So, und mal wieder was Neues von mir: Wie üblich gehört alles (mit Ausnahme der Storyline) J. K. Rowling und dient in keinster Weise kommerziellen Zwecken!
Diesmal hat es ein wenig gedauert, aber dafür ist das Kapitel länger als die anderen und tadaa: Beta gelesen (ein dickes, dickes Danke schön an Lucie-26!). Hoffentlich gibt es daher nicht mehr soviele Heultränke lach Alles weitere dann am Ende des Kapitels. Viel Spaß beim Lesen!
Kapitel 6: Das Ärgernis-das-lebt
Harry langweilte sich zu Tode. Schlimmer noch: unter seinen Verbänden juckte es fürchterlich und er durfte sich nicht kratzen – zeitweise wünschte sich Harry, er wäre eine Katze und hätte einen Kratzbaum an dem er sich hemmungslos jucken könnte. Aber leider warf ihm Madame Pomfrey einen scharfen Blick zu, sobald Harry seine Hand hob -allmählich konnte Harry ihre Ermahnungen schon nicht mehr hören.
Es waren zwei Tage vergangen seit er mit Dumbledore gesprochen hatte. Seitdem war nicht viel geschehen. Harry hatte geschlafen, gegessen, geschlafen und sich gelangweilt. Die Bücher lagen in seinem Koffer und Harry hatte keine Ahnung wo seine „Retter" die Gepäckstücke abgestellt hatten. Daher blieb ihm nichts anderes als lustlos an die Decke zu starren und Madame Pomfrey in den Wahnsinn zu treiben.
Harry wurde aus seinem Dilemma erlöst, als eines Nachmittags Dumbledore die Krankenstation betrat. Er strahlte Harry an und hatte sogar Süßigkeiten mit, was dem Schuldirektor einen scharfen Blick von Poppy einbrachte. Albus ignorierte die Medihexe und setzte sich neben Harrys Bett.
„Hallo Harry, wie geht es Dir?"
„Gut, Professor. Mir ist nur so furchtbar langweilig. Ich kann hier nichts machen!"
„Vielleicht kann ich Dir ein wenig Lesestoff organisieren. Hast Du denn schon Deine Hausaufgaben erledigt?"
„Nein, die Dursleys hatten meine Schulsachen weggeschlossen."
„Dann schlage ich vor, dass wir Dir Deine Schulbücher bringen und Du ein wenig lernst. Vielleicht kann ich ja zusätzlich ein paar Bücher aus der Bibliothek organisieren."
Harry seufzte bei der Vorstellung den halben Sommer nur mit Lernen zu verbringen. Aber wenigstens bekam er dann keinen Ärger, weil seine Sommerhausaufgaben nicht oder nur schlecht gemacht waren. Vielleicht kann ich ja Hermine mit ein paar guten Noten überraschen...
Albus lachte bei Harrys Gesichtsausdruck „Keine Sorge Harry, ich bin mir sicher, wir werden auch noch etwas anderes für Dich finden außer Schulstoff."
„Ich wollte nicht undankbar erscheinen, Professor." Harry war ein wenig verlegen, immerhin hatten doch sicher auch die Lehrer jetzt Urlaub – und nun mussten sie sich mit ihm herumschlagen...
„Ah, keine Angst Harry. Es ist nicht gesund nur zu lernen. Man muss auch Spaß haben!", versicherte ihm Albus„Und es ist nicht Deine Schuld, dass Du hier in Hogwarts bist. Es ist meine Schuld."
Harry sah Dumbledore verblüfft an „Wieso ist es Ihre Schuld, Professor? Sie können doch nichts dafür, dass mein Onkel durchgedreht ist."
„Harry, ich bin erwachsen. Ich hätte sehen müssen was bei den Dursleys vor sich ging. Ich hätte auf die Leute hören sollen, die davor gewarnt haben, dass sie keine vernünftige Unterbringung für Dich waren – und glaub mir, es waren viele die dagegen waren."
„Wer?", fragte Harry neugierig.
„So gut wie alle..." Dumbledore lächelte, aber es war ein hartes Lächeln und keines was Harry unbedingt bei seinem Idol sehen wollte. „Professor McGonagall, Professor Lupin, Hagrid, die Weasleys, Sirius... selbst Professor Snape war dagegen! Ich hätte auf sie hören sollen." Der alte Mann seufzte.
