*Hallöle! Ich will euch nicht lange aufhalten und nur ankündigen, dass dieses Kapitel ein höheres Rating hat, nämlich M – wegen sexuellem Inhalts. Wer alt genug ist und so etwas gern liest, dem wünsche ich viel Spaß, alle anderen können ja den kursiven Teil überspringen. LG, Jenna*
Erinnerungen
„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können."
(Jean Paul; *1763)
Beth hatte Josh geliebt, da war sie sich sicher – auf eine ganz vernünftige, warme Art und sein Tod war für sie eine Tragödie gewesen. Nicht nur, weil sie mit ihm einen so guten Freund verloren hatte, sondern weil sie keine Zeit mehr gehabt hatte, ihm alles zu erklären und sich zu entschuldigen. Stattdessen hatte sie ihn mit einer Lüge gehen lassen, mit der Vorstellung, dass er der Mann für sie gewesen war, mit dem sie hatte alt werden wollen. Wahrscheinlich war es so besser für ihn gewesen, aber ihren eigenen Schmerz, ihre Schuldgefühle und Zweifel hatte es eine Zeit lang verstärkt. Sie hatte ihn zwar nie tatsächlich betrogen, aber im Grunde genommen hatte ihr Herz immer jemand anderem gehört – ihrem Retter, ihrem Schutzengel, der ihr ganzes bisheriges Leben über sie gewacht und ihr das unglaubliche Gefühl von völliger Sicherheit gegeben hatte, in welche Richtung auch immer sie gegangen war – die Liebe ihres Lebens. Im Grunde genommen, hatte sie sich nur durch ihn zu der selbstbewussten, jungen Frau entwickeln können, die sie heute war. Alles hätte auch ganz anders kommen können, ohne ihn…
Und nun war er fort, endgültig fort, hatte sie allein gelassen nach all diesen Jahren, hatte ihr Herz in Stücke gerissen und einen Teil ihrer Seele mit sich genommen. Der Schmerz über diesen Verlust war so groß, dass sie nicht die Kraft hatte, ihn zu ertragen. Besser war es, gar nichts zu fühlen, ihren Körper von dieser Leere davon tragen zu lassen, die sie seit diesen schicksalhaften Minuten in der Wüste von Nevada überfallen hatte.
Nichts hatte sie seitdem erschüttern können, nicht einmal die explodierenden Gebäude unter ihr, als der Hubschrauber gerade rechtzeitig abgehoben hatte, oder die Flammen, die aus der Erde geschossen kamen, wie die Arme eines Dämons, der sie alle mit sich hinunter in die Hölle reißen wollte. Alles hatte sie mit angesehen, ohne auch nur die winzigste Gefühlsregung auf ihrem Gesicht zu zeigen. Sie hatte Josefs besorgte Blicke bemerkt und, als er ihr angeboten hatte, mit in sein Haus zu kommen und für diese Nacht dort zu schlafen, war ihr klar gewesen, dass seine Sorge vor allem ihrer geistigen und seelischen Verfassung galt. Doch der Gedanke, nicht allein sein zu müssen, tat ihr gut. Gerade weil sie sich so merkwürdig leer in ihrem Inneren fühlte, würde sie die Einsamkeit und Leere in ihrer Wohnung ganz gewiss nicht auch noch ertragen können.
Josefs Haus lag in Beverly Hills auf einem dieser seichten Hügel, von denen man einen hervorragenden Blick auf die glitzernden Lichter der Großstadt hatte, und es war riesig - zwei Stockwerke hoch, sehr breit und in einem hochmodernen Stil gebaut, mit großen Fensterfronten. Eine Menge Pflanzen um das Haus herum versperrten an einigen Stellen den direkten Blick ins Innere des Hauses und verhinderten gleichzeitig, dass zu viel Licht und Wärme durch die Scheiben drang.
Beth war wirklich beeindruckt, als sie diesen hypermodernen Palast betrat. Der Wohnzimmerbereich glich mehr einer Halle als einem Zimmer und spielte mit dem Kontrast zwischen moderner Architektur und Dschungelatmosphäre, denn die Pflanzen und künstlich angelegten Bäche, die den Garten bereicherten, grenzten nicht nur dicht an das Haus, sondern hatten direkte Zugänge ins Innere. Beth war eigentlich kein Fan der Moderne, aber das hier hatte wirklich Stil.
„Fühl dich ganz wie Zuhause", hörte sie Josef hinter sich sagen, kurz nachdem sich die Tür geräuschlos geschlossen hatte. „Willst du einen Kaffee?" erkundigte er sich, während er an ihr vorbei in Richtung Küchenbereich lief. „Oder Tee?" Er ließ eine der schweren Taschen, die er mitgebracht hatte, im Vorbeigehen auf eine Couch fallen und warf ihr über die Schulter einen fragenden Blick zu.
„Ähm… Tee wäre ganz gut", erwiderte Beth abgelenkt. Sie betrachtete gerade das Efeu, das sich zu ihrer Rechten quer über eine ganze Wand rankte und in das rötliche Licht der untergehenden Sonne getunkt wurde. War das wirklich echt?
„Green Jade oder Silver Needle?" wollte Josef wissen, während er Wasser aufsetzte und ein Teesieb herausholte.
„Du hast Silver Needle?" fragte Beth ungläubig zurück. Dieser weiße Tee war einer der Teuersten überhaupt. Sehr schmackhaft, aber reiner Luxus.
„Ich könnte dir auch einen einfachen Grünen anbieten", meinte Josef mit einem charmanten Lächeln und nahm eine Dose aus dem Schrank. „Rock Snail?"
„Ich dachte Vampire können nichts schmecken", erwiderte Beth irritiert, weil sie sich nicht erklären konnte, was ihr Freund mit solch exquisitem Tee wollte.
