Hallo! Ich muss mich ehrlich entschuldigen das ich so lange gebraucht habe. Aber ich kann (leider) nicht nur ff schreiben und lesen... auch wenn ich es gerne würde ;-) Aus diversen familiären/beruflichen Gründen (also jeder Menge Stress) konnte ich bis jetzt nicht dieses Kapitel posten, obwohl es bereits seit einer halben Ewigkeit geschrieben und beta gelesen war. Aber ich hatte einfach keine Zeit mich um die Änderungen zu kümmern! Entschuldigt noch mal...
Ganz herzlichen Dank an SnapesYukuai, goldentree, magewi, teddy172, salazar, Hermine Potter und teddylonglong. Eure Reviews waren wieder eine tolle Motivation! Und natürlich ganz lieben Dank an Lucie-26 für das Betalesen Deine Tipps sind wieder ausgesprochen hilfreich gewesen!
Kapitel 8: Ein gereizter Nachmittag
„POTTER????? Was machst Du bei Onkel Severus?!", brüllte Draco Malfoy aufgebracht.
Harry bemerkte schnippisch „Wie Du siehst, auf dem Sofa liegen und lesen, Malfoy. Bist Du vielleicht blind?"
„Lass Dich von ´nem Dementoren knutschen, Potter. Warum liegst Du auf der Couch von Severus? Und was ist das für ein Verband in Deinem Gesicht? Soll er Dein hässliches Gesicht verbergen?"
Wütend sprang Harry auf „Verzieh Dich, Malfoy!"
„RUHEEE!!!", brüllte Snape dazwischen. Harry wirbelte herum und starrte seinen Lehrer mit großen Augen an. Der hochgewachsene Mann stand in der Tür inmitten der dunklen Roben und wirkte wie die Verkörperung eines Sturmgottes.
„Was fällt Euch ein hier so herum zu brüllen?", schnappte Snape aufgebracht. Er starrte Potter Harry an „Halten Sie den Mund, Potter. Ihr Geschrei ist kontraproduktiv", bevor er sich Draco zuwandte „Und Du Draco, komm sofort hierher. Ich werde mich über dieses Thema nicht in einem öffentlichen Flohsystem unterhalten, sei es noch so gut abgeschirmt."
Betreten trat Draco durch die Feuerstelle und klopfte sich den Ruß von den Kleidern. Er hasste es, Severus zu verstimmen. Harry dagegen setzte sich aufrecht hin, er hatte den argen Verdacht, dass es Snape nicht tolerieren würde, wenn er wie hingegossen auf dem Sofa lag, während Gäste anwesend waren. Auch wenn es „nur" Draco war.
„Entschuldige Onkel Severus, aber ich war wirklich erstaunt Potter in Deinem Wohnzimmer zu finden. Was macht er hier?", flötete Malfoy und sah seinen Patenonkel fragend an.
„Nichts was Dich angeht", murmelte Harry halblaut, wurde jedoch von einem strengen Blick des Zaubertrankmeisters sofort zum Schweigen gebracht. Draco lächelte überlegen und ließ sich elegant in einen der Sessel gleiten. Snape nahm in dem Sessel gegenüber Platz und sammelte sich einen Moment bevor er anfing zu erklären:
„Wie Du siehst hatte Mr. Potter einen kleinen Unfall im Haus seiner Verwandten, Draco.", umschrieb Snape galant den Mordversuch von Onkel Vernon. Draco betrachtete ausdruckslos Harrys Verbände. Es war in den grauen Augen nicht zu erkennen, was in dem Kopf des Jungen vorging.
„Daher wurde beschlossen, dass es besser wäre, wenn er den Rest der Ferien hier in Hogwarts verbringen würde.", fuhr Snape ungerührt fort.
Ach, jetzt bin ich auf einmal Mr. Potter, grummelte Harry. Er war nervös gewesen, was Snape Draco erzählen würde. Die Wahrheit hätte ihm sicher Spott auf Lebenszeit von dem Slytherin eingebracht. Diese Geschichte hingegen war wesentlich komfortabler – bis Draco anfing zu fragen.
