So, hier geht`s gleich weiter. Sind ja eher kurze Kapitel. Aber keine Angst, es kommt jetzt nicht jeden Tag ein Neues!

Viel Spaß

Legi

Kapitel 2

Einige Stunden später lag Leana angezogen und mit offenen Augen in einem breiten, altmodischen Bett. Professor McGonagall hatte ihr ein Zimmer zugewiesen („Es liegt ein wenig, abseits aber dafür können die meisten Sachen auch von Muggles bedient werden").

Was immer das nun wieder heißen sollte.

Sie hatte ihr noch eine „kleine" Einführung in die Parallelwelt der Zauberer gegeben. Mit dem Erfolg, dass in Leanas Kopf nun endgültig Chaos herrschte. Sie hörte einzelne Wortfetzen, die sie kaum einordnen konnte. Eine Schule für Zauberei sogar ein Ministerium ein Muggle (das war sie, irgendwie ein minderwertigeres Wesen) Vergessenszauber ein Krieg unter den Zauberern ein Lord, dessen Namen niemand aussprach Telepathie, Gedankenlesen, das kann doch gar nicht sein, das gibt es nicht, ich hab noch nie Gedanken gelesen oder kann ich das nur hier, bei Zauberern ?

Sie stand auf, um den Kopf unter die Wasserleitung zu halten, vielleicht würde sie das zur Besinnung bringen. Im Bad stellte sie fest, dass der Hahn über keinerlei Knöpfe verfügte. Das also hatte McGonagall gemeint mit mugglefreundlicher Bedienung?

Hektisch schaute sie sich um. Zum Glück, die Toilette hatte eine altmodische Spülvorrichtung. Irgendwie schien sie diese eiserne Kette mit dem verzierten Zapfen, der von oben runterhing, zu beruhigen.

Sie legt sich wieder auf das weiche Bett, deckte sich bis zur Hüfte zu und zwang sich, die Augen zu schließen. Bilder von bunten Tauben vermengten sich mit den blauen Augen von .

Der ganze Abend lief wie ein Film vor ihrem inneren Auge ab und sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendetwas davon wirklich sein sollte.

Und trotzdem lag sie hier in einem mehr als realen Zimmer, auf einem realen Kissen, in einem realen Bett.

Unsinn.

Das konnte nicht sein!

Die einzige logische Erklärung war ein Traum.

Der Gedanke, dass sie morgen sicher in ihrer alten Welt aufwachen würde, ließ sie schließlich erschöpft einschlafen.

Ein lautes Klopfen riss Leana jäh aus dem Schlaf. Sie fuhr hoch und sah sich um. Helles Tageslicht fiel ins Zimmer. In ein Zimmer, welches ihr im ersten Moment vollkommen fremd war. Dann kam die Erinnerung zurück: Sie war immer noch auf Hogwarts.

Bevor sie weiter nachdenken konnte, klopfte es nochmals und sie lief zur Tür, wobei sie sich den rechten kleinen Zeh schmerzhaft an ihrem Koffer anstieß.

Wie kam der hierher?

McGonagall stand mit einem großen Tablett vor der Tür und begrüßte sie. „Guten Morgen Kindchen, ich bringe was zu essen. Ihr Gepäck habe ich herbringen lassen. Es ist dafür gesorgt, dass sie im Moment in der Mugglewelt nicht vermisst werden."

Leana wollte gar nicht darüber nachdenken, was das nun wieder hieß.

Gerade als sie die Tür zumachen wollte, sah sie einen Mann mit eiligen Schritten vorbeigehen. Groß, dunkel, mit abweisendem Blick aber nicht unattraktiv. Na, zumindest gibt es hier doch noch ein paar jüngere Gestalten als die, die ich bisher getroffen hab….

McGonagall hatte ihr neben dem Frühstück noch ein Buch mitgebracht „Die Geschichte von Hogwarts".

„Wir Lehrer werden heute beraten, wie es weitergehen soll ( Mit mir ???). Professor Dumbledore wird sie später informieren. Bis dahin ist es sicher besser, sie bleiben hier, ja ???" Das klang eher nach einem Befehl als nach einer gutgemeinten Empfehlung.

Als die Professorin verschwunden war, ließ Leana sich seufzend in einen Sessel fallen.

Wie war das alles zu verstehen?

War sie hier Gast? Sollte sie untersucht werden? Was sollte sie hier an einer Schule?

Seltsamerweise fand irgendein kleiner Teil von Leana Gefallen an dieser ganzen grotesken Situation.

Dabei war sie eher der vorsichtige Typ, der lieber auf Nummer sicher ging. Stets war sie stolz gewesen, dass in ihrem Leben alles so glatt gelaufen war. Schule hatte kein größeres Problem dargestellt, in Studium und Arbeit gab es Höhen und Tiefen, aber dank ihrer ungewöhnlich optimistischen Lebenseinstellung und einer guten Portion Humor hatte sie das alles gemeistert.
Privat?

Naja, es hatte ein paar Beziehungen gegeben, die nicht länger als 1-2 Jahre gehalten hatten, da ihr oft irgendetwas gefehlt hatte. Dabei konnte sie nicht mal sagen, was genau. Es gab da noch die eine große Liebe in ihrer Jugendzeit, an die sie in traurigen Momenten oft zurückdachte. Aber das war alles schon so lange her. Matt war der Seelenverwandte ihrer späteren Schulzeit gewesen, mit ihm hatte sie alte Jazzplatten gehört und sich tiefgründige Gedanken über die Welt, die Gesellschaft und den Sinn des Lebens gemacht. Was Freunde halt so machen.

Überraschend war bei ihm eine schwere psychische Krankheit ausgebrochen, sie musste tatenlos mit ansehen wie er litt und sich schließlich selbst das Leben nahm.

Lange Zeit hatte Leana sich Vorwürfe gemacht. Wenn sie nicht so feige gewesen wäre und ihre Gefühle mehr gezeigt hätte, vielleicht hätte sie ihm als richtige Freundin doch helfen können……

Indirekt war Matt auch der Auslöser gewesen, warum sie Psychologie studiert hätte. Nach einigen Jahren hatte sie erkannt, dass ihm nichts und niemand hätte helfen können. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie bei einer engeren Verbindung vielleicht sogar selbst mituntergegangen wäre. Insofern war es ja gut für sie ausgegangen. Aber immer wieder blitzten Erinnerungen an ihn auf.

Mit ihm wäre ihr Leben sicher in anderen Bahnen verlaufen, er war ein Freigeist gewesen.

Tatsächlich aber lebte sie nun ein beschauliches Dasein mit Tomatentöpfen auf der Terrasse, Wänden in spießigen Toskana-Farben und regelmäßigen Brettspielabenden im Freundeskreis.

Die Aussicht auf ein paar interessante Tage auf Hogwarts erschien ihr auf einmal gar nicht so furchteinflößend. Wenngleich ihr im nächsten Gedanken das alles vollkommen irreal vorkam.

Und außerdem hatte sie vergessen, McGonagall zu fragen, wie der Wasserhahn funktionierte……..