„Aber Professor, Sie konnten doch nicht wissen, dass so etwas passiert!"
Albus schüttelte den Kopf „Nein, Harry. Ich hätte auf sie hören sollen. Ich hätte wenigstens regelmäßige Kontrollbesuche vom Orden machen lassen sollen – dann wäre das alles nicht passiert. Aber ich dachte wirklich... Harry Du musst mir glauben, dass ich dachte, alleine die Drohung würde die Dursleys im Zaum halten. Und habe mich furchtbar geirrt! Du hättest sterben können, Harry!"
Harry blickte auf den alten verzweifelten Mann und spürte einen Stich im Herzen. Eine rationale Stimme in seinem Hinterkopf sagte ihm, dass Dumbledore Recht hatte, der Schulleiter war ein alter, weiser Zauberer mit soviel Lebenserfahrung. Die Stimme sagte ihm, dass Harry jedes Recht hatte wütend zu sein, schließlich hatte Dumbledors Gutgläubigkeit ihm den Krankenhausaufenthalt eingebrockt. Aber Harry konnte sich nicht dazu überwinden seinen alten Schulleiter zu hassen. Dumbledore bedeutete ihm zuviel.
Oh, ja er war verärgert und auch enttäuscht, aber Harry war noch nie nachtragend gewesen. Und als er Dumbledore dort wie ein Häufchen Unglück sitzen sah, konnte Harry nicht anders als zu sagen „Professor, ich bin Ihnen nicht böse. Sie haben getan, was Sie für das Beste hielten."
Dumbledore sah ihn gespannt an „Bist Du Dir sicher Harry? Du musst mir glauben, dass ich nur das Beste für Dich wollte. Und damals erschien es mir das Sicherste, Dich bei den Dursleys zu lassen um Dich vor den verbleibenden Todesessern zu schützen."
„Ich vergebe Ihnen Professor", erwiderte Harry mit fester Stimme, „Sie haben soviel für mich getan... Oh ja, ich bin enttäuscht, dass Sie niemanden zu mir geschickt haben. Aber ich kann verzeihen." Bei dem nächsten Satz geriet Harry allerdings ins Stottern und Verlegenheitsröte schoss ihm in die Wangen „Ich habe Sie immer ein bisschen für so etwas wie meinen Großvater gehalten... es ist ja nicht so, dass ich so viele Verwandte habe", murmelte er fast unhörbar.
Albus begann zu strahlen, „Oh Harry! Du weißt gar nicht wie mich Deine Worte freuen!", rief der alte Mann glücklich. Harry griente verlegen.
„Entzückend... einfach entzückend... Ein 150 jähriger Zauberer, der als größter Zauberer seiner Zeit gilt und es BESSER wissen sollte, versucht seine beinahe tödlichen Fehler mit einer kleinen Entschuldigung wettzumachen ...", knarrte eine Stimme hinter ihnen.
Harry fuhr wütend herum, aber Dumbledore lachte nur vergnügt „Ah, schön, dass Du kommen konntest Severus."
„Ich dachte eigentlich Sie wären ein Gryffindor, Potter, und nicht ein harmoniesüchtiger Hufflepuff", fuhr Snape ungerührt fort, als wenn er Dumbledore nicht gehört hätte. Harry klappte den Mund auf um Snape etwas Gemeines an den Kopf zu werfen – Professor hin, Professor her.
Doch Albus Dumbledore unterbrach ihn, bevor Harry etwas sagen konnte. „Das ist genug, Severus. Wir wollen doch keinen Streit."
Snape knurrte etwas mit zusammengepressten Zähnen, das weder Harry noch Dumbledore verstehen konnten, allerdings zeigte sich Madame Pomfrey, die näher an Snape gewesen war, im höchsten Maße amüsiert.
„Severus, das war nicht nett", kicherte sie, bevor sie unbeeindruckt von Dumbledores bösem Blick aus der Krankenstation schwebte. Der Schulleiter hatte ihr vorher klar gemacht, dass er die beiden ungestört sprechen wollte.
„Weshalb ich Euch beide sprechen wollte, ist Harrys Unterbringung", erklärte der alte Zauberer bestimmt. Harry setzte sich neugierig auf. Er hatte sich schon gefragt, was sie mit ihm machen würden, wo er nicht mehr zu den Dursleys zurück konnte.