„Was für ein Unfall? Und warum konnte er nicht bei seinem Muggelanhang gepflegt werden? Wollten die ihn nicht mehr haben?" Und er grinste Harry frech an.
„Was geht Dich das an, Malfoy?", knurrte Harry ungehalten, Draco war ihm eindeutig zu nah an der Wahrheit. Snape signalisierte ihm ruhig zu bleiben und erklärte an Draco gewandt.
„Seine Verwandten hatten nicht die nötigen Sachkenntnisse und Fähigkeiten um Mr. Potter zu betreuen. Und St. Mungos hätte nicht die erforderlichen Sicherheitsanforderungen gehabt. Daher wurde beschlossen unsere...Berühmtheit, hier in Hogwarts zu rehabilitieren",
„Und deswegen sitzt er in Deinen Räumen?! Wer weiß noch darüber Bescheid?", etwas am Tonfall der letzten Frage ließ ahnen das Draco nicht nur Ron und Hermine meinte. Snape schweig einen Moment, bevor er Draco direkt in die Auen sah und eindringlich erklärte „Außer Dumbledore und Madame Pomfrey: Niemand! Und es gibtkeinen Anlass, dass andere Personen von diesem Arrangement erfahren, ist das klar Draco?"
Draco blinzelte, was spielte Severus hier? Ihm war klar, das Snape nicht wollte, dass die Freunde und Kollegen von Lucius davon erfuhren, speziell nicht die mit einer Tätowierung auf dem Arm. Aber wozu? Es war schließlich eine einmalige Gelegenheit sich Potter vom Hals zu schaffen. Vielleicht will Onkel Severus nicht seine Tarnung gegenüber Dumbledore auffliegen lassen? Dummer alter Trottel von Schulleiter... überlegte Draco und strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn. Gleichgültig was es war, er würde Snape zu liebe mitspielen. Zumindest jetzt.
„Natürlich Onkel Severus. Wenn es Dein Wunsch ist", verkündete Draco daher galant.
Der Hauch eines erleichterten Lächelns umspielte Snapes Lippen. Er war froh über Dracos Bereitschaft Snapes Geschichte zu akzeptieren.
„Nun, Draco. Warum wolltest Du mich sprechen?"
„Deine Hausaufgaben, ich hatte ein paar Fragen und ich dachte Du könntest mir ein paar Tipps geben."
„Onkel Severus????", Harry hielt es nicht mehr aus. Die Frage brannte ihm auf der Zunge seit Draco zum ersten Mal Snape „Onkel Severus" genannt hatte. Professor Snape und Malfoy waren verwandt? Kein Wunder das Draco immer bevorzugt wird...
Die beiden Slytherins starrten ihn an. Harry sank auf seinem Platz in sich zusammen, vielleicht hätte er doch abwarten sollen, bis Draco wieder weg war.
„Da ich Dracos Pate bin, ist es durchaus angebracht so einen vertraulichen Titel zu verwenden, Mr. Potter."
„Aber in der Schule-"
„Natürlich rede ich Onkel Severus während des Semesters mit Professor an", Draco sah Harry belustigt an, „alles andere wäre unpassend."
„Wirklich, Mr. Potter. Man könnte meinen man hätte Ihnen zu Hause keine Manieren beigebracht", stichelte Snape. Harry warf ihm einen bitterbösen Blick zu, Snape wusste schließlich selber am besten, wie Harrys Leben bei den Dursleys gewesen war.
„Ich weigere mich bei diesem fruchtlosen Gespräch dabei zu sein!", verkündete Harry würdevoll, ruinierte seinen Abgang allerdings damit, das er nicht die heiße Kakao Tasse und das Buch zusammen in einer Hand halten konnte. Draco kicherte.
Snape schien sich an seine Rolle als Gastgeber zu erinnern und verhinderte, dass Harry aus dem Raum flüchtete, indem er Harry die Tasse wieder abnahm und zurück auf den Tisch stellte.
