Neugeboren
„Geboren zu werden ist nur das eine - lebendig zu werden etwas ganz anderes."
(Anke Maggauer-Kirsche)
Sich nach dem Aufstehen zerschlagen, müde und unausgeglichen zu fühlen, war mir wirklich neu, gehörten diese Schwächen doch eigentlich eher in den Bereich des Mensch-Seins, den ich glücklicherweise schon seit einer halben Ewigkeit hinter mir gelassen hatte. Natürlich hatten auch Vampire ihre Launen, ich war ein wandelndes Beispiel dafür, aber normalerweise beschränkten sich diese Zustände nur auf den emotionalen Bereich und nicht auf den physischen. Wir waren dazu in der Lage uns schneller und nachhaltiger als Menschen zu regenerieren, selbst wenn wir eine überaus anstrengende Nacht hinter uns hatten, aber dieses Mal…
Ich wusste ganz genau, dass meine physischen Probleme eigentlich gar nicht vorhanden sein konnten und mir wahrscheinlich nur durch den psychischen Stress der letzten Tage vorgegaukelt wurden, aber ich fühlte mich wirklich… beschissen, als ich mit für einen Vampir immens schwerfälligen Schritten in die Wohnküche – allein das Wort löste klaustrophobische Gefühle in mir aus – unserer ‚heimeligen' Behausung schlurfte und mich sofort bei den Blutkonserven des wieder seit einigen Stunden funktionierenden Kühlschrankes bediente.
Ein Mix aus Östrogenen, langsam verpuffendem Parfum und menschlichem Blut wehte in einer zarten Note aus dem Wohnbereich zu mir hinüber und ließ das abgepackte Blut, dass ich mit tiefer Zufriedenheit in mich hinein schlürfte gleich doppelt so gut schmecken, erleichterte es mir doch ungemein, mir vorzustellen, ich hätte meine Zähne in dem Hals einer hübschen Frau versenkt. Ich trank schnell aus und steuerte dann die Couch in der Mitte des Wohnbereichs an, auf der sich Beth wohl vor einer kleinen Weile erschöpft nieder gelassen hatte, um sich einen heißen Früchtetee zu Gemüte zu führen. Sie lag in Embryonalhaltung auf der Couch, ihren hübschen Kopf auf ihre linke Hand gebettet und schlief selig, während der Tee auf dem wackeligen Couchtisch seine Wärme in Form von heißen Dampfschwaden, die sich in die Luft kringelten, abgab. Allzu lange konnte sie hier also noch nicht liegen und ich konnte nicht verhindern, dass sich ein sanftes Lächeln auf meine Lippen stahl, während ich ihr liebliches Gesicht betrachtete. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass ihr Schlaf derart leicht war, dass sie tatsächlich davon aufwachte. Sie fuhr hoch, noch bevor sie ihre Augen richtig geöffnet hatte und stieß ein panisches „Mick?!" aus.
Ich hob beschwichtigend die Hände. „Alles in Ordnung Beth", sagte ich schnell und ließ mich neben ihr nieder, um dem Eindruck entgegen zu wirken, dass ich halbwegs auf dem Sprung war – wohin auch immer. „Ihm geht es gut. Ich war grad' mit August drüben."
Sie blinzelte ein paar Mal und schüttelte dann über sich selbst den Kopf. „Man kann es auch übertreiben, Beth", murmelte sie sich selbst zu und ich musste lachen.
„Da bist du nicht die Einzige", gab ich erstaunlich ehrlich zu und richtete dabei mein zerknautschtes Seidenhemd. Wirklich ärgerlich in welchen Zuständen wir momentan leben mussten. Die gleichen Sachen zweimal tragen…. Wann hatte ich das das letzte Mal gemacht? Hatte ich das überhaupt schon mal gemacht?
„Hast du wenigstens gut geschlafen?" wandte sie sich an mich.
„Oh, ja natürlich", gab ich übertrieben begeistert zurück, „zwischen dem ersten und zweiten Stromausfall hat sich der Kühlschrank, in dem ich lag, tatsächlich ein wenig ausgekühlt. Die pure Erholung!"
Beth sah mich mit ehrlichem Mitleid an. „Das tut mir so leid, Josef", brachte sie sanft hervor und ich bereute schon wieder meinen zynischen Ton.
„Nachher ging es ja", fügte ich schnell hinzu. „Und heute Nachmittag wird Logans Freund mit ein paar Dingen, die wir hier dringend brauchen eingeflogen – dann wird alles ein wenig besser, denke ich mal."
Beth nickte stumm und ließ ihren Blick durch das schlichte Zimmer schweifen. „Wem gehört das hier eigentlich?"
Musste sie das fragen? Die Antwort war mir fast peinlich. „Mir", gab ich widerwillig zu und ihre Brauen hoben sich überrascht.