„Und was habe ich damit zu tun?", fragte Snape genervt. Er hatte sich gerade in seine Bücher vertieft, als ihn Dumbledores Nachricht erreicht hatte. Snape hasste nichts mehr, als wenn er bei seiner Arbeit gestört wurde. Speziell nachdem er sich gerade komplett in seine Recherchen vergraben hatte.
„Eine Menge, Severus. Aber bitte lass mich erklären", sagte der alte Schulleiter und wies Snape auf einen leeren Stuhl hin. Snape weigerte sich und lehnte sich an die Wand. Er hatte das Gefühl, dass es eine bessere Idee war schnell verschwinden zu können. Er kannte Albus und seine verrückten Ideen. Und dass Dumbledore Potter mit einbezog, beunruhigte ihn noch mehr.
„Wo waren wir? Genau, bei Deiner Unterbringung, Harry", fuhr Dumbledore fort „Wie Du sicher weißt, ist es nicht ratsam Dich zu den Dursleys zurückzuschicken. Speziell da Du noch medizinische Versorgung benötigst."
„Kann ich nicht zu Ron?", fragte Harry. Nichts würde er lieber machen, als den Sommer bei Ron und seiner Familie zu verbringen. „Nein, Harry. Zum einen ist es zu riskant, wenn Dich jemand bei den Weasleys entdecken würde, wären alle dort in größter Gefahr. Außerdem möchtest Du sicher nicht Molly zumuten Dich auch noch zu pflegen?"
Harry schüttelte verlegen den Kopf, er wusste wie viel Mrs. Weasley mit ihren eigenen Kindern zu tun hatte und er wollte ihnen nicht noch mehr zur Last fallen als er es ohnehin schon tat. Immerhin gerieten Ron, Ginny, Fred und George wegen ihm regelmäßig in Schwierigkeiten.
Dumbledore seufzte „Wie Du siehst sind wir einer Meinung. Remus kann Dich nicht aufnehmen, er hat zur Zeit selbst keine Wohnung und ist die meiste Zeit Undercover bei den Werwölfen. Es würde Dich und ihn in zu große Gefahr bringen."
„Schade, es hätte zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen", bemerkte Snape trocken. Er konnte einfach nicht anders als seinem Groll auf Lupin nachzugeben und es war ihm zu seiner zweiten Natur geworden Harry aufzuziehen. Seine Bemerkung brachte ihm zwei böse Blicke ein. Er zog nur eine Augenbraue hoch und deutete mit einer Handbewegung an, dass Dumbledore fortfahren sollte.
„Wie auch immer, Remus fällt aus. Das Ordensquartier ist zu unsicher. Die einzigste vernünftige Maßnahme ist Hogwarts", erklärte Dumbledore. Snape runzelte die Stirn „Aber es ist doch keiner hier ... Du bist auf einer Tagung für den Rest der Ferien, Madame Pomfrey wird sicher wieder zu ihrer Schwester fahren, Sybil könnte noch nicht einmal auf einen Goldhamster aufpassen, geschweige denn auf einen verletzten Teenager, Filch steht außer Frage und ansonsten bleibt nur noch..."
Snape starrte Dumbledore an, der den entsetzten Blick mit einem strahlenden Lächeln erwiderte, das einen kompletten Gletscher hätte schmelzen können.
„Nein, nein und nochmals NEIN!!!", rief Snape und wich mit abwehrend erhobenen Händen zurück. „Ganz sicher nicht, Albus! Das kannst Du nicht verlangen!"
„Ich bitte Dich, Severus. Es ist die ideale Lösung!"
„Ideal? Es ist der größte Unfug, den ich je gehört habe! Die ganze Idee ist schwachsinnig! Ich werde es nicht tun!"
Verständnislos sah Harry zwischen seinen beiden Lehrern hin und her. Worum ging es hier? „Professor? Bei wem soll ich bleiben? Wieso ist das so schlimm?"
„Harry, mein Junge. Ganz einfach: Professor Snape wird sich die restlichen Ferien um Dich kümmern!", verkündete Dumbledore vergnügt. „Es ist perfekt!"
„Perfekt???", riefen Harry und Snape beinahe gleichzeitig.
