Eine Entscheidung, die getroffen werden muss

Halluuuu ^^

Wie geht's euch? :)
Ich sollte mir vielleicht abgewöhnen, vor dem Schlafen-gehen zu schreiben. Ich bin eigentlich ziemlich müde, aber zugegeben – Ich kann es mir gerade nicht verkneifen, wieder zu schreiben ^^°

Viel Spaß beim folgenden Kapitel ;)


Keuchend riss die junge Gryffindor die Tür zu ihrem Zimmer auf und ließ sie geräuschvoll zurück ins Schloss fallen. Dass sie dabei Ginny Weasley, die im Auftrag ihrer zwei besten Freunde gefolgt war, die Tür vor der Nase zuschlug interessierte sie nicht. Mit einem letzten Wutschen verschloss Hermine ihr Zimmer endgültig und warf sich mit Schwung auf ihr eigenes, schönes Himmelbett.
Einige Minuten rührte sich die Hexe nicht. Die Ereignisse hatten sich einfach überschlagen und letztendlich hatte sie ja keine Wahl gehabt, oder? Wie sollte man dem Schulleiter überhaupt irgendetwas ausschlagen, wenn er so direkt und unverhohlen Ernst mit seinen blauen Augen herüber starrte?
Hermine holte plötzlich tief Luft und stieß sie mit einem gedämpften Schrei in die Decke unter sich wieder aus. „Das kann doch alles nicht wahr sein! Professor Dumbledore muss einen Witz gemacht haben... Einen ziemlich humorlosen..." murmelte sie leise zu sich und drehte sich auf den Rücken, um anschließend mit der Hand unter den Hemdkragen zu fassen und ein weißgoldenes Kettchen hervor zog, an dessen Ende ein ebenso weißgoldenes Medaillon befestigt war. Sie erkannte darauf die Schlange, die sich um einen Löwen wandte und Hermine hatte das Gefühl, dass das ziemlich genau dem entsprach, was hier ablief.

~~~\kurz zuvor/~~~

Sie musste sich verhört haben. Bereits seit Zehn Minuten saßen die drei Personen wie gehabt auf ihren Plätzen. Dumbledore nippte an seinem Kaffee, Snape funkelte ihn böse an und schien wohl kurz davor zu explodieren, und Hermine starrte von einem zum Anderen, ihr Kinn hing dabei auf ihre Brust hinab.
„Ich soll bitte WAS?" zischte die junge Gryffindor und konnte nicht anders, als bei dem Gedanken ihr Gesicht zu verziehen. Was würden die anderen Beiden sagen, wenn sie wüssten, dass sie, Hermine, sich um den allseitsgehassten Tränkemeister kümmern sollte?
„Ich kann verstehen, dass Sie nicht gerade erfreut darüber sein werden, Miss Granger. Aber verstehen Sie mich bitte." seufzte der Alte und umklammerte seine Tasse Kaffee mit beiden Händen, während seine langen Finger sogar einander berührten. „Ich würde nicht behaupten, das es alltäglich ist, dass Professor Snape völlig verletzt ins Schloss zurück kehrt. Doch Voldemort scheint ein gewisses... Vergnügen entwickelt zu haben, was das regelmässige Foltern seiner Anhänger betrifft.
Wie Sie sicherlich bemerkt haben, Miss Granger, weigert sich der Professor strickt dagegen, sich problemlos behandeln zu lassen. Madame Pomfrey hat regelmässig einen Kampf mit ihm zu führen, sollte er sich doch in ihre Obhut begeben müssen. Sie allerdings..." Dumbledore hielt einen Moment inne und betrachtete seine Schülerin kurz eingehend, als ob er erneut eine Bestätigung für sein Handeln suchte.
„Ich würde Sie gerne bitten, sich um Professor Snape zu kümmern, sobald er ihre Hilfe verlangt, Miss Granger. Im Gegensatz zu Madame Pomfrey scheint er Sie halbwegs an sich heran zu lassen." seufzte der Alte erschöpft und warf dabei einen tadelnden Blick zum Tränkeprofessor, der jedoch nur genervt schnaubte und seinen Blick abwandte. Dass er nicht damit einverstanden war, stand ihm wie ein offenes Buch auf die Stirn geschrieben.