„Das ist richtig", stimmte Josef ihr zu und begann einfach, das Sieb mit der teuersten Sorte zu füllen. „Aber ich habe ziemlich oft Damenbesuch… Für meine Gäste nur das Beste!"
Beth schüttelte mit einem halben Lächeln den Kopf und ließ ihren Blick erneut durch den Wohnbereich gleiten, über die große Fensterfront, die zur Terrasse führte… Ihr blieb der Mund offen stehen.
„Du hast einen Pool?!"
Josef bedachte sie mit einem irritierten Blick. „Stell dir vor, ich bin nicht der Einzige hier in Beverly Hills…"
„Nein, ich meine,… warum weiß ich davon nichts?" Wenn die Sommer besonders heiß waren, war das tatsächlich eine sehr nützliche Information…
Josef zuckte die Schultern, ein Schmunzeln auf den Lippen. „Weil du dich dann wahrscheinlich sofort unsterblich in mich verliebt hättest und nicht in …" Er brach ab, senkte schnell den Blick und wandte sich lieber wieder seiner Arbeit zu. Es schien so, als wollte auch er dieses Thema möglichst meiden.
Beth atmete tief durch und ließ sich dann auf die in rot und weiß gehaltene Designercouch nieder, die ganz in ihrer Nähe stand. Der Anblick der untergehenden Sonne war wirklich wunderschön, doch obwohl sie eigentlich für solch romantische Dinge sonst immer sehr anfällig war, ließ er sie dieses Mal innerlich völlig kalt. Die kühle, abgestumpfte Ruhe in ihrem Inneren begann langsam ihr selbst ein wenig Angst zu machen, aber sie konnte nichts dagegen unternehmen.
„Der Tee für die Dame", vernahm sie Josefs Stimme dicht neben sich und blickte, als sie sich ein wenig umwandte, auf eine dampfende Tasse, in deren Innerem es silbern schimmerte. Sie brachte ein dankbares Lächeln zustande und nahm ihrem Freund die Tasse aus der Hand.
„Danke", murmelte sie leise und musterte ihn kurz. Er war immer noch sehr blass und die Ringe unter seinen Augen, waren nicht mehr zu übersehen. „Und was ist mit dir?" fragte sie.
Auch Josefs Lächeln war mehr müde als überzeugend. „Ich denke, heute ist keine Zeit mehr für eine warme Mahlzeit."
„Wie lange hast du nichts mehr getrunken?" erkundigte sie sich besorgt, ahnend, dass das der Grund war, warum er die ganze Zeit so einen kränklichen Eindruck gemacht hatte.
Josef kratzte sich nachdenklich an der Schläfe und sah einen Moment zur Decke. „Ich denke, gestern Nacht so zwischen 2.00 und 3.00 Uhr war mir eine gewisse Danielle eine ziemlich große Hilfe…"
Beth riss entsetzt die Augen auf. „So lange?!"
„Wir hatten eine Menge zu tun…" gab Josef ruhig zurück. „Manchmal gibt es wichtigere Dinge, als sich an irgendeiner schönen Frau festzusaugen…" Er stutzte. „Hab' ich das gerade gesagt?"
Beth reagierte nicht auf seinen Versuch, sie ein wenig aufzuheitern. Stattdessen fielen ihre Augen auf ihr Handgelenk und ohne genau zu wissen, was sie da tat, hob sie ihren Arm und hielt ihn Josef entgegen. „Nimm' dir, was du brauchst!"
Zum ersten Mal, seit sie ihn kannte, sah Josef sie schockiert an und wusste für ein paar Sekunden nicht wirklich, wie er auf dieses Angebot reagieren sollte. Der Vampir in ihm ließ seine schnell heller werdenden Augen einen Herzschlag lang gierig über die pulsierende Schlagader unter ihrer zarten Haut gleiten, dann wurde aus der Gier in seinem Blick Entrüstung.
„Das… das würde ich nie tun!" brachte er gepresst hervor und fuhr sich verräterisch mit der Zunge über die Lippen.
„Warum nicht?" fragte sie und spürte, dass es ihr tatsächlich egal war, was Josef mit ihr machte, hier in seiner Vampirhöhle. „Du brauchst es und ich habe es. Ich hätte nicht gedacht, dass du damit Probleme hast."
Josef stieß ein verärgertes Lachen aus und schüttelte dann den Kopf. „Du bist keine meiner Freshies, Beth!", sagte er mit Nachdruck. „Und das wirst du auch nie sein!"
„Aber wir sind Freunde…"
„Ganz genau!" Josef wandte sich wütend von ihr ab und lief zurück in den Küchenbereich. Immer wieder schüttelte er den Kopf und Beth wurde das Gefühl nicht los, dass sie ihn mit ihrem Angebot persönlich beleidigt hatte. Es schien so, als hätte auch ein Josef Kostan seine Prinzipien.
Sie stellte ihre Tasse Tee auf den Couchtisch vor sich, stand auf und ging zu Josef herüber, der sich nun eine Blutkonserve in ein edel aussehendes Glas goss und sie ganz bewusst nicht ansah.
„Okay, es tut mir leid", sagte sie zögernd. „Aber so ganz verstehen tu ich es nicht. Ich weiß, dass du mir nicht wehtun würdest, und du machst das viel zu oft, um mich versehentlich zu töten…"
Josef nahm mehrere große Schlucke Blut aus seinem Glas und schloss für einen Moment erleichtert die Augen. Als er Beth ansah, wirkte er schon ein wenig beschwichtigt.
„Darum geht es nicht", erklärte er nun ruhig. „Ich bin nicht der Typ Vampir, der jeden Menschen oder zumindest jede Frau anbeißt, die ihm über den Weg läuft, auch wenn ich manchmal unweigerlich diesen Eindruck vermittle. Freundschaft und Lustbefriedigung, ganz gleich welcher Art, gehören für mich einfach nicht zusammen. Notfälle bilden eine Ausnahme – aber das hier…", er hob ein wenig das Glas in seiner Hand, „… ist kein wirklicher Notfall."
