Gut das kapitel ist ja wieder mal reichlich kurz. Tut mir wirklich leid. Ich hab so lang nicht mehr geschreiben und jetzt leider das gefühl Al is ein bisschen OOC. Naja vielleicht bild ich mir das auch nur ein. Trotzdem viel Spaß :)
„Al", ich hörte irgendetwas fürchterlich brummen und versuchte das Insekt zu verscheuchen, das zweifellos versuchte mich in den Wahnsinn zu treiben. „Al", ich war sehr ungehalten, denn ich wusste, dass meine Ruhe nur noch von kurzer Dauer sein würde. Aber ich würde durchhalten. Ein wenig Ruhe hatte ich wohl verdient. Ich hielt die lebensmüdeste Hexe auf Erden am Leben. Und das rund um die Uhr. Wenn ich etwas verdient hatte dann Ruhe. Und ich würde sie auch..Klatsch. Aufgebracht schlug ich die Augen auf und setzte mich ruckartig auf.
„Tu das nie wieder", drohte ich als mein Blick auf Rachel fiel, deren Hand noch immer halb erhoben war von der Ohrfeige die sie mir verpasst hatte. Sie sah aus als konnte sie sich nicht entscheiden ob sie erschrocken, verwundert über sich selbst drein schauen sollte oder einfach nur grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Ihr Gesicht zeigte also eine groteske Masse aus versteckter Schadenfreude und echtem Erstaunen. Geheuchelte Reue wäre mir lieber gewesen. Vielleich wäre dann der Drang sie wiedermal umzubringen nicht so groß gewesen.
„ Was sollte ich denn tun?", rechtfertigte sie sich, „wir wurden von einem Haufen Tränke getroffen und ich habe keine Ahnung wo wir sind. In deiner Küche auf jeden Fall nicht mehr, " sie ließ ihren Blick über den Wald, der um die Lichtung auf der wir uns befanden, lag, gleiten, „Es sei denn du hast den besten Innenausstatter der Welt."
Manchmal hatte sie einfach den Humor eines nassen Fetzens. „Hörst du das?", meinte ich. Sofort wurde sie ernst. „Was?" fragte sie angespannt und wendete vorsichtig ihren Kopf hin und her um mögliche Geräusche besser wahrzunehmen. Ihr ganzer Körper spannte sich an und machte sich kampfbereit. In ihre Augen trat ein leichter Ausdruck von Furcht und als ich meine Augen schloss konnte ich ihren Angstschweiß förmlich riechen. Ein herrlicher Duft am liebsten hätte ich mich auf der Stelle auf sie gestürzt.
Rachel hielt die Luft an und lauschte noch einige Sekunden. Dann entspannten sich alle ihre Muskeln wieder und sie sah mich an. „ Ich höre nichts" Ich grinste hämisch „ Ganz genau. Kein herumschreiender Pierce. Das heißt wir sind definitiv nicht in meiner Küche" Rachel wurde sauer und warf ihre Haare empört in den Nacken „Du hast mich verarscht" „Wie schlau du doch bist Rachel Mariana Morgen. Wie konnte ich nur die ganze Zeit merken welch Genie in dir steckt ?" Rachel rollte entnervt mit den Augen und ich war froh, dass sie nicht sah, dass ich versuchte meine Verunsicherung durch Sarkasmus zu überspielen. Natürlich hatte ich den Ort an dem wir uns befanden sofort wieder erkannt. Ich hatte auch schon so eine Theorie warum wir hier waren, aber solange ich es nicht sicher wusste würde ich Rachel nicht beunruhigen. Sie war ein wenig hypernervös und neigte unter Panik zu schlechten Entscheidungen. Das war ja überhaupt erst der Grund, dass ich sie kennen gelernt hatte. Das und ihr Ex- Freund sie den eigentlich auch schon getötet. So langsam verlor ich den Überblick.