„Stellen Sie sich nicht so an, sondern holen Sie Ihre Schulsachen, Potter. Wenn Draco Fragen zum Schulstoff hat sollten Sie dabei sein. Ihr Wissen im Bereich Zaubertränke hat noch einigen Erweiterungsbedarf."
Entsetzt blickte Harry seinen Lehrer an. Aber ein Blick auf Snapes entschlossenes Gesicht und er wusste, dass jeder Widerstand zwecklos war.
Stöhnend holte Harry seine Unterlagen. Einen Nachmittag Nachhilfe zusammen mit Snape und Draco? Vermutlich würde es ein Nachmittag des Grauens werden. Und er hatte noch nicht einmal Ron und Hermine als Verstärkung dabei.
Als Harry wieder das Wohnzimmer betrat, waren die beiden Slytherins bereits in ein angeregtes Gespräch vertieft. Im Laufe der nächsten zwei Stunden musste Harry feststellen, dass Draco tatsächlich Ahnung von Zaubertränken hatte und ihm um einiges voraus war. Nachdem Snape merkte, dass die beiden einen recht ungleichen Wissensstand hatten, beauftragte er Draco Harrys Wissenslücken aufzufüllen. Natürlich nicht, ohne einige Bemerkungen über die Unfähigkeit von Gryffindors beim Zaubertrankbrauen zu verlieren.
Während Snape die beiden Jungen sich selber überließ, verschwand er in seinem Labor um den unterbrochenen Zaubertrank zu beenden und abzufüllen. Er wusste genau, warum Draco in erster Linie gekommen war. Seit sein Vater im Gefängnis saß, war es in der Villa der Malfoys ungemütlich geworden. Narzissa war die meiste Zeit damit beschäftigt, Lucius Aufgaben zu übernehmen und die Geschäfte zu leiten.
Dass sich einige der ausgebrochenen Todesessser in der Malfoy Villa eingenistet hatten, stärkte nicht unbedingt den Gemütlichkeitsfaktor von Dracos Heim. Daher kam der junge Slytherin bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Snapes Räume gefloht um mit jemanden reden zu können, der sich nicht in Vorträge über die besten Tötungsmöglichkeiten für Muggel hineinsteigerte, so das der Speichel durch die Gegend flog. Das Angebot die verschiedenen Techniken am lebenden Objekt zu demonstrieren, hatte bei Draco ebenfalls für einige Magenverstimmungen gesorgt.
Snape betrachtete seine sorgsam auf gereihten Flaschen mit Veritaserum, sie würden diesen Trank vermutlich im Laufe des sich anbahnenden Krieges noch mehr als einmal brauchen. Mit einem Seufzer begann er die Flaschen wegzuräumen, manchmal wünschte er sich die ganze Angelegenheit wäre bereits ausgestanden und Voldemort wäre tot. Denn dann könnte er sich wieder in Ruhe auf sein eigenes Leben konzentrieren, anstatt selbstmörderische Spionageeinsätze zu zelebrieren. Aber Tagträume brachten einem selten etwas, daher verschloss Snape sein Labor und rief Dibbsy herbei um bei ihr Kaffee, Tee und Kuchen zu bestellen.
Als er sich wieder dem Wohnzimmer näherte, hatte Snape die unbestimmte Befürchtung seine Einrichtung in Trümmern vorzufinden. Harry und Draco waren nicht dafür bekannt sich friedlich zu verhalten, wenn sie zusammen in einem Raum gesperrt waren. Für einen Moment verfluchte er sich selber, dass er die beiden alleine gelassen hatte, aber er hatte nach dem Veritaserum sehen müssen, um die Kesselladung nicht zu verlieren. Und die Zutaten für diesen Trank waren teuer und nur mit etlichen Genehmigungen aufzutreiben. Und wenn es eines gab was Snape nicht mochte, dann war es überflüssiger Papierkram.
