ihm gleich und flog mit ihm an einen anderen Ort, etwas weiter weg.

Als sie wieder landeten, standen sie sich gegenüber. In ihren Augen konnte man eine Gemeinsamkeit erkennen. Beide waren bereit den jeweils anderen zu töten. Stille, das Geräusch des Windes, dann setzten sie sich in Bewegung und der Kampf begann.


Yui saß unruhig auf Shin's Bett, dachte angestrengt darüber nach warum Shin auf einmal davon gerannt war. Dann kam ihm ein Einfall.

-Mist. Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen...Chaia!-

Er stand auf, rannte aus dem Zimmer. Als er draußen ankam, schaute er sich um, bekam Panik als er keinen erkennen konnte.

-Wo sind sie nur hin?-

Yui konzentrierte sich, auf Shin und Achaia, hörte mit einem Male deren schnelles Atmen.

Er spreizte seine Flügel, erhob sich und folgte den Geräuschen, die die Beiden machten. Vor einer kahlen Landschaft stoppte er, schaute sich nach Shin und Achaia um und fand sie auch, kämpfend ein paar Meter vor ihm. Luft wurde herumgewirbelt, Explosionen wurden sichtbar. Yui landete etwas abseits und lief zu den Beiden. Diese waren so vertieft in ihren Kampf, dass sie den Neuankömmling nicht bemerkten.

Shin hatte gerade die Gelegenheit Achaia den Gnadenstoß zu geben, stand über ihn gebeugt und hob seine Hand, bereit sie ihm in seine Brust zu stoßen. Seine Augen geschlossen, senkte er die erhobene Hand und stieß sie in die Brust des Seraphim, so glaubte er. Als er seine Augen wieder öffnete, erstarrte er und fiel zurück. In den Armen des Seraphims lag eine andere Person aus deren Unterkörper Blut quoll. Diese hielt sich den Bauch, sah aus tränenverschleierten Augen zu ihm. Wollte ihm etwas sagen, es bildeten sich drei Worte auf ihren Lippen. Als auch schon deren Augen zu fielen und sie regungslos in Achaias Armen lag.

-Nein! Nicht Yui...ich habe nicht Yui...-

Fassungslos starrte Shin erst auf Yui dann auf seine blutüberströmte Hand. Er ließ sich auf den Boden fallen, seine Augen wurden glasig, ausdruckslos.

Achaia schaute ebenso fassungslos auf Yui, der ihn seinen Armen lag. Tod! Wollte er nicht eben das verhindern, war es nicht seine Aufgabe gewesen ihn zu beschützen, sein Wunsch? Nun hatte Yui ihn beschützt und nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte. Sein Blick verwandelte sich von Trauer in unbeschreibliche Wut, sämtliche Energie sammelte sich in seiner rechten Hand an, er zeigte auf Shin und öffnete sie, eine kleine Energiekugel bildete sich und schoss genau auf Shin zu, traf ihr Ziel. Ohne sich zu wehren oder der Kugel auszuweichen, blieb Shin auf dem Boden, sah seinem Tod in die Augen.

Achaia stand auf, legte Yui neben Shin auf den Boden. Seine Sicht erhellte sich, die Wut verschwand und an deren Platz trat wieder Trauer, unbeschreibliche Trauer über den Verlust einer Person, die ihm mehr bedeutete als sein eigenes Leben.

-Es war meine Eifersucht, die das hier bewirkte...ich gebe ihnen eine zweite Chance, ihnen und mir...-

Er beugte sich zu den Toten herunter, fasste zuerst an Yui's Stirn, sprach leise und unverständlich ein paar Worte, einem Spruch gleich. Ein Licht erstrahlte, ein helles und gleißendes Licht, es hüllte Yui ein und sein Körper verschwand. Dasselbe geschah mit Shin.

Dann verließ Achaia diesen Ort, machte sich wieder auf in die Welt der Engel. Nun war es an ihm Adam Kadamon von dem Tod Yui's zu berichten. Ebenso von dem Tod des Dämonenprinzen, der durch seine Hand starb. Der Krieg, welcher schon seit Jahrhunderten tobte, sollte mit diesem Ereignis in eine weitere Runde gehen. Die einzige Hoffnung, dass der Krieg ein Ende finden würde, fand durch seinen Fehler den Tod. Vielleicht so hoffte er würden ihre Seelen in der Menschenwelt das bekommen, was ihnen hier verwehrt wurde und er, so hoffte Achaia für sich, bekäme ein zweite Chance. Er würde weiterhin über Yui wachen und ihm eines Tages seine Erinnerung wieder geben und dann wäre er es, der ihm endlich das gesteht, was er seit langem unterdrückte...


TBC

So endlich bin ich fertig;-) Puh...hat das lange gedauert. Ich hoffe, dass euch das erste Kapitel gefallen hat. Ursprünglich sollte es noch länger werden aber dann hättet ihr viel länger warten müssenO-o'' Ich werde es in Rückblenden erzählen:-) Kommis nicht vergessen.