Beth nickte verstehend und Josef schenkte ihr ein kleines Lächeln.
„Aber es scheint so, als hätte jemand Gefallen an unseren Eckzähnen gefunden", setzte er in einem sehr anzüglichen Ton hinzu.
„Oh, oh, nein!" entfuhr es Beth sogleich erschrocken und sie spürte, wie ihr sofort die Röte ins Gesicht schoss. „Ich… ich wollte dir nur irgendwie… einen Freundschaftsdienst erweisen", stotterte sie, doch Josefs Lächeln wurde nur breiter.
Sie sah ihn verärgert an, aber dann musste auch sie verlegen schmunzeln. „Okay, ich muss zugeben, dass es in gewissen Situationen seinen Reiz haben kann. Und ich hätte das vorher nie gedacht, weil ich nicht gerade ein Fan von Schmerzen bin…"
„Vampirbisse können durchaus schmerzhaft sein", meinte Josef leichthin. „Aber in Zusammenhang mit Lust und Leidenschaft ist das nur selten der Fall."
„Warum?" fragte Beth interessiert, weil sie genau diese Erfahrung gemacht hatte.
„Weil alle blutsaugenden Lebewesen dafür sorgen müssen, dass ihr… Opfer den Biss entweder nicht spürt oder ihn sogar genießt. Nur so kommen wir in Ruhe an unserer Nahrung heran."
„Das heißt, es gibt irgendein Sekret im Speichel, das die Haut betäubt?" schloss Beth sofort.
„Nicht nur das", erwiderte Josef. „Es gibt eine Menge Stoffe, die Vampire während des Beißens in verschieden hoher Konzentration in den menschlichen Körper abgeben. Das sind neben einer großen Menge an Endorphinen auch Alkaloide…"
„Moment… sind das nicht Substanzen, die normalerweise eher in Pflanzen vorkommen", dachte Beth laut nach. „Wie zum Beispiel Hopfen oder Tabak?"
„Sie wurden auch schon bei Tieren nachgewiesen und da wir alle ja eigentlich in diesen großen Topf der Säugetiere gehören…"
„Und was für eine Wirkung haben diese vampirischen Alkaloide genau?" hakte Beth interessiert nach.
Josef lächelte wieder und hob nur eine Augenbraue.
„Oh!" Beth dämmerte ganz schnell, was er meinte.
„Aphrodisiaka sind gegen uns eine ganz schlaffe Nummer", erklärte der Vampir dennoch. „Und je erregter der Vampir ist, desto intensiver ist die Wirkung seines Bisses."
Das erklärte dieses überaus intensive Erlebnis mit… Beth schluckte schwer. Warum mussten ihre Gedanken sie nur immer wieder zu ihm zurückführen? Sie wollte nicht an ihn denken, konnte das einfach nicht ertragen…
„Natürlich hängt das Ganze auch davon ab, wie viel Vertrauen der menschliche Partner hat. Gegen Angst und Verspannung können auch die bewusstseinsverändernden Substanzen eines Vampirs nicht ankommen, aber sonst…" Josef nahm wieder einen tiefen Schluck aus seinem Glas, seine Augen hafteten jedoch weiterhin auf ihrem Gesicht.
Sie wusste genau, dass er die Veränderung in ihrer Stimmung sofort spüren würde, aber sie konnte nichts dagegen tun. Schmerzhafte Erinnerungen drängten mit aller Macht in ihr herauf und vertrieben Stück für Stück die Leere in ihrem Inneren. Sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust, als könne sie so auch die Trauer irgendwie aufhalten, und schloss für einen Augenblick die Augen. Als sie die Lider wieder öffnete, hatte sich auch Josefs Blick verändert. Tiefes Mitgefühl sprach aus seinen sanften, braunen Augen und er bedachte sie mit einem traurigen Lächeln.
„Ich hab' etwas für dich", sagte er leise, stellte sein Glas ab und ging hinüber zur Couch, auf der noch immer die große Tasche stand, die er mitgebracht hatte. Beth folgte ihm mit einem eigenartigen Gefühl im Bauch. Ihr Freund holte tief Luft, griff in die Tasche und zog dann in einer fast zärtlich anmutenden Geste einen Mantel aus der Tasche – Micks Mantel.
Beth konnte für einen Moment nicht richtig atmen. Sie versuchte es, versuchte auch etwas zu sagen, aber es gelang ihr nicht. Stattdessen fingen ihre Augen an zu brennen und ihre Kehle schnürte sich unaufhaltsam zu.
„Ich hab Phillip gesagt, er soll möglichst alles mitnehmen, was in die Taschen passt", erklärte Josef mit etwas heiserer Stimme, trat an sie heran und legte ihr sanft den Mantel um die Schultern. Nach all dieser Zeit hatte dieses Kleidungsstück immer noch einen Rest von Micks ganz eigenem Duft in sich behalten und der Schmerz in ihrem Inneren tobte nun mit aller Macht durch ihren Körper, ließ ihre Beine weich werden und die ersten heißen Tränen über ihre Wangen rollen.
„Das gehört dir, finde ich", brachte Josef nur sehr leise hervor. „Und das auch." Er griff in die Seitentasche seines Jacketts, ergriff ihre zitternde Hand und ließ etwas Kühles hineingleiten. Beth sah nur verschwommen, was es war, aber es riss ihr den letzten Rest Selbstbeherrschung unter den Füßen weg. Sie drückte die filigrane Halskette, die Mick so oft getragen hatte, an ihr Herz und begann hemmungslos zu weinen. Zwei starke Arme umfingen sie, zogen sie an einen kühlen Körper und sie schlang die Arme um Josefs Taille und barg ihr erhitztes Gesicht an seiner Brust, während sie weinte und weinte und einfach nicht mehr aufhören konnte. Es musste heraus, bevor es sie völlig zerfraß, musste ihren Körper verlassen, damit sie wieder zu Kräften kommen, weiterleben, weiter kämpfen konnte.
