Ein Erwachen mit Folgen

Sooo ^^ Hier also das 3. Kapitel : Oder das zweite, je nachdem xD
Ich versuche zur Zeit halbwegs einen gewissen Rhythmus ins Posten zu bekommen :/ Unter Anderem auch, weil ich vermute, dass ich dabei bin, mal wieder krank zu werden _ Und auch, weil ich etwas arg zu tun habe =_="
Wie dem auch sei ^^
Viel Spaß beim lesen, meine Lieben :)


Hermine konnte fühlen, wie ihr Herz stark gegen ihren Brustkorb hämmerte und aus irgend einem Grund schoss ihr die Hitze in das erschrockene Gesicht. Ihre rehbraunen Augen fixierten die Türklinke, die sachte herunter gedrückt wurde und dabei nahm sie nur nebenbei wahr, dass sich der Tränkemeister von seinem Platz, dem alten Tisch in seinem Büro, schob. Innerlich hoffte die junge Gryffindor, er würde sie jetzt nicht so im Regen stehen lassen, doch zu früh gefreut.
Niemand Anderes als Dumbledore selbst betrat die Räumlichkeiten und für einen Moment hatte es den Anschein, er würde nur rein Zufällig zu solch später Stunde hier runter kommen und seinen Tränkeprofessoren besuchen. Doch als Hermine die sauberen Verbandmulden in seiner Hand bemerkte, schien sie zu ahnen, dass der Direktor wohl doch zu wissen schien, was Snape diese Nacht getrieben hatte.
„Mrs. Granger" stutzte der Alte und hielt kurz in seiner Bewegung inne, nur um dann ein Lächeln aufzusetzen und die Tür hinter sich zu schließen. Dabei sah er kurz zur Türklinke, als wolle er ihr einen Moment geben, um sich zu sammeln und die Röte aus ihrem Gesicht zu vertreiben. Was dachte er bloss von ihr? Zu so später Stunde noch bei ihrem Tränkeprofessor herum zu lungern...
„Wie ich sehe, hat dir bereits Mrs. Granger geholfen, Severus?" trällerte Dumbledore und legte dabei dennoch beflissen die Verbände auf einen nahen, flachen Schrank, auf dem einige Bücher gestapelt standen. Dabei stöhnte es kurz und leise unter dem geringen, zusätzlichen Gewicht auf, ehe wieder alles still war.
„I-ich-" begann Hermine, wurde jedoch von Snape unterbrochen, der sich in der Zwischenzeit mit seinem Zauberstab eine neue Robe heran geholt hatte und mit achtsamen Bewegungen einkleidete. „Das geht dich nichts an, alter Mann" knurrte der Tränkemeister und knöpfte mit flinken Fingern den Stoff vor seiner Brust zusammen, seinen Blick aufmerksam auf den Direktor gerichtet. „Außerdem hat sich Granger mir regelrecht aufgezwungen."
Nun war es die Schülerin, die den Schwarzhaarigen unterbrach und dabei wieder Puderrot anlief. „Ich bin bei der Aufsicht zufällig auf den Professor getroffen. Ich konnte ihn ja nicht einfach sich selbst... Überlassen." murmelte sie und fuhr sich dabei verlegen mit der Hand über den linken Arm.
„Von wegen! Ich wäre auch gut ohne Sie ausgekommen, Mrs. Granger. Oder hat ihr Freund Potter bereits mit seinem Helfersyndrom auf Sie abgefärbt?" zischte der ehemalige Slytherin und wollte sich gerade vor der jungen Frau aufbauen, als Dumbledore sie bereits an sich zog und ihr liebevoll über den Kopf streichelte. Ob er geahnt hatte, dass die junge Gryffindor von der Anfeindung des Mannes verletzt worden war? Hermine hätte es später nicht mehr sagen können.

Der Direktor führte die junge Hexe zu einem Sessel in der Ecke, nahe beim Kamin, um sie sachte in das weiche Polster zu drücken und sich in den Gegenüberliegenden zu setzen. Erst jetzt bemerkte Hermine, dass sie von der Aktion mit dem Trank leicht erschöpft worden war und genoss somit die angenehme Wärme und den lieblichen Geruch von Kräutern, der ihr in die Nase stach.
Noch immer fühlte die junge Gryffindor die blauen und schwarzen Augen auf sich gerichtet und hob ihren Blick, nur um sich selbst dabei zu ertappen, wie sie unbewusst in die Flammen des Kamines gesehen hatte. Wieder stieg eine leichte Röte in ihre Wangen, wurde aber von einem Anflug eines Gähnens übermalt und als ob sie von der Wärme und dem Geruch eingelullt wurde, spürte Hermine, dass sie gegen ihren Willen in einen merkwürdigen Schlaf fiel. Nur dunkel würde sich die Hexe an dunkle Schemen daraus erinnern können, die besonderen Eindruck auf sie hinterlassen hatten.

