Lieben dank an kate snape für das liebe Review!

Reviews sind was tolles, wäre echt lieb, wenn ihr mir kurz eure Meinung schreiben könnt. Würde mir wirklich helfen!

Danke an meine liebe Beta ShizoFairytale!

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3. Vorbereitung

Was ihn weckte, war ein die dunkle Vorahnung, etwas Wichtiges erledigen zu haben. Träge blinzelte er gegen die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne an, die durch seine nicht ganz geschlossenen Vorhänge blitzten. Ein Blick auf seinen Wecker verriet ihm, dass es kurz nach sechs war, also noch eine ganze Stunde bis das Frühstück begann. Und selbst zu dieser Uhrzeit war er selten wach, eher noch kam er kurz vor acht, nur um sein Essen herunterzuschlingen und weiter zum Unterricht zu hetzen.

Was also hatte ihn zu so früher Stunde geweckt?

Bei näherer Betrachtung fiel ihm auf, dass er kaum müde war. Was ihn im Bett hielt war lediglich eine gewisse Trägheit und reine Routine. Dann fiel sein Blick auf seinen Arm, der neben seinem Kopf platziert war. Die Ereignisse des gestrigen Nachmittags überfluteten ihn und schlagartig saß er im Bett.

Der kleine graue Kreis!

Selbst nach mehreren Reinigungszaubern und Einsetzen von Schwamm und Seife war er nicht verschwunden. Im Gegenteil, nun war er nicht mehr hellgrau, sondern tiefschwarz. Nachdenklich betrachtete Harry das Zeichen und mit jeder Sekunde, die verstrich, wurde die Vermutung, dass dies etwas mit der seltsamen Stimme zu tun hatte, größer. Er musste unbedingt zu der Kammer!

Ohne weiter nachzudenken schlug er die Decke zurück und schwang seine Beine aus dem Bett. Nach einer schnellen Katzenwäsche zog er sich hastig die Klamotten des Vortags an und eilte die Treppe hinunter. Seine plötzliche Aufregung konnte er sich selbst kaum erklären, doch in Gedanken war er schon in der Kammer, so dass er nicht mehr wirklich dazu kam, diese seltsamen Gefühle zu analysieren.

So schnell er konnte verschwand er aus dem Gemeinschaftsraum und rannte beinahe die Gänge und Treppen hinunter in den zweiten Stock, zum Klo der Maulenden Myrthe. Dort angelangt wurde er zum ersten Mal langsamer und gestattete es sich erst einmal wieder richtig zu Atem zu kommen.

„Myrthe?", rief er fragend, doch es kam keine Antwort. Also musste er wohl alleine hinunter. So kurz davor befiel ihn dann doch ein mulmiges Gefühl, doch er schüttelte es ab und trat an das defekte Waschbecken.

~Öffne dich!~, zischte er erneut in Parsel und sah zu, wie der Eingang freigegeben wurde. Kurz holte er noch einmal tief Luft und ließ sich dann die Röhre hinunter gleiten. Fluchend fiel er kurz darauf in den Berg Tierknochen am unteren Ende – er sollte sich wirklich etwas einfallen lassen, sollte er vorhaben öfter hier herunter zu kommen und aufgrund der brutalen Rutschpartie nicht irgendwann im Krankenflügel zu landen. Denn das konnte er nun wirklich nicht gebrauchen. Missmutig klopfte er sich den Staub von den Klamotten und lief weiter.

In der Kammer angekommen sah er sich prüfend um. Erkennen konnte er niemanden, so ging er nach kurzem Überlegen zum Körper des toten Basilisken. Dass er dabei wieder ein wenig ins Wasser waten musste bemerkte er nur am Rande – vielmehr war sein Blick fasziniert auf die grüngrau schimmernde Schuppenhaut gerichtet. Am Vortag hatte kein einziger Zauber auch nur die kleinste Wirkung gezeigt, er hatte den schweren Schlangenleib nicht ein winziges Stück zur Seite bewegen können. War das Tier vielleicht gegen jeglichen Angriff geschützt?

*Nur gegen magische.*, ertönte da ihm eine nun wohl bekannte Stimme im Kopf.