„Du schaffst das", hörte sie Josef mit belegter Stimme in ihr Ohr flüstern, „Du stehst das durch. Irgendwann wird der Schmerz erträglicher…"
Sie hoffte es, hoffte es so sehr, denn es tat so furchtbar weh, machte sie so hilflos und schwach…
Josef hielt sie in den Armen, streichelte ihren Rücken und wiegte sie sanft hin und her, bis ihr Schluchzen leiser wurde und die Tränen langsam versiegten. Nach einer Zeit, die ihr wie eine halbe Ewigkeit erschien, hob sie vorsichtig den Kopf und sah in Josefs gerötete Augen, in die derselbe Kummer geschrieben stand, der auch in ihrer Brust so unbarmherzig brannte. Sein Gesicht war so nah, dass sie seinen Atem auf ihren Lippen fühlen konnte. Aber diese Intimität machte ihr keine Angst. Sie tat gut… so furchtbar gut…
„Es… es tut mir leid", brachte sie schließlich in einem stockenden Flüstern heraus. „Ich bin… so ein Weichei…"
„Das bist du nicht", erwiderte der Vampir mit rauer Stimme. „Du bist die tapferste und mutigste Frau, die ich jemals kennen gelernt habe." In seiner Stimme war nicht ein Hauch von Spott. „Und ich glaube… nein, ich weiß, dass du das in den Griff bekommst. Ganz gleich wie groß dieser Verlust für dich ist."
Sie nickte schniefend und löste sich widerwillig aus seiner Umarmung. „Ich… ich hab auch was für dich…", sagte sie leise und griff in ihre Hosentasche. „Ich denke, er sollte dir gehören…"
Sie streckt ihre geöffnete Hand aus, in der nun Micks Ring lag. Sie hatte ihn die ganze Zeit in der Hand gehalten, unten in dem Labor, und erst im Helikopter in ihrer Hosentasche verschwinden lassen, weil sie seinen Anblick nicht mehr hatte ertragen können.
In Josefs Augen schimmerten nun ebenfalls Tränen, die er sichtbar zurückzudrängen versuchte, während sich seine Lippen fest aufeinander pressten. Zögernd streckte er die Hand nach dem Schmuckstück aus und ergriff es schließlich mit einem leichten Kopfnicken. Eine Weile betrachtete er den Ring, deutlich mit seiner Beherrschung kämpfend, dann ballte er seine Hand zur Faust und straffte die Schultern.
„Ich erwische sie… alle!" brachte er heiser hervor und Wut begann die Trauer in seinen Augen zu verdrängen. „Diese Bastarde werden sich wünschen, nie geboren worden zu sein!"
„Meinst du denn, wir können schneller sein als die Legion selbst?" fragte Beth verunsichert. „Bisher sind sie uns immer zuvor gekommen."
„Das wird sich ändern!" sagte Josef fest. „Ich habe so viele Leute auf diese Flüchtigen angesetzt, dass sie uns gar nicht entgehen können! Und ich habe eine Menge Verbindungen in allen möglichen Ländern dieser Welt. Ich erwische sie früher oder später und dann gnade ihnen Gott!"
Beth wusste nicht genau, ob sie sich fürchten oder ihn unterstützen sollte, denn Josefs Augen funkelten so hasserfüllt, dass sie sich sicher war, dass seine Rache für Mick nicht nur blutig sondern bestialisch ausfallen würde.
„Wir… wir sollten nur darauf achten, dass wir uns selbst nicht überfordern", wandte sie schließlich ein. „Wenn wir uns unsere Kräfte nicht ordentlich einteilen, fehlen sie uns nachher an einem Punkt, an dem wir auf sie angewiesen sind." Und während sie es aussprach, spürte sie deutlich, wie Recht sie damit hatte. Ihre Glieder wurden langsam immer schwerer und ihr Kopf brummte schmerzhaft. Die Anstrengungen der letzten Stunden forderten ihren Tribut.
Josefs Blick veränderte sich sofort, wurde sanfter und weicher. „Willst du mich vielleicht dezent darauf hinweisen, dass du ein wenig Schlaf brauchst?" erkundigte er sich mit einem halben Lächeln.
„Ja", gab sie ehrlich zu und erwiderte sein Lächeln. „Ich bin wirklich todmüde…" Ihr Blick fiel auf die Couch. So teuer sie auch gewesen sein mochte – bequem sah das Ding wirklich nicht aus.
„Willst du darauf schlafen?" Josef war ihrem Blick gefolgt und sah sie nun stirnrunzelnd an. Beth erwiderte seinen Blick genauso irritiert.
„Hab ich denn eine Wahl?"
„Durchaus", meinte ihr Freund und schob sich an ihr vorbei, um hinüber zu der Treppe zu gehen, die in die obere Etage des Hauses führte. Beth folgte ihm mit Staunen.
„Du hast die Wahl zwischen dem Gästezimmer und meinem offiziellen Schlafzimmer", erklärte Josef, während sie gemeinsam die Treppe hinauf gingen.
„Du hast ein Schlafzimmer?" hakte Beth ungläubig nach. „Warum?"
„Weil ich des Öfteren auch Menschen um mich herum habe, die nichts über meine Vorliebe für schöne Frauenhälse und den damit zusammenhängenden anderen Lebensumständen wissen", erklärte Josef und führte sie durch einen kleinen Flur, um dann an einer der vielen Türen stehen zu bleiben.
„Gästezimmer", sagte er nur und öffnete die Tür in einen sehr elegant ausgestatteten Raum, in dessen Mitte ein wunderschönes kuscheliges Himmelbett stand.
„Das ist mehr als ausreichend", gab Beth andächtig zurück und sehnte sich jetzt schon nach den vielen weichen Kissen, die auf dem Bett drapiert waren.