„Albus, ich weigere mich für diesen unmöglichen, starrsinnigenGryffindor die Krankenschwester zu spielen!!", erklärte Snape wütend, während Harry dazwischen rief „Professor, das können Sie nicht tun! Snape hasst mich! Er wird versuchen mir das Leben zur Hölle zu machen!"
„Ich bitte Dich, Harry -", erklärte Dumbledore gut gelaunt, „Professor Snape würde Dir nichts tun. Meinst Du nicht, dass er das nicht schon die letzten 5 Jahre hätte machen können?" Der alte Mann lächelte und wandte sich Snape zu. „Und Du Severus, meinst Du nicht auch, dass Du eine offensichtliche Wahl bist?" Snape starrte ihn an „Offensichtlich? Perfekt? Zur Hölle Albus, ich -"
„Du hast eine abgeschlossene Medi- Ausbildung als Trankmeister, selbst wenn Du nicht praktizierst. Du hast das nötige Wissen um Harry im Notfall zu verteidigen und Du bist der einzigste hier in Hogwarts bis zum Anfang des nächsten Schuljahres."
„Nein, ich werde mich NICHT um diese undankbare Göre kümmern!", regte sich Snape auf, „Das kann nicht Dein Ernst sein, Albus! Du weißt wie ich zu Potter stehe!"
Völlig ernst erklärte Dumbledore „Severus, das ist mein letztes Wort. Du und Harry werdet den Sommer zusammen verbringen und damit PUNKT." Der Schulleiter erhob sich „Ich werde morgen abreisen, ich hoffe, Ihr werdet beide zurecht kommen. Severus, Du weißt wo ich zu erreichen bis. Lass Dir bitte von Poppy erklären, welche Medikamente Harry braucht. Harry, bitte mache es Professor Snape nicht zu schwer und hör auf seine Anweisungen. Schöne Ferien euch beiden!" Und mit einem fröhlichen Zwinkern in Harrys Richtung verschwand Dumbledore aus der Krankenstation um einen lauthals fluchenden Snape und einen fassungslosen Harry zurückzulassen.
„Dieser, DIESER -", während der Zaubertrankmeister vor sich hin zeterte, hatte sich Harry in seine Kissen zurück sinken lassen und starrte nun an die Decke. Er sollte den Sommer über bei Snape bleiben??? Irgendwie war sich Harry vollkommen sicher, dass sein Sommer dieses Jahr vermutlich fast genauso schlimm sein würde, wie sein Sommer bei den Dursleys.
Severus war wütend, wie konnte Dumbledore sich einfach so über seine Wünsche hinweg setzen? Es war seine einzigste freie Zeit im Jahr! Und es war nicht so, dass Snape mit seinem Unterricht und seinen ganzen Spionagegeschichten nicht genug zu tun hatte.
Wunderbar – nun bin ich also Lehrer, Hauslehrer der Slytherins, Doppelagent, Tranklieferant für den Orden, für Voldemort und nun auch noch Babysitter, Krankenpfleger und Koch für das Ärgernis-das-lebt! Ist ja nicht so, dass ich nichts anders zu tun hätte! Dumbledore ist endgültig senil geworden!
Er versuchte sich vergeblich zu beruhigen, mit zusammen geballten Fäusten wandte er sich Harry zu und schnappte: „Potter, Madam Pomfrey wird Hogwarts morgen verlassen und die Krankenstation wieder schließen. Sie werden mich in meine Quartiere begleiten. Lassen wir uns eines gleich klar stellen: ich mache das hier nicht aus freiem Willen. Jede Frechheit, jeder Ungehorsam wird Konsequenzen haben, ist das klar?"
Egal wie miserabel das Leben des Jungen bis jetzt bei seinen Verwandten gewesen war, Harry war ein Potter, ein Gryffindor, ein undisziplinierter Schüler... Snape war nicht bereit Harry ohne weiteres seine Existenz auf Erden zu verzeihen, speziell dann nicht, wenn er maßlos wütend über Dumbledores Rücksichtslosigkeit war.
„Vollkommen klar, Professor", murmelte Harry und versuchte noch etwas tiefer unter seine Decken zu rutschen. Was würden das nur für Ferien werden?
„Gut", schnappte Snape und schwebte mit sich hinter ihm bauschenden Roben aus dem Raum. Harry stöhnte, er war in der Hölle gelandet!
