Danke für eure Reviews, hat mich sehr gefreut. Sehr gefreut hat mich auch, dass Ida so lieb war, dieses Kapitel (wie auch schon alle andern!) zu korrigieren!

Ich hoffe, das nächste Kapie gefällt euch allen, und bitte vergesst nicht, mir eure Meinung mitzuteilen. Bin gespannt! Vielen Dank im Voraus , liebe Grüsse Sally

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Als Laura am Morgen hinunter kam, saßen Harry und Ron zusammen in den gemütlichen Sesseln vor dem Feuer.

„Hey, Laura, komm, erzähl," sagte Ron neugierig, als er sie erblickt hatte. Er musterte sie kritisch.

„Er hat dich aber nicht erwischt, oder?" fragte er besorgt, als er Lauras rötliche Augen sah. Er hatte natürlich nichts von Lauras Albtraum mitbekommen und hatte keine Ahnung, dass sie in der Nacht lange geweint hatte.

„Wieso?" fragte sie. Woher wusste Ron, was sie gemacht hatte.

Der Junge verdrehte die Augen. „Du bist ihm doch hinterher geschlichen, oder?" fragte er verschmitzt grinsend.

Harry klopfte neben sich aufs Sofa. „Hermine wusste, dass dein Dad ohne dich zu dieser Cousine von Steve gegangen ist und da du meinen Umhang wolltest, haben wir gedacht, dass du ihm bestimmt nachschleichst. Ach ja, wo ist überhaupt mein Umhang?" hängte er fragend an.

Laura setzte sich. „Der ist noch bei meinem Dad, ich geb ihn dir nachher," beruhigte sie ihren Freund. „Ja, ich bin ihm nach geschlichen und es ist auch alles gut gegangen, nur bin ich dann bei den Ludwigs auf dem Sofa eingeschlafen und mein Dad ist alleine nach Hause gegangen," sagte sie und sah die Freunde erwartungsvoll an. Diese verzogen beide das Gesicht.

„Oh weia," kommentierte Ron. „Konntest du dann noch rechtzeitig zurück, ohne dass es jemand gemerkt hat?"

Laura schüttelte den Kopf. „Leider nicht," gab sie zu.

„Du hast aber auch immer ein Pech," sagte Harry bedauernd. „War er... ich meine, war er sehr sauer?"

„Sauer genug, dass ich den ganzen Tag Kessel schrubben durfte," sagte Laura. Von den Klapsen auf den Hintern mussten die Freunde ja nichts wissen.

„Remus wäre wohl auch sauer gewesen," sagte Harry und wieder hörte Laura in seinen Worten die Freude darüber, dass sich jemand um ihn sorgte.

Überhaupt war sie so froh für Harry, denn nun hatte er jemanden, der ihm häufig schrieb und ihm hin und wieder ein Päcklein schickte. Sein Gesicht hatte immer diesen speziellen, glücklichen und irgendwie stolzen Ausdruck, wenn er einen Brief von Remus las oder ein Päcklein öffnete.

Man merkte, dass das für ihn nicht selbstverständlich und normal war, wie für die anderen Kids, die ihre Post relativ uninteressiert lasen und sich eher für den Inhalt ihrer Fresspäckchen interessierten.

Harry hatte im letzten Jahr nie Post bekommen. Bis auf das eine mal, wo er einen Besen gekriegt hatte. Und an Weihnachten.

Bei Emma sah man immer sofort, ob sie Post von ihrem Dad oder ihrer Mum bekam, am Gesichtsausdruck der Freundin.

Natürlich schickte ihre Mum ihr nie ein Päcklein, da sie ja sowieso der Meinung war, dass Emma viel zu dick sei. Dabei fand Laura Emma nicht viel zu dick, ein bisschen mollig vielleicht. Aber ihre Mutter hatte immer nur Kritik für ihre Tochter.

Wenn sie dagegen von ihrem Vater einen Brief las, lachte sie meistens und sah sehr zufrieden aus. Laura liebte es, sie dabei zu beobachten.

Sie sorgte sich aber etwas, dass die Worte von Emmas Mutter ihre Wirkung hatten, bei der Freundin, denn in letzter Zeit schien dieses Thema sie zu beschäftigen.

Sie machte immer wieder Bemerkungen, dass Laura zu dünn sei und so. Anfangs hatte sie dem keine Beachtung geschenkt, doch nun fragte sie sich langsam, ob Emma irgendwie eifersüchtig war, darauf. Schon in den Ferien hatte sie erwähnt, dass Laura schön sei, sie selbst aber nicht. Laura wusste, dass man meistens das schön fand, was man nicht hatte. Laura hätte lieber ein paar Rundungen gehabt, Emma wollte dünn sein...

Laura biss sich auf die Lippen, und hörte wie Ron sagte: „Was meinst du, wie meine Mum getobt hätte, wahrscheinlich hätte ich nun schon wieder einen Heuler!" sagte er und wurde etwas weiß um die Nase.