*Also war das gestern kein Traum.*, stellte Harry ohne erkennbare Wertung fest. Tatsächlich wusste er nicht genau, was er davon nun halten sollte. Sollte er Angst haben? Schließlich wusste er noch immer nicht mit wem oder was er es zu tun hatte. Sollte er sich freuen? Die Stimme hatte ihm doch im indirekten Sinne Macht und Stärke versprochen. Oder sollte er misstrauisch – vorsichtig sein, um jeglichen Fallen und Hinterhalten aus dem Weg zu gehen?

*Nun, das ist ganz dir überlassen.*, irrte er sich oder war das Amüsement? *Doch ich würde dich bitten mich nicht mehr als ‚Die Stimme' zu bezeichnen. Du hast mein Zeichen empfangen und ich habe dich als mein Kind anerkannt. Wenn es dir nicht zu viel wäre würde ich die Bezeichnung als dein Vater oder zumindest als dein Neu-Schöpfer vorziehen.*

*Neu-Schöpfer?*

*Nun ja, du bist nun kein reiner Mensch mehr – hatte ich das vergessen zu erwähnen?*

*WAS?!* Panik breitete sich in Harrys Brust aus und hastig tastete er seinen Körper nach Veränderungen ab – doch nichts. Er fühlte sich nicht wirklich anders. Sein Körper war noch der gleiche wie gestern morgen und auch sonst konnte er keine Veränderung spüren – wenn man mal von dem schwarzen Kreis an seinem Handgelenk absah.

*Noch ist die Verwandlung nicht zur Vollendung gekommen. Um die wahre Kraft in deinem Innern annehmen und auch kontrollieren zu können wirst du in der nächsten Zeit jede freie Minute hier verbringen und lernen.*

*Lernen?*, fragte Harry verwirrt.

*Du musst deinen Geist und deinen Körper trainieren, um die Bürde meines Segens auf dich nehmen zu können. Erst dann wirst du dich endgültig verwandeln.*

Nachdenklich senkte er den Blick. Wollte er das wirklich? Würde er damit nicht einen Teil von sich selbst aufgeben? Wahrscheinlich, doch er wusste, er würde alles tun, nur um seine Freunde und all die anderen Menschen vor Voldemort zu beschützen. Er erkannte, dass er sich schon längst entschieden hatte und schwor sich ab nun nicht mehr zu zweifeln.

*Wahrlich, du bist es würdig mein Sohn genannt zu werden.*, erklang die Stimme seines… Vaters?

*Wenn ich mich verwandle, wird mein Äußeres sich dann stark verändern?*

*Du wirst immer noch du selbst bleiben. Vertrau mir.* Wenn das so einfach wäre…

*Was muss ich tun, Vater?*

Harry spürte, wie sich der andere freute und ab diesem Augenblick hatte er seinen Neu-Schöpfer schon fest in sein Herz geschlossen. Ja, er würde ihm helfen, komme was wolle. Und so begann seine erste Trainingsstunde. Sie sollte sich so lange ziehen, dass er auf dem Weg zum Unterricht sprinten musste und kaum Zeit zum Essen hatte.

*–*–*–*–*–*–*

Der große Ballsaal des Hauses war erfüllt von verhaltenem Getuschel. Jeder hatte einen Brief erhalten, in dem sie alle zu den ihnen bestimmten Aufgaben aufgerufen wurden, zusätzlich zu der Bitte, so bald als möglich in den Hallen der Ernannten zu erscheinen. Gespannt warteten alle auf das Eintreffen ihrer Oberhäupter.

Diese befanden sich Seite an Seite auf dem Weg zu eben jenem Raum, angespannt und mit ernsten Gesichtern.

„Sag, Selena, hat sie dir verraten worum es geht?", durchbrach der sonst stets fröhliche und ausgelassene Blonde und sah auf seine Partnerin herab.

„Kein Wort.", entgegnete diese bar jeden Gefühls und man sah, wie sehr sie das Laufen anstrengte. Ihr Stab krachte mit Schritt zu Schritt schwerer auf den marmorierten Boden. „Sie ist aufgeregt und so konfus, dass ich auch ihre Gedanken nur verzerrt wahrnehmen kann."

Der Jüngere legte die Stirn in Falten und schien beinahe nachhaken zu wollen, unterließ es jedoch im letzten Moment. Er wollte sie nicht unnötig reizen und so einen vermeidbaren Schwächeanfall riskieren.

