Wow, danke euch allen herzlich für die tollen Reviews. Freut mich sehr, eure Meinung zu den Kapiteln zu hören und es motiviert mich sehr, schnell weiter zu schreiben.
Trotzdem muss ich auf euer Verständnis und eure Geduld hoffen, denn im Normalfall ist es mir nicht möglich, mehr als einmal wöchentlich ein neues Kapi zu posten, da meine Familie, mein Job , Hobbies, usw. natürlich auch meine Aufmerksamkeit beanspruchen :-D
Der lieben scientific ida, die sich immer die Zeit nimmt (obwohl sie nicht immer sehr viel freie Zeit hat) betazulesen , möchte ich herzlich Danken. Das ist wirklich super lieb!
Dani, danke vielmals für dein Review, und sorry, wegen dem warten. (siehe meine Erklärung oben) Danke für die Kekse, und ehmm Mord und Totschlag kann ich nicht bieten, *grins* hoffe aber, das nächste Kapi gefällt dir trotzdem. (Vor allem, weil ich dich nicht lange habe warten lassen ;-)
Liebe Grüsse an alle und bitte einen Kommentar hinterlassen, wenn es euch möglich ist. Bin immer sehr gespannt auf eure Gedanken...
s s s s
Snape gefiel nicht, was in der Schule vor sich ging. Das roch sehr nach den Machenschaften gewisser Diener des dunklen Lordes.
Aber was genau wurde hier gespielt? Was hatte es mit dieser Kammer auf sich? Viele Spezialisten waren schon im Schloss gewesen und hatten ihre Untersuchungen gemacht, ohne etwas zu finden.
Die alten, magischen Wände von Hogwarts hielten wohl noch mehrere Geheimnisse verborgen.
Mächtige Zauberer hatten dieses Schloss errichtet, und was sie alles hier eingebaut hatten, wusste niemand. Es war sehr schwierig, geheime Verstecke oder Ähnliches zu finden. Konnte diese Kammer existieren? Hatte das Schloss noch viele Geheimnisse?
Snape schritt rasch vom Slytheringemeinschaftsraum zu seinen Quartieren. Er hatte seinen Schülern klar gesagt, wie sie sich zu verhalten hatten. Er würde es nicht dulden, dass sie kreuz und quer durchs Schlossgelände rannten, bei dem, was hier vor sich ging! Sie hatten sich, wenn nicht gerade Unterricht war, in ihrem Gemeinschaftsraum zu befinden oder in Gruppen von mindestens drei Kindern durchs Schloss zu bewegen.
Wieder einmal zahlte sich aus, dass er so strikte war, mit den Kindern aus seinem Haus. Er wusste, dass er sich darauf verlassen konnte, dass die Kinder keinen falschen Schritt wagen würden.
Nun würde er auch noch seiner wilden Tochter ins Gewissen reden. Er wollte kein Risiko eingehen und er würde ihr deutlich sagen, wie unerfreut er sein würde, wenn sie im Schloss umher schlich.
Als er die Tür zu seinen Privaträumen erreicht hatte, hörte er Fußgetrappel in der Nähe. Er drehte sich um und sah ein paar ältere Ravenclaws feixend und neckend in einen anderen Gang verschwinden. Genau das würden seine Schüler und seine Tochter in nächster Zeit nicht mehr tun, dachte er ernst.
Er setzte sich an seinen Tisch im Büro, doch stand er gleich darauf wieder auf. Es machte ihn ganz hibbelig, dass er nichts Sinnvolles tun konnte, um etwas heraus zu finden, was hier vor sich ging.
Er musste noch den Trank für Remus fertig brauen. Dann würde es wieder für ein paar Monate reichen. Severus war dankbar für die Ablenkung. Er war innerlich sehr angespannt, nicht nur wegen dem, was hier ab ging. Er hätte gerne dem Drang nachgegeben, irgend etwas, das in tausend Scherben zerspringen würde, an die Wand zu klatschen.
Er war bereits seit einer Woche mit dem Trank beschäftigt, weil dieser immer wieder stundenlang stillstehen und ziehen musste. Nun musste er nur noch eine Zutat beifügen.
Der Tag war anstrengend gewesen und er war froh, dass nun Wochenende war. Er würde den Abend mit seiner Tochter genießen. Es würde ein ruhiger Abend werden, dachte er und hoffte, dass sich sein Gemüt bis dahin beruhigt hatte.
Er hoffte, dass Laura ihre Hausaufgaben gut erledigt hatte, sonst war der Ärger vorprogramiert.
Er musste wieder strenger sein, nach dem wie es in letzter Zeit gelaufen war. Er würde solches Gekrakel nicht dulden. Und er würde nicht nachlassen und milder werden mit ihr. Er wusste, dass es viel wichtigere Dinge gab für sein Kind als die Schule. Wahrscheinlich kam das Bewusstsein über die Wichtigkeit einer guten Ausbildung erst etwas später.
Sie sollte sich ein Beispiel nehmen an Miss Granger, dachte er, stützte seinen Kopf in seine Hände und massierte sich die Schläfen.
Seine Hände hatten die Ruhe nicht, sich Feinarbeit zu widmen. Er brauchte eine aktivere Beschäftigung als Brauen, sonst würde tatsächlich noch etwas fliegen.