Einen Tag später hockte Harry auf seiner Bettkante und baumelte mit den Beinen. Unter Mühen hatte er sich heute in eine von Dudleys alten Hosen gewickelt und sich in eines der ausgeleierten T-Shirts gewurstelt, was keine einfache Angelegenheit mit einem Gipsarm war. Irgendwann hatte Poppy seine kläglichen Versuche nicht mehr sehen können und mit einem Flip ihres Stabes lagen seine Kleider ordnungsgemäß an seinem Körper. Harry war ihr unendlich dankbar, dass sie keine weiteren Worte darüber verloren hatte. Allerdings fragte sich Harry, wie geduldig Snape sein würde, wenn es Zeit wurde sich wieder für das Bett fertig zu machen. Vermutlich konnte er sich darauf einrichten, die nächsten paar Tage in den gleichen Kleidern zu schlafen, Snape würde ihm sicher nicht beim Umziehen helfen.
Nachdem Poppy noch einige Diagnose Zauber an ihm durchgeführt hatte, gab sie ihm noch einige Tränke, die ihn kräftig genug für den Umzug in die Verließe machen sollten.
„Denk daran Dich nicht zu überanstrengen, sobald Du in Professor Snapes Quartier bist leg Dich wieder hin. Der Aufbautrank hält nur ein paar Stunden. Und lass die Verbände in Ruhe. Professor Snape wird sie in ein paar Tagen entfernen." Poppy lächelte den unglücklichen Harry an „Und mach Dir nicht so viele Gedanken, so schlimm ist Severus auch nicht. Er schockiert nur gerne die Leute."
„Das gelingt ihm gut", murmelte Harry halblaut. Poppy lachte nur „Ihr werdet schon miteinander auskommen! Und wenn nicht, dann zögere nicht mir Bescheid zu sagen, klar?"
Harry nickte, vermutlich würde Poppy schon in ein paar Stunden von ihm hören, so wie Harry Snape kannte. Wie wünschte er sich bei Remus bleiben zu können, aber der hatte sich schon einige Tage zuvor wieder verabschiedet, da er die Werwölfe nicht länger verlassen konnte. Harry versuchte nicht daran zu denken was Remus alles passieren konnte, während er in Greybacks Rudel jagte.
Auch Dumbledore hatte diesen Morgen noch kurz in der Krankenstation vorbeigeschaut um Poppy zu sprechen. Er hatte aber auch kurz bei Harry besucht und ihm ein paar Quidditch Zeitschriften gebracht, allerdings vermutete Harry, dass es sich eher um ein Versöhnungsgeschenk handelte. Immerhin war auch Dumbledore klar, wie Harry und Snape zueinander standen.
Und nun saß er hier und wartete auf seinen meistgehassten Lehrer, natürlich abgesehen vielleicht von Quirrell oder Lockhart. Nach einer halben Ewigkeit (in Wirklichkeit knappe 10 Minuten) wurde die Tür zur Krankenstation aufgerissen und Snape stürmte herein. Er ignorierte Harry völlig und verschwand schnurstracks in Poppys Büro.
Nach einer Weile kam er in ihrer Begleitung wieder heraus und nachdem sich Poppy von Harry verabschiedet hatte, führte Snape Harry aus dem Raum. Zu Harrys Überraschung war der Griff um seinen gesunden Arm erstaunlich vorsichtig, er hatte sogar Harrys Zeitschriften mit einem nur leisen Murren genommen. Der Mann war dem jungen Gryffindor ein Rätsel.
Nachdem sie auf dem Gang standen und Harry erst mal kräftig Luft holte, um das Schwindelgefühl zu bekämpfen, sah Snape Harry zum ersten Mal richtig an. Missbilligend musterte er Harrys Kleidung.
„Ein T-Shirt? Ist Ihnen klar, dass es in meinem Quartier kalt ist? Ich wohne in den Verließen, Potter!"
Verlegen sah Harry an seinen ausgebeulten, viel zu weiten Kleidern hinab. Er spürte wie seine Wangen heiß wurden. Es war schließlich nicht seine Schuld! „Ich habe keine andere Kleidung, Professor. Nur noch die Pullover von Mrs. Weasley – aber da passe ich mit meinem Arm nicht hinein." Stur sah er auf seine Schuhe hinab, sollte sich Professor Snape doch über seine Sachen lustig machen. Er würde ihm bestimmt nicht die Genugtuung geben, dass er sich schämte. Schließlich hatte Harry die Kleidung von Dudley schon immer aufgetragen, da sollte er allmählich gegen dumme Kommentare gefeit sein.
