Licht am Horizont


Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten."

(Andreas Tenzer)


Einen so alten Vampir wie mich zu verwirren und so wütend zu machen, dass es mir schwer fiel, zurück in die Rolle des beherrschten, über allen gewöhnlichen Dingen stehenden Geschäftsmannes zu fallen, war schon eine Kunst und verdiente es beinahe, eine gewisse Anerkennung zu erhalten. Wäre da nicht dieser ungeheure Drang in mir gewesen, den alten Mann, der mir gegenüber saß und geschäftig in einer seiner Taschen wühlte, in alle seine schwächlichen Einzelteile zu zerlegen und diese dann über dem Meer einfach aus dem Helikopter zu werfen, hätte ich vielleicht sogar ein wenig über diese absurde Situation schmunzeln können. Aber so fiel es mir sogar schwer, nicht ständig zurück in meinen Vampirzustand zu fallen, um wie ein gereiztes Raubtier bedrohlich meine Zähne zu blecken. Also hatte ich beschlossen, die meiste Zeit unseres Fluges aus dem Fenster des Helikopters zu sehen und mir vorzustellen, dass dieser verhasste Mensch gar nicht anwesend war. Nur hatte ich meine Rechnung ohne ihn gemacht.

„Es ist wirklich außerordentlich wichtig, dass sie mir genau sagen, in welchem Zustand sich Mick momentan befindet", rief er gegen das Motorengeräusch unseres fliegenden Untersatzes an und zwang mich damit, ihm doch wieder meine Aufmerksamkeit zu schenken. „Wurde er schwer verletzt? Ich habe nur die Schüsse gehört und bin eigentlich davon ausgegangen, dass sie ihn getötet haben…"

Ich starrte ihn ausdruckslos an, nicht bereit, ihm auch nur irgendeine Information zukommen zu lassen, solange wir uns in der Luft befanden. Sollte er doch mal für eine Weile in Ungewissheit zappeln. Im Unterbewussten wusste ich genau, wie kindisch dieses Verhalten war, aber mein Drang nach Rache war so groß, dass ich ihn nicht mehr wirklich unter Kontrolle hatte.

Zu meinem Ärger beugte sich aber Beth zu ihm vor, um nicht so laut schreien zu müssen, da sie zuvor lieber neben mir Platz genommen hatte. „Ich denke, das haben sie auch versucht", gab sie zurück, „aber wir konnten ihn noch rechtzeitig in die Klinik bringen. Die Ärzte dort hatten allerdings kaum Hoffnung, dass er seine Verletzungen überlebt."

„Hat er sich verwandeln können?" hakte Peterson prompt nach.

„Erst als wir das Silber aus seinem Blut waschen konnten."

Seine Augen weiteten sich vor Verblüffung. „Das hat er in seinem geschwächten Zustand überlebt?!"

Beth nickte nur und ich spürte wie sich schon wieder mein Gesicht verändern wollte und meine Eckzähne sich heraus schoben. Dieses Getue machte mich ganz krank. Glaubte der Mann wirklich, dass ich ihm seine Besorgnis auch nur im Entferntesten abnahm? Schon auf unserem Weg in den Park hatte Peterson mehrfach versucht, uns beiden weis zu machen, dass wir alle auf derselben Seite standen und zusammenarbeiten mussten, um Mick so effektiv wie möglich helfen zu können. Er sei selbst Opfer der Legion gewesen und von denen gezwungen worden, Versuche an den gefangen gehaltenen Vampiren durchzuführen. Alles was er jetzt noch wolle, war wieder gut zu machen, was er Mick angetan hatte. Er klang wirklich überzeugend, aber mir konnte er nichts vormachen. In vierhundert Jahren lernte man viele solcher Menschen wie ihn kennen. Sie waren nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und um keine Lüge verlegen, wenn es ihnen selbst an den Kragen ging. Beth allerdings schien auf seine Masche anzuspringen. Sie war redseliger denn je.

„Es war unsere einzige Chance", gab sie zu. „Und ein paar Stunden später ist er dann zum Vampir geworden."

Peterson nickte erregt. „Nur so konnte er sich retten. Hatten Sie genügend Blut da? Er braucht sehr, sehr viel, um nach so einem Blutverlust wieder zu Kräften zu kommen – mehr als ein normaler Vampir."

Ich runzelte nun doch die Stirn. „Wie viel genau?" mischte ich mich widerwillig in das Gespräch ein.

„Vier, fünf Liter", erwiderte Peterson und sah mich eindringlich an. „Das kommt ganz auf seinen Zustand an…"

Auch Beth Blick ruhte nun auf meinem Gesicht und ich wusste, dass sie genau dasselbe dachte wie ich.

„So viel war das nicht", sprach sie beklommen unseren Gedanken aus und Peterson fuhr sich nervös mit einer Hand über den Mund.