Doch Snapes Befürchtungen waren unbegründet. Als er den Raum betrat, saßen die beiden Teenager immer noch da, wo er sie zurück gelassen hatte und unterhielten sich. Beide trugen unübersehbar einen leidenden Gesichtsausdruck, um darauf hinzuweisen wie unerfreulich die Anwesenheit des jeweils anderen war. Aber sie schienen sich auf ein recht unverfängliches Thema geeinigt zu haben: Quidditch.
Genauer gesagt schwärmte Draco Harry von dem Spiel der „Wimbourner Wespen" gegen die spanische Mannschaft „rasende Greife" vor.„Es ist das internationale Spiel der Saison! Beide Mannschaften haben Gleichstand und dieses Spiel entscheidet über die Europameisterschaft! Die Karten für das Spiel waren innerhalb von 5 Minuten ausverkauft!", erklärte Draco gerade enthusiastisch.
Harry war hingerissen „Die „rasenden Greife"? Ich habe gehört das der neue Hüter ein Ass sein soll!"
„Ja, angeblich hat er im letzten Spiel sämtliche Bälle gehalten! Die Wespen werden es schwer haben."
„Wann ist das Spiel?"
„In 6 Tagen, ich gehe mit Onkel Severus hin!"
„Mit dem Professor? Gibt es niemand anderen, der mit Dir hin gehen würde?", fragte Harry entsetzt.
„Wer denn?", schnappte Draco aufgebracht, „meine Mutter ist zu beschäftigt und dank einer gewissen Person ist mein Vater im Gefängnis!"
„Es ist nicht meine Schuld, dass Dein mieser-"
Bevor das Gespräch in Hässlichkeiten abgleiten konnte, griff Severus ein, „Ruhe Ihr beiden, räumt Eure Schulsachen beiseite, Dibbsy bringt gleich Kuchen und Tee!" Gerade noch rechtzeitig gekommen...
Doch die Erinnerung an die Inhaftierung von Dracos Vater hatte den zerbrechlichen Frieden zerstört und so war das Essen eine schweigsame Angelegenheit. Draco schmollte über der Schmach der Inhaftierung seines Vaters und Harry hatte die Sache an Sirius' Tod erinnert. Daher aßen beide Jungen schweigend und gaben nur einsilbige Antworten auf jeden Versuch Snapes eine Unterhaltung zu führen.
Nach dem Essen verabschiedete sich Draco und kehrte in die Villa zurück. In seinem Zimmer setzte sich der blonde Junge an seinen Schreibtisch und kramte einige Rollen Pergament aus den Schubladen.
Harry hatte also einen Unfall und wohnt bei Onkel Severus. Ich frage mich was wirklich passiert ist... grübelte Draco, während er an der Schreibfeder kaute.Vielleicht ein Angriff der Todesesser? Einen Unfall kaufe ich ihm nicht ab... Ich sollte wirklich die anderen fragen, ob sie Gerüchte über Potters Verwandte gehört haben. Solange ich nicht verrate, dass er verletzt in Hogwarts ist, breche ich schließlich nicht mein Versprechen. Außerdem könnte ich versuchen Tante Bella auszuhorchen...
Draco verzog sein Gesicht. Unterhaltungen mit der älteren Schwester seiner Mutter versuchte er in der Regel zu vermeiden. Er hatte den unbestimmten Verdacht, das Askaban ihre eh schon nur noch rudimentär vorhandene geistige Gesundheit vollends ruiniert hatte.
Wenn Mom dabei ist, sollte sie mich in Ruhe lassen. Jetzt brauche ich nur noch eine Idee warum ich Erkundigungen über er-lebt-schon-viel-zu-lange einhole... besonders bei Tante Bella. Wenn sie denkt, ich könnte ihr was verschweigen, häutet sie mich lebend und macht aus meinem Kopf einen Schrumpfkopf.
