Zerbrochenes Glas
Es war zu dunkel im Zimmer, um irgend etwas erkennen zu können. Doch das war eigentlich auch nicht nötig. Hermine konnte ganz genau fühlen, was hier vor sich ging. Und das war etwas, das hier ganz und gar nicht gefallen wollte.
Ihr Gesicht heiß und gerötet, war leicht verzogen und wenn sie gekonnt hätte, hätte sie wohl gerade los gebrüllt. Doch in ihrem Hals war ein dicker Kloß und sie wusste weder vor, noch zurück. In ihrer Situation ohnehin eher unmöglich. Denn sie lag mitten auf dem Bett des Tränkemeisters und spürte sein Gewicht mehr als deutlich auf sich, während ihr Kopf unangenehm schmerzte. Wie war sie nur in eine solche Situation geraten?
~~~xxx wenige Stunden zuvor xxx~~~
Es waren bereits einige Tage seit dem Gespräch mit Ginny vergangen und Hermine hatte letztlich ihre Sachen komplett gepackt und war mit ihnen durch die Gänge zur Wohnung des Professoren gegangen. Zum Glück befanden sich die meisten Schüler auf dem Schulgelände und genossen die Sonne, die ihre wärmenden Sonnenstrahlen zur Erde schickte, weshalb die junge Hexe ziemlich freie Bahn hatte.
Als sie in die Gemächer Snapes trat, war dieser bereits wieder in seinem Büro und die Gryffindor schien von Dumbledore erwartet worden zu sein, denn er strahlte ihr vom Sofa her entgegen. „Miss Granger" trällerte er und erhob sich, um ihr bei den Koffern zu helfen und in einer Ecke zu verstauen. Nicht, dass der erblindete Tränkemeister vielleicht darüber fiel, wenn er ihnen doch Gesellschaft leisten wollte.
„Professor Dumbledore... Danke schön." seufzte Hermine erschöpft und ließ sich auf einem der Sessel nieder, neben dem ein Stapel Bücher aufgereiht stand und nur darauf wartete, von ihr weiter gelesen zu werden.
„Keine Ursache..." Der Alte setzte sich ihr gegenüber wieder auf das Sofa. „Severus hat mir erzählt, dass Sie zu ihm in die Gemächer ziehen wollen. Meinen Sie nicht, dass das etwas verfrüht ist?" wollte er wissen und zauberte ihr und sich selbst einen Tee herbei. Seinen Eigenen nahm er sofort zwischen die langen, alten Finger und nippte daran.
„Verfrüht?" Die Hexe stutzte und hob dabei eine Augenbraue. Sie wusste nicht, was der Schulleiter jetzt damit meinen wollte, aber irgendwie hatte sie das Gefühl, dass das weniger der eigentlichen Tatsache entsprach.
„Nun..." Dumbledore setzte seine Tasse auf den kleinen Tisch vor sich ab und lehnte sich zurück, um die junge Frau über seine Halbmondbrille hinweg direkt anzusehen. „Ich hatte eigentlich gehofft, Sie würden erst nach dem offiziellen Abschluß hier herunter ziehen. Dass Sie so früh den Weg hier her gefunden haben, hat mich wirklich sehr überrascht."
Aus irgendeinem Grund wurde das Mädchen rot und starrte den Alten mit großen Augen an. „Naja... Also ich hatte mir überlegt, dass Professor Snape sicherlich anfänglich einige Hilfe benötigen wird, was das Einleben und das Zurechtfinden angeht. Außerdem ist es vielleicht gar nicht mal so schlecht, früher mit dem Studium der Zaubertränke und Heilmedica zu beginnen." stammelte sie und strich sich nervös eine braune, lockige Haarsträhne hinter ihr Ohr, wohl darauf bedacht, nicht direkt in die wahrheitlesenden Augen des Professors zu sehen. Doch zu spät.
„Sie haben Stress mit Harry und Ronald, vermute ich?" summte der Schulleiter und legte dabei beflissen seine Fingerspitzen aneinander, wie er es immer tat, wenn er überlegen wirken wollte. Und es gewöhnlich auch war.
„Woher...?" Überrascht hob Hermine ihren Blick und wagte es nun, ihren alten... Freund(?) genau anzusehen. Doch dieser erwiderte nicht viel darauf und beugte sich wieder zu seinem Tee, der ausgesprochen gut nach Bratapfel und Zimt roch. Ihren Eigenen hatte sie bis jetzt gar nicht angerührt.
