Zärtlichkeiten zum Frühstück

Na dann kommen wir mal zum nächsten Kapitel ^^
Was mich mal interessieren würde, wäre ja, was ihr so von der Story erwartet ^^ Also es ist ja schon einiges geschehen (naja, gut xD In 5 Kapiteln ist das eigentlich n 'Halbwegs') und ich hatte mir überlegt, vielleicht habt ihr ja irgendwelche interessanten Vorstellungen, was so während der Blindheitsphase von Snape passiert ;) Oder wie würden wohl Harry und Ron reagieren, wenn sie von der Sache mit Hermine und Snape wüssten? ^^

So, genug geschwafelt XD
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel ^^


Die Sonne schien bereits warm in das Zimmer und schob sich leise durch eine Lücke im Vorhang, um sanft über die Wange der jungen Hexe zu streicheln.

Sie hatte nicht bemerkt, wann sie eingeschlafen war und auch nicht, wieso sie mitten mit dem Kopf auf dem Krankenbett des Professoren gelegen hatte, doch das war auch gar nicht so wichtig.
Als Hermine aus ihrem viel zu schönen Traum erwachte, zuckte sie leicht erschrocken zusammen, behielt aber ihre braunen Augen jedoch geschlossen. Nicht, dass sie sie nicht gewöhnlich sofort aufgerissen hätte, doch irgend etwas tief in ihr sagte ihr, sie solle abwarten.
Sie spürte, wie tastende Fingerspitzen über ihre Kopfhaut glitten, die seidenen Locken zwischen die Spitzen nahmen und erfühlten. Eigentlich hatte sie nicht erwartet, dass der Professor so schnell erwachen würde. Und schon gar nicht, dass er so sanft sein würde, kurz nachdem er bemerkt haben musste, nichts mehr zu sehen.
Die Finger glitten tiefer, striffen ihr Ohr und verursachten dabei eine zarte Gänsehaut, die sich über ihren ganzen Körper zog. Noch nie hatte Hermine so eine Vorsicht gespürt, wenn jemand sie berührt hatte. Nicht einmal Ron hatte es für nötig gehalten, sanft und liebevoll zu sein. Doch das hier war einfach Atemberaubend.
Mit einer zärtlichen Hartnäckigkeit führten die Suchenden ihren Weg fort und schienen fast liebkosend über ihre Schläfe hin zur Augenbraue zu gleiten, nur um dann vorsichtig über eines der Augenlider zu streichen. Offenbar schien Snape nicht zu wissen, wer neben ihm am Bett saß – oder seines Erachtens schlief – denn sonst hätte er wohl eher unsanft losgezischt. Jedenfalls vermutete Hermine das, während sie versuchte den weiteren Weg der Finger vorraus zu ahnen.
Sie selbst spürte nicht, wie kribbelig ihr Körper durch diese Berührungen wurde. Nur, als der Tränkemeister vorsichtig mit seinen Fingerspitzen über ihre Wangen und ihre Nase glitt, bemerkte die junge Gryffindor ihre Nervosität durch das gedämpfte, zittrige Einatmen. Und auch, als sie ihn auf ihren Lippen fühlte, wie er sie entlang strich und jeden noch so kleinen Milimeter dabei in sich aufsog. Ihr schien, als wolle Snape mit seinen Fingern ein Bild nachziehen, um es in seinem Kopf wieder zu erstellen und in etwa zu erahnen, wer ihm dort Gesellschaft leistete.
Gerade hatte Hermine das Verlangen sich über die Lippen zu lecken und an der eben berührten zu knabbern, als sie sich eines Besseren besann. Schließlich hatte sie keine große Lust sich vom Professor anzischen zu lassen, nur weil sie seine Berührungen genossen hatte... Konnte man das so nennen? Genossen? Ein neuerliches Schaudern durchlief den jungen Körper der Gryffindor und sie nutzte das leise Stöhnen, um ein Erwachen vorzutäuschen.
Sofort zuckte die Hand des Tränkemeisters zurück und legte sich unscheinbar zurück auf den Bauch, auf dem sie eigentlich die ganze Nacht ebenfalls gelegen hatte. Hermine nutzte den Moment und gähnte herzhaft, drückte ihren Rücken durch und rieb sich die Augen. „Professor, sind Sie wach...?" murmelte sie schläfrig und war selbst erstaunt, wie gut sie das konnte. Ob es daran lag, dass sie bei Ron die halbe Nacht nie schlafen konnte und im endeffekt vorgab, es getan zu haben? Hauptsache es hatte sich endlich ausgezahlt.
Ein Brummen vom Älteren sagte ihr, dass er wohl noch nicht bereit war, etwas zu sagen. Tatsächlich hatte sie ihn ja bereits zuvor erlebt, während er seinen Kaffee getrunken und geschwiegen hatte. Sie ging davon aus, dass er zu der Sorte Mensch gehörte, die ohne Kaffee nicht einmal einen Schritt aus ihrer Wohnung machen würden. Doch ins einem derzeitigen Zustand war es wohl ziemlich unmöglich dieses heiße, braune Getränk zu sich zu nehmen.
„Haben Sie Schmerzen? Soll ich Madame Pomfrey holen?" wollte die junge Hexe und angehende Medihexe wissen, während sie sich von ihrem Stuhl erhob und sich stattdessen auf dem Bettrand niederließ, wo noch wenige Minuten zuvor ihr Kopf gelegen hatte. Dass der Patient darauf mit einem leichten Verziehen der Mundwinkel reagierte, interessierte sie kaum, denn schließlich wollte sie ja irgendwann einmal eine hervorragende Krankenschwester werden.
„Nein" knurrte Snape heiser und tatsächlich war sich Hermine ziemlich sicher, dass er damit die Frage meinte, die sie zuletzt gestellt hatte. Seine eher stockende Atmung verriet ihr nämlich sehr genau, dass er Schmerzen hatte und sie ahnte, dass das auch eine Weile noch so sein würde.