Draco erinnerte sich an gruselnd daran, wie eine Hauselfe seine Tante unpassend angeredet hatte. Die anderen Hauselfen hatten Tage gebraucht um das Blut von den Stuckverzierungen zu kratzen. Bella hatte ihnen verboten Magie zum säubern einzusetzen – „damit sich die lehrende Botschaft besser einprägt", hatte sie verkündet. Draco war damals weniger zufrieden mit dem Arrangement gewesen, die unglückliche Kreatur hatte sich unglücklicherweise zum Zeitpunkt ihres Ablebens in seinem Zimmer befunden.
Vielleicht kann ich ihr erzählen, das ich Versuche Potters Schwachstellen zu finden um ihm das nächste Schuljahr zur Hölle zu machen...
Voller Elan begann Draco Botschaften an seine Schulkameraden zu schreiben. Er würde noch herausbekommen was tatsächlich passiert war!
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„Potter!", Harry drehte sich um. Er hatte gerade Briefe an Ron und Hermine beantwortet.
Der Grund für seinen plötzlichen Schreibdrang waren die Nachrichten gewesen, die Snape ihm am Morgen überreicht hatte. Sie hatten ihn bei den Dursleys nicht erreicht und waren daher an die Schule weitergeleitet worden.
Neben seinen besten Freunden waren auch Nachrichten von Luna, Neville und Remus dabei. Dass alle an ihn gedacht hatten, gab Harry ein warmes Gefühl und er wünschte sich nichts sehnlicher als sie besuchen zu können und ihnen zu erzählen, was passiert war. Denn auch wenn es bei Snape nicht so schlimm war, wie er gedacht hatte, war es ein sehr ruhiger Aufenthalt, da Snape die meiste Zeit mit seinen eigenen Dingen beschäftigt war. Harry fehlten Hermines Belehrungen und Rons vergeblichen Versuche ihm Schach beizubringen.
„Potter!", wiederholte die Stimme ein wenig lauter und eindringlicher - Und eindeutig gereizter. Harry starrte Snape an, der direkt hinter seinem Stuhl stand und ihn böse anblickte.
Hastig schob Harry seine Briefe zusammen und legte die Feder beiseite „Professor? Ich habe Sie nicht gehört."
„Mir kam es eher so vor, als wenn Sie mit Ihren Gedanken am anderen Ende der Welt wären. Wäre ich ein Meuchelmörder mit einem Messer, hätte der Dunkle Lord nun ein Problem weniger", kommentierte Snape scharf.
„Ich bin nicht derjenige, der vergessen hatte den Kamin abzusichern! Wäre anstatt Draco irgendein Todesesser durch den Kamin gekommen, hätte er mich umbringen können!", sagte Harry wütend.
„Zu aller erst, es wäre kein Todesser durch die Flohstelle gekommen. Denn der Karmin ist mit Sprüchen geschützt. Allerdings habe ich vergessen, Dracos Ausnahmegenehmigung zu löschen. Und nun, da er Bescheid weiß, ist es ohnehin hinfällig. Es würde Draco nur unnötig verärgern."
„Na toll, und wenn Mr. Vorzeige-Slytherin mal eben auf die Idee kommt, nachts hierher zu kommen und mich im Schlaf zu töten, dann kann er einfach so in mein Zimmer marschieren?"
„Er würde nicht in Ihr Zimmer kommen, Potter!", knirschte Snape mit zusammengebissenen Zähnen, „er kann die anderen Räume nämlich nicht ohne meine Erlaubnis betreten! Außerdem ist Draco kein Todesesser, er würde so etwas nicht tun! Aber das versteht so ein verzogener Gryffindor nicht."
„Pah!", schnaubte Harry, „wer´s glaubt wird selig!"
Snape versuchte sich zu beherrschen und den Jungen nicht am Kragen zu greifen und solange zu schütteln, bis Harry seine verdammte Widerspenstigkeit aus den Ohren purzelte.Musste dieser – dieser Gryffindor immer gegen alles angehen was er sagte? Konnte Potter nicht einmal seinen Mund halten?!
