Tut mir leid das das kapitel sooo kurz geraten ist. Aber wenns aus is is es nun mal aus. Also viel Spaß beim Lesen
Ich materialisierte mich wieder in meiner Küche und bemerkte leider erst viel zu spät, dass das Krätzi-Hexi sich ja noch an mein Handgelenk klammerte. Sehr zu meinem Bedauern hatte sie immer noch nicht drauf wie man vernünftig durch eine Linie reist. Und das soll eine Dämonin sein. Das ich nicht lache. Mit einem entnervten Seufzer wollte ich Rachel die sich soeben wieder zusammensetzte auf ihre Füße ziehen. Aber natürlich schaffte sie es sich dermaßen zu wehren, dass es ihr gelang mich mit der Wucht ihres beeindruckenden Sturzes von den Füßen zu reißen.
Ich war viel zu perplex um mich noch rechtzeitig in Luft aufzulösen und so fiel ich mit ihr auf meinen harten Küchenboden und sie begrub mich unter sich. Ich stöhnte auf und spuckte dabei ein paar ihrer roten Haare aus meinem Mund. „Au", beschwerte sich die Hexe über mir und ich fragte mich mit welchem Recht sie einen Schmerzenslaut ausstieß wenn ich doch unter ihr lag. Nachdem es mir gelungen war ihr Gewicht so zu verlagern, dass sie mir nicht die Luft absperrte fiel mir auf wie anzüglich unsere Position eigentlich war. Sofort entspannte ich mich und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf und grinste genüsslich während die Hexe versuchte wieder Ordnung in ihr Haarchaos zu bekommen. Als sie wieder halbwegs die Kontrolle über ihre Sicht hatte, sah sie mich verwirrt an. „Was war das?", fragte sie vorwurfsvoll.
„Ich weiß nicht Rachel", lachte ich verschmitzt, „aber wenn du es so dringend nötig hast, dass du dich schon auf mich stürzt hättest du es doch nur sagen müssen." Sie sah irgendwie verwirrt aus und ich half ihrem Verständnis ein wenig auf die Sprünge in dem ich in Richtung unserer Hüften nickte die sich nicht unbedingt an den unschuldigsten Stellen berührten. Rachel folgte meinem Nicken und lief augenblicklich knallrot an, machte aber keine Anstalten sich von mir runter zu bewegen. Unanständiges Mädchen.
So sehr ich es auch genoss Rachel in Verlegenheit zu bringen und sie rittlings auf mir sitzen zu haben mit der Zeit wurde sie schwer. Während Rachel also noch darüber nachdachte was sie jetzt tun oder sagen sollte, nahm ich ihr diese Entscheidung mit Freuden ab. „Du wiegst eine Tonne Rachel" maulte ich während ich einfach aufstand und sie mehr als unsanft einfach auf den Boden plumpsen ließ.
„Hey", beschwerte sie sich, als sie sich wieder aufrappelte. „Wärst du noch lieber länger in dieser Position verweilt", stichelte ich während ich ihr den Rücken zugewandt ein Buch aus meinem riesen Schrank zog, „Ich hatte nämlich das Gefühl das es Zeit für einen Stellungswechsel wurde." Ich konnte hören wie sie sich den Staub von der Hose klopfte und erinnerte mich daran, das Pirece wieder einmal aufkehren musste. Ceri hatte ihre häuslichen Pflichten so viel ernster genommen. Ich seufzte und hörte wie Rachel leise „Leck mich" vor sich hin murmelte.