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Als Hermine am nächsten Morgen träge erwachte, konnte sie spüren, dass sie in einem warmen, weichen Bett lag. Es musste wohl ihr eigenes sein, denn sie würde sicherlich keine Nacht bei dem Tränkeprofessor verbracht haben, oder? Doch irgend etwas sagte ihr, dass sie das wohl doch getan hatte.
Erschrocken fuhr die junge Frau im Bett hoch und japste dabei wie ein Fisch nach Sauerstoff. Mit weit aufgerissenen Augen sah sich die Braunhaarige in dem abgedunkelten Zimmer um und nahm nur flüchtig den Geruch von Tannennadeln und Kiefernharz wahr, der überall zu hängen schien.

Die junge Hexe saß in einem großen Himmelbett, dessen Holz in einem dunklen Kirschholz und dessen Baldachin in einem Weinroten Farbton hervor traten. Die Decke auf ihren Beinen war etwas zerknautscht und selbst bei dem spärlichen Licht, das durch die Vorhänge ins Zimmer fiel, konnte sie noch immer das fast schwarze Rot der Decke erkennen.
Neben dem Bett stand je auf einer Seite ein alter Nachtschrank aus dem selben Holz wie das Bett. Auf dem rechten Schränkchen standen diverse Phiolen, einige leer und andere dagegen noch vollkommen unbenutzt, während auf dem Linken lediglich ein paar Kerzen standen. Vermutlich lies der Professor noch vor dem Schlafen gehen, überlegte Hermine und ließ ihren Blick weiter durch das Zimmer schweifen.
Gegenüber von ihr sah sie direkt in einen Spiegel, der an einen Wandschrank befestigt war und dessen hintere Platte sich wohl problemlos hinter die anderen Türen schieben ließ, wenn der Bedarf bestand. Daneben standen diverse Regale, gefüllt mit Büchern über Zaubertränke, Arithmantik und Andere, die die junge Frau auf diese Entfernung nicht einzuschätzen vermochte. Hermine hätte gern einmal nach einem dieser Schätze gelangt, doch wäre sie wohl früher aus der Wohnung geflogen, als sie 'Bücherwurm' hätte schreien können.
Nachdenklich runzelte die Gryffindor ihre Stirn, während sie sich im Spiegelbild betrachtete. Auch ohne genau hinzusehen, wusste sie, dass sie etwas Anderes trug, als ihre Schuluniform und allein dieser Gedankengang veranlasste sie, ihre Hände auf die Wangen zu legen und somit die aufkommende Röte zu bedecken. „Was ist nur passiert?" murmelte Hermine fast so leise, dass es sie wunderte, ob es Zufall war, das der Tränkemeister in eben diesen Augenblick den Raum betrat.
Grimmig hatte Snape seinen Blick zu erst auf die junge Frau gerichtet und war ihren braunen Augen begegnet. Als sie ihn darauf jedoch nur verlegen und ebenso verdutzt anblinzelte, wandte er seine Aufmerksamkeit auf eine Truhe am Ende des Bettes. „Ziehen Sie sich an und kommen Sie ins Wohnzimmer..." knurrte der Tränkemeister, ehe er sich umdrehte und das Zimmer verließ.
Irritiert hob Hermine beide Augenbrauen und sah dem schwarzhaarigen Mann nach. Was sollte das? Er war ihr doch nicht etwa sauer, weil sie auf unerklärliche Weise eingeschlafen... Moment.
Für einen Moment weiteten sich die warmen Augen des Mädchens überrascht, ehe sie sich zu giftigen Schlitzen verengten und Hermine nicht drum rum kam, als nur abfällig zu schnauben. Dumbledore musste sie mit einem unsagbaren Zauber belegt haben, denn ansonsten hätte sie es zumindestens noch in ihre eigenen kleinen vier Wände geschafft und hätte nicht die Nacht in einem fremden Bett verbringen müssen.
Mit etwas mehr Elan als geplant, schwang die Gryffindor ihre Beine über den Bettrand und bemerkte dabei nebenbei, dass sie einen scheinbar verkleinerten Pyjama zu tragen schien. Oder zumindestens eine Hose davon, denn das Oberteil war ein schwarzes Hemd, das ihr eindeutig zu groß erschien.