Snape holte tief Luft und zählte langsam bis zehn, während Harry leise unverständlich vor sich hin grummelte. Langsam und kontrolliert begann Snape zu sprechen „Wenn Sie mit Ihrer Kritik fertig sind, Mr. Potter. Können wir uns dann endlich um das Wesentliche kümmern?"
Harry sagte nichts und starrte seinen Lehrer nur böse an. Besser als gar nichts, dachte Snape und fuhr mit der gleichen beherrschten Stimme fort „Folgen Sie mir in mein Privatlabor, Mr. Potter."
„Warum sollte ich?", schnappte Harry.
„Weil ich, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, Ihre Aufsichtsperson bin. Und zurzeit muss Ihr Verband gewechselt werden. Die andere Option wäre, abzuwarten bis die Bandage um Ihr Gesicht von alleine verrottet – und wenn ich noch länger hier stehen muss, bis Sie Ihren faulen Gryffindor Hintern bewegen, bin ich äußerst geneigt, genau DAS zu tun!"
Harry blinzelte. Er wusste nicht genau, was er von Snape erwartet hatte zu tun, aber das war es nicht. „Verbandswechsel?", sagte er langsam.
Snape warf die Hände über den Kopf und rief „Gryffindors!!! Können Ihr nicht einmal Euren Kopf benutzen? Was dachten Sie denn, wie lange Sie mit dem Ding um Ihren Kopf noch herumlaufen wollten?"
„Ähm...", mehr wusste Harry nicht zu sagen. Snape rollte mit dem Augen und begann sich in Richtung Tür zu bewegen „Kommen Sie endlich, Mr. Potter!"
In Snapes Privatlabor sah sich Harry neugierig um. Es war das erste Mal, dass er in dem Raum war und war beeindruckt von den vielen bunten Glasbehältern mit den unterschiedlichsten Trankzutaten. Mehrere Kessel in verschiedenen Größen standen akkurat ausgerichtet mitten im Raum. In einer Ecke sah Harry einen Schreibtisch überfüllt mit Büchern und Notizen und darüber an der Wand wieder einige Kinderzeichnungen. Schon wieder Zeichnungen. Was diese Kinderbilder wohl zu bedeuten haben? Sind die vielleicht von Draco?
Inzwischen hatte Snape zwei Fläschchen, etwas Verbandsmaterial und einige saubere Tücher geholt als er Harrys Blick sah. Was interessiert den Jungen so? Neugierig beobachtete er den Teenager und begriff, dass ihn die Kinderzeichnungen so faszinierten.
„Die Zeichnungen sind Geschenke von Draco und Kindern befreundeter Familien, Potter", sagte er knapp. Verlegen sah Harry auf den Fußboden, er hatte nicht neugierig wirken wollen. Aber trotzdem konnte er sich nicht vorstellen, dass ein Kind Snape freiwillig ein Bild schenken sollte. Immerhin ging es um Snape, Hogwarts unbeliebtesten Lehrer und Schrecken aller Gryffindors.
„Hören Sie auf den Boden anzustarren, ich kann ansonsten Ihr Gesicht nicht saubermachen", energisch schob Snape Harrys Kopf in die richtige Position und begann die alten Verbände zu entfernen. Interessiert inspizierte er Harrys neue Nase, sie wirkte noch ein wenig geschwollen, war aber ansonsten gut verheilt. Vorsichtig säuberte und desinfizierte er das Riechorgan.
„Was machen Sie da, Professor? Und wie lange muss ich noch die Verbände tragen?", fragte Harry beklommen. Er fühlte sich immer wie eine Mumie, sobald er sich zur Zeit im Spiegel sah.
„Geduld, Mr. Potter. Immer eine Frage nach der anderen. Ihre Nase ist fast abgeheilt, noch etwas heilfördernde Salbe und ein kleines Stützpflaster, damit Ihre Brille nicht drückt - und Sie sollten von diesen Bandagen erlöst sein", erklärte Snape und platzierte vorsichtig das verzauberte Pflaster.
„Nun das wäre erledigt Mr. Potter. Bleibt nur noch Ihr Arm. Aber da hilft nur abwarten.", Zufrieden räumte Snape die Salben und Verbände weg.