Mit großen Schritten ging er zur Tür und schloss sie unsanft hinter sich. Er stürmte durchs Schloss, als sei jemand hinter ihm her. Rasch schritt er in die große Halle und die vereinzelten Schülergruppen, die ihm begegneten, wichen verängstigt aus.
Seit dem Zwischenfall mit dem Carismal hatte er nichts mehr von Amélie gehört. Natürlich war es noch nicht sehr lange her. Vielleicht sollte er sich anstandshalber nach ihrem Befinden erkundigen?
Laura hatte gesagt, sie habe Amélie per Brief zu dem Quidditchspiel am Wochenende eingeladen.
Es kam öfters vor, dass Eltern der Spieler oder andere Verwandte zu den Spielen kamen. Also wäre das nicht auffällig oder so.
Vielleicht gäbe es dann da Gelegenheit, sich mit ihr zu unterhalten und sich zu vergewissern, dass sie keinerlei Schaden davon getragen hatte, was eigentlich nicht zu erwarten war.
Ob ihr bewusst war, was sie ihm da alles gesagt hatte unter dem Einfluss des Carismalengiftes? Ob sie sich an den Kuss erinnern konnte, den sie ihm so spontan gegeben hatte, und ob sie es wohl bereute?
Hatte sie sich nicht mehr bei ihm gemeldet, weil sie sich schämte und Angst hatte, er könnte das alles missverstanden haben?
Er hatte nicht bemerkt, dass er stehen geblieben war und das Bild einer altmodisch gekleideten Frau anstarrte. Er schüttelte den Kopf über sich selbst.
Das mit Amélie war erst ein paar wenige Tage her, also wieso hätte sie sich schon wieder melden sollen.
Dass er sich so viele Gedanken darüber machte, nervte ihn ziemlich. Die Frau im Bild zwinkerte ihm zu, worauf er ihr einen nicht gerade charmanten Blick gab. Die ältere Portraitdame sah ihm beleidigt hinterher, als er davon rauschte.
S s s s
„Hier!" sagte Hermine und kam mit einem dicken Buch zu den Freunden herüber, die in einer Ecke des Gemeinschaftsraumes saßen.
„Nun weiß ich auch, wieso ich den nicht gesehen habe!" Sie legte den Freunden das Buch vor die Füße und kniete sich auch hin.
„Testrale!" sagte sie und tönte sehr nach Lehrerin, als sie hinzufügte: "Nur wer den Tod gesehen hat, kann sie sehen. Für alle anderen sind sie komplett durchsichtig. Sie ziehen übrigens auch die Kutschen nach Hogwarts. Deshalb haben wir gedacht, sie würden von unsichtbaren Pferden gezogen, was ja auch auf eine Art stimmt, nur dass es Testrale sind."
„Die sehen ja echt nicht nach Kuscheltieren aus," bemerkte Ron.
Laura staunte. „Ja, so einer muss das gewesen sein, gestern," sagte sie, während sie das Bild des gemalten Testrales ansah.
„Testrale sind eigentlich sehr gutmütig, einfach nicht besonders hübsch," lächelte Hermine.
„Moment," sagte Laura und sah Harry aufgeregt an. „Dann könnte es ja auch sein, dass es mit der Stimme, die Harry gehört hat, genau so ist. Man muss den Tod gesehen haben," meinte sie.
Harry schien über diese Vermutung ziemlich erleichtert. Eine logische Erklärung war genau das, was er brauchte.
„Ja, Harry war ja beim Tod seiner Eltern auch dabei," meinte Ron.
Hermine schüttelte bestimmt den Kopf. „Nein," sagte sie und die Freunde sahen sie an. „Ich weiß nicht, ob Harry das mitbekommen hat. Er war noch sehr klein. Aber wenn es mit der Stimme dasselbe wäre, hätte Laura sie doch auch gehört, nicht wahr?"
Nachdenklich nickten die Freunde. „Vielleicht muss man, um die Stimme zu hören, eben nicht den Tod gesehen haben. Vielleicht braucht man andere Voraussetzungen," vermutete Laura. „Vielleicht muss man per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sein, oder man muss gerne Schokoladenkuchen essen," sagte sie und Emma kicherte.
Hermine blieb ernst. „Jedenfalls hab ich eine Idee, wie wir Malfoy ausspionieren könnten," sagte sie und holte ein anderes Buch aus der Tasche.
S s s s s
Es war eine ziemlich neue Erfahrung, für Laura, dass ausgerechnet Hermine, die vernünftige Hermine sie zu überreden versuchte, bei ihrem Vater ein paar Zaubertrankzutaten 'auszuleihen'?
Ausgerechnet so einen komplizierten Trank wollte Hermine heimlich brauen. Aber Laura musste zugeben, dass die Idee brilliant war. Schade nur, dass es so lange dauern würde, bis der Trank einsatzfähig war.
„Laura, er merkt es nicht!" sagte Hermine überzeugt. „Der hat so viele..."
Nein, Laura würde sich nicht überreden lassen!
„Ich bekomme gröberen Ärger, wenn ich das wagen würde. Er hat es mir ganz klar gesagt. Weißt du noch, als ich für Fred und George die Marpleessenz hätte klauen sollen? Da bin ich mit einem blauen Auge davon gekommen und das nur, weil ich es rechtzeitig zugegeben habe. Und als dieser Trank vor ein paar Wochen verschwunden ist und in meiner Tasche war, da konnte ich sehr glücklich sein, dass Dad mir geglaubt hat."