„Du besitzt eine Farm in Mexiko?!" fragte sie ungläubig und ich betrachtete für einen Augenblick lieber meine Fingernägel. Eine nette Maniküre wäre jetzt auch nicht schlecht…
„Warum?" blieb Beth hartnäckig und ich war gezwungen, sie nun doch wieder anzusehen.
„Weil ich eine ziemlich intelligente Person bin", gab ich etwas arrogant zurück. „Manchmal bleibt auch einem Vampir nichts anderes übrig, als für eine gewisse Zeit aus der Gesellschaft der Menschen zu verschwinden, und wer würde schon auf die Idee kommen, einen Vampir auf einer Farm in Mexiko zu suchen?"
Beth begegnete mir mit einem verstehenden Lächeln. „… im Wüstenklima", setzte sie hinzu.
„Ganz genau", meinte ich nur und versuchte den Gedanken, welche Temperaturen sich draußen heute schon entwickelt haben mussten, so weit wie möglich von mir fortzuschieben. Natürlich war es auch hier im Haus schon ziemlich warm, aber das Gebäude lag im Schatten einiger größerer Bäume und behielt so die meiste Zeit eine Temperatur, die für uns Vampire einigermaßen erträglich war.
„Lebt hier eigentlich noch jemand?" erkundigte sich Beth nun und mir wurde bewusst, dass sie noch gar nicht wirklich die Zeit gehabt, hatte sich das Gelände, auf dem sich unser Haus befand, anzusehen. Und selbst wenn sich eine Gelegenheit ergeben hätte, ich bezweifelte, dass sie diese wahrgenommen hätte. Es war ja schon ein Wunder, dass sie hier im Wohnzimmer mit mir saß und nicht wie sonst an Micks Seite klebte.
„Es gibt hier noch ein paar andere Gebäude und eines davon ist von Menschen bewohnt", erklärte ich und bemerkte, dass ich sie mit dieser Antwort schon wieder überraschte.
„Und wissen die, dass…" Sie machte eine unbestimmte Geste in meine Richtung.
„… sie hier Blutsauger beherbergen?" beendete ich ihre Frage mit einem Schmunzeln. „Du wirst es nicht glauben, aber auch ich habe menschliche Kontakte, die über meine Besonderheiten bescheid wissen. Sie haben damit kein Problem – das können sie sich auch nicht leisten…"
„Dass heißt, sie schulden dir etwas", schloss Beth aus meinen Worten.
„Ja, mir und Mick", verriet ich ihr selbstgefällig lächelnd.
„Und man kann ihnen trauen?" Für Beth war es wohl kaum vorstellbar, dass Menschen, die durch irgendwelche nicht eingelösten Schulden unter Druck gesetzt wurden, in Notsituationen verlässliche Komplizen waren, und eigentlich musste ich ihr in diesem Punkt auch Recht geben. Sie konnte ja nicht wissen, dass es keinen Druck gab und die Familie, bei der wir untergeschlüpft waren, mehr als nur ein ‚Kontakt' für mich und Mick war. Wir hatten eine gemeinsame Geschichte, die ein enormes Vertrauen ineinander mit sich gebracht hatte.
„Das kann man", sagte ich nur und damit war das Thema für mich erledigt. Beth hatte in dem vergangenen Jahr schon genügend Einblicke in mein Seelenleben und damit meine so verhasste weiche Seite gewonnen – irgendwann reichte es. Also lehnte ich mich auf der modrig riechenden Couch widerwillig zurück und versuchte schnell ein anderes Thema anzusprechen. „Seit wann bist du wach?" fragte ich Beth interessiert.
Sie stutzte etwas über den raschen Themenwechsel, ging aber gleich auf meine Frage ein. „Ich denke so seit 12 Uhr mittags. Aber so genau kann ich das nicht sagen. Ich habe nicht auf die Uhr gesehen."
Es war jetzt später Nachmittag und die Sonne warf ein warmes Licht in das triste Zimmer. Hübsch anzusehen für Lebewesen, die die Sonne mochten, mir waren die Strahlen noch zu hell und vor allem zu heiß.
„War Mick zwischendurch mal wach?" fragte ich weiter und Beth reagierte mit einem Kopfschütteln.
„Peterson hat ihm in der Nacht noch einmal ein Schlafmittel gegeben und meinte, es würde ihm gut tun, sich noch eine Weile auszuruhen."
Ich gab einen verächtlichen Laut von mir. „Peterson… der macht aus Mick noch einen Junkie…"
Beth sah mich sehr nachdenklich an. „Ich habe mich eine Weile mit ihm unterhalten und er hat mir eine ganze Menge interessanter Sachen verraten."
„Lass mich raten – über die ‚Vampirkrankheit'", ich zeichnete genervt ein paar Anführungsstriche in die Luft, „und seine tolle Forschung?"