„Dann wird er sich wieder verwandeln, um sich zu holen, was er braucht – und zwar bald."

„Wann?" schoss es aus mir heraus. Ich zückte sofort mein Handy und wählte Augusts Nummer an.

„Wie lange ist die letzte Verwandlung her?" erkundigte sich der Professor angespannt.

Beth warf einen schnellen Blick auf ihre Armbanduhr. „Ungefähr drei Stunden…"

Peterson wandte sich mir zu. „Jeden Moment."

Ich ließ August keine Zeit etwas zu sagen, als ich hörte, dass er ans Telefon ging. „Nimm dir so viele Beutel Blut, wie du tragen kannst, und bringe sie auf die schnellste Art und Weise, die dir einfällt, in Micks Körper!", überfiel ich ihn, noch bevor er überhaupt Luft holen konnte.

Für einen Moment hörte ich ihn nur atmen, dann räusperte er sich schnell. „Da bin ich schon dabei", war seine überraschende Antwort. „Seine Temperatur ist in den letzten Stunden enorm angestiegen und seine Augen werden wieder gelb. Aber die Blutzufuhr hilft ihm irgendwie noch nicht so wirklich…"

„Hat er sich verwandelt?" fragte ich atemlos.

„Komischerweise noch nicht so richtig…", gab August zurück. „Er… er befindet sich irgendwie in so einem Mischzustand… Ich… ich bin damit einfach überfordert. Habt ihr Peterson?"

„Ja." Ich konnte ihn erleichtert ausatmen hören, während Beth und Peterson mich fragend ansahen. Aus einem intuitiven Gefühl heraus, streckte ich einfach die Hand aus und reichte das Handy an meinen ungewollten ‚Verbündeten' weiter. Mit meinem sensiblen Gehör konnte ich selbst durch das laute Geräusch der Rotoren hören, was die beiden Ärzte miteinander beredeten. Peterson stellte sich nicht vor und das brauchte er auch nicht. August wusste sofort, mit wem er sprach und informierte Peterson kurz und knapp über den Stand der Dinge.

„Sie müssen unbedingt die Temperatur runter bringen", drängte der Professor, „damit der Vampir in ihm wieder etwas zu Kräften kommt. Haben Sie einen Kühlschrank oder etwas Ähnliches?"

Noch bevor August antwortete, wusste ich schon, was kommen würde. Das Schicksal war nicht wirklich auf unserer Seite.

„Haben wir, aber der Generator ist schon wieder ausgefallen – die laufen momentan nicht."

„Sie sollen eine Badewanne mit kaltem Wasser füllen und Eis rein schütten!" entfuhr es Beth sofort, die zu Peterson hinüber gerutscht war und ihr Ohr mit an das Handy gepresst hatte. „Mick hat das selbst einmal gemacht, als er fast verdurstet wäre und hohes Fieber hatte!"

Petersons Gesicht erhellte sich. „Ja, genau! Haben Sie das gehört?! Und dann besorgen Sie Decken und Wärmeflaschen – so viele, wie sie finden können. Und haben Sie Vollelektrolytlösungen vorrätig?"

„Ja, natürlich, aber…"

Peterson ließ ihn gar nicht zu Wort kommen. „Stellen Sie die bereit und wenn es geht auch noch ein paar Ampullen Glukose. Gut wäre es auch, wenn Sie Erythropoietin und Darbepoetin da haben – das können Sie ihm gleich injizieren. Genauso wie Eisenfumarat. Und versorgen Sie ihn fortwährend mit Blut, bis wir da sind. Mehr werden Sie nicht tun können. Haben Sie jemanden, der Ihnen helfen kann, Mick ins Badezimmer zu bringen?"

„Ja, aber wir sind nur zu zweit", erwiderte August und die Sorge in seiner Stimme war deutlich heraus zu hören. „Wenn er wieder ausflippt, wird es schwierig werden, ihn ruhig zu stellen und ihn gleichzeitig mit Blut und Medikamenten zu versorgen. Wann werden Sie und Josef denn hier sein?"

Ich riss Peterson das Telefon einfach wieder aus der Hand, um selbst alles Weitere zu erklären.

„Wir haben die Staatsgrenze schon passiert", versuchte ich August zu trösten. „Ich denke, wir sind in zehn bis fünfzehn Minuten da. Und lass dir von Logan bloß nicht einreden, dass er zu schwach oder ungeschickt ist, um dir zu helfen – der hat nur Angst um seinen eigenen Hals und will sich drücken." Ich konnte August fast schmunzeln hören, doch etwas anderes zog rasch meine Aufmerksamkeit auf sich. Peterson hatte eine Nylontasche, die zuvor zu einer Rolle aufgewickelt gewesen war geöffnet und zückte nun eine Ampulle und eine Spritze, die er rasch auffüllte.