„Joshua?", erklang da auf einmal die ganz und gar nicht starke Stimme der Älteren und ließ ihn besorgt nach ihrem Arm greifen.

„Ja? Was ist? Ist dir schlecht? Willst du dich kurz ausruhen? Soll ich William holen?", haspelte er hektisch.

„Nein, nein.", sie legte ihre Hand über seine und sah ihn beinahe schon liebevoll an, doch dieser Ausdruck verschwand so schnell wie ein Windhauch. „Ich bitte dich nur auf meinen Körper zu achten. Bitte, lass mich nicht vor all denen in Ohnmacht fallen."

„Aber natürlich.", lächelte er warmherzig und bot ihr seinen Arm an. „Wir sind gleich da."

Selena nickte und senkte den Kopf, griff nach dem ihr dargebotenen Arm. Kurz darauf blitzten Joshua mitternachtsblaue Augen von unten her an und ein breites Grinsen legte sich auf das Gesicht des Mädchens.

„Ich grüße dich, Joshua."

„Euch auch einen schönen Tag, Mylady.", entgegnete er galant. „Wollen wir?"

„Mit dem größten Vergnügen!"

Sie traten vor die sich öffnende Tür und traten in den großen Ballsaal. Alle Köpfe wandten sich zu ihnen um und ein Raunen ging durch die Menge. Erhobenen Hauptes schritten sie durch die Gasse, die sich ihnen zu Ehren bildete und betraten kurz darauf das kleine Podest. Für sie war ein thronartiger Stuhl aufgestellt worden, auf dem sie elegant Platz nahm, während Joshua sich hinter sie stellte und eine Hand auf der Lehne ablegte.

„Seid gegrüßt, meine Kinder, Kindeskinder und alle, die ihr hier erschienen seid.", begann sie hoheitsvoll zu sprechen, als alle verstummt waren. „Es erfüllt mein Herz mit Freude und Hoffnung, euch den Grund dieser Versammlung mitteilen zu dürfen. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, wurde vor einigen Tagen das Gleichgewicht dieser Welt verändert. Das Schicksal unserer Art hat sich zum Guten gewendet. Hoffnung ist uns geschenkt, denn wir haben den einen gesandt bekommen, der uns aus der Finsternis ins Licht führt! Meine Kinder, in diesem Augenblick befindet sich auf dieser Welt der vierte unserer Linie. Freut euch, denn mein Bruder wurde ernannt!"

Tumult brandete auf. Freudige, ungläubige und jubelnde Stimmen wurden laut und ließen den großen Saal erbeben. Doch da hob das Mädchen die Hände und Ruhe kehrte wieder in die Reihen der Männer und Frauen ein.

„Es ist eine Zeit der Freude, doch wir werden uns rüsten müssen. Mit meinem neuen Bruder wird auch der Krieg beginnen. Der Krieg um unsere Freiheit! Um Gerechtigkeit! Doch um zu diesem Ziel zu gelangen müssen wir alles Stück für Stück vorbereiten. Wir werden Krieger brauchen, wir werden die Clans der Heiler brauchen. Und wir werden all die anderen brauchen, um uns in dieser Zeit zu unterstützen. Jeder von euch hat zu Beginn seines vierten Strahls oder zu seiner letzten Prüfung eine Aufgabe bekommen. Ich bitte euch, geht dieser Aufgabe mit äußerster Sorgfalt nach, wir können uns keine Fehler mehr leisten."

„Sagt, Herrin, wer ist er? Euer Bruder.", ertönte da eine weibliche Stimme aus der Menge. Das Mädchen warf ihr einen liebevollen Blick zu und schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.

„Eine sehr gute Frage, Selima.", entgegnete sie. „Der Name unseres Bruders ist Harry James Potter."

Wieder wurden Stimmen laut. Aufgeregtes Gemurmel wanderte die hohen Wände hinauf und schwebte als Klangteppich über den Köpfen der Anwesenden. Jeder hatte von ihm gehört, dem Jungen aus England, der dem dortigen dunklen Lord wieder und wieder entgegen trat und immer wieder mit dem Leben davon kam. Wer hätte gedacht einen so starken Meister zu bekommen? Er würde sie mit Stärke führen können.