Systematisch suchte Hermine das Zimmer mit ihren Augen nach dem Zimmer ab. Erst als sie zu der Truhe kamen, erkannte sie das kleine Bündel zusammen gelegter Kleidung, das irgendjemand für sie dort hin gelegt haben musste. Der Jemand, der sie auch umgezogen hatte, wohl gemerkt.
Wieder trieb die Scham ihr die Röte ins Gesicht und mit nur wenigen Schritten erreichte die junge Hexe die Schlafzimmertür, schloss sie sicherheitshalber und lehnte gegen das harte Holz. Snape hatte doch wohl nicht gewagt, sie aus ihren Sachen zu schälen? Oder gar Dumbledore! „Das ist doch wohl nicht wahr!" murmelte die Gryffindor und biss sich leicht auf die Unterlippe. Sie würde die zwei Männer noch danach fragen. Ob Professor oder nicht, das ging einfach zu weit.

~~~xxx~~~

Eine halbe Stunde später fand sich die junge Hexe zwischen Dumbledore und Snape wieder. Sie saß auf einem Sandfarbenen Sofa, der Kerkerboden unter ihren Füßen musste magisch zu Granitähnlichem Gestein geformt worden sein, denn die Struktur wies auffallend darauf hin. Vor ihr stand ein kleiner Tisch auf einem hellen Teppich, auf dem ihr ein paar Toast zubereitet worden waren. Misstrauisch knabberte sie bereits an einem, während sie die Männer beobachtete.
Gerade hatte sie die Beiden gefragt, wieso sie im Bett des Tränkemeisters geschlafen und wie es dazu gekommen war, dass sie plötzlich einen provisorischen Pyjama getragen hatte. Dumbledore lehnte sich in seinem Ohrensessel zurück und nippte genüsslich an einer Tasse Kaffee, während der andere Professor giftig zum Direktor hinüber sah.

„Nun, Mrs. Granger... Ich empfand es für Vorteilhaft, Sie direkt hier zu behalten, da Professor Snape und Ich ohnehin noch mit Ihnen reden wollten" erklärte Dumbledore und funkelte sie über den Rand seiner Kaffeetasse belustigt an. „Magie ist etwas wundervolles, wenn man nicht die Chance hat, ein anderes Geschlecht herbei zu rufen, dass sich um das Umkleiden einer jungen Frau kümmern könnte, nicht wahr?"
Überrascht hob Hermine ihre Augenbrauen, ehe sie begriff, was er damit meinte. „Ich... Entschuldigung." nuschelte sie undeutlich und biss nun herzhafter in das Stück Toast, während ihre Wangen wieder diesen bekannten Rotton annahmen. Tatsächlich hatte sie gar nicht erst in Erwägung gezogen, dass einer von den Professoren die Sache mit seinem Zauberstab erledigt haben könnte. Aber das erklärte noch immer nicht, was sie hier machte. Und vor allem warum sie die Nacht in Snapes Bett verbringen musste.
Der Direktor nippte noch ein paar Mal schweigend an seiner Kaffeetasse, während auch die anderen Anwesenden schwiegen. Erst, als Hermine das letzte Toast hinunter geschlungen hatte, schob sie ihren Teller von sich und nahm stattdessen ein Glas mit Milch gefüllt in die Hand.
„Ich möchte Sie um etwas bitten, Mrs Granger" begann Dumbledore plötzlich, als die junge Frau zum Trinken ansetzen wollte. Irritiert ließ sie das Glas wieder sinken und legte etwas den Kopf schief, während sie ihren Professor mit großen, Rehbraunen Augen ansah.
„Es fällt mir wirklich nicht leicht, Sie das jetzt zu fragen. Verstehen Sie bitte, dass ich gerne einen anderen Weg finden würde, aber leider hat sich mir bisher keiner eröffnet" seufzte der alte Direktor und lehnte sich vor, um seine Tasse abzustellen, ehe er es sich etwas bequemer machte, seine Finger ineinander verschränkte und Hermine aus seinen hellen, blauen Augen ansah. „Würden Sie sich bitte um Professor Snape kümmern?"


Was soll das? Was hat Dumbledore da genau vor? Wird Hermine dem zustimmen? Und was hält Snape von der ganzen Sache?
Mehr davon im nächsten Kapitel ^^~