„Gut, dann die Präsidentensuite vielleicht mal zu einer anderen Gelegenheit", sagte Josef zufrieden und konnte sich das anzügliche Lächeln trotz all des Stresses, den sie hatten, nicht verkneifen. Beth war ihm dankbar dafür. So hatte sie das Gefühl, als würde wieder ein wenig Normalität in ihr Leben zurückkehren.
Einen Moment herrschte unbeholfene Stille zwischen ihnen, dann räusperte sich Josef.
„Solltest du noch irgendetwas brauchen, findest du mich unten in meinem Büro", erklärte er. „Ich werde vielleicht für ein, zwei Stunden in meinen Kühlschrank springen, aber üblicherweise ist das eigentlich nicht die Zeit, zu der ich schlafe."
Sie nickte und zog sich Micks Mantel noch enger um die Schultern. „Danke", sagte sie und sah ihn liebevoll an. „Für alles…"
Josefs Lächeln war ebenso warm wie das ihre und eine Weile sahen sie sich nur an, dankbar dafür, dass sie in dieser schweren Zeit einander hatten. Dann wandte sich ihr Freund ab und verließ den Raum. Beth schloss leise die Tür hinter ihm und ging hinüber zu ihrem Bett, um sich schwer darauf fallen zu lassen. Josef war zwar noch im Haus, aber irgendwie fühlte sie sich sofort einsamer und trauriger als zuvor. Aber sie würde nicht wie ein kleines Mädchen nach ihm rufen und ihn bitten, an ihrem Bett zu wachen, bis sie eingeschlafen war. Sie konnte stark sein… musste es einfach nur versuchen. Also robbte sie hinüber zu dem Kopfende des Bettes, kroch unter die weiche Decke und rollte sich zusammen wie ein Baby im Bauch seiner Mutter. In einer Hand hielt sie immer noch die Kette, die Josef ihr gegeben hatte, und die Erinnerungen brachen erneut gnadenlos über sie herein. Sie sah ihn vor sich, sah sein Gesicht mit diesen gütigen Augen, sein sanftes Lächeln, konnte seine warme, tiefe Stimme in ihrem Ohr hören, sein Lachen, das viel zu selten erklungen war… und die Tränen fingen wieder an zu laufen. Doch sie brach nicht zusammen. Dieses Mal nicht. Stattdessen zog sie seinen Mantel an ihre Nase heran, atmete tief seinen Duft ein und schloss die Augen. Dieses Mal wollte sie sich erinnern, wollte ihm nahe sein, wenigsten in ihren Gedanken, wollte niemals vergessen, auf welch wundervolle Weise er ihr Leben bereichert hatte. Auch wenn sie wehtaten – es waren gute Erinnerungen, so wertvoll, so schön, denn sie waren so voller Liebe…
Mick… sein Geruch, seine kühlen Lippen, sein Körper so fest an den ihren gepresst… Beth hatte so etwas noch nie erlebt. Noch nie war sie so erregt, so ungeduldig gewesen, nie hatte sie sich körperlich so nach jemandem verzehrt, ihn so gierig geküsst und so deutlich gezeigt, was sie wollte. Noch während Mick sie trug, schoben sich ihre Hände schon unter sein Hemd, bewegten sich von seinem Nacken hinunter über seine Schulterblätter, während sie hungrig seine tiefen Küsse erwiderte und es genoss, wenn er bei jeder Berührung ihrer Finger ein leises sehnsüchtiges Stöhnen von sich gab. Seine Haut war weich und eigenartig kühl, aber fühlte sich dennoch so unglaublich gut unter ihren Fingern an, dass sie gar nicht genug davon bekommen konnte. Sie hatte sich so lange danach gesehnt, ihn so intim berühren zu dürfen, so lange… Nur dieses verfluchte Hemd störte ungemein…
Mick blieb vor ihrem Bett stehen und sie kam wieder auf ihre Füße, aber nicht ohne die Gelegenheit zu nutzen, ihre Hände unter seinem Hemd über die Schultern und schließlich in den Ausschnitt seines Hemdes rutschen zu lassen, um sich dort sofort an den Knöpfen zu schaffen zu machen. Sie hielt die Luft an, als seine Lippen sich plötzlich an ihrem Hals wiederfanden, doch anstatt seiner Zähne berührte nur seine Zunge die weiche Haut, glitt in aufreizender Langsamkeit ihren Hals hinab, während seine Finger geschwind das Band ihres Morgenmantels öffneten und schließlich den Mantel von ihren Schultern streiften. Anscheinend war sie nicht die Einzige, die es momentan sehr eilig hatte – nur kam sie mit den Knöpfen seines Hemdes nicht so wirklich gut zurecht. Ihre Finger zitterten furchtbar vor Aufregung und sie schloss immer wieder die Augen, weil Micks Lippen und Zunge sie an Stellen berührten, die überaus empfindlich waren und das Ziehen zwischen ihren Beinen deutlich intensivierten. Sie waren noch nicht einmal nackt und ihr ganzer Körper war schon bereit, ihn aufzunehmen, in sich zu spüren, zu lieben.