„Haben Sie vor, ewig auf dem Sofa zu nächtigen, Miss Granger?" wollte Dumbledore interessiert wissen und die junge Gryffindor wurde das Gefühl nicht los, dass er irgendein Ziel verfolgte. Aber direkt danach fragen wollte sie ihn auch nicht.
Um sich etwas Zeit bei der Antwort zu lassen, hob Hermine ihren Tee nun in ihre Hände und bemerkte erstaunt, dass ihr Tee einen angenehmen Geruch von wilder Minze besaß und ihr sicherlich eine angenehmere Nacht als in der letzten Zeit verschaffen würde. So waren derartige Träume mit ihrem Tränkeprofessor immer häufiger und intensiver geworden und führten oft sogar dazu, dass sie erst nach dem... Nun... Akt erwachte.
„Mir bleibt nichts Anderes übrig, nicht wahr? Schließlich benötigt Professor Snape sein Zimmer für sich und ich hatte ihn ja darum gebeten, hier zu wohnen." seufzte sie und führte sich den Tee an die Lippen, nippte daran und genoss es, wie die heiße Flüssigkeit ihre Speiseröhre hinab lief. Ein wohliges Gefühl ging fast sofort von ihrem Inneren aus.
„Nun, das ist wahr." Dumbledore runzelte etwas die Stirn und betrachtete seine Schülerin einen winzigen Augenblick, ehe er sich erhob und seinen Zauberstab hervor zog. „Dann müssen wir dem wohl Abhilfe verschaffen."
Der Unterkiefer der jungen Frau fiel auf ihre Brust und sie sah zu, wie der alte Mann seinen Zauberstab schwang und er die Spitze anschließend auf einen Punkt zwischen zwei Regalen presste. Es schien, als ob das Gestein zu schmelzen begann, gleichzeitig aber seine Moleküle dazu anregte, eine ganz andere Form oder gar ein ganz anderes Material anzunehmen und beseite zu schwingen. Dahinter kam ein dunkles Loch zum Vorschein, sich immer weiter ausbreitend und letztlich einen Rechteckigen Raum entstehen zu lassen.
Hermine beobachtete mit geweiteten Augen, wie die überschüssigen Substanzen herum wirbelten und neue Formen bildeten. Am hinteren Ende ein großes, weichaussehendes Himmelbett, dessen Baldachin ein tiefes Blutrot annahm – hier und da, vor allem an den Enden, erschienen goldene Fäden, die ein großes, verschnörkeltes Muster ergaben – während das Holz des Bettes ein Walnussbraun annahm.
Es folgten kleine Nachtschränke an beiden Seiten des Bettes, an den Wänden je eine Lampe, die man durchaus gut als Leselampe nötigen konnte, während sich gleichzeitig ein großer Kleiderschrank an der linken, langen Seite bildete. Daneben fraß sich ein schöner Kamin in die Wand und wie zwei Pilze erschienen weiche, rote Ohrensessel davor. Doch das war natürlich nicht alles.
Auf der gegenüberliegenden Seite konnte die junge Gryffindor beobachten, wie ein großes Bücherregal erschien, dazu ein schöner Arbeitstisch und ein Stuhl. Auch hier fraß sich etwas oberhalb des Tisches in die Wand und Hermine erkannte schnell, dass es sich hierbei um ein Fenster handeln musste, das magisch verändert worden war, nur um mehr Licht für sie einzulassen und sie für später gut zu wappnen. Auch an anderen Stellen erschienen Fenster, jedoch soweit mit Vorhängen zugedeckt, dass sie auf den ersten Blick nicht auffielen.
Was die junge Hexe nicht sehen konnte, war, dass direkt im Zimmer neben der Eingangstür noch eine Tür eingelassen worden war und dahinter magisch angesetzt, ein Badezimmer lag. So musste sie nicht extra durch Snapes Schlafzimmer watscheln, nur weil sie mal eben Zähneputzen musste. (So, wie sie es die letzten Tage über getan hatte.)
Noch immer mit offenem Mund starrte Hermine auf das neue Zimmer, dass der Schulleiter extra für sie selbst angefertigt hatte. Dieser verrückte alte Mann. „Danke..." krächste sie und zwang sich, ihren Blick von der Tür abzuwenden, die noch vor wenigen Minuten nicht dort gewesen war.