Ich hörte Stimmen die aus dem Wald drangen. Ich schloss die Augen um herauszufinden wie weit sie noch von uns entfernt waren. „Mit dir gefangen in.. Gott weiß wo wir auch immer sind? Ich könnte mir nichts Schlimmeres vorstellen." Rachel war sichtlich gekränkt das ich sie so einfach reinlegen hatte können, „ von wegen sicherer schimpfte sie. Bei ihrem lauten Geplapper war es mir unmöglich die Stimmen zu lokalisieren. „ Psst", machte ich ungehalten und wedelte mit der Hand als wolle ich eine Fliege verscheuchen. Abrupt wandte sich Rachel mir zu und sah mit einem bösen Blick zu mir hoch. „Hältst du mich wirklich für so dumm das ich zwei Mal auf den selben Scherz hineinfalle?" wollte sie wissen. Nein liebes Hexi ich halte dich sogar für noch sehr viel dümmer.
Da ich keine Lust hatte mit ihr zu diskutieren, allein schon weil ich wusste das die Diskussion kein Ende finden würde bis ich ihr recht gab. Rachel war wirklich eine schlechte Verliererin. Daher ging ich nicht näher auf ihr Gerede ein sondern packte sie kurzer Hand, hielt ihr den Mund zu und zog mich mitsamt sich windender Rachel ins Dickicht zurück. Ich hörte zwar dass sie sich lautstark beschwerte, aber alles was man durch die Handschuhe vernehmen konnte war ein dumpfes Gemurmel. Vielleicht sollte ich mir einen Knebel besorgen. Die Verlockung Rachels nervige Gepiepse muten zu können war schon verlockend.
„Au", fluchte ich und zog meine Hand zurück als sich Rachels spitze Zähne durch den Samtstoff bissen. „Du hast mich gebissen", meinte ich empört und wiederstand dem Drang ihr ins Gesicht zu schlagen. „Was kann ich dafür wenn du plötzlich einen auf psychopathischen Kidnapper machst?" Na ja Kidnapper ist nicht mehr ganz der richtige Ausdruck. Eher Womannapper. Ich musste über meinen eigenen Scherz schmunzeln und Rachel sah mich an als wäre ich jetzt vollkommen durchgedreht. Schließ nicht gleich von dir auf andere. „Was sollte das überhaupt" entrüstete sie sich. Sie wollte noch mehr sagen, aber in dem Moment betraten zwei gestalten, die Lichtung. „Hältst du jetzt endlich deine dämonenverdammte Klappe" zischte ich unddrückte ihren Kopf hinter einen Busch. Rachel wollte noch etwas sagen. Mir wahrscheinlich klarmachen was ich sie alles konnte, aber da sah sie die zwei gestalten und verstummte. Braves Mädchen.
„Wer ist das?" wollte sie wissen. Die gestalten standen sich gegenüber. Die eine hatte uns den Rücken zugewandt. Die andere, etwas kleinere wurde von der Ersten komplett verdeckt. Aber ich wusste sofort um wen es sich handelte. Meine Ängste wurden bewahrheitet. Die Figur war mir so vertraut wie keine andere. Diese Bewegungen hätte ich unter tausenden erkannt.
Rachel allerdings starrte die Person intensievst an. Auf einmal erschien so etwas wie ein skeptischer Blick auf ihrem Gesicht. Sie legte den Kopf schief. Als würde von dieser Perspektive aus plötzlich alles anders aussehen. Dann fiel ihr Blick auf mich und wanderte einmal von oben nach unten und wieder zurück. Dann sah sie wieder zu der Gestalt. Sie hatte begriffen. Sie lehnte sich zu mir und flüsterte. „Hey. Da hat jemand dasselbe scheußliche Gewand wie du. Und ich dachte so einen Geschmack gäbs nur einmal auf der Welt." Ich sah sie entgeistert an und wollte noch einen Kommentar über ihren nicht vorhandenen Verstand abgeben. Doch da wandte sich die Gestalt um, als würde sie sich vergewissern wollen, dass sie nicht beobachtet wurde. Rachels Augen wurden groß vor verstehen und ihre Lippen formten ein Stummes Oh mein Gott. Jetzt hatte sie verstanden. Ich starrte in das Gesicht das mir nur allzu vertraut war. Mein Gesicht.
