Wenn man glaubt, einen neuen Schritt zu gehen...

Während sich langsam der Rauch auf dem Bahnsteig verzog, machten sich die Schüler daran, die Treppen hinunter zu springen und zu ihren Eltern zu eilen. Viele wurden sofort in die Arme geschlossen, manche bekamen nur ein Händeschütteln und einigen wurde nur anerkennend auf die Schulter geklopft. Aber natürlich gab es auch jene Muggelstämmige, die zu erst die Absperrung nach 'drüben' passieren mussten, um von ihren Eltern in Empfang genommen zu werden.
Hermine verabschiedete sich von den Weasleys, die ihre zwei Kinder in Empfang nahmen, während Harry sich ihr und dem Professor anschloss. Dieser nickte den Rotschöpfen nur grimmig zu und kassierte dafür einen verwirrten Blick. Dass Ron seinen Eltern wohl Einiges erklären müssen würde, war ziemlich offensichtlich, denn sofort begann Molly Weasley etwas harsch an seinem Kragen herum zu fingern.
Der folgende Weg zum Ausgang beanspruchte etwas mehr Zeit, als gewünscht. Auf dem Bahnhof Kingscross fuhren zu diesem Zeitpunkt einige Züge ein und brachten Massen von Menschen mit in den Bahnhof, was dazu führte, dass die Hexen und Zauberer nicht einfach wie die Wilden durch die Absperrung gehen konnten. Wie mochte das denn aussehen?

„Da sind sie!" rief Hermine plötzlich, als sie endlich auf dem Muggelbahnsteig entlang liefen und Ausschau nach den Dursleys hielten. Dass diese immer noch eher wenig mit der Zaubererwelt zu tun haben wollten, obwohl so viele gerade an ihnen vorbei gingen, war erstaunlich. Petunia ignorierte gekonnt die Tatsache, dass einige Schüler an ihr vorbei gingen und dabei über den Quidditchsport diskutierten, während Vernon sogar direkt angerempelt worden war. Dudley allerdings schien ganz genau zu bemerken, was hier vor sich ging – Und zwar potenzielle Gefahr von allen Seiten. Ein Grund mehr, weshalb er etwas misstrauisch umher sah und seinen Vater als Rückenschutz nutzte.
„Komm endlich, Junge!" knurrte Vernon genervt zu Harry, der darauf unwirrsch das Gesicht verzog. Zwar war er längst, laut Zauberermaßstäben, Volljährig, doch war es ziemlich schwer aufzubrechen, während noch einige wichtige Sachen bei Tante und Onkel waren.
Snape hob milde überrascht eine Augenbraue und 'sah' dem Wuschelkopf nach, der mit herunter hängenden Schultern und letztem Blick zurück auf Hermine, hinter einer Ecke verschwand. Doch das bemerkte das junge Mädchen schon gar nicht mehr, denn als sich der Tränkemeister zurück wandte, war diese bereits gerade wegs auf ein älteres Paar zugelaufen, um ihnen in die Arme zu springen.
Natürlich waren ihre Eltern überglücklich, ihre kleine Tochter wieder bei sich zu wissen, auch wenn es wohl nur wieder eine begrenzte Zeit sein würde. Aber dennoch genossen sie jede Minute, die sie mit ihr hatten. Umso überraschter waren sie gewesen, als Hermine den beiden geschrieben hatte, sie würde noch jemanden mit bringen. Um wen es sich handelte, hatten sie aber bis zu diesem Moment nicht einmal geahnt.
„Mama, Papa" begann die Braunhaarige und hatte dabei die Hand ihrer Mutter gegriffen. Ob sie dadurch verhindern wollte, dass diese aus den Latschen kippte? „Das hier ist Professor Snape. Er ist meine Begleitung und mein späterer Mentor. Professor Snape, das hier sind meine Eltern."
Für einen Moment herrschte Schweigen. Wer wäre da nicht so erschrocken gewesen? Schließlich war das hier ihr Professor und dazu noch so ein verhasster von ihren Mitschülern. Snape, der sich mittlerweile dazu gesellt hatte und natürlich seiner Vorstellung beiwohnte, hob etwas seine Augenbraue, während er ganz offensichtlich auf irgendeine Reaktion wartete, die eigentlich weniger lang auf sich hatte warten lassen.