„Da kannst du froh sein, dass dein Dad hier in der Schule ist!" sagte er zu Laura. Diese war von dieser Aussage aber nicht so überzeugt.

Sie seufzte: „Ja, dann kann er einem auch immer schön direkt bestrafen. Und weiß immer alles." Sie rümpfte die Nase.

Ron bohrte seinen Finger in ein kleines Loch im Überzug des Sofas und beförderte ein wenig Watte daraus hervor. Er zuckte die Schultern. „Aber wenigstens weiß es nicht die ganze Schule," sagte er. Ja, da musste Laura ihm recht geben.

Dass Remus ihm keinen Heuler geschickt hatte, darüber war Harry ziemlich froh. Natürlich war der Rüffel, den er von dem Mann gekommen hatte, nicht angenehm gewesen und er hatte sich sehr geschämt, aber er hatte ihn wenigstens nicht vor seinen Mitschülern bloß gestellt.

Ron wandte sich wieder an Harry. „Was hast du vorhin erzählen wollen?" fragte er. Harry sah sich um, ob niemand in der Nähe war. Hermine kam gerade durchs Portraitloch und schritt direkt auf die Freunde zu.

„Du solltest vielleicht nicht seine ganzen Innereien rausziehen," sagte Laura streng zu ihrem Freund, der immer noch Watte zum kleinen Loch im Sofa raus zupfte .

„Was genau macht ihr hier?" fragte Hermine, die Lauras letzte Worte gehört hatte, interessiert.

Harry lachte. „Ron zerlegt gerade unser Lieblingssofa," sagte er und Hermine lachte nun auch. Sie hatte weiß was gedacht!

Sie war anscheinend schon in der Bibliothek gewesen, denn sie trug zwei Bücher unter dem Arm.

Harry erzählte leise:" Als ich etwa um Mitternacht immer noch in Lockharts Büro sass und mir die Augen schon fast zufielen, habe ich so eine seltsame zischende Stimme gehört. Lockhart hat behauptet, er habe sie nicht gehört. Und nun bin ich mir auch gar nicht mehr so sicher, ob ich nicht einfach zu müde gewesen bin. Ob ich mir das eingebildet habe."

Hermine sah sehr interessiert aus und fragte leise: „Was hat den die Stimme gesagt? Waren es Worte?"

Harry nickte, als er an die unheimlichen Worte dachte. „Sie hat von Hunger und von schon so lange und von töten und zerreißen gesprochen."

Nachdenklich und ungläubig sahen ihn die Freunde an. „Vielleicht war es Peeves, der einen Streich gespielt hat?" vermutete Ron nachdenklich.

Harry schüttelte den Kopf. „Nein, das denke ich nicht," sagte er. Es hatte sich richtig unheimlich angehört.

Harry hatte nicht gewusst, ob er sich fürchten, oder Bedauern haben sollte. Er wusste, was es hieß, hungrig zu sein und er wünschte das niemandem.

Aber die Stimme hatte auch recht böse geklungen. Kalt und grausam. Es schauderte ihm.

„Vielleicht hören wir es ja auch mal," sagte Ron, und sah sogar etwas hoffnungsvoll aus. Harry zuckte die Schultern.

Laura dachte an ihren seltsamen Traum. Wirklich seltsam, was da alles vor ging.

„Und wann hat Filch dich entlassen?" fragte Hermine an Ron gerichtet?

Sofort verzog er das Gesicht und hob schlapp seinen Arm. „Der hat mich stundenlang die Pokale polieren lassen, dieser Sklaventreiber!" jammerte er Mitleid heischend.

Wenn die wüssten, wie meine Arme geschmerzt haben! Dachte Laura bitter. Und nicht nur die Arme!

„Der liebt es halt, uns Schüler zur Schnecke zu machen," sagte Harry und seine Augen funkelten böse.

„NEEIIN!" rief Ron entsetzt und ein würgendes Geräusch entfuhr seinem Hals. „Nicht dieses Wort!" fauchte er seinen Freund anklagend an und die anderen Kinder lachten nur.

S s s s s s s s s

Ein paar Wochen vergingen, in denen Snapes Gedanken häufig an einer Person hingen. Er war eifrig damit beschäftigt, sie zu vergessen. Aber wie konnte man jemanden vergessen, wenn man die ganze Zeit an sie dachte?

Aber zum Glück hatte er viel Ablenkung. Seine Tochter benahm sich ziemlich hervorragend, seit dem Zwischenfall mit dem Tarnumhang. Sie war auch kein bisschen frech oder aufmüpfig. Mit Emma schien sie sich nun auch wieder besser zu verstehen und auch Lockharts Hausaufgaben erledigte sie nun mehr oder weniger willig. Dieser aufgeblasene Hahn konnte sich zwar nicht widerstehen, hin und wieder Fragen zu stellen, die ihn ins Rampenlicht stellten, aber es hielt sich in Grenzen.