Laura klang entschlossen und Hermine nickte. Eigentlich war sie ja froh, dass Laura vernünftiger geworden war.
Hermine seufzte. „Aber brauen hilfst du mir doch, oder?" fragte sie hoffnungsvoll. Ohne die Hilfe der Freundin würde das Brauen eines so komplizierten Trankes schwierig sein. Und Laura hatte mehr Übung.
Die Sache war ziemlich verzwickt, dachte Laura.
Hermine hatte ihr damals auch geholfen, mit Brauen und sie wollte die Freundin nicht enttäuschen. Sie hätte den Liebestrank für Steve wohl auch nicht alleine brauen können. Hermine hatte ihr geholfen, obwohl es verboten war.
Aber Laura hatte wirklich nicht die geringste Lust auf Ärger mit ihrem Vater. Wenn der sie nochmals beim unerlaubten Brauen eines Trankes erwischen würde, würde er ihr den Hintern versohlen, dass ihr Hören und Sehen verginge. Und er würde enttäuscht sein von ihr, und das würde sie nicht ertragen.
Laura biss sich auf die Unterlippe, als sie Hermine entschuldigend und beschämt ansah.
„Mein Dad würde mir die Hölle heiß machen," sagte sie und fühlte sich miserabel. Sie hätte Hermine gerne geholfen. Und es wäre für sie eine Herausforderung gewesen.
„Außerdem hat er mir gesagt, dass das wirklich gefährlich sein kann. Es können schreckliche Unfälle geschehen," warnte sie. Ihr Vater hatte ihr einige Beispiele erzählt und das hatte sie beeindruckt.
„Das Risiko ist deutlich kleiner, wenn du mir hilfst," sagte Hermine.
Aber das Risiko, richtig Ärger zu bekommen, stieg dafür drastisch, wenn sie nur schon daran dachte, Hermine zu helfen. Sie traute es Hermine zu, den Trank brauen zu können, denn die Freundin war ziemlich vorsichtig und zuverlässig.
„Mein Dad findet immer alles raus," jammerte Laura. „Vielleicht ist es doch nicht so eine gute Idee, mit dem Trank," versuchte sie, das Unglück abzuwenden.
Hermine schien über Lauras Worte nicht glücklich und schon war Verstärkung für das sonst so überlegte und intelligente Mädchen im Anmarsch.
„Wann können wir beginnen?" fragte Ron eifrig und sah von einem Mädchen zum anderen.
Hermine sah nun etwas ärgerlich aus. „Laura macht nicht mit!" sagte sie etwas anklagend. Laura fühlte sich schrecklich.
War sie zu egoistisch? Wollte sie nur ihren eigenen Hintern retten, im wahrsten Sinne des Wortes?
Seltsamerweise war es Ron, der ihren Kummer zu verstehen schien und Verständnis hatte. „Kann ich irgendwo nachvollziehen," sagte er und Laura gab ihm einen dankbaren Blick. Auch Harry nickte jetzt. Er hatte eine gute Ahnung davon, wie tief Laura in Schwierigkeiten stecken würde, wenn sie das wagen würde.
„Dann überlegt ihr euch doch mal einen schlauen Plan, wie wir etwas aus Malfoy raus bekommen!" sagte Hermine schnippisch.
„Nett, dass ihr mich nicht mehr einweiht, wenn ihr Pläne schmiedet!" klang plötzlich die ärgerliche Stimme von Emma.
Laura sah sie schuldbewusst an. Sie war der Freundin so gut es ging ausgewichen, in letzter Zeit. Sie hielt es einfach nicht mehr aus, wenn Emma so anhänglich war und sie beschlagnahmte. Sie fragte sich immer wieder, ob vielleicht doch Emma ihr vor ein paar Wochen den Zaubertrank untergejubelt hatte aus Eifersucht oder Rache, dafür dass sie ihre Zeit nicht ausschließlich mit ihr verbrachte. Immer wieder schob sie aber den unangenehmen Gedanken zur Seite. Sie fühlte sich scheußlich, solche Vermutungen gegenüber ihren treuen Freunden zu hegen. Emma sah wirklich ziemlich beleidigt aus.
Oh Gott, gleich zwei verärgerte Mädchen. Wahr wohl Zeit, die Flucht zu ergreifen, dachte Laura verzweifelt.
„Wir wollten dir gerade sagen, dass Hermine mit dir den Vielsafttrank brauen möchte. Wir brauchen nur noch ein paar Zutaten," sagte Ron und lächelte Emma freundlichst an. „Wir wollten dich eben fragen, ob du die besorgst."
Das Mädchen streckte ihm die Zunge raus. "Dafür bin ich wohl dann gut genug, was?" zischte sie.
Laura, die im Schneidersitz auf dem Teppich gesessen hatte, kniete sich hin und lächelte. "He! Ich habe eine gute Idee!" sagte sie aufgeregt und alle sahen sie an. "Ich hab mal ein Buch gelesen," begann sie und wurde gleich von Ron unterbrochen.
„Schön!" sagte der rothaarige Freund grinsend. "Dann ist also Herminchen nicht die einzige Leseratte."
Laura funkelte ihn an. "Sei doch jetzt still!