„Bedanken Sie sich bei Professor Snape. Er bat mich darum, Ihnen ein Zimmer hier einzurichten." summte Dumbledore amüsiert und schob dabei seinen Zauberstab zurück in seinen Ärmel. Seine blauen Augen waren interessiert auf Hermine gerichtet. „Aber ich vermute, es ging ihm leicht auf die Nerven, nur sein Schlafzimmer als Rückzugsort zu haben."
Nun musste die junge Hexe leicht grinsen. Ja, das passte schon eher zu dem griesgrämigen Tränkemeister, den sie seit sieben Jahren kannte. Oder zu Kennen geglaubt hatte. „Trotzdem... Vielen Dank."
„Nun, Miss Granger... Dann werde ich Sie mal alleine lassen. Sie haben sicherlich noch einiges auszupacken und ich vermute, ich würde nur dabei stören." grinste der alte Mann und legte ihr sanft seine warme Hand auf die Schulter, um sie zu drücken und dann ohne eine Antwort abzuwarten aus der Wohnung verschwand. Ein wirklich komischer Kauz. Er kam immer dann, wenn man ihn am meisten brauchte und gab einem Rat... Ob er Gedanken lesen konnte? Damit musste sie sich eindeutig später beschäftigen, schließlich galt es noch, ein neues Zimmer zu erkunden und ihre Sachen in die Schränke zu räumen...
~~~xxx~~~
Ein lautes Krachen riss Hermine aus dem Schlaf.
Kurz nachdem sie ihre Sachen fein säuberlich verstaut hatte, hatte sie sich auf das Himmelbett fallen lassen und war fast sofort in einen wundervollen, fast snapelosen Traum gefallen. Ob es am Bett lag, dass diese Art von Traum deutlich harmloser war, als zu der Zeit auf dem Sofa? Vielleicht lag es daran, dass sein Geruch hier nirgends fest hing und sie wirr im Kopf machte.
Wieder ein Krachen und die junge Hexe setzte sich vorsichtig auf, sich aus dem Gewirr von Tagesdecke und Zudecke schiebend, während auch ihr Zauberstab den Weg in ihre Hand fand. Was war das nur? War etwas geschehen und sie hatte es verschlafen?
Vorsichtig schlich sie zu ihrer Tür und drückte die Klinke hinunter. Leise und achtsam ließ sie ihre Haselnussbraunen Augen zu erst durch das Wohnzimmer huschen, doch sie konnte beim besten Willen nichts erkennen, ehe sie sich auf den Weg in Snapes Büro machte.
Kaum betreten, wich sie einer daher fliegenden Phiole aus, die klirrend an der Wand zerschellte. „Was zur Hölle...?" war das, was die junge Gryffindor noch sagen konnte, ehe ihr Blick auf den Tränkeprofessor fiel, der auf allen Vieren am Boden saß und dabei Anstalten machte, wieder aufzustehen. War er etwa hingefallen?
„Professor Snape, was ist hier los?" stieß Hermine zischend aus. Ob es ihn überhaupt erreichte, wusste sie nicht, denn zu spät bemerkte sie den stechenden Geruch von Whiskey in der Luft, der sie dazu veranlasste, ihr Gesicht angewidert zu verziehen. Er hatte sich doch wohl nicht etwa betrunken?
„Na toll... Das macht die Sache auch so viel leichter, nicht wahr?" Genervt stieß die Gryffindor die Luft aus der Nase aus und bahnte ihren Weg durch unzählige Scherben von Phiolen und anderen Reagenzgläsern. Hoffentlich ging nichts davon verloren, denn sonst wären die Utensilien unweigerlich verloren.
Mittlerweile hatte es der Professor geschafft, wieder auf die Beine zu gelangen und sich auf seinem Pult abzustützen. Sein Gesicht war vom Alkohol ungewöhnlich gerötet und war ein deutlicher Kontrast zum eigentlichen Snape. „Ver... Schwind'n Sieh~" knurrte der Betrunkene und wollte Hermine von sich schieben, ließ es aber bleiben, als er erneut zu wanken begann.