„Sehr erfreut, Professor" begann plötzlich Mr Granger das Gespräch und strahlte den Schwarzhaarigen freundlich an. Auch die Mutter setzte ein freundliches Lächeln auf und nickte sachte. „Mine hat uns schon viel von Ihnen erzählt. Sie sagte, Sie wären, neben dem Schulleiter, der hellste Kopf an der Schule. Ich hatte mich wirklich schon gefragt, wann wir Sie kennen lernen dürften" plapperte sie und löste sich dabei von ihrem Mann, während sie ihrer Tochter sanft auf die Schulter klopfte, die doch etwas verlegen aufgrund des Kommentares war. Snape dagegen hatte keinerlei Reaktion auf die Beiden gezeigt. Sein Gesicht war wie immer unlesbar und die Sache, dass er die Augen geschlossen hatte, machte es noch schwieriger, irgendetwas aus ihm zu lesen.
„Danke sehr. Man kann von Glück reden, dass der Jahrgang ihrer Tochter wenigstens ein helles Licht beherbergt..." brummte Snape und deutete dabei wohl unauffällig auf die Unfähigkeit des Longbottomjungen hin, der es selbst bis zum Ende hin in so gut wie jeder Stunde geschafft hatte, den Kessel in die Luft zu jagen.
Dass Hermines Eltern darüber natürlich erfreut waren und damit ihre eigene Tochter in Verbindung brachten, war wohl selbstverständlich. Niemand würde es als eine Art Beleidigung auffassen, oder?

Sofort verwickelten die Eltern des Mädchens den Professor in ein Gespräch über ihre Berufe und den Sinn und Zweck dahinter. Die ehemalige Gryffindor trottete mit den Koffern auf einem Wagen hinter her und beobachtete die Kehrseite des Tränkemeisters, während ihr Kater 'Krumbein' im Transportkorb maunzte.

Die Autofahrt verlief eigentlich recht Ereignislos, wenn man mal von der Tatsache absah, dass Mrs Granger etwas aufgeregt zu sein schien, weil ihre Tochter einen doch so bedeutenden Mann mit sich mit brachte. Der Einzige, der nicht derart an der Decke schwebte, war Snape wohl selbst, der es sich auf einem der Rücksitze bequem gemacht hatte. Hermine, die neben ihm saß, beobachtete, wie ihr Kater ruhig auf dessen Schoß lag und sich kraueln ließ – im Normalfall rannte das Tierchen unablässig durch den Wagen, weshalb er sonst in seinem Körbchen geblieben war.
Ob Snape derart betörende Hände hatte, dass selbst das kleine Wesen sich diesem ergab?
Als sie in die Einfahrt des Hauses fuhren, indem die junge Gryffindor wohnte, wurde diese etwas nervös. Was würde der Tränkemeister wohl von seiner Zwischenlagerung halten? Ob es ihm hier gefiel oder er nur darauf wartete, wieder von hier weg zu kommen?
„Gut" seufzte Mr Granger und warf kurz einen zweifelnden Blick zu seiner Frau, die offenbar ganz entzückt von ihrem Gast war, ehe er sich an Hermine wandte. „Bringst du die Koffer bitte gleich ins Gästezimmer? Danach kannst du deinem Gast ja gleich das Haus zeigen." Es klang nicht nach einem Befehl und fühlte sich auch nicht so an, dennoch bereitete es der Hexe etwas unbehagen, weil sie gleich mit ihrem Professor allein sein würde. Ihre Eltern würden sich verabschieden und noch Einkäufe erledigen, während ihre Tochter als Wolf das schwarze Schaf durch ihre kleine Welt führte.
„Wir sehen uns später. Hoffentlich gefällt Ihnen ihr Zimmer, Professor~" trällerte Mrs Granger und wurde bereits wieder ins Auto hinein geschoben, ehe die Tür vor ihrer Nase zu schlug und die Eltern los fuhren. Dabei hinterließen sie eine aufgewühlte junge Frau, die nicht wusste wohin mit ihren Gefühlen.
„Ihre Eltern... Entsprechen etwa der Vorstellung, die ich von ihnen hatte..." brummte der Tränkemeister und stand plötzlich direkt neben ihr, während sein Blick zu dem Punkt gerichtet war, andem die Grangers gerade um die Ecke gebogen waren.
„Naja... Meine Mutter ist eigentlich schüchterner. Sie ist normaler Weise nicht der Typ, der viel redet. Und schon gar nicht zu Fremden." seufzte Hermine und runzelte etwas die Stirn, nur um sich leicht erschöpft durch die Haare zu fahren und sich dabei zum Gehen um zuwenden.
„Tja, so kann man sich irren."