„Keine Sorge, Logan habe ich im Griff", konnte ich August sagen hören, während sich meine Brauen in Argwohn zusammenzogen. Normalerweise arbeitete mein Verstand ziemlich schnell, aber das, was Peterson tat, kam so überraschend, dass ich überhaupt keine Zeit hatte zu reagieren. Er zog in einer schnellen Bewegung seinen Ärmel hoch und injizierte sich völlig routiniert das Mittel. Ich ließ mein Handy fallen, schoss vor und packte seine Hand – doch es war schon zu spät. Peterson schien noch erschrockener als Beth und ich und starrte mich nur mit weit aufgerissenen Augen an. Dann schien er zu begreifen.

„Das… das ist nur ein Vitamin – und Eisenpräparat", stammelte er. „Kein Gift. Ich will mich bestimmt nicht umbringen…"

Ich nahm ihm die Spritze aus der Hand und roch kurz daran. Ich hatte schon einige gefährliche Gifte im Laufe meines Lebens kennen gelernt, aber hier konnte ich tatsächlich keines davon erschnuppern. Die Flüssigkeit roch stark nach Eisen, also schien Peterson die Wahrheit zu sagen.

„Ich weiß, dass es Ihnen nach all dem, was passiert ist, sehr schwer fällt", fuhr der Professor so ruhig wie möglich fort, als ich ihn los gelassen hatte und mich verärgert nach meinem Handy bückte, „aber Sie müssen endlich anfangen, mir zu vertrauen. Wenigstens ein ganz kleines Bisschen."

Ich rümpfte verächtlich die Nase und warf dann einen Blick auf das Display meines Handys. August hatte die Verbindung beendet. Wahrscheinlich hatte er nun mit Mick so viel zu tun, dass er nicht mehr die Zeit hatte, zu warten, bis ich wieder ansprechbar war.

„Sind Sie selbst krank?" hörte ich Beth irritiert fragen und Peterson schenkte ihr ein unglückliches Lächeln.

„Nicht wirklich", räumte er ein, vermied es aber ausführlicher zu werden.

Meine innere Unruhe wurde immer stärker und ich sah nervös aus dem Fenster. Die Landschaft unter uns war karger, grüner und ländlicher geworden. Es würde gewiss nur noch nicht mehr lange dauern, bis wir landeten. Aber auch in wenigen Minuten konnte viel passieren.

„Was passiert, wenn Mick das Blut und die Medikamente nicht rechtzeitig bekommt?", fragte ich laut genug, um die Motorengeräusche zu übertönen, und musste mich zwingen wieder in das verhasste Gesicht meines Gegenübers zu blicken.

„Das, was mit allen Vampiren passiert, wenn sie nicht ausreichend mit Blut versorgt werden", gab Peterson ehrlich zurück.

„Aber er ist auch Mensch", hielt ich dagegen.

Peterson überlegte einen Moment, wie er uns das alles erklären sollte. „Was Mick ist, kann man momentan nur schwer in Worte fassen und ich… ich muss zugeben, dass ich das selbst noch nicht so richtig weiß. Ich bin mir nur darüber im Klaren, was wir angestrebt haben und was wir bisher erreicht haben… aber es ist noch nicht wirklich raus, ob wir die Lücke, die zwischen beidem besteht, wirklich schließen können… und ob…" Er brach ab und sah zu Boden, meinem und Beths intensiven Blicken ausweichend. Dann räusperte er sich und sah wieder tapfer auf. „Wir sind mit Mick wirklich weit gekommen. Wir haben Dinge erreicht, die wir uns ganz am Anfang unserer Forschung gar nicht hätten vorstellen können, aber es ist einfach so, dass das ganze sehr, sehr gefährlich für die Versuchspersonen ist… lebensgefährlich…"

„Und was heißt das jetzt genau?!" fuhr ich ihn erbost an. Irgendwie trugen seine Aussagen nicht gerade zur Beruhigung meiner Nerven bei.

„Der Mensch und der Vampir in Mick brauchen einander, um zu überleben", erklärte Peterson deutlich. „Wenn nur einer von beiden stirbt, geht auch der andere zugrunde. Deswegen ist es so wichtig, beide ausreichend zu versorgen und gleichzeitig zu verhindern, dass die eine Seite die andere vernichtet."

„Vernichtet?" wiederholte ich aufgebracht. „Ich dachte sie brauchen einander?!"

„Ja, weil wir dafür gesorgt haben", lenkte Peterson ein. „Aber es hat sehr viel Arbeit und Kraft gekostet, in Micks Körper einen Zustand herzustellen, in dem die vampirische Seite und die menschliche Seite einigermaßen friedlich koexistieren konnten. Und das Gleichgewicht war sehr sensibel und anfällig für jede auch noch so kleine Störung. Es gab einige Rückschläge und das, was jetzt passiert ist..." Er fuhr sich fahrig mit beiden Händen über das Gesicht. Dann atmete er tief durch, während Beth und ich versuchten, diese unerfreulichen Neuigkeiten erst einmal zu verarbeiten.