Aber ja, Ratte ist genau ist das Stichwort. In dem Buch waren ein paar Leute mit dem Flugzeug im Dschungel abgestürzt. Und weil sie nicht wussten, was essbar und was giftig war, haben sie sich eine Ratte gefangen und sie als Vorkoster gebraucht. Wir könnten doch auch eine Ratte fangen und sie als Vorkoster für den Trank benutzen."
„Hab ich da gerade das Wort Vorkoster gehört?" fragte plötzlich eine Stimme neben ihnen. Niemand hatte die Zwillinge kommen gesehen. Sie waren zu sehr mit sich selber beschäftigt gewesen.
Fred lächelte breit und sah frech zu den sitzenden Kindern hinunter. „Freiwillige Vorkoster dürfen sich jederzeit melden."
„Da besteht immer Bedarf," ergänzte George.
„Haut ab!" fauchte Ron böse, doch wie er schon erwartet hatte, hörten die Zwillinge gar nicht hin.
„Ihr plant doch etwas Spannendes, nicht wahr?" fragte Fred und sah die Freunde unschuldig lächelnd an.
„Geht dich nichts an!" sagte Ron wieder und wieder wurde er ignoriert.
Hermine gab den Zwillingen einen etwas missbilligenden Blick, und sagte: „Das ist geheim. Aber ihr könntet uns bestimmt eine Ratte besorgen, oder?"
George grinste breit. „Kein Problem, Schätzchen. Glücklicherweise haben wir einen kleinen Bruder, der so ein nutzloses Tierchen besitzt. Ich hol sie gleich," foppte er und Ron wurde knallrot vor Ärger.
„Natürlich nicht Krätze!" sagte Laura und verdrehte die Augen. Mit ihrem Fuß kickte sie sanft an seinen Oberschenkel. „Eine Kanalratte oder so."
Fred nickte und schnappte sich Lauras Fuß, als sie nun auch ihm mit der Fußsohle einen spielerischen Stoß gab, und zog an der Spitze der Socke. „Kein Problem," sagte er und lächelte verschmitzt.
„Heee!" schimpfte Laura als Fred ihr die Socke, die er schlussendlich vollends von ihrem Fuß gezogen hatte, zuwarf.
„Aber nicht um sonst," mischte George sich rasch ein und sah Fred kurz tadelnd und vielsagend an. Was war in den Bruder gefahren? dachte George. 'Der hat das jetzt aber nicht einfach so tun wollen? Der musste sich tatsächlich in das kleine magere Kindchen verguckt haben,' dachte er spöttisch. Er selbst konnte mit solchen Kindern nichts anfangen. Er hatte ein Auge auf Isabelle geworfen, die schon etwas weiblich und sehr hübsch war.
„Was wollt ihr?" fragte Hermine kühl. Emma sah nicht gerade glücklich aus, dass sich die beiden rothaarigen Jungs da einmischten. Sie mochte sie nicht besonders, was gegenseitig der Fall zu sein schien.
„Ich schenke euch meine Socke," bot Laura verschmitzt grinsend an und hielt die blauschwarz gestreifte Socke hin. Sie bekam aber nur eine Grimasse zu sehen und zog sich die Socke schulterzuckend wieder an.
„Wir möchten auch mitmachen," sagte George und blinzelte Hermine an. „Ihr wollt doch Malfoy ausspionieren, nicht? Und wir wollten schon immer mal in den Gemeinschaftsraum der Slytherins."
Alle Kinder sahen die Zwillinge erschrocken an und diese lachten überlegen. "Woher wisst ihr das?" fragten beinahe alle aus einem Mund.
„Wir haben so unsere Mittel und Wege," grinste Fred. „He, ist das Buch nicht aus der verbotenen Abteilung?" fragte er erstaunt. „Wie hast du das bekommen?"
Hermine lächelte spöttisch und auch etwas stolz. „Ich hab da so meine Mittel und Wege."
S s s s s
Amélie war aufgeregt. Nicht wegen des Quidditchspiels, natürlich. Sie würde Severus sehen.
Was sie bedrückte war, dass Laura sie eingeladen hatte und nicht ihr Vater. Wollte er nicht, dass sie kam? Vielleicht wusste er es auch gar nicht.
Sie bürstete ihr kastanienbraunes Haar und fragte wie immer den Spiegel, was er von ihrer Frisur hielt. Das war schon seit ihrer Kindheit ein Ritual zwischen ihr und dem alten Spiegel.
Wie immer schmeichelte ihr dieser charmant und Amélie lächelte. Sollte sie die Haare zusammenstecken oder offen lassen?
Wie konnte man nur so aufgeregt sein, wegen eines Quidditchspiels, ärgerte sich Amélie über sich selbst. Vielleicht sah sie ja Severus nicht einmal. Der saß bestimmt bei den Lehrern und nach dem Spiel würde sie dann wieder nach Hause gehen, wie die anderen Gäste. Und ihre verdammten Haare taten auch nicht das, was sie wollte, sie standen überall heraus, wo es nicht passte. Wütend zerzauste sie ihr Haar ganz wild und musste dann lachen, als sie in den Spiegel sah und dieser trocken meinte: "Sehr kreativ!"
S s s s
In Hogwarts war zur selben Zeit Harry ziemlich nervös. Er zog sich um für das Spiel. Hatten sie eine Chance, wenn die Slytherins alles neue Besen hatten? Die Besten der Besten? Diese Malfoys mussten im Geld schwimmen!