Sie legte ein wenig den Kopf schräg, wie Mick es auch manchmal tat, wenn er nicht genau wusste, was er von meinem Benehmen zu halten hatte. „Dann hat er dir auch schon davon erzählt?" hakte sie nach und ich nickte gelangweilt. Natürlich war das alles sehr interessant und aufschlussreich gewesen, aber irgendwie war ich noch nicht bereit, dies vor jemand anderem zuzugeben.
„August und ich haben ihn uns ein wenig vorgeknöpft, als du schlafen gegangen bist", setzte ich erklärend hinzu, sie mit meiner Formulierung in Bezug auf ihr ‚Schlafen-gehen' ein wenig neckend. Ich freute mich diebisch als in ihren Augen kurz ein wenig Verärgerung aufblitzte. Aber sie hatte sich gut unter Kontrolle. Stattdessen schlug sie mit kühler Gelassenheit zurück.
„Und wie fühlst du dich jetzt so als armes, krankes Wesen?" fragte sie freundlich lächelnd und traf damit genau meinen wunden Punkt. Verdammt! Warum musste ich mich jetzt ärgern?!
Zu meiner Erleichterung betrat genau in diesem Augenblick Peterson die Bühne – eine Person, die es nun wirklich verdient hatte, dass ich mich an ihr abreagierte. Ich zog meine Brauen erbost zusammen und funkelte ihn wütend an, als er in den Küchenbereich ging, um sich ebenfalls einen warmen Tee einzugießen.
„Hat Ihnen irgendjemand erlaubt, Micks Zimmer zu verlassen?" brummte ich ihm zu und er sah erstaunt auf. Er sah furchtbar übernächtigt aus, mit tiefen Ringen unter den Augen und bleicher Haut – fast wie ein Vampir…
„Ich wusste nicht, dass ich dafür eine Erlaubnis brauche", gab er ruhig zurück, nahm seine Tasse in beide Hände, um sich die Finger daran zu wärmen und kam dann zu uns herüber, meinen missbilligenden Blick an sich abprallen lassend.
„Dann wissen Sie es jetzt", merkte ich kühl an. „Ist denn überhaupt noch jemand bei ihm?"
Peterson sog hörbar genervt die Luft ein und ließ sich doch tatsächlich uns gegenüber in einem der schäbigen Sessel nieder. „Es wird ihn nicht umbringen, wenn er für ein paar Minuten mal ohne Aufsicht schläft", gab er so ruhig, wie es ihm möglich war, zurück. Es schien so als forderten die Stunden der Schlaflosigkeit und Unruhe nun auch ihren Tribut von ihm. Er wirkte deutlich gestresst und irgendwie freute mich das.
„Und wenn er aufwacht?" bohrte ich weiter und setzte einen furchtbar vorwurfsvollen Blick auf.
„Das wird er nicht", gab Peterson sehr bestimmt zurück. „Sein Körper ist viel zu geschwächt nach all den Anstrengungen der letzten Tage – selbst wenn sein Geist wacher wird, wird sein Körper sich die Ruhe holen, die er braucht, und es nicht zulassen, dass er mehr tut, als sich von einer Seite auf die andere zu drehen."
Ich schnaufte abfällig. „Sie kennen Mick nicht. Der ist zäher als Sie denken. Und wenn er eines gar nicht kann, ist das vernünftig sein oder Rücksicht auf seine körperliche Verfassung nehmen."
Peterson begegnete mir zu meiner eigenen Überraschung mit offener Wut. „Und Sie sollten sich endlich von dem Gedanken verabschieden, dass Mick noch derselbe Mensch ist wie vor einem Jahr. Glaube Sie ernsthaft, dass ein Jahr in Einzelhaft und Versuchslaboren keine Spuren in seiner Physis und Psyche hinterlassen hat?!"
Seine Worte trafen mich so schmerzhaft, dass ich ihn nur mit offenem Mund anstarrte und keinen Ton hervor brachte. All meine Ängste bezüglich Mick, die ich so erfolgreich in den hintersten Winkel meines Geistes zurück gedrängt hatte, brachen plötzlich wieder hervor.
„Sagt Ihnen der Begriff Akute Belastungsreaktion etwas?" setzte er ein wenig sanfter hinzu, weil auch Beth ihn verstört ansah. „Menschen die traumatische Erlebnisse mit Nahtoderfahrungen hinter sich haben, haben meist große Schwierigkeiten diese zu bewältigen und geraten dann in einen Zustand, in dem sie starken emotionalen Schwankungen unterliegen und oft das Gefühl haben, nicht mehr sie selbst zu sein. Ganz davon abgesehen, dass sein Körper noch nicht völlig ausgeheilt ist, wäre es auch für uns besser, wenn er noch eine ganze Weile schläft, damit wir genug Kraft haben, ihn auch mit seinen möglichen psychischen Problemen irgendwie aufzufangen…"
„Sie wollen ihn auffangen?!" fuhr ich den Professor wutentbrannt an, mich mit Händen und Füßen gegen das ‚wir' sträubend, dass er soeben gewagt hatte, in den Mund zu nehmen. „Sie haben ihm das doch alles erst angetan! Er hasst Sie! Haben Sie nicht gemerkt, wie er auf Sie reagiert hat?!"