„Was machen Sie nur?" seufzte sie und sah sich erneut kurz um, ehe sie die fast leere Flasche Feuerwhiskey erkannte, die dämlich davon kullerte. Die junge Frau ahnte, dass lediglich der Boden der Flasche noch von der Flüssigkeit bedeckt sein würde, sollte sie sie hinstellen. „Haben Sie das alles allein getrunken?"
„Dasgeh~...t Sie nischts an..." lallte der Tränkemeister grimmig und hob dabei drohend seinen Finger. So, wie er es immer tat, wenn er seine Schüler an einem – nun – guten Tag vorwarnen wollte.
„Na von wegen. Geben Sie hier ihr Bestes von sich, verdonnern Sie mich nur wieder, das zu säubern..." knurrte Hermine mindestens genauso gut wie der Blinde und ließ die ganzen Splitter in die Höhe fliegen, nur um sie in verschiedenen, leeren Kesseln wieder fallen zu lassen.
„Geben Sie mir... Meinen Sauberschtap, dann mach'sch das alleine~" Snape nickte kurz zu einem der Bücherregale, in dem einige Gläser mit ekelhaften Inhalten standen.
„Nichts da. Sie gehören ins Bett!"
„Sie sin' nisch maine Muther~"
„Aber immer noch für Sie verantwortlich. Außerdem können Sie doch schon gar nicht mehr alleine stehen!" Bestimmt griff Hermine nach seinem Arm und legte ihn sich um die Schulter. Wenn sie erwartet hatte, dass er sich wehren würde, wurde sie enttäuscht, denn auch er schien vielleicht einen Funken Einsehen zu besitzen, indem er sich einfach fügte.
„Was sollte das überhaupt? Ist es nicht schon schwer genug, blind zu sein? Wollen Sie dann auch noch ihre Leber riskieren?" brummte die junge Frau und war überrascht, wie schwer sich der Professor machte. Oder sie einfach ungewöhnlich stark als Stütze missbrauchte – waren Betrunkene generell so schwer? Irgendwie vermutete sie, ja.
Da Snape nichts darauf erwiderte, brummte hermine erneut leise. Sie wusste nicht, ob es einer Gleichgültigkeit gleich kam, dass er schwieg, oder ob er sich darum bemühte, immerhin etwas Würde zu behalten... Oder zumidnestens den Mageninhalt in sich.
„Sie sollten sich wirklich weniger Gedanken um solche Dinge machen, Professor. Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich Ihnen helfen möchte..." Sie buchsierte ihn inzwischen durch das Wohnzimmer und gab sich größte Mühe dabei, nicht über irgend eine Kante zu stürzen oder unter dem Tränkemeister zusammen zu brechen. Noch ein Stück, dann war sie da.
„Machen Sie sich nicht... Die Mühe..." brummte Snape so leise, dass Hermine es fast nicht unter ihrem schweren Atmen gehört hätte. Offenbar hatte die Sache den Mann doch härter getroffen, als er selbst zugeben wollte. Doch schon allein die jetzige Situation bewies ihr einfach, dass es ihm dreckig ging. So viel hing für den Mann an seiner Sehkraft. Sein Beruf. Seine ganzen Jahre als Spion. Seiner Leidenschaft den Tränken und Büchern gegenüber.
„Fangen Sie nicht damit an, Sir." keuchte die Gryffindor und stieß die Tür zu Snapes ganz privaten Räumen auf. Sofort mischte sich der frische Geruch von Kräutern mit dem beißenden Gestank des Whiskeys, den der Tränkemeister verströmte, und für einen kurzen Moment hatte seine Schülerin mit sich zu kämpfen, um nicht angewidert auf den Boden zu spucken. Doch ihr Mageninhalt hatte mindestens genauso im Körper zu bleiben, wie der ihres Professors.
„In Selbstmitleid zu zergehen hilft Ihnen schließlich nicht, ihre Sehkraft zurück zu erlangen. Und auch nicht Ihr eigener Tod. Sie sollten nicht vergessen, dass Sie nicht allein sein." Für einen Moment hingen die Worte fast wie Rauchschwaden in der Luft, während nur das schwere Atmen der jungen Frau zu hören war, ehe ein besänftigtes Brummen von ihrem Professor aus ging...
Mit jedem Schritt, den Hermine zum Bett des Professors machte, fühlte sie, wie er schwerer und schwerer wurde. War er etwa dabei, mitten beim Laufen einzuschlafen? Oh Gott – bitte nicht...