Zu seiner Überraschung zog ihn Snape lediglich vorsichtig in einen anderen Gang hinein „Folgen Sie mir, Mr. Potter."
Verblüfft sah sich Harry um, das war nicht der Gang zu den Verließen! „Wohin gehen wir?"
„Zu Mr. Filchs Büro."
„Warum habe ich Strafarbeiten mit Mr. Filch? Habe ich etwas angestellt?" Harry war fassungslos, er war doch die ganze Zeit in der Krankenstation gewesen! Wie konnte er da Strafarbeiten haben! Außerdem bin ich doch verletzt? Wie soll ich da putzen?
„Mr. Potter, auch wenn es Ihnen schwer fällt mir zu glauben: es geht nicht um Strafarbeiten. Aber wenn Sie unbedingt das Bedürfnis nach einigen Putzarbeiten in Gegenwart von Mr. Filch haben, lässt sich sicher etwas arrangieren", kommentierte Snape trocken, als er Harrys fassungslosen Gesichtsausdruck sah.
„Äh, danke Sir, aber ich glaube das ist nicht nötig." Harry hätte schwören können ein kurzes Grinsen auf dem Gesicht seines Lehrers zu sehen. „Davon bin ich überzeugt Mr. Potter."
Den Rest der Strecke legten sie schweigend zurück, was auch zu einem großen Teil daran lag, dass Harry sich auf das Gehen konzentrieren musste. Die letzten Tage hatte er höchstens die Strecke Bett – Badezimmer zurückgelegt und dieser Weg war ein ganzes Stück länger.
Schließlich standen sie vor Mr. Filchs Tür. Snape klopfte und trat ein, nachdem er ein leises Herein hörte. Mr. Filch saß an seinem Schreibtisch und studierte einige Pläne. Mrs. Norris hockte neben ihm auf dem Schreibtisch und schlief.
„Professor?" Fragend sah Hogwarts Hausmeister Snape und seinen Schützling an. Falls ihn Harrys Anwesenheit erstaunte, zeigte er es nicht.
„Mr. Filch, wir müssen zu Ihren Fundsachen. Würden Sie uns bitte die Kammer öffnen?", erkundigte sich Slytherins Hauslehrer höflich. Er hatte schon immer eine gute Beziehung zu Filch gehabt und die wollte er auf keinen Fall riskieren.
„Natürlich, Professor!" Mit einem für Filch äußerst zuvorkommendem Lächeln schloss der alte Squib eine Tür im Hintergrund seines Büros auf und hielt sie für Harry und Snape auf. Harry konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass er den Hausmeister je so freundlich erlebt hatte. Mit einem dankenden Kopfnicken in Filchs Richtung schob Snape Harry vor sich her in den kleinen Raum. Filch rief ihnen hinterher„Lassen Sie sich Zeit, Professor", und ließ sich wieder hinter seinem Schreibtisch nieder, wo er Mrs. Norris krauelte.
In dem kleinen Abstellraum waren zahlreiche Regale mit Körben und Kästen. Während sich Harry an einem der Regale anlehnte und sich interessiert umschaute, begann Snape ohne zu zögern in den Kisten zu kramen. Nach einer Weile reichte er Harry einige Stoffbündel. „Das müsste Ihre Größe sein, probieren Sie dies hier an."
Verwirrt starrte Harry den Stoff in seiner Hand an „Was ist das?"
„Kleidung, Mr. Potter. Man zieht sie an um nicht nackt herumzulaufen", erklärte Snape säuerlich. „Das weiß ich, Professor." Für wie dämlich hielt Snape ihn?„Aber warum soll ich diese Sachen anprobieren? Und was sind das für Kleidungsstücke?"
Mit übertriebener Geduld in seiner Stimme erklärte der Zaubertranklehrer ihm „In diesem Raum befinden sich Kleidungsstücke, die Schüler hier vergessen haben, wenn sie in die Ferien gefahren sind. Mr. Filch sammelt sie hier und verarbeitet sie mit der Zeit zu Putzlappen. Ich glaube einige verkauft er auch an Gebrauchtwarenläden. Es sollten ein paar in Ihrer Größe dabei sein."