„Egal", sagte er fest. „Ich bekomme das wieder hin. Aber es wird nicht leicht werden und wir müssen wirklich, wirklich einander vertrauen und Hand in Hand arbeiten!" Er sah mich beschwörend an, aber ich konnte ihm keinerlei Freundlichkeit entgegen bringen. Er war es doch gewesen, der Mick erst in diesen furchtbaren Zustand gebracht hatte, er hatte all diese Versuche mit so vielen hilflosen Vampiren gemacht. Und eine Frage brannte mir ganz dringend auf der Brust.

„Wie viele Vampire haben das… das alles überlebt?", sprach ich meinen Gedanken aus und meine Stimme war dabei steinhart, weil ich mir die Antwort schon beinahe denken konnte.

Peterson konnte erneut meinen Blick nicht ertragen und starrte stattdessen seine schmutzigen Schuhe an.

„Wie viele?!" wiederholte ich noch ein ganzes Stück lauter und eindringlicher.

Peterson sah auf und schluckte schwer. Tiefe Reue stand in seine Augen geschrieben und ich war fast versucht, ihm diese dieses Mal abzunehmen. „Keiner", sagte er so leise, dass ein menschliches Ohr es bei dem Lärm des sich nun im Landeanflug befindlichen Hubschraubers wohl kaum vernehmen konnte. Aber ich konnte es hören und Beth las es mehr oder weniger von seinen Lippen ab. Sie starrte den Mann neben sich fassungslos an.

„Keiner?" wiederholte sie mit zittriger Stimme und Peterson nickte beklommen.

„Aber wir sind auch mit keinem jemals so weit gekommen wie mit Mick", fügte er schnell hinzu und ein Hauch von Begeisterung flog über sein Gesicht. „Er… er war der Idealfall. Er hatte alle Voraussetzungen dafür, mit unseren Versuchen endlich einen anhaltenden Erfolg zu erzielen…"

Ich biss meine Zähne so heftig aufeinander, dass mein Gebiss knirschte und Peterson verstummte augenblicklich. Ihm wurde gerade erst in diesem Moment bewusst, dass er versehentlich sein anderes, für mich wahres Gesicht gezeigt hatte – das des ehrgeizigen Forschers, das ich am Liebsten augenblicklich zwischen meinen Händen zerquetscht hätte. Doch nun setzte auch schon der Hubschrauber mit einem leichten Rucken auf und erinnerte mich deutlich daran, dass es jetzt vor allem darum ging, Mick zu helfen und ihn möglichst bald wieder in einen Zustand zu versetzen, mit dem er leben konnte.

Ich atmete tief durch und öffnete die Tür des Helikopters, um leichtfüßig hinaus zu springen. Beth ließ sich bereitwillig von mir beim Aussteigen helfen und eilte sofort auf das flache Gebäude zu, das uns als Unterschlupf diente, aber in dem normalerweise die Farmarbeiter lebten, während Peterson erst umständlich all seine Sachen zusammen packte und dann mehr aus dem Helikopter fiel als heraus kletterte. Obwohl ich kein Bedürfnis verspürte, ihm zu helfen, packte ich ihn an einem Arm und zog ihn ungeduldig mit mir.

Ich verschwendete gar nicht erst Zeit damit, nachzusehen, ob Mick noch in seinem Zimmer war, sondern begab mich, wie auch schon Beth vor mir, mit Peterson im Schlepptau sofort zu dem kleinen Badezimmer am anderen Ende des Flures. Schon auf einige Entfernung konnte ich die aufgeregten Stimmen der anderen vernehmen, sowie das Schwappen von Wasser.

„Ist er die ganze Zeit schon so?" fragte Beth gerade besorgt und verriet mir damit, dass Mick sich völlig anders verhalten musste als damals in der Wüste bei ihrer ersten ‚Happy Hour'. Und als ich das Bad schließlich betrat, bestätigte sich meine Vermutung auf übelste Art und Weise. August und Logan hatten es irgendwie geschafft, in Rekordzeit die antike Wanne des noch viel antikeren Bades mit Wasser und Eis aufzufüllen und Mick dort hinein zu bugsieren, aber sein Zustand hatte sich dennoch nicht erheblich gebessert. Logan kniete an einem Ende der Wanne und war darum bemüht, Micks Kopf über Wasser zu halten, während August einen seiner Arme über dem Rand festhielt und so dafür sorgte, dass weiterhin Blut und Flüssigkeit über den Tropf, den sie mitgenommen hatten, in seine Adern floss. Mick selbst regte sich kaum. Seine Haut war immer noch viel zu blass und seine gelbstichigen Augen starrten durch halb geschlossene Lider blicklos ins Leere, während sich sein entblößter Oberkörper unter den kurzen, flachen Atemzügen, die er machte, schnell hob und senkte. Beth ging neben der Wanne in die Knie und legte in tiefer Sorge eine Hand auf Micks Stirn. Ihr Gesicht erhellte sich merklich.