Er fand es schade, dass Remus nicht hier sein konnte, um das Spiel mitanzusehen. Er würde etwas weitaus Unangenehmeres durchmachen im Moment, dachte Harry mitleidig.
In einer halben Stunde würde es los gehen, dachte Harry und Wood rief seine Mannschaft zusammen, um nochmals die neuen Strategien durch zu gehen.
S s s s
Laura wartete mit Emma auf Amélie vor dem Quidditchfeld. Als sie die junge Frau kommen sah, ging sie freudig auf sie zu. Sie umarmte Amélie und auch Emma begrüßte sie. Sie kannten sich ja schon von den Sommerferien.
Heimlich sah sich Amélie um, ob sie irgendwo den Vater des Kindes an ihrer Hand erblickte.
Aber sie sah vor allem viele Schüler, einen kleinen Lehrer, der nicht größer war, als die kleinsten Schüler und da kam Lockhart mit wehenden goldblonden Locken. Die Blicke vieler Mädchen und ihr Gekicher folgten ihm, was er sichtlich genoss. Er zwinkerte Amélie zu.
Plötzlich stellte sich ihnen jemand in den Weg. Laura sah vom Stock des Mannes hinauf zu dessen höhnisch lächelndem Gesicht und dem langen, weißblonden Haar.
Lauras Augen verengten sich sofort, als sie Mr. Malfoy erkannte. Sie hatte ihn schon einmal in der Winkelgasse getroffen.
„Wen haben wir denn da?" fragte die aalglatte, selbstgefällige Stimme. „Das ist ja die junge Miss Snape, nicht wahr?" Er sah sie überheblich an und musterte dann Amélie.
„Allerliebst," kommentierte er und ließ seine Augen auf der jungen Französin ruhen. „Lucius Malfoy," sagte er dann und streckte Amélie seine Hand entgegen, nachdem er seinen Handschuh ausgezogen hatte.
„Angenehm!" sagte Amélie, der es aber alles andere als angenehm schien. „Amélie Delais," stellte sie sich kurz angebunden vor.
„Tut mir unglaublich Leid, Sir, die nette Unterhaltung abbrechen zu müssen, aber wir möchten uns gerne das Spiel anschauen!" sagte Laura. Der erste Teil des Satzes war zuckersüß gesprochen. Gegen Ende wurde Laura allerdings immer deutlicher und etwas herausfordernd und frech.
Malfoys Augen lösten sich ungerne von Amélie, glitten dann aber doch zu dem Mädchen neben der Französin. Malfoy sah sie von oben herab an. Ihre Blicke schossen tausende von Pfeilen in den Mann.
„Bedauerlich, dass Ihr Vater Ihnen immer noch keine Manieren beigebracht hat," höhnte er und seine Augen verengten sich für den Bruchteil einer Sekunde.
Laura blitzte ihn nur unfreundlich an, reckte stolz das Kinn und dachte, dass es schade war, dass der Mann nicht Gedanken lesen konnte. Sie kochte vor Wut. Und Malfoy sah sie an, als wäre sie Ungeziefer.
„Schade, dass Sie nicht merken, wenn Ihre Gegenwart überflüssig ist, Sir. Muss in der Familie liegen," erwiderte sie dann. Sie wusste, dass das sehr frech war , äusserst frech und Malfoy spielte nun demonstrativ mit seinem Stock, den er ihr unmissverständlich am liebsten übers Fell gezogen hätte. Lauras Herz klopfte schnell, denn sie konnte Malfoy Senior nicht einschätzen. Ihr Vater wäre sehr unerfreut über den frechen Mund seiner Tochter. Selbst, wenn es zu Malfoy Senior war.
Sie versuchte, ihre Nervosität zu verbergen und wollte sich an dem Mann vorbei schieben. Sie spürte, dass Amélies Griff an ihrer Hand stärker geworden war.
„Auf Wiedersehen, Mr. Malfoy," sagte die junge Frau rasch und zog Laura mit sich. Sie war ziemlich erschrocken, über Lauras freches Benehmen, obwohl ihr der Mann auch sehr unsympatisch war. Das konnte gefährlich sein, wenn man zu viel Mut hatte, solchen Leuten gegenüber.
Sie sah Laura an und diese sah etwas schuldbewusst aus. „Dieser Mann ist gefährlich Laura. Du solltest vorsichtiger sein und ihn nicht reizen. Ich weiß, dass er dich auch provoziert hat und dass du ihn nicht magst, aber was du hier gerade gesagt hast, geht wirklich nicht."
Laura biss sich auf die Lippen und nickte dann. Sie wusste, dass Amélie recht hatte und sie deutlich zu weit gegangen war, aber sie hatte sich nicht zurückhalten können. Der war so ein Scheusal!
Amélie stieg die Treppen hinauf zu den Sitzplätzen der Gryffindors. Natürlich würde Severus nicht hier das Spiel mitverfolgen, dachte sie bedauernd.
Sofort suchten ihre Augen, ob sie irgendwo Severus entdeckte. So groß und dunkel würde er schon auffallen!
Einige der riesigen Pfosten waren ziemlich weit weg und da war es unmöglich, jemanden in den ganzen Leuten zu entdecken.