„Aber ich habe doch weder praktische Erfahrung mit der Wundenversorgung, noch eine Ahnung von den richtigen Zusammensetzungen, geschweige denn der Anwendung der Tränke und Salben. Ich glaube nicht, dass es..." stammelte Hermine und war offensichtlich mit der Situation etwas überfordert. Natürlich hatte sie nicht vor, wie ihre Freunde, Aurorin zu werden, sondern den medizinischen Weg einzuschlagen. Doch zwischen der ersten Behandlung und dem Jetzt und Hier lagen gewöhnlich noch einige Jahre an Ausbildung.
„Professor Snape und Madame Pomfrey werden Sie ausbilden." unterbrach Dumbledore sie aprubt und die junge Gryffindor starrte den Schulleiter mit großen Augen an. Was sollte das hier? „Wie ich Sie kenne, Miss Granger, werden Sie ohnehin weniger Probleme mit den Abschlussprüfungen haben. Also wird sich Ihr Professor hier mit Ihnen in der Freizeit zusammen setzen und Heiltränke und -salben üben, während Sie sich von Madame Pomfrey in die Wundenbehandlung und allem Anderen unterweisen lassen."
Wieder stand ihr der Mund offen und Hermine starrte ihr Gegenüber einen Moment sprachlos an. Sie konnte nicht glauben, was man ihr hier sagte. Das klang, als ob sie ihre Ausbildung praktisch sofort beginnen durfte. Hier. An einem vertrauten Ort und mit, nun halbwegs vertrauten Personen.
„W-wird das hier dann auch vor der Ärztekammer angenommen?" murmelte die junge Frau heiser und hoffte immer noch, dass ihr Schulleiter aufspringen würde, um ihr zu sagen, dass das alles nur ein Scherz war. Denn was Anderes konnte es ja wohl schlecht sein, oder?
„Das wird kein Problem sein. Sowohl Madame Pomfrey, Professor Snape und Ich werden einige Schreiben verfassen, in denen wir ihre Leistungen empfehlen und uns das 'Okay' geben lassen." Kam es ihr nur so vor, oder hatte Dumbledore genug Zeit besessen, um all das hier zu planen? Hatte er etwa deshalb darauf bestanden, dass sie die Nacht in Snapes Gemächer verbrachte, um sie im Auge zu behalten?
Hermine riskierte einen vorsichtigen Blick zu ihrem Tränkemeister und zuckte erschrocken zusammen, als sie seinen onyxfarbenen Augen begegnete. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass er sie angesehen hatte. „Sind Sie denn damit einverstanden, Professor...?" fragte die junge Gryffindor langsam und schluckte kaum merklich hart.
„Sie sind besser als Madame Pomfrey. Mir bleibt also nichts Anderes übrig." knurrte Snape grimmig und es war offensichtlich, dass Dumbledore wohl so lange auf ihn eingeredet haben musste, bis er nachgegeben hatte und sich seinem unumgänglichen Schicksal ergab.

„Gut" summte der Alte erfreut und klatschte dabei sachte in seine alten Hände, nachdem er seine Tasse geleert und auf den Tisch zurück stellte. „Wenn das dann geklärt wäre, würde ich Sie bitten, Miss Granger, das hier anzunehmen." Der Schulleiter beugte sich ein Stück zu ihr, griff dabei in seinen Umhang und hielt ihr anschließend ein kleines Kästchen entgegen.
Allein die Holzmaserung des Kästchens schien einzigartig zu sein. Als ob man es manipuliert hatte, so zu wachsen. Hermines Augen folgten den Linien, während ihre Finger die metallernen Kanten betastete, welche blumenförmige Verzierungen aufwiesen. Als sie den Deckel hob, bemerkte sie blutrotes Satin, das ihr dunkel entgegen schimmerte, während sich darauf eine weißgoldene Kette mit passendem Medaillon abhob.
„D-das kann ich doch nicht annehmen, Professor!" raunte Hermine und sah von ihrem Geschenk auf. Ihre Wangen hatten wieder den üblichen Rotton angenommen und verwirrt öffnete sie ihren Mund erneut, schloss ihn aber kurz darauf wieder, unschlüssig, was sie sagen sollte.