Laura war wieder in ihrem Hogwarts Alltag. Sie hatte sorgfältig darauf geachtet, ihren Dad nicht mehr zu verärgern und sie gab sich auch Mühe Emmas Anhänglichkeit zu ertragen. Letztes Jahr war sie doch weniger klebrig gewesen, dachte Laura hin und wieder genervt. Sie war sehr froh, dass sie so gute Freunde hatte, aber sie war es einfach nicht gewohnt, wenn man sie zu sehr einengte. In der Muggelschule hatte sie häufig Mädchen beobachtet, die so eng befreundet waren, dass sie beinahe keinen Schritt alleine machen konnten und dieselben T-Shirts trugen und dieselben Jungen toll fanden, immer der gleichen Meinung waren und sogar fast gleich redeten. Ihr machte das Angst. Zumal diese Mädchen dann ihre gegenseitige Liebe auch sehr schnell kündigen konnten, wenns dann wirklich um den selben Typen ging.

Hermine hatte sie von ihrem seltsamen Traum erzählt. Natürlich war diese sofort in Büchern über Träume und ihre Bedeutung recherchieren gegangen. Sie hatte gemeint, dass Träume meistens etwas mit Verarbeitung oder Ängsten zu tun hatten. Das hatte Laura auch nicht wirklich weiter gebracht. Aber sie hatte den Traum seither nicht mehr geträumt und sie hatte es ein wenig verdrängt.

Auch ihr privates Quidditchtraining hatten sie wieder eingeführt, nur, dass nun Fred und George auch unbedingt dabei sein wollten. Auch Ginny konnten sie hin und wieder überreden.

Fred baute immer wieder waghalsige Kunststücke und Stunts ein und Laura war sich nicht sicher, ob er sie wohl beeindrucken wollte. Ihr war auch aufgefallen, dass der Junge häufig ihre Nähe suchte. Natürlich unauffällig. Er machte positive Kommentare über ihre Flugkünste, was nicht nur sie erstaunte.

Harry, dem diese Trainings auch sehr gefielen, hielt sich strikt an die Abmachungen, die er mit Remus gemacht hatte und lungerte danach nicht mehr draußen herum. Auch sonst war er viel pflichtbewusster, seit ihm der Mann ins Gewissen geredet hatte, was Ron beizeiten etwas irritierte und Hermine erfreute.

Bald Wochenende, dachte Laura, als sie an einem Donnerstag Abend bei ihrem Dad auf dem Sofa saß, während dieser die Hausaufgaben seiner Schüler durchsah und immer wieder Kommentare abgab. „Diese albernen Kinder," tönte es oder: "Wofür die einen Kopf auf dem Hals tragen, ist mir ein Rätsel," und all solche Sachen murmelte er vor sich hin. Laura war das gewohnt und sie hörte schon gar nicht mehr zu.

Sie hatte ihre Beine angezogen und auf einem ihrer Knie saß Jimmy auf den Hinterbeinchen und putzte sich. Laura sah ihr lächelnd zu. Das Streifenhörnchen hatte einen guten Stand, auf dem Stoff von Lauras Jeans. Das erstaunte Laura immer wieder, denn sie hielt ihr Bein ja nicht ganz still.

Laura schnappte das Tierchen, welches protestierend zappelte und gab ihm einen schmatzenden Kuss auf die Nase. „Du bist einfach Zucker!" sagte sie verliebt.

Snape sah zu seiner Tochter hinüber, die das kleine Kerlchen nochmals herzhaft küsste, und rümpfte die Nase. „Hör auf, damit!" sagte er tadelnd.

„Ich hab sie halt lieb," verteidigte sich Laura. Eine Fliege schwirrte ihr um den Kopf, die sofort Jimmys Aufmerksamkeit erregte. Doch Laura war schneller. Als sich das nervende Fliegentier auf die Lehne des Sofas setzte, klatschte Laura schnell darauf.

Sie nahm sie beim Flügel und gab sie Jimmy, die sie sofort verschlang. Snape sah sie stirnrunzelnd an.

„Scheint so, als habe dein Tier auch meine Sumpfmücke verspiesen, die ich heute hier neben dieses Buch auf den Tisch gelegt habe," stellte Snape fest, der sich gefragt hatte, wo die Riesenmücke hingekommen war, welche er hatte identifizieren wollen. Es war kein grosser Verlust, da er sehr viele dieser Exemplare recht günstig von Veleno zugeschickt bekommen hatte. Allerdings hatten sie längere Flügel als seine bisherigen Sumpfmücken, was Severus stutzig gemacht hatte. Vielleicht kamen sie nicht aus Ostasien, wie die anderen Sumpfmücken in seinem Lager.

„Das große Vieh mit diesen langen Beinen meinst du?" fragte Laura und küsste Jimmy nochmals, diesmal auf den Kopf.