„Spielst du auch gerne Quidditch?" fragte Amélie das Mädchen, dass sich neben sie gesetzt hatte. Mit ihren großen schwarzen Augen, die Amélie sehr an die von Snape erinnerten, sah Laura sie an und nickte eifrig.
„Ja, am Anfang hatte ich Angst, aber nun finde ich es ganz toll. Die Zwillinge und Ron haben mir schon viele Tricks beigebracht," erzählte sie stolz. „Kannst du auch gut fliegen?" fragte Laura und blinzelte etwas, da es ziemlich hell war und sie geblendet wurde.
Amélies Gesichtsausdruck änderte sich etwas, was Laura überraschte. Hatte sie etwas was Falsches gefragt?
„Nein," antwortete Amélie knapp und sie sah aufs Feld hinunter.
Schon kamen die Teams herein marschiert und Amélie sah sofort Harry, den sie an Severus' nachträglichem Geburtstagsfest zusammen mit Remus Lupin, dem Freund von Severus, kennengelernt hatte.
Sie merkte, dass Laura sie immer noch ansah, dann aber ihre Aufmerksamkeit auf die Mannschaften richtete.
Das Spiel begann und es interessierte die junge Französin nicht so besonders. Mehr konzentrierte sie sich darauf, den schwarz gekleideten Mann zu entdecken.
Plötzlich sah sie ihn. Ihr Herz machte einen Hüpfer und sie bemerkte erst, dass etwas Sonderbares vor sich ging, als Laura sich an ihrem Arm fest klammerte.
Einer der Klatscher verfolgte Harry richtig gehend. Der Junge war ziemlich hoch oben und Amélie blieb beinahe das Herz stehen. Es war totenstill auf dem Platz und die meisten erwachsenen Zauberer hatten den Zauberstab gezückt.
Sie trauten sich aber nicht einen Zauberspruch los zu lassen, bei den vielen Kindern, die in der Luft rumsausten und Harry, der wie ein Stuntman Loopings und Schrauben drehte, um dem wild gewordenen Klatscher zu entkommen.
Amélie legte automatisch einen Arm um Lauras Bauch, die vor ihr aufgestanden war und eine Hand vor den Mund hielt. Laura hielt den Atem an und betete still, dass der Klatscher Harry nicht vom Besen hauen würde.
Sie schrie, als der große Ball Harry am Arm erwischte und fluchte, als dieser daraufhin nicht sofort landete. Hatte er irgendwelche Todeswünsche? fragte sich das Mädchen und schien nicht die einzige zu sein. Hermine neben ihr schimpfte auch und war ganz bleich.
Viele jubelten, als Harry den Snitch gefangen hatte und ziemlich unsanft landete. Er blieb wie tot liegen und alle rannten zur Treppe um zu Harry zu gelangen.
S s s s s
Snape fluchte unschön, als er endlich bei Harry war und gerade noch hörte, wie Lockhart einen Zauberspruch sagte, von dem Severus wusste, dass er nichts Konstruktives bewirken konnte.
„Ich kann das wieder richten," sagte Lockhart versucht lässig, als Harry erschrocken seinen gummigen Arm betrachtete.
Severus fasste den berühmten Gilderoy am Kragen und zog ihn unsanft zu sich. „Du hast wohl genug Schaden angerichtet, du Pseudo-Held, lass deine Finger von dem Jungen!" zischte er zwischen seinen Zähnen durch und brauchte seine ganze Selbstbeherrschung, um ihm nicht einen üblen Zauber an zu hexen. „Rühr ihn nochmals an und deine Schmalzlocken sind das einzige, an dem man dich noch erkennt," sagte er mit Gift getränkter, leiser Stimme. Seine Augen schossen unsichtbare Pfeile, die aber sein Opfer präzise zu treffen schienen, denn Lockhart vergass sogar heldenhaft und mutig auszusehen.
Severus spürte, wie der kleinere Mann zitterte und ließ ihn abschätzig los. Er stolperte schnell ein paar Schritte davon und richtete dann seine Kleider, während er sich umsah, ob jemand Zeuge seiner Schmach geworden war.
Snape sah, wie Dumbledore Harry sofort zur Krankenstation brachte.
Einige der umstehenden Schüler gaben ihrem Tränkelehrer erstaunte Blicke. Sie hätten nie gedacht, dass Snape für Harry Potter einstehen würde. Vielleicht konnte er aber auch nur den viel beliebteren, hübschen Lehrer nicht ausstehen und hatte deshalb so heftig reagiert.
Severus sah sich um.
Seine Tochter und ihre Freunde folgten dem verletzten Freund aufgeregt zur Krankenstation. Amélie hatte er von seinem Sitz aus gesehen, aber nun schien sie entweder nach Hause gegangen zu sein, oder sie war noch irgendwo unter den vielen Leuten.
Es war nur natürlich, dass Laura bei ihrem Freund sein wollte, dachte Amélie und war ziemlich enttäuscht, dass sie nun keine Gelegenheit mehr haben würde, Zeit mit Snape zu verbringen. Sie hatte sich so gefreut und sie hatte so gehofft.
Niedergeschlagen ging sie durch die Schüler und Lehrer hindurch. Sie konnte nicht einfach so hier herum stehen. Laura hatte sie nicht mehr gesehen, seit sie in den Scharen von Kindern verschwunden war. Amélie sah sich um und sah niemanden, den sie kannte. Außer diesem Malfoy, den sah sie von weitem und mit dem hatte sie absolut keine Lust sich weiter zu unterhalten. Der Mann schien sie auch gesehen zu haben und sie drehte sich schnell um. Sie würde wohl oder übel nach Hause gehen.