„So heiß ist er nicht mehr", stellte sie erfreut in meine Richtung fest, als ich zusammen mit Peterson näher trat. „Aber warum ist er so weggetreten?"

Peterson schob sich in der Enge des Bades viel zu dicht an mir vorbei, aber ich hatte zu meinem Ärgernis einfach keinen Platz auszuweichen und konnte mir nicht mehr als ein verärgertes Zucken meiner Oberlippe leisten.

„Das ist normal bei einer schweren Anämie", erklärte er knapp und kniete sich dicht neben Beth, um erneut seine aufgerollte Spritzentasche herauszuholen und zu öffnen. „Was wir jetzt tun müssen", erklärte er nun auch in Richtung Augusts, „mag vielleicht erst einmal ein wenig wahnsinnig anmuten, aber es ist unbedingt notwendig…" Mit diesen Worten zog er eine Spritze mit einer der Flüssigkeiten aus seiner Tasche auf.

„Was ist das genau?" fragte August misstrauisch nach, als Peterson die Flüssigkeit durch den Venenkatheter in Micks Arm injizierte.

„Hauptsächlich Prednison", gab er ruhig zurück und Augusts Brauen wanderten überrascht in die Höhe.

„Sie wollen die Funktionen seines Immunsystems hemmen?" fragte er ungläubig und mir blieb vor Schrecken fast der Mund offen stehen.

„Nur die, die verhindern, dass er sich wirklich verwandelt", gab Peterson konzentriert zurück, während er schon die nächsten Spritzen eiligst vorbereitete und eine davon dann dem immer noch staunenden August in die Hand drückte. „Das injizieren Sie ihm direkt in die Halsschlagader, wenn ich es Ihnen sage!"

August blinzelte ihn irritiert an und ich fragte mich, ob es wirklich so klug gewesen war, Peterson mit hierher zu bringen. Er konnte uns jede beliebige Lüge erzählen und Mick vor unser aller Augen einfach umbringen – wir würden es erst viel zu spät merken! Aber anderseits… was hatte wir für eine Chance?

Zu meiner Erleichterung schien Petersons Spritze tatsächlich zu helfen. Micks Lider öffneten sich wieder und er bewegte seinen Kopf, schien plötzlich die Personen um sich herum wahrzunehmen, vor allem die menschlichen. Die Farbe seiner Iris hatte sich nun endlich in das Eisblau verwandelt, das die vampirische Seite in ihm verriet, und seine Augen hefteten sich auf Beths verführerischen Hals, der ihm in diesem Moment viel zu nahe war, da sie immer noch direkt neben ihm auf der anderen Seite der Wanne kniete und ihn sorgenvoll ansah. Dank meiner vampirischen Kräfte war ich gerade rechtzeitig an Logans Seite, als Mick all seine Kräfte mobilisierte und sich nach vorne warf, um sich erneut von Beth zu holen, was er brauchte. In Sekundenschnelle hatte ich meinen Arm um seinen Hals geschlungen und zog ihn zurück, während ich mich gleichzeitig über Beth ärgerte, die doch tatsächlich schon wie in Trance ihren Kopf zur Seite gelegt hatte, um Mick den Zugang zu ihrer Halsschlagader zu erleichtern. Eisiges Wasser spritzte uns allen entgegen, während Mick in der Wanne versuchte von mir und dem nun doch etwas aktiver werdenden Logan los zu kommen und ich begann mich ernsthaft zu fragen, ob mein Freund schon immer so kräftig gewesen war oder ob sich auch seine vampirische Seite deutlich verändert hatte. Wenn ich dabei bedachte, dass er eigentlich krank und geschwächt war, begann sich ein ziemlich mulmiges Gefühl in meiner Magengegend aufzubauen. Selbst zu zweit hatten wir deutliche Probleme Mick in Schach zu halten - davon ihn zu beruhigen, waren wir so weit entfernt wie der Merkur vom Neptun.

Doch erneut tat Peterson plötzlich etwas, womit wir alle gar nicht gerechnet hatten: Er streckte in einer schnellen Bewegung seinen Arm aus und hielt Mick seine Pulsader direkt vor seine in Wut gefletschten Reißzähne. Wir hatten keine Chance zu verhindern, dass er dieselben in der nächsten Sekunde in den Arm des Professors rammte. Dessen Gesicht zuckte schmerzerfüllt, aber er gab uns ein deutliches Zeichen, dass das völlig in Ordnung und genau sein Plan gewesen war. Mit einem Mal begriff ich, was er im Helikopter mit der Eigeninjektion bezweckt hatte. Er hatte sich genau auf diese Situation vorbereitet – er hatte sein Blut für Mick präpariert, es so gehaltvoll wie möglich gemacht und genau auf Micks Bedürfnisse abgestimmt.