Die haselnussbraunen Augen musterten zu erst den Schwarzhaarigen, ehe sie sich auf mehrere Flaschen auf dem Nachttisch richteten. Vermutlich hatte die Krankenschwester gewusst, dass Snape sich sträuben würde, sich von ihr behandeln zu lassen und hatte gut beschriftete Phiolen bereit gestellt, dazu ein kleiner Zettel, was er wann zu nehmen hatte.
„Sie werden jetzt ein paar Tränke zu sich nehmen, Sir. Andernfalls wird es wohl passieren, dass Sie vorerst nicht mehr gut schlafen können, befürchte ich." seufzte Hermine und griff zu einer kleineren Phiole, die der Professor zu Erst zu nehmen hatte. Mit unruhigen Fingern entkorkte sie das kleine Fläschchen und bemerkte, dass ihr Lehrer wenige Anstalten machte, danach zu greifen. Da er jedoch genau wusste, dass er sie ständig verfehlen würde, hielt er inne und wartete, dass seine Schülerin das Nötige tat.
Die junge Hexe legte achtsam das Fläschchen in die zittrige und geschwächte Hand ihres Tränkemeisters, der sie noch zuvor damit berührt hatte und sah, dass er seine Finger vorsichtig darum schloss. Erst jetzt bemerkte die Gryffindor, dass die Flüssigkeit darin einen tiefen Rotton hatte und entfernter an Blut oder Wein erinnerte.

Das mochte wohl an der Wirkung selbst liegen, überlegte Hermine und runzelte dabei die Stirn, ihren Blick auf die Lippen geheftet, die den Inhalt der Phiole in die dunkle, feuchte Höhle des Mundes ließen und anschließend von einer dunkelrosanen Zunge befeuchtet wurden.
Snape schien zu wissen, dass sie ihn anstarrte, denn als er ihr das kleine Fläschchen entgegen hielt, verzog er leicht seine Mundwinkel und brummte ein „Nehmen Sie schon und starren Sie nicht in der Gegend umher". Erschrocken nahm sie schnell das Gefäß an, packte es zu den Anderen, die noch voll waren und entkorkte auch diese, bis schlussendlich alle leer waren.

Eine halbe Stunde verging so also in Schweigen und einen Moment lang war sich Hermine sicher, dass Snape eingeschlafen sein musste, als er dann doch ein unwirrsches Knurren von sich gab und anschließend versuchte sich aufzusetzen. „Professor Snape, ich glaube, Sie sollten noch liegen bleiben." murmelte die junge Frau und legte ihm dabei sachte eine Hand gegen die Brust. Das, was danach geschah, brannte sich in das Gedächnis der Gryffindor so hart ein, dass sie sich sicher war, es ein Leben lang in Erinnerung zu behalten.
Kaum hatte sie ihre Hand auf die warme, nackte Haut ihres Professoren gelegt, war es, als ob sie in ihn hinein gesaugt werden würde. Selbst mit weit geöffneten Augen konnte sie nicht mehr als den Anderen erkennen und fühlte dabei den Schlag seines Herzens, so kräftig und lebendig, dass es sie schier aus der Bahn geworfen hatte...

