Title: Beurteile niemanden mit den Augen eines Anderen

Chapter: Ehrliche Antworten

Pairing: Nein, diesmal nicht^^

Rating: K+

Warning: Kommas und ich ist immer so ne Sache… wenn ihr ein fehlendes findet dürft ihr's behalten XD

Summary: Uthers Hass auf die Magie ist seit 20 Jahren ungebrochen. Unaufhörlich versucht er seinen Sohn ebenfalls davon zu überzeugen, dass die Magie keine guten Seiten hat. Doch Arthur muss seinen eigenen Weg finden und er wird jemandem begegnen, der ihm dabei hilft.

Disclaimer: So meine Freundin hat es geschafft. Ich bin merlinfiziert^^ ausgleichende Gerechtigkeit, weil ich sie auf Boys Love gebracht hab^^. Leider gehören mir weder die tollen Charaktere noch das Setting noch sonst irgendwas, abgesehen von der Idee und meinem OC natürlich^^


Beurteile niemanden mit den Augen eines Anderen

Ehrliche Antworten

Uther schritt im Thronsaal auf und ab wie ein Drache im Käfig. Wie hatte es nur so weit kommen können? Morgana sprach kein Wort mehr mit ihm und sein Sohn ging ihm aus dem Weg. Es war Lady Rowena's Schuld! Wie konnte sie es wagen so mit ihm zu reden und dann auch noch über dieses Thema! Er war der König! Er war immer im Recht! Wie Morgana ihn angesehen hatte, als sähe sie ihn zum ersten Mal. Uther blieb stehen und sah Gaius an, der ihm ruhig gegenüberstand.

„Ich muss etwas unternehmen!"

Er begann wieder hin und her zu laufen. Diese Frau würde es noch schaffen die ganze Burg gegen ihn aufzubringen! Das konnte er nicht dulden! Sie musste gehen aber wie?

„Sire, sie ist das erste Mal seit 20 Jahren…", setzte Gaius an.

Natürlich! Das erste Mal seit 20 Jahren war sie wieder hier. Damals war sie freiwillig gegangen wie sie ihm unter die Nase gerieben hatte! Diesmal würde er sie hinausweisen! Mit einem triumphierenden Lächeln drehte Uther sich um.

„Ich werde sie verbannen! Auf Lebenszeit!"

Gaius resignierter Blick entging ihm.

Arthur stand auf der Burgmauer Camelots und blickte zwischen den Zinnen hinunter, ohne wirklich etwas zu sehen. In seinem Kopf ging alles durcheinander. Er stand hier schon… er wusste nicht mal mehr wie lange er schon so ins Nichts starrte.

/Ich versteh das nicht./ war der einzige Gedanke, der ihm immer und immer wieder durch den Kopf ging.

Versteh doch ich wollte nur…"

Wisst Ihr, dass es so ist?"

Beurteilt niemanden mit den Augen eines Anderen!"

Was war damit gemeint? War Magie wirklich nur böse? Sein Vater hatte ihm das so oft gepredigt. Aber was konnte er seinem Vater glauben? Er hatte Kinder umgebracht. Welche Worte von Uther entsprachen der Wahrheit? Arthur wusste es nicht. Die Fragen drehten sich in seinem Kopf, doch er fand keine Antwort, auf keine von ihnen. Er brauchte Antworten! Und er wusste, wo er sie finden würde. Arthur stieß sich von den Zinnen ab und marschierte auf den nächstgelegenen Eingang zu.

Rowena hatte lange in ihrem Zimmer gesessen und überlegt. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass zwar Uther ihre Worte verdient hatte, aber nicht Gaius. Also machte sie sich auf die Suche nach der Kammer des Hofarztes. Was wollte sie ihm sagen?

/Das wird mir schon einfallen./, dachte Rowena, als sie vor seiner Tür stand.

Vorsichtig drückte sie gegen das Holz und betrat den weitläufigen Raum. Auf den Tischen stapelten sich Sachen aller Art und Form, aber Gaius sah sie nicht. Gerade wollte sie wieder umkehren, als sie Worte vernahm. Eine Treppe am anderen Ende des Zimmers führte zu einer Tür. Sie stieg die Stufen hinauf und spähte so leise wie möglich ins Innere des dahinterliegenden Raumes. Merlin saß auf dem Bett mit einem Buch auf dem Schoß. Er sprach ein paar Worte in einer alten Sprache und plötzlich fing die Unordnung, die das Zimmer beherrschte, an sich aufzuräumen. Langsam breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Rowena zog sich zurück, verließ die Kammer und machte sich auf den Weg zu ihrer eigenen. Die ganze Zeit über erhellte ein Lächeln ihr Gesicht, Gaius für den Moment vergessen.