Mein Blick glitt hinüber zu dem anderen Arm des Professors und erfasste mit einem Mal die vielen kleinen Narben, die sein Handgelenk übersäten. In meiner Wut und Aufregung war mir das bisher völlig entgangen. Peterson musste Mick auf diese Weise schon öfter mit Frischblut versorgt haben. Die Art wie die beiden in dieser befremdlichen Situation aufeinander reagierten, hatte etwas seltsam Vertrautes. Es war, als würde man einem Vater beim Füttern seines Kleinkindes zusehen und das Vertrauen, dass beide einander entgegen brachten, die Entspannung, die sich mit der Zeit sichtbar in ihren Körpern breit machte, verwirrte mich zutiefst… und machte mich gleichzeitig unglaublich wütend.

„Beth…", stieß Peterson nach einer Weile hervor, ohne den intensiven Blickkontakt mit Mick zu unterbrechen. „Holen Sie ein paar Decken hierher und breiten Sie diese auf dem Boden aus…"

Beth stand ohne weiter nachzudenken auf und eilte aus dem Bad, während ich immer noch ungläubig meinen Freund anstarrte, der gierig so viel Blut in sich aufnahm, wie er nur bekommen konnte. Logans Gesichtsausdruck hingegen verriet allerdings, dass ihn diese Situation mehr als animierte. Er leckte sich nun schon zum wiederholten Mal über die Lippen und seine Augen waren deutlich heller als zuvor.

„Reiß dich am Riemen", zischte ich ihm durch die Zähne in einer Tonlage zu, die für Menschen nicht zu vernehmen war, und Logan reagierte zum ersten Mal, seit ich ihn kannte sofort, riss sich von dem Arm des Professors los und atmete tief durch.

Als Beth wieder im Bad erschien, bepackt mit einem Wust an Decken, hatte Petersons Hautton schon eine etwas ungesündere Farbe angenommen. August sprang auf und half ihr die Decken schnell auszubreiten, dann kniete er sich wieder neben Peterson, der ihm kurz und unauffällig zunickte. Ich nahm meinen Arm ein wenig zur Seite und August rammte Mick mit einer routinierten Präzision, die nur Ärzte besaßen, die Spritze in die Halsschlagader. Mick riss sich mit einem wütenden Knurren von Peterson los und versuchte sich herum zu werfen, aber ich hielt ihn mit eisernem Griff fest und musste dabei all meine Kräfte aufwenden, weil Logan ihn vor Schrecken einfach los gelassen hatte. Jedoch dauerte Micks Attacke nur wenige Sekunden und war ebenso erfolg- wie nutzlos. Das Mittel, woraus auch immer es bestand, war längst injiziert und tat seine Wirkung. Mick sackte so plötzlich in sich zusammen, dass er mir entglitt und beinahe unter die Wasseroberfläche rutschte. Ich zog ihn besorgt hoch und sein Kopf kippte schlaff zur Seite.

„Schnell!" brachte Peterson, der einen Augenblick lang Probleme gehabt hatte, aufrecht sitzen zu bleiben, etwas geschwächt hervor. „Er muss sofort aus der Wanne! Sofort!"

Ich hatte in den letzten Minuten gelernt, dass wir tatsächlich keine Zeit hatten, nach dem Sinn dieser ganzen Aktionen zu fragen, und gehorchte nun zu meinem eigenen Ärgernis genauso brav den Befehlen Petersons wie alle anderen Anwesenden. Mick aus der Wanne zu holen, war dank der äußerst wirksamen Spritze ein Leichtes. Er war völlig erschlafft und konnte keinerlei Gegenwehr leisten, obwohl ich das Gefühl hatte, dass er deutlich kräftiger atmete als zuvor. Ich versuchte mich auf mein Gehör zu konzentrieren, während Logan und ich ihn mit der Hilfe der anderen möglichst sanft auf die Decken betteten, und konnte erfreut feststellen, dass die Geräusche seines Herzens denen eines gesunden Menschen kaum mehr nachstanden. Dennoch war irgendetwas anders als bei seiner letzten Rückverwandlung in einen Menschen...