„Professor Snape, Sie sind ja schon wach~"
Es war die Stimme der Krankenschwester, die Hermine aus ihrem Zustand völligen Vergessens heraus gerissen hatte. Noch immer saß sie auf dem Bettrand und hatte die Hand auf der nackten Haut ihres Lehrmeisters, dem es aber nicht anders als sie ergangen sein musste, denn er lag wieder auf dem Rücken und machte keinerlei Anstalten sich zu rühren. Was war das eben nur gewesen? War das etwa eine Art von Zauber gewesen, verursacht durch den Willen selbst? Oder vielleicht war es ja ein Zauber, den die Todesser auf ihn gelegt hatten? Die junge Hexe wusste es nicht zu sagen, doch ahnte sie, dass sie sich in ihm verloren hätte, wären seine Augen nicht verbunden gewesen.
Sich leise räuspernd erhob sich Hermine von ihrem Platz und nahm dabei ihre Hand von Snapes Haut, nur um sie zu einer leichten Faust zu ballen und sich an die Krankenschwester zu wenden. „Er hat seine Tränke problemlos genommen, Madame Pomfrey" erklärte sie ihr und deutete auf die leere Ansammlung von Fläschchen und Flaschen.
„Also hatte Professor Dumbledore wohl doch Recht. Es erstaunt mich, dass Sie so leichtes Spiel mit diesem Mann haben, Miss Granger" gluckste die Medihexe, schwang dabei ihren Zauberstab und ließ die Flaschen sich selbst reinigen, nur um sie in ihr Nebenzimmer fliegen zu lassen und in die Schränke zu sortieren – Hermine immer dicht hinter ihr.
„Tatsächlich habe ich keine Ahnung, warum das so ist..." gestand sie kleinlaut und lehnte sich sachte gegen einen Pult, der mitten im Raum stand und auf dem dutzende Akten verteilt lagen. Offenbar hatte auch die Medihexe ihre Nacht auf der Krankenstation verbracht, denn ein frisch gebrühter Kaffee stand auf einem kleinen, wackeligen Tisch, der gut zu dem Stuhl des sprechenden Hutes gepasst hätte. Vielleicht gehörte er ja sogar dazu.
Ein leises Lachen war plötzlich von Madame Pomfrey zu hören, als diese sich zur Schülerin umdrehte und angrinste. „Vielleicht hat er ja einen besonderen Narren an Ihnen gefressen, Miss Granger. Sie sind Intelligent, Sprachgewandt und haben mit Potter zusammen einen gewissen Hang für den Regelbruch – alles Eigenschaften, die ein Slytherin zu schätzen weiß." lächelte die Medihexe und ging zum zuvor erwähnten Tisch, nur um ihre Kaffeetasse an sich zu reißen und einen tiefen Schluck daraus zu nehmen.
Sie wusste gerade nicht, ob sie sich darüber freuen, oder beleidigt sein sollte – Hermine war noch zu sehr verwirrt, um eindeutiges darüber sagen zu können. Schließlich würde jeder ihrer Freunde sagen, dass es eine Beleidigung wäre, wenn man mit einem Slytherin verglichen worden wäre und auch, dass die Sache mit Snape zu tun hatte. Aber im Gegensatz zu Harry und Ron besaß sie die Weitsicht, um zu wissen, dass der Professor ebenso ein Mensch war und auch durchaus seine Gründe hatte. Vor allem in Bezug auf Harry war sich die junge Gryffindor da ziemlich sicher.
„Sagen Sie, Miss Granger" begann die Krankenschwester dann von neuem und sah über ihre Kaffeetasse hinweg zu ihrer Auszubildenden. „Wann haben Sie denn vor, mit dem Studium zu beginnen? Ich persönlich würde Ihnen ja vorschlagen, noch so früh wie möglich damit zu beginnen – ich selbst bin nicht mehr die Jüngste und vor allem in Zeiten wie diese sollte man die Zeit wohl so gut wie möglich nutzen, nicht wahr?"
Hermine gab ein stummes Nicken von sich und spürte, wie ihre Hände zu kribbeln begannen. Das taten sie oft, wenn die junge Frau ihr neues Wissen praktisch vor Augen hatte und es doch noch nicht berühren durfte. Vermutlich hätte sie noch am Liebsten mitten in der Nacht begonnen, doch natürlich wusste sie ja, dass das nicht möglich war.
„Gut. Dann gebe ich Ihnen am Besten sofort einige Bücher. Sie werden sich am Besten noch heute darin einlesen und einige Notizen anfertigen, so dass ich sehen kann, dass Sie auch alles verstehen und vielleicht sogar Eigenstudien in Angriff nehmen können, falls ich oder der Professor nicht zu gegen sein können." erklärte Madame Pomfrey und nahm einen letzten großen Schluck aus der Tasse, stellte sie beseite und wandte sich einem ordentlichen Regal zu.
Die Bücher, die darin enthalten waren, deuteten schon allein von ihren Titeln auf rein Medizinische Lektüre und würden ihr einiges an Freude bereiten. Sie würde nicht wie ihre Freunde mit offenem Mund und leeren Augen davor sitzen und darauf achten müssen, dass ihr Speichel nicht die Buchseiten verdreckte. Eine Sache, die sie bei Ron schon mehrmals beobachten durfte.