Verblüfft sah ihn Harry an „Aber warum, Sir?" Er hatte mit vielem gerechnet, aber bestimmt nicht damit, dass Snape seinen nichtvorhandenen Kleiderschrank neu ausstattete.
„Weil ich mich weigere, mich in der Nähe einer Person aufzuhalten, die aussieht als würde sie sich jeden Moment häuten. Kein Schüler von Hogwarts sollte in solchen..." Snape deutete auf Harrys ausgebeulten Sachen und wedelte mit der Hand als ihm kein passender Begriff einfiel, um das Elend zu beschreiben, „solchen Dingern herumlaufen!"
„Danke, Sir!" Harry strahlte. Neue Kleider für ihn! Vielleicht würde er dann einmal nicht wie ein Bettler aussehen - oder wie ein Elefant nach einer Radikaldiät...fügte er in Gedanken hinzu.
Der dunkle Zauberer vor ihm schnaubte und warf ihm lediglich eine weitere Hose zu„Probieren Sie das hier an, Mr. Potter."
„Äh... könnten Sie sich umdrehen, wenn ich die Hosen anprobiere, Professor?" Verlegen knetete Harry den Stoff in seinen Händen. Snape verdrehte lediglich die Augen „Noch vor einigen Tagen habe ich geholfen Sie zusammenzuflicken. Ich bezweifle, dass ich nun Dinge sehen würde, die ich zuvor nicht kannte", erklärte er spöttisch.
„Bitte!" Harry sah ihn flehend an. Sein Lehrer seufzte, „Na gut, wenn Sie sich so genieren, Potter... Ich bin in Mr. Filchs Büro. Stellen Sie nichts an und beeilen Sie sich." Und damit rauschte Snape aus dem Raum.
Nach einer Weile stellte Harry fest, dass es gar nicht so leicht war sich mit einem Arm umzuziehen. Nachdem er einige Zeit versucht hatte sein T-Shirt wieder auszuziehen um eines der hübschen, neuen anzuprobieren, gab er auf und rief nach Hilfe.
Snape schnaubte über seine Versuche, aber da er selber auch Harrys Handicap vergessen hatte, machte er keine allzu spöttischen Bemerkungen. Er erklärte kurzerhand, dass sie keine Zeit hätten um alle in Frage kommenden Kleidungsstücke anzuprobieren, schließlich gehörte Harry eigentlich ins Bett. Darum sammelten sie alle fraglichen Kleider zusammen, um sie zusammengeschrumpft mitzunehmen. Unpassende konnte Harry auch später zurück zu Mr. Filch bringen.
Snape beäugte die Auswahl kritisch „Hmm, ein bisschen wenig. Wir werden wohl trotzdem neue Kleidung besorgen müssen." Harry konnte es kaum glauben, immerhin hatte er gerade zwei Jeans, eine schwarze Hose und einige verschiedenfarbige T-Shirts bekommen. Noch mehr Kleidung? Und nur für ihn?
Snape würgte Harrys Dankesversuche rüde ab und beförderte ihn auf kürzestem Wege in seine Wohnräume, nachdem sie sich von Mr. Filch verabschiedet hatten. In seiner Freude über die Geschenke registrierte Harry gar nicht Filchs Verblüffung und Snapes Belustigung als er sich sogar von Mrs. Norris verabschiedete.
Tief in den Verließen stoppten sie schließlich vor einem alten Gemälde. Harry hatte das letzte Stück des Weges kaum noch registriert, denn kurz nachdem sie das Büro des Hausmeisters verlassen hatten, hatte der junge Gryffindor begonnen zu gähnen. Als sie endlich vor Snapes Räumen standen, fielen ihm beinahe die Augen zu.
Er bemerkte kaum, wie Snape dem Bild das Passwort zuflüsterte und ihn durch die Öffnung zog. Sie standen in einem Gang, von dem einige Türen abgingen. Zielstrebig zog Snape Harry hinter sich her zu einer der hinteren Türen und führte ihn in einen mittelgroßen Raum.