„Doch, aber das hat nichts mit Hass zu tun", setzte Peterson mir aufgebracht entgegen. „Er ist schwer traumatisiert. Natürlich macht ihm alles Angst, was ihn an die Zeit in den Laboren erinnert. Das ist normal. Und im Übrigen habe ich alles Menschenmögliche getan, um zu verhindern, dass er durchdreht. Ich habe ihn nachts heimlich aufgesucht und lange Gespräche mit ihm geführt, ich habe für ihn Tageszeitungen und Fotos ins Labor geschmuggelt, damit er die Anbindung an die Außenwelt nicht verliert, ich habe die medikamentöse Einstellung so manipuliert, dass er sehr viel weniger betäubt war als andere Vampire… ich habe alles getan – alles, damit er geistig gesund bleibt. Aber ein Trauma lässt sich unter solchen Umständen einfach nicht verhindern!"
Ich funkelte ihn weiterhin hasserfüllt an, wusste aber nicht, was ich dazu noch sagen sollte und auch Beth fehlten anscheinend die Worte. Wir waren beide so glücklich gewesen, dass Mick noch lebte, dass wir uns keine Gedanken darüber hatten machen wollen, welche Auswirkungen das Jahr in Gefangenschaft wohl auf seine Psyche haben könnte.
„Ich will nicht sagen, dass Mick nicht wieder zu seinem alten Ich zurück finden kann", meinte der Professor leise. „Aber das wird ein langer, anstrengender Weg werden, der den Menschen, die ihn lieben, sehr viel abverlangen wird. Wie schnell sich Mick erholt, hängt davon ab, wie hart er im Nehmen ist. Es gibt Menschen, die sehr viel mehr aushalten können als andere, die an schlimmen Erlebnissen, unter denen die meisten zerbrechen würden, sogar wachsen können, aber in diesem Fall bin ich mir nicht sicher…"
„Warum?" fragte Beth nun leise nach und in ihre Augen stand dieselbe unerträgliche Besorgnis geschrieben, die mein Inneres so unangenehm aufwühlte.
„Weil Mick in der nächsten Zeit durch die Vorgänge in seinem Körper nicht wirklich zur Ruhe kommen wird", erklärte Peterson. „Das ist alles sehr kompliziert, aber im Grunde genommen wacht er in einem Körper auf, den er nicht mehr wirklich kennt. Es ist wie…" Er suchte angestrengt nach einem guten Vergleich und schließlich leuchteten seine Augen auf. „Ja, wie ein Kind, das gerade auf die Welt gekommen, das neugeboren worden ist. Es muss erst Stück für Stück seinen Körper, seine Bedürfnis kennen und einschätzen lernen, muss erst begreifen, was es wie erreichen kann. Mick hat die Bedürfnisse zweier Wesen zu stillen und es wir ihm am Anfang ungemein schwer fallen, diese überhaupt erst einmal voneinander zu unterscheiden und damit auf die richtige Art und Weise umzugehen. Und das verursacht eine Menge Stress, was sich wiederum negativ auf seine Psyche auswirken kann."
Ich schüttelte vehement den Kopf und stand auf, weil ich meine Aggressionen irgendwie in Bewegung umsetzten musste, um mich nicht auf Peterson zu stürzen. „Mick ist stark", fügte ich meiner ablehnenden Geste hinzu. „Er hat einen Krieg überstanden, ohne daran zu zerbrechen. Er wurde gegen seinen Willen zu einem Vampir gemacht und hat das einigermaßen gut verarbeiten können. Das schafft er auch dieses Mal."
„Das hoffe ich auch", gestand Peterson und ich spürte, dass er es ehrlich meinte. „Ich will nur, dass sie darauf vorbereitet sind, dass er auch im wachen Zustand nicht leicht zu händeln sein wird…"
„Danke", sagte ich mit einem falschen Lächeln, „aber das…" Ich brach ab, weil ich ein eigenartiges Geräusch aus dem Flur vernommen hatte und runzelte die Stirn. Es klang wie das Tappen von nackten Füßen auf dem Holzboden – sehr unregelmäßig und taumelig und mein sensibles Gehör vernahm noch etwas anderes: schweres, angestrengtes Atmen.