„Ja, wieso, hast du sie gesehen?" fragte Snape und sah erwartungsvoll seine Tochter an.

„Die hab ich Fred gegeben, der war auch hungrig," erklärte Laura, die nicht gemerkt hatte, dass es sich um eine Zaubertrankzutat gehandelt hatte.

„Wie bitte?" fragte Snape skeptisch. „Wie kommt es, dass sich Mr. Weasley an meinen Zaubertrankzutaten gütlich tut? Schmeckt ihm vielleicht das Hogwartsessen nicht?"

Laura lachte. „Nein, nicht der Fred. Ich meine Fred II, meine Spinne," stellte sie klar. „Er hat sich sehr gefreut, über die fette Beute. Tut mir Leid, Dad, ich wusste nicht, dass die Mücke dir gehört hat. Ich habe gedacht, es wäre eine der Biester, die mich nachts immer stechen."

Snape legte das letzte Heft weg und stapelte die Hausaufgaben der Viertklässler säuberlich.

„Hmm," machte Snape und Laura legte sich bäuchlings auf Sofa. Jimmy sprang sofort auf sie und kletterte auf ihr rum.

„Hat es einen speziellen Grund, warum die Spinne ausgerechnet Fred heißt," fragte Snape, während dem er die korrigierten Hefte in sein Büro trug.

Laura zuckte die Schulter „Weil Fred doch auch spinnt," erklärte sie und Snape konnte ihr in diesem Punkt nicht widersprechen. Die Spur eines Lächelns zeigte sich in seinen Mundwinkeln, als er sofort wieder zurück ins Wohnzimmer kam.

Laura lachte, weil Jimmy nun auf ihre Füße geklettert war. Sie hatte die Beine angewinkelt, sodass die Füße nun nach oben gerichtet waren und Jimmy thronte auf Lauras Fußsohle was ziemlich kitzelte. Jimmy hatte recht scharfe, kleine Krallen.

Laura wusste nicht genau, wieso sie die Spinne so getauft hatte. Die langen Beine erinnerten sie an Fred und der Blick. Und die Spinne war etwa genau so waghalsig, wie Fred. Sie ließ sich oft blitzschnell an einem Spinnenfaden hinunter und pendelte dann über Lauras Kopf hin und her, als wolle sie Laura beeindrucken.

Snape griff nach seinem Umhang und schritt zu Laura hinüber. Das Mädchen drehte sich auf den Rücken. Jimmy sprang flink auf die Rückenlehne.

„Komm!" sagte er und griff Laura am Oberarm.

Er zog sie vom Sofa hoch und sie sträubte sich etwas. „Wieso?" fragte sie etwas gereizt. Es gefiel ihr grad recht gut hier, obwohl nicht Familienabend war.

„Weil du dich nun in deinen Gemeinschaftsraum begibst und dich an deine Hausaufgaben setzt," sagte er endgültig.

„Och," maulte Laura.

Das mit dem besonderen Anstand schien schon wieder etwas nachzulassen, dachte Snape und gab ihr einen strengen Blick.

„Gehst du schon wieder weg?" fragte Laura herausfordernd. „Zu Amélie vielleicht?" das tönte etwas provozierend.

Snape beugte sich zu ihr hinunter und fixierte sie mit seinen onyxfarbenen Augen. „Das, junge Dame, ist nicht deine Angelegenheit," mahnte er sie und unterstrich seine Mahnung mit einem nicht all zu kräftigen, aber doch gut spürbaren Klaps auf ihren Hintern, während er sie Richtung Tür schickte.

Laura streckte die Zunge raus, allerdings konnte er das nicht sehen, da sie in Richtung Tür ging. Dachte sie jedenfalls, aber schon kam die Bemerkung: „Nimm die Zunge rein, sonst könnte sie in meinem Zaubertrank schwimmen gehen!"

s s s s s s s s s

Amélie litt. Sie verzerrte sich nach einem gewissen Zaubertranklehrer. Das konnte doch nicht wahr sein, dachte sie immer wieder.

Das hatte sie doch nicht nötig!

Sie war ihm noch nicht mal näher gekommen, und doch sehnte sie sich, ihn zu berühren. Sie wollte in seinen Armen sein. Er sollte sie festhalten und an sich drücken. Es war zum Haareraufen. Die Zeit verstrich unendlich langsam. Und sie hatte kein Zeichen, nichts von ihm gehört, seit ihrem gemeinsamen Abend. Hatte es ihm nicht gefallen? Hatte sie ihn gelangweilt. Oder hatte er womöglich gemerkt, wie sehr sie sich nach ihm sehnte und das hatte ihn genervt? War es so offensichtlich gewesen? Wenn er an ihr interessiert wäre, hätte er sich doch gemeldet.

Oh Gott, sie musste sich auf ihre Arbeit konzentrieren, schon zweimal in einer einzigen Stunde hatte sie einer Maschine einen falschen Auftrag gegeben und die Naht öffnen und erneut nähen müssen.