Natürlich! Da war keine fiebrige Hitze mehr, die von ihm aufstieg, stattdessen war sein Köper deutlich ausgekühlt – für einen Menschen nicht gerade sehr gesund. Sein Organismus reagierte darauf auf die natürlichste Art und Weise: Er begann langsam aber sicher am ganzen Leib zu zittern, erst nur leicht und dann sich rasch steigernd, sodass seine Zähne bald klappernd aufeinander schlugen. Die Reaktionen seines Körpers hatten noch eine andere Wirkung, mit der ich kaum gerechnet hatte: Mick wurde wach. Sein Kopf bewegte sich zur Seite und er schlug matt die Augen wieder auf. Es war dieses Mal der Mensch nicht der Vampir, dessen Blick schließlich mein Gesicht erfasste, als ich eine der Decken mit Beths Hilfe um seinen zitternden Leib wickelte, und der Ausdruck in seinen dunkelblauen Augen sagte mir deutlich, dass er kaum fassen konnte, wen er da vor sich hatte. Er wollte etwas sagen, aber sein eigener schlotternder und zuckender Körper ließ es nicht zu und seine Stimmbänder waren schon zu lange nicht mehr benutzt worden, um ihm so schnell wieder zu gehorchen.

Ich selbst war so perplex, dass ich für einen Moment völlig erstarrte, denn es war das erste Mal, seit wir Mick gefunden hatten, dass ich tatsächlich das Gefühl hatte, dass er wieder da war, dass sein Geist wach genug war, um wenigstens halbwegs zu registrieren, was um ihn herum vor ging. Mick war wieder bei uns… und dieser unglaubliche, unfassbare Gedanke schnürte mir die Kehle zu und ließ meine Gedärme die unmöglichsten Umdrehungen vollführen. Auch Beth war neben mir verharrt und ein warmes, wohlwollendes Lächeln umspielte ihre Lippen, als Micks Blick fassungslos zwischen uns beiden hin und her wanderte, während sein Verstand erst einmal begreifen musste, dass wir real und tatsächlich an seiner Seite waren. Doch dieser berührende Moment wurde jäh zerstört, als Peterson unter die Decken griff und ungeduldig Micks Arm wieder hervor zog, bereits die nächste Spritze in der Hand haltend. Micks Kopf flog zu ihm herum und zu meiner Überraschung zeigte sich sofort der Ausdruck völligen Entsetzens auf seinem Gesicht. Obwohl Mick in seinem menschlichen Zustand nicht viel Kraft besaß, gelang es ihm dennoch, sich mit einem Ruck von Peterson Griff zu befreien und wenigstens ein Stück vor ihm zurück zu weichen, sodass er sich dicht an Beth und mich drängte, die Augen in Panik weit aufgerissen und den linken Arm abwehrend vor sein Gesichte haltend.

„Nein… nein…", waren die ersten Worte, die er kaum verständlich und mit einem deutlichen Kopfschütteln heraus brachte, aber für mich waren sie eindeutig und als Peterson erneut nach ihm griff, beugte ich mich mit einem tiefen Knurren schützend über meinen Freund und stoppte Petersons Arm in der Luft.

„Er sagte nein", zischte ich ihn an und meine Augen spießten ihn nahezu auf. Der Beschützerinstinkt in mir, von dem ich glücklicherweise recht selten und nie freiwillig Gebrauch machte, war dieses Mal so stark, dass er jeden Anflug von Vernunft im Keim erstickte.

Peterson sah mich eindringlich an. „Er braucht das", sagte er nachdrücklich. „Glauben Sie mir! Das ist gegen die Krämpfe."

Ich zog misstrauisch die Brauen zusammen. ‚Welche Krämpfe?', wollte ich fragen, doch gerade in diesem Augenblick, zuckte Mick, der halbwegs unter mir begraben war, heftig zusammen und ich ließ Peterson augenblicklich los und richtete mich entsetzt wieder auf.

„Oh, Gott!", entfuhr es auch Beth, als Mick sich mit einem schmerzerfüllten Laut zusammenkrümmte. Peterson packte beherzt seinen Arm und versuchte ihn zu strecken, um wieder an den Venenkatheter heran zu kommen, doch das war leichter gesagt als getan, denn die Krampfanfälle, von denen Mick nun geschüttelt wurde, schienen sich auf seinen gesamten Körper zu erstrecken und sorgten dafür, dass sich auch die Muskulatur seiner Arme verspannte bis hinein in die Finger. Er stöhnte schmerzerfüllt und atmete durch zusammengebissene Zähne nur noch stoßweise und furchtbar gepresst. August kam Peterson zur Hilfe, während Beth und ich versuchten Mick fest und so weit ruhig zu halten, wie es seine Krämpfe zuließen. Ihn so zu sehen, tat mir selbst entsetzlich weh, und ich verfluchte mich innerlich für mein unbesonnenes Verhalten zuvor. Schließlich gelang es uns, mit vereinten Kräften das krampflösende Mittel in seine Vene zu injizieren und nach wenigen weiteren schrecklichen Minuten begann es zu wirken. Mick hatte sich in einem letzten, starken Krampf auf die Seite zu mir und Beth gedreht, so als könne unser Anblick ihm auf irgendeine Weise Linderung verschaffen oder zumindest Halt geben und so blieb er auch schließlich liegen, immer noch zusammengekrümmt wie ein Embryo im Leib seiner Mutter, und atmete tief und schwer, während seine Lider sich langsam senkten. Beth hatte seine Hand ergriffen und streichelte mit der anderen beruhigend seine Wange, während ich erschöpft zurück auf meinen Platz sank und mich selbst erst einmal von dem Schock erholen musste, der mich durch diesen Anfall völlig unvorbereitet getroffen hatte.