Severus war jedenfalls nirgends zu sehen. Möglichst unauffällig sah sie sich nochmals um und sah den hellblonden Malfoy sich ihr nähern.
Rasch ging sie davon. Wenn doch nur Severus irgendwo in der Nähe wäre.
Der hätte sie wenigstens grüßen können, dachte sie bitter. Sie schritt Richtung Hogsmeade, wo sie dann apparieren könnte. Sie konnte ja nicht wie bestellt und nicht abgeholt hier herum stehen und wie ein Teenager darauf warten, einen scheuen Blick auf ihren Schwarm zu erhaschen. Und dieser Malfoy schien sie zu verfolgen... dem könnte sie in dem Moment einen guten Tritt verpassen und zwar dorthin, wo es garantiert schmerzte!
Es nervte sie, obwohl sie nicht ganz genau wusste, was.
Der Lärm hinter ihr wurde leiser und sie verließ niedergeschlagen, aber zielstrebig das Schlossgelände.
Mit zornfunkelnden Augen sah Snape Lockhart nach, der nun etwas bedrückt über seinen missglückten Zauber Richtung Schloss ging.
Er sah sich um. Weit hinten sah er Amélie Richtung Hogsmeade davon gehen. Die schien es ziemlich eilig zu haben, hier fort zu kommen.
Hatte sie vielleicht Angst, er wolle sie noch zu einem Kaffee einladen? Sie hätte ihm ja wenigstens Hallo sagen können!
Aber was bildete er sich schon ein, dachte er resigniert. Wahrscheinlich bereute sie den Kuss, den sie ihm gegeben hatte. Vielleicht war ihr das ganze unangenehm.
Er seufzte und versuchte das stechende, klemmende Gefühl zu ignorieren, das seine Brust eng machte.
Er hatte ja sowieso Abstand gewollt!
S s s s
„Dobby!" rief Harry erstaunt. Er hatte den kleinen Elfen sofort erkannt, der auf seinem Bett erschienen war, während Harry seinen schmerzenden Arm verflucht hatte.
„Tut Dobby so Leid, Harry Potter. Wieso hat Harry Potter nicht auf Dobbys Warnung gehört," piepste der Elf.
„Was geht hier vor, Dobby. Du weißt doch was. Ist Draco Malfoy der Erbe Slytherins?" Dobby war Malfoys Hauself. Das wusste Harry, da der ... Zauber ihnen das verraten hatte, als Dobby ihn und Laura bei Snape zu Hause beobachtet hatte.
„Oh, Dobby wird schrecklich bestraft, wenn jemand merkt, dass Dobby Harry Potter gewarnt hat," jammerte die kleine Gestalt.
„Harry Potter muss jetzt nach Hause. Unbedingt. Er darf nicht hier bleiben. Der Schrecken geht weiter und Harry Potter, der Retter der Zaubererwelt, darf sich nicht in Gefahr bringen."
Harry schüttelte den Kopf und sog die Luft ein, da sein Arm gerade sehr schmerzte. „Ich kann nicht," blieb er stur.
„Dobby hat alles versucht, um Harry Potter nach Hause zu schicken, aber er ist sehr eigensinnig und uneinsichtig. Dobby hat Mitleid mit Harry Potter, da er wegen Dobbys Klatscher leiden muss."
„Was?" fragte Harry und setzte sich mehr auf im Bett. „Dein Klatscher?"
Traurig nickte Dobby.
„Willst du mich töten, Dobby?" fragte Harry entsetzt. Der Hauselfe verdrehte sich schmerzhaft die Ohren.
„Niemals, Harry Potter. Dobby will Harry Potter beschützen. Vor seiner eignen Sturheit. Aber Dobbys Versuche blieben erfolglos. Nicht einmal den Zaubertrank, den Dobby in Harry Potters Tasche geschmuggelt hat, und nicht einmal das verschlossene Tor auf dem Bahnhof hat Harry Potter zur Besinnung gebracht."
Nun wurde Harry richtig böse. Wenn er daran dachte, wieviele Schwierigkeiten der Elf ihm gemacht hatte. Und beinahe auch Laura. Wenn Snape ihr nicht geglaubt hätte, mit dem Zaubertrank, wäre Laura nicht leicht davon gekommen.
Und der Klatscher hatte ihm den Arm gebrochen und hätte ihn umbringen können.
Er hätte Dobby den Hals umdrehen können, aber in dem Moment, wo er ihn packen und schütteln wollte, wurde die Tür der Krankenstation geöffnet und Leute erschienen.
S s s s s s
Diesmal wollte sie auf alles achten, dachte Laura und wunderte sich, dass sie, während eines Traumes so logisch denken konnte.
Es war anders, diesmal. Nicht der Traum an sich, aber Laura war sich bewusst, dass nicht sie es war, in diesem Traum. Deshalb hatte sie viel weniger Angst. Und sie wusste schon in etwa, was sie erleben würde.
Sie lie es einfach geschehen.
Ruhig sah sie in das Loch. Das Grab in dem jemand Geliebtes lag. Sie war traurig.