Sie hatte also Recht gehabt. Er war tatsächlich ein Magier. Sie hatte es vermutet, warum sonst wäre er bei Arthurs Worten zusammengezuckt. Entweder er war ein Zauberer oder jemand, den er kannte war einer. Die Antwort hatte sich soeben offenbart. Zauberei. Sie schüttelte ungläubig den Kopf. Es war schon so lange her. Damals als ihr Bruder noch lebte, der Erstgeborene und begabte Magier. Magie war auch gut! Er war das lebende Beispiel dafür gewesen. Sie sah noch einmal über die Schulter. Vielleicht war für Camelot ja doch noch nicht alles verloren.

Ihre Schritte verlangsamten sich, als sie in die Nähe ihrer Zimmertür kam. Rowena blickte auf und sah Uthers Sohn vor ihrer Tür stehen, die Hand zum Klopfen erhoben.

„Kann ich Euch helfen?"

Überrascht fuhr der junge Pendragon herum. Sein Blick traf auf den von Rowena.

„Ich suche Antworten, ehrliche Antworten, die nur Ihr mir geben könnt." Seine Erscheinung war ruhig, doch der Ausdruck seiner Augen verwirrt.

„Kommt herein.", war die einfache Antwort.

Arthur war von allein gekommen. Erstaunlich. Sie betrat mit ihm das Zimmer und setzte sich an den Tisch, während Arthur hinter dem Stuhl ihr gegenüber stehenblieb und die Hände auf die Lehne stützte.

„Nun?", ermunterte sie ihn

„Ich habe mehr als nur ein paar Fragen."

Ein leises Lachen war die Antwort. „Ich habe Zeit, fangt an bevor Ihr zu Staub zerfallt."

„Ich weiß Ihr sagtet die Wahrheit, doch ich kann nicht glauben, dass mein Vater…"

Er konnte den Satz nicht zu Ende führen, aber Rowena wusste worauf er hinaus wollte.

„Es gibt viele Dinge, die unsere Vorstellung übersteigen. Wisst Ihr ich hätte auch niemals geglaubt, dass ich Menschen eines Tages umbringen müsste oder, dass mein Bruder jemanden mit Absicht sterben lassen könnte." Ein bitteres Lachen. „Wir Menschen sehen in anderen zuallererst das Gute. Vor allem in den Personen, denen wir vertrauen. Aber niemand tut nur „Gutes". Wir alle tun, was wir für richtig halten. Uther hat vor 20 Jahren getan was er für richtig hielt."

Ein Seufzen. Dann sprach sie mit sanfter Stimme weiter. „Und Ihr werdet es Ihm gleichtun."

„Aber ich würde nie…!", unterbrach Arthur sie empört.

„Ich sagte", fuhr Rowena mit etwas lauterer Stimme fort, um ihn zum Schweigen zu bringen, „das Ihr tun werdet, was Euch richtig erscheint, aber ich sagte nicht, dass der Weg den Ihr dadurch wählt derselbe sein wird wie der Euers Vaters."

„Ihr glaubt ich bin anders?", fragte Arthur, seine Augen auf ihre geheftet.

Ein nachsichtiges Lächeln. „Wir alle sind verschieden. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Wobei der einfache nicht immer der richtige ist."

„Ich hätte an seiner Stelle anders gehandelt!" Uthers Sohn knirschte mit den Zähnen.

Abermals malte sich auf Rowenas Gesicht ein nachsichtiges Lächeln.

„Das könnt Ihr nicht beurteilen. Es bringt auch nichts darüber zu spekulieren, die Vergangenheit kann man nicht ändern."

Arthur sah Rowena an. In diesem Satz lag ein Wissen, das lange Zeit gebraucht hatte um zu reifen.

„Wie alt seid Ihr wirklich?", fragte er die Lady spontan.

„Na, man fragt doch eine Dame nicht nach ihrem Alter.", war die Antwort, während ein belustigtes Lächeln ihre Lippen kräuselte. Diese Frage hatte ihr schon lange niemand mehr gestellt. Das letzte Mal musste 2 Jahrhunderte her sein.

„Verzeiht.", verlegen sah er zu Boden.

„Waren das alle Fragen?"

Sein Blick schnellte wieder hoch. „Ist Magie wirklich böse?"

„Beantwortet mir eine Frage, junger Prinz. Ist Euer Schwert böse?"

Die Frage überrumpelte ihn. Ob sein Schwert böse war?

„Natürlich nicht!" Nun war er derjenige mit dem belustigten Lächeln. Sein Schwert und böse? Nein!