Sie konnte die Kundin nicht nochmals vertrösten, dachte sie und riss sich zusammen.

Während Amélie nun ihre Sachen zusammen räumte, stand Laura unter der Dusche und ließ sich das warme Wasser genüsslich über den Kopf regnen.

Nun, da es junge Erstklässlerinnen hatte, fühlte sie sich nicht mehr so klein und mickrig. Ende letztes Schuljahr waren es allmählich nicht mehr viele Mädchen gewesen, die noch so gar nicht entwickelt waren, wie sie. Laura fand, dass sie eigentlich fast aussah, wie ein Junge, naja, bis auf ein Detail, aber sonst war ihr Körper noch überhaupt nicht weiblich. Keine Kurven, keinen Hintern, nichts!

Isabelle, auch eine Zweitklässlerin, die Laura schon letztes Jahr immer etwas für ihre reife Erscheinung bewundert hatte, ging an ihr vorbei und drückte ihr braunes Haar aus, bevor sie ein Tuch um sich wickelte und dann auch noch eines um ihr Haar.

Das Mädchen war viel weiter entwickelt als Laura und hatte schon richtig gut erkennbare Brüste und eine schöne Figur.

Seit Laura vor zwei Tagen beobachtet hatte, wie doof sich Isabelle benommen hatte, als Lockhart lächelnd an ihr vorbei gegangen war und sie mit Namen gegrüßt hatte, fand sie es nicht mehr so besonders erstrebenswert, weiter entwickelt zu sein. Das Mädchen hatte gequietscht wie ein Schweinchen und hatte sich ganz nervös zu ihren Freundinnen umgedreht und gekichert. Also wenn man sich zu so einer Schnepfe entwickelte, mit ein bisschen Hormonen, war es Laura beinahe noch recht, wenn sie noch ein wenig länger ein Kind bleiben konnte.

Und eigentlich sie war gerne ein Kind. Ob sie sich anders fühlen würde, wenn ihr Körper sich veränderte? Und ob ihr Dad sie anders behandeln würde? Würde er sie nicht mehr so nahe an sich ran lassen? Das wäre schlimm, dachte sie besorgt.

Laura schlüpfte in ihren bequemen Trainingsanzug und ging hinunter in den Gemeinschaftsraum.

Natürlich saß Hermine an den Hausaufgaben und Harry und Ron sahen zu, wie die Zwillinge einen Feuersalamander auf dem Tisch mit etwas fütterten.

Laura sah sich um, wo Emma war, aber sie sah sie nicht.

Ginny saß in einer Ecke an einem Tisch und schrieb in ihr Tagebuch. Laura beobachtete sie. Ginny schrieb eifrig und wartete dann nachdenklich. Starrte dabei beunruhigt oder fragend auf ihr Tagebuch, als fände sie die Antwort darin. Manchmal lächelte sie verschmitzt. Ob sie etwas von Harry hinein schrieb? Ron hatte gesagt, sie schwärme für ihn.

Das schien Ginnys Lieblingsbeschäftigung zu sein, denn Laura hatte schon einige Male versucht, sie zu einem Spiel zu überreden und das rothaarige Mädchen hatte fast immer abgelehnt und hatte sich wieder hinter dem Büchlein verkrochen.

Sie schien richtig süchtig zu sein von dem verdammten Ding, dachte Laura. Sie erinnerte sich gut an ihre Cousins, die immer mit so kleinen, piepsenden Computerchen gespielt hatten und nicht davon abzuhalten gewesen waren. Ihr Onkel hatte die Spielzeuge dann unter dem Protest der Jungen in den Abfall geworfen.

Laura wusste, dass sie die Computerchen dann wieder rausgefischt hatten und heimlich weiter gespielt hatten.

Der Salamander, der vorhin auf dem Tisch gelegen hatte, schwirrte nun, immer wieder explodierend, im Gemeinschaftsraum rum, denn er hatte einige Feuerwerkskörper intus, die die Jungen ihm gefüttert hatten.

Die meisten Kinder lachten laut und sahen ihm nach. „Der geht ja ab wie eine Rakete!" lachte Fred.

Wild und verzweifelt schlug der Salamander mit den Beinen um sich. Als die Kracher nachließen, gelang es dem Tier endlich, in den Kamin zu flüchten und ins Feuer zu verschwinden.

„Ihr Tierquäler!" schrie Laura wütend und funkelte die Zwillinge an, die immer noch lachten.

Sie ging mit Tränen in den Augen vor Wut auf Fred und George los, die über Lauras heftige Reaktion erschraken. Laura schlug mit den Fäusten auf die Oberarme von George. Fred wollte sie von ihm weg ziehen. Dabei kassierte er einen guten Kinnhaken. „Tierquäler!" schrie Laura nochmals, bevor sie von den Zwillingen abließ und davon rannte.