„Das ist weniger ein Geschenk, als ein notwendiges Übel, Miss Granger" knurrte der Tränkemeister plötzlich von der Seite her und sie zuckte dabei überrascht zusammen. Dass er sich jetzt zu Wort melden würde, hatte sie nicht erwartet. „Sollte ich ausdrücklich nach Ihnen verlangen, wird das Medaillon darauf reagieren und Sie haben dem Folge zu leisten."
Überrascht hob die junge Frau beide Augenbrauen und warf erneut einen Blick auf das Schmuckstück hinunter. Erst jetzt bemerkte sie die hauchdünnen Gravuren auf der Oberfläche und die Tatsache, dass in der Mitte ein feiner Stein in einem intensiven ultramarinblauen Ton gesetzt worden war. Hermine wusste aus Büchern und ebenfalls durch eine im Urlaub gemachte Tour, dass der darin befindliche Stein ein Lapis Lazuli sein musste. Auf der anderen Seite bemerkte sie die Verzierung einer Schlange und einem Löwen, ging jedoch nicht weiter darauf ein.
„Nun, Miss Granger...?" summte der Schulleiter und betrachtete seine Schülerin dabei aufmerksam. Offenbar schien er eine Antwort auf seine halbgestellte Frage haben zu wollen.
„Darf ich mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen, Professor?" fragte Hermine seufzend, aber ebenso aufrichtig, denn sie hatte nicht vor, eine solche Entscheidung mal eben zu fällen. Sowohl ihr zukünftiger Beruf, als auch ihr nächstes, folgendes Leben würde danach bestimmt werden, nicht wahr?
Mit einem Nicken gab der alte Mann zu verstehen, dass er ihr die Zeit geben würde, die sie brauchte. Dennoch schien er darauf zu bestehen, dass sie bereits das Medaillon umlegen sollte, falls es die Zeit selbst nicht erlauben würde, auf irgendeine Entscheidung zu warten.
Als Hermine die Kette aus dem Kästchen hob, spürte sie das leichte Gewicht, dass von dem Anhänger auszugehen schien. Ihre Finger waren leicht nervös, denn es kam ihr vor, selbst ohne ein Wort der Zustimmung beging sie gerade einen ungesehenen Schritt in eine Richtung, die ihr noch nicht so ganz gefallen wollte. Immer wieder rutschte ihr die kleine Öse der Kette aus den Fingern und letztlich seufzte sie ergebend, nur um hilfesuchend umher zu sehen.
Dumbledore hatte die Augen geschlossen und genoss scheinbar seinen kleinen Erfolg, den er heute erzielt hatte, wenn Hermine sich auch noch nicht ganz klar war, wohin die Fahrt gehen sollte. Snape dagegen hatte sie aufmerksam, aber abwertend beobachtet, erhob sich nun von seinem Platz und stellte sich hinter sie.
„Geben Sie schon her~" zischte er genervt, nahm ihr die Enden der Kette aus den Händen und wies sie mit einem Brummen darauf hin, ihr Haar aus dem Nacken zu nehmen. Die folgenden Sekunden vergingen wie in Zeitlupe, so schien es der jungen Gryffindor.
Während die Kette etwas hin und her zuckte, spürte sie, wie nah das Gesicht des Tränkemeisters ihrem Genick gekommen war. Sie konnte deutlich seinen heißen Atem auf ihrer Haut spüren, den Schauer, der darauf durch ihren Körper jagte und letztlich, wie die beiden Enden zu einem Ganzen zusammen geführt worden waren.
„Danke schön" murmelte die Hexe und ließ ihr Haar wieder los. Sofort umrahmte es wieder ihr Gesicht wie ein Gemälde von einem verzierten Rahmen verziert worden wäre.
Snape murrte erneut leise, ehe er zurück trat und sich zur Haustür wandte. „Wenn Sie nun bitte gehen würden, Miss Granger? Ihre kleinen Freunde suchen Sie sicherlich bereits schon..." knurrte der Schwarzhaarige und legte seine elegante Hand auf den Türgriff, darauf wartend, dass sich die Schülerin bewegte.