„Also..." Nachdem die junge Hexe ihre Sachen zumindestens bis hinter die Haustür getragen hatte, hatte sie ihren Zauberstab gezogen und die Koffer behutsam ein paar Treppen hinauf befördert. „Das hier ist also mein zu Hause. Es ist nichts besonderes... Aber immerhin."
Hermine beobachtete aus den Augenwinkeln, wie der Professor 'blind' umher sah, indem seine Lider geschlossen waren und sich die Augen darunter hin und her bewegten. Hin und wieder blieben sie an Bildern an den Wänden hängen, die Hermine noch in deutlich jüngeren Jahren zeigten. Manche wiederrum waren noch etwas neuer und schienen sogar noch von Weihnachten zu stammen. Das Mädchen war zwar nicht persönlich nach Hause gefahren, hatte sie doch ihren Eltern ein paar Fotos und Geschenke geschickt.
Das Haus war in einem strahlenden Weiß gestrichen und schien selbst bei dem derbsten Wetter nicht zu verblassen – Hermine selbst wusste, dass es an dem Zauber lag, den sie vor einigen Jahren darauf gelegt hatte, ohne, dass es offensichtlich war.

Der Bau des Gebäudes ließ eher auf das 19te Jahrhundert schließen und selbst die dunklen Holzbalken und -Säulen gaben einen angenehmen Kontrast zum Rest. Davor war ein grüner Garten, dessen Blumen gerade in voller Pracht blühten und die Kirschbäume, dessen Früchte herunter hingen...

Wenn man durch die dunkelbraune Haustür trat, kam man zu erst in einen doch recht hellen Flur. Der Boden bestand aus einem dunklen Holz, das eher der Farbe des Kirschbaumes ähnelte und auf dem ein dunkelbraunweißer Läufer lag. Alles passte aber perfekt zu den dunklen Türen und den weißen Holzverkleidungen der Wände. Auf halber Höhe begannen dann hauchfein verzierte Tapetten, die ebenfalls eine leichte Holzmaserung aufwiesen, aber ganz offenbar nicht aus diesem Material waren.
Von der Decke hing eine Art Kronleuchter, dessen Grundkörper ebenfalls aus dem dunklen Holz war, und der bei Nacht sicherlich ein angenehm helles Licht spenden würde. Doch nun war es einfach nur eine schöne Zierde, die den Raum verschönerte.
Die Treppe, die ins Obergeschoss führte, war von den Koffern belegt, die darauf zu warten schienen, weiter nach oben gebracht zu werden. „Folgen Sie mir" summte die junge Frau und ging vorran, wohl wissend, dass der Blick des Professoren auf ihrer Kehrseite ruhen würde. Und damit hatte sie auch nicht so ganz unrecht.
Oben angekommen wies auch hier der Flur die selben besonderen Akzente auf, wie im unteren Teil, nur hier standen hin und wieder kleine Schränkchen, in denen Dinge verstaut waren, wie Nähgarn und Nadeln. Eben alles, was ein vernünftiger Haushalt brauchte.