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Mit einem Knarren schwang die fette Dame in ihrem Rosakleid beiseite und ließ den Weg in die Gemeinschaftsräume frei, als Hermine, beladen mit Büchern und in ihrem Morgenmantel zur Mittagsstunde den Gang entlang lief. Sie spürte die Blicke der Mitschüler auf sich, die munter in Sesseln saßen und noch eben mit einander geplaudert hatten. Sie schien nicht erwartet worden zu sein. Schon gar nicht in einem solchen Aufzug.
„Hermine, wo warst du?" konnte sie ihren besten Freund hören, als dieser an sie heran getreten war. Als die junge Hexe mit ihrem braunen Auge durch ein Guckloch sah, erkannte sie die Blitzförmige Narve und die dunklen Brauen, die dadrunter lagen und zusammen gezogen waren. Offenbar hatte er sich um sie gesorgt, seit dem sie am Vortag einfach verschwunden war.
„Ich habe mir von Madame Pomfrey ein wenig Lektüre besorgt. Du weißt schon – für meine Ausbildung als Medihexe." seufzte die Gryffindor und drehte sich zurück in die alte Richtung, visierte einen Tisch an und ließ darauf scheppernd die Bücher fallen. Es kam ihr vor, als ob ihre Arme bereits auf dem Boden schleifen würden.
„Jetzt schon? Aber das ist doch noch so lange hin." stutzte Harry und war ihr gefolgt, während seine grünen Augen misstrauisch über die Bücher glitten. „Ich mein, wir haben noch über einen Monat, bis wir Hogwarts verlassen und dann sind da noch die Ferien. Meinst du nicht, dass du das alles ein wenig... Übereilst?"
Ohne, dass sie es sonderlich beeinflussen konnte, hoben sich die Augenbrauen der jungen Frau und sie sah ihren Freund einen ganzen Augenblick lang an, nur um dann ein abfälliges Schnauben von sich zu geben. „Harry, das Thema hatten wir schon tausende Mal, das weißt du, nicht wahr?" zischte die junge Gryffindor und war sich nicht bewusst, wie sehr diese Angewohnheit dem derzeitigen Patienten im Krankenflügel ähnelte. „Außerdem..."
Vorsichtig warf die junge Hexe einen Blick um sich und stellte fest, dass sie unbekümmert reden konnte. Dennoch lehnte sie sich ein Stück nach vorn und überbrückte die offensichtliche Distanz zwischen Mund und Ohr in wenigen Augenblicken. „Ich werde Hogwarts nicht verlassen, Harry."
Sie sah, wie schockiert er sie ansah und musste sich dieses Mal ein Lachen verkneifen. Er war wohl doch schockierter, als sie es geahnt hätte. „Du bleibst sitzen?" stammelte er und nun musste Hermine tatsächlich los lachen. „Um gottes Willen, Harry! Ich bleibe doch nicht sitzen. Du müsstest mich gut genug kennen, um das Gegenteil zu wissen." lachte die junge Frau und schüttelte etwas den Kopf, während sie versuchte sich wieder etwas zu beruhigen.
„Nein. Ich werde meine Ausbildung zur Medihexe an Hogwarts machen. Professor Snape und Madame Pomfrey haben sich bereit erklärt, mich auszubilden." Und wieder ein Schock für den 17 Jährigen Potter, der dazu bestimmt war, die Menschheit zu retten. Innerlich vermutete Hermine, dass er einem Herzinfarkt ziemlich nahe stand, ein Grund mehr, darüber nun die Augen zu verdrehen.
„Du bleibst freiwillig hier? Und dann auch noch bei Snape?" schnappte Harry und sah dabei aus wie ein Fisch auf dem Trockenen. Er wusste ja noch nicht die beste Nachricht – jedenfalls wenn man es aus einer komplett verquerten Sichtweise nahm. Doch das würde Hermine ihm wohl ersparen – einen zweiten Patienten auf der Krankenstation würde ihre Ausbildende wohl doch leicht übel nehmen.

„Nun hab dich mal nicht so, Harry. Es ist ja nicht so, als ob eine Welt untergeht... Und du weißt genau, dass wir heutzutage gute Medihexen und -zauberer brauchen. Da wäre es nur falsch, meine Zeit nicht sinnvoll zu nutzen und bereits mit der Ausbildung zu beginnen. Und das hier ist halt die beste Chance." Um das Gespräch endlich zu beenden, hob die junge Hexe erneut ihren Bücherstapel vom Tisch.

„Wenn du mich entschuldigen würdest? Ich habe noch etwas zu erledigen." Mit diesen Worten verschwand sie die Treppe zum Mädchensaal hinauf, wohlwissend, dass ihr bester Freund ihr leicht besorgt nachsah und es wohl auch bald Ron erfahren würde.