„In seinen jungen Jahren musste er schon viel erleiden und auch seine Fähigkeiten sind nicht einmal im Ansatz ausreichend ausgebildet. Wir haben viel Arbeit vor uns, lasst sie uns gemeinsam anpacken." Alle wandten sich wieder dem Podest zu und warteten gespannt auf neue Anweisungen. „Wir haben einen straffen Zeitplan ausgearbeitet, den es einzuhalten gilt. In diesem Augenblick ist er für uns zwar unerreichbar in den Mauern von Hogwarts eingeschlossen, doch zum Ende der nächsten Woche wird er die großen Hallen verlassen."

Nun stand sie auf und trat an den Rand des Podests.

„Nuca Gémeaux, Sohn der Evangeline. Tritt vor."

Ein junger Mann mit braunem Haar und warmen braunen Augen löste sich ein wenig verwirrt blinzelnd aus der Menge, kniete sich jedoch traditionell vor die Füße seiner Herrin und senkte das Haupt. Sie sah gutmütig auf ihn hinab und wartete, bis er sie ansah, bevor sie fortfuhr.

„Du bist auserwählt, unseren Bruder nach Hause zu holen.", verkündete sie mit fester Stimme, so dass jeder im Raum es hören konnte. „Du wirst ihn mit uns und unserem Leben vertraut machen und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen."

„Euer Wille, meine Tat.", senkte Nuca erneut den Kopf und nahm somit seine Aufgabe an.

„Das wäre dann alles.", trat das Mädchen wieder in die Mitte des Podests und wandte sich der Menge zu. „Ihr seid entlassen. Gedenkt dem Vater."

„Blut des Vaters!", schallte es aus dutzenden Mündern zurück.

Kurz darauf leerte sich der Saal langsam. In kleinen Grüppchen begaben sich die Anwesenden zu den Kaminen oder Apparierplätzen und verabschiedeten sich voneinander. Es wurde dabei viel über das Gehörte gesprochen, die Neuigkeiten würden noch Wochen später das Gesprächsthema Nummer Eins in der Gemeinschaft sein und bald würden viele andere auch darüber bescheid wissen.

Ihr Oberhaupt hatte Recht gehabt. Das Gleichgewicht der Welt war ins Wanken geraten.

*–*–*–*–*–*–*

Als er ins Klassenzimmer für Verwandlung stolperte trafen ihn zwei ärgerliche Blicke. Einer von Professor McGonagall für sein so knappes Auftauchen und einer von seiner besten Freundin. Als er sich zwischen ihr und Ron nieder ließ schien sie nur mit ihrem Blick in ihn hinein sehen zu wollen. Ron, der bis dato beinahe eingeschlafen wäre war nun urplötzlich hellwach und sah Harry vorwurfsvoll an.

„Hey Kumpel, wo warst'n du?", fragte er verwirrt.

„Bin heute früher aufgewacht und da ich euch nicht wecken wollte bin ich raus.", versuchte der Gefragte die Frage abzublocken – doch bei Ron half das wenig.

„Alter, seit wann stehst'n du so früh auf? Is doch reinster Selbstmord!"

„Da hast du wahrscheinlich Recht.", grinste Harry und gähnte einmal demonstrativ. „Ich glaube nicht, dass ich das noch mal freiwillig mache." Und wie er das wieder tun würde. Sein Neu-Schöpfer hatte ihm erklärt, dass er von Mal zu Mal weniger Schlaf brauchen würde, so hatte er im Umkehrschluss auf jeden Fall mehr Zeit zum Trainieren, die er brauchte und auch nutzen würde. Aber vielleicht konnte er die Trainingsstunden in die Nacht verlegen und somit zumindest bei seinen Freunden den Schein wahren. Ihm war verboten worden mit jemandem über das alles zu sprechen und er würde sich daran halten.

„Mr. Weasley, Mr. Potter. Da sie beide sich gerade intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen scheinen, könnten sie mir meine Frage vielleicht beantworten?", schnitt da Professor McGonagalls Stimme eisig durch den Raum und ließ die beiden erschrocken zusammenfahren. Hinter sich konnten sie Malfoy und die anderen Slytherins lachen hören, doch unter dem strengen Blick der Lehrerin trauten sie sich nicht einmal zu zucken.