Obwohl ich unterbewusst eigentlich wusste, wer erscheinen würde, erstarrte ich komplett, als die fast schmale Gestalt meines besten Freundes im Eingang zum Wohnzimmer auftauchte und sich für einen Moment mit großen Schwierigkeiten am Türrahmen festhalten musste, um nicht zu stürzen. Er war furchtbar blass, atmete schwer und die ungewohnte Bewegung zerrte deutlich an seinen kaum vorhandenen Kräften, aber irgendetwas schien ihn vorwärts zu treiben, ein tiefer Drang nach etwas für seine menschliche Seite enorm Wichtiges. Sein gehetzter Blick flog über uns hinweg, so als würden wir gar nicht existieren, und heftete sich dann an das rostige Waschbecken im Küchenbereich. Die Erleichterung, die ihn überkam, war für mich beinahe körperlich spürbar und sorgte dafür, dass ich erwachte und mich zeitgleich mit ihm in Bewegung setze, während Beth, die mit dem Rücken zu ihm gesessen hatte, aber meinem Blick gefolgt war, schockiert ihre Hand vor den Mund hielt. Aus dem Augenwinkel sah ich sie und Peterson synchron aufspringen, als ich auf Mick zu eilte, der mehr zur Spüle stürzte als lief und sich nur vor einer Kollision mit dem gefliesten Boden bewahrte, weil er seine Hände nach dem Rand des Beckens ausstreckte und sich dagegen warf. Seine Arme zitterten unter seinem eigenen Gewicht, als er sich mühsam in eine halbwegs aufrechte Haltung brachte und mit bebenden Fingern den Hahn aufdrehte.
Ich verspürte ein für mich ungewöhnlich starkes Bedürfnis ihm zu helfen, aber bevor ich ihn erreichen konnte, streckte er eine Hand in so deutlich ablehnender und Einhalt gebietender Weise in meine Richtung aus, dass nicht nur ich, sondern auch Beth und Peterson sofort inne hielten. Mick nahm sich nicht die Zeit zu überprüfen, ob wir auch wirklich stehen blieben, sondern stützte sich wieder am Beckenrand ab, hielt die andere Hand unter den Wasserstrahl und sog so gierig das kühle Nass in sich ein, dass man meinen konnte, er wäre gerade am Verdursten. Nur wollte sein Körper nicht so, wie er wollte. Er begann schnell zu husten und auch sein Magen schien gegen die Hast, mit der er gefüllt wurde, zu revoltieren. Ohne es zu wollen, begann er zu würgen und alles, was er schon sicher in seinem Körper geglaubt hatte, entleerte sich wieder ins Becken. Genau dieser kräftezehrende Akt war einfach zu viel - Micks Beine gaben sichtbar nach und er hatte es nur meinen schnellen Vampirreflexen zu verdanken, dass er nicht schmerzhaften Kontakt mit dem Boden machte. Ich packte seinen Arm, legte ihn mir um die Schultern und schlang gleichzeitig einen Arm um seine Taille, um ihn wieder auf die Beine zu bringen. Erstaunlicherweise war er wirklich dazu in der Lage, mit meiner Hilfe zu stehen, aber anstatt zu warten, bis sich sein Kreislauf wieder stabilisierte, streckte er mit dem fanatischen Blick eines Suchtkranken erneut die Hand nach dem Wasserstrahl aus. Beth erschien an seiner anderen Seite und hielt sanft seine Hand fest, während Peterson hinter ihr schon wieder Anweisungen gab.
„Lassen Sie ihn bloß nichts trinken. Sie sehen doch, dass er es noch nicht verträgt!"
Ich hatte zu sehr mit dem starken Willen meines Freundes zu kämpfen, um mich über den Professor zu ärgern, und hielt ihn so vorsichtig wie es mir möglich war fest, während Beth sich nun direkt vor ihn stellte, eine Hand an seine Wange legte und so seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Allein der Blick in ihre Augen sorgte dafür, dass er inne hielt und ruhiger wurde, aber der rasende Schlag seines Herzens, der unnatürlich laut in meinen Ohren nachhallte, sagte mir, dass sein Bedürfnis nach Wasser wirklich dringend war und unbedingt gestillt werden musste – einfach nur damit es ihm besser ging. Und Beth schien dasselbe zu spüren oder zumindest in seinen Augen zu lesen.
„Du kannst etwas trinken", sagte sie ganz ruhig und überhörte bewusst die sofort einsetzenden Proteste des Professors. „Aber nur ganz langsam und mit meiner Hilfe, okay?"
Mick brachte nach einem Moment des Zögerns ein halbherziges Nicken zustande und zeigte uns allen damit, dass er tatsächlich ansprechbar und dazu in der Lage war, zu verarbeiten, was ihm gesagt wurde. Das war eine solcher Fortschritt, dass sich ein fast debil-glückliches Lächeln auf meine Lippen stahl, während Beth schon unter dem darbenden Blick meines Freundes den Wasserhahn ausstellte und stattdessen nach einem Glas und einer der Wasserflaschen auf der Ablage griff.