Es war ganz still geworden im Gemeinschaftsraum und die anderen Gyffindors sahen ihr erstaunt nach.

Fred und George sahen sich fragend an. „ Die hat wohl nen Flick weg!" sagte George empört. Fred war ungewöhnlich ruhig und zuckte verwirrt die Schultern.

„Ihr Vater benutzt ja auch Tiere für in seine Tränke," sagte er leise zu George.

Hermines Kopf erschien neben ihnen und in ihrem altklugen Ton sagte sie schnippisch: "Aber der quält sie nicht, und schon gar nicht zum Spaß. Das ist der wesentliche Unterschied!"

Sie drehte sich auf ihrem Absatz und stolzierte davon Richtung Mädchenschlafsaal.

S s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s s

Spanien, Herbst 1908

Die spanische Abendsonne brannte heiß auf die Steinmauer, die das dürre Grundstück der Marconas umgab.

Die Familie lebte in einem kleinen Steinhaus mit ein paar Ziegen, die ums Haus liefen und die spärlichen dürren Grashalme zusammen suchten. Ein Esel stand an einen kurzen Pflock, der einige Zentimeter zum Boden hinaus ragte, angebunden und drückte sich an einen kleinen Busch um etwas Schatten zu bekommen.

Ein kleines Mädchen saß auf der Mauer und beobachtete eine Eidechse, die flink in einen Steinspalt huschte. Das dunkelhaarige Kind zupfte ein gelbliches Grashälmchen, welches vorwitzig aus einer Ritze in der Mauer wuchs, aus und kitzelte sich damit an der Nase.

Die Tür des Hauses öffnete sich und das temperamentvolle Gezeter einer Frau war zu hören. Das Mädchen verdrehte die Augen und rieb sich die Nase, die es nun juckte wegen dem Grashalm.

Das war typisch für ihre Mama!

Ihr Vater trat mit einem Ledersack über den Schultern aus dem Haus und schritt auf den Esel zu, dem es offenbar nicht sehr gefiel, dass es Arbeit gab, denn er drückte sich noch mehr in den Busch und legte die großen Ohren an.

Der Vater winkte dem Mädchen zu, als er mit dem Esel davon ging. „Bis später, meine liebe Margarida," sagte er wie immer. Er entfernte sich schnell in seinem leicht humpelnden Gang.

Margarida stand winkend auf der Steinmauer, sah ihm nach und fragte sich einmal mehr, wohin wohl der Vater ging. Die Eltern machten ein ziemliches Geheimnis daraus und nicht ein Wort war ihnen darüber zu entlocken.

Ein Glitzern funkelte in ihren schwarzen Augen und sie sprang von der Mauer und rannte in den Hühnerstall.

Ihre grosse Schwester Edna kniete am Boden des Hühnergeheges und hatte ein flauschiges Küken in der Hand. Sie sprach in hoher Stimme zu dem samtigen Tierchen und lächelte die Schwester an, als sie sie entdeckte.

„Ich glaube das hier ist ein Hahn, was denkst du?" fragte sie und hielt Margarida das bräunliche Küken hin.

Diese zuckte die Schultern. „Komm, Edna, wir schleichen jetzt Papa nach. Ich will nun endlich wissen, wohin der geht!"

Edna setzte das Tier auf den Boden. Das war wiedermal ganz ihre kleine Schwester. So neugierig und wild war sie. Obwohl sie auch häufig stritten, liebte sie das zwei Jahre jüngere Mädchen sehr.

Edna wusste, dass Margarida der Liebling ihrer Mutter war, aber es störte sie nicht. Die Schwester war eben viel offener und lustiger, als sie selbst. Sie beschäftigte sich gerne mit sich selbst oder mit den Tieren.

Aber ihre Eltern hatten ihnen deutlich gesagt, dass es sie nichts anginge, wohin ihr Vater abends manchmal ging und Edna war klar, dass sie schlimm bestraft würden, wenn sie ihm nach schlichen. Auch Margarida, Liebling hin oder her.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, Margarida, du bleibst besser hier," sagte sie.

Das Gesicht der Schwester verfinsterte sich und ihre dunklen Augenbrauen zogen sich verärgert zusammen. „Du bist immer so unendlich brav, Edna, glaubst du, du kommst dann in den Himmel?" neckte das kleine Mädchen, aber Edna lachte nur.

Margarida rannte davon und ignorierte die Rufe der Schwester, die ihr mit besorgtem Gesicht nach sah.

In sicherem Abstand schlich sie hinter ihrem Vater her, der den Esel hinter sich her zog. Margarida wunderte sich, dass der Esel immer so ungerne mit dem Vater mit ging. Mit den Mädchen ging er immer sehr willig mit und war immer sehr folgsam und brav.

Ob ihr Vater den Esel schlug? Na, sie würde es ja nun sehen. Sie traute das aber ihrem Vater nicht wirklich zu, denn er war ein lieber, sanfter Mann.