Hermine führte ihren Ausbilder in ein Zimmer, das direkt am Ende des Flurs und gegenüber von ihrem Zimmer lag. Es war ziemlich freundlich eingerichtet, warme Rottöne und Weiß, um alles ein wenig abzurunden, während die Möbel aus dem ebenso dunklen Holz waren wie der Boden.
„Das Bad ist den Flur hinunter – Können Sie eigentlich nicht verfehlen." Sie deutete dabei aus der Tür hinaus und da es eigentlich nur noch ein weiteres Zimmer neben dem Ihren auf diesem Stockwerk gab, konnte man sicher sein, dass sie dieses meinte.
Snape, der ihr die ganze Zeit aufmerksam zugehört hatte, nickte nun sachte und runzelte etwas die Stirn - Was ihm genau durch den Kopf ging, würde Hermine nie erfahren. Erst, als er sich leicht räusperte und der Professor sich auf dem Bett nieder ließ, wusste das Mädchen, dass es wohl vorerst Zeit war, ihn in Ruhe zu lassen. „Mein Zimmer ist genau gegenüber. Wenn Sie etwas brauchen, dann klopfen Sie ruhig" erklärte sie und lächelte ihm leicht zu, ehe sie das Zimmer verließ, die Tür hinter sich schloss und direkt in ihr eigenes Zimmer hinüber ging. Na das würde ja noch ein Spaß werden.

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Die Nacht war rein gebrochen und Hermine hatte gerade den Abwasch beendet, während ihre Eltern bereits schlafen gegangen waren und der Tränkemeister sich auf sein Zimmer zurück gezogen hatte. Allgemein war er seit ihrer Ankunft ziemlich schweigsam gewesen. Für Andere vielleicht nicht schweigsamer als sonst, aber der jungen Hexe fiel dieser kleine Unterschied so ziemlich sofort auf. Ob es ihm nicht gut ging und sie mal nach ihm sehen sollte? Anderer Seits hätte ja ihr Medaillon schon reagiert. Oder war es kaputt?
Die Augenbrauen angestrengt zusammen gezogen, warf die Braunhaarige einen Blick die Treppe hinauf und versuchte, eine Entscheidung zu fällen. Die dadurch eintretende Stille war unangenehm und drückte auf die Nerven. Dennoch. Sie musste wissen, ob es ihm gut ging. Schon allein das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung sein konnte, machte Hermine wahnsinnig.
So setzte sie bereits einen Fuß auf die Stufen, als ein lauter Knall sie zusammen zucken ließ und das Medaillon so stark leuchtete, dass selbst ihre Kleidung etwas von dem hellen Licht hindurch ließ. Und das, was sie sah, erschien ihr noch viel grausamer zu sein...
Snape glitt bewusstlos eine der einst weißen Wände hinunter und eine komplette Wand mit samt Fenster war verschwunden. Stattdessen war dort ein riesiges, rausgesprengtes Loch und einige jener Gestalten, die Hermine so fürchtete, stand dadrin. Todesser und einige weniger Dementoren.
Entsetzt riss das Mädchen ihre Augen wieder auf, den Schmerz spürend, der ihr gerade verursacht wurde. Sie stand nun wieder direkt im Flur, ihre Eltern wollten sie von der Treppe und mit sich ziehen, doch sie hatte sich keinen Zentimeter bewegt. Sie konnte gar nicht. Und sie wollte auch gar nicht.
„Komm schon, Hermine!" keuchte Mrs Granger und sah ihre Tochter flehend an. Diese schüttelte jedoch den Kopf. „Nein. Ich kann nicht." Sie klang so viel mutiger, als sie im Moment war. Dennoch – sie musste einfach stark sein. „Ich hatte jemandem versprochen... Geschworen, auf diesen Mann dort oben aufzupassen... Versteckt euch im Keller und kommt erst raus, wenn euch jemand holt."
Mit diesen Worten riss das Mädchen ihren Arm von ihrer Mutter los und eilte die Treppen hinauf, den Zauberstab im Anschlag. Normaler Weise wäre wohl höllischer Lärm gewesen, vermutete Hermine, doch das Einzige, was sie gerade war nahm, waren die Schritte ihrer Eltern, die sich in Sicherheit brachten, und ihr schweres Atmen...
Hermine wusste, dass sie dazu verpflichtet gewesen wäre, die Muggel im Haus zu beschützen. Aber um ihre Eltern würde sie sich keine Sorgen machen müssen – viel zu früh hatte sie diesen alle möglichen Dinge gezeigt... Wo sie sich verstecken mussten, was für Zauber genau wirkten, sobald etwas bestimmtes verschlossen war... Und so weiter. Schließlich war sie nie besonders dumm gewesen, und schon gar nicht nachlässig in der Sicherheit. Dazu lag ihr einfach zu viel an ihrer Familie.