„Das geht nicht gut, das geht nicht gut", murmelte Peterson und lief unruhig hinter uns auf und ab. Er war vielleicht Micks Arzt, aber wir hatten hier das Sagen und auch Ärzte konnten sich irren. Das hatte Peterson schon allein damit bewiesen, dass er erst vor wenigen Minuten behauptet hatte, Mick würde nicht aufwachen. Es schien so, als kannte ich meinen Freund doch besser als dieser Möchtegern-Psychologe…
Beth wandte sich wieder zu uns um und ich musste deutlich mehr Kraft aufwenden, um Mick zurück zu halten, denn seine Augen klebten geradezu an der Flüssigkeit in Beth Hand. Doch sie zögerte und suchte meinen Blick. Sie war sich nicht ganz sicher, ob sie das Richtige tat und benötigte erst ein Kopfnicken meinerseits, um dicht an Mick heranzutreten und das Glas an seine spröden Lippen zu setzen. Sie ließ ihn nur zwei Schlucke nehmen und zog ihre Hand dann schnell wieder zurück. Mick gab einen protestierenden Laut von sich und wollte nach ihr greifen, aber Beth wich ihm geschickt aus.
„Langsam", sagte sie noch einmal ganz deutlich und wartete einen Moment.
Ich konnte Micks Magen laut Gurgeln hören, aber das warme Wasser schien ihm besser zu bekommen.
„Mehr…", kam es Mick in einem heiseren Krächzen über die Lippen und er sah Beth so flehendlich an, dass sie gar nicht anders konnte als seiner Bitte nachzukommen. Dieses Mal griff er nach dem Glas und umfasste dabei mit seiner eigenen Hand die ihre, um zu verhindern, dass sie das Glas zu früh wieder wegzog. Beth hob überrascht die Brauen. Sie suchte unauffällig meinen Blick und formte mit ihren Lippen lautlos aber deutlich das Wort ‚kalt'.
Ich war so damit beschäftigt gewesen Mick auf den Beinen zu halten, dass ich vergessen hatte, darauf zu achten, welche Signale sein Körper von sich gab. Dabei war das in meiner Situation mehr als einfach. Weil die Temperaturen im Haus ziemlich hoch waren und Peterson und August immer wieder die Fortschritte seiner noch nicht ganz verheilten Wunden überprüfen mussten, trug Mick momentan nur eine meiner teuren Pyjamahosen und war sonst unbekleidet. Jetzt, wo ich mich darauf konzentrierte, fühlte ich, dass seine Temperatur etwas über dem normalen menschlichen Wert lag und er schwitzte – ein deutliches Signal dafür, dass die ungewohnte Bewegung ihn stark belastete. Und seine Finger, mit denen er sich an meiner Schulter festhielt waren tatsächlich ziemlich kalt. Das konnte ich selbst durch mein Hemd fühlen. Alles in allem bedeutete das, dass er möglichst schnell wieder in sein Bett musste, bevor sein Kreislauf völlig absackte.
„Und das reicht jetzt", sagte ich mit milder Strenge, als Mick das Glas komplett geleert hatte und Beth widerwillig losließ. Ich konnte Peterson erleichtert ausatmen hören, scherte mich aber nicht weiter um ihn.
„Wir gehen jetzt wieder brav schlafen", murmelte ich und fasste noch einmal nach, um Mick möglichst wenig seines eigenen Körpergewichtes tragen zu lassen, der mit brennendem Blick Beth dabei zusah, wie sie das Glas weg stellte. Doch irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass es plötzlich nicht mehr das Wasser war, nach dem er sich sehnte. Ein prüfender Blick in seine Augen, verriet mir, dass ich mich nicht irrte. Das Blau war kaum merklich heller geworden und auch wenn Mick furchtbar müde und erschöpft war, sein Blick war deutlich klarer und fokussierter als zuvor. Beth musste dringend damit aufhören, seine Grundbedürfnisse zu stillen, sonst sah er sie bald nur noch als Futterquelle an.
Sie selbst schien sich darüber allerdings nicht im Klaren zu sein, denn sie trat schon wieder an uns heran, um mir mit Mick zu helfen.
„Ach, Beth, kannst du vielleicht schon mal die Zimmertür öffnen und das Bett richten", versuchte ich sie abzufangen, weil ich hören konnte, dass sich Micks Herzschlag in ihrer Nähe ungemein beschleunigte. Ich hatte wirklich keine Lust heraus zu finden, ob es sein menschliche oder seine vampirische Seite war, die so heftig auf sie reagierte.
Beth sah mich einen Moment verwirrt an, warf kurz einen besorgten Blick auf Mick und nickte schließlich zu meiner Erleichterung. Während ich mich langsam mit meinem menschlichen Anhängsel vorwärts bewegte, wohl darauf bedacht, ihn im Höchstmaß zu entlasten, eilte Beth uns schnell voraus. Die Bewegung strengte Mick furchtbar an. Er atmete schwer und kniff ab und zu die Augen zu, als würde er Schmerzen haben – ich fragte mich wirklich, wie er den Weg in die Küche alleine bewältigt hatte - , aber ich wusste genau, dass er es mir übel nehmen würde, wenn ich versuchen würde, ihn wirklich zu tragen. Dazu war er viel zu wach. Und der Mick St. John, den ich kannte, besaß einen ziemlich überdimensionalen, in manchen Fällen sogar für sich selbst schädlichen Stolz.