„Seht Ihr." Sie erwiderte den verwirrten Blick, den er ihr zuwarf.

„Die Magie ist wie Euer Schwert. Darf ich?" Sie kam um den Tisch herum und nahm das Schwert, das er ihr reichte.

„Euer Schwert ist ein Gegenstand und weder gut noch böse. Es kommt darauf an wie Ihr ihn einsetzt, versteht Ihr? Ihr könnt mit dem Schwert töten und beschützen und je nachdem nennt man Euch einen Schlächter oder einen Helden."

Arthurs Antwort war ein Nicken und ein skeptischer Blick. „Ihr wollt mir sagen, dass die Magie von sich aus nichts tut?"

„Richtig, Magie selbst ist unschädlich. Der, der sie einsetzt bestimmt die Richtung, so wie ein Kämpfer seine Waffe."

Sie drehte das Schwert und vollführte kunstvoll einige Schwertübungen, dann gab sie es ihm zurück.

„Aber diese Waffe wird oft für Niederträchtiges eingesetzt."

„Da habt Ihr Recht. Aber im Grunde hat alles zwei Seiten es kommt darauf an von wo man es betrachte."

„Meintet Ihr das damit, als Ihr sagtet ich soll nicht mit den Augen eines Anderen urteilen?", fragte Arthur.

„Jeder von uns urteilt. Doch manchmal ist es einfacher, das Urteil eines anderen zu übernehmen, als sich selbst eines zu bilden."

„Aber einfach ist nicht immer richtig, das waren Eure Worte.", erwiderte der Prinz nachdenklich.

„Ihr lernt schnell.", lobte Rowena. „Wenn Ihr ein guter König werden wollt, müsst Ihr das beherzigen."

„Aber auch wenn ich mir mein eigenes Urteil fälle, die Zauberei kann zum Bösen verwendet werden!"

„Wie alles andere auch.", war die Erwiderung.

„Sie haben Macht, reicht meine als König aus?" Ein ernster Blick aus blauen Augen, der zeigte, dass Arthur sich nicht sicher war.

„Ja, denn ihre ist nicht echt." Entgeistert sah Arthur sie an.

Rowena ging zum Fenster.

„Wisst Ihr Macht ist keine einzelne Eigenschaft. Sie steht auf drei Säulen. Der eigenen Stärke, das ist das was die bösen Zauberer haben, aber das reicht nicht."

Sie ließ ein Lächeln aufblitzen.

„Denn vor allem gründet sich Macht auf den Mut und die Loyalität der Menschen, die hinter Euch stehen. Niemand kann einen Kampf gewinnen, wenn er alleine dasteht."

Sie öffnete das Fenster und sah hinunter.

„Deshalb bestimmt das Volk über die Stärke eines Königreiches."

Arthur trat hinter sie und sah ebenfalls hinunter. Sie drehte sich um.

„Einen Anfang dieser Macht habt Ihr bereits, auch wenn es Euch vielleicht nicht bewusst ist. Jemand mit starkem Charakter und reiner Seele ist in der Lage, dieses Königreich zu regieren, ohne die Magie nur als Bedrohung der übelsten Sorte zu sehen."

„Aber Ihr sagtet selbst, Macht korrumpiert, also wie…"

„Ja, aber nicht immer.", war die ruhige Antwort. „Es gibt Bollwerke dagegen, nicht nur Euern Charakter, auch andere, die vielleicht noch für Überraschungen gut sein werden."

Sie dachte an Merlin und lächelte in sich hinein.

„Ihr werdet verstehen was ich meine, wenn es soweit ist.", beantwortete sie seinen fragenden Blick.

Arthur ließ das Thema fallen. Der Ausdruck ihrer Augen verriet, dass sie sich nicht erklären würde. Aber eine, die wichtigste, Frage musste er noch stellen. Er öffnete den Mund, doch sie wurden durch ein hartes Klopfen unterbrochen. Die Tür öffnete sich und mit einer Verbeugung erschien ein Ritter.

„Mylady, Ihr sollt in den Thronsaal kommen. Oh Prinz Arthur, hier seid Ihr. Für Euch gilt diese Anweisung ebenfalls."

Mit einer erneuten Verbeugung drehte der Ritter sich um und schritt voran. Arthur furchte ärgerlich die Stirn, aber ihm blieb keine andere Wahl, die Frage musste warten. Rowena und er sahen sich an und machten sich auf den Weg zum Thronsaal.


Bitte schön Kapitel 5 Wahnsinn schon beim vorletzten Kapitel^^

Lasst mir ein Kommi da (ganz ehrlich, ich beiß keinen^^) und nehmt euch einen Keks

*Keksschüssel hinstell*