„Nein? Wie schade.", sie kniff die Lippen missbilligend zu einem dünnen Strich zusammen und wandte sich dann ab. „Zwanzig Punkte Abzug für Gryffindor wegen privater Gespräche während des Unterrichts. Mrs. Parkinson, würden Sie die Frage vielleicht beantworten?"

Mit eingezogenen Köpfen hielten die beiden den Rest der Stunde still, doch als sie entlassen wurden begannen sie wie jeden Tag ein Gespräch über Quidditch und packten ihre Sachen zusammen. Doch bevor sie zum nächsten Saal eilen konnte baute sich Hermine vor ihnen auf und stemmte die Hände in die Seiten.

„Habt ihr beide auch nur eine Ahnung davon, wie schwierig es ist, all die Punkte die ihr verliert wieder rein zu bekommen?", fauchte sie los und ignorierte die vorbeiströmenden Schülermassen. „Ihr seid so rücksichtslose Vollidioten! Und du, Harry James Potter, sagst gefälligst nächstes Mal bescheid, wohin du urplötzlich verschwindest! Mir ist bewusst, dass du unter deinem Verlust leidest, aber so ändert sich nie etwas! So hart es auch klingt, er ist tot – und selbst wenn du in aller Einsamkeit vor dich hin leidest wird er nicht wieder lebendig! Sprich mit uns, wir sind deine Freunde."

Betreten sah Harry zu Boden und als sie eine Pause einlegte sah er sie von unten her um Verzeihung heischend reumütig an.

„Tut mir leid, Mine.", murmelte in dem mitleiderregendsten Ton, den er auskramen konnte. Seltsam, das hatte er noch nie gemacht, doch er bemerkte, wie viel Spaß es machte zu sehen, wie das Mädchen verwirrt blinzelte und ihre Mimik urplötzlich weicher wurde. Dann nahm sie ihn in den Arm, ganz sanft, so als wolle sie ihm auf keinen Fall zu nahe treten.

„Schon gut, Harry. Wir sind doch für dich da. Nicht war, Ron?", den letzten Satz warf sie dem Rothaarigen bissig entgegen, der daraufhin hastig mit einer Hand auf Harrys Schulter klopfte und murmelte: „Ja klar. Wir sind für sich da, Mann."

„Och, wie süß.", schnarrte da eine ihnen wohl bekannte Stimme durch den Gang. „Sagt, vögelt ihr auch zu dritt oder wechseln sich das Schlammblut und das Wiesel bei dir ab, Potter?"

„Malfoy.", knurrte dieser und drehte sich zu seinem Erzfeind um.

„Applaus, du kannst dir nach all den Jahren noch immer meinen Namen merken. Für einen Gryffindor eine Wahnsinnsleistung, nicht wahr?"

„Es ist eher Wahnsinn, dass dich noch keiner im Schlaf erstochen hat, Malfoy. Du bist unerträglich.", fuhr Harry ihm über den Mund und wandte sich ab. „Kommt, lasst uns gehen."

*–*–*–*–*–*–*

Mit einem leisen Zischeln schlängelte sie sich über den Boden auf ihren Meister zu. Sie hatte schlechte Neuigkeiten und war schon sehr gespannt, wie ihr Meister darauf reagieren würde. Der Thronsaal der Burg war gefüllt mit Umhangtragenden Menschen, deren Gesichter unter weißen Masken versteckt waren, doch sie kannte sie alle. Sie waren die Diener ihres Herrn und sie alle fürchteten sich vor ihr. Ja, sie hatte definitiv mehr Macht über jeden Einzelnen von ihnen, als je ein anderes Wesen außer ihr Meister über diese Menschen haben könnte.

Zumindest war sie bis dahin von dieser Tatsache überzeugt. Doch heute war irgendetwas anders, das konnte sie spüren. Doch sie konnte bei bestem Willen nicht sagen, was es war und so ignorierte sie es.

~Meisssster…~, zischelte sie, als sie durch die Menge glitt und mit Genugtuung beobachtete, wie die Menschen sich zusammenreißen mussten, sich nicht zu bewegen. Sie hatte deutlich demonstriert, was geschah, wenn man zur Seite sprang. Der Mensch hatte keine zwei Minuten überlebt. Auch wenn er nicht sonderlich schmackhaft gewesen war.