Dennoch war ich überrascht, als er in dem Moment, in dem Beth in sein Zimmer verschwand, plötzlich mit seiner anderen Hand den Kragen meines Hemdes packte und sich so ganz dicht an mein Gesicht heran zog. Heißer, schwerer Atem blies einen Herzschlag lang in mein Ohr. „Josef…", stieß er atemlos hervor und Angst sprach aus seiner kratzigen Stimme. „Josef… lass sie nicht… allein…", zwei weitere heftige Atemzüge, „… mit mir…"
Ich wusste sofort, was er meinte und nickte verstehend. „Wir haben das im Griff, Mick", gab ich so ruhig wie möglich zurück und fragte mich, ob mein Hemd nach dieser groben Behandlung überhaupt noch weiter zu benutzen war. Micks Hand krallte sich so fest in den weichen Stoff, dass es schon ein trauriges Ratschen von sich gab.
„Versprich es…", flüsterte er und ich sah ihn an. Sein Gesicht war meinem so nahe, dass ich die verschiedenfarbigen Sprenkel in seiner Iris erkennen konnte, die daran schuld waren, dass seine Augen in unterschiedlichen Lichtverhältnissen auch immer eine andere Farbe anzunehmen schienen.
„Das tue ich", gab ich ebenso leise zurück und diese simplen Worte sorgten tatsächlich dafür, dass die große Angst und Sorge aus seinen Augen fast vollständig verschwand, und er sich ein wenig entspannen und schließlich auch mein malträtiertes Hemd loslassen konnte. Der weitere Weg in sein Zimmer gestaltete sich relativ unproblematisch. Peterson nervte mich zwar mit seinen gut gemeinten Ratschlägen und übertriebenen Sorgen, aber ich beachtete ihn einfach nicht weiter und konzentrierte mich nur darauf, was Mick mir ungewollt mit den Reaktionen seines Körpers vermittelte. Mit extrem sensiblen Sinnen ausgestattet zu sein, hatte in Situationen wie dieser immense Vorteile. Ich konnte Puls und Herzschlag ohne die Hilfe von Geräten überprüfen und auch Gefühle wie etwa Angst und Schmerz wahrnehmen, ohne mich dafür sonderlich anzustrengen. Angst hatte Mick nicht mehr, als ich ihn vorsichtig auf das Bett niederließ, aber ihm fiel das Atmen schwer und er war mittlerweile so erschöpft, dass er sich einfach zur Seite kippen ließ und dann still da lag, mit geöffneten Augen, die deutlich zeigten, dass irgendetwas in seinem Leib ihm Probleme bereitete. Er hatte Schmerzen, was eigentlich kein Wunder war, bei den Verletzungen, die er vor nicht allzu langer Zeit erlitten hatte. Auch Peterson war das wohl bewusst, denn er drängte sich nun an mir vorbei und ging vor Mick in die Hocke, um mit ihm auf Augenhöhe zu sein. Ich war etwas überrascht, dass Mick dieses Mal nicht mit Panik auf den Professor reagierte, sondern seinen Blick nur unbewegt erwiderte.
„Wo tut es weh?" fragte Peterson besorgt. „Im Magen?"
Micks Reaktion war kaum als Kopfschütteln zu erkennen, aber wir verstanden ihn trotzdem.
„Die Lunge", sagte ich für Mick und wusste, dass ich Recht hatte. Da war immer noch so ein feines Geräusch, das da nicht hin gehörte.
Mick unterstützte mich mit einem leichten Nicken und Peterson richtete sich auf, um nach dem Stethoskop auf dem Nachttisch zu greifen. Erneut überraschte mich mein Freund, indem er sich bereitwillig auf den Rücken drehte und es zuließ, dass der Professor ihn untersuchte. Warum hatte er plötzlich keine Angst mehr vor ihm, seinem Peiniger und erklärten Feind? Auch wenn ich es nicht wollte, mich machte es wütend, die beiden als ein so eingespieltes Team zu erleben. Mick erschien mir plötzlich so willenlos und gebrochen – so wollte ich ihn einfach nicht sehen…
„Versuche einmal tief ein- und auszuatmen, auch wenn es weh tut", sagte Peterson sanft und setzte das Stethoskop nun schon zum wiederholten Mal an. Beth, die längst wieder an Micks Seite saß, griff voller Mitleid nach seiner Hand und seine Augen suchten automatisch ihren Blick, so als ließe sich der Schmerz besser aushalten, wenn er ihr in die Augen sah. Und tatsächlich schien es zu helfen. Micks Wangenknochen zuckten zwar verräterisch als er tief Luft holte und sie dann langsam wieder heraus ließ, aber kein Laut des Schmerzes kam über seine Lippen. Einmal musste er diesen Vorgang noch wiederholen, dann ließ Peterson von ihm ab und rieb sich nachdenklich das spitze Kinn.