Der Topf mit der Erde wurde reihum gereicht. Der Mann mit der Kapuze kam ans Grab und warf dieses blutige Ding ins Grab. Aus den Augenwinkeln hatte sie gesehen, dass er ein paar Tropfen des Blutes in den Kelch hatte tropfen lassen, aus dem sie dann trinken würden.
Während die Leute von dem Wein tranken, sah Laura zu der Frau neben sich. Die kühlen Augen sagten ihr, dass sie es sein sollte, die in dem Grab lag.
Es war eindeutig das Kleid, aus den Dachboden, dachte Laura.
Da war noch ein Loch, fiel Laura nun auf, während die anderen Leute den Wein, der eigentlich der Vergessenstrank war, tranken.
Eine große Eidechse, fast einen Meter lang wurde vor das andere Loch gestellt und sie huschte schnell hinein. Sie blutete stark am Rücken. Das Tier tat ihr Leid. Ein großer Stein schob sich über das Loch, in dem die Echse verschwunden war.
Nun war sie an der Reihe mit Trinken. Wieder wehrte sie sich, so gut sie konnte und wurde gezwungen den Trank zu schlucken.
Sie wollte nicht vergessen. Niemals!
Wie sehr sie ihre Eltern für das hasste!
Obwohl sie vergessen hatte, als sie den Zaubertrank geschluckt hatte, wusste sie noch, dass sie versucht hatte nicht zu schlucken. Nicht zu vergessen.
Sie stand da und schwor sich etwas in dieser regnerischen Vollmondnacht.
Es würde ihr gelingen einen Trank zu entwickeln, der sie wieder erinnern ließe. Sie war sich noch nie einer Sache so sicher gewesen wie jetzt.
„Komm Edna!" hörte sie die Stimme der kalten Frau und sie wusste, dass sie gemeint war. Die Stimme der Frau war genau so kühl und unfreundlich wie die Frau selbst und ihr Äußeres.
Die Frau wandte sich zu Gehen, hob den Zauberstab - in diesem Moment erwachte Laura und setzte sich im Bett auf. Sie rieb sich die Augen und war total erledigt.
Diesmal weinte sie nicht. Sie fürchtete sich nicht.
Jemand, der das erlebt hatte, ließ sie aus irgend einem Grund diesen Traum erleben. Nur wieso?
Brauchte sie vielleicht ihre Hilfe?
Sie musste herausfinden, wem das Kleid gehört hatte, dann wusste sie auch, wem der Traum gehörte. Wer Edna war.
S s s s s
Amélie weinte. Wieso genau, wusste sie nicht. Nichts Schlimmes war vorgefallen. Aber sie war enttäuscht und auch etwas verzweifelt.
Nie hatte sich ein Mann so schwierig angestellt. Nie war einer so unnahbar und undurchsichtig gewesen wie Snape. Nie hatte sie einen Mann so begehrt wie diesen.
Es war spät, gegen Mitternacht. Sie lag auf ihrem Bett und ließ sich die Tränen übers Gesicht laufen. Ihre Nase war verstopft und sie sah mit offenen Augen zur Decke.
Was sollte sie tun? Sollte sie sich melden, bei ihm? Wollte er das? Oder sollte sie einfach abwarten, bis er sich meldete. Aber wenn er an ihr kein Interesse hatte, konnte sie warten, bis sie alt und grau war!
„Verdammter Giftmischer," hauchte sie. „Dem sollte wohl mal ein Carismal tüchtig in den Hintern beißen, vielleicht taut er dann auf und vielleicht wüsste ich dann seine wahren Gefühle! Oder besser noch ein ganzer Carismalenschwarm!" fügte sie ärgerlich hinzu und war froh, dass niemand ihre Selbstgespräche belauschte.
Sie hatte keine Ahnung, dass es Severus ähnlich ging. Er weinte nicht. Er saß mit einem Glas Rotwein am Kamin und starrte ins Feuer.
Wieso war Amélie so schnell geflüchtet?
Wieso hatte sie ihn geküsst, letzten Samstag Abend? Sie war wohl beduselt gewesen wegen des Carlismals, aber er hatte sofort ein Buch geholt und über diese Tiere alles nachgelesen.
Ihr Biss hatte dieselben Auswirkungen wie zu viel Alkohol. Der Gebissene war zwar viel lockerer und unbekümmerter, aber das erklärte den Kuss nicht. Hatte sie ihn etwa küssen wollen? Sie hatte gesagt, er solle sie endlich küssen. Hatte sie das so gemeint?
Verdammt! Das war zum Verzweifeln! Dachte er und sah die Flammen wütend an, die frischfröhlich züngelten und tanzten, als wäre alles so lustig und einfach. Er schwenkte verärgert den Zauberstab zu dem Feuerchen, worauf eine riesige Stichflamme den Raum erhitzte.
Was sollte er jetzt tun? Diese Frau würde ihm noch ein Magengeschwür bescheren, dachte er und sah das nun wieder kleiner Feuer im Kamin seufzend an. Vielleicht sollte er sie wirklich fragen, ob sie sich gut erholt hatte, von dem Biss. Und da das Abendessen ja ausgefallen war, dank des Carismalen, könnte er sie ja einladen, etwas zusammen zu essen.
Ja, das war nicht aufdringlich.
Er holte Briefpapier und spitzte die Feder mit einem kleinen Messerchen. Dann tauchte er sie in die Tinte und begann zu schreiben.
TBC...