~Nagini.~, begrüßte ihr Meister sie und ließ den Menschen mit dem Duft des Stolzes und der Eitelkeit verstummen. ~Sprich meine Schöne, welche Informationen bringen dir deine Brüder und Schwestern?~

~Das Minisssterium vertuscht noch immer Eure Rückkehr ssssss.~, zischelte sie und wand sich an der Thronlehne nach oben, so dass die Hand ihres Herrn leicht ihren Kopf berühren konnte. ~Ssssie werden jedoch bald einsssehen müssssen, dasssss die Gerüchte wahr sssind.~

~Also wird es bald publik?~

~Ja, Meissster. Nefroton berichtete mir sssss von Reportern, die sssich mit Gerüchten zzzu übertreffen versssuchen.~

Ein höhnisches Lächeln legte sich auf die Lippen ihres Herrn, als dieser mit einem seiner langen, knochigen Finger über ihren Kopf strich und sich wieder seinem Menschen zuwandte.

„Lucius, mein Freund. Es ist an der Zeit, die Welt von meiner Wiederkehr zu unterrichten, meinst du nicht auch?", sprach er zu dem Stolz-und-Eitelkeit-Menschen. Dieser neigte sich nach vorn, so dass eine Strähne seines blonden Haars zu sehen war.

„Gewiss, mein Lord."

„Nun denn, Lucius. Ich habe gehört Mr. Browltrick aus dem Büro des Zaubereiministeriums heiratet in diesen Tagen."

„Ja, mein Lord."

„Ja, die junge Liebe… ein Jammer, dass sie niemals für die Ewigkeit ist, so sehr sich dieses Halbblut auch wünscht.", die anfangs beinahe bedauernde Stimme ihres Herrn wurde jäh kalt wie Eis. „Tötet sie. Alle. Verschont nicht einen einzigen von diesen dreckigen Halbblütern!"

„Jawohl, mein Lord.", drang es aus zwanzig Kehlen.

„Ihr seid entlassen."

Sofort drängten sich die Menschen zum Portal. Urplötzlich blieben die meisten stehen und warfen sich fragende Blicke zu. Auf der Schwelle stand eine hoch gewachsene Gestallt, eingehüllt in einen schwarzen Mantel, dass aristokratische Gesicht ausdruckslos. Hinter ihm stand die Ratte Wurmschwanz und das irre Funkeln in den kleinen Augen schickte ein nervöses Raunen durch die Reihen der Menschen.

Nagini spürte wie ihr Meister sich versteifte und dann traf auch sie die Aura des Fremden. Verwirrt hob sie den Kopf, um ihn besser sehen zu können. Es fühle sich an wie… Heimkehr. Als hätte sie sehr lange auf diesen Augenblick warten müssen ohne es auch nur zu ahnen.

„Raus hier!", schnarrte ihr Herr und wartete, bis seine Menschen den Raum verlassen hatten und sich das Portal hinter ihnen geschlossen hatte. „Wer bist du? Und wie kommst du hierher?"

„Na, na.", schnalzte da der Neuankömmling missbilligend mit der Zunge und warf seine Kapuze nach hinten. „Wie sprichst du denn mit deinem Urgroßvater?" In dem Moment blitzten seine grünen Schlangenaugen auf und ließen ihren Herrn hörbar nach Luft schnappen.

„Das ist unmöglich!", knurrte er, nachdem er sich rasch wieder gefasst hatte.

„Du weißt, dass es wahr ist.", entgegnete Salazar Slytherin mit kaltem Spott. „Man hat mich vor langer, langer Zeit weggesperrt, doch nun bin ich befreit. Als ich hörte, dass ich einen Urenkel der zwanzigsten Generation habe, bekam ich doch glatt Lust auf ein fröhliches Familientreffen." Seine Stimme troff vor Spott, als er weiter auf Voldemort zuging, Wurmschwanz wie ein Schatten an seiner Seite.

Nagini glitt zu Boden und schlängelte sich Slytherin entgegen. Denn eins war gewiss –

Voldemorts Zeit war vorüber.