Ihre Ungeduld wuchs und sie begann, an seinem Hemd zu zerren. Doch es waren seine Hände, die schließlich den Schaden anrichteten und mit einem lauten Ratschen dem Kampf ein Ende machten, sodass die Knöpfe des sicherlich teuren Kleidungsstücks zu Boden prasselten. Beth sog hörbar erregt die Luft ein, ergriff sein Hemd und streifte es über seine breiten Schultern, um es dann einfach fallen zu lassen, während ihre Augen sich jeden Zentimeter dieses wunderschönen, maskulinen Körpers einprägen wollten. Doch es war ihr nicht gegönnt, schließlich auch ihre Hände über seine nackte, leicht behaarte Brust gleiten zu lassen, denn Mick zog sie mit einem ungeduldigen Laut wieder so fest an seinen Körper, dass sie für einen Moment kaum Luft bekam. Sein Mund fand ihre Lippen und erstickte das lustvolle Stöhnen, dass ihr aus der Kehle drang, als seine Hände hinunter zu ihren Schenkeln und dort unter ihr Nachthemd fuhren. Schnell fanden sie den Weg hinauf, über ihre prickelnde Haut zu ihren Brüsten, während Beth jede einzelne Sekunde dieser intensiven Berührungen mit wild schlagendem Herzen auskostete. Sein Mund war wieder an ihrem Hals, saugte an ihrer erhitzen Haut, als seine Daumen mit sanftem Druck über ihre steifen Brustwarzen fuhren, und sie musste sich auf die Lippen beißen, um das laute Stöhnen zu unterdrücken, das aus ihrem tiefsten Inneren herausdrängen wollte. Ihre Hände krallten sich in seinen muskulösen Rücken, suchten nach Halt, denn ihre Beine fühlten sich so weich an, dass sie glaubte, gleich in die Knie gehen zu müssen.
„Mick", kam es ihr in einem sehnsüchtiges Flüstern über die Lippen, die sie nun selbst gierig gegen seinen Hals presste. Er gab ein erregtes Keuchen von sich und erneut gab ein Kleidungsstück mit einem Ratschen seinen ungeduldigen Händen nach. Ihr Nachthemd rutschte komplett über ihre Schultern und fiel zu Boden, doch Beth hatte keine Zeit, sich entblößt zu fühlen oder sich zu genieren, wie es ihr sonst immer in diesem Moment erging, denn Micks Arme spannten sich sogleich um sie und pressten sie an sich. Sie erschauerte. Nackte Haut auf nackter Haut, Herzschlag an Herzschlag. Sein schneller Atem an ihrem Ohr. Seine Hände auf ihrem Rücken. Seine Lippen an ihrem Hals. Mehr… mehr… bitte…
Sie sank nach hinten und zog ihn mit sich hinunter auf ihr Bett, wieder in einem hitzigen Kuss verbunden, und irgendwie, als wäre es ganz weit entfernt, hörte sie seine Schuhe zu Boden fallen. Sie stöhnte lustvoll in seinen Mund, als sein willkommenes Gewicht sie in die Kissen drückte und sich der deutliche Beweis für seine Erregung gegen die mittlerweile wärmste Stelle ihres Körpers presste. Sie öffnete sich weiter, schlang ihre Beine um seine Hüften und rieb sich an ihm.
Mick sog scharf die Luft ein und wandte sein Gesicht von ihr ab. „Beth… nicht…", stieß er atemlos hervor. Doch sie hob erneut die Hüften, bewegte sich gegen die harte Ausbuchtung in seiner Jeans, während ihre Lippen seinen Hals innig liebkosten. Ein tiefes, nicht mehr ganz menschliches Stöhnen kam aus seiner Kehle und heißer Atem streifte ihr Ohr.
„Beth…" Da war Hilflosigkeit in seiner Stimme, aber auch so viel Lust. Sie konnte nicht aufhören. Sie wollte es – jetzt, sofort. Sie hatte schon viel zu lange warten müssen…
„Tu es… tu es", stieß sie ungeduldig aus und ihre Hände glitten an seiner Taille entlang, schoben sich in den Bund seiner Jeans. Aber da war zu wenig Platz… zu wenig… Und dann waren plötzlich seine Hände da, packten ihre Handgelenke und zogen sie fort, pressten sie über ihrem Kopf in die Kissen.
Sein Gesicht war direkt vor dem ihren. Sein schneller Atem blies über ihre Lippen, über ihre erhitzten Wangen. Seine Augen waren geschlossen und seine Wangenmuskeln zuckten unter der Anspannung, die auf seinem ganzen Körper lastete. Als er die Lider wieder öffnete, verstand sie, welches Problem er hatte. Seine Iris hatte sich wieder verfärbt, hatte ein fast weißes Blau angenommen – der Vampir wollte mitmischen und Mick wollte ihm das nicht gestatten. Doch Beth musste atemlos feststellen, dass Josef Mick unterschätzt hatte. Seine Selbstbeherrschung war unglaublich, denn sie konnte mitverfolgen, wie seine Augen mit jeder Sekunde, die verstrich, wieder dunkler wurden. Er tat es für sie, quälte sich selbst mit dieser Zurückhaltung, nur um sie nicht zu gefährden. Sie konnte nicht anders als den Kopf zu heben und ihren Mund zärtlich auf diese so sinnlichen, halb geöffneten Lippen zu pressen.