Sie konnte fühlen, wie ihr Herz hart in ihrer Brust schlug und fast zu zerbersten drohte. Mühsam versuchte die junge Gryffindor ihren Atem unter Kontrolle zu bringen und den Herzschlag zu verringern, doch vergebens. Also setzte sie ihre mentale Kraft auf die Dinge, die jetzt folgen würden – ein Angriff und sehr wahrscheinlich auch das Apparieren an einen anderen Ort.
Das letzte Mal, als sie das getan hatte, war sie nur wenige Meter gekommen – wie sollte das denn nur mit der Entfernung werden? Sie konnte ja wohl schlecht zwei Meter weiter wieder auftauchen, vor allem wenn sich genau dort der Feind befand.
Hermien atmete noch einmal kräftig durch, als sie bereits ausholte und im nächsten Moment mit 'Bombada' die Tür aus ihren Angeln riss. Der Knall war für einen Moment so Ohrenbetäubend, dass selbst die Hexe im ersten Augenblick glaubte, taub zu sein. Doch das war egal. Was zählte, war Snape.
Es brauchte nur wenige Blicke, um den bewusstlosen Mann an der Wand zu entdecken. Ebenso die überraschten Augen, die sich zu ihr wandten und unter den Todessermasken halb verborgen lagen. Die einzigen Wesen, die sie offenbar bemerkt hatten, waren die Dementoren, denn diese hatten sich bereits zu ihr gewandt und streckten ihre fauligen Finger nach ihr aus.
Erst jetzt bemerkte Hermine die widerwertige Kälte, die sich unauffällig in sie hinein geschlichen hatte und von innen heraus zu zerfressen schien – das Glück wurde schier aus sie heraus gesaugt.
„Expecto... Patronum!" zischte die Gryffindor und deutete direkt auf die unheimlichen Wesen. Woran sie dachte? An ihre Familie. An die warmen Berührungen, von denen sie nicht wusste, ob sie echt oder nur geträumt waren.
Sofort schoß ein helles Licht aus der Spitze ihres Zauberstabes und ein kleiner, quirrliger Otter formte sich daraus, der kurz darauf seinen Weg zu den Dementoren in Angriff nahm. Hermine selbst nutzte die Chance, um mit wenigen, großen Schritten beim Professoren zu sein und sich zu ihm hinzuknien.
Doch es gab da etwas, dass sie außer Acht gelassen hatte. Etwas bedeutendes. Etwas wichtiges. Die Dementoren waren nicht allein...
Sofort schoßen verschiedene Blitze auf sie zu – Rote, Grüne, Blaue, Gelbe... Einige rote und blaue Blitze trafen ihren Oberkörper, von den Anderen blieb sie verschont. Hermine fühlte, wie ihre Arme und Lider schwer wurden. Fühlte, wie die Kraft sie verlassen wollte... Das konnte doch nicht das Ende sein?
„Protego Maxima!" Es war nur ein Zischen, leise und unauffällig, aber es war da. Snape hatte ihre Hand mit dem Zauberstab gepackt und nutzte wohl auf ihre Kraft, um den Zauber zu wirken – der Patronus war bereits durch die Angriffe wieder verschwunden und machte somit einer hellen, weißen Halbkugel platz, die den beiden Schutz schenken sollte. Doch für wie lange? Die Todesser auf der anderen Seite warteten nur dadrauf, dass sie beide ihr Bewusstsein verloren und was würde dann geschehen? War Snape nicht einmal Todesser gewesen? Konnte er nicht mit seinen alten Bekannten reden? Sicherlich ein törichter Gedanke, dennoch war es der Einzige, der der erschöpften Hermine gerade durch den Kopf ging, ehe sie zusammen sackte und alles um sie herum Schwarz wurde...


Was war geschehen? Warum wurden sie angegriffen? Die Ferien hatten doch so vielversprechend angefangen! Und wie würde es beiden ergehen? Seht selbst im nächsten Kapitel.