Bereits im Halbschlaf torkelte Harry auf das Bett am anderen Ende des Raumes zu und ließ sich darauf mit einem Ploff nieder. Er begann mit seiner Kleidung zu fisteln, aber genau wie Madam Pomfrey wechselte Snape ungeduldig Harrys Kleider mit einem Schwenk seines Zauberstabes. Wieder in seinen Pyjamas kuschelte sich Harry in die grünen Decken. Bevor er komplett einschlief, flößte ihm Snape noch eine widerlich schmeckende Flüssigkeit ein, dann endlich durfte Harry schlafen.
Snape betrachtete den schlafenden Jungen einen Moment, das leere Fläschchen noch in der Hand. Er wusste nicht genau was über ihn gekommen war, aber als er Potters jämmerliche lumpenverhüllte Gestalt auf dem Bett der Krankenstation gesehen hatte, konnte er nicht anders. Der Zaubertrankprofessor hatte sich einen Moment an seine eigene Jugend erinnert, wie er damals in zerschlissenen Secondhand-Roben den Spott seiner wohlhabenden Schulkameraden ertragen musste – neben den maßgefertigten Roben Malfoys, Zabinis und der Blacks waren seine alten ausgefransten Kleider noch mehr aufgefallen.
Mit einem Seufzer kehrte Snape in die Gegenwart zurück. Er musterte die schlafende Gestalt kritisch, morgen würde er die Verbände um Potters Gesicht wechseln müssen. Außerdem bestand der Junge lediglich aus Haut und Knochen. Einige Aufbautränke und Vitaminkuren sind wohl angebracht, dachte Snape bei sich. Insgeheim fand er, dass ein schlafender oder bewusstloser Potter wesentlich weniger Ärger machte als einer im wachen Zustand.
Kurzerhand brachte er die neuerstandenen Kleidungsstücke wieder in ihre ursprüngliche Größe und begann sie in den Schrank am anderen Ende des Raumes einzusortieren. Nach kurzem Zögern räumte er auch Harrys Koffer aus. Snape HASSTE Unordnung und es war abzusehen, dass sein Patient am nächsten Tag nicht in der physischen Verfassung war aufzuräumen. Nachdem er die Besitztümer Harrys über die verschiedenen Regale und Schränke verteilt hatte (nicht, dass es allzu viele waren), räumte er die widerlichen Dursley Lumpen zusammen und verfrachtete sie in eine Kiste auf dem Schreibtisch. Sollte doch Harry entscheiden was er damit machen wollte.
Zum Schluss entfachte er das Kaminfeuer, da er wusste wie kalt und klamm es in seinen Kammern werden konnte und mit einem letzten Blick auf die zusammengekrümmte Gestalt unter den Decken verließ Snape Harrys Zimmer um sich wieder seinen Büchern zu widmen.
Vielen Dank für die lieben Kommis! Es bringt immer wieder Spaß sie zu lesen!
teddylonglong: beim nächsten Chapter brauche ich wohl wieder den Imperius Fluch - solange es diesmal wieder gedauert hat xD
NoirDragin13, heikeandrea und Johanna Adler: Ich bemüh mich - klappt aber nicht immer...wie man gerade gemerkt hat
goldentree: Tja, Heultränke... ich bin mir 100 sicher, das in einer nichtexistenten Fußnote (irgendwo in einer der sieben HP Bände) in Schriftgröße 1 geschrieben steht, das die spezielle Unterart der Heiltränke, genannt "Heultränke" wesentlich effektiver sind als die ordinären "Heiltränke"... -ganz sicher! Übrigens fliegen schon wieder kleine Schweinchen an meinem Fenster vorbei und warum schmeckte der Pilz vorhin so komisch? ;-)
Lucie-26: Nochmal einen dicken Danke schön! knuddel
Zauberlehrling: Probleme vorbei? Ich habe noch gar nicht richtig angefangen xD Immerhin ist ja noch nicht einmal die Hälfte von Harrys Ferien um! Ein paar Gemeinheiten (und natürlich auch gute Dinge) habe ich nochauf Lager
Osiris Black: Och, die Dursleys sehen wir nochmal wieder, so ganz vergessen werde ich sie nicht :-)
Vielen Dank auch an Hermine Potter für den schönen Kommi!
Habe ich wen vergessen? Ich hoffe mal nicht...
Kleiner Ausblick auf den nächsten Chapter: Harry nimmt Snapes Wohnräume unter die Lupe, Beide versuchen sich zusammen zu raufen und wir sehen Moody und die Duryleys kurz wieder!
Bis zum nächsten mal!