„Ich liebe dich", flüsterte sie an seinen Lippen und küsste sie wieder, „Ich liebe dich…", wieder, „… liebe dich so sehr…" und wieder. Der Griff um ihre Handgelenke lockerte sich und Mick begann, ihre Küsse zu erwidern, erst zärtlich und sanft, doch dann rasch wieder fordernder. Seine Zunge drängte sich schließlich zwischen ihre Lippen und begann erneut, ihr aufregendes Spiel mit dem Feuer aufzunehmen. Dieses Mal blieb er nicht lange bei ihrem Mund, auch ihren Hals streifte er nur für einen kurzen Moment…
Beth stöhnte laut auf, als sich seine Lippen um eine ihrer Brustspitzen schlossen und sanft daran saugten. Sie warf den Kopf zurück und bog sich ihm schwer atmend entgegen, forderte ihn mit dieser Bewegung unbewusst dazu auf, weiter zu saugen und zu lecken, sodass sich in ihrem Unterleib eine Woge der Lust nach der anderen ausbreitete und sich eine Spannung aufbaute, die nach schneller Erlösung nur so schrie. Oh, Gott… sie wollte ihn… wollte ihn jetzt, sofort… ganz gleich, ob er sich in einen Vampir verwandelte oder nicht. Ihr Körper bebte vor Erregung und sie stieß ein flehendliches Wimmern aus, als Micks Mund hinüber zu ihrer anderen Brust wanderte, um dort dieses quälende Spiel fortzusetzen. Ihre Hände glitten unruhig über die angespannte Muskulatur seiner Arme und dann wieder über seinen Rücken. Sie hob erneut die Hüften, rieb sich an seiner Erektion, um ihm deutlich zu zeigen, was sie wollte. Doch anstatt sich zu verspannen, bewegte sich Micks Becken dieses Mal vorwärts, stimulierte sie in einer Art, die sie noch nicht erlebt hatte und ihr ein weiteres Wimmern entlockte. Seine Lippen nahmen Besitz von ihrem Mund, seine Zunge drang tief in sie, während er seine Hüften erneut vorwärts bewegte, wieder diesen unmenschlichen, wollüstigen Laut von sich gebend, der eine weitere Welle der Erregung durch ihren Körper schoss. Eine seiner Hände glitt suchend an ihrer Seite entlang und ergriff dann das zarte Bändchen ihres Slips. Das Ratschen war dieses Mal nicht laut, auch nicht, als er auf der anderen Seite dasselbe tat und das lästige Stück Stoff zur Seite schleuderte, aber es brachte ihren Puls zu einem noch schnelleren Rhythmus, weil sie in diesem Moment wusste, dass es auch von Micks Seite kein weiteres Zögern mehr geben würde. Beths Hände kamen zeitgleich mit Micks bei seiner Gürtelschnalle an und irgendwie gelang es ihnen gemeinsam, in nur Sekundenschnelle Gürtel und Jeans zu öffnen und ihn von seinen restlichen Kleidungsstücken zu befreien.
Beth hielt mit geschlossenen Augen den Atem an, als sie spürte, wie er in sie drang, sich quälend langsam in sie schob, und ließ ihn mit einem wollüstigen Stöhnen wieder heraus, als sie instinktiv ihre Hüften hob, ihm entgegen kam, um ihn noch tiefer aufzunehmen und endlich vollständig in sich zu fühlen. Gott, nie hatte sie einen Mann so gewollt wie ihn und es fühlte sich so unglaublich an, ihn endlich auf diese Weise zu spüren, so innig, so warm, so lebendig… Sie schlang ihre Arme um seine Nacken, fuhr mit den Fingern durch sein volles Haar, berührte sein Ohr mit ihren Lippen, seinen Hals…
‚Mein… mein… nur mein…', hämmerte es in ihrem Kopf, während er begann, sich in ihr zu bewegen, betörend langsam und sanft. Beth atmete stockend und unregelmäßig. Das Blut rauschte durch ihre Adern, ihr Herz raste und ihre Sinne waren aufs Äußerste angespannt. Sie nahm wahr, wie schwer es Mick fiel, sich zurückzunehmen, welche Spannung auf seinem Körper lastete, und dennoch konnte er es nicht verhindern, dass seine Bewegungen in ihr rasch schneller und unbeherrschter wurden. Beth klammerte sich an ihn, hielt sich an ihm fest und versuchte, seinen Stößen entgegenzukommen, sich seinem Rhythmus anzupassen, um ihre eigene Erregung und die seine weiter zu steigern. Sie fühlte das Spiel seiner angestrengten Muskeln unter ihren Fingern, als ihre Hände erneut über seinen Rücken glitten, schmeckte seine Haut, sog seinen Duft tief in ihre Nase ein, während sie nur noch ihren Trieben gehorchte, sich ihm entgegen bog, wolllustig, auffordernd, unersättlich. Schnell wuchs die Spannung in ihrem Unterleib ins Unerträgliche, ihr Stöhnen mixte sich mit dem seinen, wurde lauter und sehnsüchtiger… Gleich… gleich… bitte…
Da war ein tiefes Knurren und plötzlich hielt Mick inne. Er barg für einen Moment schwer atmend seinen Kopf an ihrer Schulter, richtete sich dann plötzlich auf und zog sie mit sich in eine sitzende Position, noch immer auf intimste Weise mit ihr verbunden. Er schlang die Arme um ihre Taille und hielt sie fest, sodass sie sich nicht wirklich bewegen konnte. Beth sah mit vor Lust verhangenem Blick in seine wieder sehr hellen Augen und war kaum in der Lage, ihren extremen Drang nach sexueller Erfüllung zu bändigen. In ihrem Unterleib pochte es heftig und ihr ganzer Körper brannte vor Verlangen. Und ihm musste es genauso gehen, denn auch seine Haut hatte sich für einen Vampir erstaunlich erwärmt und Schweißperlen standen auf seiner Stirn, während sich seine Brust im schnellen Rhythmus der Atemzüge hob und senkte.
„Nicht… bewegen…", kam es ihm als ein atemloses Flüstern über die Lippen.
Beth schloss die Augen und atmete zitternd ein. Ihn so tief in sich zu fühlen und sich nicht zu bewegen, um die Lust weiter anzufachen, schien ihr so gut wie unmöglich. Sie konnte das nicht… sie wollte das nicht…
„Beth… bitte…" Der Griff seiner Arme wurde noch fester. Er versuchte, sie mit aller Macht still zu halten, aber vollständig gelang ihm das nicht. Er schloss fest die Augen und schluckte schwer, als es ihr erneut gelang, ihre Hüften gegen seinen Schoß zu bewegen. Dennoch waren seine Augen ein Stück dunkler, als er sie wieder öffnete. Beth nahm sein Gesicht in ihre Hände, ließ ihre Daumen über seine leicht geöffneten Lippen gleiten und küsste ihn sanft. Wieder bewegte sie sich und entlockte ihm ein tiefes Keuchen.