„Ja, natürlich" Hermine erhob sich von ihrem Platz, bemerkte dabei ihre Tasche, die neben der Couch lag und hob sie in ihre Arme, nur um sich noch einmal zum Schulleiter zu drehen. „Einen schönen Tag noch, Sir~" summte sie, ging an dem Tränkemeister vorbei und bemerkte dabei, wie seine schwarzen Augen ihr folgten. Als ob er darauf achtete, dass sie komplett aus seinen Gemächern verschwand und nichts zurück ließ.

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„Wo warst du die ganze Nacht, 'Mine?" wollte Ron beim Mittagessen wissen und funkelte seine Freundin dabei grimmig an. Seit dem Hermine am Morgen ohne ein Wort an ihnen vorbei gerauscht war und auch seiner Schwester nichts verraten hatte, war die junge Hexe auch nicht mehr aus dem Zimmer gekommen. Nun aber saßen die Schüler in der Großen Halle und sie konnte sich ja nicht für immer in ihr Zimmer sperren, nicht wahr?
„Ich bin auf dem Astronomieturm eingeschlafen" summte sie und schob sich etwas von der Gemüselasagne in den Mund, um vielleicht vorerst einmal den Mund zu halten. Dabei spürte sie die misstrauischen Blicke ihrer Mitschüler und verdrehte leicht die Augen.
„Komisch, wir haben dich dort oben heute Morgen gar nicht gefunden. Stimmts Harry?" knurrte der Weasley und vergass dabei vollkommen sein Essen. Von der Seite kam nur ein zustimmendes Gesumme, denn der Potterjunge schien mehr mit der Schwester des Anklägers beschäftigt zu sein, als sich groß Gedanken um Hermines Verschwinden zu machen. „Oder hast du etwa einen Freund? Warst du bei ihm? Wir sind deine Freunde, Hermine, also sag es schon!"

Genervt schnaubte Hermine aus und schluckte den Inhalt ihres Mundes herunter, ehe sie Ron giftig ansah. „Ich glaube kaum, dass es dich zu interessieren hat, wo und wann ich wo war, Ronald. Und nur weil wir vor einem Jahr mal miteinander gegangen sind, heißt es nicht, dass du über den kompletten Werdegang meines folgenden Lebens bescheid wissen musst!" zischte die Braunhaarige und für einen Moment schien es, als ob sie ihren Sieg errungen hatte. Doch falsch gedacht.
„Ich dachte, wir wären Freunde geblieben und jetzt so etwas? Oder bist du dich bei Myrthe ausheulen gewesen, nur weil ich nicht mehr für dich zu haben bin?" spottete der Rotschopf und kasierte dafür einen unsanften Hieb in die Seite. Ginny hatte ihr Gespräch mit Harry unterbrochen, um dem Streit mit ihrem Bruder zu lauschen und ihn für seine Worte zu bestrafen.
„Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass ich Eifersüchtig auf dich bin, oder?" lachte Hermine auf und doch klang es nicht wirklich belustigt. Viel mehr schien es, als ob die junge Hexe nun dabei war, sich über den Rotschopf lustig zu machen.

„Ronald, du solltest nicht vergessen, dass Ich die jenige war, die mit dir Schluss gemacht hat. Außerdem hatten wir das Thema doch schon vor einer Weile – Wenn ich auf jemanden eifersüchtig wäre, dessen Hirn so groß ist wie eine deiner Sommersprossen und dabei nur 'RonRon' von sich gibt, dann müsste ich bereits einige tausend Klatscher an den Kopf bekommen haben." zischte sie, schob ihren Teller von sich und stand auf. „Wenn ihr mich entschuldigt...?" Mit diesen Worten und ihrer Tasche im Arm rauschte sie aus der Großen Halle, bemerkte aber nicht, wie ihr diverse schwarze Augenpaare folgten.


Holla ^^" Da hatte sich ja jemand in den Haaren Oo
Wird Hermine wohl ja sagen? Sicherlich, nicht wahr? Aber wie geht es dann weiter? Wie wird Madame Pomfrey wohl reagieren, wenn Hermine bei ihr auf der Matte steht, um sich von ihr das Medizin-Handwerk beibringen zu lassen?
Dazu mehr im nächsten Kapitel ^^

Noch eine kleine Erklärung zu dem Steinchen findet ihr bei Wikipedia unter Gesteine