Nach einer halben Stunde Fußmarsch in der heißen Sonne, gefiel Margarida ihre Idee plötzlich nicht mehr so gut, ihrem Vater zu folgen. Sie schwitzte und war durstig.

Aber sie würde jetzt dran bleiben, wenn sie nun schon mal hier war. All zu weit konnte ihr Papa wohl nicht mehr gehen.

Aus der Ferne sah sie ihren Schulfreund Pablo mit seinem kleinen Bruder Raul, die ihre sieben Ziegen nach Hause trieben. Sie wusste genau, dass Pablo in sie verliebt war. Sie winkte den beiden zu. Pablo gefiel ihr auch ganz gut, aber sie war in Lorenzo verliebt, seit sie denken konnte. Der Junge war aber drei Jahre älter als sie und zeigte keinerlei Interesse an ihr.

Pablo scheuchte mit einem dünnen Stock die Ziegen weiter und als er Margarida kommen sah, wunderte er sich, was sie so weit außerhalb des Dorfes wohl tat.

Das Mädchen gefiel ihm. Ihr glattes, schwarzes Haar und die feinen, schönen Gesichtszüge waren einfach einzigartig, fand der elfjährige Spanier. Ihre Augen so lebhaft und feurig.

Klar war auch ihre Schwester Edna sehr hübsch, aber diese war so ruhig und zurückhaltend. Irgendwie langweilig! Margarida hingegen war lustig und wild.

„Raul, du kannst die Ziegen heute alleine nach Hause bringen, ich muss Margarida schnell was fragen," sagte er zum Bruder.

Dieser lächelte wissend und fragte sofort: „Und was springt für mich raus?"

Pablo seufzte. „Na gut, du bekommst meinen Nachtisch am Sonntag." Als der Bruder den Kopf schüttelte, fügte er hinzu: "Und drei Holzmurmeln."

Raul überlegte einen Augenblick. „Blaue," sagte er und Pablo nickte.

Nun schien der kleine Bruder zufrieden und Pablo rannte dem Mädchen nach. Sie bemerkte ihn nicht, und nun fiel ihm auf, dass sie ja ihrem Vater hinterher schlich. Wieso wohl? Das war ja interessant, er würde sich erst zeigen, wenn er gesehen hatte, wohin der hinkende Mann und das wunderschöne Mädchen gingen. Margarida folgte ihrem Vater unerlaubterweise, soviel stand fest.

Die Familie war sehr sonderbar. Im Dorf wurden sie gemieden, jedenfalls die Eltern. Zum Glück wohnten die Leute etwas außerhalb vom Dorf. Nur in der Kirche sah man sie jeden Sonntag. Pablo mochte Margaridas Mutter überhaupt nicht. Sie war so ein richtiger alter, unzufriedener Drache! Stolz und hochnäsig und streng.

Ein Wunder, dass sie in einem ärmlichen Steinhaus wohnte, man hätte meinen können, sie müsse mindestens einen Palast haben, so hoch wie sie ihre Nase trug.

Der Weg führte weiter den Berg hinauf und Rossario Marconas sah sich immer wieder um. Der Esel ging nun noch unwilliger mit und der Mann musste ihn richtiggehend ziehen.

Pablo wusste, dass dieser Berg ein alter Vulkan war und die Leute behaupteten, er sei immer noch aktiv, wenn auch gering. Jedenfalls hörte man manchmal ein Grollen. Er musste am Sonntag in der Kirche immer beten, dass der Vulkan nicht ausbrechen würde. Es war ihnen auch verboten, zu nahe an den Berg heran zu gehen. Niemand tat das!

Plötzlich blieb Margaridas Vater stehen und band den Esel, der nun ängstlich die Augen rollte, an einem dürren Baum fest. Der Mann sah sich nochmals um und wedelte mit einem kleinen Stock.

Der Junge schlich sich näher und quetschte sich in einen Busch. Da war ja eine riesige Höhle!

Etwas Rauch stieg aus dem Eingang und löste sich dann allmählich auf. Das war seltsam, er war doch auch schon in den Bergen gewesen und hatte noch nie was von einer Höhle gehört und sie noch nie bemerkt.

Wo war jetzt Margaridas Vater? Es schien, als habe er sich in Luft aufgelöst. Wahrscheinlich war er in die Höhle gegangen.

Margarida hatte sich hinter einem Felsen, nahe des Einganges einer Höhle versteckt, in der ihr Vater scheinbar verschwunden war. Pablo sah sie neugierig hinter dem großen Stein hervor spähen.

Was war in der Höhle bloß versteckt, fragte sich das Mädchen neugierig und schlich etwas näher. Etwas, das sie nicht sehen sollte. Vielleicht ein Schatz?

Margarida war intelligent und wusste, dass ihr Vater kein armer Schlucker war, wie die Leute im Dorf dachten.