„Lass ihn…", flüsterte sie an seinen Lippen. „Er ist ein Teil von dir… Ich habe keine Angst…" Sie fuhr ihm mit einer Hand durch die dunklen Locken und konnte ihn tief und zitternd einatmen hören. Wieder küsste sie ihn, dieses Mal auffordernd, verlangend und nutzte den gelockerten Griff seiner Arme, um sich nun aufreizend gegen ihn zu bewegen. Micks Stöhnen klang dieses Mal mehr wie das Knurren eines Löwen und sie bewegte sich weiter, angespornt durch die lustvollen Laute, die über seine Lippen drangen, und ihrem eigenen erneut rasch wachsendem Verlangen. Ihre Lippen wanderten zu seinem Ohr und langsam seinen Hals hinunter, während er schwer atmend sein Gesicht in der Kuhle zwischen ihrem Hals und ihre Schulter barg. Sie schloss die Augen und atmete tief und zitternd ein, als nun auch er begann, sich zu bewegen, sich schnell ihrem aufregenden Rhythmus anpassend. Ihre Lippen waren erneut an seinem Ohr und für einen Augenblick verlor sie die Kontrolle und biss sanft in die weiche Haut darunter. Mick entfuhr ein tierisches Grollen und im nächsten Moment landete sie wieder mit ihrem Rücken auf der Matratze. Tief und hart drang er in sie vor und sie bog sich ihm sofort willig entgegen, genau spürend, dass ihn sein letzter Rest Beherrschung nun doch noch verlassen hatte. Seine Stöße wurden heftiger, schneller, unbeherrschter. Sie schlang die Arme um seine Taille, krallte ihre Finger in seine feuchte Haut und presste ihre Lippen auf seinen Hals, während sie versuchte dem Rhythmus seiner Stöße entgegenzukommen. Seine Haut schmeckte salzig, herb und so sehr nach Mick, dass sie gar nicht genug davon bekommen konnte.
Eine seiner Hände glitt an ihrem Schenkel entlang, fasste in ihre Kniekehle und hob ihr Bein an, um sie noch inniger zu spüren. Beth entrückte ein leiser wollüstiger Schrei. Micks Atem ging jetzt nur noch stoßweise, durchsetzt von tiefem Stöhnen und leisem Grollen. Er ließ ihr Bein los und stütze sich mit den Händen neben ihr ab, sodass sich sein Oberkörper etwas hob und es ihm ermöglichte, noch drängender und schneller in sie zu stoßen. Sein Gesicht zuckte vor Anspannung und Beth wusste, dass er es nun endlich zuendebringen würde. Sie schlang die Beine fest um seine Hüften und nahm seine Bewegungen auf, während sich in ihrem Unterleib erneut eine Spannung aufbaute, die kaum zu ertragen war. Sie sah Micks Gesicht über sich, seine wieder heller werdenden Augen, sah die Bewegungen der Muskeln seines Oberkörpers unter seiner samtenen Haut, auf der sich ein dünner Schweißfilm gebildet hatte, und konnte nicht anders, als nach oben zu fahren und diese Haut zu küssen, an ihr zu saugen und zu lecken, während sie sich gleichzeitig mit beiden Händen an seinem Rücken festklammerte.
Und dieses Mal spürte sie es, ohne es zu sehen, spürte sie den Vampir, der kam, um sich zu holen, wonach ihm verlangte, und sie ließ sich fallen, drehte wie im Rauschzustand einladend den Kopf zur Seite, um ihm alles zu gewähren, was er wollte. Schnell war sein Gesicht an ihrem Hals, traf sein heißer Atem auf ihre kribbelnde Haut. Mit einem letzten tiefen Stoß, war die Grenze überschritten. Sie stöhnte laut in seine Schulter, als ihr Unterleib mit heftigen Zuckungen einem Orgasmus nachgab, den sie in dieser Form zum ersten Mal erlebte. Heiße Wellen schossen durch ihren Leib, während sich ihr Geschlecht immer wieder zusammenzog und der rasende Schlag ihres Herzens dafür sorgte, dass ihr ganz schwindelig wurde. Und dann war er da, der erstaunlich kurze Schmerz, kaum spürbar durch den Nachhall dieses unglaublichen Höhepunktes, der auf einmal nicht mehr ausklingen wollte, sondern sich wieder zu steigern schien, wuchs und wuchs und dann erneut in noch viel intensiverer Form ihren Unterleib durchzuckte. Beth schwanden für einen Moment die Sinne. Ihr wurde schwarz vor Augen, das Blut rauschte laut in ihren Ohren und ihr Herz hämmerte bis hinauf in ihren Kopf. Dennoch fühlte sie diesen leichten, ausgesprochen stimulierenden Sog an ihrem Hals und war fast enttäuscht, als Mick sich plötzlich zurückzog.
„Oh, Gott", hörte sie ihn durch das Rauschen in ihren Ohren flüstern, während eine Welle tiefster Entspannung über ihren Körper hinweg fuhr. Und dennoch klingelte und brummte es noch weiter überall in ihrem überhitzten Leib.
Da war sein Gesicht dicht vor dem ihren, seine dunklen Augen, die sie voller Sorge ansahen. „Es… tut mir so leid", brachte er nur stockend hervor, immer noch nicht fähig, ruhig zu atmen. Sie lächelte ihn selig durch halb geschlossene Lider an, hob kraftlos eine Hand und strich ihm zärtlich über das Gesicht. Sie war auf einmal so furchtbar müde.
„Beth?" Seine verführerischen Lippen waren so nah, dass sie einfach den Kopf hob und ihn sanft küsste. Verwirrung zeigte sich in seinen schönen Augen, als sie sich zurück in die Kissen lehnte, jetzt noch glücklicher lächelnd als zuvor. Sie schloss die zu schwer gewordenen Lider und stieß einen zutiefst zufriedenen Seufzer aus… und ohne es zu wollen, aber auch ohne etwas dagegen tun zu können, sank sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