Harry seufzte, er hasste den Gedanken eventuell nie wieder Quidditch spielen zu können. Bevor er sich weiter in sein Unglück hereinsteigern konnte, unterbrach ihn Snape.
„In vier Tagen werden Sie mit jemanden anderes Vorlieb nehmen müssen, Mr. Potter." , Schnell rechnete Harry nach. Ahh! „Gehen Sie zu dem Spiel mit Malfoy?", erkundigte er sich.
„Ich vergaß, dass Sie mit Draco geredet hatten. Ja, ich werde mit ihm zu dem Quidditch Spiel gehen", bemerkte Snape, „Professor Dumbledore wird für die Tage Ersatz herschicken, der Ihre Sicherheit gewährleisten wird."
„Wer?"
„Darüber kann ich Ihnen leider keine Auskunft erteilen, aber ich werde die Einzelheiten noch einmal mit Dumbledore abklären."
Harry nickte und ging wieder in sein Zimmer um seine Briefe fertig zu schreiben. Hoffentlich war es jemand den er mochte. Remus vielleicht, oder Tonks.
In seinem Raum hatte er es sich gerade an seinem Schreibtisch wieder gemütlich gemacht (vorher hatte er seine neue Nase im Badezimmerspiegel bewundert – nur um festzustellen, dass seine neue Nase genauso aussah wie seine alte), als ihn lautes Gebrüll aus dem Wohnzimmer auffahren ließ.
Was ist denn da los?? Es klingt fast so wie – Snape!!!
Hastig rannte Harry Richtung Wohnzimmer. Snape stand vor dem Kamin und brüllte durch das Feuer den alten Schulleiter an, der vergeblich versuchte zu Wort zu kommen. Harry schnappte allerdings die Worte „Versteh doch... Sicherheit... Harry... wird schon verstehen... keiner verfügbar.." auf.
„Professor?", fragte Harry zaghaft. Snape wirbelte herum und starrte ihn an. Harry wich unwillkürlich zurück. Er hatte diesen Blick erst einige Male gesehen und einer davon war der Zwischenfall in der Heulenden Hütte, als er Harry, Remus und Sirius erwischt hatte. Mit einem Schnauben machte Snape einen Schritt vorwärts, seine schwarzen Augen schienen Harry zu durchbohren und für einen Moment hatte Harry Angst, dass der Slytherin ihn schlagen würde. Reflexartig hob Harry die Arme.
Snape blinzelte einmal und starrte den geduckten Jungen an. Dann schien er sich einen Ruck zu geben und stürmte auf Harry zu. Entsetzt stolperte Harry zurück und stolperte. Hilflos ruderte er erfolglos mit seinem gesunden Arm nach Halt und setzte sich unsanft auf seinen Hosenboden. Und dann war Snape über ihm.
„Severus!
Warte", hörte Harry Dumbledore rufen. Oh Gott! Snape
schlägt mich!!!! Entsetzt kniff Harry die Augenlider zusammen.
Ohne Harry eines Blickes zu würdigen stieg Snape über ihn rüber und verschwand mit wehenden Gewändern den Gang hinunter. Einen Moment später war der Knall einer mit großer Wucht zugeworfenen Tür zu hören.
Fassungslos starrte Harry seinem Lehrer hinterher. Er saß immer noch bewegungslos auf dem Fußboden, auf der gleichen Stelle wo er gestürzt war.
Was war das denn? Was hat Snape so wütend gemacht? Verblüfft versuchte Harry sich aufzurappeln. Als er seinen eingegipsten Arm bewegte, spürte er einen stechenden Schmerz. Anscheinend hatte er sich den Arm an der Wand gestoßen als er gefallen war. Dumbledores Stimme lenkte ihn ab.
„Harry? Geht es Dir gut? Oh, es tut mir wirklich leid!"