Ihr Haus sah für Muggel zwar klein und halb zerfallen aus, aber in Wirklichkeit war es gross und elegant. Im Innern jedenfalls. Es war eben ein magisch verändertes Haus und die Dinge, die sie besaßen, konnte man sich sicher nicht vom Ziegenhüten leisten.

Margarida schlich noch näher, unbemerkt gefolgt von Pablo.

Rosario Marconas trat in die Höhle, wo es sehr warm, eher noch heiß, war.

Es wusste, dass er ein hohes Risiko einging, bei dem, was er tat. Nicht nur, dass es illegal war, sondern auch sehr gefährlich. Gefährlich, deshalb, weil er lebenslänglich in einem Zauberergefängnis dahin siechen würde, wenn es jemand rausfinden würde. Andererseits weil die Tiere, die er hier hielt, nicht gerade Kuscheltiere waren. Aber die Eier waren so wertvoll, dass sie ihn zu einem sehr reichen Mann gemacht hatten.

Drachen zu halten, war im Moment der Trend der ganz reichen Zaubererfamilien und ein Macht- und Statussymbol. Da das Ministerium bemüht war, die Drachenzahl in Grenzen zu halten, war zwar das Halten (unter großen und teuren Sicherheitsstandarts) erlaubt, nicht aber das nachzüchten. Auch, weil brütende Weibchen unglaublich gefährlich waren. Aber es war absehbar, dass das Drachenhalten verboten würde.

Drachen brauchten sehr viel Hitze und das hier war der ideale Ort um Drachen zu halten. Er brauchte ja nur zwei, da die Eier das waren, was sich wirklich rendierte. Sie mussten mindestens einen Monat von einem Drachenweibchen bebrütet sein, bis man sie vom Feuer weiter ausbrüten lassen könnte. Erst nach einem weiteren Monat im Feuer, konnte es auch abkühlen und verkauft werden. Die Entwicklung des Embryos konnte in dieser Phase für ein paar Tage gestoppt werden, ohne dass er abstarb. Das war dann der Moment, wo Rosario Geld machen würde, mit den Eiern. Viel Geld.

Ja, es war nur eine Frage der Zeit, bis das Zaubereiministerium die Strafen für illegalen Drachenzucht und dem Verkauf von solchen verschärfen und verfolgen würde. Aber bis dahin würde er noch gute Geschäfte tätigen.

Mit Desillusionierungszauber und einen Schutzzauber vor der Hitze betrat er die Höhle. Dann schlich er sich an dem Weiblichen Drachen vorbei in den hinteren Teil der großen Höhle, wo es nicht mehr ganz so heiß war. Er hatte sich vor Jahren nicht gut genug geschützt und das hatte ihm eine unheilbare Narbe am Bein eingebracht, durch die er nun seinen Fuß nicht mehr biegen konnte.

S s s s s

Margaridas Augen fielen ihr beinahe aus dem Kopf, als sie die Höhle betreten hatte und sich der Rauch etwas gelichtet hatte. Sie blinzelte ungläubig als sie ein riesiges Monster vor sich sah. Es saß auf einem gewaltigen Haufen Äste, das wie ein überdimensionales Vogelnest aussah.

Der silberne, beinahe durchscheinende Drache mit den roten Augen schien zu brüten. Margarida starrte das riesige Wesen an. Sie spürte die Hitze kaum vor lauter Staunen.

Gänsehaut bildete sich auf den Armen des zu tiefst beeindruckten Mädchens. Das Monster schien sie nun auch entdeckt zu haben. Starr vor Schreck starrte das Kind in die roten Augen, die sie fixierten.

Margarida wollte von dem Tier zurückweichen. Sie wollte schreien, aber brachte keinen Ton raus. Eigentlich hätte sie das Tier längst verschlingen könnten, dachte sie und war überrascht, dass sie überhaupt denken konnte, bei diesem Anblick.

Sie starrte einfach auf den Drachen. Eigentlich war er schön. Doch sie sollte nicht hier sein, dachte sie, als das ungeheurer beeindruckende Tier seine Nüstern blähte und geräuschvoll die Luft einsog.

Für das Kind sah das beinahe so aus, als lächle der Drache.

Margarida entspannte sich und lächelte zurück.

Noch ehe sie erschrecken konnte, noch ehe sie den Boden berührte, war sie tot. Das Lächeln noch auf ihrem Gesicht, das fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt war.

S s s s

Niemand sah den kleinen Jungen, der Stunden später starr und schreckensbleich davon stolperte.

Niemand wusste, wieso man Pablo erst am nächsten Morgen fand, wie er einige Kilometer vom Dorf entfernt verwirrt auf einem Acker herum irrte.

Niemand wusste, warum der Junge Monate kein Wort mehr sprach und niemand wusste, dass Pablo sein schreckliches Erlebnis erst sehr viele Jahre später seinem erwachsenen Enkel anvertrauen würde.

TBC...