10. Ungebetener Besuch

„Und elf... und zwölf... na los, nicht schlapp machen, Du kleiner Walfisch! Da muss noch ein ganzes Stück Speck runter, Kleiner. Das war keine vierzehn, höchstens en dreizehneinhalb! Und noch einmal!"

Dudley keuchte, schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen während er den fünfzehnten Liegestütze in Angriff nahm. Neben ihm auf dem Küchenstuhl hockte die Gestalt von seinem Cousin. Grüne Augen glitzerten, während eine schmale Hand den Zauberstab in Dusleys Rücken piekten.

„´ch kann ´n mehr", würgte Dudley schwach hervor. Er nahm kaum wahr das seine Mutter ihn voller Mitleid ansah, während sie hilflos dem perversen Schauspiel folgte.

„Nun lassen Sie doch meinen Sohn in Frieden, sehen Sie nicht wie er leidet?", quietschte sie aufgebracht. Durch die Küchenfenster konnte Petunia aus den Augenwinkel beobachten, wie Vernon im Garten die Putzgeräte zusammen packte. Oh, wie wünschte sie sich, das dieser Moody verschwinden würde!

„Ich bitte Sie, so ein bisschen Sport bringt dieses Brocken nicht um. Mit was für Muggelessen wurde der nur gemästet? – Und das war keine Aufforderung schlapp zu machen, Walfisch! Na los, es fehlen noch 23 Liegestütze!"

„kr´g keine Luft m´r", röchelte Dudley verzweifelt. Es war furchtbar, dieser Zauberer quälte ihn nun schon seit Tagen mit Sportübungen. Er fühlte das Blut in seinen Ohren rauschen, während er versuchte sich hoch zustemmen.

Das Knallen der Tür zum Garten erlöste ihn. Erleichtert lieb sich Dudley fallen und rollte sich zur Seite um seinen Vater zu beobachten, der Rückwärts durch die Tür gestolpert kam.

„Dad?"

„Vernon?", quiekte Petunia irritiert.

„Verdammt, Todesesser –LAUFT!", kreischte Moody-Harry als er die maskierten Figuren hinter Vernon sah.

„Der - Junge - der - lebt – Er ist hier! Schnappt Ihn Euch!", brüllte einer der hereindrängenden Maskenträger.

Einige der anderen Gestalten riefen „Für den dunklen Lord!", während sie versuchten gleichzeitig in den Raum zu gelangen und sich in ihrer Hast gegenseitig behinderten. Dudley kroch unter dem Küchentisch hindurch zur Tür, während Flüche durch die Luft flogen und seine Mutter kreischte. Neben ihm brach eine schwarz gekleidete Gestalt zusammen, anscheinend hatte einer von Moodys Flüchen ihn getroffen.

„Kommt und fresst Flüche, Ihr speichelleckenden, Voldi Kuttenknutschende Versager!", heulte Moody über den Lärm hinweg.

Allmählich begriffen einige der Todesesser, das etwas nicht stimmte.

„Das ist nicht Potter!", rief ein Hochgewachsener Todesesser, während er Moodys Zauber parierte..

„Wir sind gelinkt worden, der Junge ist nicht hier!", schrie eine andere Stimme.

Vernon war zur Seite gerollt, sobald Moody mit den Todesessern das Duell begonnen hatte. Nun kletterte er zu der panischen Petunia, die vor dem Herd auf dem Boden hockte.

„Psst, folg mir!", zischte er. Entschlossen zerrte er Petunia am Arm hinter sich her. An der Tür wurden sie von einem breites Todesesser gestoppt.

„Wo ist Potter?", brüllte der Mann, „Redet, dreckige Muggel!"

Voller entsetzen sah Vernon, wie der Zauberer seinen Zauberstab auf Petunia richtete.

„Na los! Oder könnt Ihr nicht reden? Aber das ist ja kein Wunder – Muggel!", Vernon konnte die Verachtung hören, so als ob sie ekelige Dinge unter Steinen wären. Er war wütend, das Blut rauschte in seinen Ohren. Wie konnte dieser, dieser Freak es wagen seine Familie zu bedrohen?

Mit einem Wutgebrüll, das selbst den Kampflärm übertönte, schmiss sich Vernon auf den Todesesser. Für einen Moment konnte er die Verblüffung in den Augen des Zauberers sehen als sie beide zu Boden gingen. Über ihnen flogen Flüche und rissen tiefe Narben in die Küchentapete, Petunia und Dudley kreischten. Doch das alles trat in den Hintergrund als Vernon wie in Zeitlupe den Hals des Mannes zu fassen bekam.

„Das ist mein Haus, Du Freak! Und ich werde es nicht erlauben, das Du meiner Familie etwas antust!", hörte Vernon sich selber brüllen. Er fühlte sich wie in einem Traum als er den Hals des Mannes mit seinen kräftigen Händen drückte und schüttelte. Fingernägel kratzten in seinem Gesicht und das eine Ende eines Zauberstabes landete knapp neben seinem Auge als sich der Mann unter ihm verzweifelt wehrte.

Auf einmal hörte er ein leises Knack und die verhüllte Gestalt unter ihm wurde schlaff. Vernon wollte sich umdrehen und nachsehen wie es seiner Frau und seinem Sohn ging, als ihn grünes Licht einhüllte.

„Vernon!" kreischte Petunia als Vernon mit leeren Augen über dem maskierten Toten zusammenbrach. „Dad! Nein!" heulte Dudley neben ihr. Verzweifelt wollte er zu seinem Vater stürzen, doch Petunia hielt ihn fest. Panisch ineinander verkrallt hockten sie zusammen auf dem Küchenboden, nur wenige Schritte von der Leiche Vernons entfernt, und zählten die letzten Sekunden. Keiner von ihnen hatte noch Hoffnung lebend das Haus zu verlassen.

„Nein, Dad darf nicht Tod sein...", stammelte Dudley leise, während seine Mutter ihn umklammert hielt.

„Wachst hier nicht am Boden fest!", zischte eine Stimme neben ihnen und Pseudo-Harry drückte Dudley Blitzschnell einen alten Schlüssel in die Hand. Dudley und Petunia fühlten ein ziehen um den Bauchnabel, bevor die Küche vor ihnen verschwand. Nur einen Sekundenbruchteil später schlug ein weiterer Adavre Kadavra genau an der Stelle ein, an der sie gerade noch gesessen hatten und fetzte Stücke aus der Blümchentapete.