„Genau das hatte ich doch vor" antwortete ich und drehte mich mit einem Ruck um und schleuderte ihr das Buch, das ich ausgesucht hatte entgegen. Sie bemerkte das auf sie zu segelnde Buch einen Moment zu spät, versuchte noch es irgendwie aufzufangen, doch es schlug mit einem dumpfen Knall gegen Rachels trainierten Bauch und viel dann zu Boden. Sie starrte mich böse an, doch ich ignorierte sie und setzte Teewasser auf, „Heb`s auf" forderte ich sie gebieterisch auf. Rachel bückte sich um den Wälzer aufzuheben und ich erhaschte einen kurzen Blick auf ihren Arsch. Sie hatte ein wirklich knackiges Exemplar. „Das hast du mit Absicht gemacht", warf sie mir vor und klatschte das Buch auf die Kücheninsel. „Was du nicht sagst", ich schenkte das heiße Wasser in zwei Tassen und hängte in jede einen Beutel. Eine schob ich Rachel hin „Nicht weglegen", ich deutete auf das Buch, „ du wirst es brauchen."
„Wozu", verdutzt berührte sie den Einband. Ist sie so blöd oder stellt sie sich nur so dämlich. „Um es zu lesen vielleicht?", entnervt rollte ich mit den Augen. Ich hatte die dümmste Schülerin des Planeten. „ Was das ganze?" ihre Finger zuckten von dem Einband zurück als hätte sie plötzlich Angst er könnte sie beißen. „Natürlich" ich lehrte mir einen Löffel Zucker in den Tee und machte mich geistig auf eine Nörgeltriade gefasst. Was war nur aus meinem entspannten Nachmittag geworden. „ Aber das sind ja…" Rachel warf einen abschätzenden Blick auf das Buch „ mindestens 1000 Seiten."
„Ach wirklich", ich musterte den Wälzer mit geheucheltem erstaunen. Dann nahm ich ihn und klatschte ihn Rachel gegen die Brust, „ Dann solltest du wohl besser schnell damit anfangen"
„Worum geht's da überhaupt. Und was ist eigentlich mit ihm passiert?", Rachel deutete über ihre Schulter nach hinten auf ein auf dem Boden liegendes Bündel aus Kleidern und Fleisch. Oh Pierce habe ich ganz vergessen. Kein Wunder das es so ruhig ist. „ Er hat es verdient. In ein paar Stunden sollte er wieder auf den Beinen sein." Noch ein Quälgeist mehr. Allein bei dem Gedanken daran bekam ich Kopfweh. Rachel sah besorgt aus und presste die Lippen zu einem dünnen Schlitz zusammen. Dann beschloss sie anscheinend nichts für ihn tun zu können. „Also was lerne ich von diesem Monster das sich Buch schimpft."
„Im besten Falle wie man durch eine Linie springt ohne auf dem Hintern zu landen."
Rachels Augen weiteten sich angesichts der Tatsache, dass ich ihr beibringen wollte alleine durch Linien zu springen. Schon weitaus mehr interessiert blätterte sie in dem Schmöker, „und im schlechtesten Falle lernst du wie lange es dauern kann so ein dickes Buch zu lesen und wie unglaublich Still man dabei sein muss."
„ Versteh schon du willst deine Ruhe haben. Kapiert.", ohne von ihrer Lektüre
aufzusehen stieg sie über den reglosen Pierce und machte es sich in dem Lehnsessel bequem. Ich lehrte meinen letzten Schluck Tee und machte mich auf den Weg in mein Schlafgemach. „ich werde mich hinlegen. Wenn du etwas brauchst weck mich bloß nicht." „ Jaja" meinte sie abwesend, ganz in das Buch vertieft und mit strahlenden Augen begierig darauf das Geheimnis der Linien zu entschlüsseln.
„Versuch einfach dich nicht umbringen zu lassen", und mit diesen Worten verschwand ich durch die Tür. Glücklich endlich diese Gewänder ablegen zu können streifte ich sie einfach an Ort und Stelle ab und ließ sie dort liegen. Schnell schlüpfte ich unter die Decke und schloss die Augen.
„Hey", hörte ich Rachel auf einmal aus dem Wohnzimmer brüllen. Ich kicherte leise und schadenfroh. Anscheinend war ihr soeben eingefallen, dass sie sich morgen nicht einmal mehr an das Buch selbst geschweige denn den Inhalt erinnern würde. Gut Nacht Krätzi-Hexi. Rachels gedämpften Gefluche wiegte mich sanft in den Schlaf.