Als Hermine wieder erwachte, fand sie sich also in der Situation wieder, dass ihr betrunkener Tränkemeister auf ihr lag und schlief, während er ihr mit seinem Gewicht den Atem raubte. Hinzu kam natürlich der Gestank des Alkohols, der so nah noch penetranter schien, als es der jungen Frau lieb war.
„Kommen Sie schon..." krächste sie und zappelte hilflos mit den Beinen, in der Hoffnung, dass er dadurch vielleicht von ihr rollen würde. „Professor Snape, wachen Sie auf... Oder wollen Sie mich ersticken?"
Ein unwirrsches Brummen kam nun von dem Betrunkenen und er schien seine Muskeln auf ihr anzuspannen, nur um einen Arm an sich zu ziehen und so seine Position etwas bequemer zu gestalten. Allerdings weniger bequem für seine Schülerin, die nun genervt ausatmete. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Hoffentlich kam nicht gerade jetzt jemand herein – damit meinte sie vor allem den Schulleiter, der ja bekanntlich ein wunderbares Timing besaß, in Situationen zu geraten, die mehr als peinlich waren.
„Mir... Ist übel..." Snape schien langsam aus seinem Schlaf zu erwachen, und das nur, weil seine Schülerin weiter mit den Beinen zappelte und dabei ein unangenehmes Zucken verursachte, auf dem der Mann nicht schlafen konnte.
„Dann gehen Sie zu erst von mir runter!" krächste Hermine hilflos und kniff dabei leicht die Augen zusammen.
„Was machen Sie...?" begann der Professor und richtete seinen Oberkörper auf, indem er seine Ellbogen neben der jungen Frau auf das Bett stützte. Seine Augen waren immer noch leicht gläsern und besaßen ohnehin nicht jenen intensiven Blick, den er besessen hatte, als er noch nicht blind war.
Dass der Mann nun allerdings so nah an ihrem Gesicht war, war nicht gut, fand Hermine. Sie starrte ihn nämlich einige Augenblicke zu lang an, was dazu führte, dass eins seiner Mundwinkel sich leicht hob und er fast spöttisch zu sein schien, wenn er sich nicht im selben Moment schon auf die Seite gerollt hätte und angewidert ausatmete.
„Bringen Sie mir irgendwas... Einen Eimer... Mit Wasser... Oder irgend etwas..."
Das Geräusch von hervorgewürgtem erfüllte den Raum und der Geruch war mittlerweile säuerlich geworden, der noch bis vor kurzem eher einer Kneipe glich. Kurz nachdem Hermine ihm den Eimer gebracht hatte, hatte Snape bereits sein innerstes dort hinein geschüttet und klammerte sich fast verzweifelt an den Rand des Plastik.
Auch wenn seine Schülerin wusste, dass es ihm unangenehm sein musste, war sie neben ihm auf das große Bett gekrabbelt und hielt seine Haare zurück. Schließlich sollte er sie nicht auch noch beschmutzen. Dabei stellte sie doch sehr erstaunt fest, dass sie gar nicht fettig waren, wie alle dachten. Es war ein Gefühl von feiner Seide, die zwischen den Fingern entlang glitt. Weich und zart.
„Besser rein als raus." summte die junge Hexe amüsiert und lehnte sich dabei mit dem Bauch leicht an die Seite des Mannes. Die ganze Zeit aufrecht zu knien war doch anstrengender, als sie gedacht hatte. Dass auch sie damit zu kämpfen hatte, sich dem Mann nicht mit dem Auswerfen anzuschließen, konnte er nicht bemerken. Zum Glück.
Endlich entstand eine kurze Pause, in der Snape kurz tief durch atmen konnte. Hermine fühlte, dass er unangenehm kühl war und auch vor Erschöpfung und Restalkohol zu zittern begann. Mit geschickten Fingern zog sie schnell ihren Zauberstab aus den Tiefen ihrer hinteren Hosentasche und richtete ihn auf die Tür des Schlafzimmers.
„Accio" Es war nur ein Murmeln und doch reagierte der Zauberstab sofort. Ihre Decke kam aus dem neu erschaffenen Zimmer geflogen und wurde dem Älteren um die Schultern gelegt. So konnte sie ihn vorerst sicher nicht allein lassen...
Gemeinsam ein Bett teilen? Wo kann das nur hinführen? *hoho*