„Ganz verheilt ist das noch nicht", erklärte er uns. „Wahrscheinlich war er nicht lange genug in seinem Vampirzustand, um das komplett auszuheilen. Aber um genaueres zu sagen, müsste ich ihn irgendwie röntgen."
„Das ist kein Problem", meinte ich leichthin und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass mich die Aussage des Professors etwas beunruhigte. „Ich habe ein tragbares Röntgengerät hierher bringen lassen. Wenn das ausreicht…"
Peterson nickte übereifrig. „Völlig. Und machen Sie sich keine Sorgen. Das ist nicht weiter schlimm. Ich muss das nur genau wissen, um die medikamentöse Behandlung besser auf seinen Zustand einzustellen."
Ich nickte etwas abwesend, denn von draußen, in etlicher Entfernung, vernahm ich plötzlich ein dumpfes Dröhnen – ein Dröhnen, das nur Hubschrauber verursachten, die sich im Anflug befanden. Ich runzelte nachdenklich die Stirn und richtete mein Gehör auf das Geräusch aus, während ich beobachtete, wie Beth aufstand, fürsorglich die Decke über Micks nun doch wieder leicht zitternden Körper breitete und sich dann tief durchatmend wieder dicht neben ihm auf dem Bett nieder ließ. Mick sah sie immer noch an, tief in ihrem warmen Blick versinkend und langsam immer schläfriger werdend. Mittlerweile hatte sich der Vampir in ihm wieder komplett zurückgezogen und ihre Nähe schien ihn nun extrem zu beruhigen.
Ein Problem weniger, um dass ich mich kümmern musste. Und das war auch gut so, denn das Motorengeräusch kam tatsächlich näher und schien auf unser Gelände zuzuhalten. Ich wandte mich um und trat ans Fenster heran, während sich meine Gedanken überschlugen. Daniel war gestern Abend nach L.A. geflogen, um ein paar wichtige Dinge zu besorgen und Logans Elektriker-Freund abzuholen, aber ich hatte ihn nicht so früh zurück erwartet.
„Was ist das für ein Geräusch?" hörte ich Beth nun auch hinter mir fragen.
Ein Blick in den blauen Himmel sagte mir, dass das tatsächlich nicht mein Hubschrauber war, der sich da nun im Landeanflug befand, und mein Herz brachte sich schnell auf eine enorme Geschwindigkeit. Ich zuckte beinahe zusammen, als die Tür zu Micks Zimmer aufgerissen wurde und August in Begleitung von Logan herein stürzte.
„Da landet gleich ein Hubschrauber", informierte mich August mit deutlicher Panik in der Stimme. Beth sprang erschrocken auf und Peterson suchte voller Angst meinen Blick.
„Ich weiß", gab ich nur knapp zurück und bemerkte besorgt, dass die Unruhe auch Mick wieder aus seinem viel zu leichten Schlaf geweckt hatte. Er drehte sich schlaftrunken auf die Seite, stützte sich auf einen Arm und richtete sich etwas wackelig auf. Er blinzelte ein paar Mal verwirrt, als er bemerkte, dass sich die Personen in seinem Zimmer deutlich vermehrt hatten.
„Hey! Da ist ja einer von den Toten auferstanden!" entfuhr es Logan erfreut und er wollte einen großen Schritt auf Mick zu machen, doch ich erwischte ihn noch gerade rechtzeitig an seinem Arm.
„Du kommst mit mir!" sagte ich bestimmt und zog ihn sogleich mit mir zur Tür. August brauchte ich gar nicht erst anzusprechen. Er wusste, wie brenzlig es da draußen werden konnte, wenn es tatsächlich ein Hubschrauber der Legion war und ich jede Hilfe gebrauchen konnte. Merkwürdigerweise glaubte ich nicht wirklich daran. Schließlich war es nur ein kleiner Hubschrauber… Das passte nicht zu dem bisherigen Auftreten der Legion.
„Kommt ihr alleine klar?" wandte ich mich dennoch an Beth und Peterson, die mir die Frage mit einem einstimmigen Kopfnicken beantworteten. Und das genügte mir. Aus dem Augenwinkel bekam ich noch mit, dass Mick den Versuch startete, aufzustehen und von Peterson und Beth festgehalten wurde – dann eilte ich auch schon den Flur mit klopfendem Herzen und hoch konzentrierten Sinnen entlang. Noch während ich mich im Haus befand, roch ich es, diesen intensiven Geruch, der den Personen, die soeben aus dem Hubschrauber sprangen, vorauseilte. Es gab nur einen kleinen Kreis von Personen, der ihn besaß: Sehr, sehr alte Vampire, wie… Lance.