Dumbledore tut ständig irgendetwas leid und macht dann doch wieder alles falsch, bemerkte eine kleine fiese Stimme in Harrys Kopf. Sei ruhig! Ermahnte er sich selber
„Professor? Was war das eben?"
Albus Dumbledore seufzte. Das Funkeln, das normalerweise in den Augen des alten Mannes glitzerte, war in diesem Moment verschwunden.
„Ich weiß nicht, ob Du von dem Quidditchspiel gehört hast das Professor Snape und Mr. Malfoy besuchen wollten?"
„Professor Snape hatte es erwähnt, Sir!"
Betrübt schüttelte Hogwarts Schulleiter den Kopf „Ich musste Severus leider mitteilen, dass ich niemanden habe, der die Aufsicht über Dich über nimmt. Und es ist unmöglich, dass Du alleine bleibst!"
„Sir?", Harry hatte einen furchtbaren Verdacht.
„Ich konnte Severus nicht erlauben Dich zu verlassen. Er und Mr. Malfoy werden das Spiel ausfallen lassen müssen."
„Aber Professor! Es ist DAS Spiel der Saison! Malfoy wird außer sich sein!" Ich wäre außer mir vor Wut, würde mir das passieren, dachte Harry bei sich.
„Harry, der Orden hat einfach nicht genug Leute. Mit dem erneuten Ausbruch einiger Todesser sind unsere Kapazitäten erschöpft!", Dumbledore lächelte Harry müde durch die Flammen an.
„Glaub mir, Harry. Es ist das beste. Was ist wichtiger: Deine Sicherheit oder ein simples Quidditchspiel? Mr. Malfoy wird das verstehen."
Malfoy soll WAS verstehen? Ist Dumbledore blind? Draco wird ausrasten vor Wut! Wir reden hier von Draco Malfoy...
Beklommen verabschiedete sich Harry von dem alten Zauberer. Im Gegensatz zu Dumbledores Optimismus hatte Harry ein sehr, sehr flaues Gefühl im Magen.
Das wird noch großen Ärger geben... Deprimiert ging Harry wieder zurück in sein Zimmer. Von seinem Zaubertranklehrer war für den Rest des Tages weder etwas zu hören noch etwas zu sehen.
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Diesmal muss ich wohl ein paar kleine ergänzende Anmerkungen machen. Zwar erklärt sich das meiste in den nächsten Kapiteln, aber das dauert noch einen Moment bis ich die schreibe :-) Ich stecke gerade mitten in meinem Diplom...
Also, Lucius und seine Kumpane, die bei dem Ministeriumsüberfall dabei waren, sind auch hier nach Askaban gebracht worden. Inzwischen ist ein Teil der Zauberer aber wieder ausgebrochen (Lucius sitzt noch hinter Schloss und Riegel) und haben sich in den verschiedenen Villen der Reinblüter Familien, die Voldemort nahe stehen, verkrochen. Eine größere Gruppe hat sich in den alten Verließen (die ich einfach mal dazu gedichtet habe) unter Malfoy Manor versteckt. Darunter auch Bellatrix. Darum kann Malfoy zu seiner Tante gehen und sie ausfragen.
Ich weiß nicht, wie nahe sich Draco und Snape im Original wirklich standen. Hier habe ich die Beziehung der beiden als sehr eng beschrieben. Oh, ich denke nicht das Lucius ein totaler Versager als Vater war d. h. er hat Draco nie misshandelt oder ähnliches. Aber er war immer sehr beschäftigt und richtige Vater-Sohn-Momente zwischen den beiden waren selten, was Lucius versuchte mit Geschenken auszugleichen. Stattdessen hat Draco viel mit seinem Patenonkel unternommen, ganz einfach weil Snape Spaß daran hatte und weil er versuchte Draco in eine andere Richtung als die seines Vaters zu lenken. Warum Snape sich wegen dem Spiel so aufregt kommt auch noch.
Ich hoffe das erklärt einiges, war erst in den nächsten Kapitel näher erläutert werden würde.
Im nächsten Kapitel kommen dann endlich die Duryleys ;-)