Ab und zu zuckte Micks Körper noch, aber ich wusste, dass er zurück in den ohnmachtsähnlichen Zustand sank, in dem er sich so lange Zeit befunden hatte. Ich schloss für einen Moment die Augen, um die furchtbare Unruhe in meinem eigenen Körper wieder in den Griff zu bekommen und holte tief Luft. Als ich meine Augen wieder öffnete, bemerkte ich, dass auch alle anderen sich zu entspannen begannen und suchte Petersons Blick, der noch eine weitere Decke über Mick ausbreitete.

„Kommt da noch etwas?" fragte ich, durchaus mit einer positiven Antwort rechnend, doch der Professor schüttelte zögernd den Kopf.

„Normalerweise dürften wir jetzt eine Weile Ruhe haben", erklärte er erschöpft und wischte sich mit einer Hand den Schweiß von der Stirn.

Warum mussten sich Ärzte immer nur so schwammig ausdrücken? Konnten sie nicht einmal klar sagen, was sie dachten. Dieses ‚normalerweise', ‚einigermaßen', ‚wahrscheinlich' war ja nicht zum aushalten!

„Das heißt im Klartext?" fragte ich ungeduldig und sprach damit wohl auch Beth aus der Seele, deren Nerven so blank lagen, dass ich ihr innerliches Zittern sogar fühlen konnte, ohne direkten Körperkontakt mit ihr zu haben. Sie konnte sich nur beherrschen, weil sie immer noch darum bemüht war, trotz ihres eigenen Gefühlschaos möglichst viel Ruhe auf Mick auszustrahlen.

Peterson Blick ruhte einen langen Moment auf Micks Gesicht, dann sah er uns wieder an. „Ich denke, die Chancen, dass ich ihn in einen unbedenklichen Zustand zurück bringen kann, stehen momentan ganz gut", sagte er. „Aber bis dahin kann es noch ein paar dieser Anfälle geben. Ich werde versuchen, ihnen mit Medikamenten vorzubeugen, dass heißt so schlimm wie gerade eben wird es nicht mehr werden, aber… wir haben noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns."

„Kann er bei diesen Anfällen sterben?" hakte ich noch genauer nach.

Ich sah Peterson an, dass er sich genau überlegte, was er uns versprechen konnte, und als er wieder meinen Blick suchte, konnte ich nicht vermeiden, dass mein Herz gleich einen Takt schneller schlug.

„Solange ich in seiner Nähe bin und genug Medikamente habe – nein", sagte er und die Festigkeit in seiner Stimme brachte eine Welle der Erleichterung mit sich, die sowohl Beth als auch mich mit voller Wucht traf. „Ich denke, das Schlimmste ist überstanden", setzte er mit einem fast glücklichen Lächeln hinzu.

Ich bemerkte, dass Beth Mick los ließ und beide Hände vor ihren Mund hielt, um ihr eigenes Schluchzen zu ersticken und ich drehte mich einfach zu ihr um und zog sie in meine Arme. Sie barg ihr Gesicht an meiner Brust und fing an, leise zu weinen, während es mir selbst ziemlich schwer fiel, gegen das starke Brennen in meinen Augen anzukämpfen und gleichzeitig das laute Jubeln und befreite Lachen in meinem Inneren nicht hinaus platzen zu lassen. Irgendwie konnte ich es kaum glauben, dass wir den Kampf um Mick tatsächlich noch gewonnen hatten. Alles war so eigenartig und so furchtbar verworren. Und die Rätsel die sich um Mick gescharrt hatten, hatten sich zu einem solch riesigen Berg aufgetürmt, dass ich nicht genau wusste, wo ich damit beginnen sollte, sie zu lösen.

Mein Blick wanderte wieder zu Peterson, der uns beide mit einem solch wohlwollenden, zufriedenen Lächeln betrachtete, dass es mir das erste Mal, seit ich ihm begegnet war, schwer fiel, ihn weiterhin zu hassen. Er war der Einzige, der endlich Licht ins Dunkle um Mick herum bringen konnte. Und ein dumpfes Gefühl in meinem Inneren sagte mir, dass die Zeit eilte und wir möglichst bald damit beginnen sollten, bevor die nächsten dramatischen Ereignisse uns wieder unter sich begruben.